After War

GeschichteSci-Fi / P18
08.01.2019
13.02.2020
7
39.015
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08.01.2019 3.740
 
Das Oneshot "Atlas" gehört mit zu dieser Geschichte und wird in späteren Kapitel auch weitergeführt werden.
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Der Wind, der durch die Bäume weht, das Rascheln der Blätter dabei, die Vögel, welche auf den Ästen sitzen und dazu der Geruch des Mooses am Waldboden. Trinity mochte es in den Wald zu gehen und Saryn zu besuchen. Leider wurde es immer gefährlicher. Die Grineer haben ein Lager im Wald aufgeschlagen und verstecken sich vor Oberon. Der Herr des Waldes duldet es nicht, wenn Fremde diesen zerstören wollen. Genauso wenig duldet er Saryn und Nidus welche sich in den Sümpfen, tief im Waldinneren, verstecken. Auch Nidus ist es unangenehm aber laut Saryn war es die einzige Möglichkeit für sie beide. Trinity schaute Saryn an. Sie war so anmutig anzusehen mit ihren grauen Beinen, auf dem ein blutroter Tumor hing, über ihren pechschwarzen Körper bis zu ihrem wuchernden tiefschwarzen Haar, welches eine goldene Krone umschlingt. Sie hatte es geschafft, sie war ein Prime, dazu noch eine Königin und ein sehr alter Warframe, doch das merkte man ihr nicht an. Anders als bei Nidus. Er war ein stolzer Herrscher und ebenfalls sehr alt, jedoch ist er nie zu einem Prime aufgestiegen. Zwar entkam er dem Befall und machte ihn sich vor sehr langer Zeit untertan, aber in letzter Zeit ging es ihm immer schlechter. Er kann ohne die Sporen kaum noch atmen. Das ist auch der Grund, warum die beiden ihr Königreich auf den Ebenen verlassen haben und sich stattdessen im Sumpf verstecken. Saryn ist die einzige, die gegen das Gift der Sporen größtenteils immun ist und so kümmert sie sich hier um den schwächer werdenden Nidus. „Möchtest du noch etwas?“, durchstieß Saryn’s Stimme Trinity’s Gedanken. In der Hand hält sie eine Kanne mit Tee. „Nein, Danke“, erwidert Trinity freundlich ablehnend „Ich muss langsam wieder zurück. Der Weg in die Berge ist lang und es wird schon spät.“ Saryn schaut nach draußen „Du hast recht. Ich sehe ein paar Sporen. Nidus ist bald zurück, du solltest gehen, bevor er hier ist.“ Saryn dreht sich zu Trinity „Soll ich dich begleiten? Der Wald wird immer gefährlicher, seit die Grineer hier sind.“ „Nein danke, ich komm schon zurecht. Kümmere du dich lieber um deinen König.“ „Ein König, ja … nur leider ohne Königreich“ „Nimm es nicht so schwer.“ „Ich hasse es nur, dass ich mich hier verstecken muss. Vor allem da Oberon in letzter Zeit immer schlimmer wird. Er kann es wahrscheinlich kaum erwarten das Nekros kommt, um Nidus zu holen.“ Saryn’s Stimme ist voller Verachtung als sie Oberon erwähnte und auch Trinity konnte nicht das Gefühl von Ekel unterdrücken, als dieser Name fiel. „Hat er euch auch eingeladen, zu dem Treffen?“, fragt Trinity etwas zögerlich. „Treffen?“ „Ja in einigen Tagen. Er will sich mit Wukong beraten. Es geht ihm wahrscheinlich um die Gründung einer Allianz.“ „Das versucht er ja nicht zum ersten Mal.“ „Nein. Aber ich frage mich warum. Warum ist er so hartnäckig in dieser Sache? Er muss etwas wissen.“ Trinity senkt die Stimme „Nur mal so unter uns. Was ist es? Ich weiß das Primes Wissen besitzen was uns anderen verborgen bleibt. Was wisst ihr, das so wichtig ist das Oberon eine Allianz bilden will? Und das um jeden Preis! Also bitte ich dich Saryn. Sag mir doch bitte, was er erreichen will.“ Saryn beginnt zu lächeln „Du weißt, dass ich es dir nicht sagen kann. Es ist zu groß um dir einfach einen Hinweis zu geben. Die Weisen halten dieses Wissen aus gutem Grund vor der Öffentlichkeit geheim. Nur wer sich darauf vorbereitet ein Prime zu sein erlangt das Wissen aus alter Zeit. Ich weiß auch nicht alles was Oberon weiß aber wenn du es verstehen willst, dann geh zu einem der Weisen und lass dich von ihm trainieren.“ „Ich verstehe. Nun dann wird es wohl Zeit für mich zu gehen. Auf Wiedersehen Saryn.“ „Bis bald, Trinity“ mit diesen Worten verabschieden sich die beiden Freundinnen und Trinity macht sich auf den Weg durch den Wald.

