Der Kuppler-Sohn

KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P12 Slash
Harry Potter Severus Snape
09.01.2019
09.01.2019
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Der Kuppler-Sohn


Severus sah dem Mann mit den kurzen, blonden Haaren nach, dabei schlug ihm das Herz bis zum Hals. Aber mehr als ihm nach zu blicken schaffte er gerade nicht. Dabei war er doch kein schüchterner Schuljunge mehr. Aber immer, wenn er dem Anderen begegnete fühlte er sich so. Das war doch nicht mehr normal. Sogar seine Umwelt bemerkte es. Harry war der Erste, der ihn vor paar Tagen darauf ansprach. Sein eigener Sohn brachte ihn auf die Idee, was dies auslöste. Liebe! Benahm er sich deshalb in dessen Nähe so seltsam? War er deshalb in seiner Nähe so nervös? Aber wenn es so war, wie Harry sagte, was sollte er dann tun? Konnte er es ihm sagen, oder würde Joshua ihn auslachen? Nein, dass konnte er sich nicht vorstellen. Schüttelte Severus den Kopf. Das glaubte er nicht.

Sie kannten sich seit Severus ihn damals bei einem Angriff auf ein Muggeldorf das Leben rettete. Dabei nahm Severus ihn mit zu sich, um sich um dessen Verletzungen zu kümmern. Ironischerweise wohnte er nämlich mit Harry in der Nähe des Dorfes durch den Fideliuszauber geschützt. Joshua war zu instabil zum apparieren, sodass Severus ihn zu sich nach Hause trug. Zum Glück war Harry bei den Weasleys. So musste er den schwer Verletzten Mann nicht sehen. Das war jetzt ein Jahr her. Seit Joshua wieder genesen war fühlte sich Severus so unbeholfen in seiner Nähe. Unsicher, aber auch wohl. Wie jetzt! Aber durfte er lieben, wo Voldemort vor zwei Jahren wieder auferstanden war? Gab es eine Zukunft? Er vergrub sein Gesicht in den Händen. War es richtig oder brachte er sie nur alle mehr in Gefahr?


Joshua sah Harry nachdenklich an.

„Und du meinst, das klappt?“, fragte er den Jungen ungläubisch.

„Ich kenne Dad. Er wird nicht abhauen. Er hat dich eh eingeladen. Ich werde vorher noch mit Albus reden und mit Dad!“, erwiderte Harry ernst.


„Ich gebe dir voll und ganz recht, Harry! Severus sollte sich für sein Glück entscheiden. Wer wusste schon, wann der Kampf vorbei war.“, sagte Albus.

„Das war, was ich mir erhofft habe.“, sagte der Sechzenjährige enthusiastisch. „Danke, Albus!“

„Du brauchst dich bei mir nicht bedanken, Harry. Ich will, genauso wie du, dass Severus glücklich wird.“

Harry nickte ihm zu und war nach draußen verschwunden als Ron nach ihm rief. Sie hatten, mit den anderen Weasleys eine Runde Quidditch geplant. Albus sah ihm lächelnd nach. Harry war seinen Eltern wirklich ähnlich. Lily, James und auch Severus.
Genauso, wie Harry war auch Albus aufgefallen, wie Severus sich in Gegenwart Joshuas benahm. Wie er errötete, wenn dieser ihn anlächelte, ihm die Hand gab. Nur Severus waren seine Gefühle wohl bis vor kurzem nicht klar. Sein Sohn war Hals über Kopf verliebt. Nun, in Severus Situation war das sicher nicht gerade leicht. Er spionierte für ihre Seite bei Voldemort. Leider war seine Rolle in diesem Krieg äußerst wichtig und Severus würde sich eh nicht verstecken. Er konnte so verdammt stur sein. Aber wer konnte es ihm auch verdenken. Voldemort wollte Harry vernichten, aber Severus würde nie zulassen, dass der Junge den Todessern in die Hände fiel. Genau das wollte Albus auch nicht. Nicht nur, wegen der Prophezeiung, die jetzt nur stimmte, weil Voldemort daran glaubte. Damals als er die Potters tötete und selbst von dem Todesfluch getroffen wurde, der Harry töten sollte. Doch entgegen was alle glaubten war es nicht die Magie des Kindes, die den Fluch zurückwarf, sondern der Schutz der Mutter, welche sich für ihren Sohn opferte.
Es war Severus Plan gewesen. Nachdem Severus ihm das mit der Prophezeiung und das er den Lord nur um Lilys Leben anbettelte berichtete war Albus ziemlich enttäuscht von seinem Sohn gewesen.
Nein, Harry war Albus genauso wichtig, wie Severus. Dadurch, dass Severus den Jungen adoptierte war er ja auch sein Enkel geworden.


