CatDog - High School Hearts

KurzgeschichteRomanze / P12 Slash
08.01.2019
08.01.2019
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Als es im Sommer zwischen ihnen begonnen hatte, war Dog sich anfangs nicht sicher gewesen, ob es lange gut gehen würde. Er hatte nicht gewusst, ob es richtig oder falsch war, ob er gerade träumte oder sich dieser Moment tatsächlich abspielte.
Der Moment, als ER zu ihm an den Tisch gekommen war und gefragt hatte, ob er sich zu ihm setzen durfte. Als ER eine Unterhaltung mit ihm begonnen und dabei stetig gelächelt hatte. Dieses aufregende Lächeln, das Dog seit jeher an ihm geliebt hatte. Und das auch der Grund dafür war, warum alle ihn so umschwärmten. Er konnte es einfach. Er hatte es drauf. Er wusste genau, was er wollte. Und in der Regel bekam er es auch.
Er war beliebt. Vermutlich sogar der beliebteste Schüler der gesamten Nearburgh High School. Die anderen rissen sich darum, in seiner Nähe zu sein, taten alles nur Erdenkliche dafür, um im Unterricht neben ihm zu sitzen, in einer Gruppe mit ihm zu sein oder während der Mittagspause einen Platz am selben Tisch mit ihm zu ergattern.
Das ging morgens schon los: Sobald er das Gebäude betrat und lässig den Korridor entlangschlenderte, drehten sich alle nach ihm um und sämtliche Augen ruhten auf ihm. Mädchen seufzten laut, wenn er an ihnen vorüberging oder fielen in Ohnmacht, wenn er ihnen sein lässiges Zwinkern zuwarf. Jungs streckten die Hände hoch und hofften, dass er sie nur einmal abklatschen würde.
Und nahezu jeder riss sich darum, mit ihm befreundet zu sein oder wenigstens ein Stück von ihm ergattern zu können. Einmal zum Beispiel hatte er versehentlich einen Stift fallen lassen – und schon hatten sich zwei Mädchen darauf gestürzt und so lange darum gerangelt, bis die Sportlehrerin Ms. Pearson dazwischengegangen war. Und selbst sie hatte alle Kraft gebraucht, um die beiden Streithennen auseinanderzubringen.
Er war eben cool. Er war angesagt. Und ziemlich begehrt noch dazu. Dass sich eine Menge Mädchen um ihn rissen, war kein Wunder. Das wusste Dog ganz genau.
Schließlich ging es ihm nicht anders. Er wusste genau, warum die Mädchen kreischten und die Jungs neidisch dreinblickten. Er wusste, warum manche für ein einziges Date mit ihm sogar gestorben wären. Dunglap war ein Teenieschwarm. Und sein perfektes, strahlendes Lächeln konnte einem einfach den Atem rauben.
Dog kannte all diese Gefühle nur zu gut. Er selbst war auch schon ziemlich lang in Dunglap verliebt. In seine strohblonden Haare. Das schimmernde Lächeln. Und die tiefen, klaren Augen.
Er wusste genau, wie es sich anfühlte, vor Herzklopfen zu explodieren, wenn der blonde Junge ganz nah an ihm vorüberging und dabei freundlich grüßte. Wie schnell man sich an ihn verlieren konnte. Und wie verflixt schwer es war, in seiner Nähe die Fassung zu behalten.
Sein Bruder Cat, der bestens über Dogs Verliebtheit in Kenntnis gesetzt war, hatte ihn schon oft damit aufgezogen, dass er ein hoffnungsloser Romantiker war und sich besser einen anderen Schwarm suchen sollte. Denn auch wenn er Dog sein Glück von Herzen gönnte und wünschte, war es seiner Meinung nach aussichtslos, ausgerechnet auf den Schwarm der ganzen Schule zu stehen und sich ernsthafte Hoffnungen zu machen.
„Vergiss den Typen“, hatte er ihm schon oft gesagt, als Dog mal wieder deprimiert seinen Fantasien nachgehangen war und sich ausgemalt hatte, wie Dunglap und er sich näherkamen. „Das mit euch beiden wird nie etwas. Dunglap steht nicht auf Jungs. Und schon gar nicht auf welche, die nicht angesagt sind“.
Harte Worte. Aber immerhin ehrlich. Und im Grunde wusste Dog auch, dass sein älterer Bruder Recht hatte. Seine Gefühle für Dunglap waren aussichtslos. Natürlich war ein begehrter Typ wie er nicht schwul. Und selbst wenn, würde er sicher nicht einen Außenseiter wie Dog daten. Das konnte er völlig vergessen.
Der attraktivste, sportlichste, sympathischste und charmanteste Junge würde sich niemals auf jemanden einlassen, der noch nicht einmal im Traum daran denken konnte, zu den coolen Kids zu gehören.
Dog war ein Versager. Ein Traumtänzer. Und ungeschickt obendrein. Das Einzige, worin er wirklich gut war, das waren Sprachen: Englisch, Französisch und Spanisch. Sowie dazu noch Musik.
Dog konnte nicht singen. Er hatte bis heute wahrscheinlich noch nicht einen Ton richtig getroffen. Aber er hatte Spaß daran. Er sang leidenschaftlich gerne. Und ob er sich damit blamierte, das war ihm vollkommen egal.
Vor Dunglap hatte er sich ohnehin schon zweimal bis auf die Knochen blamiert. Und auch wenn der in beiden Fällen ganz freundlich getan hatte, so wusste er im Grunde, dass er sich hinter seinem Rücken über ihn schlapp lachte.
Das erste Mal war während des Sportunterrichts passiert, genauer gesagt, beim Basketball. Dass Dog unsportlich war, das war in der Nearburgh High kein großes Geheimnis. Dunglap hingegen war das absolute Gegenteil. Für ihn schien nahezu jede Sportart ein Klacks zu sein, weshalb er auch regelmäßig Einsen dafür abstaubte.
Für Dog dagegen war es schon eine Höchstleistung, wenn er es beim Volleyball schaffte, nicht über seine eigenen Füße zu stolpern. Sogar sein Bruder Cat, der in Sport auch alles andere als gut war, hatte mehr auf dem Kasten als er.
Deshalb war Dog auch über alle Maßen erstaunt gewesen, als Dunglap, welcher natürlich als Teamkapitän fungierte, ausgerechnet ihn in seine Mannschaft wählte und ihm freundschaftlich auf die Schulter schlug. Ein Moment, in dem Dog vor Herzrasen fast umgekippt wäre.
Dass er es vermasseln würde, das war natürlich von Anfang an so klar wie Kloßbrühe gewesen. Aber dass das Spiel für ihn im Krankenzimmer endete, das hingegen hatte niemand eingeplant.
Die ersten paar Würfe, die Dunglap ihm zuspielte, waren noch nicht besonders dramatisch. Sie gingen natürlich allesamt daneben und das Team, welches mit zwei zu null hinten lag, raunte schon missmutig, als der blonde Junge den Ball ein weiteres Mal an Dog abgab und ihm anfeuernd etwas zurief.
Doch dieser Wurf toppte alles, was bisher passiert war, noch um Längen. Nicht nur, dass Dog erneut danebenhaute – der Ball prallte vom Korb ab und knallte ihm direkt gegen die Stirn, woraufhin er benommen rückwärts taumelte und prompt eine Bruchlandung hinlegte – zu allem Überfluss auch noch direkt vor Dunglaps Nase. Eine noch größere Blamage war in dem Moment überhaupt nicht mehr möglich.
