Vermenschlichung

von Akary
GeschichteAbenteuer, Tragödie / P16
Carson Beckett Die Antiker Die Wraith Elizabeth Weir John Sheppard Rodney McKay
05.01.2019
09.02.2019
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War er zunächst noch zielstrebig der Krankenstation entgegen geheilt, verlangsamten sich seine Schritte je näher er dem Zielkorridor kam, immerhin war er kurz davor einen Bereich der Stadt zu betreten den er, abgesehen von der Waffenkammer und den Trainingsräumen, nicht sonderlich leiden mochte. Der Chefmediziner war der einzig gute Grund die Krankenstation aufzusuchen, unabhängig anderer Beweggründe, dennoch hielt Rodney an der Türschwelle wortwörtlich inne. Sein Blick richtete sich auf die Tür, die natürlich offen stand und zum Eintreten einlud, aber er schaffte es nicht über die Schwelle. Wieso war er nicht auf die Idee gekommen Carson anzufunken und in sein Labor zu bestellen? Der Gedanke erschien ihm zunächst recht logisch und er drehte sich auch schon herum, um zurück zu gehen, da fiel ihm ein, dass Carson vermutlich einen Unfall erwarten würde und besorgt wäre, Rodney pflegte sich selten ohne einen guten Grund zu melden. Schien ein vertrautes Problem zu sein und die Lösung hieß wohl Konfrontation. Er konnte Carson nicht herauslocken und die Freizeit beider Männer war wahrlich begrenzt, also ging er schließlich hinein, beobachtet von einer Schwester die ihn zuvor hatte herumstehen sehen. Großartig. Er beschloss ihr keine Gelegenheit zu einem Kommentar zu geben und rauschte an ihr vorbei, in Carson’s Büro, und rannte selbigen dabei fast um. „Rodney! Was machen Sie denn hier?“ Der Mediziner sprach die Worte, während er gleichzeitig versuchte  am dem Wissenschaftler vorbei zu gehen, er hatte einen Patienten, aber gleichzeitig war er dennoch neugierig was Rodney hier her trieb, also beschloss er eine Antwort abzuwarten und hoffte dies dauerte nicht zu lange. „Ich…wollte zu Ihnen….haben Sie kurz Zeit?“ Brachte Rodney heraus und senkte kurz den Blick, um ihn kurz darauf wieder zu heben und Carson anzusehen, ihnen war wohl gerade beide klar, warum Rodney eher im Notfall mit Menschen interagierte, denn wirklich zusammenhängend war dieser Satz kaum herausgekommen. „Ah. Ja. Sicher. Geht es um etwas medizinisches, eine Verletzung?“ Ein Teil von Carson wusste warum sein Freund ein wenig unter Wortfindungssstörungen zu leiden schien und daher vermutete das Rodney wohl eher etwas privates von ihm wollte, dennoch verfiel der Mediziner in ihm einfach in die Routine die ihm Atlantis als Arbeitsplatz bot, verletzte Expeditionsmitglieder. Er sorgte dafür, dass sein Blick ein wenig besorgt aussah und wandte sich dem Wissenschaftler zu, wenn er wirklich etwas Wichtiges auf dem Herzen hätte, sollte er mit der Sprache rausrücken. Tatsächlich war Rodney schon wieder kurz davor gewesen nach Worten zu suchen, aber etwas in dem Blick des Mediziners sagte ihm, dass dieser jetzt nicht unbedingt 10 Minuten Ratespiele betreiben wollte was denn genau gemeint wäre, wenn Rodney etwas wichtig war, dann vorhandene Zeit zu nutzten und darum schüttelte er kurz mit dem Kopf. „Mir geht es gut. Ich wollte Ihnen nur kurz einen Auszug aus der Datenbank zeigen und um eine Meinung bitten, wenn Sie Zeit hätten?“ Innerlich spulte er schon die möglichen Antworten ab und überlegte sich bei einer Abfuhr die entsprechenden Zeilen einfach per Mail zu versenden, doch dann erhielt er die Erlaubnis. „Sicher. Ich bin nur eben bei einem Patienten, bereiten Sie doch schon mal was auch immer vor.