Das Haus von Gondastyr

von Scrima
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18
05.01.2019
29.09.2019
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Begeisterter Applaus brandete durch den Saal, als der Vorhang sich wieder lichtete. Die Bühne war in magisches Licht getaucht, gebrochen durch rote und blaue Scheiben aus reinem Kristall, die in der Mitte zu einem mysteriösen Violett verschmolzen. Aus dem Hintergrund, verborgen hinter den Requisiten, drang Harfenmusik. Das Bühnenbild zeigte ein luxuriös eingerichtetes Zimmer, wie man es im Süden Cyrodiils erwartete: Hölzerne Säulen stützten das aufgemalte Dachgebälk ab und gaben den Weg auf eine ebenerdige Veranda frei. Links waren Bücherregale, ein Schreibtisch, dahinter ein Teppich, der auf der Bühne weiterverlief. Daneben stand ein Waffenständer. Zwei Schauspieler befanden sich auf den Brettern und tänzelten umeinander, wie Gladiatoren in einer Arena.
„Da ist er! Oh, da ist er! Siehst du den Waffenständer, liebste Schwester?!“
Trickler wippte auf und ab und hatte Merowe am Arm gepackt. Seufzend schlug sie die Beine übereinander und zupfte am Stoff ihres roten Kleides, um zu verhindern, dass sich Falten bildeten. Sie hatte es sich auf Tricklers Wunsch hin gekauft, zusammen mit einer passenden Maske, die ihre Augen verdeckte und ein wenig an einen Vogel erinnerte.
Es erstaunte Merowe immer wieder aufs Neue, wie simpel es war, Trickler zu beglücken. Sie saßen in einer der drei Logen, über die das Theater verfügte. Seit zwei Stunden ertrug Merowe die seichteste Darbietung, derer sie jemals Zeugin werden musste und trommelte ungeduldig mit den Fingern auf ihrem Armreif. Emily hatte Recht gehabt: Es war nicht das schönste Theater, das Wegesruh zu bieten hatte, noch war es das größte oder hatte die besten Schauspieler.
Dennoch war die Stimmung im Saal zum Schneiden. Nur knapp 200 Zuschauer fanden darin Platz und es hätte zu mehreren Skandalen geführt, hätte die Gesellschaft erfahren, wer alles unter den Besuchern weilte.
„Oh, sie hat nicht zu viel versprochen!“, schwärmte Trickler weiter. „Genauso habe ich es mir vorgestellt.“
Merowe zählte die goldenen Knöpfe am blauen Wrack des Schauspielers und stellte sich vor, wie sie abfielen. Seine Galavorstellung, dachte sie abfällig. Der Vorverkauf der Eintrittskarten hatte vor wenigen Wochen begonnen, unter der Hand, um den Anruch von Skandal und Verbotenem zu haben, und innerhalb von zwei Tagen waren sie vergriffen gewesen. Merowe versuchte, ihren Arm aus Tricklers Griff zu befreien und beobachtete, wie Crantius Colto einen ausladenden Schritt auf die namensgebende Argonierin zumachte.
„Bestimmt nicht, lieber Sir! Ich bin nur hier, um Eure Gemächer zu putzen“, piepste Lupft-ihren-Schwanz ängstlich.
„Genau, wie im Buch!“, hauchte Trickler ehrfürchtig.
„Ja. Wie im Buch. Ich konnte selbst nicht glauben, dass sie wirklich so hieß.“
Trickler versetzte ihr einen vorwurfsvollen Stoß. Er vergaß, Merowe festzuhalten und krallte sich an der hölzernen Balustrade fest.
Crantius Colto beugte sich vor und grinste gehässig.
„Ist das der einzige Grund, aus dem Ihr hier seid, meine Kleine? Die Gemächer?“
Erwartungsvoll sah er sie an.
„Ich weiß gar nicht, was Ihr damit andeuten wollt, Herr“, antwortete sein Gegenüber und wich einen Schritt zurück. „Ich bin nur eine arme argonische Maid.“
Wieder wich sie zurück und stolperte gegen einen gepolsterten Stuhl, auf dem sie unsanft zu sitzen kam. Crantius Colto schloss zu ihr auf und streckte seine Finger nach ihr aus.
„Ja, das seid Ihr, meine Süße. Und eine gute noch dazu. So starke Beine und ein so wohlgeformter Schwanz.“
Er wollte danach greifen, doch Lupft-ihren-Schwanz stand im letzten Moment auf und brachte den Stuhl zwischen sich und Crantius.
„Ihr macht mich ganz verlegen, Sir!“
Ihre großen Augen huschten zur Tür, so als fürchtete sie, jemand könnte hereinkommen. Crantius Colto folgte ihrem Blick und lächelte wissend.
„Keine Angst. Hier bei mir seid Ihr in Sicherheit.“
Die Maid schien ihm nicht zuzuhören.
„Ich muss fertig putzen, Sir. Meine Herrin reißt mir sonst den Kopf ab!“
Trickler seufzte verträumt und stützte sein Kinn in den Händen ab, ganz gefangen in seinen eigenen Gedanken. Merowe bemerkte, wie er den Text stumm mitsprach und verdrehte ungläubig die Augen.
Crantius Colto wandte sich zum Waffenständer und griff nach dem darin befindlichen Speer, den er geschickt umherwirbelte und anschließend kokett zwischen seinen Beinen platzierte. Der Speerkopf zeigte genau auf Lupft-ihren-Schwanz‘ Gesicht.
„Putzen, ja? Ich hab da was für Euch. Hier, Ihr könnt meinen Speer wienern.“
Das Publikum lachte laut. Merowe spähte nach rechts und entdeckte zufrieden, das der fette Mann in der Loge rechts von ihnen unwissend grölte. Selbst im unwirklichen Rotlicht sah sie den Schweiß wie Öl über seine Stirn rinnen. Sie roch ihn bis hierher und rümpfte angewidert die Nase, als er in eine Schweinekeule biss.
„Aber der ist ja riesig!“, rief Lupft-ihren Schwanz aus und schlug die Hände vors Gesicht. „Das könnte die ganze Nacht dauern!“
Crantius Colto stützte sich mit der freien Hand an der Stuhllehne ab und feixte.
„Ich habe jede Menge Zeit, meine Süße. Jede Menge Zeit.“

Merowe stöhnte erleichtert, als die Klingel zur Pause läutete. Es war unüblich, zwischen jedem einzelnen Akt eine zu veranstalten, doch den Besuchern schien es nichts auszumachen. Sie waren Bretonen und liebten es geradezu, sich gegenseitig und vor allem einander zu präsentieren. Als sie die Loge verließ, blieb Trickler dicht an ihrer Seite, hakte sich bei ihr ein und gab ihr einen Wangenkuss.
„Oh, danke, danke, danke, liebste Schwester! Das ist der schönste Abend meines Lebens!“
„Sei still, du Dummkopf! Man kann dich hören!“
Trickler küsste sie erneut und führte sie den Korridor nach unten. Hastig kontrollierte Merowe, ob ihre Maske noch saß. Gemeinsam gingen sie ins abgedunkelte Foyer und setzten sich an einen der Tische.