Doch zu seiner eigenen Verwunderung hatte der Blonde ihn nicht ausgelacht oder spottende Sprüche abgelassen wie der Rest des Teams, sondern ihm stattdessen seine Hand gereicht, um ihm aufzuhelfen und sogar gefragt, ob er sich verletzt hatte.
Noch bevor er allerdings etwas darauf hatte antworten können, waren sein Bruder Cat und dessen bester Freund Mervis herbeigeeilt und hatten ihn auf Anweisung von Ms. Pearson ins Krankenzimmer gebracht.
Eine Fluchtmöglichkeit, die Dog in diesem Augenblick mehr als nur gelegen kam. Immerhin konnte er so wenigstens für eine Weile dem hämischen Gelächter der anderen Schüler entgehen, die Dogs Missgeschick ungeniert nachahmten und dabei laut vor sich hin johlten.
Und das alles natürlich in Dunglaps Anwesenheit, welcher sich bei dieser Darbietung ein Schmunzeln auch nicht verkneifen konnte. Peinlicher ging es echt nicht mehr.
Zumindest hatte Dog das gedacht, bis ihm zwei Tage später in der Cafeteria der nächste Patzer passiert war – und zwar einer, der noch wesentlich blamabler und unangenehmer war.
An sich verlief der Tag wie jeder andere auch und begann sogar äußerst positiv, als Dog in seiner Französischarbeit eine Eins minus entgegennehmen durfte – die beste Zensur der gesamten Klasse, sogar noch besser als Randy Odds, normalerweise der Musterschüler der Stufe, welcher nie etwas Schlechteres als eine Eins minus ablieferte. Sogar er musste dieses Mal hinter Dog zurückstecken, denn aufgrund eines Leichtsinnsfehlers, den er erst jetzt bemerkte, war er knapp an der Eins vorbeigeschrammt und hatte lediglich eine Zwei plus für seine Arbeit bekommen. Dafür hatte er sich hinterher tagelang selbst geohrfeigt, wenngleich er Dog seine Leistung voll anerkannte und ihm den kleinen Sieg zugestand.
Dennoch war Dogs Freude über diese für ihn selbst überraschende Leistung nicht von besonders langer Dauer, denn der Zwischenfall, der in der Mittagspause passierte, sollte ihn noch für lange Zeit verfolgen.
Wie immer schnappte Dog sich sein Tablett und machte sich auf den Weg zu dem Tisch, an dem auch sein Bruder und dessen bester Freund Mervis saßen, als ihm Cliff, ein Typ aus der oberen Stufe, der es schon seit längerem auf Dog abgesehen hatte, ein Bein stellte und ihm das Tablett aus den Händen fliegen ließ.
Einige Mädchen, die sich gerade am Tisch der coolen Kids versammelt hatten und schweigend der Erzählung des blonden Teenieschwarms lauschten, schrien auf, als Dogs Tablett angeflogen kam und sich dessen Inhalt, welcher aus Spargel mit Sauce hollandaise, sowie einem Mousse als Dessert bestand, direkt über den Jungen ergoss, vor dem Dog sich schon einmal so blamiert hatte: Dunglap. Ausgerechnet.
Hastig sprang er auf und sah an sich herunter, machte kurz einen Laut des Ekels, ehe er seinen Tisch verließ und auf den Verursacher dieses Desasters zusteuerte, der noch immer auf dem Boden lag und von ein paar Seiten her schallendes Gelächter vernahm.
Oh Gott, dachte er, als er Dunglap auf sich zukommen sah, und bemühte sich mit aller Kraft, wieder auf die Beine zu kommen. Oh Gott, er wird mir den Kopf abreißen. Nach dieser peinlichen Nummer hasst er mich bestimmt. Er kann gar nicht anders als mich jetzt zu hassen.
Noch leicht benommen wollte Dog sich schließlich aufrappeln, als plötzlich eine Hand vor ihm erschien und sich ihm entgegenstreckte. „Hast du dich verletzt?“, fragte eine unverwechselbare, weiche Stimme – und Dog wusste genau, wen er jetzt über sich hatte: Dunglap.
Der Blondschopf schaute mit leicht besorgter Miene zu ihm herunter, schien tatsächlich alles andere als wütend zu sein, und streckte ihm abermals die Hand entgegen.
„Kann ich dir helfen?“, fragte er ganz freundlich und nicht einmal mit einer Spur von Wut in seiner sanften Stimme. „Hast du dir wehgetan, Dog?“.
Dog? Wie bitte? Der Teenieschwarm der Nearburgh High kannte tatsächlich seinen Namen?
„Ich... ich... ähm...“, stotterte er ganz aufgeregt und fühlte, dass sein Herz wieder einmal völlig verrückt spielte. Behutsam half Dunglap ihm schließlich zurück auf die Beine und machte dann ein noch immer besorgtes Gesicht.
„Dunglap...“, stotterte Dog, fast den Tränen nahe, und betrachtete sich beschämt das Desaster auf dem Shirt der blonden Ratte. „Das... das war ein Versehen. Ich... ich wollte nicht...“.
Noch bevor er seinen Satz zu Ende sprach, ergriff er die Flucht und rannte eilig aus der Cafeteria. „Hey, warte doch!“, rief Dunglap ihm noch hinterher, doch Dog war schon außer Sichtweite.
Er flüchtete direkt Richtung Jungstoilette und sperrte sich dort in einer der Kabinen ein, mit dem festen Vorsatz, niemals wieder dort herauszukommen.
Cat und sein Freund Mervis, die das Dilemma natürlich auch beobachtet hatten, folgten ihm daraufhin nach, weil Cat bereits ahnte, wohin sein jüngerer Bruder verschwunden war. Dem Ärmsten blieb aber auch wirklich gar nichts erspart.
„He, Cat“. Auf dem Weg zum Ausgang rief Dunglap hinter den beiden her und kam ihnen nachgeeilt, da er von Dogs plötzlicher Flucht auch etwas irritiert war. „Was hat dein Bruder denn?“, wollte er wissen, noch immer ein wenig besorgt, dass Dog sich bei dem Sturz verletzt hatte.
„Wahrscheinlich... äh... ist ihm übel geworden“, flunkerte Cat geistesgegenwärtig, auch wenn er genau wusste, dass Dog aus Blamage weggelaufen war. „Ach Gott, der Arme“, entgegnete Dunglap mitfühlend. „Hoffentlich nichts Ernstes“.
„Nein, bestimmt nicht“, meinte Cat und versuchte zu lächeln. „Dog ist hart im Nehmen. Oh, und das mit deinem Shirt tut ihm sicher unendlich Leid“.
„Ach, ist doch kein großes Ding“, erwiderte die blonde Ratte und machte eine abweisende Geste. „Das wollte ich zeitnah sowieso hergeben. Ist kein Problem. Ich hoffe nur, deinem Bruder geht es gut. Er sah ein wenig blass aus vorhin. Soll ich vielleicht mitkommen?“.
„Nein, nein“, entgegnete Cat rasch. „Wir machen das schon. Nicht wahr, Mervis?“. „Jo“, stimmte sein bester Freund ihm zu und rang sich ein Lächeln ab, woraufhin Dunglap beruhigt aufseufzte.
