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Noch eine Young

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Claire Young Emily Young Leah Clearwater Paul Lahote Quil Ateara Sam Uley
07.01.2019
15.07.2019
30
37.547
7
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Dieses Kapitel
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12.01.2019 1.433
 
Die kleine Königin starrte Sam an und Sam starrte Claire an. Wobei Mr. Uley tatsächlich so aussah, als hätte er zumindest ein bisschen Angst vor ihrer Reaktion. Irgendwie war das schon ein lustiger Anblick. Der zwei Meter große, Muskelbepackte Quileute hatte Angst vor dem kleinen Mädchen mit Regenbogenfarbener Leggins, schwarzen Rock und ihrer lieblings- Jeansjacke mit den Abertausenden Buttons. Vermutlich überlegte das kleine Mädchen, ob sie eines Tages auch so groß werden würde. Die Buttons klickten leise gegeneinander als Claire schließlich in die Umhängetasche griff, die sie heute Morgen selbst gepackt und darauf bestanden hatte, diese auch selbst zu tragen - ich fragte mich immer noch, was sich in ihrem inneren befand -, ihr Stickeralbum mit den Elfen und Prinzessinnen herauszog und fragte: " Klebst du mit mir Sticker?" Sam wusste wohl nicht, was für eine große Ehr ihm zu Teil wurde. Claire liebte die Sticker so heiß und innig, dass sie nur zu besonderen Anlässen auch nur einen Sticker einklebte. Ich würde Sam später aufklären. Dieser schien erst überrascht, bevor er ein Sam-Lächeln, also für normale Leute nur ein halbes-Lächeln, aber für Sams Verhältnisse quasi ein Strahlen, lächelte: "Gerne." Emily und ich beobachteten, wie die beiden sich am Küchentisch niederließen. "Schein ja gut zu laufen," kommentierte meine Halbschwester. "Wenn du wüsstest, wie sehr die kleine Königin ihr Stickeralbum liebt ...," ich schüttelte den Kopf, "Das läuft nicht nur gut, sondern spitzenmäßig. Solange Sam keinen Sticker falsch einklebt oder gar zerreißt." Emilys Mundwinkel zuckten, ihr Blick war aber weiterhin auf Claire gerichtet, die Sam gerade erklärte, wie man ihre Sticker richtig aufklebte. Nicht zum ersten mal hatte ich das Gefühl, dass Emily liebend gerne ein eignes kompliziertes, supersüßes Kind haben wollte, dessen Selbstbewusstsein bis ins Weltall hinaus schoss. "Ist das wirklich ... okay für dich," ich biss mir auf die Unterlippe. "Ja," sie klang aufrichtig, "Alles, was ihn glücklich macht, macht mich auch glücklich. Es ist nur ...," sie zögerte, " Ich weiß nur nicht so ganz, wie ich da rein passen soll." Emily zuckte hilflos mit den Schultern, anscheinend wusste sie nicht, wie sie es beschreiben sollte. Aber ich verstand es trotzdem: "Machst du Witze?! Du bist für Sam da. Du weißt doch, wie er sich manchmal mit anderen Menschen anstellt! Außerdem ist seine Familie so zerrissen, wie meine auch. Der Emilylose Sam hätte vor Unsicherheit schon irgendetwas versaut. Aber du hilfst ihm allein mit deiner Anwesenheit. Du hast viel mehr Erfahrung mit Kindern und bist auch von Natur aus der Mütterliche Typ und das ist genau das, was Sam fehlt. Nur durch dich kriegt er das hier gemeistert. Du hast einfach einen guten Einfluss. Und glaub mir, spätestens 5 Minuten nach dem Vater-Tochter-Treffen hier wird er dich anrufen und um Rat fragen." Emily musterte mich überrascht. "Was?," ich zuckte mit den Schultern, "Ich beobachte und analysiere Menschen, sie mit meiner Tochter zu tun haben eben gerne." Emilys Mundwinkel zuckten. "Und dann nennt sie mich einen "Mütterlichen Typ"," murmelte sie und erklärte dann so laut, dass auch Sam und Claire sie hörten; "Ich muss dann los." Sie verabschiedete sich mit einem Kuss bei Sam und schob Claire noch ein paar Kekse hin, bevor sie mir zuwinkte und dann durch die Tür hinaus verschwand. Hochzeitsvorbereitungen mussten echt anstrengend sein, überlegte ich, wenn man nicht einmal Zeit fand seine Halb-Nichte/fast Stieftochter noch mehr mit Gebäck vollzustopfen.
