Hätte ich mal lieber Sasuke gerettet, ...

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Deidara Itachi Uchiha Obito Uchiha OC (Own Character) Sasuke Uchiha
03.01.2019
09.02.2020
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Über meinem Kopf rumort es dumpf und noch immer kann ich den Regen durch die dünnen Wände, von draußen, zu mir hineindringen hören.

Zu uns hineindringen.

Langsam setze ich mich auf, meinem Kopf ging es inzwischen besser und von meinen äußerlichen Wunden war nichts mehr zu sehen, kein einziger Kratzer, keine Narbe war zurück geblieben.

Seufzend lasse ich den Blick schweifen, ein weiteres Mal grollt es - Das Zentrum des Gewitters muss sich direkt über uns befinden.

Ich frage mich, wieviel Uhr wir wohl haben.

Ein Lächeln formt sich auf meinen Lippen, als ich bemerke, dass der Blonde ebenfalls wach ist, zudem bereits wieder etwas Farbe angenommen hat, obwohl er mir immer noch erschöpft scheint.

„Möchtest du etwas essen?“, spare ich mir einen Morgengruß und erschrocken hebt er den Kopf.

Misstrauisch mustern mich die hellen Irden und huschen blitzschnell über meinen Körper.

Er ist definitiv ein Nuke-Nin, ansonsten wäre er nicht so misstrauisch, schießt es mir durch den Kopf und beschwichtigend hebe ich die Hände.

„Kannst du dich an das, was geschehen ist, erinnern?“, möchte ich wissen, stehe dann auf und lasse mich an der Feuerstelle nieder, um den Reis von gestern noch einmal aufzuwärmen.

Der Blonde weicht ein Stück nach hinten, schaut dann suchend um sich und ich muss mir auf die Zunge beißen und mein Kichern hinunter schlucken.

„Suchst du deine Kunais? Da sind sie. Ich hab sie dir nicht abgenommen.“

Beiläufig deute ich mit einer unbestimmten Handbewegung zu meinen eigenen Sachen, neben welchen ich seine Taschen und Waffen abgelegt habe.

Aus den Augenwinkeln kann ich erkennen, wie er sich langsam entspannt.

„Hast du keine Angst, dass ich dich angreife, mh?“ , brummt er, setzt sich dann unter Ächzen und Stöhnen auf und ich reiche ihm ein Schälchen mit Reis und Fleisch.

„In deinem Zustand? Nicht wirklich.“

Dafür bekomme ich einen verärgerten Blick und ich muss kurz lächeln.

Typisch Mann.

Da hat aber jemand ein ganz großes Ego.

„Pff, …“ , schnaubt er dann, während er zu essen beginnt, Appetit scheint trotz angekratzem Stolz also noch vorhanden, „Hast du eine Ahnung wer ich bin, mh?“

„Nein, aber weißt du, wer ich bin?“, kontere ich, was ihn irritiert aufschauen lässt.

Verwirrt schüttelt er den Kopf.

„Schön, dann sind wir ja beide unwissend.“, lache ich, was ihm kurzweilig ein Grinsen entlockt.

Dann wendet er sich wieder seinem Frühstück zu.

„Wer bist du denn?“, wird er wohl nach einer Weile doch neugierig und mit dem letzten bisschen Reis und ein paar übrig gebliebenen Bohnen lasse ich mich neben ihm, auf den Boden sinken.

„Genshi.“, stelle ich mich vor und er nickt mir zu.

„Deidara.“, erwidert er dann knapp.

„Deidara?“, wiederhole ich, „Was für ein hübscher Name, den habe ich noch nie gehört.“

Eine Weile schweigen wir, sind beide einfach nur mit essen beschäftigt, bis Deidara den Kopf hebt.

„Wo sind wir hier, mh?“

Ich nicke, schlucke dann den letzten Bissen hinunter und stelle die Schale auf dem Boden, neben mir, ab.

„Das Haus hat wohl mal den Gebirgsbewohnern gehört, aber zu der Jahreszeit ziehen sie alle runter ins Tal.“

Er nickt, scheint kurz nachzudenken, ehe er mich mit einem Gesichtsausdruck betrachtet, den ich absolut nicht zu deuten weiß.

„Wieso hast du dich eingemischt, mh?“ , fährt er mich dann plötzlich an und ich zucke augenblicklich nach hinten.

Huch.

So ein hitziges Gemüt.

„Was,…?“, beginne ich, obwohl ich zu wissen glaube, worauf er da gerade anspielt.

„Wieso hast du mich gerettet, mh?“, drückt er sich dann klarer aus und beleidigt schürze ich die Lippen.

„Ich darf ja wohl sehr bitten, ohne mich wärst du nun tot.“

„Na und ich wollte es so, mh! Ich wollte zu einem Kunstwerk werden, ja!“

„Einem Kunstwerk?“

Jetzt bin verwirrt.

Damit hat er mich Schachmatt gesetzt.

