Tango im Treibsand

von lauchella
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
Felix Brummer / Kummer OC (Own Character)
04.01.2019
28.01.2019
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Herzlich Willkommen!
Das hier ist meine aller aller aller erste Geschichte, also seid bitte nicht zu streng mit mir. Ich würde mich wahnsinnig über Feedback freuen!
Übrigens: ich komme aus Österreich also kann es durchaus passieren, dass ich manches Mal Formulierungen/Begriffe verwende, die es im Bundesdeutschen möglicherweise nicht gibt/in der Form nicht gibt. Das versuche ich aber  so gut ich kann zu vermeiden!
Viel Spaß! (hoffentlich)

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1Live Krone, 1:40am

Flackerndes, grelles Licht in den verschiedensten Farben, immer lauter werdende Musik, eine Vielzahl grölender, stockbesoffener Prominente - Bekanntheitsgrad sogar größtenteils semi bis hoch - und mitten im dem ermüdenden Trubel hetzte Caterina-Spezialistin Ina von A nach B. Der Abend hatte gut begonnen, alles lief nach Plan, dem Caterina-Team kamen keinerlei Beschwerden zu Ohren, vielmehr Lob für den “fantastischen“ Service und das leckere Essen - jedoch wäre jener Abend wohl kaum vollständig gewesen, wenn nicht doch noch etwas schief gelaufen wäre.

“Ina? Ina!”, verwirrt drehte sich dich Angesprochene zu ihrem Kollegen Matthias um, der alles andere als einen glücklichen Eindruck erweckte. Ina war genervt, sah ihr Kollege denn nicht, dass sie gerade den Stress ihres Lebens durchlebte? Ständig wurde nach ihr gerufen - “Fräulein”, “Puppe”, “Schatzi” - ihr Dienst hatte um 18:00 Uhr begonnen, mittlerweile war es kurz vor zwei Uhr morgens und die 1.60m große Schwarzhaarige hatte bis dato noch keine Zeit für eine kurze Pause gehabt.

“Was?”, fuhr sie ihn direkt an und bereute danach sofort ihren scharfen Ton - immerhin war Matthias nicht weniger arm dran. “Entschuldige Matthias!”, sie atmete kurz durch und stellte das zerbrochene Bierglas auf den Ablagetisch neben ihnen, “Was gibts?”

“Eh..ich wurde gerade übelst angefahren, da kotzen ANGEBLICH zwei ‘Berühmtheiten’ von unserem Essen!”, verwirrt und vor allem ein wenig wütend sah Matthias seine Kollegin an. Jene rollte mit den Augen und legte für einen Moment den Kopf in den Nacken. Einatmen, ausatmen.

“Das kann doch gar nicht sein. Die haben bestimmt einfach nur viel zu viel gesoffen und schieben jetzt die Schuld auf uns.”, Inas Stimmung hatte den Tiefpunkt erreicht. Selbst wenn sie, und auch Matthias, sich sicher waren, dass es höchstwahrscheinlich nicht am Catering lag, war ihnen bewusst, dass ihr Chef nichtsdestotrotz Ärger machen würde. Zwar waren die beiden in keinerlei Hinsicht für die kleinen Häppchen, die am Abend angeboten wurden verantwortlich, jedoch waren sie für deren Verteilung zuständig. “Welche Berühmtheiten haben denn überhaupt dank uns jetzt eine Lebensmittelvergiftung?”, witzelte sie ironisch und begann nebenher wieder Biergläser auf der Theke zu sortieren.

“Keine Ahnung.”, Matthias zuckte mit den Schultern, “Was machen wir jetzt?”

“Nichts.”, meinte Ina gleichgültig, “Können jetzt auch nichts dran ändern, Ärger wird's sowieso geben”, Matthias schien mit der Antwort seiner Kollegin zwar alles andere als zufrieden zu sein, jedoch hatte sie irgendwie recht. Die zwei schenkten sich noch ein kleines Lächeln bevor sie wieder an die Arbeit gingen - denn der Abend war lange noch nicht vorüber.

1Live Krone, 4:30am

“Ihr habt meine Kumpel ganz schön vergiftet!”, Ina wirbelte herum, Geschirrtuch in der einen, Tablett in der anderen Hand. Sie zog die Augenbrauen zusammen und funkelte den Mann vor ihr genervt an. Den freundlichen Ton hatte sie, trotz guter Arbeitsphilosophie, eine halbe Stunde zuvor abgelegt als sich jemand auf ihren Schuhen übergeben hatte. “Bitte?”, fragte sie in einem zuckersüßen Ton und warf dem Mann mit den abrasierten Haaren ihr schönstes unechtes Lächeln zu - sie kannte ihn, da war sie sich sicher, jedoch fiel ihr auf die Eile einfach nicht ein woher, doch sie war sich bewusst, dass sie gerade mit einem Prominenten zu tun hatte. “Wir wollten hier heute richtig feiern, aber euer Catering hat meine zwei Bandkollegen ausser Gefecht gesetzt.”. Einatmen, ausatmen.

