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Noch eine Young

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Claire Young Emily Young Leah Clearwater Paul Lahote Quil Ateara Sam Uley
07.01.2019
15.07.2019
30
37.547
7
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06.02.2019 1.018
 
Nachdem das Buffet eröffnet worden war, hatten sie alle Gäste darauf gestürzt, als würde es kein Morgen geben. Deshalb hatte ich Claire, die unbedingt so viele Brownies wie möglich abstauben wollte, zurückgehalten und wir warteten momentan darauf, dass sich der Ansturm legte. Quil kam mit einem vollbeladenen Tablett aus der Masse hervor und schrie triumphierend, während er einen kleinen Teller voller Brownies in die Luft reckte wie eine Trophäe. Claire klatschte begeistert, während mindestens vier Leute versuchten sich an Quil vorbei zu drängeln, der dadurch ein wenig ins Schwanken geriet. Was wohl daran lag, dass einer dieser Leute Jared war. Aufgrund seines Gestaltwandler-Bonus konnte kein normal sterblicher Quil umrennen. Quil setzte sich endlich in Bewegung und kam nur einen Augenblick später bei uns an. Wir hatten einen Tisch in der Nähe der Familien-Tische bekommen und waren quasi auf einer Höhe mit den Freunden, die keine Gestaltwandler waren und/oder von ihrem Geheimnis wussten. Ehrlichgesagt hatte ich eher mit einem abseitsgelegenem Tisch für schwarze Schafe gerechnet und fühlte mich hier ein wenig wie auf dem Präsentierteller. Die meisten fragten sich wahrscheinlich, wie wir zu dieser Ehre gekommen waren. Und dass wir zur näheren Familie und zu den Geheimnis-Mitwissern gehörten … wussten die wenigsten anwesenden. Außerdem hatte ich das dumpfe Gefühl, dass sich Sams und meine frühere Beziehung herumgesprochen hatte. Zumindest konnte ich das Getuschel der Umstehenden etwas zu deutlich hören. Blöderweise hatten Emily, Sam und ich auch nicht besprochen, was wir allen, die nicht sowieso davon wussten, wegen Claire sagen sollten. Was mich zunehmend verunsicherte.
Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als Quil sich vor Claire kniete, um mit ihr auf Augenhöhe zu sein. Dabei hielt er sein volles Tablett nur mit einer Hand und ich wartete quasi nur darauf, dass sich sein ganzes Essen über den Rasen und wenn wir schon dabei waren auch über Claire verteilen würde. „Bitteschön,“ sagte Quil und reichte Claire den Teller mit den Brownies. Die Begeisterung schwand aus dem Gesicht der kleinen Königin und ich konnte mir nur schwerlich das Grinsen verkneifen, bei Quil geschocktem Gesichtsausdruck. „Was ist denn Claire-Bär?“, er klang nahezu panisch. „Du hast die Sahne vergessen,“ erklärte ich. Sofort sprang der treue Diener auf. Grinsend sah ich ihm nach. „Daniela! Claire!,“ rief in diesem Moment eine bekannte Stimme. Strahlend rannte die kleine Königin auf Mom zu. Nur weil diese sie nach Strich und Faden verwöhnte! „Gut, dass ich euch doch noch gefunden habe,“ sagte Mom und kam mit Claire auf dem Arm an den Tisch. Ich deute auf das Buffet: „Ganz schönes Gedrängel, was?“ Mom ließ Claire runter und musterte mit gerunzelter Stirn den Tisch: „Wie kommen wir denn zu der Ehre?“ Ich trat nervös von einem Fuß auf den anderen: „Sie haben das mit Claire ziemlich gut aufgenommen.“ Mom hob überrascht die Augenbrauen: „Dann war das eben Sam? Seit wann hat er Locken?“ Oh, was sollte ich ihr den jetzt über Quil erzählen? Ich konnte sie ja schlecht einweihen. „Äh … das war Quil,“ stellte ich trotzdem klar, „Ein Freund von Sam.“ Mom beugte sich zu Claire runter, da sie wusste, dass die kleine Königin es absolut nicht leiden konnte, wenn über ihren Kopf hinweg geredet wurde: "Hast du deinen Dad schon kennen gelernt?" Claire kletterte auf ihren Stuhl, während sie Mom antwortete: " Ja, wir haben ihn," sie hielt zwei Finger hoch, "besucht! Und wir haben mit Tinky-Winky und Robby gespielt! Als Mommy essen war." Oh bitte Gott, höhere Macht, Universum, was auch immer, lass sie nicht nachhacken ... Aber leider war Mom eben Mom. Daran konnte keine Macht der Welt etwas ändern. "Mommy ist essen gegangen", es klang eher wie eine Feststellung und weniger wie eine Frage, "Mit wem denn?" "Quil," rief Claire Freudestrahlend, als genau dieser mit den Brownies und Sahne auf unseren Tisch zusteuerte. "Bitte mit Sahne," sagte Quil und stellte den Teller vor Claire ab, bevor er auch sein volles Tablett abstellte und sich neben sie setzte. Erst dann schien er Mom zu bemerken: "Oh Entschuldigung, wir kennen uns noch nicht?" Seinem Tonfall nach passierte so etwas nicht oft und schon gar nicht auf der Hochzeit seines Alphas. "Thalita Correia," stellte sich Mom vor und streckte Quill, trotz ihres skeptischen Blickes, eine Hand hin. "Meine Mom," fügte ich noch hinzu, während Quil bereits Moms Hand schüttelte. Quil riss die Augen erschrocken auf: "Oh Äh ... Ich bin Quil Ateara." Mom durchbohrte ihn mit ihrem stechensten Blick. Anscheinend war Quil so etwas wie ein Magnet für musternd-stechende-Mütter-Blicke. Zum Glück tauchte in dem Moment Dad auf. Das schrägste Familientreffen aller Zeiten! "Dad," schrie ich schon fast, weil ich ganz dringend von Quil ablenken wollte und umarmte meinen Vater erst einmal. Wir hatten uns das letzte mal vor einem Monat gesehen, was, wenn man bedachte, dass wir in der selben Kleinstadt wohnten, echt lange her war. Wenigstens galt Moms Aufmerksamkeit jetzt Dad. Ich vermutete schon seit längerem, dass sie mehr für ihn empfand als sie zugeben wollte. Oder wieso sonst war sie im verregnetem Washington geblieben und mit mir nicht wieder zurück nach Portugal gegangen? "Grandpa," rief nun auch Claire und sprang wieder von ihrem Stuhl. Sie missachtete vollkommen, dass ihr die Hälfte ihres Tellers im Gesicht klebte und ließ sich in die Umarmung mit einbeziehen. Eine drei-Generationen-Umarmung! Und als wäre noch nicht genug Familie anwesend tauchten in dem Moment auch noch Emily und Sam an unserem Tisch auf. "Joana," sagte Sam. Er klang ziemlich eingeschüchtert. Vermutlich hatte Mom ihm mehr als einmal versichert, dass sie ihm den Kopf abreißen würde, wenn er mir weh tat, was aber auch schon über drei Jahre zurück lag ... Emily warf ihm einen überraschten Blick zu, ehe ihr wohl wieder klar zu werden schien, dass wir mal zusammen gewesen waren. "Schön, dass du gekommen bist," übernahm Emily, da Sam nicht wusste, wie er sich verhalten sollte. Mom lächelte unverbindlich: "Herzlichen Glückwunsch ihr zwei!" Wieso hatte ich das Gefühl auf einem Pulverfass zu sitzen?
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