Sometimes it´s hard to (be)lo(ie)ve

von Ravaari
KurzgeschichteRomanze, Sci-Fi / P16
Marco OC (Own Character)
06.01.2019
06.01.2019
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ACHTUNG, erst mal vorweg, das ist meine erste Story mit erotischem Inhalt die ich hier veröffentliche (ich glaube man nennt das Lime ?)
Weiters geht es hier um eine (angedeutete) intime Begegnung zwischen einem Menschen und einem Alien, auch wenn es zu keinen expliziten Handlungen kommt, ausser Küssen und Berührungen (des Körpers. Nur als kleine Warnung ; )

.....

 Band 35, "The Proposal", Kapitel 13,  AU,  Marco x OC
***

Der lange Weg nachhause gab mir eine Menge Zeit zum Nachdenken.
Es brauchte insgesamt nur zwe Blocks um zumindest zu einem Ergebnis zu kommen:  Ich hasste mein Leben.
Okay, ich bin wirklich nicht der Typ für Selbstmitleid, einfach weil es nichts bringt und auch einem selbst meistens wirklich nicht gut tut.
Aber es gibt Zeiten wo es trotzdem absolut sinnlos ist grinsend durch die Gegend zu laufen und abzustreiten dass das eigene Leben aus irgend was anderem als einem Haufen Scheiße besteht.

Ich meine für eine lange Zeit, eine wirklich sehr lange Zeit, hatte ich die Hoffnung gehabt  meine Mum würde eines Tages wieder zu uns nachhause kommen, wie in durch ein Wunder oder wie in einem Märchen.
Einfach so.
Ich hatte dieses typische Heile-Familie-Bild vor Augen gehabt , also  dass wir alle drei miteinander zu abend essen oder auf Urlaub zu den Grand Canyons fahren würden .
Oder auch einfach nur Monopoly spielen an regnerischen Sonntagsnachmittagen zusammen sitzen nach dem wir  wieder glücklich miteinander vereint worden sind.
Was auch immer.

Tatsache war zwar, dass ich inzwischen wusste was abging.
Dass meine Mum der Wirtskörper für einen der mächtigsten Yirks im gesamten Imperium war und noch ein weiter Weg vor mir lag bis sie wieder nachhause kommen konnte...
Na ja, wenn sie es denn überhaupt irgendwann wieder konnte.

Immerhin wusste ich nicht mal ob sie nach unserer kleinen Berwanderung mit Visser Eins überhaupt noch am Leben war . Aber trotzdem, ich hatte zumindest die Hoffnung gehabt.
Niemand hatte mir diese Hoffnung nehmen könen
Bis vor Kurzem.

Bis Miss Robinette gekommen war und diese Hoffnung  einfach mir nichts dir nichts zerstört hatte.
Okay, ich glaube es ist offensichtlich: Die Wahrheit ist, ich war grade dabei durchzudrehen bei dem Gedanken dass es diese Hoffnung nicht mehr gab weil eine meiner Lehrerinnen meinem Dad den Kopf verdreht hatte.

Schwer zu glauben zwar  nach dem ganzen irren und kranken Scheiß den ich seit unserem kleinen Kriegsspiel mit den Yirks ständig erlebe, aber trotzdem war es anscheinend  so dass mir ausgerechnet eine lächerliche stinknormale Situation, etwas dass in jedem durchschnittlichen Alleinerzieher- Haushalt  passieren konnte, den Rest gab.
Oh ja, und dann war da ja auch noch die nette kleine Tatsache dass wir nach wie vor keine Ahnung hatten wie wir William Roger Tennant davon abhalten sollten, weiterhin über Prime-Time-Network-TV fleißig  Mitglieder für "The Sharing" anzuwerben und auch wenn  uns doch noch irgendwie ein Licht aufging, würde ich wahrscheinlich nicht bei unserem nächsten Selbstmordkommando im Dienste der Menschheit dabei sein können. Sie würden mir nicht erlauben dabei zu sein wegen meinem PROBLEM.
Schlechter Tag?
Auf jeden Fall.

Aber man soll den Tag ja bekanntlich nicht schon vor dem Abend die Toilette runterspülen. Ich meine es war ja noch relativ früher abend  und damit  blieb mir mehr als genug Zeit in der noch viel schlimmere Dinge passieren könnten als das was ich an meiner Tagesration Animorphs-Wahnsinn schon hinter mir hatte.
Was sollte ich also machen um mich ein bisschen abzulenken bevor die nächste Katastrophe über mich hereinbrechen würde ?
Hausaufgaben?
Nein.
Nicht in diesem Universum. Nicht nach einer Nahtod-Erfahrung.