„Du warst im Begriff dich selbst zu sprengen!“, werfe ich ein, doch er isst derweilen nur gemütlich weiter, nickt jedoch: „Sag ich ja, mh.“

„Was?!“

Plötzlich wird es still, Deidara lässt von seinem Essen ab und hebt den Blick.

Mir läuft es heißkalt den Rücken runter, sowie ich das wahnsinnige Funkeln in den hellblauen Augen registriere und geräuschvoll schlucke ich, lehne mich dann ein Stück weiter weg.

Was hat er vor?

„Ich bin ein Künstler, mh“, bemerkt er dann und lächelt zufrieden, „Und nicht irgendeiner, … ja…glaub mir, sowas hast du noch nie gesehen, du wirst begeistert sein, yeah!“

Mit einem Mal scheint er um einiges wacher, als bis vor ein paar Minuten noch, springt auf und taumelt erstmal ein paar Schritte zur Seite.

Auch ich bin alarmiert.

„Bleibst du wohl liegen, dein Körper muss sich ausruhen!“ , versuche ich ihn zu beruhigen, krabble dann hinter ihm her, während er sich zitternd vor seinen Taschen niedergelassen hat.

Neugierig rücke ich ein Stück näher, nun doch gespannt zu erfahren, was genau er mir denn jetzt präsentieren wird, doch im nächsten Augenblick schon, mache ich einen Satz nach hinten.

Mit pochendem Herzen starre ich aus fassungslosen Augen auf seine Handflächen.

Sie haben Münder.

Seine Hände haben Münder!

Das mir das nicht aufgefallen ist!

Er muss eine andere Genetik haben…

Und vielleicht war es auch das, was mich damals auf ihn hat aufmerksam werden lassen, das und die Tatsache, dass er sich selbst in eine verdammte Bombe umfunktonieren kann!

Meine Gedanken fahren Karussell und so merke ich gar nicht, wie sich Deidara inzwischen zu mir gedreht hat, in seiner Handfläche, die bis eben noch laut herum geschmatzt und dazu gesabbert hat, steht ein kleines, wunderschönes Täubchen.

Es ist kein echtes, sondern aus Lehm, trotzdem sieht es absolut hinreißend aus, mit ganz viel Feingefühl ist das Federkleid in das weiche Baumaterial geritzt worden, die Flügel, aber auch der Kopf und das Schnäbelchen sind detailreich ausgearbeitet.

Ich muss lächeln.

„Das ist aber hübsch.“, lobe ich, beuge mich etwas näher heran und betrachte mir das Kunstwerk genauer.

Deidara nickt und ich bin so fasziniert, ich merke gar nicht, wie sich auf seinen Lippen ein schelmisches Grinsen ausbreitet.

Auch, wie er die linke Hand hebt und zu einem Fingerzeichen formt, bemerke ich erst in dem Moment, in dem es fast schon zu spät ist.

„KATSU!“

Und mit einem ohrenbetäubenden Knall fliegt mir das ganze Ding um die Ohren.

Reflexartig springe ich zurück und ohne dass ich es hätte kontrollieren können, sammeln sich die Sauerstoffmoleküle, der Sphäre dieses kleinen Häuschens, direkt vor mir und um mich, bilden somit eine Art Schutzwall und prompt erlischt auch die Explosion, ebenso das noch leicht prasselnde Feuer, hinter mir.

Verärgert beißt Deidara die Zähne aufeinander, wirft mir einen vorwurfsvollen Blick zu und eich zwinge mich zum runterkommen, gebe die Luft wieder frei, der Sauerstoff verteilt sich erneut im Raum, bis er sich wieder mit dem Stickstoffgehalt ausgleicht.

Das Feuer bleibt jedoch aus.

„Entschuldigung, …“ , brumme ich, bis mir klar wird, dass der Idiot beinah eine Bombe in meinem Gesicht hat losgehen lassen, „Aber du hättest mich vorwarnen können!“

„Du hast es versaut, mh.“ , knurrt er, packt den restlichen Lehm dann zurück in die Gürteltaschen.

„Du hast mir einen Heidenschrecken eingejagt!“, verteidige ich mich und kurz hält er inne.

„Fandest du es beeindruckend, ja?“ , möchte er dann wissen und da liegt etwas in seiner Stimme, was ich absolut nicht einzuordnen weiß.

Ich nicke.

„Ja.“, sage ich dann leise, habe mich endlich wieder etwas beruhigt, „Ja, es ist toll. Aber wenn du es mir das nächste Mal zeigst, dann bitte nicht zehn Zentimeter von meinem Gesicht entfernt.“

Kurz lächelt Deidara und ich könnte schwören für den Bruchteil einer Sekunde einen roten Schatten auf seinen Wangen gesehen zu haben.

„Begeistert dich Kunst, mh?“ , neugierig rutscht er näher und ein bisschen wirkt er auf mich, wie ein kleines Kind, das auf genau die Antwort wartet, welche es sich erhofft.