Joshua sah hinterher als Severus durch die Wohnstube, über die Terrassentür in den Garten ging. Seitdem Gespräch mit Harry schlich sich tiefe Hoffnung in sein Herz. Bis vor kurzem schien es ja eher so als würde der junge Mann ihm aus dem Weg gehen. Severus benahm sich in seiner Gegenwart manchmal aber auch wirklich ziemlich seltsam. Das verlegene Wegsehen, wenn sich ihre Blicke trafen. Das Erröten, wenn sie sich berührten. Joshua hielt das für Zeichen schlechten Gewissens, denn Severus gehörte der Organisation an, die sein Heimatdorf angegriffen haben. Den Todessern. Aber dass es tiefergehende Gefühle ihm gegenüber waren hätte er nicht gedacht. Wie denn auch, wenn er immer mit verschlossener Miene auftrat. Es geschah nur selten, dass man ihm ansehen konnte, was er gerade fühlte. Dabei würde Joshua das gerne öfter sehen. Ihm die gefühlskalte Maske vom Gesicht reißen. Aber das ging nicht. Severus ließ ihn nicht so nah an sich heran.

Die Einzigen, die ihm nahe standen schienen Albus und Harry zu sein. Das konnte er jedenfalls herausfinden. In den zwei Jahren, die er seinen Retter kannte erfuhr er nicht viel über ihn. Obwohl sie unter einem Dach lebten, seit der Tragödie. Die Todesser waren nämlich hinter ihm her. Denn er besaß etwas, was ihr Lord wollte. Allerdings war es jetzt hier im Haus in einem fernen, geschützten Raum versteckt. Deshalb war er seit zwei Jahren hier. Denn auch wenn er den Gegenstand nicht mehr „besaß“ würden die Todesser ihn gefangen nehmen und dieses Haus stand unter dem Fideliuszauber. Niemand, der hier Zutritt hatte würde es verraten. Das Severus die Folter standhielt, ohne das er irgendwas verriet war schon bemerkenswert, aber auch ziemlich schrecklich. Den Anblick würde Joshua niemals vergessen. Er hatte sich in sein Hirn gebrannt und in den letzten zwei Jahren kam er wohl nicht nur einmal gefoltert und verprügelt von den Treffen wieder. Mit Mühe und Not versuchte Joshua das Bild des zerschlagenen Körpers des anderen Mannes zu vertreiben.

Er hätte sich nie vorgestellt einen Menschen so geschunden zu sehen. Überhaupt damit konfrontiert zu werden was Menschen anderen Menschen antun konnten. Sowas kannte er sonst nur aus den Nachrichten und von Bildern aus Büchern in Verteidigung gegen die dunklen Künste. Bis vor dem Angriff hatte er auch nie was mit den Todessern zu tun gehabt. Es war nur ein dummer Zufall, dass er ein paar Wochen vor dem Angriff im Wald diesen Becher fand. Seitdem stellte er sich die Frage, warum er es nicht einfach neben dem Leichnam liegen ließ, dann hätten die Todesser ihr Dorf in Frieden gelassen.

