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Noch eine Young

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Claire Young Emily Young Leah Clearwater Paul Lahote Quil Ateara Sam Uley
07.01.2019
15.07.2019
30
37.547
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25.03.2019 1.225
 
Dad legte den Arm um Emily und drückte ihr einen Kuss auf die Wange: „Ich kann gar nicht glauben, dass mein kleines Mädchen schon geheiratet hat!“
Aus dem Augenwinkel bemerkte ich wie Mom etwas zu konzentriert, in ihrem Kuchen herumstocherte. Ich brauchte einige Sekunden ehe ich verstand, dass Quil ihr den Kuchen rübergeschoben hatte. Anscheinend hatte der Quileute verstanden, dass Mom noch eine weitere Instanz war, die es von den guten Absichten zu überzeugen galt. Auch wenn diese nicht eingeweiht war. Und sich momentan wer weiß was dachte. Mit jedem Fall wurde sie von Quil genaustens beobachtet, der aussah als warte er wie ein Hündchen auf ein Kopftätscheln. Claire trat ihn unter dem Tisch, um seine Aufmerksamkeit zurück zu fordern. Von wem hatte sie dieses rüpelhafte Verhalten?
„Ja Claire-Bär?“, fragte Quil, wie der treue Diener, der er war.
„Ich will mehr Brownie,“ verlangte die kleine Königin. Natürlich ließ Quil sofort alles stehen und liegen, um aufzuspringen. Er hatte schon ihren Teller in der Hand und war halb zum Buffet gelaufen, als ich ihm hinterherrief: „Stopp Quil! Claire kriegt keinen Kuchen mehr!“
Quil schaute drein wie ein getretener Hund. „Aber …“, protestierte er.
„Keiner Aber! Wer sich nicht zu benehmen weiß, bekommt auch keinen Brownie,“ bestimmte ich und winkte ihn zurück.
In Quils Gesicht kämpften der Drang Claire alles zu holen, was sie wollte, mit seinem Wunsch, bei mir nicht durchzufallen.
„Ist das nicht ein bisschen hart?“, mischte sich jetzt auch noch Sam ein, „Immerhin ist das hier ein besonderer Tag.“
Claire sah hoffnungsvoll zwischen den verschiedenen Parteien hin und her. Am Ende würde ich definitiv die Böse sein.
„Sam!“, Emily schüttelte entschieden den Kopf, „Daniela hat schon recht, schlechtes Benehmen sollte nicht gefördert werden.“
„Aber …“, setzte Quil wieder an.
„Wie wäre es wenn Claire nur halb so viel bekommt,“ unterbrach ihn Emily, sobald sie Claires Kulleraugen sah.
Sie hatte den Hundeblick echt gut drauf.
„Ich will mich ja nicht einmischen,“ mischte sich Dad jetzt auch noch ein, „Aber sollte das nicht Daniela entscheiden!?“
An unserem Tisch erstarb jedes Geräusch.
Bis Sam sich schließlich räusperte: „Dein Dad weiß es nicht?“ Er warf Mom einen kurzen Blick zu. Diese nickte, zum Zeichen, dass sie es sehr wohl wusste. Emily runzelte besorgt die Stirn: „Sam… Du weißt ja wie viel Dad an Tradition liegt…“ Mit anderen Worten: Dad würde ihn erschießen.
„Heilige …“, Quil fing sich bevor er fluchte, „Emilys Dad ist dein Dad?“ Hatte er das nicht gewusst? Wolfs-Telepathie?
Das war immerhin eine willkommene Abwechslung zu dem Thema davor. „Deshalb war das ganze nochmal komplizierter,“ meinte Emily. Quil setzte sich wieder auf seinen Stuhl. Er wirkte ziemlich geschockt. Offensichtlich wurde ihm gerade klar, dass das alles noch schwieriger gewesen war, als er gedacht hatte. Und kommentierte seine Erkenntnis mit einem anerkennenden Blick in Emilys Richtung.
„Ich habe das Gefühl, dass mir etwas entgangen ist,“ stellte Dad fest. Uh! Themenwechsel? Das war nichts was man auf einer Hochzeit besprach. Der Meinung war wohl auch Mom: „Michael kennst du Quil schon?“
Tausendmal danke an die beste Mom der Welt.
„Ja,“ erklärte Dad, nachdem er Quil kurz gemustert hatte. Dieser hatte wohl begriffen, dass er jetzt bei zwei Großelternteilen einen guten Eindruck hinterlassen musste, und setzte sich etwas gerader hin.
„Quil Ateara, richtig?“, fragte Dad. Seinem Ton nach fragte er sich, wieso er Quil laut Mom kennen sollte.
„Ja,“ Quil reichte ihm über den Tisch hinweg die Hand, was nur möglich war, weil er so unglaublich groß war, „Bei uns Atearas ist es nicht schwer sich den Namen zu merken.“
