Schicksalhafte Begegnung

von Exita
GeschichteRomanze, Fantasy / P18 Slash
05.01.2019
12.10.2019
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Schicksalhafte Begegnung



Kapitel 2




Merlin wurde schon von zwei Soldaten an der Oberfläche erwartet, als er von der Apollo auf dem Planeten abgesetzt wurde und feststellen musste, das er immer noch erstaunt über diese Asgard Technik war. Sein Gepäck lag neben ihm, als er sich umdrehte und die beiden Soldaten musterte. Einer trat auf ihn zu.

„Major Emres?“

„Ja.“

„Wir werden Sie in den Stützpunkt bringen. Und...Der Colonel will Sie sehen.“

„Na, sicher“, antwortete Merlin „Sonst noch etwas?“

Der Soldat grinste.

„Ja, willkommen am Arsch der Pegasus Galaxie.“

„Na super“, antwortete Merlin sarkastisch und nahm sein Gepäck.

Für jemand, der auszog, um eine fremde Galaxie zu erforschen, hatte er erstaunlich wenig Gepäck dabei; musste er jetzt feststellen. Die beiden Soldaten lächelten, drehten sich um und marschierten los. Merlin folgte ihnen schweigend.

Sie kamen an dem Stargate des Planeten vorbei, das jetzt still dort lag und Merlin musterte die Gegend. Alles was er sah war diese Lichtung mit den Sternentor, ansonsten nur Wald, soweit das Auge reichte. Das Wetter war angenehm; mild. Er sah hoch zu dem blauen Himmel, die Sonne schien und es war wohl Nachmittag. Auf diesen Raumschiffen verlor man sehr schnell das Zeitgefühl.

„Besteht der Planet nur aus Wald?“, wollte Merlin wissen.

Wäre ja nicht ungewöhnlich. Es gab bestimmt viele Planeten in dieser Galaxie, die bewohnbar, aber vielleicht auch unbewohnbar waren. In einem Punkt hatte der Colonel im Stargate Center wohl recht gehabt; diese Galaxie war noch lange nicht erforscht.

Der Soldat drehte sich um zu ihm, als er antwortete.

„Nein. Es gibt auch Seen und Berge und natürlich Bewohner. Sie leben in einer kleinen Siedlung nicht weit von hier. Sie sind sehr nett und gastfreundlich. Doch auch vorsichtig, denn die Wraith waren auch schon hier. Und sie kommen immer wieder“, sagte der Soldat zerknirscht „Da wir nie wissen, wann sie kommen, können wir sie auch nicht rechtzeitig evakuieren. Wenn sie kommen, sind sie da; ohne Vorwarnung. Ich habe das schon auf anderen Planeten erlebt. Und dann heißt es nur noch...Überleben.“

Merlin sagte nichts dazu. Was sollte er auch sagen? Er war hier neu; er wusste alles, was hier zu Gange war, aber lesen und erleben waren zwei verschiedene Paar Schuhe. Doch da er jetzt hier war, würde er wohl auch seine Erfahrungen mit den Wraith machen; vorzugsweise ohne als ausgesaugte Mumie zu enden. Die Soldaten blieben stehen und einer sprach in sein Funkgerät. Ohne Vorwarnung stand er plötzlich auf einer Plattform und der Soldat grinste.

„Asgard Beam Technik. So erreichen sie den Stützpunkt; schnell und effizient.“

Das kannte er jetzt schon. Es war seltsam, wie schnell all diese Technik zur Gewohnheit wurde. Zuerst staunte man, danach fand man es fast selbstverständlich, das es so war. Merlin wollte nicht darüber nachdenken, warum das so war. Er fragte stattdessen und er fand, das war eine gute Frage...

„Und wenn die Technik versagt?“

Der Soldat sah verständnislos zu seinem Kumpel, dann wieder zu Merlin und sagte fast vorwurfsvoll.

„Natürlich haben wir auch normale Aus und Eingänge. Verdammt, wo leben Sie?“

„Nun...“, seufzte Merlin und sah sich um „Anscheinend jetzt hier.“

„Also“, sagte der Soldat „Wir sollen Ihnen eine kleine Einweisung geben. Das hier ist die oberste Ebene. Darunter gibt es noch drei andere, alles unterirdisch. Eine davon sind die Quartiere für die Menschen hier. Dann Labors und Krankenstation und...“

„Ich weiß das alles“, fiel ihm Merlin mit erhobener Hand ins Wort „Ich hatte drei Wochen Zeit alles zu studieren. Aber...Danke für die gute Absicht. Kann ich jetzt mein Quartier sehen?“

„Natürlich. Folgen Sie mir.“

Sie fuhren mit dem Lift nach unten und erreichten den Bereich der Quartiere. Merlin wunderte sich nicht wirklich. Es war ein kleiner Raum mit einem Bett, einem Tisch mit einem Stuhl; an der Wand ein Schrank...Standardausrüstung Militär. Daneben ein kleines Bad mit enger Dusche. Alles wie Merlin es kannte. Und alles unter der Erde.

