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Think Twice

von KeylaNeri
GeschichteFreundschaft / P16 / Gen
Angeal Hewley Genesis Rhapsodos Sephiroth Zack Fair
06.01.2019
11.10.2021
19
93.736
13
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Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
06.01.2019 3.072
 
Vorwort:
Welcome!
Für all diejenigen, die nicht einfach in die Geschichte hineingeworfen werden wollen, stehen hier einige Informationen, die euch vielleicht (oder auch nicht) interessieren könnten.
Diese Story dreht sich hauptsächlich um die drei First Class Soldiers. Der Hauptprotagonist ist Genesis. Fast alles wird aus seiner Sicht in der 3. Person geschrieben.
Es wird umfangreich und sehr lang… deshalb gibt es auch dieses lange Vorwort. XD
Es wird keine regelmäßigen Updates geben. Leider, gibt es eine Realität und in dieser muss ich arbeiten, was bedeutet, dass ich nicht wöchentlich ein Kapitel raushauen kann :D (auch wenn ich es gerne würde). Näheres steht immer in meinem Profil (zumindest versuche ich es up to date zu halten).
Es wird OC's geben. Keiner der OC's wird eine größere Rolle spielen, nur um eine Geschichte glaubhaft zu machen, braucht man Nebencharaktere. Zwar werden erst relativ spät OC's auftauchen, aber ich wollte schon einmal vorwarnen.
Ich zitiere viel! Unter anderem aus Loveless, Sprüchen, Gedichten, in dieser Story habe ich wohl etwas übertrieben aber naja XD. Da fanfiktion.de leider meine Hochzahlen nicht übernimmt, werden die zitierten Stellen, statt mit Zahlen, mit Sternchen versehen. Ich finde das stört den Leseverlauf weniger, als Zahlen.
Reviews, konstruktive Kritik oder auch nur ein kurzer Kommentar sind immer gerne gesehen!
An dieser Stelle möchte ich noch einmal kurz meinen Beta-Leserinnen Black95 und Grey Wing danken, die mit mir hoffentlich alle Rechtschreibfehler usw. eliminiert haben *Feuerwerfer wegleg *
Ansonsten wünsche ich allen viel Spaß beim Lesen!


§§§



Act V

Even if the morrow is barren of promises
Nothing shall forestall my return
To become the dew that quenches the land
To spare the sands, the seas, the skies
I offer thee this silent sacrifice.*



§§§



Der Tod war anders als Genesis es sich vorgestellt oder jemals erwartete hatte.

Versteht ihn nicht falsch, er war eine sehr gläubige Person. Er glaubte daran, dass der Lebensstrom existiere und die Endstation für alle Seelen war, er also letztendlich dort auch enden würde. Um es noch genauer zu nehmen hatte er über Jahre hinweg alleine für die Göttin weitergekämpft nur um herauszufinden, dass all das was er für richtig gehalten hatte, falsch war.

Dieser Fehler hatte ihm sein Leben gekostet, eine gnädige Strafe, wenn man daran dachte wie viel Leid er verursacht und über seine Familie und Freunde gebracht hatte. Vielleicht hatte ihm das direkte „Nein“ gefehlt. Vielleicht war es nur so weit gekommen, weil abgesehen von Zack niemand versucht hatte mit ihm zu reden. „Vielleicht“ war ein kleines Wort, dass hauptsächlich benutzt wurde um sich selbst von seinen Fehlern zu befreien. Jemand wie er sollte seine Gedanken nicht in diese Richtung wandern lassen. Es war allein sein Fehler gewesen. Das sah er nun, nur war es jetzt leider zu spät.

Der Tod war nicht wie die Leute es beschrieben hatten oder es sich ausmalten. Er konnte nicht sagen, dass auch nur eine Sekunde seines Todes nicht schmerzhaft war und dann als er bereit war die Stille zu begrüßen, fand er sich in einem weißen Raum, nein, einer weißen Ebene wieder.