„Liebe Güte! Das war der vierte Akt, richtig?“
„Vollkommen richtig, liebste Schwester.“ Trickler schnippte mit den Fingern und ließ ihnen zwei Weinkelche bringen. „Erlaube mir, dich einzuladen. Zur Feier des Tages.“
Gönnerhaft schob er ihr das Gefäß hin und nahm einen großzügigen Schluck.
„Schon wieder? Du machst mich ganz betrunken.“
„Und du solltest mir dankbar sein, liebste Schwester. Ich wünschte, du würdest diesen Abend genießen.“ Trickler lehnte sich verschwörerisch nach vorne und grinste. „In Dämmerstern war es geradezu ein Privileg, Zeit mit mir verbringen zu dürfen.“
„Wie ich feststellen konnte“, erwiderte Merowe sarkastisch. Sie erinnerte sich noch zu gut daran, wie Trickler ihr in die Stadt gefolgt war und ihren Arm verdreht hatte, um ihr Geschenke kaufen zu dürfen. Trotzdem, der Wein schmeckte nicht schlecht. „Danke. Hm… Surilie.“
Sie tat es ihm gleich und sah sich wachsam um. Überall standen Frauen und Männer mit lächerlich großen Hüten und üppigen Kleidern aus teurem Tuch, besetzt mit Federn, Perlen und kleinen Edelsteinen. Auch die Masken waren aus kostspieligem Material. Manche, wie die von Merowe, waren aus hauchdünner glasierter Keramik. Andere waren aus Muscheln gefertigt, aus Stoff oder aus geschnitztem Holz. Es stank nach Duftwässerchen und jeder lachte affektiert über Witze, die sie nicht verstanden.
„Ich hätte nicht gedacht, dass die Premiere so gut ankommt. Wusstest du, dass sie die Logenpreise erhöht haben?“ Trickler schüttelte den Kopf. „Der Besitzer des Theaters hat schlecht gewirtschaftet und Emily die Füße geküsst, als sie ihn fragte, ob er das Stück erlauben würde. Der Laden ist kurz davor, geschlossen zu werden. Emily hat eine ganze Putzkolonne hindurchgejagt, ehe die Proben beginnen konnten.“
Trickler nickte anerkennend.
„Es ist so schön! Und all das nur für einen kleinen Gefallen. Ich bin Emily zu Dank verpflichtet. Ich sollte ihr etwas schenken.“
„Schenken? Einer anderen Frau? Gib Acht, dass Morgana es nicht erfährt.“
„Mach dich nicht lächerlich!“, lachte Trickler und sah einer Gruppe von Damen nach. Sie waren mit weißen Fächern bewaffnet, ein Zeichen für all jene, die eingeweiht waren, dass ihre Trägerinnen bereit waren, befleckt zu werden. Sie kicherten, als sie Trickler bemerkten und winkten ihm lockend zu. „Was, denkst du, könnte ihr gefallen?“
„Sie revanchiert sich bei dir, schon vergessen? Davon abgesehen sind wir nicht ausschließlich wegen dir hier, lieber Bruder. Unsere Königin hat weitaus selbstsüchtigere Motive.“
Merowe nahm einen weiteren Schluck und genoss den Geschmack auf ihrer Zunge. Zwei Tage war es nun her, seit sie Quartier in Wegesruh bezogen hatten und Merowe war nicht erpicht, länger im Theater zu bleiben, als unbedingt nötig. Alles erinnerte sie daran, was sie an der bretonischen Gesellschaft hasste: Das aufgesetzte Lächeln, das Herabschauen auf den Pöbel und die sogenannten Biestvölker, das ewige Zelebrieren der eigenen Abstammung: Sie gestand es sich nur zögernd ein, doch Merowe vermisste die Zuflucht auf Balfiera und die Geborgenheit ihrer dunklen Familie. Immerhin konnte sie sich dort mit jemandem unterhalten, ohne von oben bis unten verurteilt zu werden.
„Glaubst du, sie führen das Stück noch einmal auf?“
„Du würdest noch mal reingehen?“
„Selbstredend! Ich würde sogar das Eintrittsgeld bezahlen.“
Trickler schnappte sich ein paar Käsehäppchen, die ein Kellner auf einem Tablett darreichte und kaute glücklich.
„Hängt von mir ab.“
„Was meinst du damit?“
Merowe starrte auf den Eingang zu den Logen, aus denen der Fette mit reichlich weiblicher Begleitung heraustrat. Sein Gesicht war puterrot und er wankte in einen Tisch hinein. Seine Begleiterinnen lachten gestellt und bugsierten ihn so grazil wie möglich auf einen breiten Sessel. Trotz seiner Maske erkannte jeder, wer er war, doch niemand war dumm genug, es ihn wissen zu lassen.
„Entweder wird die erste Aufführung die letzte sein, oder aber sie werden sich vor Anfragen nicht retten können. Nichts hat in Hochfels mehr Gewicht als ein handfester Skandal.“
Trickler zog neugierig die Brauen nach oben.
„Du hast einen Auftrag? Oh, wie aufregend, liebste Schwester. Verrätst du mir, wer es ist?“
Merowe schüttelte den Kopf.
„Lass es mich dir zeigen. Es macht mehr Spaß, wenn du raten musst.“
Tricklers Augen glitzerten gefährlich.
„Wie spannend! Du bietest deinem liebsten Bruder eine fürstliche Unterhaltung.“
Merowe quittierte seine Äußerung mit einem wissenden Lächeln und leerte ihr Weinglas.
„Du ahnst nicht, wie fürstlich. Entschuldige mich kurz. Ich gehe mich ein wenig frisch machen. Warte nicht auf mich.“
Sie stand auf und machte sich auf den Weg in den Salon. Ihre Finger wanderten in ihren Ausschnitt und fanden ein kleines, weißes Fläschchen, welches ein weißes Pulver enthielt. Beiläufig stieß sie mit einer der Begleiterinnen zusammen, die zur Gesellschaft des Fetten gehörte und ließ es in ihre Hand gleiten. Sie nickte unauffällig und ging weiter.

Als sie zur Loge zurückkehrte, hatte die Glocke bereits geläutet. Betont gelangweilt zeigte sie ihre geriffelte Eintrittskarte und schlüpfte durch die rote Tür. Trickler saß bereits nur noch zur Hälfte auf seinem Stuhl und verfolgte eifrig das Bühnengeschehen. Lupft-ihren-Schwanz stand mit dem Rücken zum Backofen gewandt und hatte sich nach vorne gebeugt, um einen Brotlaib zwischen ihren Beinen aufs Backblech zu befördern.
„Meine Güte, das ist aber ein dicker Laib! Wie soll der denn in meinen Ofen passen?“
Die Zuschauer brüllten vor Lachen. Still ließ sich Merowe auf ihren Stuhl nieder. Aus der anderen Loge hörte sie, wie ein Weinkelch zu Boden fiel.
„Dieser Laib ist noch nicht bereit zum Backen, meine Süße. Er muss erst noch aufgehen.“
Hilflos schaute Lupft-ihren Schwanz ins Publikum.
„Wenn wir dem bloß irgendwie nachhelfen könnten. Wie könnte ich das wohl anstellen?“
Crantius Crolto stemmte spöttisch die Hände in die Hüften.