Eine Röhre spendete an der Decke viel zu grelles Licht. Sehr erbauend. Aber schließlich wurde er ja strafversetzt. Was hatte er erwartet? Feudale Einrichtung seines Quartiers? Er war Soldat und brauchte nicht viel und so wie das aussah, war er wohl auch nicht viel hier. Er schickte die Soldaten weg und machte sich allein auf den Weg, den Kommandanten zu treffen, nachdem er sein Gepäck abstellte. Schließlich hatte er nicht umsonst diesen Plan studiert. Etwas später klopfte er an die Tür des Büros, nachdem er sich der Dame in dem kleinen Zimmer davor vorgestellt hatte. Und er musste feststellen, das dieser Alpha Stützpunkt größer war, als er dachte. Im Grunde genommen war er riesig.

„Ja“, rief eine männliche Stimme.

Merlin trat ein und salutierte vor dem dunkelbraunen Schreibtisch. Er registrierte in Sekunden, was in dem Raum war. Der übergroße Schreibtisch, auf dem Dokumente lagen und Bilder standen, die Wände weiß gestrichen mit geschmacklosen Bilder an den Wänden. Zwei Stühle vor dem Schreibtisch und ein Mann mit Colonel Abzeichen auf seiner Jacke. Er machte einen unsympathischen Eindruck. Nun ja, das machten wohl alle Vorgesetzten auf Merlin; diesen Eindruck. Sein alter Chef hatte recht; er tat sich schwer Befehlen zu gehorchen. Nicht unbedingt das Highlight, wenn man bei der Armee war. Er schätzte den Mann auf fünfzig und...

„Ah, der Neuzugang. Major Merlin Emres. Ich habe hier ihre Akte und ich muss wirklich sagen...“, er sah hoch „Sie liest sich wie eine Karaoke Show. Wie haben Sie es nur geschafft, solange durchzuhalten? Oder besser gesagt; solange damit durchzukommen?“

Und...Er war ein Arschloch. Warum sollte es anders sein?

„Sir?“

Er sah wieder auf die Papiere und nickte grimmig.

„Nun ja, die wollten Sie loswerden, was ihr Glück und mein Unglück ist. Obwohl sie eine sehr hohe Erfolgskurve haben, scheinen Sie sich doch nicht eingliedern zu können. Ein Rätsel, das Sie es bis zum Major geschafft haben. Aber ich sage es Ihnen hier gleich; Ich dulde keine Eigengänge, noch irgendwelche Eigenentscheidungen. Sie sind hier und werden meinen Befehlen folgen und ich dulde keine Extragänge. Haben Sie das verstanden?“

„Ja, Sir.“

„Ich sage es Ihnen nur einmal und werde mich nicht wiederholen.Seien Sie hier nicht so sorglos. Wir haben hier mächtige Feinde. Allen voran die Wraith; mit den Splittergruppen der Genii ist auch nicht zu scherzen. Sie sind Geächtete. Abgesehen von den anderen, unerforschten Planeten, auf denen wahrscheinlich auch bösartige Leute leben. Das hier ist kein Zuckerschlecken und wir brauchen keine Helden, die sich eigenständig machen. Kapiert?“

„Ja, Sir.“

„Des weiteren sehe ich in den Akten, das sie allein arbeiten. Finden Sie das klug? Sie haben keine Rückendeckung; ich werde Ihnen ein Team zuteilen.“

„Mit Verlaub, Sir“, sagte Merlin „Ich arbeite alleine. Dann bin ich am Effektivsten.“

Der Colonel schaute hoch und musterte Merlin; es war klar, das er nicht viel von ihm hielt.

„Ich halte nichts von ein Mann Teams. Sie bekommen ein Team und ich dulde keinen Widerspruch. Sie sind auch nicht in der Position, irgendwelche Forderungen zu stellen. Aber das wissen Sie ja selbst; sind ein kluger Junge. Okay, dann willkommen und Major...Ich will Sie nur hier sehen, wenn sie mir einen Appell geben und nicht wegen irgendeinem Scheiß, den Sie fabriziert haben. Ist das vollkommen klar? Ich verstehe in dieser Hinsicht kein Spaß.“

„Ja, Sir.“

„Ihr Dienst und Einteilung beginnt übermorgen sechs Uhr. Dann bekommen Sie auch ein Team. Gewöhnen Sie sich in der Zwischenzeit etwas ein. Wegtreten!“

Merlin verließ das Büro. Na gut, fassen wir mal zusammen. Stützpunkt unter der Erde, Zimmer Standard, Kommandant ein Arschloch. Strafversetzt am Arsch einer anderen Galaxie? Ja, und nun auch noch ein Team.Verdammte Scheiße. Das war wirklich hart; er brauchte einen Drink. Dringend.

„Hast wohl mit dem Alten schon Bekanntschaft gemacht. Was? Nicht gerade ein Sonnenschein, der Alte.“

Merlin drehte sich um. Ein junger Leutnant stand hinter ihm und wechselte gerade die Farbe in seinem Gesicht. Anscheinend hat er erst jetzt die Abzeichen gesehen, die an Merlins Jacke waren. Er salutierte vor Merlin.

„Oh...Verzeihung, Sir...Ähm...Major. Ich...Ich...“, stammelte er herum.

Merlin winkte ab. Ihm war nicht danach, den Vorgesetzten raus hängen zu lassen; das hatte er die Tage genug. Wenn er so wäre wie diese Herren hinter den Schreibtischen, würde er den jungen Leutnant jetzt zur Schnecke machen, aber Merlin war eben kein Vorzeige Soldat und eher das schwarze Schaf in der Armee.