Er lief stundenlang - zumindest glaubte er, dass es Stunden waren - in ein und dieselbe Richtung des weißen Nichts kam aber nirgends an. Das Weiß blieb gleich, egal wohin er ging. Materia konnte er nicht mehr wirken, was im Nachhinein betrachtet Sinn ergab da er tot war. Es ging kein Wind, es wurde nicht dunkler oder heller, wärme oder kälter. Der Rotschopf begriff was genau es damit auf sich hatte erst, als er seine Gedanken wandern ließ und sich plötzlich in einer Erinnerung wiederfand. Seiner Erinnerung.

Kristallklar, etwas zu hell und zu bunt, als würden die Farben ihn regelrecht anspringen wollen. Selbst die Nacht fühlte sich unwirklich an. Nicht bedrohlich oder dunkel, sondern dich willkommen heißend und beruhigend. Jeden Moment den er hervorrief, jede Wunde die ihm in diesen Erinnerungen zugefügt wurde, war als wäre er gerade an diesem Zeitpunkt seines Lebens, obwohl er jetzt alles aus einem ganz anderen Licht sah da er tot war. Jede Szene die er besuchte war perfekt geplant und wurde durchgespielt mit genau demselben Dialog, genau demselben Skript. Er konnte nichts verändern. Das Stück wurde bereits zu Ende gespielt und er fragte sich doch ernsthaft was der Sinn hinter diesem „Nachleben“ war.

Zunächst blieb Genesis in seiner Kindheit, den schönen Erinnerungen. Die Abende an welchen er mit Angeal zusammen gezeltet hatte oder die Nachmittage die sie zusammen in Gillian's Küche verbracht hatten, um mit ihr Kuchen zu backen, beziehungsweise es versucht hatten.

Der Schmerz, dass sein Freund gestorben war und das wegen ShinRa... und ihm, saß immer noch tief. Am liebsten würde er hier bleiben umgeben von seiner „Familie“, seiner richtigen Familie, nicht die Bastarde von Menschen die ihn gegen Geld adoptiert hatten und gezwungener Maßen aufgezogen hatten.

Aber irgendwann verging auch dieser Spaß, spätestens ab dem Zeitpunkt, als er in die Pubertät eintrat und seine Besessenheit mit SOLDAT und Sephiroth ein ganz neues Ausmaß annahm. Genesis zog sich augenblicklich aus der Erinnerung zurück und war wieder in demselben weißen Raum wie vorher.

Es dauerte eine ganze Weile bis er sich dazu bringen konnte, in eine andere Erinnerung einzutauchen. Seine eigene Dummheit in einigen verblüffte ihn schon. Nicht, dass er das jemandem gegenüber zugeben würde.

Er dachte nie, dass er die Worte: „Könnte ich doch die Zeit zurückdrehen.“, jemals verwenden würde, aber nach einer Weile wünschte er es sich. Genesis hatte sich nie für eine Person gehalten, die ihre Taten bedauerte, jetzt aber wurde er von der Schuld regelrecht aufgefressen. Wie ein schwarzes Loch, das ihn langsam aber sicher aufzehrte und egal wie sehr er rannte ihn immer wieder zum selben Punkt zurückzog.
Warum gab man ihm überhaupt die Möglichkeit das hier zu sehen? War das eine Art der Bestrafung?

Aber leider konnte keine einzige schöne Erinnerung, die er sich ansah das rückgängig machen, was er gesagt und getan hatte. Alles was er wirklich gewollte hatte, war Rache und er hatte sich davon viel zu einfach blenden lassen, ganz abgesehen davon, wie er Hollander hinterher gerannt war. Der Rotschopf verzog sein Gesicht. Wie ein Wachhund, der nur auf seinen nächsten Befehl wartete und dann zubiss.

Es widerte ihn an. Er widerte sich selbst an.