“ Damit wandte Carson sich ab und zu seinem eigentlichem Ziel, einem Trainingsunfall, welcher es sich mit einem gebrochenen Bein auf einem seiner Betten gemütlich machte. Rodney hingegen ging in das Büro des Mediziners weiter und rief sogleich die entsprechenden Datenbanken und seine eigene Übersetzung ab. Was sollte er Carson zuerst zeigen? Er beschloss die Wartezeit damit zu verbringen herauszufinden, was dem Mediziner und natürlich ihm selbst am effektivsten erscheinen mochte und entschied sich für einen Datenstrom medizinisch-technischer Daten des Experimentes sowie der Zusammenfassung des Experimentes selbst. Letzteres hatte Rodney seiner Meinung nach ziemlich gut übersetzt. Dar Carson offenbar wirklich etwas Zeit zu brauchen schien, machte er sich so gut es ging an die weitere Übersetzung und fühlte sich etwas später an der Schulter gefasst. Irritiert wandte Rodney den Kopf zu dem Störenfried und erblickte Carson. „Hi.“ Der Gruß wurde sogleich erwidert und Carson setzte sich, um sich von der möglicherweise kurzen Anfrage erschlagen zu lassen. Seine Vermutung traf mehr oder weniger zu, denn Rodney zeigte ihm Abschnitte der Antiker-Datenbank, redete von einem Experiment an Menschen, Wraith oder Antikern und zeigte auf Datensätze die für Carson möglicherweise biologisch sein mochten. Im Versuch der Erklärung seines Freundes und dem unbekannten Inhalt sowie der fremden Schrift zu folgen, gab er schließlich 10 Minuten später auf und unterbrach den erklärenden Redeschwall des Anderen einfach. „Ich sehe ein Experiment und möglicherweise biologische Daten. Worum geht es dir denn?“ Rodney würde vermutlich gar nicht so schnell bemerken, dass Carson auf die freundschaftliche Ebene wechselte, aber unterbewusst machte der Wechsel den Wissenschaftler manchmal etwas zuträglicher. Es schien zu wirken, denn Rodney unterbrach wirklich seinen Redefluss und vergrößerte ein paar gezielte Datenströme. „Also die Antiker haben an etwas gearbeitet und ich frage dich woran.“ Carson zeigte prompt ein Lächeln, als er den Übergang bemerkte und schaute sich nun die Daten genauer an. „Hm. Also ich würde sagen es ist eindeutig biologisch. Hast du schon herausgefunden ob es wirklich ein Experiment an höheren Lebensformen war? Sie könnten die Fauna von einem Planeten erforscht haben.“ Carson tastete sich da lieber vorsichtig heran, er wollte Rodney sicher nicht einen Floh ins Ohr setzen und wie selbiger von Menschen oder ähnlichem sprechen, denn dummerweise würden die Worte des Mediziners vermutlich schnell auf der Goldwage landen und er wollte später nicht von Elisabeth heranzitiert werden, er hätte von Menschen-Experimenten gesprochen. Rodney neigte manchmal dazu ein wenig experimentierfreudig in seiner Interpretation zu sein und ehe Carson sich versah wäre er mitten in einer Mission, wohin er ganz sicher nicht wollte. Fast erwartungsgemäß verschränkte der Chefwissenschaftler natürlich defensiv die Arme und schüttelte mit dem Kopf. „20 Wissenschaftler untersuchen nicht Fauna und Flora eines Planten, der noch dazu in seinem Orbit eine Superwaffe beherbergen wird. Das Experiment findet parallel, vielleicht sogar im Geheimen statt und es trägt einen Namen. Also ich würde nur wichtigen Dingen einen Namen geben. Kannst du dir die Daten in Ruhe ansehen unter der Prämisse es wäre ein Experiment an höheren Lebensformen? Bitte?“ Carson wusste, dass Rodney nicht der Typ war der es gewohnt war um etwas zu bitten, aber offenbar wollte dieser eher dem Mediziner diese Aufgabe aufdrücken, denn seinem eigenen Stab. Woraufhin es Carson langsam zu dämmern begann, in welche unausgegorene Suppe er hier hinein zu watscheln drohte. Er sollte den Beweis finden, ob dieses Experiment einen weiteren Blick Wert war? Der Mediziner beschloss seinem Freund den Gefallen mit einer Gegenleistung abzukaufen, denn zufälligerweise brauchte er auch Unterstützung und zwar technische, oder besser gesagt einige seiner Gerätschaften. Rodney gab sein Versprechen ab und Carson versprach sich am nächsten Tag zu melden.  