„Oh, meine törichte kleine argonische Maid, Ihr müsst Eure Hände benutzen.“
Entsetzt ruckte ihr Kopf nach unten.
„Soll ich den Laib kneten? Hier?“
„Natürlich.“
Fachmännisch ließ sich Crantius Colto auf ein Knie sinken, sodass seine Lenden in gefährliche Nähe zum Backbleck gerieten.
„Aber was ist, wenn die Herrin mich erwischt? Euer Laib war doch dafür bestimmt, ihren Hunger zu befriedigen.“
Merowe schloss für einen Augenblick die Augen und konzentrierte Magie in ihrer rechten Hand. Sie blickte zur Loge rechts von sich und fokussierte das Seil, das um die zwei Stützbalken geschlungen war.
„Keine Sorge, mein zartes Blümchen. Ich werde die Bedürfnisse der Herrin später befriedigen.“
Trickler seufzte. Merowe hatte keinen Zweifel daran, an wen er dachte. Vorsichtig löste sie den ersten Knoten und ließ das Seil durch einige Schlaufen fahren. Sie hatte es selbst angebracht, nachdem sie die Balken angesägt hatte. Dann löste sie den zweiten Knoten und verfuhr auf ähnliche Weise.
„Also gut“, sagte Lupft-den Schwanz zögernd. Merowe öffnete die Augen und sah, dass der Fette eingeschlafen war. Zwei seiner Begleiterinnen taten es ebenfalls. Die dritte stand auf und verschwand in der Dunkelheit. „Aber mein Ofen ist leider nicht heiß genug.“ Lupft-den-Schwanz hob ihre Röcke und schaute durch ihre Beine ins Ofenrohr. „Es könnte Stunden dauern!“
Das Lachen der Zuschauer schwoll hysterisch an. Die Seilenden fielen nach unten. Merowe erfasste sie mittels Levitation und zog kräftig daran. Das Holz knarrte laut.
Crantius Colto lächelte selig.
„Ich habe jede Menge Zeit, meine Süße. Jede Menge Zeit.“
Merowe zog erneut an den Seilen. Dieses Mal knackte es. Das Holz gab nach und die Loge erzitterte. Trickler riss sich von der Bühne los und suchte nach der Ursache. Das Gebälk gab ein hässliches Knirschen von sich.
„Was…? Liebste Schwester, wir…“
„Nicht jetzt, Trickler!“
Es krachte, dann ruckte die Loge nach vorn und der Stuhl und der Fette und die Frauen an seiner Seite fielen siebenundzwanzig Fuß zu Boden.
„Bei Sithis! Hast du das gesehen?!“
Trickler hatte die Schauspieler vergessen und schaute über die Balustrade. Das Lachen des Publikums verwandelte sich in erschrockenes Kreischen. Merowe beugte sich über das Geländer und betrachtete milde fasziniert das gebrochene Genick des Königs zwischen den zersplitterten Holzbalken.
„Perfekt.“
„Merowe! Warst… warst du das?“
„Ich? Aber mitnichten. Der König ist ganz von selbst eingeschlafen.“
Sie ließ sich auf ihren Stuhl zurücksinken und fasste die Schauspieler ins Auge, die nicht länger die Aufmerksamkeit des Saales auf sich zogen.
„Der… der König?“ Beeindruckt spähte Trickler über das Geländer. „Huh. Ich habe nicht gewusst, dass der König so aussieht.“
„Natürlich nicht. Du hast keinen Auftrag für ihn bekommen.“ Sie griff nach ihrem Weinkelch und stellte unzufrieden fest, dass er leer war. „Nun, da ich darüber nachdenke, wusste es niemand, außer mir. Unsere kleine Familie ist der Königin von Wegesruh noch immer den einen oder anderen Gefallen schuldig.“
„Ah. Ein unbezahltes Meisterstück.“
„Du hast es erfasst. Das Theater ist schließlich alt. Kein Wunder, dass die Loge unter so viel Gewicht zusammenbricht.“
Trickler grinste und lehnte sich zurück.
„Ein schönes Ende. Gibt es wenigstens einen Bonus?“
„Natürlich gibt es einen Bonus. Wer, glaubst du denn, hat deine Eintrittskarte bezahlt?!“

Die Stadtwache ließ nicht lange auf sich warten und identifizierte den Toten als König Imedain. Die meisten Besucher gaben sich unwissend und kreischten empört, als der Hauptwachmann die Maske vom Gesicht zog. Merowe hörte, wie er leise fluchte und seinem Untergebenen etwas zuflüsterte. Dieser drehte sich auf dem Absatz um und rannte nach draußen.
„Der König?“
„Hier?“
„Unter den Zuschauern?!“
„Sieh, dort liegt er!“
Seine Begleiterinnen hatte es übel erwischt und Merowe hätte Mitleid mit ihnen empfunden, hätte sie nicht gewusst, dass Imedain sie benutzt hatte, um Emily auszuspionieren und etwas zu finden, was sie gefügiger machen mochte. Das Theater wurde abgesperrt und keinem der Gäste war es gestattet, das Gelände zu verlassen.
„Wisst Ihr, mit wem Ihr da sprecht? Habt Ihr eine Ahnung, wer ich bin? Nur ein Fingerschnipsen von mir genügt und Ihr findet Euch schon morgen als Schuhputzer der Stadtwache wieder.“
Der Hauptwachmann schmatzte gelangweilt.
„Nach diesem Abend ist meine Karriere ohnehin beendet.“
„Was erlaubt Ihr Euch?!“
„Meine Arbeit zu verrichten. Droht Ihr, meine Investigation zu behindern?“
„Ich drohe Euch mit ganz anderen Dingen, wenn Ihr Euch nicht vorseht!“
„Schön. Ich bestehe trotzdem darauf, dass Ihr Eure Taschen leert!“
„Ich denke nicht daran!“
„Wachen!“
Trickler und Merowe genossen das Chaos und lauschten der künstlichen Aufregung, die der Adel gerne gebrauchte, um seine vermeintlich höheren Rechte zu demonstrieren.
„Noch etwas Kuchen, lieber Bruder?“
„Oh, aber gern!“
Geduldig ließen Merowe und Trickler die Fragen über sich ergehen und gaben sich desinteressiert. Welche Herkunft, wo sie residierten, ihre Papiere, ihr Handwerk, ihr Geburtsdatum, alles wurde notiert und die Zettel in fein säuberliche Mappen gelegt. Sobald die Wachen sich umdrehten, ließ Merowe die Notizen wieder herausschweben und steckte sie zusammengefaltet in ihr Kleid.
„Spielverderberin! Ich hätte es zu gerne gesehen, wenn meine Lügengeschichte im Archiv gelandet wäre.“
„Ein Archiv beherbergt keine Lügen, lieber Bruder. Es beherbergt Fakten. Und ich habe heute Nacht welche geschaffen.“
„Allerdings“, kommentierte Trickler belustigt.
Als sie nach mehr als drei Stunden endlich gehen durften, war ihr Kutscher bereits eingeschlafen.
„Der Arme… ganz allein in der Kälte. Kein Wunder, dass er eingeschlafen ist. Wecken wir ihn auf?“
„Natürlich.“
Merowe pfiff und der Kutscher schreckte hoch.
