Bilderbuch - Eine besondere YOI-Oneshot-Sammlung

OneshotAllgemein / P18 Slash
Otabek Altin Victor Nikiforov Yuri Katsuki Yuri Plisetsky
06.01.2019
04.03.2019
12
18065
4
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Titel: Herbst
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Entstehungsjahr der Geschichte: 2017 (2019 überarbeitet)
Haupt-Pairing bzw. vorkommende Pairings: Victor x Yuuri
Vorkommende Charaktere: Victor, Yuuri, Makkachin



Herbst



Es war ein wundervoller Herbsttag. Die lächelnde Sonne schickte ihre warmen Strahlen auf die Erde. Im hellen Licht schimmerten die bunten Blätter in den unterschiedlichsten Farben – mildes Orange, goldenes Gelb, feuriges Rot. Die frische Luft war rein, roch nach gefallenem Laub und feuchter Erde.

Victor und Yuuri hatten heute ihren freien Tag. So nutzten sie die gemeinsame Zeit, die ihnen geschenkt wurde, und spazierten mit Makkachin durch den nahegelegenen Stadtpark von Sankt Petersburg. Die Wege waren von hochgewachsenen Bäumen eingezäunt – es wirkte beinahe so, als sei man in einem kleinen Wäldchen. Nicht nur sie, sondern auch etliche andere Pärchen wurden vom fabelhaften Wetter vor die Tür gelockt und schlenderten händchenhaltend über die Gassen aus Kies. Der treue Pudel ging brav an der Leine, doch nach einigen Metern zog er immer mehr, denn er wusste genau, wohin ihre Füße sie tragen würden. „Ja, gleich, Makkachin!“, lachte der Silberhaarige, der mittlerweile alle Hände voll zu tun hatte, seinen aufgeregten Hund einigermaßen festzuhalten und zu beruhigen.

Endlich erreichten sie ihr Ziel: eine kleine Lichtung umringt von herbstlichen Bäumen. Der Ältere ließ seinen wuseligen Freund frei und sofort rannte dieser durch das farbenfrohe Blättermeer, das auf dem grünen Gras lag. Er wirbelte das Laub so sehr auf, sodass es den Anschein hatte, als würde es in den sanften Sonnenstrahlen tanzen. Bei diesem Anblick mussten der Russe und der Japaner beide herzlich kichern. Der braune Pudel fand einen Ast, den die Drei perfekt zum Stöckchen Werfen verwenden konnten. Es war eine lockere Stimmung, die sie umgab, unbeschwert und leicht...


„Makkachin! Komm, mein Junge! Wir müssen langsam wieder zurück!“, rief der mehrfache Weltmeister seinen Vierbeiner und ging anschließend neben ihm in die Hocke. Liebevoll streichelte er das weiche Fell und legte die Leine wieder an seinem Halsband an. Der Jüngere stand etwas weiter entfernt hinter ihm und betrachtete das harmonische Szenario, das sich vor seinen braunen Augen abspielte. „Victor ist ein so guter Mensch. Er kümmert sich immer so warmherzig um Makkachin – und um mich...“, ging es ihm durch den Kopf, während seine eigenen Gedanken eine leichte Röte in sein Gesicht malten...

Yuuri wusste nicht wieso, es überkam ihn einfach plötzlich. Er bückte sich und nahm einen großen Haufen Laub in seine Hände. Leise schlich er sich an seinen Verlobten, der mit dem Rücken zu ihm stand. Gerade als sich der Silberhaarige umdrehte, warf der Brillenträger – der heute allerdings seine Brille, auf Wunsch seines Partners, Zuhause gelassen hatte – die bunten Blätter auf ihn. „Hey!“, erklang die russische Stimme überrascht, doch als er das süße Lächeln seines Mannes sah, konnte er ihm nicht böse sein. Wie naive Kinder begannen sie eine wilde Schlacht; ihr fröhliches Lachen erfüllte die sonst menschenleere Lichtung. Makkachin bellte freudig und wedelte mit dem Schwanz hin und her. Immer wieder rannte er zwischen den Beinen seiner Herrchen hindurch, die einfach nicht aufhören konnten zu kichern. „Nimm das!“, konterte der Asiate, nachdem er unter eine Blätterdusche geraten war, und abermals landeten die orangenen Pflanzenteile im makellosen Gesicht des Größeren. Währenddessen umspielten ihre geöffneten Mäntel ihre sportlichen Körper, die leichten Schals flatterten im frischen Wind und ihre goldenen Ringe funkelten wie zwei Sterne im warmen Sonnenlicht.

Doch da kam Victors Chance: Der Schwarzhaarige war gerade „unbewaffnet“, als der Ältere ihn sanft am Handgelenk packte, ihn jedoch bestimmt zu sich zog. Überrascht blickte der Kleinere in die eisblauen Iriden seines Coaches, der ihm einen mehr als verführerischen Blick schenkte. Seine weichen Hände schmiegten sich wie automatisch an die durchtrainierte Brust seines Gegenübers. Yuuri musste hart schlucken und von einer Sekunde auf die andere zierte ein leichter Rotschimmer seine Wangen. Es war still – die gesamte Lichtung schwieg und selbst Makkachin bellte nicht mehr. Oder konnten die Beiden – gefangen in ihrer eigenen Welt – ihn gerade nur nicht hören? Lediglich den rasenden Herzschlag des Jüngeren, der unkontrolliert gegen seinen Brustkorb hämmerte, konnten sie wahrnehmen. Der Russe legte einen Arm um die schmale Taille seines Partners und drückte ihn so noch enger an sich; seine andere Hand streichelte über die japanische Röte. Die Finger des Asiaten krallten sich in den weinroten Pullover seines Mannes. Wortlos verschmolzen ihre heißen Blicke miteinander. Victor beugte sich etwas nach unten, überbrückte so die kurze Distanz zwischen ihnen und legte seine zarten Lippen auf die des Braunäugigen. Nach einem innigen Kuss, raunte der Europäer mit tiefer Stimme: „Ich liebe dich, Yuuri!“ „Ich liebe dich auch, Victor!“ Da ertönte ein lautes Bellen. „Oh, Makkachin! Dich liebe ich natürlich auch!“, fügte der Japaner hinzu, während er sich zu dem schwanzwedelnden Pudel herunterkniete und sofort damit begann, sein weiches Fell zu streicheln. „Wir beide lieben dich, alter Freund!“, bestätigte der Platinblonde, der sich zu ihnen gesellte und seinen tierischen Wegbegleiter hinter den Ohren kraulte. Freudestrahlend liebkosten sie den treuen Pudel, der die gewonnene Aufmerksamkeit sichtlich genoss...