Carson entließ seinen Kollegen und Freund, nicht aber ohne ihm eine große Portion Schlaf zu verordnen, manchmal glaubte er schon seine eigenen Verhandlungsstrategien auf die Personen abzustimmen, Rodney vertröstete er offenbar ganz gut mit einer Zeitspanne die einen möglichen Nachtschlaf beinhaltete, in der Hoffnung das selbiger diese zum Ausruhen nutzen würde. Sich selbst allerdings hatte Carson nun offenbar die Nachtschicht aufgebrummt, da er nur innerhalb dieser ruhigen Arbeitsspanne in der Lage wäre dem Wunsch nachzukommen und die Datenbank zeitnah einzusehen. Natürlich war Atlantis kein normales Krankenhaus, hier war im Grunde Tag und Nacht genügend los, aber zumeist einigten sich die Bewohner darauf in der Nacht zu schlafen. So auch sein Patient mit dem gebrochenen Bein und dies eröffnete ihm die Gelegenheit seine eigene Forschung bezüglich der Gen-Therapie quer zu lesen, in der Hoffnung dies würde ihm später nützen, ebenso konsumierte er noch seine eigenen Forschungen bezüglich der Wraith und fühlte sich schließlich vier Stunden später in der Lage die eigentliche Aufgabe in Angriff zu nehmen: Rodney’s mysteriösen Datenbankeintrag. Zwanzig Antiker-Wissenschaftler auf geheimer Mission? Parallelprojekte? So wie sie die Antiker bisher kennen gelernt hatten, schien es nicht großartig verwunderlich dass es Gruppen gab die ihr eigens Süppchen kochten. Er vermutete diese Gruppe besaß möglicherweise eine eigene Forschungsstation samt Energieversorgung, Computer und Forschungsobjekte. Er hatte schon eine kleinere Weile immer wieder dieselbe Textzeile durchgelesen, als ihm klar wurde dass es jetzt er selbst war der Zeit schindete, denn so langsam wurde Carson müde. Die erste Lösung war vermutlich Kaffee und somit brühte er sich eine der militärischen Spezialmischungen auf, die ihn munter halten sollte, wenn irgend möglich wollte er seinen Teil der Aufarbeitung heute Nacht erledigen und es dann hinter sich haben. Ernüchtert stellte er also fest, dass seine Kenntnisse der Antiker-Sprache nicht genügten um den betrachteten Textabschnitt zu übersetzen, also blieb nichts anderes als die medizinischen Daten quer zu lesen, denn diese würde er vermutlich wieder erkennen. Nach einer Weile konnte er Flora und Fauna eines Planeten tatsächlich ausschließen, denn es wurden keine speziellen Lebensbedingungen simuliert und es tauchten genügend genetische Sequenzen auf um beispielsweise Replikatoren ausschließen zu können oder eben niedere tierische Lebewesen. Schließlich markierte er mehrere Basenpaarsequenzen und ordneten sie einem Menschen oder Antiker zu. Die Testsubjekte zu finden war gar nicht so schwer gewesen, immerhin gruppierte sich ein Wust aus Daten, Zahlen und Gensequenzen um diese herum, doch die genaue Zuordnung einer höheren Spezies bleib schwierig. Carson kannte inzwischen spezifische Sequenzen die einen Menschen von einem Antiker unterschieden, ähnlich wie der technologische Unterschied gab es auch genetisch einige Merkmale die den Menschen als unterlegen auszeichneten. Er fand allerdings auch komplett fremde DNA, keiner der beiden dominanten Spezies der Pegasus-Galaxie zugehörig. So langsam ging ihm wohl die Zeit aus, also lieh er sich eines der noch munteren Wissenschaftler-Teams von Rodney kurzerhand aus und gab ihnen den Auftrag die SGC-Daten der Milchstraßen-Galaxie nach Hinweisen zu untersuchen, er gab ihnen auch gleich entsprechende Suchparameter und wandte sich anschließen von den menschlichen Spezies der Pegasus-Galaxie ab und hin zu den Wraith, einer zugegeben schwachen Spur, der aber irgendwie immer jeder nachging, vermutlich weil diese Blutsauger ihr Hauptfeind waren. Womöglich versuchte er sich selbst davon zu überzeugen, dass dies nichts mit den Wraith zu tun haben könnte, aber er fand tatsächlich keine genetische Spur, als er die Original-Sequenzen zu vergleichen begann. Am Anfang des neuen Tages blieb ihm nur noch der Vergleich mit den Anfängen seines Retrovirus, an welchem er nebenbei arbeitete, auch dahingehend fand er keine Übereinstimmungen, was kaum verwunderlich schien, immerhin hatten die Antiker offenbar nicht an Wraith experimentiert. Carson lief ein leichter Schauer über die Unterarme, vermutlich würde Rodney all seine Mühe kurz würdigen und dann den Beweis erbringen, dass dieses Experiment sehr wohl mit Wraith zu tun gehabt haben könnte. Der Wissenschaftler schien einfach so gepolt zu sein zunächst seine eigenen Theorien untersuchen zu wollen, selbst wenn es einen Mediziner gab, welcher am Ende noch das Gegenteil behaupten mochte. Der schottische Mediziner beschloss schließlich. dass ihm dies egal sein könnte, wenn irgendetwas hieraus entstehen mochte, müsste ohnehin Elisabeth drüber schauen und ihr Okey geben, bis dahin wollte er noch etwas eigenen Schlaf nachholen.