„Wa-wa-was?! Oh. Ihr… seid zurück.“ Er schaute zum sternenbestückten Himmel und schnaubte.
„Was war das?“, fragte Merowe.
„Nichts, nichts! Hab nur geguckt, wie spät es ist. Zurück zur Silberwacht?“
„Eben dorthin.“
Sie reichte ihm einen Septim als Trinkgeld und stieg zu Trickler in die Kutsche, die ächzend anfuhr.
„Welch ein gelungener Abend, liebste Schwester! Ich kann es nicht abwarten, meiner Herrin davon zu berichten.“
Merowe lächelte triumphierend und mimte eine Verbeugung.
„Dann habe ich nicht zu viel versprochen?“
„Absolut nicht! Ich hoffe nur, die Schauspieler geraten nicht in Bedrängnis. Es wäre schade, wenn es die einzige Aufführung wäre.“
Beiläufig hob Merowe die Schultern und betrachtete die hohen Häuser, deren Fenster im Licht der Sterne glänzten.
„Emily wird ihre schützende Hand über sie halten. Sie gehören ihr, gewissermaßen. Das Ensemble der Königin zu zerreißen, besonders nach einem so herben Verlust… keine gute Idee. Und so, wie es aussieht, werden sie über Nacht berühmt werden.“
Sie deutete auf einige Reiter, die aus entgegengesetzter Richtung kamen und das Wappen des Zeitungskuriers auf den Satteltaschen trugen.
Trickler kicherte und gähnte müde.
„Ich würde es ihnen von Herzen gönnen. Ich hingegen würde heute Nacht lieber schlafen.“ Er lockerte seinen Kragen und lehnte sich zurück. „Wann werden wir zurückkehren? Nach Balfiera, meine ich.“
Merowe zuckte mit den Schultern.
„Du jederzeit. Ich habe einen Krieg zu führen.“
Trickler patschte sich mit der Hand gegen die Stirn.
„Richtig, das erwähntest du.“ Er grinste, als er Merowes vorwurfsvollen Blick sah. „Wann beginnt er?“
„Hm… Nun, es ist Krieg. Erstens kommt es anders, zweites als man denkt. Wir planen, doch kämpfen tun andere.“
„Uh-uh-uh! Wer?“
„Tja… Es ist schwer zu sagen. Es gibt mehrere Unbekannte bei dieser Rechnung. Zum einen wären da die bretonischen Königshäuser. Camlorn und Wegesruh sind zwar Verbündete, doch Dolchsturz, Immerfort und Nordspitz werden sich sehr bald gegen uns erheben, wenn sie bemerken, dass Emily sich keinen neuen Mann sucht. Wir haben drei Monate. Wenn wir Glück haben. Zum anderen sind da die Abgeschworenen. Sie haben uns in Camlorn gegen Marcus geholfen. Es wäre unklug, ihnen zu trauen. Doch der Name Madanach hat noch immer Gewicht und es wäre ebenso unklug, sie zu ignorieren. Tja, und als letztes… als letztes wären da die Nords. Ihre Kriegsführung ist genauso unvorhersehbar, wie sie gefährlich ist. Wir müssen alle drei beschäftigen, wenn wir nicht wollen, dass die anderen Königshäuser sich Verbündete unter ihnen suchen. Der einzige Vorteil, den wir haben, ist Gold.“
Trickler kratzte sich über das sauber rasierte Gesicht und überlegte.
„Die Abgeschworenen wollen Markath erobern.“
„Seit Jahrzehnten, wie man hört. Und Ulfric Sturmmantel wird sich ihnen in den Weg stellen.“
Trickler hielt inne.
„Ulfric Sturmmantel? Warum sollte er?“
„Weil sämtliche Dunmer Windhelm verlassen haben. Wenige Wochen, nachdem wir in der Kaiserstadt waren, wohlgemerkt. Wie es scheint, ist Gabriella ebenso fleißig, wie sie mächtig ist Ohne ihren Hass auf die östlichen Flüchtlinge ist Windhelm schnell klargeworden, wie aussichtslos ihre Lage ist. Ulfric ist mit den Sturmmänteln nach Westen gegangen, in die einzige Stadt, die seine Sache noch unterstützt.“
Trickler begriff.
„Und dort wird Madanach mit eurer Hilfe zuschlagen.“
„Und verlieren. Wenigstens, soweit es uns betrifft. Ulfric Sturmmantel ist ein gefährlicher Mann. Menschen zerschreien zu können ist… Und Galen hat im vergangenen Jahr genug Zeit bei den Abgeschworenen verbracht, um zu wissen, wozu sie imstande sind. Ihre Magie ist unheilig.“
„Und ihre Herzen… stimmt es, dass sie sie ersetzen, wenn sie…“
Nun, wir wollen weder Madanach, noch Ulfric auf dem steinernen Thron sehen“, unterbrach ihn Merowe. „Wir hoffen, es wird in einem Patt enden.“
Die Kutsche holperte und bog nach rechts ab, über eine breite Steinbrücke, die über den Fluss Bjoulsae führte.
„Und dann? Ein Patt würde Elisif auf den Plan führen.“
„Vielleicht.“
„Du verheimlichst mir was!“, sagte Trickler, doch er wirkte nicht unglücklich über diese Erkenntnis.
„Selbstverständlich tue ich das, lieber Bruder. Ich bin eine Bretonin. Doch um zu deiner Ausgangsfrage zurückzukommen, es ist sehr gut möglich, dass ich trotz all der Ratssitzungen bald mit dir zurückkehren werde. Emily wird wollen, dass die Dunkle Bruderschaft auf der richtigen Seite steht. Es gibt viel zu tun.“
Trickler feixte.
„Dann hast du ein paar fette Aufträge für uns an Land gezogen?“
„Trickler, mein lieber Bruder, sie sind fetter als der tote König!“
Die Kutsche kam zum Stehen und sie hörten, wie der Kutscher vom Bock sprang. Merowe drückte ihm einen weiteren Septim in die Hand und zog einen Schlüssel aus dem Ärmel ihres Kleides, mit dem sie das Tor zur Silberwacht aufschloss.
„Vielen Dank, Emerick. Du kannst dir den Rest des Abends freinehmen.“
„Großzügig“, murmelte der Kutscher säuerlich und steckte sich die Münze ins Hemd.
„Ich erwarte dich morgen um Punkt zehn Uhr.“
„Herrin“, erwiderte er gehorsam und machte eine Verbeugung.
Das Haus stand seit Kurzem leer, eine Tatsache, die Merowe zu verantworten hatte. Zuvor hatte es dem obersten Kopf der Skoomabande gehört, die Wegesruh unsicher gemacht hatte. Nachdem Merowe ihre Anführer und Mittelsmänner einen nach dem anderen ausgeschaltet hatte, waren ihre Häuser zurück an die Krone gefallen und Emily hatte Merowe das Haus geschenkt.
„Morgana wird erfreut über neue Arbeit sein.“
Merowe öffnete die Tür und hielt sie Trickler auf.