Was bringen diese Gedanken? Sie holen auch niemanden zurück. Ich sollte in der Gegenwart leben und tun, was ich kann, um die Todesser aufzuhalten. Dachte Joshua, stand auf und machte sich auf den Weg zur Bibliothek. Auf dem Weg stieß er allerdings mit Severus zusammen. Der Tränkemeister wollte schon was sagen, aber stockte als er ihn sah. Joshua sah, wie die blasse Haut seines Gegenübers leicht rot wurde. Automatisch hielt er ihn fest als Severus weiter wollte. Schwarze Augen sahen ihn groß an, ehe sie wieder emotionslos wurden. Dies fand Joshua schade. Er mochte es, wenn Severus ihm seine Gefühle offen zeigte. Der warme Blick, wenn er mal krank war, wenn Severus sich um ihn kümmerte. Er hoffte, diesen Blick öfter zu sehen und nicht den, mit welchem Severus ihn gerade bedachte.

„Ich wollte gerade in die Bibliothek. Möchtest du mir nicht etwas Gesellschaft leisten? Du bist so selten hier, aber ich genieße deine Gesellschaft. Ich finde es schade, dass du so selten hier bist und wenn du hier bist gehst du mir aus dem Weg.“, sagte Joshua aus dem Bauch heraus.

Da! Wieder Gefühle in diesen wunderschönen Augen. Unglaube. Das Rot auf den Wangen vertiefte sich. Gerade als Joshua drohte in diesen bodenlosen Tiefen zu versinken sprach Severus. „Wieso solltest du meine Gesellschaft genießen können? Du solltest eher Angst vor mir haben, oder mich hassen für das, was ich bin.“ Severus senkte den Blick. Joshua legte eine Hand unter Severus Kinn und hob es an. Tief sah er Severus in die Augen. Den Anderen zu berühren jagte ihm einen kleinen Schauer durch den Körper.

„Wieso sollte ich Angst vor dir haben? Du hast mir das Leben gerettet.“, sagte Joshua ehrlich.

„Ich konnte dich ja wohl schlecht dort liegen lassen.“, erwiderte Severus knurrig, doch er ließ sich davon nicht beeindrucken.

„Das sagt mir immer noch nicht, warum ich Angst vor dir haben, oder dich hassen sollte.“, erwiderte Joshua. „Du hast mir schließlich nichts getan und an du-weißt-schon-wen hast du mich auch nicht ausgeliefert.“

„Aber ich könnte. Wenn Voldemort erfährt...“ Bei der Nennung des Namens zuckte Joshua zusammen. „..., dass ich dir Unterschlupf gewähre muss ich dich verraten, um meine Tarnung beizubehalten.“

„Das hast du aber nicht getan.“

„Warum sollte ich auch in der Miesere sein, das tun zu müssen?“

„Ich habe nicht vergessen, wie du damals schwerst verletzt von einem der Treffen wieder kamst. Ich hab mich um dich gekümmert.“

Der Spion sah ihn geschockt an.

„Daran erinner ich mich gar nicht mehr!“, sagte Severus kleinlaut.

„Wie auch? Du warst mehr tot als lebendig und lagst drei Tage im Fieberwahn.“, erklärte Joshua, den es durchschüttelte. „Nochmal zu meiner Frage. Möchtest du mir in der Bibliothek Gesellschaft leisten?“

Joshua ließ Severus Kinn los. Der Spion nickte nur.


Severus legte seinen Kopf auf das Kissen und sah an die Decke. Solange mit Joshua allein zu sein war schön und schmerzlich zugleich. Einerseits genoss er dessen Nähe, das Schweigen, mit ihm zu reden, aber andererseits wurde ihm schmerzlich bewusst, was er niemals haben würde. Was unerreichbar für ihn war. So jemand, wie Joshua konnte jemand, wie ihn nicht leben. Das er ihn scheinbar zu mögen schien war wohl das Größte, was er verdiente. Nur leider machte ihm das Gespräch wieder Hoffnungen.

Dummes Herz! Es wird doch sowieso brechen, aber mit dieser dummen Hoffnung wäre es nur umso schmerzhafter. Dachte er.

Ihm fröstelte. Er legte sich auf die Seite, zog die warme Decke bis zu seinem Kinn und legte sich in Fötusstellung. Müde schloss er die Augen.