„Keine Panik, Mann. Ist okay. Noch bin ich nicht im Dienst. Und hören Sie auf, vor mir stramm zu stehen. Das macht mich nervös.“

Der Leutnant war erleichtert, das sah man ihm an. Doch er sagte nichts und so sprach Merlin weiter, als er sich umsah.

„Wo bekommt man hier etwas zu trinken?“

„In der Cafeteria, Sir.“

„Ich meine keinen Kaffee“, sagte Merlin.

„Ah“, grinste der junge Mann „Solche Drinks. Okay, dann La Cantina. Der Wirt ist Spanier und diese Bar ist sehr gut besucht. Es wird Ihnen gefallen.“

„Okay, hört sich ja vielversprechend an“, lächelte Merlin „Wollen Sie mitkommen; dabei können Sie mir den Weg zeigen. Und...Mein Name ist Major Merlin Emres.“

Der junge Mann mit der blonden Stachelfrisur und lustigen, blauen Augen grinste.

„Sehr erfreut, ich bin Leutnant Merry. Jason Merry.“

„Dann mal los“, sagte Merlin und er freute sich wirklich nach dem scheiß Gespräch auf einen Whiskey.




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Am nächsten Tag erkundete Merlin den Stützpunkt. Obwohl es in La Cantina spät wurde und er sich lange mit Juan, dem Besitzer unterhalten hatte und einige Becher Whiskey mit Merry getrunken hatte, war er relativ fit. Doch er staunte nicht schlecht, als er die Schiffe im Hangar stehen sah. Sie sahen seltsam aus; nicht wie die Jäger auf der Erde.

„Das sind die Jumper, Sir“, sagte eine Frau neben ihm, Sergeant laut ihrer Abzeichen „Atlantis hat uns einige zur Verfügung gestellt. Es sind nicht viele; na ja....Nicht jeder hat das Gen.“

Merlin sah sie an.

„Sie meinen das Antiker Gen?“

„Ja“, lächelte sie erstaunt; sie sah gar nicht so übel aus; fand Merlin.

Und er war froh, das er so viel las. Anscheinend war sie beeindruckt. Vielleicht kannten nicht viele diese Besonderheit oder da er neu war, dachte sie, das er sich nicht auskennt. Merlin wusste alles über diese Pegasus Galaxie, was es zu lesen gab. Das andere würde er selbst herausfinden.

„Haben Sie das Gen?“, riss sie ihn aus seinen Gedanken „ Denn andernfalls können Sie die Jumper nicht fliegen. Sie reagieren auf das Gen. Wurden Sie schon getestet?“

„Nein. Ich bin erst angekommen. Aber das hört sich sehr interessant an.“

„Ist es auch“, lächelte sie und sah ihn einen Moment an „Wollen Sie wissen, ob sie das Gen haben?“

Merlin drehte sich zu ihr und fragte neugierig.

„Und wie?“

„Ganz einfach. Wenn Sie den Jumper betreten, springen alle technische Dinge an, sobald sie im Pilotenstuhl sitzen. Wollen Sie es probieren? Oder wollen Sie warten, bis Sie einen Termin bekommen? Sie können das entscheiden.“

„Jetzt? Sie wollen das jetzt mit mir durchziehen?“

Sie nickte.

„Ich könnte das arrangieren“, und musterte ihn dabei. Es sah fast anzüglich aus.

Merlin war nicht dumm; sie schien auf etwas hinaus zu wollen. Er lächelte sein Charme Lächeln. Verdammt, er sah gut aus und er wusste es. Dunkles, lockiges Haar, hellblaue Augen, schlanke Figur, durchtrainiert. Hohe Wangenknochen und einen verführerischen Mund; das sagten immer seine Verflossenen.

„Und...Was kostet mich das?“, fragte er, weil man in dieser verdammten Welt oder Galaxie nichts umsonst bekam.

„Mmh“, machte sie „Vielleicht ein paar Drinks zusammen, dann sehen wir weiter. Was halten Sie davon?“

„Warum nicht?“, sagte er.

Was soll es? Niemand sagte etwas davon, das er hier nicht auch einen anständigen Fick bekam.

Sie winkte ihm und sie betraten nach kurzer Zeit den Hangar. Komischerweise war Merlin aufgeregt. Er liebte das Fliegen und er flog alles, was sich in die Luft erheben konnte. Es wäre fatal, wenn er diese Jumper nicht fliegen könnte. So stand er mit klopfendem Herzen vor dem geöffneten Jumper und sah hinein. Er war nicht so klein, es konnten schon einige Leute mitfliegen. Das Design war zeitlos und einwandfrei technisch sehr hoch entwickelt. Er sah zu der Frau, die ihm zunickte und er betrat fast andächtig den Jumper. Sie folgte ihm und Merlin blieb vor dem Pilotensessel stehen.

„Er fliegt ausschließlich mit Gedankenkontrolle“, sagte diese Frau leise zu ihm „Sie müssen nur denken. Ist das nicht toll?“

Merlin sah sie an. Sie schien sich sehr dafür zu begeistern. Er auch und er wusste ziemlich viel über diesen Jumper, doch in einem zu stehen, war etwas ganz anderes. Natürlich flogen sie mit Gedankenkontrolle und dem Antiker Gen.