„Es war nicht alles deine Schuld.“

Der Rothaarige zuckte zusammen und sprang von seiner sitzenden Position auf. Aber als er sich umsah begrüßte ihn nur die immer noch weiße Leere.

„Ich habe Vertrauen in dich Genesis. Ich bin sicher du kannst das Schicksal wenden.“

„Wer bist du überhaupt?“, fragte er verwirrt und etwas genervt darüber, dass er seine Gesprächspartnerin nicht einmal sehen konnte. Wenigstens konnte er die Stimme als weiblich identifizieren.

„Das wirst du herausfinden.“

Der Schmerz der ihn durchfuhr war etwas, das er selbst in der späten Phase seines genetischen Degenerationsprozesses nicht durchleben musste. Und es endete nicht. Er wollte schreien, aber kein Ton kam über seine Lippen, sich wehren, aber keiner seiner Muskeln bewegte sich, bis nur noch Dunkelheit ihn umgab und Stille ihn einschloss.

„Genug!“

Genesis kannte diese Stimme. Er würde Angeals Stimme unter tausenden erkennen. Der Rothaarige schlug seine Augen aus und blickte einem etwas geschockten Sephiroth und seinem Kindheitsfreund entgegen, der sein Panzerschwert benutzte, um sie beide zu trennen. Er spürte wie er den Griff um sein geliebten Rapier verstärkte, wie sein Atem schneller ging durch die Anstrengung und sein Herz schmerzhaft in seiner Brust pochte. Die Klinge seines Rapiers glühte von seiner Materia und ihm wurde augenblicklich schlecht, denn er wusste was jetzt passieren würde. Er kannte diese Erinnerung nur zu gut.

Aber sein Körper bewegte sich nicht von selbst. Er konnte die Erinnerung steuern? Warte, nein. Was hatte diese Frau gesagt? Er könnte das Schicksal wenden?

Also tat er das, was er damals hätte tun müssen. Genesis gab nach und zog sein Schwert zurück, bis das magische Glühen verschwand und er seine beiden Freunde anstarrte. Um sie herum blitzen elektronische Kabel und Steuerpulte protestierend auf, nicht darauf ausgelegt die geballte Kraft zweier First Class zu ertragen. Der Raum lag im Halbdunkeln und wurde nur von draußen und von der roten Notbeleuchtung erhellt.

Kein Brennen, kein Blut. Sein Blick zuckte kurz zu seiner Schulter, bevor er wieder zu den Personen vor sich wanderte.

Freunde.

Er hatte Sephiroth nie als Freund bezeichnen wollen. Nicht nach all dem Hass, den er gegen ihn geschürt hatte. Die Eifersucht, die in den Rotschopf langsam verzehrt hatte. Nachdem er allerdings dann die Herkunft des Silberhaarigen erfahren hatte und noch einige andere... Dinge, war Genesis doch froh, dass er nicht in dessen Haut steckte.

Seine Knie zitterten vor Erleichterung als er realisierte, dass das hier scheinbar die Wirklichkeit war und keine Erinnerung. Der Rotschopf konnte sich gerade noch so auf seinen eigenen Beinen halten, ohne mitten im Simulationsraum zusammenzubrechen.

„Genesis?“

Angeal sah ihn ehrlich verwirrt und auch etwas überrascht an, während er sein Panzerschwert wieder auf dem gewohnten Platz auf seinem Rücken befestigte. Das Schwert, dass ihn getötet hatte. Die Waffe mit dem Angeal's Schüler ihn getötet hatte.

Die Erkenntnis, was es bedeutete, sich wirklich gerade hier zu befinden, verdrängte die Erleichterung nicht verletzt zu sein, jedoch augenblicklich.
Er konnte das nicht. Er konnte nicht noch einmal diese ganze Scheiße durchleben. Keiner der Gedanken „wenn er könnte würde er zurückgehen“ war ernst gemeint gewesen.