Eine Nahtod-Erfahrung schrie grade zu danach mich in meinem Zimmer einzuschließen und  die nächsten paar Stunden wie ein Zombie vor meiner Playstation dahinzuvegitieren
Oh, yeah, yes, Sir!

Moment, meine Straße.
Mein Haus!
Völlig durch den Wind wie ich war, wäre ich fast daran vorbeigelatscht, also  drehte ich um, ging die  Einfahrt hoch und erstarrte....
Stoppte sofort wieder , denn irgendetwas lief hier grade ziemlich falsch.
Verdammt falsch denn ich sah zwei Autos!

Hastig sah ich mich um., in typisch paranoider Animorphs-Manier die seit fast vier Jahren tagtäglich mein Leben bestimmte, dann wieder zurück zu meinem Haus.
Weit und breit  Niemand zu sehen.
Es brannten auch keine Lichter bei uns.
Aber trotzdem stand die Garage offen und der Wagen von meinem Dad drin.
Wem also gehörte dann das andere verdammte Auto in unserer verfluchten Einfahrt ?!  

Hatte ich nicht gerade noch was von den Tag nicht zu früh in der Toilette runterspülen gesagt und dass da noch Platz wäre für die ultimative Katastrophe?
Okay, denn ein netter kleiner Yirk-Hinterhalt war definitiv etwas dass es an die Spitze meiner persönlichen Shitlist des heutigen Tages schaffen würde.

Vielleicht wartete Visser Drei ja schon mit einem netten Tässchen Tee auf mich in meinem eigenen Wohnzimmer.
Hatten irgendwelche Yirks mich bei William Roger Tennants Haus gesehen?
Hatten sie inzwischen die anderen festgenommen? Mich identifiziert?...

So leise wie möglich schlich ich um unser Haus herum .
Auch hier kein Licht.
Langsam ging ich wieder zurück, versuchte in die großen Fenter einen Blick  in unser Wohnzimmer zu werfen, aber es war einfach schon zu dunkel und ich konnte kaum  etwas sehen.
Das Herz schlug mir bis zum Hals und ich hatte keine Ahnung was ich jetzt tun sollte.
Was wenn es wirklich die Yirks waren?
Sollte ich versuchen zu morphen, auch wenn ich den Morph vielleicht wieder in den Sand setzte?

Keine Ahnung und selbst wenn nicht.
Selbst wenn ich es hinkriegte zu morphen ohne als bizaarer Mutant zu enden, e i n  Gorilla würde nie im Leben ausreichen um Visser Drei und eine Truppe Hork-Bajirs zu stoppen.
Kurz dachte ich auch darüber nach ob ich zurückgehen sollte.
Die anderen holen.
Verstärkung anfordern, aber mir war natürlich auch klar dass das zuviel Zeit kosten würde .

Wenn ich zurück war und  wirklich die Yirks in meinem Haus waren, könnte mein Vater bis dahin  bereits tot sein.
Oder noch schlimmer: Ein Controller.
Keine Zeit nachzudenken.
Keine Alternative.
Scheiße!

Vor Panik machte ich mir fast in die Hose , als ich nach dem Türknopf griff und ihn mit zitternden Fingern drehte.
Langsam, ganz langsam öffnete ich die Tür.
"RrrrrrRrrrrRrrrrRrrrrRRRrrrr."
Jemand... Etwas traf meinen Bauch...

"Aaaah!"
"Was zur Hölle...."
Eine erstaunte Stimme unterbrach sich selbst mitten im Satz aber ich beachtete sie fast gar nicht .
Wie von allen guten Geistern verlassen fuchtelte ich wie wild mit den Armen und drückte das Biest von mir weg.      
"Arrrarrarrarrarrarrarr!"
Natürlich griff es sofort wieder an .
Nach kurzem verzweifeltem Suchen fand ich endlich den Schalter.
Die Lichter gingen an.
"Verschwinde, lass mich zufrieden!"  
"Arrarrrarrrarrrarr!"
"Marco?"

Das war mein Dad.
hockte auf der Couch .Miss Robinette auch.
Sie saßen nah beieinander.
Sehr nah...
Na ja okay, um ehrlich zu sein saß Miss Robinette sogar mehr auf meinem Vater als auf der Couch...
Igitt.
Sofort, so als hätte der gute Mann meine Gedanken gelesen, schob Dad sie sanft von sich weg und sprang auf die Füße. Sein Gesicht war ziemlich rot.
Fast so rot wie der verschmierte lippenstift an seinen Lippen und den Wangen.
Oookay. Nicht cool, Dad. Absolut.Nicht.Cool!
"Euclid, Sitz, Platz,Aus!"  Rief Miss Robinette.
Natürlich ohne Erfolg.
Ihr idiotischer Mini-Pudel, vielleicht grade mal zwei oder drei Kilo schwer, hörte nicht auf zu bellen, oder mich wie ein Bekloppter  anzuspringen.
Mann, es wäre so einfach gewesen, ihn zu packen und  quer durch den Raum zu werfen wie einen Football.
Direkt durch das Küchenfenster .

