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Draki und Jäger

GeschichteFantasy, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Fandral Frigga Loki Sif Thor Volstagg
04.01.2019
20.02.2021
10
14.547
9
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24.07.2019 878
 
Sein Vater war, wie schon erwartet, nicht besonders erfreut.
Er brüllte sofort los, als Loki ihm sagte, er würde ein Wochenende weg bleiben, wegen eines Gruppenprojektes.
„Du vergisst, wem du verpflichtet bist. Jetzt willst du schon nächtelang wegbleiben und vergisst deine Familie und Freunde!“, sagte er knurrend und seine blutroten Augen durchstachen Loki beinahe. Dieser schluckte und versuchte seine Panik zu unterdrücken. Er wollte weder Thor enttäuschen, noch seinen Vater. Auch wenn beide sich zurückhielten, es konnte schlimm enden, sie wütend zu machen.

„Vater, ich habe nicht vor die Draki zu verraten, ich will lediglich eine Schulaufgabe zu Ende bringen. Ich bin Montagabend wieder da, so wie immer. Wieso vertraust du mir nicht?“, fragte er ihn mit gespielter Traurigkeit. Doch während dieser weinerlichen Maske bei seiner Schwester und Mutter immer gut ankam, schien es Lokis Vater nur noch wütender zu machen. Er wollte keinen verweichlichten Sohn. Er wollte seinen Erben. Seinen männlichen Erben.

„Geh ruhig und mache deine unwichtigen Aufgaben, aber wenn du Montag nicht wieder da bist und du nicht vorweisen kannst, dass du die Wahrheit gesagt hast, dann Gnade dir Gott!“ sagte Lokis Vater und verließ den Raum. Er würde das Gruppenprojekt zweifach speichern und mindestens ein paar Dutzend Fotos machen, denn er wusste, wozu sein Vater in der Lage war.


Die Zeit verstrich und das Wochenende brach an. Lokis Augenringe wurden größer und er hatte schon wieder etwas an Gewicht verloren, weswegen er etwas dickere Kleidung trug. Thor viel es auf, denn als Eisdraki konnte er nicht frieren. Aber er fragte nicht nach. Der Unterricht endete. Loki sagte nichts und starrte nahezu die ganze Zeit auf seine Füße. War dieses Wochenende wirklich so eine krasse Sache?
Sie brachten Helbora zur Straßenbahn und auch diese sagte nichts, außer einem Kurzen „Bis Montag“.
„Willst du laufen oder fahren?“, fragte Thor, aber Loki reagierte nicht.
„Loki?“, fragte er etwas lauter. Noch immer keine Reaktion.
Thor legte ihm eine Hand auf die Schulter und sein Gesicht fuhr zu ihm herum. Die Augen wieder weit aufgerissen, voller Angst und Zweifel.
„Ich dachte, das hätten wir hinter uns, Loki“ erwiderte Thor grimmig.
„Ich muss noch zur Bank“ sagte der Angesprochene mit zittriger Stimme.
Thor verwirrte dieser plötzliche Themenwechsel, aber warum nicht.
Sie liefen durch Tyr, Loki ging alleine in die Bank und tat sehr geheimnisvoll. Irgendwann würde er ihn danach fragen, aber im Moment war Loki ohnehin so entspannt wie eine laufende Kreissäge.

Keiner sagte etwas, als sie die Treppen zu Thors Wohnung hinaufstiegen. Es war so still, nur ihre Füße und das Knarren der Stufen waren zu hören. Der Schlüssel erklang, er trat ins Flur und Loki schluckte schwer, als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel.

Er war in der Wohnung eines Jägers. Er war in der Wohnung eines Jägers. Er war in der Wohnung eines Jägers.
Lokis Kopf war nicht hilfreich, wenn es darum ging sein schlagendes Herz zu beruhigen. Hart wummerte es gegen seine Rippen. Er drehte sich zur Tür um, noch konnte er einfach gehen. Das Geld von der Bank holen und ab in den Zug. Kein Farbauti mehr. Kein Ullr mehr. Kein Thor mehr.

Thors Nacken gribbelte und seine Jagdinstinkte meldeten sich. Er drehte sich um und als Loki die erste schnelle Bewegung machte, preschte er nach vorne und schlug die Faust gegen die Eingangstür. Lokis zitternde Hand lag auf der Türklinke und Thors Faust war nur wenige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt. Er stand mit dem Rücken zu ihm und fühlte sich wie zwischen zwei Mauern eingezwängt.

„Wo willst du hin, Pimpelhans?“
Thors Stimme war tief und er klang als brauchte er viel Selbstbeherrschung.
„Ich habe etwas vergessen…mei…meine Zahnbürste.“
„Ich kann dir eine borgen.“
„U..und meinen Laptop.“
„Du hast deinen Laptop heute in der Schule gehabt und deine Laptoptasche hast du über deiner Schulter.“
„Ich will nach Hause.“
„Du bist du ein Feigling!“
„Und du ein Mörder!“
Dann folgte die Stille und Loki stotterte: „Tut…Tut mir leid, ich wollte nicht…“
„Schon gut, ich weiß, was du meinst. Können wir uns jetzt bitte wieder wie zwei normale Kommilitonen verhalten und unser Projekt planen?“ brummte er. Loki atmete tief ein und ließ den Türknauf los.
„Ich wusste gar nicht, dass du rauchst, Captain.“
Thor lächelte und sagte: „Das tue ich auch nicht, aber die Vormieter haben sich in den Wänden verewigt.“
Er folgte Thor langsam durch die Wohnung, da die Küchenecke, die Schlafcouch, das heruntergefahrene Klappbett.  Er beobachtete Lokis zweifelnden Blick und kratzte sich den Hinterkopf.
„Ich weiß, es ist keine Luxusbude, aber für mich ist es ausreichend“ sagte Thor. Loki musterte ihn und sah auf die Möbel und das Poster einer Metalband.

„Es spielt keine Rolle. Es ist deins. Und hier bist du ein König!“ erwiderte Loki, stellte seine Sachen in eine Ecke und setze sich auf die Schlafcouch. Von all seinen Freunden, die ihn beschwichtigen wollten, dass es nicht so schlimm wäre, gefiel ihm diese Reaktion noch am besten.
„Willst du was trinken? Oder was essen?“

Sie einigten sich auf eine Pizza und bestellten, während sie ihre Arbeitsunterlagen aufschlugen und begannen zu recherchieren und einen Plan aufzustellen. Es lief harmonisch und Loki wollte sich fast dafür schelten, dass er solche Angst bekommen hatte, doch dann klingelte es und Thors Gesicht nahm einen Ausdruck an, der ihm nicht gefiel.
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