„Ich habe früher mit meiner Mutter gemeinsam viel gemalt und getöpfert, ich denke schon.“ , erinnere ich mich und das Grinsen auf Deidaras Gesicht breitet sich aus.

Ein Kichern entfährt mir.

Was für ein verrücktes Käuzchen.

„Erzähl mal, wie hast du das gemacht.“ , horche ich dann nach und Deidara richtet sich direkt auf, als hätte er nur drauf gewartet, sich endlich erklären zu dürfen.

Ein Narzisst, schießt es mir durch den Kopf, entweder das, oder er hat nicht so viele Leute, die sich für ihn und seine Meinung aufrichtig interessieren.

Das beides liegt meist näher zusammen, als man denken mag.

„Es ist ein Kekkei Genkai, nennt sich Bakuton.“ , beginnt er dann, „Aber ich bin natürlich besser als der Rest, mh, meins ist besonders, denn ich kann es in meine Kunstwerke einfließen lassen und wenn sie dann in einer großen Explosion dahinscheiden, dann ist es ein Augenblick der reinen, wahren Schönheit, ja!“, erklärt er aufgeregt, wäre er ein Hund, er würde mit seinem Schweif vermutlich alles umfegen, in diesem Moment.

„Du meinst, nicht deine Figuren sind die Kunst, sondern der Moment in dem du sie zerstörst?“, wiederhole ich verwirrt, denn ganz kann ich mir keinen Reim drauf machen.

Die Skulptur war doch wunderschön, wieso sollte man sie zerstören wollen?

Doch Deidara nickt.

„Natürlich, …“, sagt er dann, langt ein zweites Mal in seine Lehmtasche und formt in Windeseile einen winzigen Drachen.

Sofort gehe ich auf Sicherheitsabstand, doch der Knallkopf blinzelt mir vertraut zu und so traue ich mich wieder ein Stückchen näher.

„Natürlich, …“, beginnt er dann von Neuem, „Sind das hier meine Kunstwerke, meine Arbeit, in die ich Herzblut und Geist vereine, aber…“

Er schweigt kurz und ich tue es ihm nach, immerhin wäre es unhöflich ihn zu unterbrechen.

Das ich auch schweige, scheint ihn zu irritieren, also lächle ich ermunternd und tatsächlich fährt er fort: „Aber zur wahren, absoluten Kunst werden sie erst in dem Augenblick, in dem sie in einer herrlichen Explosion dahingehen. Das ist dann der Höhepunkt ihres Seins, dass ist der Ausbruch aller Gefühle, dieser eine, kurze Moment, in dem sich ihre ganze Kraft, ihre Bedeutung und ihre Schönheit entfaltet und dann,…“

Ein weiteres Mal lässt er seine Figur explodieren, doch dieses Mal ist der Knall um einiges leiser und auch die Druckwelle nehme ich kaum wahr.

Breit lächelnd schaut er zu mir auf.

Verwirrt starre ich auf seine Hände.

Ja, was dann?

Dann ist die Figur weg und die komplette Arbeit war umsonst.

Na, das ist ja ein tolles Kunstverständnis!

„Aber deine Figur ist kaputt.“, kommentiere ich traurig und blicke aus Hundeaugen auf seine leeren Händen, „Dabei war sie so schön.“

Er nickt.

„Aber darum geht es doch, oder? Nichts bleibt für immer schön, mh. Nur der eine Moment, der kann zu wahrer Kunst werden, ja. Der Rest ist ein Kommen und Gehen, mh.“

Er folgt meinem Blick, hält sein Handflächen gedankenverloren zueinander und lässt die Zungen sich gegenseitig ablecken und über den Rest des Rußes und kleine Brandnarben fahren.

Kritisch ziehe ich eine Braue hoch.

„Und die Münder?“ , ich traue mich fast gar nicht zu fragen, aber wissen möchte ich es schon, „Gehören die auch zu deinem Kekkei Genkai?“

Erschrocken schaut der Blonde auf, als hätte ich ihn gerade aus einem tiefen Gedanken gerissen, dennoch schüttelt er den Kopf.

„Nein, dass ist ein Jutsu, mh.“

„Von einem solchen Jutsu habe ich noch nie gehört.“

„Es ist verboten, ja, … es gehört zu meinem Dorf, mh.“

Er sagt das, ohne mich dabei anzuschauen.

Ich nicke, kurz wandert mein Blick zu seinem zerkratzen Stirnband, dann wieder zu ihm, der sich nach wie vor in eigenartiger Melancholie gefangen seine Hände betrachtet.

„Verstehe, …“ , murmle ich, stehe dann auf und auch er erhebt sich, versucht es zumindest, denn offenbar scheint er noch nicht das gewohnte Energielevel erreicht zu haben und sinkt mit zittrigen Beinen wieder in sich zusammen, im letzten Moment bekomme ich ihn zu packen und kann ihm auf seine Matte helfen.

Schwer atmend lässt er sich in die Kissen fallen.