„Bist du in Ordnung?“, kam es jetzt auch von Sephiroth, dessen Mimik mehr Verwirrung ausdrückte, als die von Angeal. Vielleicht aber sah Genesis es auch nur so, da Sephiroth auch sonst kaum Emotionen zeigte. Früher hätte er jetzt mit einem abwehrenden Spruch geantwortet, Sephiroth wahrscheinlich beleidigt oder spottend Loveless zitiert, aber in diesem Moment fand er sich unfähig auch nur eine Silbe über seine Lippen zu bringen.

„Das nächste Mal könnte das Ganze schlimmer enden, als nur mit einem zerstörten Simulationsraum.“, meinte Angeal ernst und er musste fast lachen, wenn sein Hals nicht vor Gefühlen zugeschnürt gewesen wäre. Sephiroth erwiderte auf den Kommentar des Schwarzhaarigen nichts, stattdessen lag der Blick des Ältesten immer noch auf ihm, musternd und abschätzend. Der Rotschopf riss sich von dem durchdringenden Blick los, drehte sich um und verließ den Raum.
Vielleicht nicht die beste Idee die er je hatte, aber er konnte unmöglich jetzt mit der Person sprechen, die ihm den Tod gewünscht hatte.

„Genesis!“, rief Angeal ihm hinterher.

Er hörte nicht darauf. Der Rotschopf brauchte dringend seine Ruhe und Schlaf, wie ihn sein Körper daran erinnerte. Grenzen hatten damals praktisch nicht existiert und er seinen Körper oft zu weit getrieben. Jetzt musste er also mit den Konsequenzen der Taten leben, welche sein früheres Ich bereits begangen hatte.

Den Weg zu seinem Quartier zu finden war fast zu einfach. Es war so als wäre er nicht weg gewesen. Die wenigen Rekruten die ihm begegneten, gingen ihm schlauerweise aus dem Weg, niemand wollte sich mit Rhapsodos anlegen. Er zog seine Schlüsselkarte hervor und trat in sein Quartier ein, bevor er durchatmete und erlaubte alles auf sich einstürzen zu lassen.


§§§


„Be careful what you wish for,“



Sephiroth sah dem Rothaarigen mit gemischten Gefühlen hinterher. Er hatte Genesis in schon vielen Phasen erlebt, aber er hatte seinen Freund noch nie so verängstigt - nein das war nicht das richtige Wort - panisch gesehen.

„Was war das denn?“, fragte Angeal eher zu sich selbst und hatte seine Stirn gerunzelt, bevor er sich doch zu dem Silberhaarigen drehte: „Habe ich etwas verpasst?“ Der General schüttelte nur ratlos seinen Kopf. „Ich habe ihn seit seinem letzten Einsatz nicht mehr gesehen. Vielleicht gab es Komplikationen… die Spannungen in Wutai nehmen täglich zu.“ Der Schwarzhaarige schüttelte seinen Kopf. „Nein er war nur genervt von einigen Infanteristen, die er laut Protokoll mitnehmen musste. An dem Einsatz kann es nicht liegen… außer er hat uns die letzten Wochen etwas vorgespielt.“

Sephiroth schnaubte belustigt. „Genesis ist nicht gerade bekannt dafür seine Gefühle zu verstecken. Er zeigt sehr deutlich was er von mir hält.“ Der schwarzhaarige First lachte leise. „Nimm es ihm nicht übel, Seph. Du weißt, dass Genesis es nicht so meint.

„Wahrscheinlich hast du Recht.“


„you may just get it.“


§§§



Es war seltsam sich wieder auf solch mundane Dinge wie Einsatzberichte von Rekruten zu konzentrieren, wenn er doch seit Jahrzehnten kein Schreiben mehr in dieser Form gelesen hatte. Genesis fragte sich wirklich, wie viel Zeit doch vergangen war, seit dem er in diese seltsame Nachwelt übergegangen war.
Er wusste, dass zu dem Zeitpunkt als er starb, er bereits über 30 Jahre alt war. Nicht, dass er wirklich seine Geburtstage gezählt oder gefeiert hatte. Wenn er dann noch die Zeit im Limbo dazurechnete... Ja, Jahrzehnte.

