Wildfire start with a kiss

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P18 Slash
07.01.2019
11.07.2019
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Es war gut eine Woche vergangen, seit diesem Vorfall und auch wenn Krist ab und an noch das Gefühl hatte, das ihm etwas im Nacken saß, hatte er recht schnell zurück in seinen üblichen Alltag gefunden.

Alles was ihm half sich davon ablenken zu können.

P´Yui hatte ihn gebeten heute in ihrem Büro vorbei zu kommen, da sie etwas mit ihm besprechen wollte.

Sie hatte sich nicht näher dazu am Telefon geäußert, was meist bedeutete, dass es etwas Ernstes war.

Ihr Büro befand sich in einem eher unauffälligen kleinen Gebäude, was jedoch mit viel Hingabe saniert und modernisiert worden war, da es einst ihren Großeltern gehört hatte. Und Krist mochte das einladende familiäre Ambiente, wenn er es betrat. Es gab einen gepflegten Innenhof den man durch die großzügigen Fenster im Blick hatte, wenn man den Gang hin zu ihrem Büro durchquerte.

Krist stutze etwas über die Person, die er unter dem blühenden Frangipani Baum stehen sah.

Nicht, dass es ungewöhnlich war, das P`Yui auch anderer Personen hier empfing, nur hatte diese etwas an sich, das ihm Unbehagen bereitet. Eilig zog er weiter, um P´Yui nicht unnötig warten zu lassen.

Wie immer begrüßte sie ihn mit einem leichten Lächeln und wies ihn an sich zu setzen.

„Wie geht es dir Krist?“, erkundigte sie sich und Krist zuckte leicht mit den Schultern.

„Die Dinge laufen wie sie sollen.“ P´Yui nickte verstehend und ihr Gesicht nahm nun ernstere Züge an.

„Ich habe nachgedacht Krist und daraufhin einen Entschluss gefasst, von dem ich mir wünsche, dass du ihn akzeptieren kannst.“

Krist konnte nicht abstreiten, dass es ihn etwas nervös machte, was P´Yui gedachte ihm mitzuteilen, wirkte sie ungewohnt unsicher in seinen Augen.

„Die Sache in dieser Bar…“ Er hielt auf diesen Verweis kurz den Atem an. Was gab es da noch zu bereden? Wollte sie ihn nun doch noch dazu bringen es zu melden?

Sein Herz schlug augenblicklich heftiger und er merkte, dass ihm flau im Magen wurde.

„Es macht mir noch immer Sorgen. Es mag ein wirklich unglücklicher Zufall gewesen sein, das es gerade dir passiert ist, aber das machte es nicht weniger besorgniserregend.“ Sie schaute ihm fest in die Augen und ihm war klar, dass sie sich über das was nun kommen würde, intensive Gedanken gemacht haben musste.

„Ich möchte dir jemanden vorstellen.“ Damit erhob sie sich und verließ einen Moment den Raum. Als sie zurückkam, folgte ihr der Fremde den er vorhin im Hof gesehen hatte.

„Krist, das ist Khun Prachaya.“ Das unwohle Gefühl setzte erneut ein.

Der Kerl sah aus wie ein Gangster.

Dessen dunkler Anzug saß ein wenig lässig und das weiße Hemd war einen Knopf zu weit geöffnet um gesetzt erscheinen zu wollen. Sein Gesicht war markant, wobei seine Augen, die sich hinter einer leicht getönten Brille befanden, etwas abgebrühtes vermittelten. Ein gepflegter kurzer, dunkler Bart zog sich um sein Mund und Kinnpartie. Während seine Haare leger nach hinten gestylt waren.

Mit einem Wai begrüßte dieser ihn, ohne auch nur eine deutbare Emotion wiederzugeben.

Wo hatte P´Yui nur so einen Typ aufgetrieben?

Aber da er nicht als unhöflich erscheinen wollte erwiderte er die Geste, ließ darauf aber einen fragenden Blick zu seiner Managerin schweifen.

Diese setzte sich wieder an ihren Schreibtisch und schaute noch immer entschieden.

„Er wird mir etwas von meiner Arbeit abnehmen, wenn es darum geht dich zu bestimmten Terminen zu bekleiden.“, klärte sie ihn auf und Krist brauchte nicht weiter zuhören, um zu verstehen auf was sie hinaus wollte.

„Ich brauche keinen Babysitter!“ Es war ihm vollkommen egal, ob dieser Kerl noch mit im Raum stand, als er seinem Frust über solch einen Vorschlag Luft machte.

Und P´Yui schien auch das vorhergesehen zu haben, bat sie ihren Gast darum sie einem Moment allein zu lassen.