Selbst Schuld, wenn man so unachtsam mit seinem Chakra umgeht.

Nicht, dass ich das beurteilen könnte.

Nicht, dass ich ein Recht hätte, darüber zu urteilen.

„Vielleicht ruhst du dich lieber noch was aus, du hast beinah deine komplette Energie zerfallen lassen, es wird dauern, bis du wieder ganz bei Kräften bist.“

Er seufzt leise, bleibt aber sitzen, scheint tatsächlich noch nicht ganz auf der Höhe.

„Auch wenn ich das Schlimmste verhindern konnte, dein Aufbau hat ziemlich unter der rapiden Energiefreisetzung gelitten.“, erkläre ich weiter und langsam hebt er den Kopf, mustert mich dann verständnislos.

„Wie eigentlich, mh? Und warum, ja? Das hast du mir immer noch nicht gesagt.“

Ich lächle, nicke dann und rutsche zu ihm.

Immerhin sehe ich keinen Grund darin, ihn anzulügen, ganz davon abgesehen, dass er trotz seiner Verletzungen nach wie vor gefährlich werden kann, besonders bei diesem offenbar doch recht unberechenbaren Charakter.

„Es war ein dummer Zufall.“ , gebe ich offen zu, „Nenn es wie du willst, Fügung des Schicksals, persönliches Pech, aber hätte ich nicht dein Implodieren verhindert, dann hätte es auch mich mit in den Tod gerissen, denn der Explosionsradius wäre zu groß geworden, als das ich Zeit gehabt hätte mich in Sicherheit zu bringen, zudem, …“

Kurz überlege ich und mein Blick wandert automatisch zu den Überresten seiner kleinen Showeinlage, die mich im ersten Moment zu Tode erschrocken hat.

„Bei so schwachen Angriffen reicht es, wenn ich die Sauerstoffatome aneinander kette um mir eine Art Schutzwall zu schaffen, das kann ich aber auch nicht zu lange machen, denn sonst wird es unangenehm für die restlichen Lebewesen in meiner Umgebung. Zumindest wenn wir uns in geschlossenen Räumen aufhalten, draußen ist das wieder was Anderes, da ist ja die komplette Spähre, …

„Warte,…“, unterbricht er mich mit einem Mal hastig, starrt mich ungläubig an, „Ich verstehe kein Wort, mh - Die Atome, ja?…“

„Ja, Atome, also eigentlich die Moleküle der Elemente, aber ihre kleinsten Bestandteile sind Atome, also quasi sowas wie, …“

„Ich weiß was Atome sind, ja!“ , fällt er mir erneut ins Wort und kurz schürze ich beleidigt die Lippen.

Er scheint davon keine Notiz zu nehmen.

„Du kannst sie kontrollieren?!“

Über die Aufregung scheint er kurzzeitig sogar seinen Sprachtick vergessen zu haben.

Ich nicke.

„Du kannst Atome kontrollieren?!“

„Wie gesagt.“

Ich seufze, für mich ist diese Reaktion nichts Neues, denn es gibt niemanden sonst, der solch eine Fähigkeit besitzt.

Zumindest hat sich mir bis dato niemand vorgestellt und am Anfang sind sie alle immer hell auf begeistert, doch wo Licht ist, da ist auch Schatten und die Wahrheit ist:

„Dafür aber keine Ninjutsu, oder Genjutsu, geschweige denn Heiljutsu.“

Und als hätte jemand einen Schalter umgelegt, schwindet die Euphorie aus Deidaras Gesicht.

„Wie, …mh? Das heißt du bist gar keine Kunoichi, ja?“

„Ich wünschte es wäre anders.“ , traurig lächle ich ihm entgegen, wende dann den Blick ab, denn es ist mein rotes Tuch.

Ein blutrotes Tuch.

Würde man mich fragen, mir die Möglichkeit geben, sofort würde ich meine „Fähigkeit“ gegen handelsübliche Chakrakontrolle eintauschen, auch wenn ich somit nur Eine von Vielen wäre.

Ich würde immerhin dazugehören.

Einen Platz in der Welt haben und nicht als „Fehler“ oder „Laune der Natur“ bezeichnet werden.

„Aber warum nicht, mh? Du hast, ich meine, …“ Fassungslos starrt er auf die Feuerstelle, dann wieder zu mir, „Du hast mit einer Handbewegung Feuer gemacht ja, du hast einfach meine Explosion rückgängig gemacht, mh, …“

Seine Stimme überschlägt sich beinah und ich kreische erstickt auf, als er im nächsten Moment fast auf meinem Schoß sitzt und seine Hände um mein Gesicht legt.

Mein Herz schlägt mir bis zum Halse und schockiert blicke ich ihn an.

Was wird das denn jetzt?

Will er mir das Genick brechen?

Mich küssen?

Ich kann seinen heißen Atem gegen meine Wangen schlagen spüren.

Ich kann deutlich seinen Duft vernehmen.

Er riecht gut.