Jetzt also wieder zurück zu sein, war surreal und ließ seine Kopfschmerzen, die ihn seitdem er hier angekommen war quälten, stärker werden. Für den Rotschopf schien diese ganze Bürokratie zu einfach, zu berechenbar für die Dinge die er nach seiner Desertion hatte tun müssen, für die Leute als die er sich ausgegeben hatte und die Gruppen und Mittel die er organisieren hatte müssen.

Es war also kein Wunder, dass seine Arbeit in Rekordzeit verschwand. Auch wenn er sich bewusst war, dass er wahrscheinlich eine Pause machen und etwas essen oder nach der letzten schlaflosen Nacht sich hinlegen sollte. Seine Gedanken wanderten von den gekritzelten Worten vor ihm zur Kantine, aber er entschied sich sofort dagegen.

Vielleicht würde er sich heute Abend einfach etwas bei einem Lieferdienst bestellen. Ausgehen wollte er nicht und die Gänge waren ihm zu überfüllt mit Menschen, ganz abgesehen davon wie die Kantine wahrscheinlich aussah.

Er war so lange alleine gewesen, dass er fast vergessen hatte wie nervtötend doch Rekruten sein konnten, oder Menschen prinzipiell. Genesis wusste, dass er es früher genossen hatte mitten in den Unterricht hereinzuplatzen oder eine allgemeine bedrohliche Präsenz im Tower darzustellen. Jetzt dagegen, fand er dieses Verhalten kindisch und zu anstrengend für das was unweigerlich noch vor ihm liegen würde.

Wenn er wirklich wieder zurück war – er war sich noch nicht hundertprozentig sicher - was würde er dann jetzt mit all dem Wissen anfangen, das er hatte? Seine Augen wanderten zum Fenster und er lehnte sich in den Bürostuhl zurück und sah über die graue Stadt hinweg, in den Himmel. Die Sonne hatte seine Seite des Gebäudes bereits verlassen.

Ihm war klar, dass er früher oder später wieder zerfallen würde. So lange er sich allerdings keine makoverseuchten Wunden zufügte, sollte er die nächsten Jahre in gesundheitlicher Bestverfassung sein. Theoretisch.

„Theoretisch“, bedeutete, dass diese Worte von Hollander kamen und dieser ihn schon oft genug in die Irre geführt hatte. Der Rotschopf seufzte leise. Egal ob er nun die Wahrheit gesagt hatte oder nicht. Er hatte noch Zeit. Die Wunde an seiner Schulter hatte sich damals nicht selbst geheilt, wie es sonst der Fall gewesen wäre, aber er hatte auch erst nach Wochen Anzeichen es Degenerationsprozesses bemerkt.

Genesis ließ seinen Kopf in seine Hände sinken und atmete tief durch, als er spürte wie er wieder zu zittern begann und sein Atemmuster flacher und hektischer wurde. Egal wie viel Luft theoretisch seinen Körper erreichen sollte, durch das krampfhafte zusammenziehen seines Brustkorbs, fühlte es sich doch an als würde er nie genug bekommen. Im Gegenteil. Er hatte eher das Gefühl zu ersticken, während er tiefer und tiefer in die Dunkelheit sank. Ein Ausweg so nah und greifbar aber er schaffte es nicht die letzten Millimeter zu überwinden.

Es dauerte mehrere Minuten bis er sich soweit beruhigt hatte und sich sicher war nicht jeden Moment einen weiteren emotionalen Zusammenbruch zu haben. Er musste sich ernsthaft darüber informieren wie er seine – und er konnte es nicht fassen, dass er dieses Wort jemals benutzen würde – Emotionen unter Kontrolle bekam.