„Ich bin sicher, das wird sie. Ebenso, wie es Silraen und Movarth erfreuen wird.“ Sie gähnte und schloss die Tür hinter ihnen ab. „Dein Zimmer ist oben. Sei so gut, und weck mich nicht, ehe ich aufgestanden bin. Ich werde den Schlaf brauchen, fürchte ich.“
„Verlass dich ganz auf deinen liebsten Bruder. Möchtest du, dass ich dich betäube?“
Trickler wirbelte mit einer dünnen Nadel zwischen den Fingern. Merowe überlegte einen Augenblick.
„Warum eigentlich nicht?“

Merowe schlief himmlisch. Sie mochte das Bett, in dem sie lag. Es hatte seidene Bezüge, bestickt mit Blumenmustern, Vögeln und Fischen, deren Namen Merowe sich nicht merken konnte. Es hatte ein Gestell aus Mahagoni, dessen Beine gedrechselt waren wie geflochtene Seile und Intarsien aus mattem, gestoßenem Malachit am Fuß- und am Kopfende. Es musste ein Vermögen gekostet haben. Wenn jemand sich fragte, wohin all das Gold verschwunden war, das in Wegesruh für Skooma geflossen war, dieses Haus war die Antwort darauf. Merowe kuschelte sich ins weiche Kissen, als ein Sonnenstrahl ihre Nase kitzelte und drehte sich auf die andere Seite. Sie liebte jede einzelne Faser dieses Bettes. Sie brauchte diesen Reichtum. Und sie verachtete sich dafür.
Vorsichtig zog sie ihre Hand unter der Decke hervor und betrachtete den silbernen Schwan auf der Innenfläche. Er glitzerte im Licht. Es war lange her, dass er ihr im Traum erschienen war. Sie fuhr mit dem Finger über die feinen Linien und dachte an ihre Großmutter Elisanna. Sie fragte sich, ob ihr  der Gedanke gefallen würde, dass ihre Enkelin zu ihrem Thron zurückkehrte.
Sie lächelte. Elisannas Tochter… oh, sie hatte Pläne für Endre.
Als sie die Treppe nach unten kam, hatte Trickler bereits den Tisch gedeckt. Er grinste, als er sie sah und stellte ihr ein Glas mit frisch gepresstem Orangensaft hin. Merowe setzte sich und trank. Das Zeug machte wach, das musste sie Trickler lassen.
„Hm. Dankeschön.“
„Oh, mitnichten, liebste Schwester, ich habe zu danken!“ Trickler setzte sich ihr gegenüber und trommelte abwartend mit den Fingern. „Was machen wir heute? Mir ist langweilig.“
Merowe gähnte.
„Wie spät ist es?“
„Gerade einmal neun Uhr. Der Tag gehört uns.“
„Oh, das ist gut. Es tut mir leid, Trickler, aber ich habe keine Zeit für dich. Ich muss ins Schloss.“ Trickler verzog missmutig die Lippen. „Du kannst mitkommen, denke ich. Emily wird hören wollen, ob dir das Stück gefallen hat. Danach wirst du dich selbst beschäftigen müssen.“
Trickler schaute mürrisch drein.
„Was hätte Wegesruh mir zu bieten?“
„Du könntest einige der Hofnarren kennenlernen.“
Erschrocken blickte Trickler auf.
„Nein! Wenn Morgana davon erfährt…“
„Wie könnte sie?“, fragte Merowe dazwischen und leerte den Rest des Glases. „Sie ist nicht hier und ich beachsichtige gewiss nicht, ihr davon zu erzählen.“
Trickler schüttelte vehement den Kopf.
„Sie hat Mittel und Wege, liebste Schwester. Die meisten davon unangenehm.“
„Na schön. Ich muss mich umziehen. Sag dem Kutscher Bescheid, sei so gut.“
Trickler erhob sich zögernd. Merowe begab sich ins Badezimmer und griff zu einigen teuren Pinseln und Puderdöschen, mit denen sie ihr Gesicht bedachte. Danach schlüpfte sie in ein blaues Kleid, dessen Kragen mit kleinen Saphiren besetzt war und band Lorkas Gürtel um ihre Taille. Sie fühlte noch immer eine eigentümliche Zufriedenheit, wenn sie ihn trug.
Der Kutscher starrte sie ungläubig an, als sie aus der Tür trat, doch er war klug genug, keine Fragen zu stellen. Vermutlich dachte er sich seinen Teil dabei, dass eine Frau in derartigen Tüchern, die erst seit Kurzem in Wegesruh war, nun das Domizil eines Skoomalords bewohnte. Sie fuhren nach Süden, vorbei an den Gilden und den Geschäften, die allmählich ihre Türen öffneten. Viele hatten schwarze Bänder um die hölzernen Schilder gehängt, als Zeichen dafür, dass man um jemanden trauerte. Die Nachricht um den toten König hatte sich über Nacht herumgesprochen, wie ein Lauffeuer. Galen hatte einmal zu Merowe gesagt, nicht denen zu trauen, die noch vor der Trauerfeier schwarze Kleider trugen. Es wirkte, als freuten sie sich auf die Beerdigung. Merowe stimmte ihm im Stillen zu. Imedain war ein schrecklicher König gewesen. Am Marktplatz bogen sie nach rechts, Richtung Osten, und über die große Brücke, die zum Schloss von Wegesruh führte.
Die Wachen beäugten den Kutscher misstrauisch, winkten ihn aber durch und bedeuteten einer Patrouille, Merowe und Trickler zu eskortieren. Das Schloss von Wegesruh unterschied sich wesentlich vom Palast in Camlorn. Waren die dortigen Hallen der Gesinnung der Altmer verpflichtet und aus weißem Marmor und graviertem Glas, so sah man hier den Einfluss der Nords und des Kaiserreiches. Eine breite Treppe führte zwischen zwei grauen Säulen nach oben, die vermutlich ursprünglich als Tortürme angedacht waren. Links verlief die Mauer und umrandete den Bergfried, dessen Dach gleichzeitig den Innenhof darstellte. Rechts war ein weiterer Turm, auf dem drei Bogenschützen standen. In den Burgwall waren die Abbilder der neun Göttlichen und einiger weiterer Gottheiten, wie Magnus, Y’ffre, Sheor, Z‘en und Phynaster. Vor der Treppe führte ein kleines Tor ins Schloss. Die runde Tür wurde von einem kleinen Dach überschattet. Darüber befand sich ein großer Balkon, daneben je ein Erker und dahinter das steil aufragende Hauptgebäude mit einem Turm für den West- und den Ostflügel. Merowe mochte das graue Gestein und die schwarzen Schieferplättchen, die die Dächer wie Drachenschuppen bedeckten. Auch, wenn man im Westen von Hochfels abfällig über die Architekten dachte, es hatte diesen unerklärlichen Charme, ein Versprechen geradezu, dass Endre niemals Macht an diesem Ort gehabt hatte.