Da fiel mir was ein: „Du bist der Fünfte!“ Weil mich alle verständnislos anschauten führte ich weiter aus: „Wird in eurer Familie der Name Quil weitergegeben?“
„Ja, momentan gibt es drei lebende Quils,“ erklärte Quil. Das war schon irgendwie cool, aber kein Thema über das man lange reden und fachsimpel konnte. Da das Thema damit gegessen war, versuchte Mom weiterhin von Dads Frage abzulenken: „Und wo habt ihr euch kennen gelernt?“
Etwas verwirrt schauten wir sie beide an: „Am Strand?“
Auf einmal schlangen sich zwei Arme um meinen Hals. Also nicht im Würgegriff, sondern in einer Umarmung. Als ich meinen Kopf zur Seite drehte, erblickte ich keinen geringeren als Paul.
Hammer, genau er hatte noch auf diesem Haufen gefehlt.
Zu allem Überfluss grinste er mich auch noch unverschämt an, was meinem Herzen einen ungesunden Hopser entlockte.
„Äh Paul? Woher kennt ihr euch,“ erkundigte sich Emily unsicher, während sie Sam fester umklammerte, der aussah, als wolle er jemandem Hände und Füße ausreißen - vorzugsweise einem seiner Rudelmitglieder, das auf -aul  endete.  
Erst jetzt schien Paul zu bemerken in welche Gesellschaft er geraten war und ließ sofort die Arme sinken. Sams Blick war aber auch unheimlich. Dad warf ihm einen halb verwirrten halb empörten Blick zu, während Quil die Augenbrauen hochzog. Pauls mich-interessiert-es-nicht-was-ihr-über-mich-denkt-Grinsen hatte sein Comeback, als er scheinbar gelassen die Hände in die Taschen seiner Hose schob.
Sekunde trug er einen Anzug? Kurzzeitig abgelenkt scannte ich ihn aus dem Augenwinkel ab. Nun ja er trug Pauls Art von einem Anzug, dunkle Jeans, weißes Hemd und schwarze Bikerjacke. Stand ihm aber trotzdem.
„Das war in eurer Küche, Emily,“ antwortete Paul auf die Frage, die ich schon wieder vergessen hatte, bevor er sich mit einem etwas sanfteren Grinsen mir zu wandte, „Wenn ich mich recht erinnere hast du mit einer Schottflinte auf mich gezielt.“
Quil hatte zum Glück die Geistesgegenwart besessen Claire die Ohren zu zuhalten. Mom sah aus als könne sie das absolut nachvollziehen, während Dad mich teils geschockt teils stolz ansah.
„Schrottflinte?“, fragte Sam mit hochgezogenen Augenbrauen. Okay eine Geschichte musste auf den Tisch, immerhin konnte ich kaum erzählen, dass ich Panik hatte, weil sich drei der am Tisch anwesenden in Wölfe verwandeln konnten. Paul sah aus als hielte er es für unglaublich alltäglich von Schrottflinten bedroht zu werden. Mit anderen Worten: sah die Gefahr ihr Geheimnis aufzudecken nicht.
„Ich habe ihn für einen Einbrecher gehalten?“, das klang doch plausibel, oder?
„In meiner Küche?“, hakte Sam nach, der leider nichts von dem Vorfall wusste. Wolfs-Telepathie lässt zu wünschen übrig!
„Genau,“ erwiderte ich, „Ich wusste noch wo du die Waffe versteckst.“
„Wieso warst du bei Sam zu Hause,“ wunderte sich Dad. Nächste Sprengfalle.
„Wir haben doch alle Gäste zum Kaffee und Kuchen eingeladen, Dad,“ sprang dieses mal Emily ein.
„Du hast ihn am helligten Tag bei einer Feier mit Leuten, die du gar nicht alle kennen konntest, für einen Einbrecher gehalten,“ fasste Mom ungläubig zusammen.
„Claire war bei mir,“ versuchte ich das ganze irgendwie logisch zu gestalten, „Da ist mein Beschützerinstinkt durchgedreht,“ ich zuckte mit den Schultern, „Außerdem hab ich ihn ja nicht erschossen. Alles gut.“
Meine Eltern sahen nicht sonderlich überzeugt aus. Aber es war eindeutig Zeit für einen Themenwechsel. „Müsst ihr nicht noch eure Runde machen,“ fragte ich das Brautpaar, „Die anderen wollen euch sicher auch noch Glückwünschen.“
Sam nickte, Emily verabschiedete sie und Quil nahm Claire endlich die Hände von den Ohren. „Krieg ich jetzt Brownies?“, wollte Claire wissen, „ Bitte, bitte?“
Und weil ich so erleichtert war, meinte ich: „Du darfst dir noch einen holen. Und nein Quil, sie holt ihn selbst.“


Tut mir wirklich, wirklich leid, dass ich sooooo lange nicht geupdated habe und ich kann leider auch weiterhin keine regelmäßigen updates versprechen. Ich hoffe ihr lest das hier trotzdem und lasst mir ein Revview da.
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