Ein Klopfen riss ihn aus seinen Gedanken und er sah genervt auf. „Das ist besser wichtig.“, knurrte er eher zu sich selbst. „Ja.“, meinte er dann etwas lauter. Die Tür öffnete sich und natürlich trat Angeal ein. Er musste sich verdrücken den Älteren nicht um Vergebung zu bitten, wie er es schon so oft wollte. Nur, dass bis jetzt noch nichts passiert war, für dass er sich entschuldigen müsste.

Der Schwarzhaarige redete nicht lange um den heißen Brei herum sondern setzte sich und hob bei dem Stapel an Akten eine Augenbraue. „Vielleicht solltest du auch arbeiten, wenn du dich schon in dein Büro verkriechst.“ Der Rotschopf hob seinerseits eine Augenbraue und verschränkte seine Hände, auf denen er seinen Kopf ablegte, sodass sie nicht mehr zitterten. „Das sind die bearbeiteten Akten. Ich glaube nur nicht, dass du hier bist um mit mir über meine Arbeit zu sprechen.“, gab Genesis neutral zurück, sodass sich die Augen seines Freundes leicht verengten.

„Was sollte der Auftritt gestern? Oder nein. Was soll dieses Verhalten?“ Genesis legte seinen Kopf leicht schief, bedacht darauf seinen Gesichtsausdruck geschult ausdruckslos zu halten. „Ich weiß nicht was du meinst, mein Freund.“ Angeal machte eine undefinierbare Handbewegung. „Genau das meine ich. Ich habe heute noch keinen Rekruten Strafrunden laufen sehen noch, dass dich eine andere Seele erblickt hat.“ Der Rotschopf schmunzelte etwas. Ja, genau so hatte er Angeal in Erinnerung behalten.

„Vielleicht weil ich viel zu tun habe.“
„Das hat dich noch nie aufgehalten.“

Angeals Blick wurde noch etwas ernster. „Wirklich. Genesis wir machen uns Sorgen.“ Der Rotschopf verdrehte seine Augen leicht, verdrückte sich aber einen schnippischen Kommentar. „Ich bin in Ordnung Angeal, nur nicht in der Laune heute jemanden verbal zu flambieren und das Selbstbewusstsein von Teenagern zu zerstören. Entschuldige.“, erwiderte er triefend von Sarkasmus. Er sah wie die Mundwinkel seines Freundes kurz nach oben zuckten, bevor sich seine Stirn wieder in Falten legte.

Warum musste Angeal ihn auch so gut kennen?

„Und was sollte dein Abgang gestern nach dem Training?“ „Ich denke es war offensichtlich wer gewonnen hat.“, gab Genesis schärfer als gewollt zurück. Der Schwarzhaarige sah ihn leicht verwirrt an. „Eigentlich, hat keiner von euch gewonnen, da ich den Kampf abgebrochen habe, nachdem ihr euch gegenseitig an …“ „Ich habe meinen Kopf verloren und eine Grenze überschritten. Ich denke ich war einfach geschockt, dass ich selbst so weit… gehen würde.“, gab Genesis jetzt vage zu und unterbrach Angeal mit seinen leisen Worten. Der Schwarzhaarige sah ihn immer noch ungläubig an, seufzte dann allerdings auf.

„Wenn du jemandem zum Reden brauchst...“ „Bist du immer da. Ja ja und jetzt lass mich weiter arbeiten.“ Sein Freund schüttelte schmunzelnd seinen Kopf und stand auf um zu gehen. „Nervensäge.“, murrte Genesis zu sich selbst. „Das habe ich gehört.“

„Gut!“ Er hörte Angeal lachen.


§§§


Danke fürs Lesen!

* Act V – Loveless – Crisis Core

Anmerkung:
Mir ist sehr wohl klar, dass Genesis laut Crisis Core noch am Leben ist. In dieser Version aber, wurde Genesis nicht nur von Zack besiegt, sondern auch getötet.



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