"Was tust du jetzt schon Zuhause, Marco?"
Fragte mein Dad eindeutig verlegen.
"Äh... keine Ahnung, ich wohne hier?" Gab ich zurück.
Allerdings eindeutig mehr wütend als peinlich berührt während ich immer noch versuchte diese nervige Töle von mir fernzuhalten.
"Euclid, aus!" Versuchte Miss Robinette es nochmal. Dieses Vieh war eindeutig taub oder doof .Wahrscheinlich beides.

"Ehrlich. Ich habe keine Ahnung was mit ihm los ist."
Ihre Stimme klang ziemlich verzweifelt und für eine Sekunde war ich wirklich sehr verlockt ihr meine Meinung zu sagen,ließ es dann aber bleiben.
Um des lieben Friedens willen.

Stattdessen schnappte ich mir den Köter bei seinem nächsten Sprung.
Natürlich versuchte er sofort freizukommen und sich aus meinen Händen zu winden, aber ich drückte den kleinen Kläffer fest gegen meinen Körper und begann ihn zu übernehmen. Sofort entspannte er sich.
Verfiel in diesen merkwürdigen Trancezustand in den die meisten Tiere fallen wenn wir ihnen zu Morphing-Zwecken eine DNS-Probe klauen....
Insofern man dieses lebende Plüschviech überhaupt noch als Tier bezeichnen konnte
"Ohhh, siehst du Marco, er mag dich ja doch!"
Meinte Miss Robinette sofort und war entzückt über den Anblick des halbschlafenden Hundes in meinen Armen.
Miss Robinette...

Ja, ich denke, man könnte sie schon hübsch nennen.
Ich meine sie hatte diese glänzenden schwarzen Haare und gepflegte helle Haut, dazu noch eine gute Figur, tolle Zähne und hübsche dunkelbraune Rehaugen...
Ich kümmerte mich nicht darum.

"Ja, sicher wohnst du hier. Aber wir...Wir haben nicht gedacht dass du so früh kommst." murmelte mein Vater und versuchte gleichzeitig einen Weg zu finden seine nervösen Hände zu beschäftigen.
"Entschuldigung"
"Ja, ähm...Ich meine normalerweise bist du doch um die Zeit noch unterwegs... Mit Jake."
"Ja, normalerweise schon,aber..."
Ausgerechnet jetzt erwachte Euclid wieder aus seiner Starre.

Sofort ließ ich das sich windende Fellknäuel runter und sofort, als wäre das ein gut einstudiertes Kunststück, verbiss er sich in den Saum meiner Jeans und begann dran zu ziehen, als wäre der Stoff ein dämlicher Kauknochen.

"Weißt du Marco, Eurclid reagiert sehr empfindlich auf Stress. Bist du vielleicht irgendwie gestresst?"
Fragte Miss Robbinette auf absolut unnachahmlich ruhige Lehrerart während meine Hose langsam aber sicher zerfetzt wurde.
Hilflos guckte ich erst sie an dann meinen Dad.
Zuckte die Schultern.
"Na ja, sind wir das nicht alle?"
"Ja , scheint so."
Meinte mein Vater , ebenfalls ziemlich hilflos und lachte leise .
"Okay. Ich denke ich geh einfach mal rauf in mein Zimmer"
Sagte ich schnell, bevor alles nur noch peinlicher wurde und schnappte mir meine Playstation die unter dem Wohnzimmertisch stand.

Ich humpelte irgendwie die Stufen hoch.
Wie genau ich das schaffte ohne auf die Nase zu fallen, weiß ich nicht denn Euclid war natürlich immer noch in mein Hosenbein verbissen, als ginge es um sein kleines Hundeleben .

Erst als ich mein Zimmer erreichte, empfernte ich ihn möglichst sanft und schlüpfte   durch einen winzigen Spalt  da ich es nicht wagte die Tür weiter zu öffnen als nötig , in mein Zimmer.
Schnell drückte ich den Lichtschalter und knallte  die Tür wieder zu.
Eurclid schaffte es nur um Haaresbreite seine Schnauze zurückzuziehen bevor sie einbgeklemmt wurde.
"Arrrarrrarrraarrrrarrrarrrarr!"