Merowe ließ sich gemeinsam mit Trickler von den Wachen durch die große Eingangshalle und in den Thronsaal führen. Die Decke war mit dunklem Holz ausgekleidet und mit blaugoldenen Bannern behängt. Sie zeigten den zweigesichtigen Mond, ab- und zunehmend. Ein langer Teppich in ebensolchen Farben bedeckte den steinernen, aber warmen Boden. Bronzene Kronenleuchter mit Wachskerzen erhellten den Raum. Links stand eine lange Tafel mit hölzernen Stühlen, sämtlich mit dem Wappen von Wegesruh versehen. Nach rechts führte eine bogenförmige Tür ins obere Stockwerk. Die Mitte wurde von vier steinernen Säulen dominiert, die jeweils nebeneinander standen. Die Inneren bildeten einen Rundbogen und gaben den Weg zum Thron frei. Emily wartete bereits auf sie.
„Ihr seid pünktlich“, stellte sie fest.
„Tu nicht so überrascht“, sagte Merowe und nickte Josephine zu. „Du sahst gut aus in dem Kleid.“
„Erinnere mich bloß nicht. Live und Cilien haben mich beobachtet wie zwei Katzen. Es war nicht einfach, das Schlafmittel in seinen Wein zu schmuggeln. Ich musste mich auf seinen Schoß setzen!“
„Igitt!“
Josephine nickte.
„Ich werde den Gestank von Schweiß noch in zwei Wochen darin riechen. Wie, bei Kynareth, hast du das ausgehalten?“, fragte sie Emily.
„Teure Parfüms. Da wir gerade davon sprechen: Wir haben nicht viel Zeit. Josephine hat für den Nachmittag einen Trauerzug angeordnet.“
„Wie unangenehm“, kommentierte Trickler.
„Nicht im Geringsten. Ich werde Schwarz tragen, auf einem schwarzen Pferd reiten und eine schwarze kleine Prozession von rund 300 Leuten anführen, begleitet von einer schwarzen Kutsche, um Imedains Leichnam zu bergen.“
„Du könntest zwei Kutschen brauchen.“
Emily lachte.
„Möglich, aber ich kann ihn nicht zerteilen, ehe ich ihn nicht öffentlich beweint habe. Das erinnert mich, Josephine: Vergiss nicht, die Zwiebeln mitzunehmen.“
Josephine salutierte und verließ den Thronsaal Richtung Ostflügel. Emily wandte sich Trickler zu und sah ihn neugierig an.
„Und? Wie hat dir die Vorstellung gefallen?“
Trickler trat vor und platzierte einen sanften Kuss auf Emilys Handrücken.
„Vielen, vielen, vielen Dank, liebste, werteste Emily! Ich könnte nicht glücklicher sein. Es war wundervoll. Einfach wundervoll! Ich würde das Stück am liebsten erneut besuchen. Bitte richte den Schauspielern meine unendliche Bewunderung aus.“
Emily grinste triumphierend.
„Das wird sie freuen. Es wird einige Wochen dauern, bis sie es wieder aufführen, Pietät und all das. Dennoch, ich habe einen schmalen Taler verdient. Wer hätte das gedacht?“
Merowe schnaubte.
„Nun, Trickler hatte keinen Zweifel an deinem Erfolg.“
„Nicht einen Augenblick!“, versicherte Trickler.
„Alter Charmeur. Ich werde es ihnen sagen.“ Ein fernes Läuten ließ sie aufhorchen und sie schnipste mit den Fingern, was ein kleines Parlament an Dienern in den Saal hieß. „Entschuldige uns nun, Trickler, wir haben Staatsgeschäfte zu besprechen. Wenn du möchtest, sehen wir uns heute Abend. Gondriel? Iroldur?“
Die Altmer waren mit den bretonischen Bediensteten in den Saal gekommen und verneigten sich höfisch.
„Ja, Herrin?“
Merowe drehte sich um und sah beide Hochelfen in goldenen Gewändern. Gondriel hatte sein dunkelblondes Haar zu einem seitlichen Zopf geflochten und silbernes Band zwischen die Strähnen gewebt. Iroldur trug sein fast schwarzes Haar ähnlich und hatte seine Fingernägel mit derselben Farbe bedacht.
„Die Verhandlungen werden in Kürze stattfinden. Seid so gut, wenigstens einer von euch, führt Trickler ein wenig herum. Er ist unser Gast und wir sähen es ungern, wenn er sich langweilte.“
Die Hochelfen hoben ihre Augenbrauen und musterten Trickler abschätzig.
„Uns ist also langweilig, hm?“
Trickler erwiderte den Blick ihrer Goldaugen gelassen.
„Möglich…“
Gondriel machte eine einladende Geste und lächelte verschlagen.
„Komm mit uns. Wir werden dich unterhalten.“
Misstrauisch wandte Trickler sich ihm zu.
„Sei nett zu ihm, Gondriel. Er ist ein willkommener Gast, keiner von den üblichen.“
„Selbstverständlich, Eure Majestät. Wann bekommt man schon einmal die Gelegenheit, einen Assassinen der Dunklen Bruderschaft zu unterhalten?“
Emily seufzte gespielt und wartete, bis sie verschwunden waren.
„Ich denke, wir können davon ausgehen, dass Gondriel ihm nicht die Gärten zeigen wird.“
„Ich wette, sie gehen in die Gemächer des Königs. Trickler findet es köstlich, in den Sachen der Toten herumzuwühlen.“
Emily schmunzelte amüsiert.
„Nun, da du es erwähnst, wäre ich selber gern dabei. Es hat so etwas herrlich Verbotenes, für das man keinen Ärger bekommt… Schön, lass mich nachdenken. Die Gesandten werden bald hier sein. Sybille Stentor, die Orks… habe ich jemanden vergessen?“
Merowe sah zur leeren Tafel und überlegte.
„Hm… Hast du Madanach in unsere Pläne eingeweiht?“
„Er war vor drei Tagen hier. Ich habe ihn über unsere vermeintlichen Truppenbewegungen unterrichtet.“
„Gut. Wir werden Pferde brauchen.“
Emily winkte ab.
„Wir werden Pferde haben. Es gibt Verhandlungen mit Hammerfell. Galen hat ihren Kauf angeordnet. Sie sollten in ein paar Wochen hier sein.“
Merowe biss sich auf die Unterlippe.
„Wollte Galen nicht der Sitzung beiwohnen?“
„Er kann nicht. Carcette will, dass er bei ihr bleibt. Sie ist schwanger“, fügte sie hinzu.
Merowe pfiff erstaunt durch die Zähne.
„Fleißig, fleißig. Vermutlich sollte ich beleidigt sein, dass ich es von dir erfahre. Aber ich kann Carcette ihren Wunsch nicht verübeln. Wie sieht es mit deinem eigenen Nachwuchs aus?“
„Es geht ihm bestens. Doch, wirklich! Es ist erstaunlich, wie gesund er ist, gemessen an seinem Vater.“
Sie zwinkerte.
„Sein Vater wäre sehr viel gesünder, wenn wir ihn noch bräuchten. Es ist bedauerlich, dass Galen nicht kommt. Ein weiterer König hätte den Verhandlungen mehr Gewicht verliehen. Wenigstens sind Gondriel und Iroldur hier.“
„Es spielt keine Rolle. Ich werde ausreichen. Müssen“, sagte Emily nachdrücklich. „Oh, ich wünschte, du hättest kein blaues Kleid angezogen. Es lässt dich aussehen, als gehörtest du zu meinem Hofstaat.“
Merowe kicherte.
