Zusammen

GeschichteRomanze / P16 Slash
08.01.2019
11.02.2019
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Hallo ihr Lieben,
es tut mir leid, dass ich so lange nichts habe von mir hören lassen, aber in den letzten Wochen stand irgendwie so viel an, dass ich es einfach nicht geschafft habe, etwas zu veröffentlichen.
Ich hoffe, euch gefällt das neue Kapitel. Ich freue mich über Reviews.
xoxo
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Heute war es wieder soweit, der erste Arbeitstag nach ihrem wohlverdienten Winterurlaub stand an.  
Als der Wecker morgens um 7 Uhr klingelte, murrte Klaas nur vor sich hin, während Joko deutlich energischer aufstand und die Kaffeemaschine anstellte, ehe er sich ins Badezimmer begab und sich eine Dusche genehmigte. Nachdem er das Bad verlassen hatte und zurück in die Küche kam, musste er feststellen, dass von Klaas bisher noch keine Spur zu sehen war. Mit einem Seufzen ging Joko daher zurück ins Schlafzimmer, wo er den Braunhaarigen natürlich noch im Bett liegend vorfand.

„Hey, Schlafmütze! Du solltest langsam mal aufstehen, sonst kommst du schon am ersten Arbeitstag im neuen Jahr zu spät und ich bin mir sicher, dass Schmitti das nicht cool findet!“, flüsterte er mit einer tiefen Stimme neben Klaas‘ Ohr, der darauf nur unverständliche Wörter grummelte. Jokos Hand war da schon in Klaas‘ Haare gewandert und wuschelte ihm durch seine unordentlichen Haare. „Los, komm jetzt, Kaffee ist auch schon fertig!“

Nach einem kurzen Frühstück – da sie dank Klaas sehr spät dran waren – saßen sie in ihren Autos auf dem Weg zum Büro. Nachdem Schmitti sie schon fast entlarvt hatte, als er sie während ihres Skiurlaubs am Telefon zur Rede stellte, hatten die beiden entschlossen, getrennt auf der Arbeit anzukommen, um weiteren Gerüchten entgegenzuwirken. Nachdem Klaas schon losgefahren war, wartete Joko noch fünf Minuten, ehe auch er sein Auto starte und den Blinker setzte, um sich in Richtung Firma aufzumachen.

Das Telefonat mit Schmitti hatte Klaas während des Urlaubs Jokos Meinung nach ziemlich gut und sachlich geführt. Er erklärte ihm, dass die beiden spontan Lust gehabt hatten, für ein paar Tage Ski zu fahren und sich kurzfristig entschlossen hatten, zusammen unterwegs zu gehen. Eigentlich ist da ja auch gar nichts bei – schließlich wusste jeder in der Redaktion, dass Joko und Klaas eine tiefe Freundschaft verband und wieso sollte man nicht einfach mit einem guten Freund in den Urlaub fahren können? Klaas jedenfalls schien Schmitti davon überzeugt zu haben.

Nach etwa fünfzehn Minuten Autofahrt erreichte Joko den Parkplatz vor ihrem Firmengebäude. Klaas‘ Auto stand auch schon da und er schien schon im Gebäude zu sein, jedenfalls konnte er ihn weder im Auto noch zwischen Auto und Eingangstür ausmachen.
Nachdem also auch Joko eingeparkt und seine Tasche vom Beifahrersitz gezogen hatte, machte auch er sich auf den Weg Richtung Eingang. Bei der Tür angekommen, zuckte er kurz zusammen, als sich plötzlich eine Hand auf seine Schulter legte.

„Guten Morgen, Joko! Na, auch spät dran?“, zwinkerte Frank ihm zu.

Mit einem Grinsen drehte sich Joko zu Frank und zog ihn in eine kurze Umarmung. „Mensch Frank, musst du mich immer so erschrecken!“, fügte er hinzu.

Die beiden gingen rein und betraten den Fahrstuhl, der gerade passenderweise wie für sie beide mit offenen Türen wartete.

„Und, wie war dein Urlaub? Hast du was Schönes unternommen?“, fragte Joko ehrlich neugierig. Er war schließlich immer daran interessiert, was seine Mitarbeiter – naja, man sollte wohl eher von Freunden sprechen – in ihrer Freizeit machten. Und gerade Frank war einer der Leute, die Joko in seinem engeren Freundeskreis sah.