"Degenerierte Kreatur. Ein gezielter Schuss mit dem Draconstrahler würde effektiv  Abhilfe schaffen ."
Eine Stimme, eine weibliche junge Stimme und eine menschliche Sillhouette die nicht mehr als ein Schatten war den  ich nur aus den Augenwinkeln wahrnahm, führte dazu dass mir fast das Herz stehen blieb.

Dass diese Person auch noch mit einem kleinen silbrigen Gegenstand hantierte und anscheinend sehr selbstsicher auf meinem Bett saß während sie über Draconstrahler redete und ich vollkommen wehrlos mit dem Rücken zu ihr stand,machte es nicht gerade besser.

Vorsichtshalber hob ich schon mal die Hände über den Kopf und die  Playstation fiel klappernd auf den Boden
"Keine Sorge Marco. Ich habe von dem Hund gesprochen, nicht von dir.Abgesehen davon war es nur ein Scherz. Ich bin kein Quäler. Das bedeutet, ich  würde dieses Tier niemals mit einem Draconstrahler töten. Nun ja, jedenfalls nicht mit diesem veralteten Modell."
Wieder die Stimme.
Sie lachte und dann war mir plötzlich hunderprozentig  klar wer das war.
"Issrin?!"

Schnell hob ich mein Heiligtum wieder auf und drehte mich um nur um festzustellen,
dass sie auf meinem Bett mehr lag als saß und ihren Draconstrahler langsam in den Händen drehte um ihn schließlich, fast so als wäre eine ausserirdische Laserwaffe das Normalste auf der Welt,  in den Hosenbund ihres Morphingoutfits zu stecken.
In den Bund des schwarzen Outfits wohlgemerkt.
Das bedeutete also dass das hier nicht Lou-Isa war sondern nur Issrin in ihrem Lou-Morph.
"Okay. Also erst mal ich freu mich grade total dass es nur du bist aber trotzdem habe ich Fragen  Absolut weltbewegende Fragen."
Issrin sah mich immer noch an und schwieg.
Aber sie legte den Kopf schief.
Fragend.
Immer noch auf meinem Bett lungerind.
"Erstens: Wie bist du hier reingekommen ? Zweitens, was willst du und drittens, warum  zum Teufel nimmst du nicht einfach die Haustür oder sagst mir, wenn du dich schon reinschmuggelst wenigstens gleich dass du nur der nette Yirk von neben an bist bevor ich meine PlayStation schrotte?
Mann!, das Ding war sauteuer und ich hab mir grade wirklich fast vor Angst in die Hose gemacht weil ich echt schon dachte du bist Visser Drei in einem Morph"
"Erstens: Gekipptes Fenster, Insekten-Morph. Zweitens: Dir meine Hilfe anbieten. Drittens: Weil Lous Gesicht nach wie vor in den Fahndungsakten steht. Dein Haus wirkte verdächtig, als ich es observiert habe, also wollte ich  auf Nummer sicher gehen. Abgesehen davon wärst du wenn ich tatsächlich Visser Drei wäre mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit  längst tot oder infiziert und dein Vater nicht mit den Vorbereitungen zur Kopulation beschäftigt."
"Mit den Vorbereitungen zu was?!"
"Kopulation. Das bedeutet Geschlechtsverkehr und Austausch von...-"
"Ja,ja,ja, ich weiß was das heißt, aber dieser Mann da unten... Er ist mein Vater, verdammt noch mal , also wenn  ich keinen Brechreiz kriegen soll  und du nicht hochkant aus meinem Zimmer fliegen willst, verwende "dein Vater" und dieses Wort nicht noch mal im selben Satz, verstanden?!"
"Verstanden."
"Okay. So und jetzt nochmal von vorn: Du hast irgendwas von Hife gesagt. Welche Art von Hilfe? War das vielleicht wieder mal Cassies Idee?"
"Nein."
Blitzschnell und geschmeidig wie eine Katze richtete Issrin sich auf und kam zu mir herüber um knapp vor mir stehen zu bleiben. Sie bewegte sich einfach ganz anders als Lou. Das yirkanische Soldatentraining hatte hier eindeutige Spuren hinterlassen.
 "Es war meine Idee. Laut Aximili stehst du unter Stress. Stress erfordert ein Ventil, das unterscheidet deine Spezies nicht im Geringsten von meiner. Ich will dir eine Lösung anbieten, die uns beiden helfen kann"
"Eine Lösung, aha. Ooookay ich glaube jetzt bin ich immer noch genauo schlau wie vorher."