„Lieber etwas in Schwarz und Rot, mit einer eingekreisten Hand auf dem Rücken? Damit auch der Dümmste kapiert, welche Fraktion ich vertrete? Orks sind nicht dumm, Emily. Vor allem nicht Orkfrauen. Vergiss das nicht.“
Emily seufzte erneut und erschrak, als Iroldur in den Saal zurückkehrte.
„Sie sind eingetroffen, Eure Hoheit.“
Fahrig straffte Emily ihre Haltung und setzte sich auf den Thron.
„Worauf wartest du dann noch? Bring sie herein!“
Iroldur verneigte sich und verschwand. Augenblicke später betraten fünf Orkfrauen den Thronsaal. Sie stellten sich in gebührendem Abstand in einem Halbkreis um den Thron und ließen sich auf das linke Knie sinken.
„Eure Majestät“, murmelten sie gleichzeitig und neigten demütig das Haupt.
Sie bildeten einen beeindruckenden Anblick. Merowe betrachtete die Kleidung, die sie trugen. Zwei Frauen waren in die typischen Orkrüstungen gehüllt, bewaffnet mit matt grün schimmernden Äxten, die sie respektvoll vor dem Thron ablegten. Die anderen trugen Kleider aus Stoff und Leder, einfach, aber gut verarbeitet und legten ihre Schmiedehämmer daneben. Sie hatten kahl geschorene Schläfen, die mit seltsamen Tätowierungen bedeckt waren. Auf dem Scheitel wuchsen dicke Strähnen, in die oftmals rote und blaue Perlen eingeflochten waren, ähnlich Sarmadans Fell. Sie fielen bis über den Rücken und wirkten, wie dicke Löwenmähnen. Grober Schmuck bedeckte ihre Handgelenke, ungeschliffene Edelsteine in formvollendeten Fassungen. Es schien wie ein Widerspruch, wie so vieles, was Merowe über die Orks gehört hatte.
„Verehrte Gäste. Ich danke euch für euer Kommen“, sagte Emily. Ihre Stimme hatte einen anderen, offiziellen Klang angenommen. „Meinem Ruf zu Folgen wird euer Schaden nicht sein. Die Fehler der Vergangenheit sollen nicht wiederholt werden.“
Emily machte eine Geste und die Wachen verließen schweigend den Raum. Die Orkfrauen machten ein zustimmendes Geräusch.
„Wir danken Euch, Eure Majestät. Euer Entgegenkommen und Verständnis erfreut unsere Herzen.“
Emily lächelte gewinnend.
„Und das eure meines. Unsere Verhandlungen werden in Kürze beginnen. Ghorza gra-Bragol, nehmt mit den Euren an meiner Tafel Platz. Wir erwarten einen weiteren Gast.“
Die Orks erhoben sich und ließen sich von Iroldur zu ihren Plätzen führen. Die Diener brachten silberne Tabletts zum Tisch, die mit allerlei Früchten, Fleisch, Brot und Käse gefüllt waren. Merowe spürte, wie ihr Magen knurrte und beschloss, etwas zu essen, sobald sie an der Tafel saß. Es würde den Orks zeigen, dass das Essen nicht vergiftet war. Kurz darauf trat eine unscheinbare kleine Frau durch den Eingang. Emilys Lächeln veränderte sich leicht.
„Ah, Sybille Stentor. Seid willkommen. Tretet näher.“
Merowe bemerkte, wie Irodur sich anspannte und eine seltsame Geste über seinem Handgelenk machte. Wachsam blieb sie an Emilys Seite und rief sich in Erinnerung, was Movarth ihr über die Hofmagierin erzählt hatte.
„Vielen Dank“, sagte Sybille schleppend. Sie trug eine blaue Robe, die ihr Gesicht verhüllte. Langsam zog sie die Kapuze zurück und verneigte sich tief vor dem Thron, ließ sich allerdings nicht auf ein Knie herab. Ihre sonnengelben Augen leuchteten im Kerzenlicht. „Königin Emily. Erlaubt mir, meine Freude darüber auszudrücken, an den Verhandlungen über meine Heimat teilhaben zu dürfen.“
Ihre Worte trieften vor Spott und dennoch wohnte ihnen eine tiefe Müdigkeit inne. Beiläufig löste sie einen eisernen Dolch vom Gürtel und warf ihn achtlos zu den orkischen Äxten. Emily lehnte sich kaum merklich nach vorne.
„Eure Heimat? Es ist die Zukunft von Himmelsrand und Orsinium, die wir heute besprechen, meine Liebe. Ihr hingegen stammt aus Hochfels.“
Sybille richtete sich auf und zog an einem Band, dass die Robe vor ihrem Brustbein zusammenhielt.
„Mag sein. Doch mein Herz hat niemals für Hochfels geschlagen.“
„Man könnte sogar sagen, dass es kaum mehr schlägt“, erwiderte Merowe sachlich. „Doch es ist gut zu wissen, wem Eure Treue gilt.“
Sybille musterte sie feindselig.
„Wählt Eure Worte mit Vorsicht, Fraymont. Himmelsrand war mir mehr Heimat, als Hochfels es jemals sein könnte. Ich erwarte nicht, dass eine Bretonin dies versteht. Einzig die Tatsache, dass Ihr mich und nicht Elisif verlangt habt, zeugt von Eurem Verstand.“
Merowe machte einen Knicks.
„Uns ist seit längerem bekannt, wer die Fäden in Himmelsrand zieht. Es mag Euch nicht bewusst sein, doch wir verdanken Euch viel. Durch Eure Untätigkeit…“
„Genug!“ Sybille machte eine herrische Geste. „Ich beachsichtige nicht, mir derartiges bieten zu lassen.“
„Und doch solltet ihr. Nicht zuletzt verdankt Ihr es der Dunklen Bruderschaft, dass zwischen Nords und Kaiserlichen jahrelang kein Frieden herrschte. Die Nichte des Kaisers hat sich keinesfalls selbst gerichtet. Zeit, die Ihr nutzen konntet, um unbemerkt das Schicksal von Einsamkeit nach Euren Vorstellungen zu lenken.“
Sybille Stentor musterte Merowe wachsam.
„Ah. Dann haben die Assassinen des Kaisers also ein Wörtchen mitzureden an der Tafel von Königin Emily.“
Emily stand auf und schritt auf Sybille Stentor zu, bis sie ihr direkt gegenüberstand. Iroldurs Hände spannten sich an.
„Wäre es nicht so, wäre Elisif tot. Die Dunkle Bruderschaft hat kein Interesse daran, in Euren Herrschaftsbereich einzudringen. Ihr mögt es nicht glauben, doch es gibt Mitglieder in ihren Reihen, die schützend die Hand über Euch halten, Sybille.“
Skeptisch hob Sybille die Brauen.
„Es fällt mir schwer, dies zu glauben. Ich habe viele Neider unter den meinen.“
„Und viele Bewunderer. Ich selbst zähle mich zu ihnen. Es gibt niemanden in Himmelsrand, der Euch gleichkäme. Ihr seid nicht hier, weil wir es als höflich erachten, Euch einzuladen, meine Liebe. Ihr seid hier, weil wir Euch brauchen.“
Emilys Worte schienen Sybille zu schmeicheln.