„Das ist doch nicht wirklich dein Ernst!“, setzte er sofort nach, als die Tür sich schloss und er mit einem ausgestreckten Arm aufgebracht in deren Richtig deutete.

„Krist, es geht mir um deine Sicherheit. Denn egal wie wir es drehen, sollte diese Sache etwas damit zu tun haben, das man dir und deinen Ruf schaden will, dann sollten wir etwas dagegen tun.“, P´Yui rieb sich erschöpft wirkend über ihre Augen.

„Im Falle eines Falles bin ich dir keine große Hilfe.“ Dieser Hinweis ließ seinen Ärger etwas abklingen.

„Versteh doch Krist, du bist so etwas wie Familie für mich. Ich möchte nicht das dir, noch einmal etwas passiert.“ Er wusste genau auf was sie hinaus wollte, auf das sie ihre Begründung allerdings in eine andere Richtung gehen ließ.

„Erinnere dich zum Beispiel auch an diese ominösen Briefe vor ein paar Jahren. Hätte man die Person dahinter nicht erwischt, wer weiß was noch hätte daraus resultieren können.“

Diese Briefe waren wirklich etwas gewesen das ihm zugesetzt hatte, in seiner Unbedarftheit das solche Dinge nur Schauermärchen wären. Warum sollte auch jemand so besessen von einem damaligen zweite Klasse Schauspieler sein, das er ihm regelrecht nachsetzte.

Es war eine Lektion die er gelernt hatte, und womöglich hatte P´Yui mit ihrer Sorge auch gar nicht so Unrecht.

Dennoch war er nicht gewillt sich von einem ihm wildfremden an die Hand nehmen zu lassen, damit ihm ja nichts weiter passierte.


***

Zwei Tage und Krist fühlte sich wie in einem schlechten Film. Und in dieser Hinsicht wusste er wovon er sprach.

Mit einem Murren ließ er sich auf seine Couch sinken und schloss die Augen.

Letztendlich hatte er sich doch von P´Yui erweichen lassen und sich diesen Wachhund aufdrängen lassen.

Sie hatte gekonnt seine Schwachstellen ausgenutzt, indem sie ihm ebenso mitteilte, dass sie sich einfach beruhigter fühlen würde. Dass sie ansonsten kein Auge mehr zubekäme, vor lauter Sorgen das ihm wiederholt etwas zustoßen könnte.

Er hatte zugestimmt, wenn auch unter der Bedingung, dass es nur für ein paar Wochen sei.

Sie hatte ihn berechnet angesehen und dann zugestimmt.

Generell wollte er jetzt nicht schon wieder darüber nachdenken.

Er war müde und nicht gerade bester Laune.

Die Arbeit an dem neuen Film, in dem er eine der Hauptrollen spielte würde, lief derzeit etwas zäh, gab es auf einmal ein paar Probleme mit der Genehmigung an bestimmten Orten drehen zu dürfen. Also drehten sie das was ihnen möglich war, was ebenso ein ziemliches hin und her der Locations bedeutete.

Nächste Woche würden sie dafür nach Chiang Mai fahren und der Gedanke, dass er dies mit seinem neuen Anhängsel tun sollte, ließ seine Stimmung nur weiter sinken.

Khun Prachaya war ein merkwürdiger Geselle und das nicht nur was seine Mafia Aura betraf.

Er sagte kaum ein Wort, außer es war wirklich notwendig oder man sprach ihn an. Aber selbst dann wirkte er extrem reserviert, was seine neugierigen Kollegen recht schnell hatte das Interesse verlieren lassen, als er ihn das erste Mal mit zum Set gebracht hatte. Es bedeutete jedoch nicht, dass man ihn nicht mit dutzenden Fragen zu seinem neues Begleiter löcherte, auf die er selbst keine Antwort hatte.

P´Yui hatte ihm vergewissert das der Kerl tatsächlich vertrauenswürdig sei. Dass er eine Empfehlung eines engen Freundes gewesen wäre, und sie dessen Urteilsvermögen nicht anzweifelte.

Er wäre gut in dem was er zu tun hatte.

Krist kam der Gedanke, was genau das wohl in dessen Fall zu bedeuten hatte.

Es hatte sich nichts daran geändert das Prachaya ihn ein ungutes Gefühl vermittelte.

Er war einfach nicht gut in Umgang mit dieser Art von Charakter. Auch wenn es in erster Linie recht voreingenommen sein mochte. Denn immerhin wusste er nichts weiter über ihn, als das was P´Yui ihn hatte wissen lassen. Und das war nicht gerade viel oder ausführlich.

