Lex muintir

GeschichteDrama, Romanze / P18
Alexis Castle Kate Beckett Kevin Ryan Richard Castle
08.01.2019
26.09.2019
14
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Alexis saß bereits seit zwei Stunden am Flughafen in London, hatte bereits alle Shops begutachtet, nur um dann wiederum zu beschließen, dass sie doch nichts kaufen würde. In zwanzig Minuten würde sie beim Gate sein müssen, um endlich wieder nachhause zu können. Endlich. Die letzten zwei Wochen hatten sich wie eine Ewigkeit angefühlt. Meredith war die ganze Zeit unterwegs gewesen. Damit hätte sie ja eigentlich leben können, immerhin war Jason ja der wahre Grund für ihre Reise gewesen. Der jedoch hatte eine nette britische Brünette gestern Abend interessanter gefunden. Die Tränen schossen Alexis wieder in die Augen. In diesem Moment spürte sie ihr Handy. Zwei Nachrichten. Eine sinnlose Entschuldigung, die Alexis sofort wieder löschte und eine Nachricht ihres Dads „Cheerio, Lasertag und Cheesecake warten auf dich!“ Dieses Alexis-Notfallpaket zauberte ihr sogar jetzt ein Lächeln auf die Lippen.

Mit einem tiefen Atemzug hob sie ihren Blick wieder von dem Display. Als sie Augen wieder öffnete und langsam ausatmete, konnte sie ihren Augen nicht glauben. Ein bekanntes Gesicht saß ihr gegenüber, die blauen Augen in eine Zeitung vertieft. „Kevin?“ Der gut gekleidete junge Mann hob seinen Blick „Alexis! Was tust du denn hier?“, „Genau das wollte ich dich auch fragen!“. „Komme gerade aus Dublin. Ich war bei Jennys Eltern. Uhm...ja...is‘ ja jetzt drei Jahre her....“ Alexis hätte sich ohrfeigen können. Jennys Todestag. Ihr Vater hatte ihr davon erzählt. Jedes Jahr zu Silvester flog Kevin nach Irland, um mit Sarah Grace seine Schwiegereltern zu besuchen. Doch scheinbar war es ein ungeschriebenes Gesetz im Revier, nicht viel darüber zu sprechen. Jenny wurde damals aus Rache von einem Mitglied der irischen Mafia erschossen. Kevin hatte Monate gebraucht um wieder zu sich zu finden. Alexis und ihr Vater hatten gemeinsam mit Espo, Lanie und Kate regelrechte Dienste an seiner Seite gehabt.
Ihn hier lächelnd vor ihr sitzen zu sehen war alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Sie erinnerte sich noch genau an den Kevin Ryan, der schweigend in seiner Küche gesessen hatte und ins Leere gestarrt hatte. Doch irgendwie hatte er sich aufgerafft. Weitergemacht. Viel Anderes war ihm für Sarah Grace auch nicht übergeblieben. Von dem Mädchen war weit und breit nichts zu sehen -keine Stofftiere, keine Malsachen. Kevin war offensichtlich alleine. Das war Alexis‘ Chance den Faden wieder aufzugreifen. „Und Sarah Grace? Ist sie hier irgendwo?“. Kevins erste Reaktion auf die Frage war die klassische Alleinerziehender-Vater-Reaktion: Panik. Doch eine Milisekunde später entspannte er sich wieder : „ Ach nein, sie bleibt den Rest der Ferien bei Jens Eltern. Chiara nimmt sie dann wieder mit nach New York. Du kennst Chiara? Sie war bei unserer Hochzeit.“ – „Chiara, ja. Jennys Schwester. Ich kann mich erinnern.“ Alexis musste bei dem Gedanken lachen. „Bei der Halloweenparty dieses Jahr hat mir Sarah Grace gestanden, dass ich bisher nur ihre zweitliebste Rothaarige war- nach Chiara. Aber sie hat mich dann beruhigt. Mit den Spielstunden hab ich aufgeholt. Glück gehabt.“  Der junge Detektive reagierte weit weniger überrascht als Alexis das erwartet hatte. „Ich weiß, sie hat mich gebeten, es Chiara nicht zu erzählen.“