„Und Ihr wollt mir erzählen, dass ich Euch ebenfalls brauche, Eure Majestät?“
„Wenn Ihr Eure Position nicht verlieren wollt, ja. Wir hören, Elisif ist leicht zu beeinflussen, ein recht praktischer Umstand für jemanden wie Euch. Es ist nicht wahrscheinlich, dass, wer immer nach ihr den Thron besteigt, Euch ähnlich wohlgesonnen ist. Nicht auszudenken, was passiert, wenn Euer Geheimnis entdeckt würde.“
Sybille schnalzte nachdenklich mit der Zunge.
„Noch wagt es niemand, mich offen herauszufordern. Ich habe unter Hochkönig Istlod gedient. Doch ich erkenne die Wahrheit in Euren Worten.“
„Ich hörte, er sei ein guter König gewesen. Anders, als sein Sohn?“
Merowe sah sie abwartend an. Sybille streifte ihre Robe ab und drückte sie befehlsgewohnt Iroldur in die Hände. Merowe wünschte, Movarth oder Lorka wären bei ihr gewesen.
„Ich habe Torryg aufgezogen. Er stand seinem Vater in nichts nach. Er wäre ein guter König geworden.“
Ihre Stimme klang ehrlich und aufrichtig. Merowe schenkte ihnen gerade deshalb keinen Glauben.
„Er übertraf ihn an Feinden“, sagte Emily leichthin. „Und diese Feinde sind es, die uns gemein sind. Lassen wir also die albernen Spielchen um Heimat und um Identität.“
Sybille leckte sich über einen der Fangzähne und machte ein klackendes Geräusch.
„Weise Worte. Doch ich warne Euch: Ich habe gesehen, wie Ulfric Sturmmantel ihn zerschrie. Ich habe alles für mein Land gegeben und verloren, was mir am wichtigsten ist. Sollten mir Eure Pläne nicht gefallen, werde ich aufbrechen und ihn persönlich töten.“
Emily nickte großzügig.
„Das wäre unklug. Wir haben mehr gemeinsam, als Ihr ahnt“ sagte sie versöhnlich. „Es wäre mir eine Ehre, Euch zu überzeugen.“
Sie wies zur Tafel. Sybille wartete, dass Merowe sich bewegte. Als diese jedoch stehen blieb, räusperte sich Iroldur verhalten und setzte sein hübschestes Lächeln auf.
„Wenn Ihr mir bitte folgen wolltet, Verehrteste? Euer Platz ist gleich hier drüben.“
Unendlich langsam kam Sybille seiner Bitte nach und setzte sich ans Kopfende. Merowe begleitete Emily auf die gegenüberliegende Seite und setzte sich neben sie. Die Diener kamen erneut und brachten Weinkelche und Flaschen, welche sie mit geübten Bewegungen öffneten.
„Willkommen in Wegesruh“, sagte Emily lächelnd. „Wir sind heute zusammengekommen, um über den Verlauf des bevorstehenden Krieges zu beraten, den die Abgeschworenen heraufbeschwören werden. Bald schon wird er Markath überschatten und seine Folgen könnten den zerbrechlichen Frieden, der zwischen unseren Ländern herrscht, vernichten. Um dies zu verhindern sind wir hier.“ Sie wies auf ein nahezu leeres Pergament, das auf dem Tisch lag und in diesem Augenblick von Merowe mit einem Datum versehen wurde. „Es ist mein Wunsch, einen Vertrag zu verfassen, der die vermeintliche Unterstützung der Abgeschworenen durch Wegesruh und Camlorn festsetzt, den Waffenstillstand zwischen Hochfels und Himmelsrand, der Beseitigung von Madanach und Ulfric Sturmmantel und der Neugründung Orsiniums in Markath und den Drachenbergen.“
„Und der Neuvermählung der Königin von Wegesruh“, sagte Sybille. „Wie ich hörte, ist Imedain bis auf weiteres verhindert.“
Sie grinste gemein.
„Oh?“ Eine der Orkfrauen in Rüstung schlug ein Bein über das andere. „Und Ihr habt wohl bereits einen Kandidaten?“
Die andere Rüstungsträgerin lachte heiser.
„Wart es ab, Shuftharz, Blaukutt hat schon einen Stammbaum vorbereitet.“
Die anderen Orkfrauen stimmten mit ein. Emily faltete geduldig die Hände ineinander.
„Ich glaube kaum, dass Elisif mich haben wollte.“
Iroldur prustete verhalten und verstummte augenblicklich, als sich Sybilles Blick auf ihn richtete.
„Wie sonst gedenkt Ihr, den Frieden zu garantieren?“
„Indem ich meine Truppen zurückziehe, meine Liebe. Bald schon werde ich über eine Armee von 2000 Reitern verfügen, die der Lumpenkönig auf seiner Seite glaubt. Sie werden die Überreste der Abgeschworenen und Sturmmäntel hinwegfegen, ehe sie die Silberminen von Markath sichern.“
„Ein Verrat.“
„Ein ebensolcher. Er wird eintreten, sobald Madanach und Ulfric tot sind.“
Mogdurz und Lash gra Dushnikh hoben befürwortend ihr Glas.
„Und wir sind mit Euch. Unser Volk begrüßt die Aussicht, endlich eigenes Land zu haben.“
„Welches Wegesruh und Camlorn anerkennen werden. Für die Zustimmung des Kaisers werden wir jedoch delikatere Geister brauchen.“
Emily wies auf Merowe, die bestätigend nickte.
„Die Dunkle Bruderschaft ist gewillt, sich wie einst in den Dienst der Königin zu stellen. Seit dem Niedergang der Morag Tong sind unsere Verbindungen zur Mede-Dynastie gewachsen. Sie schulden uns viel. Und auch, wenn es die Kaiserlichen waren, die den Völkermord an den Orsimern verhindert haben, so haben sie doch kein Interesse daran, ihre besten Soldaten zur Provinz zu erheben.“
„Das ist wahr“, sagte Gharol, eine alte Schmiedin, und hielt ihrem Arm in die Höhe, auf dem zahlreiche breite Narben prangten. „Viel lieber halten sie die Orks klein und setzen die Siedlungen in Konkurrenz. Fast hätte ich meine Tochter verloren. Die Propaganda des Kaisers ist Gift für unseren Verstand. Viele unseres Volkes sind bereit, die Legion zu verlassen.“
„Und Wegesruh hat einen Verbündeten mehr, wenn sich die anderen Häuser gegen Euch erheben“, begriff Sybille und tippte rhythmisch gegen ihren Weinkelch. „Wie praktisch.“
„Über kurz oder lang werde ich die Hilfe der Orsimer brauchen. Meine Vermählung mit einem neuen Anwärter für den Thron hat vorerst jedoch Zeit“, sagte Emily. „Die anderen Königshäuser von Hochfels werden Ansprüche erheben und je länger sie annehmen, dass sie dies zurecht tun, desto besser für uns. Mein Volk ist mir treu ergeben und ich gedenke nicht, meine Macht zu teilen, ehe der Krieg beendet ist. Also, meine Damen: Kommen wir zum Geschäftlichen. Womit wollen wir beginnen?“
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