Er könnte ihn natürlich selbst fragen, aber das ließ er sein, seit dem simplen Versuch erfahren zu wollen, wo er denn ursprünglich her käme.

Ein knappes und monotones „Thailand“, hatte Krist wissen lassen, dass er es sich sparen konnte auf diesem Wege etwas herauszufinden.

Es tröstete ihn aber ein wenig, das Prachaya auf die Neugierte von anderen ebenso kühl reagierte.

Wawa, die mit ihm an diesem Film arbeitete, war ungewohnt zurückhaltend als sie ihn und Prachaya das erste Mal zu Gesicht bekommen hatte und hatte auf die Erklärung, dass dieser P´Yui hier und da vertrat lediglich ein Raunen von sich gegeben.

Eigentlich hatte er angenommen, dass gerade sie nicht aufhören würde ihn über das kleinste Detail dieser Neuerung auszuquetschen.

Aber sie beließ es bei kryptischen Schweigen und schenkte der ganzen Situation keine Weitere Beachtung mehr.

Und er wünschte es wäre auch für ihn so leicht es zu ignorieren, nur war das eben unmöglich.


***

„Also was ist passiert?“ Wawa schaute ihn abwartend, über den elegant gedeckten Tisch hinweg, an. Sie hatten sich zum Essen verabredet und wenn sie dies taten, dann meist in ihrem Lieblingsrestaurant. Ihre Frage hing noch immer in der Luft und Krist wusste momentan einfach nicht, was er darauf antworten sollte.

„Was soll passiert sein?“, rang er sich dann etwas zu holprig klingend durch, und wusste auch ohne sie angesehen zu haben, dass sie eine ihrer feingeschwungenen Augenbrauen nach oben gezogen hielt auf seinen albernen Akt der Ahnungslosigkeit.

„Warum folgt dir Mr. Dark and Sexy überall hin? Für eine simple Aushilfe, scheint er mir etwas zu präsent.“ Sie machte einen leichten Kopfzeig zur Seite, dort wo außerhalb auch der Wagen mit seinem Gangster Chauffeur stand. P´Yui hatte darauf bestanden, dass er sich von ihm fahren ließ, als er ihr von seinen Plänen für heute erzählt hatte. Zum Glück hatte sie nicht auch noch verlangt, dass er sich mit dazu setzten sollte.

Prachaya hatte seine Aufgabe ohne ein Widerwort übernommen und er fragte sich, ob dieser überhaupt im Stande war ein anderes Gesicht zu präsentieren, als das womit er ihn auch kennengelernt hatte.

Krist raunte ergeben, wie sollte er es nun erklären. Wawa war seine beste Freundin und er wusste, egal was er ihr sagen würde, sie würde es auch für sich behalten.

Er griff zu seinem Rotweinglas und nahm einen großzügigen Schluck daraus, bevor er noch einmal tief durchatmete.

Auf diese Prozedur hin schaute sie nun etwas besorgt, war sie recht gut darin andere Leute lesen zu können.

Also erzählte er ihr in abgespeckter Version, was ihm in dieser Bar wiederfahren war und was P´Yui daraufhin als angebracht erachtet hatte.

Es zeigte sich deutlich, dass sie geschockt war über diesen Vorfall und er fühlte sich ein wenig unbehaglich darüber.

Er wollte nicht als jemand erscheinen der nun auf Mitleid aus war.

Wawa griff nach seiner Hand, die unbewusst die cremefarbene Stoffserviette in festen Griff hielt und strich sanft mit dem Daumen über seinen Handrücken.

Etwas ungeschickt ließ er von dem Tischaccessoires ab und senkte seinen Kopf.

„Ich denke P’Yui hat recht. Und nun wo ich Bescheid weiß, fühle ich mich auch etwas wohler, dass er bei dir ist. In unserem Business kam man wirklich nie wissen.“

Krist war danach sich verteidigen zu wollen, aber zu sagen, dass er auch auf sich selbst Acht geben kann, war nach besagten Vorfall kein brauchbares Argument.

Man servierte ihnen schließlich ihr Essen und sie verbrachten den Abend in einer angenehmen Stimmung. Wawa brachte ihn mit diversen kleinen Anekdoten sogar dazu amüsiert aufzulachen und von diesem unangenehmen Gefühl ab, das sich zuvor in ihm festgesetzt hatte.

„Endschuldige mich kurz, ich muss mal für kleine Königstiger.“, meinte sie nachdem er die Rechnung beglichen hatte und sie sich wieder auf den Weg machen wollten.

Er teilte ihr mit, dass er beim Ausgang auf sie warten würde und sie huschte daraufhin schnell in die Richtung der Sanitäreinrichtung.