„Dann sag ihm bitte gute Besserung“, bat er Cat im Anschluss. „Und sag ihm, er soll sich wegen des Shirts keine Gedanken machen. Das passt schon“. Cat nickte, bevor er sich zusammen mit Mervis auf den Weg machte, um seinen aufgelösten Bruder wieder zu beruhigen.
Dunglap war schon nett, ging es ihm dabei durch den Kopf, während er seine selbstverständliche Reaktion reflektierte. Nicht so abgehoben und aufgedreht wie die anderen coolen Kids. Er hatte Dog sogar aufgeholfen und sich nach seinem Befinden erkundigt. Das war in seinen Kreisen bei weitem nicht selbstverständlich. Sich mit uncoolen Kids abzugeben, wenn auch nur einen Moment lang. Das erforderte schon ein gewisses Selbstbewusstsein. Und Dunglap hatte es offensichtlich.
Cat hatte zuvor noch nie näher mit ihm zu tun gehabt, geschweige denn, sich länger mit ihm unterhalten. Er wusste nur, dass so ziemlich alle Mädchen auf ihn flogen und selbst die Jungs beeindruckt von ihm waren. Sein Bruder eingeschlossen.
Dog stand schon ziemlich lange auf Dunglap. Wie oft hatte er Cat schon von ihm vorgeschwärmt, von dem schönen blonden Haar und den süßen Fältchen, die sich zeigten, wenn er lächelte. Von seiner coolen, lässigen Gangart und seinem sportlichen Supertalent, das er in jeder neuen Stunde unter Beweis stellte.
Ja, gut, Dunglap hatte schon was. Das musste sogar Cat neidlos anerkennen. Und natürlich wünschte er seinem Bruder viel Glück und Erfolg. Aber nichtsdestotrotz sah die Realität nun einmal so aus, dass Dunglap zu den coolen Kids gehörte.
Und die hatten an ihrem Tisch keinen Platz für Außenseiter wie Dog oder Cat. Ein Gespräch während der Mittagspause fiel somit also schonmal flach – nun, von solchen Zwischenfällen wie gerade eben mal abgesehen.
Zwischen den Stunden war da auch nicht recht viel zu machen, damit Dog wenigstens mal eine klitzekleine Chance gehabt hätte, in der Nähe seines Angebeteten zu sein und zumindest ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Begrüßung, Verabschiedung und ein kurzes „Wie geht’s?“ waren da so ziemlich alles, was sich an Gesprächsstoff bisher geboten hatte.
Darüber hinaus bestand da noch das Problem, dass Dog jedes Mal ins Stottern kam und nervös wurde, sobald der Blonde in seiner Nähe war. Auch so ein typisches Anzeichen von klarer Verliebtheit eben.
Aber das Schwierige daran war nicht nur Dunglaps Unerreichbarkeit oder die Gefahr einer großen Blamage, sondern auch der Umstand, dass bis auf Cat und Mervis niemand etwas von Dogs Homosexualität wusste. Sowie natürlich auch die Tatsache, dass Dog im Falle einer Zurückweisung seitens Dunglap wahrscheinlich dem Wahnsinn verfallen würde.
Es war das allererste Mal für ihn, dass er richtig verliebt war. Zuvor hatte es zwar schon einmal einen Jungen gegeben, den er süß gefunden hatte – aber bei Dunglap waren zum ersten Mal richtige Gefühle im Spiel.
Und das wusste Cat auch. Seit sein jüngerer Bruder sich ihm anvertraut und er sich dazu bekannt hatte, dass er sich einen Freund wünschte und keine Freundin – seitdem hatte er immer darauf gewartet, dass Dog ihm erzählen würde, wie verliebt er war. Aber dass es ausgerechnet Dunglap hatte sein müssen – damit hatte Cat freilich nicht gerechnet.
Und es hatte ihn auch viel Arbeit und Mühe gekostet, Dog einigermaßen in der Realität zu behalten und ihn nicht zu sehr in seine Tagträumereien abdriften zu lassen. Natürlich freute Cat sich, dass Dog verliebt war – aber wieso ausgerechnet in einen unerreichbaren Typen wie Dunglap?
Es gab doch auch andere hübsche Jungs an der High School. Auf Anhieb fiel ihm zwar keiner ein, aber es gab sie definitiv.
Manchmal tat Dog ihm echt Leid. Er war mit so viel Feuer, so viel Leidenschaft und Gefühl dabei – und durfte es nicht zeigen. Das hieß: Genau genommen durfte er schon. Aber wie die Sache am Ende ausgehen würde, noch dazu, wenn herauskam, dass Dog Jungs mochte – das stand auf einem anderen Blatt. Das würde zunächst für eine ganze Menge Wirbel sorgen.
Er hatte es vor längerer Zeit an seinem besten Freund gemerkt. Mervis war bisexuell – und es hatte nach dem Bekanntwerden dieser für Cat wenig überraschenden Neuigkeit Wochen gedauert, bis die Gerüchteküche sich wieder beruhigt und man damit aufgehört hatte, den beiden eine heimliche Beziehung zueinander nachzusagen. Cat und Mervis waren Freunde, mehr nicht. Dass Mervis bi war, änderte daran rein gar nichts. Und das wussten beide auch.
Nur das ihren Mitschülern klarzumachen, hatte ziemlich viel Zeit und Nerven gekostet. Erst nachdem Mervis einen der Ingrid-Zwillinge zum Schein als seine Freundin vorgestellt hatte, war wieder Ruhe gewesen.
Dass die beiden sich bereits zwei Wochen später wieder trennten, hatte dann niemanden mehr groß interessiert, denn man hatte bereits die nächste Sensation aufgeschnappt: Liam Rabbit, der Neffe des Bürgermeisters, war angeblich von der Schule geflogen.
Dass er in Wahrheit einen längeren Krankenhausaufenthalt hinter sich hatte, erfuhr man erst knapp zwei Monate später. Und so war auch dieses Gerücht in alle vier Winde zerstreut.
Cat wusste, wenn Dog sich wirklich zu seinen Gefühlen gegenüber Dunglap bekannte und irgendwer es mitbekam – dann war er mindestens für die nächsten Wochen Gesprächsthema Nummer eins. In dem Fall wahrscheinlich sogar noch länger – denn was war bitte sensationeller als einer der uncoolen Schüler, der ausgerechnet in den heißesten und begehrtesten Jungen der Stufe, wenn nicht sogar der Schule verknallt war?
Mit einem Seufzen machte Cat sich schließlich auf den Weg zu den Toiletten, dicht gefolgt von Mervis, der seine Mütze mit der Aufschrift >Orlando Tigers< zurechtrutschte, welche er immer trug – selbst noch im Unterricht.
Auf dem Weg dorthin rauschten zwei andere Schüler an ihnen vorbei, die gerade Dogs Missgeschick nachahmten und sich dabei schlapplachten. „Vollidioten“, sagte Cat, mehr zu sich selbst als zu Mervis, doch dieser stimmte ihm trotzdem zu.
Die Jungstoilette war völlig leer, mal abgesehen von einer verschlossenen Kabine, in der sich höchstwahrscheinlich Dog befand. Ein kurzes Winseln, welches daraus zu vernehmen war, bestätigte Cats Vermutung.