Vorsichtig  musterte ich Issrin.
Die rotbraunen Locken, die blasse Haut.
Natürlich war ihr Morph kein Model wie Rachel.
Sie war sogar eher der Typ Marke  Bohnenstange- trifft- graue- Maus-mit ziemlich vielen Sommersprossen , aber komischerweise gefiel mir das sogar irgendwie.
Ich meine okay, ich kannte Lou und wusste wie sie aussah.
Ich hatte die beiden sschon öfters besucht, bei ihrem Alibi-Patenonkel Joseph alias Nalek. Issrin war auch  mal bei mir zuhause gewesen um zu zocken, aber noch nie ohne ihren Wirt und sie war  damals durch die Haustür gekommen.

Abgesehen davon würde sogar der geduldigste Psychiater mein Verhältnis zu Isssrin in den letzten Monaten als... na ja,  extrem widersprüchlich bezeichnen.
Erst hatte ich nämlich allein schon die Idee dass ein Yirk bei uns mitmischen sollte, absolut abartig gefunden.
Ich wollte keinen von diesen ekligen kleinen Weltraumparasiten im Team haben, ganz egal ob er jetzt  auf "unserer Seite"  war oder nicht, einfach nur aus Prinzip.
Never ever.
Dabei war mir auch  ganz egal gewesen was für einen schlauen Plan sich unser Freund der Ellimist und Mister-Q-für-Arme  dabei ausgedacht hatte.

Tja, leider waren Rachel, Ax und Ich mit unserer Meinung ziemlich allein dagestanden und  von den anderen Vier  überstimmt worden.
Vier waren es nämlich mit Lou inbegriffen.
Über die  hatte uns Jake nämlich schon vorher abstimmen lassen und sie war mit einem knappen vier zu drei aufgenommen worden.
Jake, unser cleverer Anführer.
Er hatte natürlich von Anfang an fest damit gerechnet , dass Lou auch wenn sie erst mal zu uns gehörte, ihren Yirk nicht einfach wegschicken würde.
Und er würde nicht enttäuscht, denn genauso war es gewesen  und Issrin hatte schnell bewiesen, dass sie nicht vor hatte uns an ihre Leute auszuliefern, tja und  dann kurz nach dem sie  mit Jakes Okay ihre ersten Morphs übernommen hatte, war auch schon unsere alte Freundin Visser Eins auf den Plan getreten.

Visser Eins imKörper meiner Mutter.
Ich hatte den Entschluss gefasst sie zu vernichten.
Ein für alle Mal einen Schlussstrich zu ziehen, auch wenn das bedeuten sollte meine eigene Mama umbringen zu müssen.

Jake und Casse hatten das nicht unbedingt für meinen besten Einfall gehalten und gefürchtet ich könnte im letzten Moment einknicken oder einfach nur durchdrehen, was auch fast passiert war.
Fastdenn sie hatten natürlich damit gerechnet und einen Notfallplan für das Szenario                  
"Mad-Marco-verrät-uns-an-die-Yirks."
Na ja, besser gesagt einen lebenden Notfallknopf.
Einen In-Marcos-Kopf-Knopf.

Danach konnnte natürlich von wderlich gar keine Rede mehr sein.
Ich hatte Issrin dafür gehasst was sie und die anderen mit mir gemacht hatten.
Dass sie ohne meine Zustimmung  in meinem Kopf gewesen war und mich im letzten Moment davon abgehalten hatte meine Mama zu retten.
Ihren Namen zu rufen, als  Jake ihr im Tigermorph den Rest gegeben hatte und sie die Klippe runtergestürzt war.
Gehasst aus tiefster Seele und ihr den Tod gewünscht.

Zumindest so lange bis sie mir ein Angebot gemacht hatte.
Ein absolut verrücktes Angebot, abe rimmerhin.
Danach war der Hass zwar immer noch dagewesen, aber er war zu harmloser Wut zusammengeschrumpft.
Hatte sich halbiert und auf unseren darauffolgenden Missionen immer weiter gegen Null hin reduziert.

Lou war ein Freak. Ein Weichei und eine Heulsuse.
Oft sogar eine noch schlimmere Moral-Tante als Cassie,aber dabei längst nicht so schlau oder nützlich wie sie.
Ich mochte sie nicht und hatte Null Bock mehr Zeit mit ihr zu verbringen als nötig , wenn ich stattdessen Sinnvolleres tun konnte, zum Beispiel meine Fußnägel zu schneiden.
Aber bei Issrin sah das anders aus.
Inzwischen kannte ich sie sogar ziemlich gut und sah dass wir uns gar nicht mal so unähnlich waren.