„Kannst du das auch umkehren, ja? Müsste doch, mh!“

„Waaas?!“ , verzweifelt versuche ich mich aus der unfreiwilligen Umarmung zu befreien, der Kerl ist ja vollkommen verrückt!

Vielleicht ist bei der Implosion doch mehr zu Bruch gegangen, als zuvor angenommen, doch auf den ersten Blick schien sein Kopf nicht beschädigt, ich hatte extra nachschauen müssen, um beruhigt schlafen gehen zu können.

So viele Menschen leben mit Hirnschäden, ohne es zu wissen…

Naja, solangs’ nicht weh tut.

„Ob du das auch umkehren kannst, ja?!“

Endlich schaffe ich es mich aus seinem Griff zu befreien, kippe quiekend nach hinten und der Kerl krabbelt tatsächlich einfach weiter auf mich, hängt nun auf allen Vieren über mir!

Seine blonden Haarspitzen kitzeln meinen nackten Bauch und mein Gesicht und ich muss mich beherrschen nicht zu niesen, immerhin würde ich ihm sonst volle Lotte ins Gesicht rotzen.

Obwohl, verdient hätte er es, …

Und vermutlich würde er mir somit auch kein zweites Mal dermaßen auf die Pelle rücken.

„Was umkehren?“, stottere ich, mit der Situation vollkommen überfordert.

„Na, das, … was du machst eben, mh!“

„Du meinst deinen atomaren Zerfall zu stoppen?“, wimmere ich.

Er kommt mit seinem Gesicht immer näher an das meine.

Sind das Sommersprossen, oder ist das Dreck?

Und was für lange, dunkle Wimpern er hat, man könnte meinen er wäre geschminkt, doch das ist er nicht.

Ach, was gäbe ich drum, …

„Du kannst die Explosionen stoppen und eindämmen, kannst du sie auch verstärken, mh?!“

Jetzt trennen seine und meine Nasenspitze höchstens noch ein paar Zentimeter.

Riechen Abtrünnige immer so gut?

Nach Vanille, …?

Oh Gott!

„Ich, … ich weiß nicht.“, keuche ich und drehe dann mit heißen Wangen mein Gesicht zur Seite, „Ich hatte bis jetzt keine Gelegenheit um, …“

Plötzlich werde ich still und ohne, dass ich es kontrollieren könnte, verschwimmt kurzzeitig die Sicht vor mir und in meinen Augen sammeln sich Tränen.

Wie kann es sein, dass ich theoretisch jede Materie manipulieren könnte, aber nicht bestimmen kann, wann ich weine und wann nicht?

Wieso um alles in der Welt muss mich alles und jeder so schnell aus der Fassung bringen?!

Ich schlucke den dicken Kloß in meinem Hals herunter, seufze dann einmal halblaut und die ersten Tränen beginnen über meine roten Wangen zu laufen.

Wieso kann man mich nicht einfach in Ruhe lassen?

„Weinst du, mh?“

Ruppig wird mein Kinn umfasst und er dreht meinen Kopf wieder in seine Richtung.

Sein Blick wird etwas sanfter, als dieser sich mit meinem kreuzt.

Schlägt von sanft in erschrocken um und prompt steht ihm komplette Hilflosigkeit ins Gesicht geschrieben.

„Oh scheiße, ich wollte echt, ja, … also mh, nja,…“ , beginnt er herum zu drucksen und noch immer traurig blicke ich zu ihm auf, bis er endlich auf den Trichter kommt sich auf zusetzten und ich meinen persönlichen Freiraum wieder genießen kann.

„Ich wollte, mh, .. sorry wenn ich dir weh getan habe, ja… hab ich dir weh getan, mh?“

Aus großen, blauen Seen mustert er mich, schaut dabei beinah zu unschuldig aus und fast hätte ich vergessen, dass ich gerade einen verrückten Selbstmordattentäter vor mir sitzen habe.

Kopfschüttelnd wische ich mir mit den Fingerrücken unter den Augenwinkeln her.

„Hast du nicht, …“ hauche ich, „Aber ja, ich denke das könnte ich tun, vielleicht, … ich weiß nicht.“

Schulterzuckend schaue ich zu ihm auf und verlegen hält er den Kopf schief.

„Weinen Hexen immer so viel, ja?“ , grinst er dann und automatisch muss ich mitlachen.

„Nur wenn sie verrückten, suizidalen Pyromanen über den Weg laufen.“

„Gemein, mh.“

Ich kichere, atme dann tief ein, bis ich mich wieder bereit fühle weiter zu machen.

„Und was hast du ausgefressen?“ , möchte Deidara wissen, während er zurück auf seine Matte kriecht, sich dort unter der Decke zusammen rollt.

Ich kann erkenne, wie ihn das bisschen sprechen bereits Energie gekostet hat.

Sein Körper fährt wieder runter und er wird offensichtlich müder dadurch.