„Wenn wir schon einmal hier sind...“, meinte Mervis unterdessen und deutete mit seinem Kopf um die Ecke, Richtung Urinale. Cat stimmte zu, fast so, als würde er ihm Erlaubnis erteilen, und kümmerte sich dann wieder um seinen Bruder.
„Dog?“, fragte er leise, als er an die Kabinentür klopfte, und lauschte. „Dog, ich bin's. Alles in Ordnung?“. „Nein!“, schrie dieser heftig zurück und stieß ein aufgewühltes Schluchzen aus. „Das war's endgültig. Ich hab mich für alle Zeiten vor allen blamiert. Und Dunglap hasst mich nach dieser Sache ganz bestimmt!“.
„Das ist doch nicht wahr“, entgegnete Cat ermutigend. „Er hasst dich nicht. Im Gegenteil: Er hat sich Sorgen um dich gemacht“. „Wa-was?“, stottere Dog perplex, der seinem Bruder zunächst nicht glauben wollte.
„Kurz nachdem du raus bist, hat er mich angesprochen“, erklärte Cat ihm weiter. „Und mich gefragt, ob mit dir alles in Ordnung ist. Außerdem soll ich dir sagen, dass du dir wegen seines Shirts keine Gedanken zu machen brauchst. Er weiß, dass du es nicht mit Absicht getan hast“.
„W-wirklich?“, stottere Dog ungläubig, woraufhin Cat ihm erneut zusprach. „Wenn du mir nicht glaubst, dann frag Mervis“, antwortete er dann. „Oder besser noch: Frag Dunglap selbst“.
„Ich?!“, stieß Dog hervor und bekam sofort Schluckauf bei dem Gedanken daran, mit seinem blonden Schwarm zu sprechen. „Ich soll... Dunglap – hick – fragen?“. „Wieso nicht?“, entgegnete Cat ermutigend. „Er war ernsthaft um dich besorgt, Dog. Ich glaube, er kann dich leiden“.
„Wa-wa-was?“, stieß Dog hervor. „D-Dung... – hick – Dunglap – hick – mag mich?“. „Ich glaube schon“, mutmaßte Cat erneut, um seinem Bruder möglichst viel Zuversicht zu geben. „Aber letztendlich kannst du das nur herausfinden, wenn du ihn ansprichst. Wer weiß, Dog. Vielleicht versteht ihr euch ja gut. Wütend auf dich ist er jedenfalls überhaupt nicht. Er hofft nur, es geht dir gut“.
Auf diese Worte hin, die die Hoffnung in Dog zu neuem Leben erwachen ließen, schwang hastig die Tür auf und er stürmte heraus, packte seinen Bruder bei den Handgelenken. „Bitte sag, dass du das ernst meinst“, forderte er ihn eindringlich auf. „Sag bitte, dass das die Wahrheit ist und du mir nicht nur Mut machen willst“.
„Es ist mein Ernst“, betonte Cat ganz deutlich. „Ich glaube, Dunglap kann dich gut leiden. Aber das findest du letztlich nur ganz sicher heraus, wenn du dich traust und ihn ansprichst“.
„Ich kann nicht, Cat“, beklagte sich sein Bruder seufzend. „Jedes Mal, wenn ich ihn nur sehe, rutscht mir das Herz in die Hose und ich kriege kein vernünftiges Wort mehr heraus. Dann zittert mein ganzer Körper und ich kann nur noch stottern. Er haut mich einfach jedes Mal um“.
„Au weia“, kommentierte Mervis, der inzwischen auch wieder zurück war, und musste unweigerlich schmunzeln. „Dog – du bist ja immer noch bis über beide Ohren verknallt. Ist ja süß“.
„Nein, er ist süß“, meinte der Angesprochene schwärmend und seufzte glücklich auf. „Er ist so unglaublich süß. Aber ich glaube nicht, dass es jemals eine Chance für uns geben wird. Ich meine, er ist schließlich cool – und was bin ich?“.
„Ach Dog“, munterte Cat ihn auf und legte ihm einen Arm um die Schultern. „Nun mach dich doch nicht so runter. Du hast genug Qualitäten, die für dich sprechen. Und das weißt du auch. Und wenn Dunglap wirklich so ehrlich ist wie er immer rüberkommt, dann wird er das auch merken. Also mach dich nicht verrückt. Geh einfach mal zu ihm hin und sprich ihn an“.
„An den Tisch der coolen Kids?“, fragte Dog und quiekte. „Bist du verrückt? Nach diesem Auftritt kann ich mich da niemals mehr blicken lassen. Außerdem macht Cliff Kleinholz aus mir, wenn er mich da erwischt“.
Cliff war der selbsternannte Bodyguard der coolen Kids. Er war so ein typischer Draufgänger, der keinen, der nicht würdig war, auch nur in die Nähe des Tisches, geschweige denn, in die von Dunglap ließ.
„Hmm...“, überlegte Cat laut vor sich hin, denn er musste sich wohl oder übel eingestehen, dass sein Bruder Recht hatte. Also sann er nach einem neuen Plan, wie es ihm gelingen konnte, Dog seinem Schwarm zumindest ein bisschen näherzubringen und ihm so die Gelegenheit zu geben, vorzuhorchen und seine Fühler mal ganz vorsichtig auszustrecken. Denn wenn er noch länger einfach abwartete, ohne etwas zu unternehmen, entging ihm möglicherweise die Chance seines Lebens. Oder er verfiel tatsächlich noch dem Wahnsinn – je nachdem, welches von beiden zuerst eintraf.
Zwar war der Gedanke an sich ziemlich weit hergeholt, aber Cat konnte eine mögliche Chance nicht gänzlich ausschließen.
Dunglap hatte noch nie eine Freundin gehabt. Er hatte noch nie mit einem Mädchen geknutscht, obwohl er geradezu unbegrenzte Auswahl hatte. Annäherungsversuche seiner Mitschülerinnen schienen ihn nicht zu interessieren – jedenfalls schien er immer direkt auszuweichen, wenn jemand das versuchte. Grundsätzlich war er, was das Thema Nähe und Beziehung anging, eher verschlossen und zurückhaltend.
Vielleicht – nur ganz vielleicht – so überlegte Cat für sich, lag es daran, dass Dunglap sich gar nicht zu Mädchen hingezogen fühlte. Es war einerseits der vermutlich absurdeste Gedanke von allen, zumal er selbst Dog stetig die Realität vor Augen halten wollte – aber sein Bruder tat ihm in diesem Moment so Leid, dass er ihm wenigstens eine Hoffnung lassen wollte, und wenn sie noch so unrealistisch war.
Gleichzeitig schoss ihm wie der Blitz eine Idee in den Kopf, wie er Dog möglicherweise doch weiterhelfen konnte. Vielleicht gab es da tatsächlich einen Weg, um ihm eine kleine Unterstützung zu geben, aus der sich vielleicht was machen ließ. Am kommenden Donnerstag stand in Physik ein Projekt an. Dieses wurde je in Zweiergruppen bearbeitet. Und die Gruppen selbst wurden ausgelost.
Wenn es nun irgendeine Möglichkeit gäbe, die Lose zu manipulieren und auf diese Weise dafür zu sorgen, dass Dog mit Dunglap zusammenarbeitete, war der erste Schritt schon einmal gemacht.