Auf den Weg ist Trinity in Gedanken vertieft. Oberon ist ein mächtiger aber auch grausamer Herrscher. Er hat den Großteil des Waldes von Grineer befreit. Die Grineer, welche nicht entkamen oder getötet wurden, versklavte er. Er lässt sie für das Büßen was sie dem Wald angetan haben, all diese Ausbeutung und das Verseuchen des Bodens. Das willkürliche Jagen und Morden von Tieren und die Fällung der Bäume gehen ihm sehr nahe. Vielleicht ist er gerade deshalb so erbarmungslos mit Eindringlingen. Oder ist es in Wirklichkeit sogar Titania, die die Fäden zieht und Oberon führt nur ihren Willen aus. Doch das kann nicht sein, schließlich ist er einer der ältesten Primes und würde sich nicht so einfach was befehlen lassen. Oder … Trinity stockte. Oder ist es etwas noch viel Größeres? Hat möglicherweise Nekros selbst etwas damit zu tun? Der geheimnisvolle Nekros, der schon seit Ewigkeiten ein Prime sein soll. Nekros, welcher nicht gefunden werden kann oder will. Er kommt nur zu den Toten, so heißt es, um sie zu ‚löschen‘. Trinity schüttelt den Kopf und setzt ihren Weg fort. Dieser Gedanke schien ihr doch etwas weit hergeholt. Sie sollte sich den Kopf nicht über Dinge zerbrechen, die sie wohl eh nie verstehen würde. Da bleibt sie erneut stehen. Wie gebannt starrt Trinity auf den leblosen Körper, etwa fünf Meter vor ihr. Er liegt an einen Baum gelehnt, daher hat sie ihn erst jetzt erkannt. Es ist die Leiche von Rhino. Leiche? Trinity schaut sich hastig um, in der Hoffnung Nekros zu entdecken. Nichts zu sehen. Sie lachte kurz über ihre Naivität. Langsam nähert sie sich dem Körper. Rhino, eindeutig. Ein muskulöser braun-gelber, im wahrsten Sinne, gestählter Körper und ein glatter rundlicher Kopf. Nichts Auffälliges, bis auf den gewaltigen Riss in der Bauchgegend. Trinity betrachtet die Wunde. Die Panzerung war völlig zerrissen, Kabel hingen raus und sind stark beschädigt, verschiedene Schläuche sind offensichtlich geplatzt und Hydraulikflüssigkeit sickert langsam heraus. Das kann noch nicht so lange her sein. Trinity beugt sich weiter in Richtung der Wunde, da fängt Rhino an zu Keuchen und zu Husten. Er lebt noch! Sofort presst Trinity ihre Hände auf die Wunde „Ganz ruhig. Das dauert kurz.“ Sagt sie mit beruhigender Stimme. Ein grelles Leuchten erhellt den Wald, dann nimmt sie langsam die Hände von der Wunde. Rhino kommt langsam zu sich und betrachtet Trinity. Sie wirkt wie eine Puppe mit einem weißen Porzellangesicht. Über ihrem Kopf schwebt ein roter Ring. Auf ihrem schwarzen Oberkörper sind weiße Ornamente die Urtümlich wirken, dieses Muster setzt sich in dem roten Rock fort, welcher die recht dünnen Beine umfasst. Sie wirkt sehr anmutig auf Rhino. Dann fängt er plötzlich an sich wild zu betasten und auf seinen Bauch zu starren. Langsam und deutlich verwirrt beginnt er zu sprechen „Ich … Ich war tot. Ganz sicher. Oberon hat …“ Rhino springt auf und sieht sich um. Währenddessen steht Trinity ruhig da und betrachtet das Schauspiel. Nach einer Weile des Suchens betrachtet Rhino Trinity. Beruhigend beginnt sie sich mit ihm zu unterhalten „Er ist nicht hier. Sei unbesorgt. Doch sage mir, bitte. Was suchst du hier? Wie bist du hergekommen und vor allem was ist mit dir geschehen?