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Fly Me To The Moon

von - Leela -
OneshotAllgemein / P6
Betty Boop
04.01.2019
04.01.2019
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Fly Me To The Moon

Betty kniete, bereits im Schlafanzug, auf ihrem Bett und sah aus dem Fenster. Sie konnte nicht schlafen. Statt dessen schaute sie in den nächtlichen Himmel. Die Sichel des Mondes schien durch ihr Fenster, und unzählige Sterne glitzerten auf einem samtschwarzen Untergrund.
      Sie lehnte sich auf die Fensterbank, den Kopf auf die verschränkten Arme gelegt, und sah verträumt hinaus. Von hier sah es gemütlich aus auf dem Mond, der jetzt mit jedem Tag wieder etwas zunehmen würde. Doch wie sollte man ihn je erreichen können?
      Während sie über diese Frage nachdachte, wurden die Mäuse auf ihrem hellgrauen Schlafanzug aktiv. Sie sprangen vom Stoff, reichten sich die Leitern, auf denen sie von den Beinen bis zum Kragen auf dem Stoff hinauf- und hinunterklettern konnten, und huschten damit zum Fenster.
      Erstaunt beobachtete Betty in ihrem nun unicolor grauen Schlafanzug, wie die Mäuse das Fenster öffneten, und die Leiter in den Himmel bauten. Sie zögerte nur eine Sekunde lang, kletterte aus dem Fenster und stieg neugierig die Sprossen der Leiter hinauf.
      Mit jedem Schritt blieb die Welt mehr und mehr unter ihr zurück. Ihr Haus, der Garten, die Straßen, die Stadt… Bald schon vermischte sich alles zu einem Meer aus Farben, aus dem keine Einzelheiten mehr zu erkennen waren.
      Zu ihren Seiten flitzten die Schlafanzugmäuse die Leiter hinunter und hinauf, und bauten sie immer weiter, dem Mond entgegen.
      Als Betty das Licht der Straßenlaternen hinter sich ließ, hüllte sie mit jedem Schritt mehr die Nacht ein, färbte ihren hellgrauen Schlafanzug in dunkles Blau, bevor sie die Erde ganz verließ, und sie das Schwarz des Weltraumes empfing. Die Sterne begrüßten sie, und diejenigen unter ihnen, die in ihrer Nähe waren, fühlten sich von dem nachtblauen Untergrund auf ihrem Schlafanzug so angezogen, daß sie sich umgehend auf den Stoff legten und den Platz der Mäuse einnahmen, die immer noch fleißig an der Leiter bauten.
      Die Erde lag mittlerweile wie ein kleiner blau-grüner Ball unter ihr; dafür erwartete der Mond sie bereits mit freundlichem Lächeln. Aufgeregt kletterte sie immer weiter, bis der Mond größer und größer wurde.
      Gerade installierten die Mäuse das letzte Element der Leiter, lehnten es an den Rand der Mondsichel wo es sicher einrastete, und huschten bis hinauf auf die Spitze des Mond, was dieser geduldig mit sich geschehen ließ.
      Als Betty oben ankam, stellte sie erstaunt fest, daß in der Sichel ein Bett auf sie wartete. Die Vertiefung war gemütlich ausgepolstert, ein Kopfkissen, über dem sich die Sichel breit nach oben spannte, und eine Bettdecke aus dunklem Blau, mit gelben Sternen und bunten Planeten lagen für sie bereit. Sie kletterte in die Sichel, bettete den Kopf auf das Kissen und deckte sich zu.
      Der Mond pustete die Kerze in der Lampe aus, die an seiner Spitze über dem Bett herabhing.
      Als es in der Mondsichel dunkler wurde, segelte ein kleines Schiff vorbei, das einen glitzernden, goldenen Schweif hinter sich herzog, der sich staubartig in das Bett legte. Der Sandmann grüßte und segelte weiter durch das Universum.
      Betty aber gähnte herzhaft und kuschelte sich, zusammen mit den Mäusen, in ihr neues Bett, unter dem die Erde weit entfernt friedlich schlummerte. Endlich konnte auch sie in seliger Ruhe schlafen…

THE END
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