„Können Sie ihn fliegen?“

Sie schüttelte den Kopf.

„Nein, aber ich bin schon mit geflogen. Nun, setzen Sie sich. Wenn Sie das Gen haben, müssten alle Lichter angehen.“

Merlin zögerte. Wie hoch war die Chance, das er dieses Gen hatte? Bestimmt sehr gering und er fürchtete sich davor, es herauszubekommen. Denn sollte nichts passieren, wäre er sehr enttäuscht. Er wollte diese Jumper fliegen. Er wollte mit diesen Jumper ins All fliegen. Gott, wie sehr wollte er das und er würde ungern jemanden anderes die Kontrolle über das Schiff geben wollen.

Antiker Gen...Gott, lass mich von ihnen abstammen, dachte er. Er setzte sich vorsichtig auf den Sitz. Etwas summte und dann...Flackerte Lichter vor ihm auf, Tabellen und Anzeigen in strahlendem Blau. Sie hingen einfach vor ihm in der Luft. Merlin atmete nicht. Er konnte es wirklich nicht fassen. War das wirklich wahr oder machte da einer einen Schalter an und würde sich später über ihn totlachen.

„Gott; sie haben es!“, rief diese Frau „Ich glaub es nicht und wahrscheinlich ziemlich stark. Denken Sie nichts; besser noch...Stehen Sie auf, bevor Sie starten.“

Gott, sie meinte es todernst. Also war es kein Spaß. Er hatte wohl so etwas wie den Jackpot.

Merlin stand auf und alles erlosch. Jesus, das erste Erfolgserlebnis, seit er von der Erde aufgebrochen war. Er musste sich eingestehen, das er das gebraucht hatte. Bis jetzt war alles...Mist. Morgen würde er seinen ersten Planeten besuchen. Mal sehen, was dabei heraus kam. Sollte seine Glückssträhne anhalten, würde er morgen auch Erfolg haben.

Merlin verabschiedete sich von der Lady, die offensichtlich mit ihm flirtete. Sie war nicht sein Typ, aber ein paar Drinks würde er mit ihr trinken.

Warum nicht?






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Sein Team bestand aus zwei weiteren Leuten und Merlin war fast erfreut, das einer von ihnen Leutnant Merry war. Anscheinend war er auch nicht unglücklich darüber. Sie hatten sich nach dem unglücklichem, ersten Zusammentreffen eigentlich gut verstanden. Der Andere in seinem Team war ein Mann mit roten Haaren und Ire. Er war Mitte dreißig und Astrophysiker. Sein Akzent war wirklich...gewöhnungsbedürftig. Außerdem wusste er gut mit einer Waffe umzugehen und Merlin staunte das erste Mal über ihn. Er sah eher aus, als würde er niemanden schaden wollen. Ian Mckenzy war die erste Überraschung, seit Merlin hier ankam, was Menschen anging.

„Sie führen das Team?“, fragte er Merlin in seinem irischen Englisch „Major...“

„Emres. Merlin Emres“, sagte Merlin „Ja. Willkommen in meinem Team.“

„Sie sind hoffentlich nicht einer von der Sorte, der dieses Militärische vollführt“, sagte er grinsend „Ich hab es nicht so damit. Ich bin nur ein Wissenschaftler.“

Merlin grinste.

„Ich denke, Sie sind so wenig ein „nur Wissenschaftler „ wie ich es bin. Ich habe Sie mit der Waffe gesehen und wie Sie damit umgehen. Glauben Sie mir; nur Wissenschaftler wüssten noch nicht mal, wie sie die P 90 halten sollten.“

„Ich habe es schon gehört. Sie haben einen Abschluss in Biologie. Soldat und Wissenschaftler. Tja, ich denke, das wir beide wissen, was gut für uns ist. Und außer Astrophysik und Waffen liebe ich auch einen guten Whiskey.“

„Dann“, antwortete Merlin und lächelte „Werden wir uns verstehen.“

Am nächsten Morgen stand er wieder im Büro des Kommandanten. Er saß hinter seinem Schreibtisch und sah immer noch so unsympathisch aus wie zuvor. Er sprach Merlin an, ohne von den Papieren aufzusehen.

„Sie sind wohl von der schnellen Sorte? Was? Haben das Antika Gen und konnten wohl nicht die normalen Tests abwarten.“

„Es war eher Zufall, Sir“, sagte Merlin. Der Colonel sah auf.

„Zufall? Kommt wohl bei Ihnen öfter vor? Durch Zufall sind alle Zielpersonen umgekommen? Bei mir gibt es keine Zufälle. Klar?“

„Natürlich, Sir“, sagte Merlin. Oh ja, er hatte seine Akte sehr exakt studiert. Wohl jede einzelne Mission, die er hatte und er schien Merlin nicht zu mögen. Offensichtlich.

„Nun gut“, sprach der Colonel weiter „Wir haben nicht viele Piloten. Wenn Sie von dem Einsatz zurück sind, werden Sie ein Flugtraining absolvieren. Haben Sie das Team schon kennengelernt?“

„Ja, Sir.“

„Gut. Sie haben grünes Licht. Wählen Sie den Planeten an und sehen Sie sich um. Ich erwarte dann Ihren Bericht. Wegtreten!“

„Ja, Sir.“

Merlin ging zur Tür, doch der Kommandant rief.