“Das kann ich mir nicht vorstellen, sorry! Darf es sonst noch etwas sein?”, Ina hatte keine Lust auf Diskussion, keine Lust auf Vorwürfe, sie hoffte inständig ihr Gegenüber würde Ruhe geben und nicht anfangen Stress zu schieben. “Ein Bier bitte.”, sagte er in solch einen freundlichen Ton, dass Ina kurz ernsthaft überrascht war. Wortlos erfüllte sie ihm seinen Wunsch und widmete sich danach wieder dem Wischen der Theke. “Ich bin übrigens Felix.”, zwinkerte er. ‘Und angetrunken’, dachte sich Ina, entschied sich doch dagegen es laut auszusprechen. Mittlerweile jobbte sie bereits seit drei Jahren neben dem Studium als Catering-Spezialistin und wenn sie eines gelernt hatte: betrunkene, flirtende Menschen sollte man entweder ignorieren oder freundlich anlächeln und dann ignorieren. “Jetzt musst du dich vorstellen!”

“Das denke ich nicht.”, meinte sie kühl und begann leere Bierflaschen in die Bierkästen zu räumen.

“Ach. So schlimm bin ich nicht, versprochen. Etwas angetrunken, ja, aber sonst echt nicht schlimm.”, er lachte - über sich selbst - genervt atmete Ina aus. “Ok. Wir probieren einfach nochmal: Hi, ich bin Felix!”. Einatmen, ausatmen.

“Hi, ich bin Ina!”, antwortete sie im selben überschwänglichen Ton. “Ina?”, er verzog das Gesicht, “Ina wie Sabina oder wie Sabrina oder wie Selina?”. Ina war nach wie vor genervt, aber zugegebenermaßen nun auch ein wenig amüsiert. “So ungefähr, ja.”.

“Ja was denn? Selina? Sabrina? Mathilda?”, sie konnte ihm förmlich ansehen wie sich die Rädchen in seinem Kopf drehten. “Naja, mehr so Albina.”, genau wie er legte sie nun den Kopf schief, grinste ihn an. “Albina?”, die Falten auf seiner Stirn wurden noch tiefer. “Ja. Aber meistens eben eher Ina.”, Felix wurde schwindelig, Albina, Ina oder doch Selina? “Ich bin verwirrt.”, sagte er und nahm einen Schluck von seinem Bier. “Ich glaube, du bist einfach ein wenig betrunken.”.

“Weißt du wer ich bin?”, sie sah ihn genau an und wusste ganz genau, dass sie ihn schon öfter gesehen hatte, sie war sich auch sicher, dass er Musiker war, jedoch konnte sie ihn trotz der Kenntnis seines Namens, einfach nicht richtig zuordnen. Die Genugtuung, dass sie sehr wohl wusste, dass es sich bei ihm um einen Promi handelte, wollte sie ihm jedoch nicht zugestehen, “Naja, du hast dich gerade als Felix vorgestellt.”, sie zuckte mit den Schultern. “Ich bin Sänger bei den Chainsmokers.”, Ina kannte die Chainsmokers, jedoch nicht deren Mitglieder und trotzdem wusste sie sofort, dass Felix sie gerade anlog.

“Beeindruckend. Ich liebe die Chainsmokers!”,erklärte Ina begeistert.

“Echt?”. “Nein.”, kopfschüttelnd widmete sie sich wieder den leeren Bierflaschen und obwohl sie es nicht zugeben wollte, de berühmte Felix von den Chainsmokers versüßte ihr gerade den anstrengenden Dienst. “Und was machst du so? Außer meine Band zu haten?”, nun musste Ina zum ersten Mal wirklich lachen.

“Für ein Menschen-vergiftendes-Cateringunternehmen arbeiten.”, auch er musste jetzt lachen. “Und was macht man als Kriminelle sonst noch so?” “Ab und zu tue ich so, als würde ich studieren.”, zum ersten Mal seit Beginn ihres Gespräches blickte Ina in der Veranstaltungshalle umher, mittlerweile waren die meisten Leute glücklicherweise schon verschwunden. Das Ende war in Sicht. Felix leerte sein Bier und schenkte ihr ein schiefes Grinsen. Erneut grübelte Ina woher sie ihn kannte und plötzlich fiel es ihr ein. Für einen kurzen Moment setzte sie einen überraschten Gesichtsausdruck auf, ermahnte sich dann aber selbst. Sie war kein Fangirl, vermutlich nicht einmal ein richtiger Fan, aber sie kannte Kraftklub, mochte einige Lieder. Felix schien, Gott sei Dank, von ihrem Geistesblitz nichts gemerkt zu haben. “Und was studierst du so, also dann wenn du so tust als ob.”

“Politikwissenschaften und Slawistik.”, anerkennend nickte er ihr zu. Sie kannte den Blick, fast jeder warf ihn ihr zu wenn sie von ihren gewählten Studiengängen berichtete - die Leute taten zwar meist so, als wären sie vollkommen beeindruckt davon, jedoch war sich Ina sicher, dass sich die meisten einfach nur fragten, wie, warum und wieso man so etwas studieren sollte.

“Wie alt bist du eigentlich?”, wieder grinste er sie an, er war definitiv viel zu betrunken. “Jetzt wirst du aber neugierig.”
“Ich will alles wissen!”
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