Dann gab es zumindest schon einmal eine Basis, auf der man aufbauen konnte. Dog musste es dann nur so anstellen und möglichst unauffällig bei Dunglap nachfragen, wie denn seine Chancen aussahen. Vielleicht entpuppte sich Cats Theorie ja doch als richtig, auch wenn er selbst kaum daran zu glauben wagte. Dunglap war ein Mädchenmagnet. Und ausgerechnet er sollte auf Jungs stehen?
Aber um Dogs Hoffnung nicht gleich wieder im Keim zu ersticken, breitete sein Bruder schließlich den Plan, den er sich überlegt hatte, vor ihm aus und erklärte ihm, dass er irgendwie die Auslosung manipulieren und Dog auf diese Weise mit seinem Schwarm zusammenstecken wollte.
Auch Mervis zeigte sich sehr positiv gestimmt und machte Dog Mut, sein Glück wenigstens einmal zu riskieren und offen zu Dunglap zu sein. Schließlich, so erinnerte er ihn wieder, war dieser heute überaus freundlich zu ihm gewesen. Und falls er tatsächlich blöd reagierte oder Dog für seine Gefühle auslachte, dann war er schlicht und ergreifend nicht der Richtige.
Nachdem sie eine Weile hin- und herdiskutiert hatten, beschloss Dog schließlich, den Plan umzusetzen und die Auslosung zu seinem Vorteil zu manipulieren, damit er ganz sicher mit Dunglap in eine Gruppe kam. Mervis hatte da auch schon eine Idee, wie ihnen das am besten gelingen würde.
Was jedoch keiner der drei ahnte war, dass ihr gesamtes Gespräch die ganze Zeit über belauscht worden war und dadurch noch jemand Kenntnis von diesem Plan erlangte. Und nicht nur das: Derjenige erfuhr obendrein noch von Dogs heimlichen Gefühlen.
Nachdem er genug gehört hatte, zog sich der stille Beobachter schließlich zurück, um nicht entdeckt zu werden. Dabei hatte er ein breites Grinsen im Gesicht, welches jedoch niemand zu sehen bekam.
Eine Sache stand aber fest: Der kommende Donnerstag würde eine Überraschung werden. Und zwar für alle Schüler der Nearburgh High School.

An besagtem Tag schlug Dog das Herz bis zum Hals, als er sich gemeinsam mit seinem Bruder Cat auf den Weg zur Schule machte, nachdem er ihn vorher eine gefühlte Million Mal danach gefragt hatte, ob denn bei der Aktion auch alles gut gegangen war und er ganz sicher mit Dunglap in ein Team kommen würde. Cat versuchte zwar, ihn zu beschwichtigen und versicherte ihm mehrfach, dass es gut gehen würde – doch Dog war viel zu aufgeregt dazu, um sich besänftigen zu lassen.
Wenn er tatsächlich mit Dunglap zusammenarbeitete – oh Gott, würde er das überhaupt durchstehen? Würde er es schaffen, ohne dabei vor Herzklopfen umzukippen? Und viel schlimmer noch: Was, wenn Dunglap es hörte? Was, wenn er mitbekam, wie wild das Herz in seiner Brust raste? Wie sollte er ihm das nur erklären?
Tausend Gedanken schossen ihm durch den Kopf, während er neben seinem Bruder hermarschierte, dabei still vor sich hin bittend, dass alles gut gehen würde.
Eine Häuserecke weiter stieß Mervis zu den beiden, der an diesem warmen Tag luftige Shorts und ein ärmelloses Sweatshirt anhatte, dazu ein Paar Sandalen, in denen seine Füße barfuß steckten. Und natürlich seine >Orlando Tigers<-Cap. Sein unverwechselbares Markenzeichen.
„Aufgeregt, Dog?“, wollte er wissen und konnte sich dabei ein Grinsen nicht verkneifen. „Hmpf...“, würgte der Angesprochene nach einer Weile hervor, zunehmend nervöser, je näher sie der High School kamen.
Wenn das alles heute tatsächlich funktionierte – würde er dann wirklich die Gelegenheit haben, mit Dunglap zu sprechen? Vielleicht sogar mit ihm zu flirten?
Okay, okay, bremste er sich rasch selbst aus. Immer schön eines nach dem anderen. Erst einmal würde er so umsichtig wie möglich seine Chancen checken. Und erst dann konnte man weitersehen. Falls es denn überhaupt so weit kam.
Aber immerhin ein Gutes hatte die Sache: Mehr blamieren als er es ohnehin schon getan hatte konnte er sich nicht. Nun ja, zumindest hoffte er, dass das nicht möglich war. Andernfalls würde er höchstwahrscheinlich vor Scham explodieren. Aber hey – war das denn nicht auch ein gutes Physik-Experiment?
Dog schüttelte den Kopf, um ihn freizubekommen von diesen Gedanken, bevor er schließlich auf die High School zusteuerte und sich dabei fragte, ob der Plan seines Bruders wohl tatsächlich aufgehen würde.
Durch seine Überlegungen wurde er unachtsam und verhedderte sich auf der letzten Treppenstufe vor dem Eingang, kam ins Stolpern und landete auf seinen Knien – direkt vor Dunglap, welcher gerade ein paar Notizblätter in seine Tasche steckte.
Nein!, dachte Dog und schrie innerlich auf. Nicht schon wieder! Warum muss ER immer in der Nähe sein, wenn mir so etwas Peinliches passiert?
„Hoppla“, sagte Dunglap schließlich und streckte seine Hand aus, um ihm aufzuhelfen. „Vorsichtig, Dog. Hast du dich verletzt?“. „N-nein“, antwortete der Angesprochene und ließ sich zögernd von seinem blonden Schwarm aufhelfen. „Nein, ich glaub nicht“.
„Puh, da bin ich beruhigt“, entgegnete Dunglap und legte sofort ein Lächeln auf. „Ich hab schon gedacht, du hättest dir was getan“. Wieder lächelte er, bevor er Dog sachte in die Seite stupste.
„Sag das nächste Mal Bescheid“, scherzte er dann mit einem Zwinkern. „Dann fang ich dich auf“. Dog spürte, wie sein Herz anfing zu wummern bei dem Gedanken daran. Hatte Dunglap das gerade wirklich gesagt?
„Okay, Spaß beiseite“, meinte er dann, als er Dogs Tasche aufhob und sie ihm reichte. „Es freut mich, wenn es dir gut geht“. „Ja“, antwortete Dog mit einem verträumten Lächeln. „Mir geht es immer gut, wenn ich dich sehe“.
Noch bevor er es verhindern oder sich auf die Zunge beißen konnte, waren die Worte auch schon über seine Lippen und er spürte genau, dass er feuerrot wurde. Was zum Teufel hatte ihn geritten, so etwas zu sagen?!
„Bitte?“, fragte Dunglap verwundert nach und zog in leichter Verwirrung eine Augenbraue hoch, woraufhin Dog so schnell wie noch nie improvisierte und sich etwas Passendes zurechtzimmerte.
„Ich meine... es ist gut, dass ich dich sehe“, sagte er dann und räusperte sich kurz, um seine Verlegenheit zu unterdrücken. „Ich... ähm... ich wollte mich noch bei dir entschuldigen. Wegen der Sache mit deinem Shirt neulich“.
„Achso“, lehnte Dunglap beschwichtigend ab und lächelte. „Überhaupt kein Ding. Das alte Teil hat sowieso nicht mehr richtig gepasst. Also mach dir nichts draus, okay? Wenn Cliff dir kein Bein gestellt hätte, wäre das überhaupt nicht passiert. Es ist nicht deine Schuld“.