„Und Emres? Seien Sie vorsichtig und bauen Sie keinen Scheiß.“

Merlin nickte und verließ das Büro. Gott, wie er das hasste. Wäre er nicht so verrückt darauf, Soldat zu sein, hätte er das alles schon lange geschmissen. Sich unterordnen und Befehlen zu folgen; mögen sie auch noch so unsinnig sein, lag nicht in seinen Genen.

Er ließ lieber alles auf sich zukommen und fing dann an zu improvisieren. Und wenn er etwas gut konnte, dann aus aussichtslosen Missionen einen Erfolg machen. Unter anderem, wenn er alle Zielpersonen ausschalten konnte.

Befehle? Brauchte er nicht wirklich.





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Er hatte das Stargate schon in Aktion gesehen; auf der Erde im Stargate Center. Er wusste wie es funktionierte und er war immer noch fasziniert, diesen goldenen Ring mit dieser hellblauen Oberfläche zu sehen. Als hätte man einen blauen See in ein rundes Loch gesteckt. Durch das Sternentor zu gehen...Nun, das war eine ganz andere Sache. Zumindest für Merlin, denn die Anderen kannten das zu Genüge. Ian trat neben ihn.

„Schon mal eine Reise durch das Gate gemacht, Sir?“

„Nein; mein erstes Mal.“

„Sie werden auf der anderen Seite kotzen“, grinste der rothaarige Mann.

Merlin sah ihn groß an, doch hörte das belustige Schnauben von Merry hinter ihm, der jetzt zu ihnen kam.

„Glauben Sie dem Iren nur nichts.“

„Was denn nun? Kotzen oder nicht kotzen?“, fragte Merlin „Sie wollen doch wirklich nicht, das ich den Major raus hängen lasse?“

„Nicht wirklich“, meinte Ian „Vielleicht wird es Ihnen etwas schummrig sein; Ich habe nichts bemerkt.“

„Kein Wunder; bei dem Kopf“, murmelte Merry und stapfte auf das Gate zu „Dann wollen wir mal.“

Er trat in den blauen Horizont und war verschwunden. Ian folgte ihm. Merlin blieb davor stehen und steckte vorsichtig einen Arm hinein. Er fühlte, das es einen Sog gab. Angst hatte er keine, aber er war etwas skeptisch. Trotz allem nützte das gar nichts, also nahm er einen tiefen Atemzug und schritt hindurch. Er wurde gezogen, durch so eine Art Tunnel und er wusste nicht, wo oben und unten war und plötzlich trat er aus dem Sternentor und stand auf einer Lichtung. Seltsamerweise waren hier die Bäume lila oder er hatte mehr abbekommen, als er durch dieses Tor ging, als er dachte. Es gab einen seltsamen Kontrast zu der grünen Wiese. Merry und Ian standen etwas weiter vor ihm und sahen sich um. Die P 90 im Anschlag, mussten sie höllisch acht geben, nicht den Wraith in die Arme zu laufen.

„Ähm...Sind die Bäume lila?“, fragte Merlin „Oder...“

„Alles ruhig“, sagte Ian und sah auf seinen Recorder „Nicht weit von hier gibt es ein Dorf. So wie das aussieht, sind sie nicht weit entwickelt. Bauern würde ich sagen.“

Niemand schien seine Frage zu beantworten.

„Was ist? Ich habe etwas gefragt?“

„He?“, fragte Merry und grinste „Ach so...Die Bäume. Sie sind rot.“

„Was?“

Ian grinste breit und Merlin legte den Kopf schief und holte Luft.

„Okay, ihr hattet euren Spaß. Wenn ich nicht gleich weiß, welche scheiß Farbe die Bäume haben, werde ich wirklich sauer. Und ihr möchtet nicht, das ich sauer werde.“

„Ja, blass lila, würde ich sagen.“, meinte Ian, immer noch belustigt.

„Oder richtig violett“, meinte Merry grinsend.

„Arschlöcher“, sagte Merlin leise, aber amüsiert und etwas lauter „Lasst uns in dieses Dorf gehen.“

Das Dorf war ziemlich groß, anscheinend war gerade Markt. Stände waren aufgebaut, alles ziemlich bunt und Merlin dachte, das es ein wenig orientalisch wirkte. Sie wurden groß angesehen und beobachtet, als sie durch die Straße gingen. Die Einwohner wirkten etwas scheu und vorsichtig, doch plötzlich kam eine Gruppe Männer auf sie zu. Ein älterer Mann sprach sie an, als sie sich trafen.

„Ich bin der Dokat dieses Dorfes. Wer sind Sie?“

„Wir kommen als Freunde und suchen Kontakt“, sagte Merlin.

„Wollen Sie handeln?“

„Handeln...Mhm...Ja, eigentlich schon.“

Der Dokat lächelte.

„Dann sollten wir das Brot brechen und uns näher kennenlernen.“

„Bitte.“

„Folgen Sie mir.“

Merlin nickte den anderen zu und folgte der Gruppe in ein Haus. Dort setzten sie. Während eine junge Frau Speisen auf den Tisch stellte, erzählte der Anführer.