Wir beide konnten ziemlich rücksichtslos sein, wenn es wirklich drauf ankam.
Wir beide waren Fans der hellen klaren Linie.
Wir beide kämpften gegen Leute die jeweils auf der gegnerischen Seite standen und uns wichtig waren.
Wobei Issrin ja sogar noch schlimmer dran war als ich denn sie hatte nicht nur eine Person aus ihrer Familie verloren, sondern gleich auf einen Schlag alles was ihr vor Kurzem noch irgendwie wichtig  oder ihr Leben gewesen war.

Ich hatte zumindest noch meinen Dad aber sie...
Auch wenn wir wirklick gegen die Yirks gewinnen würden, war nicht sicher was danach mit ihr passieren würde denn sogar die Typen von der Friedensbewegung waren jetzt  nicht unbedingt scharf auf Issrin und duldeten sie wenn überhaupt allerhöchstens.
Benutzten sie als bequemen Kommunikationsweg und direkten Draht zu uns.
Es war also ganz egal was die Zukunft bringen würde, Issrin hatte ihr eigenes Volk verraten und inzwischen mindestens ein paar hundert Controller umgebracht, oder war zumindest an deren Tod beteiligt gewesen.

Ganz egal ob es schlussendlich nötig gewesen war um die Invasion zu stoppen  oder nicht, sie hatte sich eindeutig für die Erde und uns Menschen entschieden.
Hatte beschlossen, dass Jakes Wort über dem ihrer yirkanischen Brüder  stehen würde, für immer und  zu hundert Prozent. Deshalb  konnte sie auch nie wieder zurück.

Mittlerweile konnte man uns wohl sogar als sowas wie Freunde bezeichnen.
Auch meine geschätzten Mitanimorphs wussten das obwohl ich es ihnen nicht unbedingt auf die Nase band .
Wenn ich ehrlich bin, war es sogar mehr als das.
Manchmal hatte ich...
Na ja, sagen wir einfach ziemlich  merkwürdige Gedanken was Issrin betraf.
Musste grinsen, wenn sich beim Zocken unsere Schultern berührten.
Fragte mich, wie es wäre bei ihr zu liegen  und...-
Nein!
Schnell schüttelte ich die Gedanken ab als ich spührte dass meine Wangen heiß wurden und zwang meine Aufmerksamkeit, zurück in die Gegenwart.

"Aber deine Lösung hat nichts mit dir in meinem Kopf zu tun oder? Da spiel ich nämlich nicht mit."
Sagte ich nach einer kurzen Denkpause schließlich.
Ohne es zu wollen drückte ich mich fester gegen meine Zimmertür.
"Nein"
Issrin lachte, kam mir aber nur noch näher anstatt zurückzuweichen.
"Nicht so lange du es nicht willst. Ich bin hier um zu tun was immer nötig ist "
Leicht legte sie mir die Hände auf die Schultern.
Berührte mich, Das allererste Mal.
Ihre Stimme war leise.
Die grünbraunen Augen nur wenige Zentimeter von meinen entfernt. Ich konnte Issrin riechen.
Süßliches Waschmittelaroma von ihrem Morphingoutfit vermischte sich mit ihrem eigenen Körpergeruch, mit ihrem warmen Atem der mich an der Wange kitzelte.
Ich  wusste  nicht was ich denken sollte.
Das was sie da tat war nicht richtig!
Sie hatte kein Recht mich anzufassen!
Auch dann nicht wenn ich immer wieder Kommentare in diese Richtung gemacht hatte wenn wir alleine waren, ohne die Anderen.
Scherzhafte Bemerkungen, nicht wirklich ernstgemeinte Witze.
Viele , aber darunter auch ein paar durchaus Ernstgemeinte gut versteckt zwischen den ganzen  Witzen...

Sie hatte kein Recht dazu.
Auch dann nicht wenn ich oft darüber nachgedacht hatte in den letzten Wochen.
Nachts, wenn ich allein dalag in meinem Bett und nicht schlafen konnte....

Ohne es zu wollen dachte ich zurück  an diese merkwürdige Extase die ich gespürt hatte, als ich in ihrer Gestallt die Kontrolle über den selben gemorphten Körper übernommen hatte mit dem sie mich jetzt anfasste, und konnte nicht vermeiden  wie sich sofort eine Gänsehaut an meinen Armen bildete.

TOCK! Wieder fiel die Playstation auf den Boden.
Zum zweiten Mal schon an diesem Tag ,aber dieses Mal hob ich sie nicht auf .


Als Issrin die letzten Zentimeter  die uns trennten überbrückte, wehrte ich mich nicht.