“ „Ich wurde von einem Syndikat als Leibwache angeheuert. Sie suchen im Wald nach einem Artefakt oder einer Waffe. So genau wollten sie es mir nicht sagen. Wir waren schon länger unterwegs und haben nichts gefunden. Da tauchte Oberon auf und forderte uns auf den Wald zu verlassen. Ich machte mich auf einen Kampf gefasst, doch er machte nur eine Handbewegung und Strahlen schossen aus meinem Körper. Sie zerrissen meine Panzerung von innen und flogen auf meine Begleiter zu. Es war schrecklich. Sie wurden bei der kleinsten Berührung mit diesen Strahlen geröstet, als wäre es Feuer. Schließlich bin ich zusammengebrochen. Das nächste was ich sah, warst du. Ich muss mich bei dir bedanken, ohne deine Hilfe wäre ich gestorben.“ Ein Knacken hinter den Bäumen zog die Aufmerksamkeit der beiden auf sich. Sie sahen einen Grineer-Schlächter in das kalte, alternde Gesicht. Seine toten Augen schienen sie gar nicht zu sehen. Es brauchte einige Augenblicke, bis ihm klar wurde, was er vor sich sieht. Dann zeigte er mit der linken Hand auf Trinity und Rhino, hob seine Rechte, in welcher er ein Beil trug und fing mit krächzender Stimme lauthals an zu schreien. „Du hast mich gerettet, jetzt werde ich mich revanchieren.“ Rhino machte ein paar Schritte auf den Grineer zu, hob sein rechtes Bein und stampfte hart auf den Boden auf. Der gewünschte Effekt blieb aus und stattdessen brach er zusammen. Er ist wohl doch noch zu schwach für einen Kampf. Der Grineer lässt sich nicht beirren und rennt mit erhobenem Beil auf Rhino zu. Kurz vor ihm bleibt er jedoch stehen und rührt sich nicht mehr. Rhino schaut zu ihm auf aber der Grineer starrt nur Trinity an. Dann geht eine Energiewelle aus dem Grineer hervor, welche ihm die Haut zerreißt. Dann noch eine und die Haut geht weiter zurück, als würde sie ihm ohne Flammen weggebrannt werden. Die nächste Welle und das Fleisch beginnt sich zu öffnen. Erst jetzt bemerkt Rhino, dass er mit jeder Welle an Kraft gewinnt. Eine neue Welle an Energie legt nun die Knochen des Grineer frei. Mit der letzten Welle steht Rhino auf und betrachtet das zu Staub zerfallende Skelett. Er dreht sich zu Trinity um. „Dachtest du wirklich, ich sehe nur hübsch aus?“ „Jetzt stehe ich wohl noch tiefer in deiner Schuld.“ In diesem Moment kommen weitere Grineer aus dem Wald angelaufen, sie zielen mit ihren Grakata und Vipern auf die beiden Warframe. Mit etwas Spott in der Stimme entgegnet ihm Trinity „Um die darfst du dich kümmern.“ Rhino zuckt zusammen, wobei etwas das aussieht wie flüssiges Metall aus ihm herausquellt und ihn überzieht „Aber gerne doch.“ Mit einem Sprung nach vorne rammt Rhino seine stählerne Schulter in einen Grineer-Soldaten. Durch die Wucht zersplittert dessen Rüstung. Der Grineer wird nach hinten geschleudert. Der Baum, an dem er aufkommt zerstört den Rest der Rüstung und mit einem deutlich zu hörenden Knacken auch die Wirbelsäule. Die Grakata, welche Rhino festgehalten hat, blieb zusammen mit den Armen des Grineer zurück. Sie umklammern weiterhin die Grakata. Die Wucht des Aufpralls war zu viel für das schwache Gewebe und so rissen die Bänder in den Armen und das faulende Fleisch wurde zerfetzt. Rhino schüttelt die Arme von der