„McKay an Dr. Beckett! Carson bist du noch wach? Carson? Sag jetzt nicht das du schläfst! Du hast doch sicher etwas Interessantes gefunden, immerhin hat Zelenka’s Team für dich gearbeitet. Carson?! Hallo!“ Der Angebrüllte drehte genervt den Kopf und wünschte sich sehnlichste in sein Bett, wohin er auch dringend wollte, denn Carson war an seinem Arbeitsplatz eingeschlafen. Geweckt wurde er durch eine nerviges Piepsen seines Com-Gerätes und dem leise gestellten Gerede seines Kollegen, dennoch hörte Rodney nicht etwa einfach auf, sondern redete einfach weiter, bis der Mediziner dann doch erwachte und mit leicht verschlafener Stimme eine Antwort formulierte. „Hmm. Ja. Ich bin wach. Kannst du mich nicht schlafen lassen? Deine Antworten sind auf meinem Computer, schau sie dir einfach an.“ Ein Teil seines Geistes drehte sich im imaginären Bett wieder um und wollte weiter schlafen. „Habe ich schon, oder besser gesagt Zelenka’s Team. Es waren zufällig ein paar Biologen darunter anwesend und diese ahnten offenbar was du von ihnen wolltest. Jedenfalls, wollte ich nur sagen, wir haben in drei Stunden einen Termin bei Dr. Weir. Ich denke wir sollten zurück. Es lohnt sich, egal ob wir ZPM’s finden, welche die Gruppe vermutlich besaß oder genaueres zu dem Experiment, egal, wir haben genug Beweggründe zusammen. Danke für deine Hilfe!“ Carson unterdrückte zur Antwort ein Stöhnen. Drei Stunden? Er hatte sich erhofft seine Belohnung würde anders ausfallen und dann sollte er auch noch mitkommen? Er war sogar noch zu müde um anständig irritiert mit den Wissenschaftlern zu sein, die Rodney offenbar unter seinem Kommando hatte und dessen Übereifrigkeit wohl ein wenig abfärbte. Schließlich rang sich Carson zu einer Bestätigung des Termins durch und wandte sich der Herstellung einer weiteren Portion Militär-Kaffees zu.        

Elisabeth Weir beendete den Kommunikationskanal mit einem gewissen Dr. McKay und entschuldigte sich bei Teyla und Ronon für die Unterbrechung sowie gleichsam dafür, dass sie offenbar nur eine Stunde Zeit für beide erübrigen konnte. Natürlich stand der Termin mit den Wissenschaftlen, McKay schien noch jemanden mitbringen zu wollen, schon etwas länger, aber er hatte sie eine Stunde vor dem Treffen erinnern müssen, dass er unterwegs wäre. Wie seltsam, war es nicht der Wissenschaftler der normalerweise einem zersteuten Professor gleich Termine zu vergessen schien? Die Erinnerung allein weckte ihre Neugierde und sie beschloss ihre beiden momentanen Gesprächspartner gleich im Büro zu behalten, sowie John noch dazu zu laden, dann wäre im Notfall sogleich ein Team zum Abmarsch bereit, denn ein kleines Stimmen sagte ihr eindringlich, dass die angebliche ‚Neuigkeit’ sich schnell in einen ‚Abschmarschbefehl’ verwandeln könnte, ob allerdings Elisabeth selbigen gäbe oder sich überreden ließ blieb abzuwarten. „Ich bitte um Verzeihung, wo waren wir stehen geblieben?“ Für einen kurzen Moment war sie selbst verwirrt, wieso dachte sie noch einmal Ronon nachher dabei haben zu wollen? „Hm. Es geht darum ob ich in einem der Atlantis-Teams zugeordnet werden soll. Ich persönlich würde das Angebot von John Sheppard annehmen wollen.“ Das Subjekt der vergangenen Diskussion fasste den Inhalt einer ganzen Stunde recht knapp zusammen, aber sie musste ihm Recht geben. Teyla wäre dann auch nicht ganz allein unter Menschen und John hatte den ehemaligen Läufer angefordert, obgleich Elisabeth vermutete John wollte sich nur ein Team aus Superhelden aufbauen, waren doch beide Bewohner der Pegasus-Galaxie kampferprobt. Normalerweise hätte sie sich ein wenig Bedenkzeit erbeten, aber die war ihr durch Rodney’s Erinnerung praktisch gestrichen wurden, aber an sich stand die Entscheidung schon fest, dass SGA-1-Team würde in seiner neuen Besetzung bestehen können. „Gut. Sie beide fühlen sich soweit wohl auf Atlantis?