***
Die Zeit stand praktisch still, als ihre Lippen meine  berührten.
Ihre g e m o r o h t e n Lippen ...
Erst Sekunden später und am ganzen Körper  zitternd stieß ich Issrin von mir weg noch bevor sie  weitergehen konnte.
Oder ich...
Eigentlich schubste ich sie nur zemlich halbherzig , aber trotzdem.
"Was...was zum Teufel tust du da?! Wenn das  jetzt so was wie ein Scherz sein soll, dann finde ich das absolut  nicht lustig! Weißt du...weißt du überhaupt w a s  du da grade tust?!"
"Ja und es ist kein Scherz. Ich habe dich beobachtet , Marco. Ich habe auch die Anderen beobachtet. Jake und Cassie. Tobias und Rachel. Ich war in deinem Kopf. Nur  kurz, ja aber Ich weiß wie  du denkst. Was du denkst wenn du mich ansiehst wie jetzt gerade. Dieser Körper ist bereit dazu "
Issrins Stimme klang mindestens so heiser wie meine.
"Ja....ähm sicher... Ich...ich meine das kann schon sein, aber das meinte ich nicht! Hier geht es um mehr als nur um... Stressbewältigung".

Vor Nervosität begann ich in meinem Zimmer auf und ab zu laufen.
Ungeschickt und mit zittrigen Fingern drehte ich den Schlüssel an meiner Zimmertür . Undenkbar wenn irgendjemand hier rein kommen wurde, ausgerechnet jetzt.
"Wenn... wenn du das wirklich tun willst nur um ein paar Erfahrungen zu sammeln oder so... Oder...oder weil du denkst das hilft mir irgendwie mit meinem Problem dann bist du schief gewickelt. Tut mir leid aber...Ich... ich bin nicht der Richtige für sowas."
Trotz meiner sehr entschiedenen Worte ging ich wieder zu ihr hin, musste einfach obwohl es wehtat.
Fühlte mich angezogen wie die Motte vom Licht.
Wollte es und ekelte mich gleichzeitig abgrundtief vor mir selbst.
Wollte sie wegschicken, einfach so.
Ich w o l l t e es!
Wirklich.
Aber oft ist der Wille stark und das Fleisch  schwach....

"Ja ,ich weiß und ich habe dich angelogen."
"Angelogen?!"
Hilflos,  teils vor brennender Neugier und erfüllt von einem merkwürdigen drängenden Gefühl , teils vor Entsetzen sah ich Issrin dabei zu wie sie sich ohne eine Miene zu verziehen aus ihrem Morphingdress schälte und schließlich nackt vor mir stand.
So nackt wie Lou am Tag ihrer Geburt.
Oh.Mein.Gott!
Für Sekundenbruchteile schwankte ich zwischen  zwei Extremen: Entweder Sofort vor lauter Panik  einfach  wie ein Geistesgestörter schreiend aus meinem Zimmer  zu rennen, oder, was noch verrückter war,  dem Verlangen das selbe zu tun wie sie , zumindest mit meinem T-Shirt um sie anschließend an mich zu drücken.
Haut auf Haut...
Ich stellte mir vor ihre nackte Haut auf meiner zu spüren.
Die kleinen Brüste anzufassen.
Jede davon würde bequem in eine Hand passen ...

"Was meinst du mit...was meinst du damit dass...Das du...Du...-"  
Scharf sog ich luft ein.
Mein Kopf war ganz leicht.
Fühlte sich an als wäre er plötzlich mit Watte gefüllt.
Als hätte alles Blut sich verlagert nach...
Nach unten.
Ich brachte einfach kein Wort heraus.

"Etwas zu sagen ist unnötig"
Sanft legte Issrin mir einen Finger auf die Lippen.
Er zitterte.
Die Geste wirkte mindestens so unbeholfen wie ich mich fühlte.
Die Stimme war nicht mehr als ein Füstern, als sie sich über meine Schulter beugte und in mein Ohr flüsterte:
"Ich habe dich angelogen, als ich sagte, ich würde es nur tun um dir zu helfen. Ich wollte es schon lange tun , ohne zu wissen wie. Jetzt weiß ich es."
"Warum?"
Oh Mann, was für eine dämliche Frage. In dieser Situation sicher eine der Dämlichsten, ich meine ein Mädchen stand grade nackt mitten in meinem Zimmer und mein Körper sprach eine ziemlich eindeutige Sprache was er davon hielt , aber mir fiel trotzdem einfach nichts besseres ein.
Das hier war so abgefahren.
Einfach so bizarr und surreal...