Waffe und zielt mit ihr auf den nächsten Soldaten. Dieser zielt bereits mit seiner Grakata auf Rhino. Die Kugeln treffen seine Panzerung, doch Rhino bleibt durch seine Eisenhaut unverletzt. Rhino lässt sich nicht beirren und feuert nur ein paar Schuss auf den Kopf des Grineer. Die ersten Kugeln durchschlagen die Maske des Grineer, die folgenden seinen Kopf. Der Körper sackt zusammen und lässt die Waffe fallen. Rhino schnappt sich die am Boden liegende Grakata und dreht sich zu Trinity, da er von dort Schreie hört. Trinity hat Rhino beim Kämpfen zugesehen, bis ein Grineer-Soldat eine Viper auf ihren Kopf richtet. Er steht ein paar Meter links von ihr. Mit der rechen Hand hält er die Waffe, während er mit der linken nach einem Funkgerät an seiner rechten Schulter greifen will. Trinity reagiert sofort und macht eine stoßende Handbewegung in seine Richtung. Die Bewegung lässt den Grineer erschrecken und den Abzug ziehen. Einige Kugeln fliegen auf Trinity zu, während von ihr ein Lichtstrahl auf den Soldaten zu rast. Das Licht umfasst den Grineer und bildet ein Band zwischen ihm und dem Warframe. Die Kugeln durchschlagen Trinity’s Kopf. Sie fliegen weiter durch die Kabel, Prozessoren, Leitungen und treten am Hinterkopf wieder aus. Doch unmittelbar nach dem Eindringen der Kugeln verschließen die Löcher sich, die Kabel und Leitungen verbinden sich wieder und sämtliche Beschädigungen werden repariert. Zeitgleich öffnet sich am Kopf des Grineer ein Loch. Als wäre die Kugel durch Ihn geflogen ziehen sich die Bahnen durch sein Gehirn, bis man durch ihn hindurchschauen kann. Ein lautes Schreien, dann kippt er um und das Band löst sich. Trinity dreht sich zu Rhino, der sie völlig verdutzt anstarrt. Plötzlich kommen aus allen Richtungen noch mehr Grineer-Soldaten und Schlächter auf sie zu. Sie sind umzingelt. „Hinknien!“, grunzt einer aus der Menge. Rhino schaut Trinity an, sie schüttelt langsam den Kopf. „Sorry, die Dame will sich ihren Rock nicht dreckig machen.“ Mit diesen Worten stampft Rhino mit einer Wucht auf den Boden, dass dieser Wellen schlägt. Die Grineer werden dadurch in die Luft
geschleudert aber anstatt runter zu fallen, scheinen sie in der Luft stecken zu bleiben und nur langsam zu Boden sinken. Rhino nutzt die Zeit. Er nimmt beide Grakata hoch und beginnt zu schießen. Nach wenigen Sekunden steckt er die Grakata weg und die Leichen der Grineer fallen. Trinity beginnt langsam zu klatschen „Ich gebe zu, du hast mich Beeindruckt.“ „Danke, du hast aber auch erstaunliche Fähigkeiten.“ „Wenn du immer noch nach Arbeit suchst, hätte ich was für dich. Möchtest du königlicher Leibwächter werden?“ „Ich? Bei einer königlichen Leibwache?“ Rhino lachte ein wenig „Das hätte ich mir nie vorgestellt.“ „Du wärst die Leibwache meiner Familie. Also. Machst du ’s?“ Sie bemerken den Nachzügler Grineer nicht der von hinten aus dem Wald kam, bis er Rhino eine Waffe gegen den Kopf drückte. Rhino wandte sich nicht von Trinity ab, sondern ließ einfach seine Rüstung explodieren. Die Schrapnelle zerfetzen den Grineer. Dieser Kippe durch die Wucht nach Hinten weg. „Klar.“ Sagt Rhino mit einem Schmunzeln. „Wo soll’s hingehen, meine Königin?“