“ Ronon nickte zur Antwort und Teyla führte aus, dass es sowohl ihr, als auch jenen ihres Volkes immer gut ergangen war. Sie sprachen noch über mögliche zukünftige Missionen. Teyla erhielt die Gelegenheit offen über ihre Erfahrungen mit ihrem Team zu reden, um Ronon ein wenig die Scheu zu nehmen oder was auch immer für Gefühle solch eher ruhige Person zu haben schienen. Leider hatte sie auch nicht sonderlich viel über ihn in Erfahrung gebracht, auch nicht als sie ihn selbst befragte, jedoch schien Ronon keine Leichen im Keller zu haben und Elisabeth wollte die Entscheidung seiner Zugehörigkeit auch nicht erst in einem langatmigen Gremium auf der Erde verhandeln lassen, sie wollte ihn einsetzen und sich behaupten lassen. Die Stunde verging dann doch schneller als gedacht und Elisabeth blieb am Ende nur ein Schlusswort. „Ich denke Sie passen gut in das Team von Lt. Colonel Sheppard, Sie beide. Da gleich Dr. McKay hier auftauchen wird, bitte ich Sie noch zu bleiben. Ich kontaktiere noch den Lt. Colnel und dann kann es wohl schon in Runde zwei gehen.“ Zur Antwort erhielt sie vier paar hochgezogene Augenbrauen und ein Grinsen, welches seltsamerweise von Ronon stammte. Es dauerte nicht lange und bald saßen zwei Wissenschaftler: Rodney McKay und Radek Zelanka sowie ein Mediziner: Carson Beckett, zwei Pegasus-Angehörige: Teyla Emagan und Ronon Dex sowie ihr militärischer Vorstand und Anführer des SGA-1-Teams Lt. Colonel John Sheppard am runden Tisch. Abgesehen von Carson sahen alle einigermaßen munter aus. Womit der Mediziner sich wohl die Nacht um die Ohren hatte schlagen müssen? „Schön. Dann nutzen wir mal die Zeit dieser Leitungsebene und besprechen kurz das Tagesgeschäft, Neuigkeiten?“ Natürlich gehörten Teyla und Ronon nicht zu ihrem Führungsstab, aber praktisch der komplette Rest und sie wollte die Zeit dann doch noch schnell produktiv nutzen, bevor sie McKay das Wort übergäbe oder es sich wegschnappen ließ. John berichtete ein wenig über die Disziplin der Marines und kleinere interne Streitigkeiten zwischen den Armee-Fraktionen der unterschiedlichen Ursprungsländer. Offenbar hatte ein Deutscher beschlossen seine Bundeswehrzeit wäre einer amerikanischen Militärkarriere ebenbürtig und war nach einer Meinungsverschiedenheit während eines Trainingskampfes mit gebrochenem Bein auf der Krankenstation gelandet. Carson bestätigte mit einem unterdrückten Gähnen diese Geschichte und bescheinigte dem Deutschen noch ein wenig Bettruhe, auch um die Gemüter etwas abkühlen zu lassen. Ronon und Teyla hatten natürlich nicht viel zu sagen und die beiden Wissenschaftler warteten offenbar geduldig bis sie das Wort erhielten, oder zumindest Radek, der es irgendwie schaffte seinen Boss und Kollegen im Zaum zu halten. „Dann legen Sie mal los Dr. McKay. Was gibt es spannendes aus der Welt der Antiker?“ Sie gab den Redestab auch gleich kampflos ab, wählte aber zumindest noch eine Formulierung, welche die Aufmerksamkeit ein wenig bündeln sollte, nur für den Fall das der werte Dr. abzuschweifen drohte und es jemanden auffallen sollte worum sich das Ursprungsthema drehen könnte. Der Angesprochene erhob sich geräuschvoll, sein Stuhl knarrte offenbar und berichtete von einem Datenbankeintrag der sich mit den Projekten beschäftige, welcher just selbiger Wissenschaftler vor einigen Wochen mit einem großen Knall beendet hatte. Rodney berichtete von mindestens zwei interessanten Nebenprojekten, die parallel zur Entwicklung der Antiker-Waffe stattgefunden haben sollten. Elisabeth musste schon zugeben, dass ein Projekt an dem 20 Antiker-Wissenschaftler gearbeitet zu haben sollten schon recht interessant klang, doch die wichtigste Info, ob es sich um weitere Waffenforschung oder Energiegewinnung handelte, blieb der Wissenschaftler in seinem Vortrag schuldig, stattdessen gab er an Carson ab, jenem übermüdet wirkenden Mediziner. Er legte den Grund für seine Müdigkeit offen, denn scheinbar hatte er sich im Auftrag der Wissenschaft ebenfalls mit dem Projekt beschäftigen müssen und steuerte anschließend seine eigenen Funde bei. Langsam setzte sich das Bild zusammen, als dann auch noch Radek von seinem Team und der Suche bezüglich der Klontechnologie der Asgard berichtete, nahm das ominöse Projekt immer mehr Gestalt an. „Akari also? Was ist das, ein Name für eine Person oder nur ein Arbeitstitel?“ Die Frage kam von John, der wohl das Gefühl hatte etwas nützliches Beitragen zu müssen, denn bisher schien selbiger eher zu versuchen sich nicht zu langweilen, war er doch bis auf seinen initialen Bericht eher eine Randfigur gewesen und offenbar nicht in das Geheimnis der Datenbank eingeweiht worden. Carson fühlte sich offenbar angesprochen, denn er schüttelte lediglich den Kopf. „Eine Abkürzung, ein Name einer Person, eines Schiffes, vermutlich steht die Erklärung in der Datenbank, aber mal ehrlich, wer kann das schon alles lesen. Jeder hier kann doch vermutlich nur die paar Worte seines eigenen Fachgebietes entziffern.