Wahre Liebe findet immer ihren Weg

GeschichteAllgemein / P18 Slash
Boris Saalfeld Christoph Saalfeld Tobias Ehrlinger / Saalfeld
09.01.2019
19.02.2019
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*Tobias*


Ein Vierteljahr war vergangen, seit Tobias Ehrlinger die niederschmetternde Diagnose erhalten hatte, dass sein linkes Bein für immer gelähmt bleiben würde.
Seither war viel geschehen. Er hatte sich von Boris getrennt, denn er wollte ihm nicht zumuten mit einem Krüppel zusammenzuleben. Er wusste, dass er Boris damit ganz schrecklich weh getan hatte, aber er hielt es für das Beste, einen radikalen Schnitt zu machen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende sagte er sich. Aber die Sehnsucht nach Boris hatte noch kein bißchen nachgelassen. Im Gegenteil, sie wurde von Tag zu Tag größer.
Trotz allem Elend hatte er aber auch etwas Glück gehabt. In Rosenheim fand er eine Stelle als Hausmeister in einem Alten- und Pflegeheim, die er auch mit seinem kranken Bein bewältigen konnte.
Tobias schraubte gerade eine Steckdose zusammen, als ihn seine Chefin, Frau Martin, zu sich rief.
„Ja, Frau Martin, was kann ich für Sie tun?“ fragte er. Er mochte Frau Martin sehr, denn sie behandelte ihn wie einen normalen Menschen und war immer ausgesprochen freundlich zu ihm.
„Tobias,“ sagte sie „ich habe eine Bitte an Sie. Heute mittag kommt eine neue Mitbewohnerin zu uns. Es ist ein junges Mädchen, das im Rollstuhl sitzt. Sie ist 12 Jahre alt, ihr Name ist Eileen. Ich möchte Sie bitten, sich ein wenig um die Kleine zu kümmern. Sie ist nach einem Unfall, bei dem sie ihre Eltern verloren hat, auf den Rollstuhl angewiesen. Sie soll noch schwer traumatisiert sein, aber ich denke, Sie mit Ihrer liebenswerten Art werden bald einen Zugang zu ihr finden.“
„Ihr Vertrauen ehrt mich, Frau Martin. Ich werde mein Bestes geben.“ Tobias strahlte Frau Martin mit seinen wundervollen braunen Augen an, „wann kommt die Kleine?“
„In zwei Stunden, Katja richtet gerade ihr Zimmer her. Könnten Sie vielleicht noch für ein paar Spielsachen und evtl. eine Spielesammlung sorgen. „Klar,“ antwortete Tobias, „wird sofort erledigt“
Er ging ins Spielzimmer und schaute nach. 'Was brauchte so ein 12jähriges Mädchen?' Tobi hatte ja gar keine Erfahrung mit Kindern. Traurig fiel ihm ein, dass er und Boris auch schon über Kinder nachgedacht hatten. Wie lange war das her, es erschien ihm wie eine Ewigkeit. Entschlossen versuchte er, die schweren Gedanken aus seinem Kopf zu verbannen, aber es fiel ihm nicht leicht.
Er fand eine Puppe und einen Teddy, sowie eine große Spielesammlung mit vielen Brettspielen und ein paar Bücher. Er brachte alles in das Zimmer, das das Zimmermädchen Katja gerade hergerichtet hatte. „Hey Tobi“, lächelte sie „bringst Du noch was zum Spielen für die Kleine?“ Tobias fand Katja sehr nett, auch sie war immer freundlich zu ihm. Es gab aber auch noch andere Angestellte im Heim, die ihm manchmal das Leben sehr schwer machten. Vor allem die Nachtschwester, dieses blonde Biest namens Annabelle, behandelte ihn immer von oben herab.
„Ich bin gespannt, wie die Kleine ist. So ein Trauma ist ja sehr schwer wegzustecken. Und das bei einem 12jährigen Kind.“ „Na, wir werden sehen“ sagte Tobias und schaute sich nochmal im Zimmer um.“ Ich glaube, hier wird es ihr bestimmt gefallen.“
Als das Auto mit Eileen vorfuhr, ging Tobias hinaus, um sie zu begrüßen. Zum Glück konnte er mit der Beinschiene ganz gut laufen und war nicht mehr auf einen Stock angewiesen. Trotzdem ging es mit dem Laufen nicht so leicht.
Er half dem Fahrer, den Rollstuhl aus dem Auto zu heben und wandte sich dann der Kleinen zu, die teilnahmslos auf dem Rücksitz saß. „Hallo Eileen, ich bin der Tobias, Du kannst mich aber auch Tobi nennen. Ich werde mich in Zukunft ein wenig um Dich kümmern.“ Er hob sie aus dem Auto heraus und setzte sie in den Rollstuhl. Die Kleine ließ das alles ohne eine Gemütsregung über sich ergehen. „Ich zeige Dir erst mal Dein Zimmer, dann gehen wir zu Frau Martin, unserer Direktorin. Du wirst sehen, sie ist sehr nett.“ Immer noch verzog Eileen keine Miene und sagte kein Wort. 'Oh Mann, das wird gar nicht so leicht' dachte Tobias . Er wusste gar nicht, wie recht er hatte.
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