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Hamburg III

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 / MaleSlash
09.01.2019
02.03.2019
6
2.439
1
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02.03.2019 822
 
I was told a million times
Of all the troubles in my way
Mind you grow a little wiser
Little better every day
-königliche Musikgruppe, 1971


„Anpassung“, hatte Papa Tuccarro immer gesagt. „Anpassung ist wichtig. Zumindest nach außen. Dann ist das Leben einfacher.“
Ich saß mit meinen Chummern und drei der Gangmitglieder der Thors Raben auf Kisten in der Scheune. Nach dem Aufstehen hatten wir mit verschiedenen Waffen auf Fässer geschossen. Frühsport nannten die Raben es. Jetzt tranken wir ein paar Bier und quatschten. Einar, der orkische Sergant of Arms der Raben, war sehr von Odin, meinem zahmen Raben fasziniert. Kein Wunder bei dem Namen. Ich glaube, wenn ich noch zwei Wochen bliebe, dann könnte ich bei den Typen mitmachen. Ich erzählte gerade von meinem letzten Kampf im Bluedragons Fightclub, als Einar zu grinsen anfing. „So ein Handtuch wie Du will Fighter sein? Dir macht es also Spaß auf die Fresse zu bekommen? Das kannst Du haben. Liam, Ingmar, baut ma die Seile auf. Wir spielen ne Runde. Ist das okay für Dich, Fighter? Oder hast Du Angst vorm bösen Ork?“
Ich blickte ihm in Gesicht und grinste. „Solange ich Dich hinterher nicht trösten muss und Deine Jungs mich in Ruhe lassen, ist das okay.“
„Dann man los.“ Er zog seine Kutte und das Shirt aus. „Soll ja kein Blut draufkommen. Oh, und willst Du auch etwas?“ Er holte eine kleine Dose aus der Tasche und zerrieb ein Pulver zwischen den Fingern, das er dann gleich durch die Nase zog. Er schüttelte sich kurz und schlug sich dann mit den Fäusten auf die Brust. Ich brauchte bisher keine chemische Hilfe und ich würde sie auch jetzt nicht brauchen. Er sah zwar kräftiger aus als ich, aber ich bin schneller und ich weiss, wo ich treffen muss. „Ne, lass mal.“
Inzwischen hatten die anderen vier Pfosten aufgestellt, die in vorbereitete Löcher im Boden passten. Ich dehnte kurz meine Muskeln an, dann stieg ich in den Ring. Einer stand da, hatte die Arme gesenkt und grinst mich an. „Na los, Handtuch, Du hast den ersten Schlag.“
Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Ich zog ihm eine direkte Grade auf sein Solarplexum. Er atmete tief aus, schwankte leicht und lachte. „Nicht schlecht für einen Menschen. Lass uns anfangen.“
Die nächsten zwei Minuten waren gezeichnet von wilden Schlägen Einars. Denen ich meist ausweichen oder sie blocken konnte. Doch die die durchkamen, waren heftiger als alles, was ich bisher einstecken musste. Ich selbst landete mehrere Treffer, doch er schien sie kaum zu merken.
Dann plötzlich, ich war kurz davor aufzugeben, bleib er einfach stehen, klopfte mir auf die Schulter und schnaufte: „Ich glaube, wir müssen jetzt erstmal ein paar Bier trinken, oder?“
Selten hatte ein Bier so gut getan. Wir quatschten eine Weile, dann stiegen die Raben auf ihre Maschinen und fuhren los. Nur ein Elf blieb zurück. Daito war inzwischen zu uns gestoßen, somit konnten wir endlich die Lage besprechen.
Es sah so aus, als hätte die Mafia ein Kopfgeld auf uns ausgesetzt. Doch das war scheinbar das kleinere Problem: Revolver teilte uns mit, dass uns der Geist immer noch verfolgen würde, er können aber nicht feststellen, ob er uns oder Zeros Wagen verfolgte. Seine Idee war, einen magischen Talisman zu bauen, der uns vor dem Geister verbag. Das schien eine gute Idee zu sein. Wir gaben ihm je ein paar eigenen Haare, um das Amulett an uns zu binden und er verschwand den Rest des Tages in seinem Zimmer und wollte nicht gestört werden.
Wir verbrachten den Tag mit ausruhen und Bier trinken, wobei uns die Raben, nachdem sie mit ihrer kompletten Truppe wiedergekommen waren, Gesellschaft leisteten. Die eine oder andere Anekdote über Runs und Überfälle wurde ausgetauscht. Es scheint, wir haben jemanden gefunden, der uns in schlechten Zeiten Unterschlupf gewährt, zumindest solange das Geld stimmt.
Kurz bevor ich mich ins Bett legen wollte, übergab uns Revolver die fertigen Amulette. Hoffentlich halfen die auch gegen Kater….
Am nächsten Morgen wurde ich durch das Knattern mehrere Motorräder geweckt. Thors Raben kamen wohl von, naja, was auch immer zurück. Ich schlüpfte in meine Klamotten, verließ meine Kammer und schlurfte in die Scheune.
Ich rief ein halbverschlafenes „Moin“ in den Raum, als auch schon Einar auf mich losstürmteund seine Knarre zog. Der Schuss ging daneben und auf einmal war ich wach. Aber sowas von. Die anderen Gangmitglieder schauten ihren Sergant verwundert an, doch der hatte schon wieder auf mich angelegt. „Ich bringe das Schwein um. Er hat uns die Tour heute vermasselt. Ich will seine Ohren an meinem Lenker!“
Im Rennen ließ ich meinen Blick durch die Scheune schweifen. Von meinen Chummern war noch keiner da. Ich rannte hakenschlagend auf die Tür zu, schlug einen Salto und drückte im Landen die Klinke der Tür. Nun aber nichts wie raus. Geduckt rannte ich die Straße runter und bleib erst Minuten später stehen. Niemand verfolgte mich. Was war das denn gewesen? Was würde Papa Tuccarro dazu sagen?
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