“ Woraufhin betretendes Schweigen herrschte und die Aufmerksamkeit sich auf Ronon richtete, der die Pause nutzte um sich zu erheben. „Wieso schauen wir nicht einfach nach? Die Wissenschaftler haben bestimmt in einem Labor gearbeitet, schauen wir dort nach. Ich nehme nicht an, wir diskutieren darüber, weil wir es dabei bewenden lassen wollen?“ Die Antworten fielen unterschiedlich aus. Rodney wollte hinfliegen, John fand die Geschichte ganz nett, es aber nicht der Aufregung wert, Carson zog eine Untersuchung in Betracht, aber wäre auch mit einer genaueren Übersetzung zufrieden, Teyla enthielt sich und Elisabeth war geneigt Carson zuzustimmen, denn derzeit hatten sie genug andere Dinge auf dem Schirm und ein Labor würde vermutlich kaum weglaufen, sofern es noch existierte und nicht mit dem Rest des Sternensystems zerstört worden war. Es schien offensichtlich, dass der Datenbankeintrag nur einen Zeitvertreib darstellte, doch gleichzeitig musste sie eingestehen, dass sich offenbar viele Parteien darauf gestürzt hatten und sie selbst war ebenfalls etwas neugierig. Sie überlegte sich ihr Urteil und richtete anschließend danach. „Wären wir nur eine wissenschaftliche Mission und besäßen wir genügend Ressourcen und Zeit, wäre ich geneigt einen Blick zu riskieren, aber das benannte System ist eine aufwendige Reise im Jumper entfernt und soweit ich zugehört habe, sind bisher keine Schlagworte Richtung Technologie gefallen. Wir wurden erst kürzlich von den Wraith fast in die Knie gezwungen und ein einsames Labor steht gerade nicht ganz oben auf unsere Liste. Also wenn es sonst nichts mehr gibt, sollten wir unserem Alltag nachgehen und die nächsten echten Missionen vorbereiten.“ Sie wählte die Worte bewusst ein wenig härter, denn sie wusste genau das Rodney noch einen Trumpf zu spielen hätte, einfach weil es seine Herangehensweise war und auch John wäre wohl energischer gewesen, würde er einen Sinn erkennen. Sie war schon dabei sich zu erheben, da ergriff plötzlich der Radek das Wort. „Um ehrlich zu sein, das Labor rechtfertigt schon eine Mission. Es wurde unabhängig vom Hauptprojekt erbaut, also möglicherweise im Geheimen und mit eigener Energieversorgung, es könnten sich dort noch einige ZPM’s befinden, hinzu kommt das jedes Experiment der Antiker interessant ist. Was immer ‚Akari’ ist, wird nicht nur der Name einer Süßspeise sein.“ Der tschechische Akzent des Wissenschaftlers klang bei jedem Wort nach, aber er war deutlich zu verstehen und Elisabeth fragte sich ernsthaft ob dies ein Trick war, sollte Radek diese Worte sagen um in ihr Bereitschaft zur Zusage zu wecken? Sie mochte den Wissenschaftler. Er neigte nicht zu Übertreibungen oder unnötigen Risiken, er hielt viele seiner Kollegen in Schach und auf dem Boden der Tatsachen und er war der Stellvertreter des Chefwissenschaftlers, besaß also ebenfalls viel Wissen
und sein Team hatte ebenfalls den entsprechenden Eintrag betrachtet. Sie setzte sich aber dennoch nicht erneut auf ihren Stuhl, sondern richtete sich auf, um zu stehen. „ZPM. Als hätte ich es nicht gewusst. Schön. Überzeugt. Die Hoffnung stirbt doch immer noch zuletzt. Dann gebe ich Ihnen zwei Tage, wenn Sie nichts finden, machen sie Landurlaub auf einem Planeten oder untersuchen das System. Eine andere Art von Urlaub lässt sich dieser Gruppe hier ohnehin nicht aufdrücken.“ Sie sprach und wusste, dass sie im Interesse des Arztes handelte. Nach der Belagerung durch die Wraith brauchte besonders das Team von John Sheppard dringend Urlaub und so wie es aussah bestand die Möglichkeit einer Erholungs-Mission. Vermutlich würde sich keiner der hier anwesenden auch nur annähernd erholen, aber sie wären nicht auf Atlantis und fern den vergangenen Schrecken, in ihrer speziellen Situation zählte dies sehr wohl als Urlaub. Sie schaute kurz zu Carson und erblickte ein aufmunterndes Lächeln, offenbar war dies auch sein Plan gewesen. Elisabeth beobachtete noch ihr erstens Stargate-Team, wie diese ihren Besprechungsraum verließen und wünschte anschließend Carson eine angenehme Bettruhe, dieser hatte sich seinen Schlaf wahrlich verdient.