„Das... das hast du gesehen?“, fragte Dog nervös nach, was Dunglap mit einem Nicken bestätigte. „Das war echt gemein“, sagte er dann zur Antwort. „Und ich hab ihm auch gesagt, dass so etwas überhaupt nicht geht. Wenn er dir also noch einmal so übel mitspielt, dann komm bitte zu mir, okay? Ich kläre das für dich“.
Wie bitte?, dachte Dog perplex. Hatte Dunglap ihm tatsächlich gerade seine Hilfe angeboten? Oder hatte er sich das womöglich nur eingebildet?
Nein. Dunglaps Lächeln zeigte, dass er es wirklich ernst meinte. Er war wirklich bereit, ihm zu helfen. Aber warum? Wieso war er so nett zu ihm? Vielleicht, weil er nett zu jedem war? Lag es daran?
Bevor Dog eine Antwort darauf finden konnte, schwang Dunglap seine eigene Tasche über die Schulter und warf ihm ein weiteres Lächeln zu. „Freust du dich schon auf das Projekt?“, wollte er dann wissen, wobei Dog so tat, als wäre es ihm gleichgültig, um sich keinesfalls etwas anmerken zu lassen.
„Vielleicht kommen wir zwei ja in ein Team“, überlegte Dunglap weiter und ließ Dogs Herz damit geradewegs den nächsten Hüpfer machen. Mit diesen Worten wandte er sich schließlich um und schenkte dem Anderen noch ein kurzes Lächeln. „Bis später“, meinte er und winkte freundlich, ehe er sich auf den Weg zum Eingang machte und Dog seinen tanzenden Gefühlen überließ.
Ein Team, überlegte er schweigend vor sich hin und wäre dabei am liebsten in die Luft gesprungen. Dunglap und ich – in einem Team. Oh bitte, lieber Gott, lass das funktionieren!
Als Cat und Mervis ihn schließlich einholten, nachdem sie sich während des Gesprächs mit Dunglap bewusst im Hintergrund gehalten hatten, überzog Dogs Gesicht ein strahlendes Lächeln, das selbst jeden Außenstehenden erkennen ließ, wie verknallt er in die blonde Ratte war, die sich inzwischen auf den Weg nach drinnen gemacht hatte.
„Au weia“, meinte Mervis und fühlte aus Jux Dogs Kopf, ehe er seinen eigenen schüttelte und sich grinsend an Cat wandte. „Ich hab's befürchtet. Dog hat Liebesfieber. Und zwar extrem hoch“.
„Wie hoch?“, stieg Cat in seinen Scherz ein und musterte seinen Bruder. „So hoch, dass er bald schmilzt“, antwortete Mervis ihm, woraufhin die beiden heftig lachen mussten.
Aber Dog beachtete die zwei Blödel gar nicht, sondern starrte immer noch Richtung Eingang hinter Dunglap her, auch wenn dieser längst außer Sichtweite verschwunden war.
Bitte lass es funktionieren, betete er noch einmal im Stillen und faltete sogar seine Hände. Bitte lass mich mit Dunglap in ein Team kommen. Lass alles gut gehen. Sonst schreie ich den ganzen Physiksaal zusammen. Das schwöre ich.

Dogs Anspannung stieg noch einmal, als er einige Momente später in den Physiksaal eintrat und sich gespannt nach allen Seiten umsah. An einem der drei vorderen Tische konnte er seinen blonden Angebeteten schließlich ausmachen und bemerkte sogar, dass dieser ihm ein Lächeln zuwarf. Dog versuchte, zurückzulächeln und ignorierte das leise Getuschel und Gekicher hinter sich, das wohl immer noch mit seinem Missgeschick in der Cafeteria zu tun haben musste.
Eigentlich wollte er sich direkt neben Dunglap an den Tisch setzen, unterband diesen Reflex allerdings und nahm eine Reihe dahinter Platz – genau wie Cat und Mervis. Sein Bruder lächelte ihn aufmunternd an und zwinkerte, bis kurz darauf schließlich der Physiklehrer Mr. Marinelli in den Raum kam und die Truppe nach ein paar mehrfachen Rufen schließlich zum Schweigen brachte.
Er begann seine übliche Ankündigung, wie wichtig dieses Projekt war und dass es erheblich die Endnote beeinflussen würde, sowie alles weitere, was er ihnen schon etliche Male erzählt hatte.
Dann schließlich holte er unter dem Tisch eine silberne Blechschüssel hervor, in welcher sich die Namen sämtlicher Schüler auf Loskärtchen befanden. Als Cat einen Blick darauf warf, stockte ihm kurz der Atem und er schluckte schwer.
Das war nicht die Schüssel, die Mervis und er manipuliert hatten. Sie war blau und aus Plastik gewesen. Das da vorne war eine vollkommen andere. Und das bedeutete, dass ihr anfänglich so genial wirkender Plan nicht aufgehen würde. Verfluchter Mist!
Vorsichtig stieß er seinen Bruder mehrfach in die Seite, der natürlich keine Ahnung hatte und immer noch davon ausging, garantiert mit seinem Schwarm in ein Team zu kommen.
„Dog“, flüsterte Cat ihm zu – und auch Mervis, der den Unterschied inzwischen bemerkt hatte, wurde etwas nervös. „Hm?“. Endlich reagierte sein Bruder und wandte sich zu ihm herum, wunderte sich, als er Cats nervösen Gesichtsausdruck bemerkte.
„Alles okay?“, wollte er leise wissen, woraufhin Cat nach vorne zu Mr. Marinelli zeigte. „Das da vorne“, erklärte er dann leise. „Das ist nicht die Schüssel, die Mervis und ich bearbeitet haben. Das ist eine vollkommen andere. Und das heißt...“.
Noch bevor er seinen Satz zu Ende sprechen konnte, wurde er von Mr. Marinelli um Ruhe ermahnt, welcher dann augenblicklich Cats ungestellte Frage beantwortete, indem er die Schüssel hochhielt und eine Bekanntgabe machte.
„Bedauerlicherweise...“, sagte er in ruhigem, aber bestimmtem Ton, „...mussten wir in den vergangenen Jahren immer wieder feststellen, dass Schüler versucht haben, die Auslosung zu manipulieren und sich dadurch Vorteile zu verschaffen“.
Ein kurzes Raunen ging durch den Raum, das jedoch rasch wieder verstummte. „Genau aus diesem Grund...“, fuhr Mr. Marinelli dann fort, „...haben wir in diesem Jahr eine Attrappe hier im Physiksaal deponiert und die echte Schüssel mit den Losen versteckt. Falls sich also irgendwer hereingeschlichen hat, um die Auslosung zu verfälschen oder sich Vorteile zu erschleichen, hat er lediglich die Attrappe vorgefunden. Die richtigen Lose befinden sich hier in meiner Hand und werden nun nacheinander gezogen“.
„Oh nein...“, stöhnte Dog und fühlte, dass ihm ein kalter Schauer über den Rücken kroch, während er Cat einen enttäuschten Blick zuwarf. Dieser zuckte unbeholfen und entschuldigend die Schultern, denn er hatte keine Ahnung gehabt, dass die Plastikbox nur eine Attrappe gewesen war.