"Weil ich allein bin. Du ebenfalls und ich empfinde etwas wofür mir die Worte fehlen.
Wärst du ein Angehöriger meiner Spezies würde ich dich um eine Kolligation bitten. Das würde es lindern und für Klarheit sorgen. Vermutlich. Aber in diesem Körper verändert sich das Gefühl.
Vermischt sich mit menschlichen Instinken und intensiviert sich dadurch  um ein Vielfaches. Dennoch bleibt der Druck den diese Emotionen erzeugen, derselbe, egal in welcher Gestalt .
Natürlich könnte ich auch Nalek um eine Kolligation bitten.
Ich könnte  eine der Simulationen im Pool nutzen und  aufhören, ich von anderen meiner Art zu isolieren , aber ..."
"Was?"
Musste ich einfach fragen.
" Sie akzeptieren mich nicht und es wäre nicht wirklich die Nähe die ich brauche um mental und körperlich gesund zu bleiben. Wias was sie mir geben könnten, wäre nur ein Bruchteil von dem was ich brauche.
Abgesehen davon müssten sie mich erst leiden sehen. Ich müsste sie darum anflehen und ich... Ich bin kein guter Bittsteller,Marco. Ich möchte dass du es bist, kein Fremder.
Du kannst es als Mensch tun oder als Yirk. Was du tust wäre mir gleich. Ich wünsche mir nur ein Ende für diese Einsamkeit und dass du etwas tust.
Allein zu sein, ohne dass mich jemand berührt ist gegen meine Natur.... Unerträglich.
Es wären auch keinerlei Verpflichtungen damit verbunden. Niemand muss etwas davon erfahren"
Darauf sagte ich nichts mehr.
Was hätte ich auch sagen sollen?
Ich meine Issrin stand hier ziemlich durcheinander  in ihrem Menschenmorph und sagte mir quasi, wenn auch auf eine extrem merkwürdige Art dass sie mich  mochte.
Brauchte.
Irgendwie.
Deswegen sagte ich gar nichts.
War gar nicht mehr dazu fähig und es wäre  wie sie schon gesagt hatte, wirklich unnötig gewesen.
Unnötig zu leugnen.
Sinnlos sich selbst noch länger anzulügen.
Lass es einfach passieren, Marco.
Entspann dich und lass es geschehen.
Nutze die Chance ...


Ich schaffte es gerade noch die Vorhänge zu zuziehen als sie mich wieder umarmte.
Gemeinsam fielen wir auf mein Bett.
Sie lag auf mir und  küsste mich wieder, stich mit den Händen über mein Gesicht, über meinen Körper.
Erst sanft, dann fordernd.
Ein leises Klappern als sie etwas auf mein Nachtkästchen legte.
Vermutlich war es der Draconstrahler, aber ich schaute nicht nach.
Fühlte nur noch.
Fühlte, wie  ihre Finger unter mein T-Shirt wanderten.

Aber diesesmal stieß ich sie nicht weg.
Stattdessen schloß ich die Augen und blendete die Welt um mich herum komplett aus.
Meinen Vater, der mit Miss Robinette im Wohnzimmerunter mir vielleicht grade das selbe machte wie ich mit Issrin.
Euclid.
Meine Mutter und Visser Eins.
William Roger Tennant und  das Sharing.
Meine Freunde und die Tatsache dass ich anscheinend einen noch viel schlimmeren Dachschaden hatte als bisher gedacht.
Den Umstand dass ich grade dabei war meine Unschuld an Alien  zu verlieren, das normalerweise im Kopf eines Menschen lebt und auch dass der Morph den dieser Yirk dazu benutzte  eine exakte Kopie des Körpers genau dieses Menschen war und  vor allem dass ich Lou absolut nicht leiden konnte und sie das sicherlich nicht ok finden würde wenn sie es wüsste das wir grade dabei waren...
Egal.

Alles, absolut alles war mir plötzlich  egal und nichts existierte mehr in diesem Moment.
Nur  mein Körper in dem grade irgendwelche  hoch komplizierten biochemischen Vorgänge abliefen an denen Cassie sicher ihre helle Freude hätte.
Vorgänge die ein Verlangen in mir auslösten, dass langsam aber sicher jede einzelne meiner Hirnzellen betäubte und meinen Verstand ausknipste
Klick.

Ich gab es auf mich länger dagegen zu wehren, als  der Schalter fiel.
Lehnte mich zurück.
Ich schloss die Augen und entspannte mich als Issrins Hände tiefer wanderten.
Keine Gedanken mehr, nur Haut auf Haut...
Ich ließ es einfach geschehen.
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