Er war etwas in Gedanken, als er jemand seinen Namen sagen hörte und er innerlich nur ein frustriertes Murren übrig hatte.

„Khun Anawat.“, begrüßte er den anderen Mann mit einem Wai, der nun auf ihn zuhielt und eines dieser falschen, überheblichen Grinsen zeigte.

„N´Krist. Wie nett dich hier zu sehen. Gibt wohl nicht viel zu tun zurzeit, hm?“ Sofort roch er den Alkohol in dessen Atem und wendete sein Gesicht leicht ab.

Khun Anawat war ebenso Schauspieler und jemand den er gern mied, wenn es ihm möglich war. Es mochte Jahre her sein, aber Krist meinte das dieser noch immer einen Groll gegen ihn hegte, da er ihm damals, als er noch Newcomer war, die Hauptrolle für einen Film abgejagt hatte, der für ihn das Sprungbrett in das größere Geschäft gewesen war, entpuppte er sich als ein unglaublicher Erfolg.

Khun Anawat schien noch immer nicht darüber hinweg gekommen zu sein, ließ er keine Gelegenheit aus ihn subtil zu piesacken, wann immer sie sich zu Gesicht bekamen.

„Na, man kann sich ja auch nicht ewig auf sein Glück verlassen, nicht wahr.“ Er klopfte ihm unangenehm hart auf die Schulter. „Am Ende ist es eben Talent und Ausstrahlung, die das Geld bringen. Nicht jeder kann da mithalten.“, lachte dieser, im Versuch es alles wie einen freundschaftlichen Scherz wirken zu lassen, doch war die Häme mehr als greifbar.

„Krist, entschuldige das du warten musstest.“, drang es von Wawa an ihn heran und noch bevor er hätte reagieren können, war Khun Anawats Aufmerksamkeit von ihm auf sie gerutscht und dieser ihr unangebracht nahe gerückt.

Sie trat einen Schritt zurück auf diese Offerte, während sie mitteilte, dass sie zu gehen hatte und ihm einen angenehmen Abend wünschte.

Allerdings war Khun Anawat arrogant, wie auch unverschämt, worauf er sie am Handgelenk packte und wieder zu sich zog, mit der Einladung ihm doch Gesellschaft leisten zu können.

Krist war sofort dabei ihn darauf zu verweisen sie los zu lassen. Er wollte keine Aufregung erzeugen und er wusste, dass es Wawa ebenso ging. Solche Dinge fanden schnell ihren Weg an die Öffentlichkeit, sollte auch nur eine Person diese Sache mit ihrem Smartphone aufnehmen und ins Internet stellen.

Khun Anawat schaute ihn nicht einmal an, als er ihn grob von sich schuppste und weiter indezente Anspielungen an Wawa richtete.

Krist hatte wirklich alle Mühe sein Temperament zu zügeln. Und gerade als er gedachte diesem widerlichen Kerl an den Kragen zu wollen, legte sich eine Hand auf seine Schulter und hielt ihn mit sanftem Druck davon ab.

„Khun?“, hörte er Prachaya an Anawat gerichtet fragen, der ihn daraufhin mit einem genervten „Was?“ begegnete.

„Gehört der dunkelblaue Maserati zu ihnen?“

„Das tut er.  Was soll die dumme Fragerei, huh?“

„Er wurde gerade abgeschleppt.“ Man konnte verfolgen, wie die Farbe aus Khun Anawats Gesicht wisch und er schlagartig von Wawa abließ und aus dem Restaurant stürmte.

Diese sank etwas in sich zusammen und atmete tief durch. Krist war sofort an ihrer Seite.

„Alles in Ordnung?“ Sie nickte und straffte sich im selben Moment auch schon wieder.

Dann richtete sie ihre Aufmerksamkeit auf Prachaya.

„Danke. Guter Trick ihn damit abzuwimmeln.“, meinte sie mit einem leichten Lächeln.

„Oh, das war kein Trick.“, meinte dieser in einem verschlagen Ton und zeigte sogar ein Schmunzeln.

Es war das erste Mal, das Krist ihn mit so etwas wie einer Emotion im Gesicht sah.

Wenn er nicht schaute wie ein Mafiosi erschien er sogar recht attraktiv.

Ein seltsames Gefühl der Vertrautheit machte sich bei diesem Lächeln bemerkbar, das ihn etwas irritiert zurückließ.

Wawa stieß ihn leicht mit dem Ellenbogen in die Seite und grinste verschmitzt, was ihn aus seiner Starre zurückholte und er seinen Mund wieder zuklappte.
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