"Esse nicht wieder alle Kekse, kleine Königin," ermahnte ich Claire, die soeben in die Keksschale gelangt hatte. "Kleine Königin?," erkundigte sich Sam. Claire nickte, so dass ihr Zopf wild hin und her schwang: "Aus Mommys Geschichte! Ich bin, die kleine Königin. Mommy ist die junge Kriegerin. Du der Prinz und Emily die Bäckerin!" Sam warf mir einen kurzen Blick zu: "Die Geschichte würde ich zu gerne hören." "Was wäre Quil in deiner Geschichte, Mommy," fragte die kleine Königin. Sie hatte ihn doch nicht in so kurzer Zeit so lieb gewonnen, dass sie ihn in eine solch persönliche Geschichte stecken wollte? Die Geschichte war drei Jahre lang Claires Vaterersatz und jetzt sollte ein fremder Stalker drin vorkommen? "Quil," Sam runzelte die Stirn, vermutlich kannte er ihn, das hier war schließlich eine Kleinstadt. Ich machte gerade den Mund auf, um zu erklären und zu fragen, wie man den wieder los wurde, als die Haustür mit einem hörbaren Ruumms aufging. Die Eindringlinge hatten wohl noch nie von einer Klingel gehört? Oder davon, was für einen Einfluss es auf Kinder nahm, wenn man mit Türen knallte? Im nächsten Moment drängte sich schon eine kleine Schar muskulöser Riesen in die Küche. "Ich habe euch doch gesagt, dass Jacob in den Tagen vor der Hochzeit eure Anlaufstelle ist, weil ich zu viel zu tun habe," begrüßte Sam die drei Jungs auf seine übliche herzliche Art und Weise. (Anmerkung des Autors: Sam hat noch nichts von Quil und Claire erfahren, da er die letzten Tage zu beschäftigt war, um sich zu verwandeln und um sein Rudel zu kümmern, weshalb Jacob eingesprungen ist). Und weil Sam ein wenig mehr Manieren hatte oder einfach nur, weil er aufgrund seiner hier Anwesenden Tochter ein gutes Vorbild sein wollte, stellte er vor: "Paul, Embry und ..." "Lockenkopf," unterbrach ich ihn überrascht, "Hast du uns wieder verfolgt?" "Verfolgt?," fragte Sam, der mindestens so überrascht war wie ich. Dieser Paul feixte und ließ sich mit einem Wo-ist-das-Popcorn-Grinsen auf einen der Stühle fallen, während dieser Embry neben Lockenkopf stehen blieb. Vermutlich um ihm den Rücken zu stärken, musste also um etwas ernstes gehen. Quil wirkte genauso überrascht, wie Sam als er ungläubig von Claire zu mir schaute: "Du kennst die beiden?" "Die viel bessere Frage lautet, woher kennst du Nela und Claire," stellte Sam seinen Standpunkt klar. Ich stand irgendwie zwischen den Fronten, also lehnte ich mich an die Theke hinter dem Stuhl der kleinen Königin. Bereit ihr die Ohren zuzuhalten, falls Schimpfwörter fallen sollten und danach sah es momentan aus. So etwas hatte ich im Gefühl. Quil sah tatsächlich ein wenig verletzt aus: "Ich dachte du heißt, Daniela!" "Nela ist ein Spitzname," nicht das ich mich rechtfertigen musste. Sam stand ruckartig auf. Er war bleich vor Wut als sein Stuhl auf den Boden krachte. "Du hast dich auf Nela geprägt!?!," er deutet anklagend mit dem Finger auf Lockenkopf. Geprägt? Quil sah so verdutzt drein, wie ich mich fühlte: "Was?" Dieser Embry schaltete sich ein und seine sanfte, ruhige Stimme, versuchte die Situation zu entschärfen: "Sam so ist das nicht. Quil ist nicht auf Daniela geprägt." Das "sondern" verschluckte er, als Sam wie verrückt zu zittern anfing. Der Dritte der Riesen-Schar zog mich und Claire in seine Richtung und damit weg von Sam. Obwohl dieser doch bestimmt Hilfe brauchte? Es sah aus als hätte er einen Epileptischen Anfall oder etwas ähnliches. Wieso rief keiner den Krankenwagen? "Du hast dich auf meine Tochter geprägt?!," schrie Sam in einer Lautstärke, die mich wünschen ließ ich hätte keine Ohren. Aus Quils Gesicht wich alle Farbe, was extrem ungesund aussah bei seiner dunklen Hautfarbe. Aber da sprang Sam ihn schon an. Auf halbem Weg zu Quil schien Sam auf einmal ... zu reißen. Ich weiß nicht, wie ich es anders beschreiben sollte. Er riss auf, ein Flirren ging durch die Luft und anstatt Sam landete ein Monstergroßer Pechschwarzer Wolf auf Quil. Ich weiß nicht, ob Claire oder ich schrie, aber einer von uns musste es wohl gewesen sein. Im nächsten Moment rollten Quil, der ebenfalls aufriss, und das schwarze Monster durch die Küchentür in den Flur, wobei sie den Türrahmen beschädigten. Das letzte was ich sah, war eine Schokoladenbraune Pfote des Ungetüms, das statt Quil jetzt davon rollte. Im Flur krachte es gewaltig. Das Zersplittern von Holz war zu hören und ich vermutete, dass die zwei Wölfe die Haustür kaputt gemacht hatten, um ihren Kampf im Freiem weiterzuführen. Ich starrte auf die Küchentür oder ihren gesplitterten Rahmen, da war ich mir selbst nicht so sicher. "Äh ...abe... Waaas," irgendwie wollte nichts anderes aus meinem Mund kommen. "Mommy," die kleine Königin sah mich mit großen, dunklen Kulleraugen an, "Wieso sind Dad und Quil Wölfe?" Ich schaute zu Embry und dem anderen, die kein bisschen geschockt wirkten, wenn überhaupt leicht verdutzt: "Das würde ich auch gerne wissen!"
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