„Happy Birthday, Dad!“, sagte Harry fröhlich und umarmte den Älteren. Severus erwiderte die Umarmung ehe sie sich voneinander lösten und sein Sohn ihm ein Päckchen, in grünem Geschenkpapier überreichte, mit einer silbernen Schleife. Er öffnete die Schleife und entfernte das Geschenkpapier. Zum Vorschein kam ein edles Schreibfedern-Set heraus. Severus sah seinen Sohn mit einem Lächeln an, welches sogar seine Augen erreichte.

„Wie oft soll ich dir noch sagen, dass du mir nichts schenken musst.“, sagte Severus verlegen.

„Und wie oft muss ich dir noch sagen, dass ich es gerne tu. Genauso, wie Albus, Remus, Draco...“ Er verzog das Gesicht bei der Nennung des Namens. Draco war zwar der Patensohn seines Dads, aber sie verstanden sich nicht. „...und Joshua!“, erwiderte der Junge stur. Bei der Erwähnung des Namens des Mannes, dem Severus tiefe Gefühle entgegenbrachte deckte ein tiefes Rot seine Wangen, welches einen starken Kontrast zu seiner hellen Haut darbot. Harrys wissendes, schadenfrohes Grinsen brachte ihn dazu dem Jüngerem eine Kopfnuss. Harry rieb sich die schmerzhafte Stelle. „Au, Dad! Der war gemein!“, jammerte er.

„Slytherin!“, sagte Severus mit einem breitem Grinsen. „Und jetzt ab zum Unterricht!“


Immer noch ungewohnt war es ihm von einigen Schülern Glückwünsche zum Geburtstag zu bekommen. Nun, er war auch umgänglicher seit er Harry bei sich aufnahm und fairer den Schülern gegenüber. Das war es wohl. Aber auch nach all den Jahren war es ungewohnt. Sogar kleine Präsente bekam er. Liebesbriefe. Er war froh, dass keiner von denen sang oder ein Gedicht vorlas, wie bei Harry damals. Das wäre ihm sehr unangenehm. Trotzdessen war der Tag, bis er Feierabend hatte recht ereignislos. Er wusste, dass Harry und Albus schon voraus waren. Sie baten ihn, dass er nicht über den Kamin kommen, sondern apparieren soll. So machte Severus sich auf den Weg nach Hogsmead, um da dann zu apparieren.


Er erschien auf einer Wiese, umgeben von Wald und vor einem großem, hellem Haus. Mit schnellen Schritten war er an der Tür und klopfte. Es dauerte nicht lange, bis ihm geöffnet wurde. Sein Sohn ließ ihn ein und führte ihn in den Salon. Dieser war leicht geschmückt. Auf dem Tisch war festlich gedeckt, dahinter standen seine Geburtsagsgäste. Nicht viele. Narzissa, Draco, Albus, Remus und Joshua. Seine Hoffnung darauf, dass sie ihm kein Ständchen sangen wurde gleich zerstört als Harry sich ebenfalls hinter den Tisch stellte und sie sangen. Wie jedes Mal trieb es ihm Tränen in die Augen vor Rührung. Warum machte ihn das nur immer so emotional? Dann gab es Kaffee und Kuchen. Danach bat Joshua ihn mit ihm alleine zu reden und sie verließen den Salon.

„Und worum geht es?“, fragte Severus nervös.

„Severus, ich mag dich sehr, weißt du?“, erwiderte Joshua ehrlich.

„Wie sehr denn?“, fragte Severus schüchtern. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals als Joshua ihm eine Hand auf die Wange legte.

„Wie sehr magst du mich denn?“, stellte dieser die Gegenfrage.

„Sehr!“, hauchte Severus mit stark geröteten Wangen.

„Nun, ich kann sagen, das ich dich liebe!“

„Was? Ich... du... Du liebst mich?“, fragte Severus ungläubig.

„Ja, das tu ich und du weißt gar nicht, wie sehr!“, antwortete Joshua.

„Wenn du... wenn du mich wirklich liebst, dann...“ Severus schluckte. Sein Herz hämmerte in seiner Brust. Es machte ihn noch nervöser. „... , dann bitte küss mich!“

Dies ließ Joshua sich nicht zweimal sagen und so lagen seine Lippen auf denen des Anderen und ihrer beider Herzen erglühten vor Glück.
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