Gegen Sonnenuntergang erreichen die Beiden den Rand der Stadt in den Bergen. Sie liegt innerhalb eines gewaltigen Kraters, der gesäumt ist mit scharfkantigen Felsen. In der Mitte des Kraters ist ein altes Orokin-Schiff in den Fels gestürzt. In ihm befindet sich eine Bibliothek, welche seit Ewigkeiten von einem der ältesten Warframe und Primes untersucht wird, einem der berühmten ‚Weisen‘. Darum herum entstand die Stadt. Der Palast ist im japanischen Stil gehalten und wurde nördlich in die höchste Felswand über der Stadt geschlagen. Trinity stellt Rhino dem König, Wukong vor. Wukong ist kein Prime und wirkt trotzdem sehr alt und weise auf Rhino. Als Zeichen seines neuen Standes bekommt Rhino eine neue Panzerung. Palatin wird diese Rüstung genannt. Rhino strahlt in glänzendem Silber und unter den verschnörkelten Verzierungen sind dunkelrote Stränge und Fasern zu erkennen.

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Am Tag des Treffens zwischen Wukong und Oberon wird Rhino in den Palast gerufen. Wukong ist in einen tiefblauen Mantel gehüllt, die Arme und Beine sind in mattes weiß getaucht und sämtliche Verzierungen sehen aus wie verblichenes Gold. Aus seinem Kopf kommen zwei lange grünliche Energiestreifen. Er steht vor einem großen runden Fenster mit hölzernem Fensterkreuz und schaut auf die Stadt. Im Osten erkennt man, wie die ersten Sonnenstrahlen sich in den Krater ergießen. „Ihr habt mich gerufen?“, fragt Rhino, als er in den Raum tritt. Wukong dreht sich nicht um, während er sich mit Rhino unterhält „Ja. Heute werden Trinity und ich zu Oberon in den Wald gehen.“ „Ich werde euch auf allen Wegen beschützen.“ „Nein. Du wirst nicht mit uns kommen.“ „Aber als Leibwache ist es meine Pflicht …“ Wukong schneidet ihm das Wort ab, bleibt aber ganz ruhig „… die königliche Familie zu beschützen. Oberon ruft uns nicht zum ersten Mal zu sich. Doch ich habe Angst um Nova. Seit langem soll ich sie ihm ausliefern. Für einen höheren Zweck, wie er sagt. Bleib du heute hier, um auf Nova zu achten. Oberon führt etwas im Schilde.“ „Sehr wohl. Eine Frage hätte ich dennoch, wenn ihr gestattet.“ Wukong dreht sich um „Nun?“ „Ihr habt mir Nova, als eure Tochter vorgestellt aber wie kann das sein? Ich meine Warframe können doch keine …“ Trinity betritt den Raum durch einen Seitengang und beantwortet Rhino seine Frage mit freundlicher Stimme „Nein, natürlichen können wir als Maschinenwesen keine Nachkommen haben. Wir fanden sie in den Ebenen, allein und ahnungslos. Also haben wir sie aufgenommen und ihr gelehrt was wir wissen. Nichts desto trotz, sehen wir sie als unsere Tochter.“ Rhino verbeugt sich mit den Worten „Ich verstehe.“ Und geht. Trinity schaut besorgt zu Wukong „Ist sie sicher bei ihm?“ Wukong nimmt ihre Hände „Er hat bewiesen, dass er Kämpfen kann und treu ist. Vauban sagte, ich solle Nova nie zu Oberon lassen. Rhino wird sie vor allem beschützen, was er schickt. Lass uns gehen.“

