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Noch eine Young

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Claire Young Emily Young Leah Clearwater Paul Lahote Quil Ateara Sam Uley
07.01.2019
15.07.2019
30
37.547
7
Alle Kapitel
36 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
20.01.2019 913
 
Es fehlte nicht mehr viel und Quil hätte beim Autofahren fröhlich vor sich hin gepfiffen. Mit jedem Fall konnte er sich das breite Grinsen nicht verkneifen. Meiner Meinung nach gab es für ihn definitiv weniger zu grinsen. Nicht weil mich sein aktueller Gefühlzustand nervte oder störte, sondern weil er einen einzigen Sieg in einer Reihe von Kämpfen errungen hatte. Claire selbst schien Quil zu mögen (Sieg Nr.1) und dass ich ihn akzeptierte war natürlich auch hilfreich (Sieg Nr. 2). Aber Claire hatte zwei Elternteile, zwar erst seit vorgestern, aber dieses Detail war so gesehen unwichtig. Nach Sams Blick zu urteilen würde er Quil seines Dickdarms entledigen, wenn er bei ihm auftauchte, um die kleine Königin zu sehen. Was irgendwie komisch war, schließlich war Sam ein Gestaltwandler und selber geprägt, hätte diese Gefühle also viel besser verstehen müssen. Und dann war da noch der winzig kleine Punkt, dass er eine Menge Benzingeld ausgeben würde müssen, um nach Neah Bay zu fahren. Eine Stunde und vierzig Minuten. Vermutlich würde er bald in unserem Garten Zelten! Obwohl, er musste ja bei seinem Rudel in La Push bleiben. Wie oft konnte er dann eigentlich vorbeikommen? Und dann traf mich der Gedanke wie ein riesiger Felsblock, der einen Berghang hinuntergerollt war, wobei ich ihn zu spät bemerkt hatte. Alles wäre viel einfacher, wenn die kleine Königin und ich in La Push leben würden. Verdutzt, was aus meinen Überlegungen geworden war, starrte ich aus dem Fenster. Die ganze Rumfahrerei wäre nicht mehr nötig. Ich müsste Claire nicht zwei Tage die Woche und ein Wochenende im Monat der für sie stinklangweiligen Fahrt nach La Push aussetzten. Auch Quil könnte eine Menge Geld sparen, da er nicht nach Neah Bay fahren müsste. Und Sam und Claire konnten sich so viel besser kennen lernen. Und für meine Jobs war es eher unwichtig wo ich wohnte … Aber ich konnte Mom nicht einfach in Neah Bay allein lassen. Immerhin wohnte sie nur meinetwegen dort. Und überhaupt, ich konnte doch nicht Claires Leben einfach so mir nichts dir nichts durch einen Umzug auf den Kopf stellen! Dennoch war der Gedanke jetzt da und nagte an meinem Gehirn, wie eine fiese Ratte. Andererseits wirkte die Ratte gar nicht so fies und schien bei näherem hinsehen auch eher einer Hausmaus zu gleichen … Meine Gedanken wurden von Quil unterbrochen, der seine Autotür zuschlug, um um den Waagen herum zu laufen und meine Tür zu öffnen. Wir waren bereits angekommen. Quil war viel zu abgelenkt von seiner guten Laune, um meine Grübeleien bemerkt zu haben, als wir auf die Hotel-Hütte zugingen. Ein leichter Regen hatte eingesetzt, also beeilte ich mich meinen Schlüssel aus der Jackentasche zu zerren. Jetzt da ich wieder hier war, kam die Sorge um Claire wieder zurück in mein Bewusstsein. Es waren bloß etwas über zwei Stunden gewesen, die ich sie allein mit Sam gelassen hatte. Aber Sam hatte keinerlei Erfahrung mit Kindern und die kleine Königin … nun war eine kleine Königin! Schließlich hatte ich die Tür aufgedrückt und bekam fast einen Herzinfarkt. Entweder es war jemand eingebrochen und hatte alles Mögliche auf der Suche nach Geld und Wertsachen durch die Gegend geworfen oder Claire hatte einen ihrer Trotzanfälle bekommen. Ich wusste nicht, was ich schlimmer fand. Ich schwankte zwischen „der arme Sam!“ und „dieser miese Einbrecher!“, als Quil anerkennend pfiff: „Ich wusste schon immer, dass Emily für die Ordnung verantwortlich ist.“ „Die meisten fragen mich bei diesem Anblick, ob irgendjemand eingebrochen wäre,“ sagte ich und trat in das verwüstete Zimmer. Dabei musste ich aufpassen, dass ich nicht auf einer Quietsche-Ente ausrutschte. „Ich kann Claire und Sam in eurem Zimmer atmen hören,“ meinte Quil, „Und das hier ist La Push. Die Verbrechensrate ist so gering, dass sie quasi nicht existiert. Zumal Sam jedem Einbrecher den Arsch versohlen hätte.“ Als er meine hochgezogenen Augenbrauen und den achte-auf-deine-Ausdrücke-Ausdruck auf meinem Gesicht sah, verbesserte er sich: „Zumal Sam jedem Einbrecher das Fürchten lehren kann.“ Ich lief Slalom um ein paar Buntstifte und Kuscheltiere, um zur Schlafzimmertür zu gelangen und Quil folgte mir. Im inneren des Schlafzimmers sah es nicht sehr viel besser aus. Vielleicht hätte ich mit Quil Kaffee und Kuchen essen gehen können, dann wäre es nicht Sam überlassen gewesen, die kleine Königin ins Bett zu stecken. Eine Aufgabe an der bereits vier Babysitter gescheitert waren. Aber da Quil am Nachmittag bei den Hochzeitsvorbereitungen hatte helfen müssen, wurde Sam jetzt dafür bestraft, dass er heiraten würde. Der Anblick von Vater und Tochter brachte mich trotz dem Chaos, das ich später aufräumen durfte, zum lächeln. Claire schlief friedlich wie immer und mit dem Gesicht eines kleinen Engels auf ihrem Bett. Sam hatte sich ebenfalls auf das schmale Bett gequetscht. Sein halber Körper hing aus dem Bett raus und es war ein reines Wunder, dass er in dieser Position eingeschlafen war und weiterschlafen konnte. Man hatte fast Angst, dass er letztendlich doch von der Matratze kippen würde und dabei Claire, um die er die Arme geschlungen hatte, mitziehen würde. Aber irgendwie sah es schon extrem süß aus, wie der Riesige Schrank friedlich mit dem kleinen Engel schlummerte. Quil schien es eher lustig zu finden, dass der Alpha nach der Anstrengung, die eine Dreijährige mit sich brachte, so müde war, dass er eingeschlafen war. „Willst du ein bisschen Kuchen für zu Hause mitnehmen,“ flüsterte ich Quil zu. Dieser sah mich überrascht an: „Ich dachte ich helfe dir noch beim Aufräumen?“ Jetzt war ich es die überrascht schaute: „Also wenn es dir nichts ausmacht …“
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