„Ausgefressen?“, überrascht hebe ich den Kopf. „Ich versteh nicht ganz, …“

„Naja, du bist eine junge Frau, …mh, ganz alleine hier draußen, verschwendest deine Zeit an mir, …ja, obwohl du mit diesen Fähigkeiten doch eigentlich dein Dorf beschützen solltest, .. ja - So jemanden wie dich brauchen die doch sicher, …mh.“

Er gähnt, kuschelt sich dann in die Kissen und blinzelt mir neugierig entgegen.

„Was hast du gemacht, dass sie dich fortgeschickt haben, oder bist du auf Mission, mh?“ , er zieht die Stirn kraus, gibt sich dann selbst die Antwort: „Aber dann würdest du deine Zeit nicht hier verschwenden und verletzt bist du nicht, also kanns’ das nicht sein, ergo, …“

„Okay.“, schmunzelnd drücke ich ihm meine Hand auf den Mund und zucke kurz zurück, als meine Handfläche sanft seine warmen Lippen streicht. „Dir bleibt nichts verborgen, oder?“ , möchte ich wissen und er grinst, als ich die Hand von seinem Mund nehme.

„Aber du hast Recht, …“ , seufze ich dann und streiche mir nervös durchs Haar, „Ich musste mein Dorf verlassen, aber nicht weil ich was angestellt habe, sondern einfach so.“

Verwirrt hebt er den Kopf.

„Einfach so, mh?“

Ich nicke, atme dann einmal tief ein.

Noch nie in meinem Leben hatte ich mich so gefürchtet.

So gefroren.

Noch nie war mir so schlecht gewesen und am liebsten hätte ich geschrien aus Leibenskräften, doch ich wusste ganz genau, niemand würde mir zu Hilfe kommen, absolut niemand.

Tief in mir, da hatte etwas gefleht, mir nicht die Schuld an alledem zu geben, doch ich hatte es getan, ich wusste schon damals, dass ich niemals wieder diejenige sein könnte, die ich zu sein pflegte.

Aus der unteren Etage konnte ich meinen Vater wüten hören.

Er tobte, brüllte und zerstörte alles, was ihm in die Quere kam.

Die Schatten an den Wänden zeigten mir deutlich, was ihm alles ins Visier geriet.

Da waren die Lampe, meine Unterlagen für die Akademie, Teller, Tassen, Stühle, Bilderrahmen, …

Nichts war vor ihm sicher.

Absolut gar nichts.

„Wo ist sie?!“, fuhr er meinen älteren Bruder, Taki, an, welcher nur hilflos den Kopf schüttelte, „Bring sie mir und zwar lebendig!“

„Vater, ich, …“

Ein Knall, ein ohrenbetäubender Knall und mein Bruder fiel zu Boden, wie eine Marionette, bei der man die Fäden durchtrennt hatte.

Ich erstickte meinen Aufschrei in meinen Händen, Tränen flossen wie Wasserfälle aus meinen roten Augen.

Ich konnte kaum meine Atmung kontrollieren.

Mein Vater schrie weiter, tobte, wütete.

Bis sich eine weitere Stimme über diesen Orkan hinweg versetzte, es war der Älteste, von uns Geschwistern.

Seishiro.

„Vater, lass mich es tun!“

Im Vergleich zu meinem Vater sprach er ruhig und besonnen, doch das durfte einen nicht trügen, denn er hatte die ruhige Dialektik meiner Mutter, dafür das skrupellose Wesen meines Vaters geerbt.

Ich quiekte lautlos auf, zog die Beine näher an meinen Körper und drückte mich mit dem Rücken tiefer in den Wandschrank.

Nein, …

„Mach es, aber mach es schnell!“ , fauchte mein Vater voller Zorn zurück, doch der Ärger galt weder Seishiro, noch Taki.

Er galt mir allein.

Mir.

Ganz alleine mir.

Mein Herz setzte ein paar Schläge aus, so fühlte es sich für mich an, als ich plötzlich jemanden die Treppe hinauflaufen hörte.

Er bewegte sich schnell, direkt auf mein Zimmer zu.

Ich konnte die hohe Energiemasse deutlich verspüren.

Es war Seishiro.

Die Tür zu meinem Zimmer wurde beiseite geschoben, beinah aufgerissen und das dünne Papier drohte zu reißen.

Ich kreischte, als Seishiros und mein Blick sich trafen.

„Nein!“

Angst, Wut, Trauer, Zorn, Verachtung, Hilflosigkeit, all diese Gefühle überkamen mich in einer unbarmherzigen Welle und ich appellierte an das letzte bisschen Menschlichkeit in meinem Bruder.

Das letzte bisschen Empathie, das er für seine kleine Schwester bereit war aufzubringen.

„Komm daraus!“

Unbarmherzig und mit eisernem Griff, der kein Entkommen zuließ, schnappte mich mein Bruder am Handgelenk, zog mich auf die Beine und packte mir an den Hals, zog mein kleinen Gesicht an seine vor Zorn verzerrte Grimasse.