Gegen Mittag kommen die Beiden auf der Lichtung im Wald an, wo sie sich mit Oberon und Titania treffen sollen. Ein Baumstumpf mit enormem Durchmesser dient als Tisch und Steine mit flacher Oberfläche stellen die Sitzmöglichkeiten dar. Oberon und Titania sind bereits dort und stehen zur Begrüßung auf. Oberon, ein Prime von dunkelbrauner Färbung mir helleren braun dazwischen, wie das Holz des Waldes. Grüne Verzierungen schmücken seinen Körper und das Geweih auf dem Kopf dient ihm als Krone. Titania ist von ähnlicher, jedoch hellerer Färbung mit mehr grünen Verzierungen und einem kronenartigen Aurai-Helm auf dessen Spitzen kleine weiße Flammen glühen. Nachdem die Formalitäten abgeschlossen sind setzen sich alle an den Baumstamm und Oberon beginnt zu reden „Lange ist es her, dass wir uns so zusammengefunden haben. Wie schon beim letzten Mal möchte ich eine Allianz unserer Reiche vorschlagen. Die Grineer werden immer aufdringlicher und ich habe gehört, dass die Corpus Fortschritte mit großen Energiezellen machen. Ich bin der Ansicht das es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis eine der beiden Fraktionen aggressiv wird. Wir müssen uns verteidigen können.“ Wukong antwortet ganz ruhig „Wenn diese Aktivitäten wirklich eine so große Bedrohung darstellen, warum sind Nidus und Saryn nicht auch hier? Das Königreich in den Ebenen wäre ebenfalls ein starker Verbündeter.“ „Nidus ist alt, schwach und nicht einmal ein Prime.“ Beginnt Oberon verächtlich „Und Saryn sorgt sich mehr um den sterbenden Alten als um das Königreich. Weshalb sonst hätten sie die Ebenen verlassen? Die beiden sind keine Hilfe, glaube mir. Aber! Selbst zu zweit haben wir eine Chance. Ich weiß wo sich uraltes Wissen und mächtige Waffen der Orokin befinden. Es fehlt mir nur ein passender Schlüssel zu dieser Truhe.“ Da greift empört Trinity ein „Wohl eher die Büchse der Pandora! Die Weisen warnen nicht ohne Grund vor diesen Waffen. Und was deinen sogenannten Schlüssel angeht, so wissen wir doch alle das du Nova meinst. Wir jedenfalls werden uns nicht darauf einlassen.“ Oberon lehnt sich nach vorne. Er bleibt höflich, wird jedoch energischer „Meine liebe Trinity. Das sind Dinge, von denen ihr nichts wissen könnt. Es zählt nämlich zu dem Wissen, das nur ein Prime erhält. Die Weisen wollen nicht das wir uns erheben und für unsere Freiheit kämpfen. Also lasst uns zu den Waffen greifen bevor jemand anderes es macht.“ „Und was bezweckst du wirklich, Oberon?“ Eine tiefe Stimme unterbricht das Gespräch. Aus dem Wald kommen Nidus und Saryn gelaufen. In großer dunkelrot glänzender Rüstung, die das dunkelgraue verhärtete Fleisch bedeckt und mit einem geöffneten Prion-Helm als Krone steht Nidus auf der Lichtung und redet weiter „Du hast wohl vergessen, dass du dem Plan einer höheren Instanz verpflichtet bist.“ Oberon springt auf und brüllt Nidus an „Du bist hier nicht willkommen, du Parasit aus der Fremde! Und wegen dieser vermeintlichen Instanz. Der Plan geht nicht auf! Er irrt sich!“ Nidus bleibt ganz ruhig „Oberon, du hast dein Wort gegeben. Wirf nicht weg, was wir erreicht haben.“ „Wir haben nichts erreicht! Jeder kleine Fortschritt wurde von euch wieder vernichtet! Versteht doch.“ Oberon hört auf zu brüllen und richtet sich wieder an Wukong und Trinity „Die Corpus haben neue Fertigungsstrecken in Betrieb genommen und die Grineer beginnen erfolgreich ihre alten Klon Labore wiederaufzubauen. Wenn wir jetzt nicht handeln werden sie uns in einigen Jahren überrennen.