Einen Kaffee und ein Stück Kuchen später warteten die beiden noch immer auf den Aufruf zu ihrem Flug. In der letzten halben Stunde waren bereits mehrere Verbindungen gestrichen worden. Die Insel wurde ihrem Ruf gerecht. Je später der Abend wurde, desto heftiger wurden der Regenfall und der Sturm. „Das schaut nicht gut aus. Wenn nicht ein Wunder geschieht, ist unser Flug der nächste, der dran glauben muss.“, stöhnte Kevin beim Blick auf die Anzeige, die Hand noch in den Haaren, spürte er sein Handy vibrieren- im selben Moment ertönte auch ein leises Ping aus Alexis Tasche. Es war traurige Gewissheit. Flüge in die USA würden erst morgen gegen Mittag wieder abheben. „Und jetzt?“ Alexis sah Kevin fragend an, der sah aber nicht minder ratlos drein. „Naja, wenn du mir deinen Pass und Ticket gibst, versuch ich uns mal auf den nächsten Flug zu buchen. Du könntest derweil Castle bescheid geben. Er tötet dich, wenn er glaubt, dass du in Gefahr bist, und in diesem speziellen Fall- mich gleich mit.“ Ein eher gezwungenes Lächeln flog über sein Gesicht. Alexis nickte.

„Ok. Morgen gibt’s zwei Sitze im ersten Flieger nach New York. Ich hab gemeint, das NYPD braucht mich.“ Kevin hielt triumphierend zwei Tickets hoch. „Was? Warum lächelst du so? Schickt Castle einen Privatjet?“  Alexis sag irgendwie unsicher aus. So kannte er sie nicht. Nun gut, wenn er ehrlich war, so wie heute, hatte er Alexis selten gesehen. Sie wirkte so…so erwachsen. Nun ja. Sie war 22. Sie war erwachsen. „Also nein. Aber mein Vater war nicht unbedingt begeistert davon, dass wir am Flughafen übernachten. Du kennst ihn ja.“ Alexis lief rot an. „Es tut mir so leid, Kevin. Ich wollte es ihm wirklich ausreden. Er hat uns ein Hotelzimmer hier gebucht. So leid. Wirklich.“ Alexis blickte auf dem Boden. Nun gut, zumindest sah sie jetzt nicht mehr sehr erwachsen aus. Eine Nacht mit Alexis in einem Hotelzimmer – und Castle hätte das vorgeschlagen. Das klang….unglaubwürdig. Er allein mit der hübschen, erwachsenen Alexis. Ok. Nein. Die Tochter seines besten Freundes, das war sie. Ein Kind. „Ähm naja, ist  doch nett. Danke. Besser als hier auf unseren Taschen zu schlafen. Nicht?  “ Er wusste einfach nicht, was er sagen sollte. Wieso war Alexis so fertig? Sicher, die Situation war eigen. Aber so schlimm auch nicht. Und wenn hier jemand Angst haben müsste, dann er vor Castle. Im nächsten Moment spürte er sein Handy wieder. Diesmal war es nicht die Fluglinie, es war Castle: „Pass gut auf meine Kleine auf, aber du bist ja selbst Vater. Rick.“ Kevin atmete tief durch. „Na dann, auf geht’s.“ Er griff nach Alexis Tasche, wobei seine Hand auf ihrer landete. Blitzschnell zog sie sie weg. Sie hatte regelrecht gezittert. „Alles klar Alexis? Wenn es für die unangenehm ist, kann ich auch hier bleiben?“ Kevin versuchte einen Blick in das Gesicht der Studentin zu werfen. „Nein. Es ist ok. Es waren nur ein paar harte Tage. Aber das wird.“ Sie hob den Kopf und lächelte, aber trotzdem war sie blasser. Blasser als von Haus aus. Nach einem bestätigenden Lächeln nahm Kevin die Tasche und folgte Castles Tochter Richtung Hotel.
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