John fand sich einige Zeit später im Waffenlager der Stadt wieder und ging seine mentale Liste an Dingen die sie benötigten durch. Er hatte seine Gedanken mit Absicht nicht angesprochen, sie könnten in eine Falle der Wraith geraten oder der Antiker oder Menschen die sie für Feinde hielten. Jedes Szenario schien ihm wahrscheinlich, nicht zuletzt da sie alle Gefangene einer Strafkolonie eines Planetens gewesen waren. In dieser Galaxie schien alles möglich zu sein und der offensichtlichste Feind hieß lediglich Wraith, doch war lange nicht alleine unter den Gegnern. Er würde sein Team in 10 Minuten am Jumper treffen. Er persönlich war froh über eine ruhige Mission, zuletzt hatte ihn ein Virus in einen Wraith verwandelt, dies wollte er aus seinem System bekommen, zur Not musste eben ein Experiment der Antiker herhalten. Die Art der Ablenkung war ihm egal, doch etwas Ruhe war erstrebenswert, zumindest auf dem Hinflug. Das wahrlich geniale, der Hinflug würde einen halben Tag in Beschlag nehmen, weil nach der Explosion das nächstgelegene Stargate eine ganze Ecke entfernt vom Zielsystem lag. Für ihn war der Auftrag recht einfach gestrickt, fliege gemütlich durchs Weltall, genieße den Flug, finde etwas Interessantes oder auch nicht, kehre zurück. Das er sich auf diese Art von Mission tatsächlich freute, sprach selbst für ihn Bände, wie sehr er etwas Erholung nötig zu haben schien. McKay würde sich vermutlich mit der Datenbank beschäftigen während des Fluges, Teyla sah er schon meditieren und Ronon könnte ein paar Kampfsimulationen ausprobieren, die er letztens im Kampfsimulations-Modus des Jumpers entdeckt hatte oder sie setzten ihn auf ihrem Ausgangs-Planeten ab, vielleicht wünschte sich Ronon ja etwas Überlebenstraining als Erholung? Die Zeit verging recht angenehm, er ging in Ruhe seine mentale Checkliste durch und sammelte die Ausrüstung zusammen, dann fand er sein Team in der Jumper-Bucht vor. „Alle startklar, auch ein gutes Buch eingepackt? Der Flug dauert einen halben Tag.“ McKay schien ebenfalls etwas Urlaub nötig zu haben, denn er bemerkte die sehr sacht platzierte Spitze in seine Richtung erst gar nicht und alsbald waren sie auf dem kurzen Weg in ein fremdes Sonnensystem via Stargate. Der Himmel des neuen Planten war blau, die Sonne schien und er tarnte den Jumper, meldete sich zuhause ab und steuerte in die Atmosphäre, dort angekommen machte er eine Vollbremsung. Rodney, der sich schon fast in sein Buch der Datenbank vertief zu haben schien blickte irritiert auf und machte dann große Augen, angesichts des Wraith-Basissschiffes im Orbit. „Wo kommt das denn her? Hat es uns bemerkt?“ Der Wissenschaftler checkte schnell die Sensoren und John half ihm dabei, da er mit seinem Gen schließlich die Sensoren steuerte, doch offenbar war das Basisschiff fast tot, da es über kaum Energie verfügte. „Wow. Wir brauchen neue Prozeduren für die Reise via Jumper, damit habe ich auch nicht gerechnet. Hm. Meint ihr nicht es sieht etwas seltsam aus?“ John schaute zur Sicherheit prüfend aus dem Fenster. Teyla kam vom hinteren Abteil nach vorne und legte ebenfalls Zweifel dar, sie schien keine Wraith zu spüren, aber andererseits waren sie im Orbit eines Planeten, wie weit würden ihre Spürsinne wohl reichen? „Schauen wir es uns an?“ Die Frage kam natürlich von Ronon, welcher noch nicht wusste was ihm auf dem langen Anreiseweg zur ehemaligen Forschungseinrichtung zu entgehen drohte. John ärgerte sich etwas über sich selbst, als er bemerkte, dass auch er sich lieber ein Wraith-Schiff anschaute als ruhig im Weltall zu schweben, er war auch viel eher für Aktivurlaub. „Hey! Das ist nicht euer Ernst. Zerstörtes Sonnensystem schlägt scheintotes Wraith-Schiff um Längen! Schon vergessen das die vielleicht nur schlafen und aufwachen, sobald sie uns bemerken?