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Noch eine Young

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Claire Young Emily Young Leah Clearwater Paul Lahote Quil Ateara Sam Uley
07.01.2019
15.07.2019
30
37.547
7
Alle Kapitel
36 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
22.01.2019 1.431
 
Tag 0, Tag der Hochzeit. Überraschend wie viel in der kurzen Zeitspanne von vier Tagen passieren konnte. Ich hatte gewusst, oder besser vermutet, dass sich Claires und mein Leben ziemlich verändern würde, wenn wir nach La Push kamen und Sam die Wahrheit erfuhr. Aber anders als erwartet, (waren wir nicht aus dem Land gejagt worden) Claire hatte einen Vater bekommen und so etwas wie eine Stiefmutter. Mal ganz Abgesehen von dem treuer Diener/Zukünftiger Bonus und der Erkenntnis, dass es Leute gab, die sich in Wölfe verwandeln konnten. Das war ein ganz schöner Hammer für vier Tage! Und jetzt waren wir auf dem Weg zum Gemeindezentrum von La Push, wo die Hochzeit von Emily und Sam stattfinden würde. Da es die Nach über geregnet hatte und Emily mir geraten hatte meine feinen Schuhe auf keinen Fall auf dem matschigen Weg anzuziehen, hatte ich die festliche Garderobe von der kleinen Königin und mir in einer Kleiderhülle platziert und uns in alltags Kleidung gehüllt. Ich hätte Claire ihre feinen Sachen sowieso erst später anziehen lassen, falls sie auf die Idee kommen sollte sich mit irgendetwas zu bekleckern. Eigentlich waren es noch zwei Stunden bis zur eigentlichen Hochzeit, aber Sam hatte mich ja gebeten früher zu kommen. Blöderweise war ich da zu abgelenkt gewesen, um mitzubekommen warum … Alles Pauls Schuld! Jedenfalls latschte Quil mit und durch den Matsch und schimpfte darüber, dass seine Anzugsschuhe dreckig wurden. Ich hatte ihn sogar gewarnt, aber er hatte bloß ein langes Gesicht gezogen und gemeint, dass er schlecht barfuß gehen könnte. Leider hatte ihm Claires Großzügiges Angebot ihre Schuhe anzuziehen auch nicht weitergeholfen, da Quil riesen Latschen hatte, die jeden unserer Schuhe sprengen würden. Ich musste mir stark das Grinsen verkneifen, während Quil vor sich hin murrte, dass das seine einzigen Hochzeitswürdigen Schuhe waren. Vermutlich musste er später in Sneakers einlaufen. Die kleine Königin hatte weniger Erfolg damit ihr Kichern zu unterdrücken, was Quil aber eher aufzuheitern, als zu stören schien. Ich hatte ihm gestern noch gesagt, dass er uns nicht abzuholen brauchte. Aber die Tatsache, dass er drei Stunden vor der verabredeten Zeit aufgetaucht war, redete wohl für sich. Als Claire sich in unserem Zimmer anzog, erzählte Quil mir von Emilys Junggesellinnen-Abschied, den ich aufgrund meines Verhörs pardon Essens mit ihm verpasst hatte. Ich wollte gerade ein schlechtes Gewissen kriegen, weil Sam seinen Junggesellen-Abschied mit Babysitten verbracht hatte, aber Quil deutete meinen Gesichtsausdruck wohl richtig und erklärte, dass Sam seinen Junggesellen-Abschied total sinnlos gefunden hatte, weshalb er ihn nicht veranstaltete. Als ich näher nachhackte, immerhin lag Quil etwas daran, dass es mir auch gut ging, erklärte er, dass Gestaltwandler sich nicht betrinken konnten (zumal Sam so etwas sowieso verabscheute) und Sam, da er geprägt war, kaum etwas mit einer Stripperin anfangen konnte. Grinsen musste ich, als Quil von dem Krach erzählte, den Emilys Junggesellinnen-Abschied verursacht hatte. Ich konnte mir sehr gut vorstellen, wie alle Anwesenden ein paar Stunden später in den Wald gereihert hatten. Vor uns tauchte ein Berg auf, auf dessen Spitze das Gemeindezentrum thronte. Draußen waren bereits Haufenweise Tische und Stühle aufgestellt, die bunt zusammengewürfelt gewirkt hätten, wären die Tische nicht mit weißen Tischtüchern bedeckt und alles mit Blumen verziert. Die Blumen waren wohl den Jungs zu verdanken. Wieder musste ich bei der Vorstellung eines ganzen Rudels Gestaltwandler, die Blumen an Stühle und Tische banden, schmunzeln. Dazu waren auch noch wunderschöne Girlanden aufgehängt. Ich konnte der Organisatorin nur gratulieren. Es gab sogar Namensschildchen. Claire sah sich mit großen Augen um: „So eine Hochzeit will ich auch!“ Quil hielt schlauerweise den Mund. „Du auch oder Mommy?,“ richtete sie sich jetzt an mich. Sollte ich wirklich ihre Märchenträume zerstören und ihr erzählen, was ich mir angesichts des Hochzeitstresses geschworen hatte? „Hm,“ machte ich schließlich und ließ es sowohl zustimmend als auch abwertend klingen. Woraufhin sich die kleine Königin Quil zuwandte: „Du auch?“ „Hm,“ machte dieser und bedachte dabei die Blumen. Vermutlich dachte er daran, wie viel Zeit und Schweiß er ins Festbinden investiert hatte. „Dann könnt ihr nach Dad und Emily heiraten,“ verkündete die kleine Königin. Quil blieb wie vom Blitz getroffen stehen, während ich über vor Schock über meine eigenen Füße stolperte. Vermutlich wäre ich mit dem Gesicht im Matsch gelandet, hätte mich nicht eine große Hand an der Schulter gepackt. Als ich wieder sicher auf zwei Füßen stand, konnte ich meinen Retter auch erkennen. Ein weiterer riesen Muskelprotz, obwohl er war ein wenig kleiner als Quil. Anscheinend hatte ich ein Talent dazu Gestaltwandler anzulocken. Erst Sam, dann Quil, schließlich Paul und jetzt … äh … Kerl-ohne-Namen. Quil sah noch immer zu geschockt aus, um uns vorzustellen, während Claire näher an einen der Blumenbestückten Stühle herangetreten war, um diesen zu bewundern. „Hallo, du bist Nela nicht wahr?,“ nahm der Fremde das Wort selbst in die Hand. Irgendwie war es komisch, dass mich alle unter meinem alten Spitznamen von Sam kannten. „Ich bin Seth. Wir sind so was wie Cousins,“ erklärte er und reichte mir die Hand. Verwirrt starrte ich ihn an, während ich seine Hand schüttelte. Eigentlich kannte ich alle meine Cousins … Aber dann wurde mir das „so was wie“ klar. Er musste wohl Emilys Cousin mütterlicherseits sein und damit so etwas wie mein Stiefcousin. Manoman. Seth warf Quil, der immer noch nicht zurechnungsfähig aussah, einen kurzen Blick zu, tat es mit einem Schulterzucken ab und erklärte dann: „Emily schickt mich. Sie hat gefragt, ob du zu ihr kommen magst. Sie ist im oberen Stockwerk. Die letzte Tür rechts.“ „Seth,“ rief irgendwer von drinnen. Fröhlich winkte der Junge und hüpfte davon. Er war eindeutig jünger als 25. Was hatten die Jungs noch mal gesagt, ab wann man sich verwandeln konnte? Ich schaute zu Quil, der immer noch wie paralysiert gerade aus starrte. „Ich mach das schon, du kannst aufhören, wie erstarrt herumzustehen,“ erklärte ich ihm. Da er sich nicht regte, klopfte ich ihm einfach auf die Schulter und ging an ihm vorbei zu Claire, die einige Schritte entfernt noch immer die Blumen bewunderte. „Hey kleine Königin,“ ich beugte mich zu ihr runter, „Ich glaube, du hast da etwas falsch verstanden mit Quil und mir.“ Sie runzelte die Stirn und drei entzückende Falten erschienen: „Was denn Mommy?“ „Quil und ich sind nicht zusammen,“ erklärte ich. Schon allein bei dem Gedanken mit dem Kerl, der für meine Tochter bestimmt war, etwas anzufangen, stieg mir das Unwohlsein die Kehle hoch. „Wir waren gestern Abend essen, aber dabei haben wir nur über dich gesprochen,“ wie sollte ich es ihr erklären?, „Erinnerst du dich, was Embry und Paul über Prägung gesagt haben?“ Jetzt hellte sich die Mine der kleinen Königin auf: „Dad hat gesagt, Quil ist auf mich geprägt.“ Die Worte schienen in ihrem Mund genauso komisch zu schmecken, wie es bei mir das erste mal der Fall gewesen war. „Genau. Und das bedeutet, dass Quil dich liebt. Äh so ähnlich wie auch Sam dich liebt. Verstehst du?“ Die kleine Königin schien über ihren treuen Diener zu sinnieren, dann lächelte sie ein 100-Watt-Lächeln: „Dann kann ich den Strauß fangen!?“ Ich konnte nicht anders als zu lachen: „Solange du daran denkst, dass du niemanden heiraten kannst bis du achtzehn bist.“