„Ach ja, ich war mit meiner Familie in der Schweiz und sonst habe ich einige Zeit in meiner Heimatstadt verbracht. War alles ganz gut, aber ich bin auch froh, dass wir jetzt wieder hier sind und weiterarbeiten. Und wie war’s bei dir? Ich hab von Schmitti gehört, dass du zusammen mit Klaas unterwegs warst?“

Etwas ertappt schluckte Joko. Ja klar, irgendwie hätte er doch davon ausgehen müssen, dass Schmitti den anderen davon erzählte – das war ja auch sein gutes Recht, man kann ja über seine Freunde sprechen und darüber, was diese gerade taten. Doch irgendwie hatte sich Joko bis jetzt noch gar keine Gedanken darum gemacht, was er bei solchen Fragen, wie Frank sie ihm gerade gestellt hatte, antworten sollte. Er räusperte sich etwas und versuchte, sich dann so betont locker zu geben wie es ihm nur möglich war.

„Joa, ich war über die Feiertage auch bisschen unterwegs und dann hatte Klaas spontan die Idee, dass man ja Ski fahren gehen könnte. Scheinbar hat der kleine Giftzwerg aber niemanden gefunden, der sich mit ihm auf den Weg machen wollte, deshalb habe ich mich nach einiger Bettelei erbarmt und bin mit ihm losgefahren. War auch ganz gut, ich kann inzwischen richtig gut Fahren…“

„Und abends ging’s dann zusammen in die Sauna und ihr habt eine kleine Afershowparty gemacht oder wie kann man sich das vorstellen?“, fragte Frank mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Joko hoffte, dass ihm keine Röte den Hals emporkroch, denn Franks Worte ließen ihn sich an so einige Situationen in der Sauna als auch danach auf dem Sofa erinnern, die ihn niemals kalt lassen könnten. „Ja klar, wie immer“, war das einzige, was Joko gerade sagen konnte. Gott sei Dank öffnete sich in diesem Moment die Tür des Fahrstuhls mit einem leisen Pling und die beiden betraten das Großraumbüro.

Nachdem Joko alle begrüßt hatte und er sich aus der Küche erstmal einen Kaffee besorgt hatte, machte er sich auf den Weg zu seinem Büro. Dass der Weg dahin auch an Klaas‘ Büro, welches nur eine Tür vor Jokos war, vorbeiführte, kam Joko dabei ganz gelegen. Er sah, dass die Tür bloß angelehnt war, weshalb er kurz klopfte und Klaas‘ Büro betrat. Der Kleinere saß bereits vor seinem Computer und schien wirklich schon eifrig zu arbeiten, was Joko nur grinsen und den Kopf schütteln ließ. Typisch Klaas.

„Guten Morgen, Heufer-Umlauf!“, rief Joko extra laut aus, damit es auch die Kollegen auf dem Flur hören konnten, ehe er die Tür hinter sich schloss.

Mit einem Grinsen löste Klaas seinen Blick von dem Computer und stand auf, um einen Schritt auf Joko zugehen zu können. „Du bist ein Spinner, Joko, und wenn du weiterhin so auffällig unauffällig sein willst, dann dauert das nicht mehr lange, bis die Chaoten da draußen merken, dass wir denen etwas vorspielen!“

„Ach Quatsch, so schnell merken die das nicht, wir sind doch echte Schauspieltalente“, zwinkerte Joko, bevor er Klaas zu einem kurzen Kuss an sich heranzog.

„Mensch, kaum eine halbe Stunde nicht gesehen und schon hältst du es nicht mehr ohne mich aus, Winti? Das kann auf Dauer so aber nicht weitergehen“, murmelte Klaas mit einem gespielt tadelnden Ausdruck.

Joko lachte daraufhin, trank einen Schluck seines Kaffees und drehte sich Richtung Tür. „Na gut, dann komme ich heute nicht mehr zu dir ins Büro, aber du weißt ja, wo du mich findest…“, grinste er und wackelte dabei mit seinen Augenbrauen.

„Bis später, Winti!“, lächelte Klaas ihn nun an und begab sich zurück auf seinen Bürostuhl.

Als Joko einige Sekunden später Klaas Bürotür von außen schloss und sich in Richtung seines Büros aufmachte, sah er Thomas, der grinsend an der Wand lehnte und ihn anschaute. „Na, erstmal kurz bei deinem Schatzi vorbeigeschaut?“, lachte er nun.

Joko hoffte schon zum zweiten Mal an diesem noch echt frühen Tag, dass sein Körper mitspielte und er nicht rot wurde.
 
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