Er erinnerte mich an einen tollwütigen Wolf.

Ein Tier, das dermaßen in die Enge getriben worden war, dass es bereit war bis auf den Tod zu kämpfen.

Mit alles und jedem, was sich ihm in den Weg stellte.

Aus den Wänden meines Zimmers konnte ich bereits die Äste sprießen sehen, wie lange, dünne, kalte Finger streckten sie sich nach mir aus.

Ich schrie, kreischte und zappelte, flehte, weinte und jammerte.

Es war seine grausamste Technik, die den unausweichlichen Tod versprach, wenn man sich erst einmal von ihr gefangen genommen hatte lassen.

Es waren die Zweige des Teufelbaumes Zetsuboo, der von unseren Vorfahren an einem fernen Ort gepflanzt worden war und jedem erschien und zur Hilfe eilte, der genug Zorn und Hass in sich trug und dem Opfer einen sicheren Tod versprach, indem er sie in sich einsog, ihnen Stück für Stück das Leben aus den Venen zog, seine Blätter und Wurzeln von dieser Lebensenergie nährte und den Leichnam zu einer neuen Schicht der Rinde hinzunahm.

Nichts blieb von einem übrig, absolut nichts.

Das Knacken der Äste kam bedrohlich näher, die Wände und auch der Boden splitterten auf und ich schrie, schrie mit aller Kraft die mir innewohnte, bis mein Bruder mich hart an sich zog, mir den eindringlichsten Blick zuwarf, den ich mir je hätte ausmalen können und der mir heißkalte Schauer über den Nacken jagte.

„Geh durchs Fenster und dann verlass über den Friedhof das Dorf.“ , raunte er mir zu und augenblicklich hielt ich still, während die dünnen Äste wie wild gewordene Schlangen um uns peitschen.

„Seishi, …“ , begann ich wimmernd, doch ein energisches „Pssht!“ - von ihm, brachte mich zum Schweigen.

„Er wird dich umbringen, wenn er dich erwischt, also beeil dich und dann lauf, lauf weg von diesem Dorf und dreh dich niemals danach um, nie!“

Er rüttelte an meinem Arm, zur Unterstreichung seiner Worte und ich nickte stumm.

„Hast du verstanden, Genshi?“

Ich öffnete den Mund, wollte was sagen, doch noch immer weinte ich dicke Krokodilstränen, konnte kaum meine Atmung kontrollieren.

Kein Ton kam über meine Lippen.

„Flieh Genshi, flieh von hier, irgendwohin, wo du sicher bist.“ , zischte er mir ins Ohr, drückte mich dann an sich und ließ mich anschließend los.

Meine Finger hatten schon zu kribbeln begonnen.

„Lauf.“, hauchte er und heftig nickend, mein Kopf vollkommen leer, stolperte ich nach hinten, konnte meinen Bruder zwischen den peitschenden Zweigen kaum noch erkennen, das Letzte was ich sah, war wie er bebend auf die Knie sank und das Gesicht in den Händen vergrub.

Dann machte ich kehrt, sprang aus dem Fenster, rutschte über das Hausdach hinunter und sprintete zum Friedhof.

Weg von dem Gebäude, das ich einst mein zu Hause genannt hatte.

Weg von dem Dorf, das mal meine Heimat gewesen war.

Weg von den Menschen, die mal meine Familie zu sein geglaubt hatten.

Doch ich gehörte nicht dazu.

Nicht mehr.

Und das hatte ich auch nie.

Zusammengesunken hocke ich da, mich dermaßen in Trance geredet habend, dass ich gar nicht mitbekommen hatte, wie Deidara sich zwischenzeitlich aufgesetzt hat und näher zu mir gerückt ist.

Offensichtlich ist er komplett überfordert und hat vermutlich eine so detailreiche Ausführung nicht erwartet.

Mich allerdings mit keinem Wort unterbrochen und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer es ist, für solche Leute, über einen längeren Zeitraum still zu sein.

Aus großen, verständnislosen Augen schaut er mich an, scheint nicht ganz sicher, was er nun machen oder tun soll.

Ein Genie auf dem Kampffeld, aber bei zwischenmenschlichen Begegnungen so schnell überfordert.

So sind sie alle, wird mir traurig bewusst und vielleicht müssten wir gar nicht so viel kämpfen, wenn man auch diesen Dingen etwas Aufmerksamkeit schenken würde.

„Aber, ähm, … wieso wollte er dich töten, mh?“ , findet der Blonde nach einer Weile seine Sprache wieder und erschöpft lege ich das Kinn auf den Knien ab.

Ich schüttle den Kopf.

Und wahrscheinlich habe ich eh schon viel zu viel gesagt.

Wenn die Luft rein ist, dann werden sich unsere Wege ohnehin trennen und mein einsames Leben startet in die nächste Runde.

Für was bemühe ich mich eigentlich?