„Dann fangen wir mal an“, verkündete Mr. Marinelli unterdessen und zog die ersten beiden Lose aus der Schüssel hervor. „Randy ist in einem Team mit... Masha“. Randy Odds stand daraufhin auf und gesellte sich zu Masha, die zwei Tische vor ihm saß.
„Shriek ist in einem Team mit... Marcy“, gab Mr. Marinelli weiterhin bekannt. „Carla und Jeff. Drake und Robbie. Jolene und Monty. Cat und Mervis“.
Die beiden klatschten sich ab, als sie ihre Namen hörten und drückten Dog die Daumen, denn nun waren nur noch zwei Paare übrig. Und entweder kam Dog in ein Team mit Leyla Toxdaker, dem Mädchen, das die meiste Zeit in der Bücherei verbrachte, mit Romeo Muldoon aus der Theater-AG – oder eben mit Dunglap.
Drei Möglichkeiten also. Das hieß, die Wahrscheinlichkeit lag unter fünfzig Prozent. Er brauchte jetzt viel Glück. Und jede Menge Nerven.
„Romeo“, sagte Mr. Marinelli so spannend wie möglich. „Du bist in einem Team mit...“. Er machte eine Pause und klappte den anderen Zettel auf, dann wartete er noch ein paar Momente, ehe er vorlas. Dog biss sich auf die Lippe und hielt den Atem an, als Mr. Marinelli verkündete: „Leyla. Romeo und Leyla sind in einem Team. Das heißt, das letzte Team besteht aus Dunglap und Dog“.
„Ui, der Versager und Dunglap“, höhnte Drake und lachte, woraufhin ein paar andere amüsiert miteinstimmten. Doch Dog überhörte es völlig, denn ihm klangen immer noch Marinellis Worte in den Ohren nach: Dunglap und Dog.
Er war tatsächlich in einem Team mit dem Schulschwarm. Auch wenn Cats Manipulation keine Früchte getragen hatte – das Schicksal hatte es wohl doch so gewollt. Dunglap und er würden zusammen am Physikprojekt arbeiten. Und das ganze vier Tage lang.
Halleluja!, dachte Dog und grinste breit seinen Bruder und Mervis an, beherrschte sich dann aber und machte sich nach einer Aufforderung Mr. Marinellis auf den Weg zu Dunglaps Tisch.
„Hey“, begrüßte dieser ihn freundlich und lächelte dabei wieder dieses unwiderstehliche Lächeln, das Dog so an ihm faszinierte. „Sieht wohl ganz danach aus, als wären wir Partner“. „Ja“, gab Dog ihm Recht und bemühte sich, seinen Herzschlag wieder zu normalisieren. „Ja, sieht so aus“.

Die Zeit bis zur Mittagspause verflog viel zu schnell und Dog hätte liebend gerne noch mehr Zeit mit dem schönen Blondschopf verbracht. Doch es bestand kein Grund zur Aufregung, denn fast wie als Wink des Schicksals, schlug Dunglap plötzlich vor, am Nachmittag noch zwei Stunden dranzuhängen und weiterzuarbeiten, worin Dog natürlich ohne großes Zögern sofort einwilligte. Wahrscheinlich hätte er sogar Ja gesagt, wenn Dunglap ihn fragte, ob er mit ihm vom Schuldach sprang.
Während der gemeinsamen Arbeit kamen sie sich ein paar Male ungewollt näher – etwa als Dog versehentlich Dunglaps Hand streifte, oder als sie mit dem Fuß zusammenstießen.
Dass hinter all dem mehr steckte und Dog noch an diesem Tag eine unglaubliche Überraschung erleben würde, davon ahnte er zu diesem Zeitpunkt natürlich nichts und machte sich stattdessen auf den Weg in die Cafeteria.
Weil es ein angenehmer, warmer Sommertag war, nutzte er die Gelegenheit und ging nach draußen, wo er sich an einen freien Tisch setzte und sein Tablett abstellte. Gerade als er sich seinen Salat vornehmen wollte, tauchte ganz plötzlich Dunglap neben ihm auf und fragte, ob er noch ein Plätzchen frei hatte.
Dog bejahte es und beobachtete dann, wie der schöne, blonde Rattenjunge sich direkt ihm gegenüber niederließ und ein weiteres Mal dieses süße, einzigartige Lächeln lächelte.
Dunglap betrieb zunächst ein bisschen Small Talk, bevor er Dog schließlich fragte: „Magst du unser Projekt eigentlich?“. „Ja“, erklärte dieser ihm und nickte rasch zur Bestätigung. „Ja, schon“.
Auf Dunglaps Gesicht breitete sich ein kleines Grinsen aus und er wartete ein paar Momente, bevor er schließlich die nächste, wesentlich deutlichere Frage stellte. „Und mich?“, wollte er lächelnd wissen, woraufhin Dog vor Überraschung ein Salatblatt von seiner Gabel rutschte.
„Was?“, fragte er nach, um sicherzugehen, dass er sich nicht verhört hatte. „Mich“, wiederholte Dunglap und schaute ihn über sein Sandwich hinweg an. „Magst du mich auch?“.
Oh Gott, dachte Dog und fühlte sein Herz rasen. Was sollte er ihm denn auf diese Frage antworten? NATÜRLICH mochte er ihn! Er mochte ihn sogar so sehr wie noch nie jemanden. Aber sollte er damit jetzt wirklich herausplatzen?
Zuerst zögerte er einige Augenblicke, bevor er sich schließlich dazu entschied, einfach die Wahrheit zu sagen und abzuwarten, was passierte. „Ja, Dunglap“, gab er dann schließlich zu und bemühte sich dabei, nicht allzu rot zu werden. „Ja, ich mag dich. Ich mag dich sehr gern“.
„Das ist schön, Dog“, entgegnete der blonde Rattenjunge schmunzelnd und legte rasch sein Sandwich beiseite. „Ich mag dich nämlich auch sehr gern. Deshalb wollte ich auch unbedingt in einem Team mit dir sein. Zum Glück hat das geklappt“.
„Geklappt?“, fragte Dog verwundert nach. „Was meinst du damit, Dunglap?“. „Sagen wir mal... ich hab ein bisschen nachgeholfen“, erklärte ihm der Blondschopf und zwinkerte. „Und nun tu bloß nicht so, als hättest du nicht dasselbe vorgehabt“.
„Vorgehabt?“, fragte Dog und gab sich ahnungslos. „Was meinst du denn mit vorgehabt?“. „Ich hab euch gehört“, enthüllte der Rattenjunge schließlich und auf seinem Gesicht machte sich ein Schmunzeln breit. „Dich, deinen Bruder und Mervis. Vor einigen Tagen auf der Toilette. Ich hab mitbekommen, dass ihr die Lose austauschen wollt, damit du und ich in ein Team kommen. Aber ich wusste, dass der Behälter im Physikraum nur ein Fake ist und der echte im Lehrerzimmer versteckt. Also hab ich mich gestern Nachmittag reingeschlichen und wollte die Lose präparieren. Dummerweise hat ausgerechnet Mr. Marinelli mich dabei erwischt“.
„Oh weia“, entgegnete Dog und schluckte, doch Dunglap winkte gelassen ab. „Keine Angst, war halb so schlimm“, beschwichtigte er ihn schmunzelnd. „Nachdem ich Mr. Marinelli den Grund erklärt habe, war er sehr verständnisvoll und hat versprochen, mir zu helfen. Oder vielleicht besser gesagt uns“.