„Wir sind eine der Gemeinden hier auf Zeltus. Wir leben vom Anbau von Obst und Gemüse, aber auch vom Handel. Viele kommen her, um unsere köstlichen Früchte zu kaufen. Wir leben ein einfaches Leben ohne Gewalt. Wenn Sie Früchte und Gemüse kaufen wollen, können wir ein Abkommen aushandeln. Wir freuen uns über jeden Besuch, außer von einer Rasse.“

„Die Wraith“, sagte Merlin.

Er nickte.

„Ja, wenn sie zum Ausdünnen kommen, haben wir keine Wahl und viele sterben oder werden verschleppt. Wir rechnen jeden Tag damit. Sie waren schon sehr lange nicht mehr hier. Doch nun sind sie alle aufgewacht. Es ist eine Frage der Zeit.“

Merlin sah ihn an. Er bewunderte die Leute, sie hier angesichts der ständigen Gefahr lebten. Aber anderseits kannten sie es nicht anders. Seit Generationen kamen die Wraith und es schien schon fast ein Teil des Lebens zu sein. Merlin hatte alles über diese Rasse gelesen. Sie waren eine Kreuzung eines Insekts; einem Käfer, der hier in der Pegasus Galaxie angesiedelt war und menschlichen Leben. Sie gab es schon vor zehntausend Jahren, als sie gegen die Antiker kämpften und diese verloren; Atlantis aufgaben. Merlin wollte nicht wissen, wie viele Äonen es dauerte, bis sich diese räuberische Rasse entwickelt hatte. Doch er wollte wissen, wie so etwas möglich war; er war Biologe und das fiel in sein Bereich.

Iratuskäfer ernährten sich von der Lebenskraft anderer Wesen. Sie saugen sie heraus. Dadurch regenerieren sie Verletzungen und Krankheiten und...Die Sterblichkeit. Die Wraith lebten nach den gleichen Prinzip. Sie saugen den Menschen das Leben aus; buchstäblich. In ihrer rechten Hand ist das Futterorgan; ein Schlitz. Niemand wusste genau, wie das mit diesem Nährvorgang wirklich funktionierte. Die Opfer alterten zusehend und zurück bleibt eine mumifizierte Leiche. Was genau bei diesem Vorgang chemisch oder biologisch passierte, wusste niemand. Nährte sich ein Wraith an einem, war man eine Leiche. Ein sehr interessante Rasse, aber auch sehr gefährlich und sie standen an der Spitze der Nahrungskette.

„Also“, begann Merlin, als draußen Tumult war. Man hörte Frauen schreien und Merlin sprang alarmiert auf.

„Was ist denn...“

Ein Heulen war zu hören, dieser schrille Ton, den Ian zu Genüge kannte. Jäger.

„Jäger“, rief er „Wraith Jäger. Sie kommen.“

„Raus hier“, schrie Merlin und rannte raus.

Das war mal wieder typisch. Kaum hier und schon Feindkontakt. Als hätten sie darauf gelauert, sich Merlin vorzustellen. Merlin hatte keine Angst. Er war Soldat und noch so einiges mehr. Angst lähmte und das konnte sehr schnell nach hinten losgehen. Er würde kämpfen; etwas was er zu Genüge kannte. Er hob die Waffe, doch Ian zerrte ihn in ein dichtes Gestrüpp; Merry neben ihnen.

„Was soll denn das, Mckenzy?“, zischte Merlin „Ich hatte nicht vor mich in einem Gebüsch zu verstecken.“

„Doch, denn was anderes bringt gar nichts, Major. Sie werden uns töten oder einkassieren. Die Jäger sind überall, sie haben eine Transporter Technologie, die Menschen in den Datenspeicher scannen und dort gefangen halten, bis sie wieder zurück materialisiert werden. Und das meistens auf dem Basisschiff. Glauben Sie mir; ich kenne das zu Genüge. Einige der Jäger brachten Wraith in das Dorf. Wenn wir uns still verhalten, werden sie nicht wissen, das wir hier sind, ansonsten...“

Merlin fluchte leise. Er hatte mit allem recht, was er sagte. Sie könnten nichts ausrichten. Sein erster Einsatz und er traf auf die Wraith. Es war fast lustig, wenn es nicht so verdammt ernst wäre. Doch nun konnte er einen Blick auf sie werfen, denn ein Jäger flog über das Dorf. Im Transporterstrahl ließ er einige der Wraith im Dorf zurück, von denen einige ausschwärmten. Sie waren groß; Merlin schätzte ein Meter fünfundachtzig oder neunzig.. Sie bewegten sich fließend und fast anmutig; zumindest diese in den schwarzen Mäntel.

Sie hatten lange, weiße Haare und sahen menschlich aus; was ihre Figur anging. Doch ihre Haut hatte ein Jade Ton und war durchzogen von schwarzen Linien, fast wie marmoriert. Sie hatten Augen wie Raubtiere, irgendwie passend und Tattoos. Ihre Wangenknochen waren ausgeprägt und sie hatten so etwas wie Schlitze unterhalb der Wangenknochen. Das war überraschend. Die anderen schienen untergeordnet zu sein. Sie waren stämmiger und hatten alle etwas auf dem Gesicht. Merlin stupste Ian an und zeigte in ihre Richtung.