“ Wukong schüttelt den Kopf „Mit deinem Plan wirst du uns eher alle in den Tod stürzen. Du bekommst Nova nicht.“ „Wukong, du alter Narr. Du wirst mich nicht aufhalten.“ „Glaube mir, du besitzt nicht die Macht, um mich zu töten Holzkopf!“ Oberon macht eine Handbewegung und sich kringelnde Strahlen brechen aus Wukong heraus. Doch Wukong bleibt einfach stehen. Seine Wunden sind sofort verheilt und ein schwaches Leuchten umgibt den König der Berge. Erneut macht Oberon seine Handbewegung und das Schauspiel wiederholt sich. Doch Oberon wird immer rasender und versucht es erneut und dann wieder, bis Saryn endlich Nidus anschreit „Unternimm doch mal was!“. Sporen schießen aus Nidus hervor und bilden einen Tentakel, welcher ihm mit Oberon verbindet. Dieser bleibt steif stehen und kann sich nicht rühren. Er starrt Nidus an, der nur kühl erwidert „Wohl doch nicht so alt und schwach wie du denkst.“ Titania verwandelt sich augenblicklich in ihr Feen-Gestalt, in welcher sie sehr viel kleiner, schneller und tödlicher ist. Mit den Worten „Denk nicht mal dran.“ stoppt Saryn sie. In der Hand eine große, orangefarbene, pulsierende Spore haltend. Wukong braucht einige Sekunden um zu realisieren was gerade passiert, wird jedoch aus seinen Gedanken gerissen, als er spürt, wie jemand nach seiner Hand greift. Er dreht sich zu Trinity. Sie ist durchlöchert. Mehrere Querschläger der Strahlen müssen sie getroffen haben. Die Panzerung ist zerfetzt, Kabel und Schläuche zerrissen, verschiedenste Flüssigkeiten treten aus und manchmal sprühen elektrische Funken aus den Wunden. Dann sackt sie einfach zusammen. Wukong ist gelähmt und starrt nur entsetzt auf Trinity, während Nidus eilt, um sie hoch zu heben. Wukong kommt zu sich und springt in die Luft. Er verwandelt sich in eine dichte Rauchwolke und Saryn, Nidus und Trinity verschwinden vor Oberon’s und Titania’s Augen im Nebel. Als sie am Palast in den Bergen ankommen steht die Sonne bereits tief. Nidus legt Trinity auf ihr Bett, bevor Saryn ihn umklammert und anfängt zu weinen. Wukong steht vor dem Bett und berührt seine rechte Brust. Dort befindet sich das Siegel, welches die Verbundenheit zwischen ihm und Trinity kennzeichnet. Es gibt sehr alte Symbole, um die Fähigkeiten der Warframe darstellen. Eine Verbindung aus zweien dieser Symbole wird den beiden Warframe eingearbeitet, welche sich als dauerhafte Partner zusammenschließen. Bei ihnen eine Verbindung aus Energievampir und Trotzen. Der umklammerte Kreis mit einem nach unten zeigendem Keil und die Flügel Strukturen, von Trotzen bilden den Kern des Symbols. Von Energievampir kommen die geschwungenen unteren Linien, zwei spitze Zacken, die an den Flügeln sind und ein weißer Punkt über dem Kreis in der Mitte.

Einige Zeit stehen die drei so in dem Raum. „Wir sollten gehen.“ Durchbricht Nidus die Stille. Ohne weitere Worte macht sich Saryn bereit zum Aufbruch. Da meldet sich Wukong ohne eine Anspielung von Trauer oder Wut in seiner Stimme „Schick bitte Limbo und Mirage zu mir.“ Saryn bleibt erschrocken stehen „Du solltest nichts überstürzen. Mach nichts, was du später bereust.“ „Ich habe mir das gut überlegt. Dies war das letzte Treffen mit Oberon.“
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