“ Rodney wollte scheinbar die Reise fortsetzen, brachte aber auch durchaus stimmige Argumente. Teyla stimmte Rodney auch noch zu, womit es unentschieden stand. Das Stragate erneut anzuwählen, war vom Orbit aus nicht möglich, also fehlte es an Entscheidungskraft. John war schon dabei den Anführer zu mimen, als Rodney etwas von ZPM murmelte. „Wiederhole das, haben meine Ohren da eben die drei magischen Buchstaben vernommen?“ Der Angesprochen starrte noch einen Moment ungläubig auf die Sensorwerte. „Öhm ja. Das Wraith-Basisschiff wird von zwei ZPM betrieben. Der Jumper erkennt eindeutig die Energiequelle.“ Ronon musste daraufhin einfach nur Grinsen. Er selbst hätte dieser Mission bisher absolut Nichts abgewinnen können, aber mit Wraith konnte er etwas anfangen. „Schauen wir es uns an. Diese ZPM waren doch ohnehin unser Ziel gewesen, ob sie nun in einem Labor oder einem Basisschiff sind. Also ich jage lieber nebenbei noch ein paar Wraith in die Luft.“ Damit war die Flugreise also vom Tisch. Das neue Reiseziel wurde angesteuert, Reisedauer: 15 Minuten, Reisegeschwindigkeit: sachte und unauffällig.

===/\=== Wraith ===/\===  

Der mächtige Hyperantrieb beschleunigte das Basisschiff auf die schnellste bekannte Geschwindigkeit,  doch jene Technologie welche die Wraith einst den Antikern ebenbürtig machte, nun angetrieben von einer Antiker-Energiequelle, beschloss ziemlich unvermittelt seinen Geist aufzugeben. Wahrlich, Akari hatte ihrem Schiff neuen Geist und neue Energie eingeflößt, aber die erschaffenen Verbindungen hielten nicht lange stand, sei es nun das geschwächte eigene Raumschiff oder ein Fehler in den ZPM, erzeugt durch den Zahn der Zeit. Traurige Wahrheit war, dass ihre Reise nach wenigen Minuten endete und auch das Basisschiff der Wraith-Königin auf Sublicht umstellen musste. Akari starrte frustriert auf ihre Hauptkonsole, sie könnte nicht einmal mit Sicherheit behaupten welche Technik das Problem darstellte und so blieb ihr nicht viel anderes übrig als die nun ungenutzte Energie in die Lebenserhaltung zu stecken. Ihr Plan, zunächst einen ergiebigen Weidegrund aufzusuchen, bevor sie ihre Mannschaft weckte, scheiterte erneut an der angeblichen technischen Überlegenheit der Antiker. Das diese mächtige Rasse inzwischen gar nicht mehr in der Galaxie existierte war da nur ein geringer Trost. Ernüchtert ließ sie die Sensoren ein Suchmuster durchstöbern, Menschen oder Technologie, beides war ihr im Moment ein gutes Werkzeug und tatsächlich fand sie ein Stargate auf einem Planeten und mit etwas Glück gäbe es womöglich dort auch die bevorzugte Nahrungsquelle der Wraith. Akari setzte das neue Ziel und navigierte das große Basisschiff in einen stabilen Orbit, was völlig alleine schon eine gewisse Erfahrung erforderte, doch Akari war wie viele Königinnen alt und erfahren und zu ihrem Leidwesen aktuell gezwungen nicht nur zu regieren, sondern niedere Aufgaben zu erledigen, die natürlich auch ihr eigenes Überleben sicherten. Sie musste einen neuen Plan fassen und kehrte dafür in ihren Thronraum zurück, dabei übersah sie eine völlig andere Sensorenrückmeldung, jene eines Antiker-Kurzstreckenschiffes, welches das Stargate verließ und auch gleich wieder aus dem Sichtbereich verschwand.
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