„Drohnen“, sagte Ian leise „Sie sind so etwas wie Fußsoldaten. Untergeordnet.“

Es war erschreckend, wie nah er ihnen war, das er diese Details sehen konnte, realisierte Merlin am Rande. Der Busch in dem sie lagen, war sehr dicht und die Wraith hatten anderes zu tun, als sich die Büsche anzusehen. Zum Glück, sonst wären sie gezwungen zu kämpfen und sie würden nicht gewinnen.

Merlin sah sich wieder die anderen an. Sie waren wirklich alle hochgewachsen und schlank und alle hatten diese langen, weißen Haare. Und sie bewegten sich nicht wie Menschen; Merlin würde sagen...Anmutiger, geschmeidiger, wie Raubtiere. Ihre Uniformen waren eigentlich lange Mäntel, die vorne offen waren, darunter sah Merlin schwarze Lederhosen. Alles war Leder an ihnen, Farbe schwarz.

Einer der Drohnen schleppte einen Mann an und hielt ihn vor den Wraith; er hatte hier wohl das Sagen. Dieser schlug ihm die Hand auf die Brust und der Mann schrie. Merlin wollte aufspringen, doch Ian hielt ihn und schüttelte den Kopf. Der Major beobachtete, wie dieser Mann alterte, während der Wraith knurrte, zischte und offensichtlich das genoss, bis nur noch eine Mumie übrig blieb. Merlin sah weg. Er war nicht zimperlich und auch kein Feigling, doch Ian hatte recht. Würden sie kämpfen, würden sie draufgehen. Es dauerte noch eine halbe Stunde, dann zogen sie wieder ab. Ein Jäger flog über die Wraith und sie waren in dem Strahl verschwunden.

Merlin kroch aus seinem Versteck; er fühlte sich furchtbar und er war zornig. Er konnte den Leuten nicht helfen. Alle liefen desorientiert herum und Merlin blieb vor der verschrumpelten Leiche stehen. Sie hatte eine Wunde auf der Brust. Sie war tief und blutig, rund herum blutige Wunden von den Klauen. Viele Menschen wurden verschleppt; in diesen verdammten Jäger. Ian trat neben ihn.

„Das Basisschiff ist im Orbit. Wenn die Jäger zurück sind, ziehen sie ab.“

„Wie oft hast du das hier erlebt?“, fragte Merlin leise.

„Zu oft. Ich bin zwar von der Erde, doch ich lebte auf einem der Planeten, die von den Wraith besucht wurde. Sie haben das kleine Dorf komplett ausradiert. All meine Freunde; ich konnte durch das Gate entkommen. Seitdem töte ich sie, sobald ich eine Chance habe.“

Merlin sah sich um. Diese Menschen waren traumatisiert. Viele liefen orientierungslos herum, andere suchten ihre Angehörigen. Und doch würden sie nicht gehen. Hier war ihr zu Hause.

„Wir müssen zurück und ihnen Hilfe schicken“, sagte Merlin.

„Vergiss es“, antwortete Merry „Der Colonel schickt niemanden. Das ist hier schon fast normal. Die Wraith kommen und dünnen aus; es sind ihre Weidegründe. Und das seit Generationen.Trotzdem wollen sie den Planeten nicht verlassen. Es ist ihr Zuhause.“

„Na super“, sagte Merlin und setzte sich in Bewegung „Lasst uns zurückgehen. Es war genug für diesen Tag. Toller Appell werde ich dem Colonel geben...Planet bewohnt; noch. Nette Leute, Bauern, die Landwirtschaft betreiben und zum Handeln bereit sind. Habe ich etwas vergessen? Ach ja...Gute Weidegründe für die Wraith.“

Er drehte sich nach Ian um, der nichts sagte.

„Weißt du, wie sich das anhört? Als würden sie uns züchten.“

„Das tun sie ja auch. Sie überspringen Generationen und halten Winterschlaf, bis sich die Herde erholt hat und die Weidegründe wieder Bestand haben.“

„Scheiße...Was tue ich hier eigentlich?“, sagte Merlin leise zu sich und etwas lauter zu Merry „ Wählen Sie das Tor an.“

Während Merry das Tor anwählte, sah Merlin zum Himmel. Da oben war dieses verdammte Wraith Schiff und er hatte nicht übel Lust, es in tausend Stücke zu sprengen. Sein erster Einsatz und gleich Feindkontakt. Er hatte wirklich Glück. Und nun hatte er auch einen Einblick in die Futtergewohnheiten der Wraith.

Das Tor schimmerte bläulich, als sie darauf zugingen und diesmal zögerte Merlin nicht, als er durchtrat. Er kam mit neuen Situationen ziemlich gut klar. Eigentlich fühlte er sich gerade, als würde er das schon jahrelang machen.

Am Abend, nachdem er seinen Bericht geschrieben hatte, saß er in La Cantina vor einem Whiskey und starrte das Glas an.

„Immer noch geschockt?“, fragte jemand und Merlin sah auf. Ian grinste ihn an.

„Was? Wegen heute? Sie haben keine Ahnung.“

Ian setzte sich ihm gegenüber; sein Blick neugierig.