„Was... was war denn der Grund?“, fragte Dog zögernd nach. „Und was hast du Mr. Marinelli gesagt?“. „Der Grund war, dass ich unbedingt in ein Team mit dir wollte“, erklärte Dunglap ihm mit einem süßen Schmunzeln. „Und weißt du auch, warum, Dog?“. Ahnungslos schüttelte der Angesprochene den Kopf, woraufhin Dunglap über den Tisch hinweg nach seinen Händen griff und sie sich schnappte, noch bevor Dog sie zurückziehen konnte.
„Weil ich dich gern habe“, antwortete er dann ganz sanft. „Ich habe dich sogar sehr gern, Dog. Und ich weiß, dass du mich auch sehr gern hast. Stimmt doch, oder?“.
Er grinste, woraufhin Dog rot wurde und hastig nach irgendeiner Antwort suchte, die ihm jedoch partout nicht einfallen wollte.
„Ach, du bist süß, wenn du verlegen bist, Doggie“, meinte der Blondschopf und stieß ein leises Kichern aus. „Ich glaube, genau deshalb hab ich mich ja in dich verliebt“.
BUMM. Als Dunglap diesen Satz ausgesprochen hatte, schien Dogs Herz förmlich zu explodieren und sein Kreislauf drohte zu versagen. Das träumte er doch nur, oder? Das passierte nicht wirklich. Dunglap hatte ihm nicht gerade wirklich seine Liebe gestanden. Das bildete er sich nur ein.
Um ganz sicherzugehen, blinzelte er einen langen Moment und holte tief Luft, in der Erwartung, dass sich die Illusion auflösen würde. Doch als er Sekunden später die Augen wieder aufschlug, saß der blonde Rattenjunge ihm noch immer gegenüber und lächelte, während seine weichen, starken Hände über Dogs eigene streichelten.
„Hick“, entfuhr es ihm vor lauter Aufregung und seine Atmung ging schneller. „Hick! Hick! Hick!“.
Sein Schluckauf hörte nicht mehr auf und sein Mund fühlte sich trocken an, während er noch immer in Dunglaps tiefe, klare Augen blickte und das sanfte Lächeln auf seinem Gesicht untrüglich darauf schließen ließ, dass er das, was er gesagt hatte, absolut ernst meinte.
Noch bevor er es richtig realisierte, stand der Blondschopf auf und nahm dann direkt neben ihm Platz, war ihm so nah, dass er sogar den Duft seines Aftershaves wahrnehmen konnte.
Oh Gott, dachte Dog angespannt und mit zitternden Händen. Wenn er noch näher kommt, dann klappe ich zusammen. Was hat er jetzt wohl vor? Was will er als nächstes tun?
„Sag mal, Doggie“, flüsterte er ihm schließlich zu und schaute ihn schmunzelnd an. „Hast du eigentlich schon mal jemanden geküsst?“. „N-nein...“, würgte Dog stotternd hervor und war versucht, die Luft anzuhalten.
„Nun, ich auch nicht“, gab Dunglap zu und zuckte kurz die Schultern, bevor er schmunzelnd noch näher kam. „Aber das können wir ganz leicht ändern“.
Mit diesen Worten presste er seine Lippen auf Dogs, woraufhin diesem das Herz in die Hose rutschte und er sich völlig betäubt fühlte.
Passiert das wirklich?, fragte er sich pausenlos. Küsst Dunglap mich wirklich? Oder geht meine Fantasie mit mir durch?
Nein, das war echt. Das war hundertprozentig echt. Dunglaps Kuss war real. Der Teenieschwarm der High School küsste tatsächlich ihn. Ausgerechnet. Von allen Schülern, die er mit einem Fingerschnippen haben konnte, wenn er nur wollte, hatte er sich ausgerechnet Dog ausgesucht.
Und der Grund dafür war noch wesentlich unfassbarer: Weil er in ihn verliebt war. Konnte das wirklich sein? Konnte sich ein attraktiver, beliebter Junge wie Dunglap wirklich in jemanden wie Dog verlieben? In einen ungeschickten Streber, der dank seiner Tollpatschigkeit die Lachnummer der ganzen Nearburgh High School war? War das wirklich möglich?
Der Kuss auf Dogs Mund sagte ohne jeden Zweifel: Ja, es war möglich. Er spürte, dass Dunglap das nicht einfach so dahingesagt hatte. Er empfand wirklich etwas für ihn. Und das ging deutlich über Sympathie hinaus, wie der Kuss bewies.
Erst Minuten später löste der Blondschopf sich wieder von ihm und nahm mit einem Lächeln seine Hand. „Dunglap...“, brachte Dog hervor und schaute ihn lange an. „Hast... hast du das vorhin wirklich ernst gemeint?“.
„Natürlich, süßer Doggie“, beteuerte der Rattenjunge aufrichtig. „Welchen Grund hätte ich denn, dich anzulügen?“. „Du bist beliebt“, antwortete Dog ihm und seufzte. „Und ich bin es nicht. Du könntest doch jeden haben, wenn du wirklich willst. Warum suchst du dir ausgerechnet mich aus?“.
„Weil du mich berührt hast“, antwortete Dunglap ihm schmunzelnd. „Weil ich deine Art mag. Und weil du einfach ganz du selbst bist. Genau das gefällt mir an dir. Du bist immer offen und ehrlich, nie abgehoben oder schrill. Und genau das fasziniert mich“.
„Aber Dunglap...“, protestierte Dog erneut. „Ich bin nicht einmal ansatzweise so cool wie du. Ich bin ein totaler Versager. Jeder wird dich auslachen, wenn du dich mit mir abgibst“.
„Also erstens, Doggie...“, mahnte Dunglap ihn gespielt, bevor er wieder lächelte, „...bist du kein Versager. Also hör auf, dir so einen Quatsch überhaupt erst einzureden. Ich weiß genau, was du kannst und wo deine Stärken liegen. Und sie faszinieren mich genauso wie du“.
Er machte eine kurze Pause, dann setzte er fort. „Und zweitens...“, sagte er, „...ist es mir schnurzpiepegal, was die anderen darüber denken oder ob sie mich auslachen. Ich mag dich und finde dich unheimlich süß. Und wem das nicht passt – der kann mich mal“.
„Ist... ist das dein Ernst?“, fragte Dog leicht perplex, woraufhin Dunglap bestätigend nickte.
„Natürlich ist das mein Ernst“, versicherte er ihm lächelnd. „Mir doch egal, was die anderen über dich denken. Ich weiß, dass du cool bist, Doggie. Und zwar der coolste und süßeste Typ, den ich jemals kennengelernt habe“.
„Und... was bedeutet das jetzt?“, fragte Dog unsicher, woraufhin Dunglap entzückt schmunzelte. „Das bedeutet, mein süßer Doggie...“, sagte er dann, „...dass ich in Zukunft noch viel, viel mehr Zeit mit dir verbringen will. Ich hab nämlich im Gefühl, dass das zwischen uns was ganz Besonderes werden könnte“.
„Meinst... meinst du wirklich?“, fragte Dog unsicher und sein Herz klopfte erneut wie verrückt. „Bist du dir da sicher?“.
„Ja, süßer Doggie“, flüsterte Dunglap ihm zu und zwinkerte. „Ja, das bin ich. Ganz sicher“.
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