Als wir uns umdrehten, um zum Gemeindezentrum zu gehen, erblickten wir den paralysierten Quil. Als ob die Vorstellung mich zu heiraten so schlimm wäre! Schulterzuckend schrie ich: „Claire ist in Gefahr!“ Sofort erwachte Quil aus seiner Starre: „Was? Wo!? Wie?!“ Dann sah er sie und warf mir einen bösen Blick zu: „Das ist nicht lustig, Nela! Ich hätte fast einen Herzinfarkt gehabt!“ „1) war das die einzige Möglichkeit, die mir eingefallen ist, um dich aus deiner Starre zu erlösen. Und 2) musst du auf Claire aufpassen, weil ich jetzt zu Emily muss. Apropos Herzinfarkt. Ich würde gerne noch deine Krankenakte sehen,“ erklärte ich und meinte dann zur kleinen Königin, „Und du bist schön brav, während ich weg bin. Ich will nichts Schlechtes über dich hören, sonst bekommst du heute keinen Kuchen!“ Claire setzte ihr Engelsgesicht auf: „Ja Mommy.“ Also stiefelte ich den Hügel hinauf zu dem darauf liegendem Haus. Ein Blick über die Schulter zeigte mir, dass Quil Claire an die Hand genommen hatte und die kleine Königin fröhlich herumhüpfte. Quil konnte von Glück sagen, dass er seine Gestaltwandler-Fähigkeiten hatte, andererseits hätte er kaum mit ihr mithalten können. Lächelnd betrat ich auf der Suche nach Emily das Gebäude.

An der Stelle möchte ich Merlie und Naddi danken, die immer so liebe Reviews schreiben. Ihr wisst gar nicht wie sehr es mich motiviert diese zu lesen. Vielen, vielen Dank!
Ein herzliches Dankeschön geht aber auch an alle Favoriten-Vergeber/innen und Leser/innen im allgemeinen.
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