Noch eine Young

GeschichteRomanze, Familie / P12
Claire Young Emily Young Leah Clearwater Paul Quil Ateara Sam Uley
07.01.2019
15.07.2019
30
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Es war ein ruhiger Samstagnachmittag Claire war bei Sam und nur bei Sam. Der Rudelführer schien seine Tochter immer noch nur mit Emily teilen zu wollen. Ein wenig als hätte er Angst, dass ihre Zeit zu früh endete. Letztendlich bedeutete, dass das Quil irgendwo mit Trauermine saß und Traubensaft trank – vermutlich hatte Sam ihn wieder angefahren, weil er nicht verschwinden hatte wollen und den Wink mit dem Zaunpfahl gerne mal übersah. Das letzte mal hatte ich ihn auf der Rückseite des Schuppens entdeckt. Mich wunderte bloß, wo er den ganzen Traubensaft hernahm. Der Supermarkt in La Push führe von den Traubensaft-Trinkpäckchen nämlich nur eine winzige Menge.
Jedenfalls nutzte ich die Atempause von meinen Nebenjobs, um Einkaufen zu gehen. Seit wir vor etwas über zwei Wochen nach La Push gezogen waren, war es das erste Mal, dass ich einkaufen ging. Quil hatte es übernommen, weil er der größte Verbraucher war.
Der Monat war morgen vorbei, was bedeutete, dass ich danach wieder Zeit haben würde. In meinem Terminkalender stand ganz oben mit Quils Mom zu reden. Er war sechzehn, auf eine dreijährige geprägt, Teilzeit Wolf und schlief so gut wie nie zu Hause. Es war nicht so, dass ich Quil loswerden wollte. Tatsächlich hatte ich mich an seine ständige Anwesenheit bereits so ziemlich gewöhnt und es war ja nicht so, als würde er bloß auf der Couch sitzen und den Kühlschrank leer futtern. Es war nur so, dass ich langsam anfing mir Sorgen um ihn zu machen. Der Handfesteste Beweis dafür, dass er mir langsam aber sicher ans Herz wuchs.
Das wurde mir bewusst, als ich durch die Gemüseabteilung wanderte und überlegte, ob ich Quil gelbe Paprika mitbringen sollte.
Auf einmal entdeckte ich hinter dem Regal mit den Salaten einen bekannten schwarzen Schopf. In Ordnung hier hatten so gut wie alle dunkle Haare, aber nur Paul hatte Pauls Gesicht – scharfkantig und aufsässig. Erst in dem Moment wurde mir klar, dass ich es irgendwie zu Stande gebracht hatte ihn kein einziges Mal in den zwei Wochen zu treffen. Nun ja und dass ich immer noch nicht wusste, was ich von ihm halten sollte.
„Daniela?“, er klang genau so überrascht, wie ich mich fühlte. „Äh Hallo,“ ich kam um das Regal herum. Der ungläubige Ausdruck in Pauls Gesicht ließ die Kanten weicher wirken. Als ich den Einkaufkorb in seiner Hand sah, zog ich eine Augenbraue hoch. Ohne darüber nachzudenken schoss ich einfach das erste raus, was mein Kopf hergab: „Ich hätte dich nicht für jemanden gehalten, der gerne Gemüse-Shoppen geht.“ Paul hatte seine Gesichtszüge wieder unter Kontrolle: „Meine Schwester hat mich dazu gezwungen.“ Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Seine Schwester hätte ich zu gerne einmal kennen gelernt. Ganz langsam und vorsichtig begann seine Miene sich aufzuhellen: „Und ist der Schuppen immer noch so … winzig?“ Mit Paul in der Gemüse-Abteilung Smal Talk zu betreiben, fühlte sich extrem realitätsfern an. „Du hast ja keine Ahnung, wie winzig er ist, wenn sich ein Quil auf der Couch breitmacht,“ grinste ich. Paul erwiderte mein Grinsen. Er hatte wohl schon dank der Wolf-Telepathie davon gehört, ansonsten hätte er überraschter geguckt. „Ich könnte ihn dir aus dem Haus vertreiben,“ bot er großzügig an. Ich winkte ab: „Danke, aber das schaff ich auch selbst.“ Sein Grinsen wurde noch etwas breiter: „Das glaub ich.“
Während wir weiter durch die Supermarktgänge streiften und unsere Einkaufslisten abarbeiteten, stellte sich heraus, dass ich viel besser darin war, mit Paul zu plaudern, als darin über ihn nachzudenken. Es war seltsam, aber zwischen den Haferflocken und dem Schoko-Müsli kamen wir tatsächlich auf einen Nenner.
An der Kasse verpasste ich es sogar fast zu bezahlen, weil ich so in unser Gespräch vertieft war.
Wir waren irgendwann zum Thema Pop Tarts übergegangen, während wir unsere Einkäufe verstauten. Paul war doch wirklich der irrsinnigen Annahme, dass Apfel-Pop-Tarts besser schmeckten als Wassermelonen-Pop-Tarts.
Vor dem Laden mussten wir in verschiedene Richtungen gehen. „Nun ja,“ meinte Paul schließlich, als es Zeit wurde zu gehen, „auf einem Date würdest du doch keine Wassermelonen-Pop-Tarts servieren!“ „Stimmt“, gab ich zu, „Aber auf einem Date würde ich auch keine Pop Tarts essen.“ „Sondern?“, entgegnete er. „Pop Tarts isst man zu Hause, für ein Date geht man irgendwo hin,“ bestimmte ich, „Also alles ohne Knoblauch und Pop Tats.“ Er lachte, es klang irgendwie rau: „Wenn du so gut über Dates bescheid weißt, ist es wohl kein Problem für dich, dein Können unter Beweis zu stellen?“ Mein Herz machte einen komischen Hüpfer, aber ich versuchte cool zu bleiben: „Du willst doch nur die Planung auf mich abschieben.“ Paul versuchte sich an einem unschulds-Blick: „Würde ich das je machen?“ „Klar,“ sagte ich ihm auf den Kopf zu. „Also Montagabend,“ beschloss er, „Passt dir 17Uhr?“ Ich lachte etwas atemlos: „Willst du mich hier zu einem Date nötigen?“ „Nötigen?“, er riss die Augen gespielt weit auf, „Würde ich niemals!“ „Dochmals,“ erwiderte ich ungerührt, „Immerhin lässt es mich als Feigling dastehen, wenn ich nicht ja sage. Von wegen „mein Können unter Beweis stellen“ “ Er grinste bloß. Ich verdrehte die Augen: „17 Uhr passt.“
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