„Von was habe ich keine Ahnung?“

Merlin trank einen Schluck der braunen Flüssigkeit, doch er sagte nichts. Was sollte er auch sagen? Er hatte eine Spezialausbildung und Kampftechniken drauf, die die meisten nicht kannten. Er war fast schon ein Auftragskiller gewesen, denn wenn es brannte, rief man ihn und Merlin beseitigte das Problem professionell. Dabei blieb sein Liebesleben auf der Strecke; er wusste nicht mehr, wie viele Frauen er hatte und nichts hatte gehalten. Der Dank der Herren sah man jetzt; er saß am Ende einer anderen Galaxie fest, mit Feinden die einem das Leben aussaugten. Toller Lebenslauf!

„Erzählen Sie mir etwas über die Wraith“, sagte er stattdessen „Sie scheinen sie besser zu kennen.“

Ian lehnte sich zurück und lächelte etwas. Geschickt ausgewichen, dachte er. Aber er schätzte den Major nicht so ein, das er in Büros saß. Ian hatte ein Blick für Soldaten und Major Merlin Emres war etwas Besonderes; das wusste er. Er selbst war ein Wissenschaftler, doch er stammte aus Irland. Ian lernte früh zu kämpfen, um zu überleben...In den Straßen von Dublin. Er war auch etwas anderes als es scheint. Und auch er würde nicht über sein Leben aus dem Nähkästchen plaudern. Es ging niemanden etwas an, auch das Leben vom Major nicht.

„Viel weiß ich auch nicht. Diese Rasse hat viele Geheimnisse. Was ich weiß; sie leben in einem System, das einem Bienenstock gleicht.“

Merlin sah auf.

„Wie bitte?“

„Sie haben Königinnen und nur sie können sich fortpflanzen. In ihrer Kultur, wenn man es mal so sagt, haben die Frauen das Sagen. Und sie führen auch. Ein Basisschiff oder Schwarmschiff wie wir sie auch nennen hat über tausend Wraith Besatzung, aber nur eine Königin, wenn überhaupt. Sie sind nicht sehr zahlreich und sterben irgendwie leichter. Eben wie in einem Bienenstock. Aber das wissen Sie selbst als Biologe, wie so etwas vor sich geht.“

„Natürlich. Doch denke ich, das sie etwas von einem Bienenstock abweichen. Ist die Fortpflanzung nicht anders? Sie sind auch menschlich, bis zu einem gewissen Grad.“, wollte Merlin wissen.

Ian zuckte die Schultern.

„Das wissen wir nicht. Ich frage sie ja nicht, wie sie es treiben, bevor ich sie töte“, grinste Ian „Es ist halt nur unvorstellbar, das sich die Königin mit tausend Krieger einlässt. Folglich bin ich zu dem Schluss gekommen, das sie es untereinander treiben“, grinste er „Wenn überhaupt. Ich weiß noch nicht mal, ob sie überhaupt einen Schwanz haben. Haben Käfer einen?“

Merlin nickte.

„Sicher. So eine blöde Frage. Es ist nur nicht so wie bei Menschen. Ihr Penis ist...“, er winkte ab „Ich habe jetzt keine Lust auf Biologie Unterricht. Lesen Sie ein Buch. Aber anscheinend leben diese Käfer nach dem gleichen Prinzip. Oder?“

Ian nickte.

„Ja. Haben Sie schon mal einen gesehen?“

„Nur auf Bildern.“

„Eklige Geschöpfe“, erzählte Ian „Sie leben in feuchten Höhlen und nach dem gleichen Prinzip. Mit einer Königin und sie ernähren sich von der Lebenskraft anderer Wesen. Die Käfer sind ungefähr einen halben Meter lang, schwarz. Ich habe schon welche gesehen. Auch schon welche, die Männer am Hals hingen und sie langsam aussaugten.“

„Anscheinend waren sie nicht nur auf der Sonnenseite dieser Galaxie“, stellte Merlin fest. Ian grinste nur und schüttete den Rest seines Whiskeys in die Kehle, sagte dann.

„Also, noch mal darauf zurückzukommen...“, er sah Merlin an „ Hat nicht jede Rasse diesen Sexualtrieb? Bei einer Königin und tausend Männer etwas schwierig; also...Was bleibt?“

„Vielleicht sind sie anders, als wir alle denken“, sagte Merlin nachdenklich „Und ich muss zugeben, das sie geheimnisvoll und irgendwie faszinierend sind.“

„Echt jetzt? Das sagen Sie aber nicht mehr, wenn Sie irgendwo als verschrumpelte Leiche liegen und das Abendessen waren“, sagte Ian etwas vorwurfsvoll.

„Wahrscheinlich nicht“, grinste Merlin und griff nach seinem Glas.

Er konnte sich nicht annähernd vorstellen, wie sie sich fortpflanzten, wenn das alles stimmte, was Ian erzählte. Aber das war nicht seine Priorität. So wie sich sein Kommandant heute ausgedrückt hatte, sollte er sie umlegen und nicht erforschen. Tja, da war er wieder dort wo er zuvor war. Auftragskiller. Nur mit dem Unterschied, das seine Opfer Weltraum Vampire waren. Merlin lächelte über den Ausdruck, doch er kam der Wahrheit ziemlich nah.

Er würde lügen, wenn ihn das Thema nicht interessieren würde. Er war ein verdammter Biologe und noch gut dazu. Abschluss mit Auszeichnung. Merry kam herein und winkte ihnen und Merlin wechselte das Thema, als er drei Whiskeys bestellte.

Alles andere konnte jetzt warten.
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