„Alles was du wissen musst, …“, beginne ich heiser und beinah gruselt es mich, wie still Deidara sein kann, „Ist, dass ich niemals den Kampfkünsten unterwiesen worden bin. Was ich kann, das habe ich mir entweder selbst beigebracht, oder von meinen Brüdern heimlich abgeschaut und auch das beschränkt sich auf Taijutsu, denn ich kann kein Chakra kontrollieren.“

Perplex starrt der Blonde mich an.

„Was? Ja, aber,… na, du kannst doch diese Atom-Molkül’-Dinger,…“, beginnt er, doch mit einem vielsagenden Blick schneide ich ihm das Wort ab.

„Ich kann jegliche Materie kontrollieren, oder könnte es vielleicht, wenn ich wollte, ja… aber Chakra, das verlangt das Zusammenspiel von Körper UND Seele, und Seele ist keine Materie, ergo habe ich keine Gewalt darüber.“, erkläre ich und blinzle ein paar Mal, um die sich bereits androhenden Tränen zu vertreiben.

Deidara nickt verstehend und erst jetzt, wo ich langsam wieder im Hier und Jetzt angekommen bin, bemerke ich, wie erschöpft und blass er bereits wieder ausschaut.

„Leg dich hin.“, murmle ich, immerhin halte ich das Gespräch für beendet.

Ich stehe auf, ärgere mich darüber, dass ich mich habe so hinreißen lassen und mit einer energischen Bewegung versenke ich die Reisschüsseln in der Spüle.

„Du siehst, ich denke nicht, dass ich dir eine Hilfe bin, bei, … bei was auch immer.“

Frustriert beginne ich unkoordiniert über das Keramik zu schrubben, mit dem mottenzerfressensten Lappen, den ich je gesehen habe.

Es ist mehr Loch, als Lappen.

„Ich hasse sowas, mh.“ , knurrt es auf einmal hinter mir und erschrocken wirble ich herum, hätte beinah die Schälchen fallen lassen.

„Was?“, verdattert kralle ich mich an der Küchenzeile feste, direkt hinter mir hat sich Deidara aufgebaut, er zittert und lange wird er sich nicht auf den Beinen halten können, doch versucht dies so gut es geht zu überspielen.

„Leute wie dich, mh.“

Entgeistert schaue ich zu ihm auf.

„Wie bitte?“

„Du hast mich schon verstanden, ja!“

Wütend beiße ich die Zähne aufeinander.

Der Kerl hat sie doch nicht mehr alle, erst rette ich ihm sein armseliges Leben, schütte ihn obendrein mein Herz auf und jetzt auch noch das!

Doch bevor ich etwas sagen kann, spricht er weiter, mit einem Mal viel sanfter und freundlicher, als bis vor ein paar Sekunden noch: „Du hast da eine Fähigkeit, die niemand sonst auf dieser Welt hat. Du bist die absolut Einzige, die solche Techniken beherrscht und dann lässt du dir von irgendwelchen Dummschwätzern einen Riegel vorschieben, das ist wirklich selten dämlich, mh!“

„Was weißt du schon?“ , entgegne ich beleidigt, wende mich dann wieder dem Abwasch zu und kann spüren, wie er sich langsam entfernt.

„Mehr als du denkst, ja!“, kommt es von etwas weiter weg und ich hebe gekünstelt eine Braue.

„Ach.“, kommentiere ich knapp.

Stille legt sich über uns, keiner sagt mehr ein Wort, nur der Wind pfeift draußen um das klapprige Häusschen und ich kann spüren, wie Deidaras Energien langsam hinunter fährt.

Er schläft ein.

Und vielleicht ist das auch gut so.

Obwohl ich schon lange fertig bin, mit dem Abwasch, bleibe ich noch an der Spüle lehnen, die Spitzen meines dichten, dunklen Haares mir nachdenklich um die Finger drehen.

Man könnte meinen, meine Gedanken überschlügen sich, doch die Wahrheit ist, mein Kopf ist wie leer gefegt.

Ich bin viel zu erschöpft von der Unterhaltung, von den ganzen Erinnerungen, die unnötigerweise wieder hochkommen mussten, viel zu ausgelaugt.

Mit starrer Miene schaue ich zu Boden, bis mein Rücken streikt, auch ich bin noch nicht ganz in Topform.

Stöhnend schlurfe ich also wieder zurück ins andere Zimmer, lasse mich lautlos auf meinen Futon sinken und schaue dann betreten in Deidaras Richtung.

Fragend öffnet der Blonde ein Auge und ich gucke weg.

„Siehst du sie, ja…?“, brummt er nach einer Weile verschlafen, was mich kurz zusammenzucken lässt.

„Wen?“

„Na, ja, …diese Atome, mh.“

Ich nicke.

„Ich kann, wenn ich möchte. Aber immer nur die, bestimmter Strukturen, ansonsten sähe ich ja nur noch Atome.“

Ein Rascheln, statt einer Antwort, gefolgt von einem Husten.

Deidara rollt sich vorsichtig auf die Seite, blickt mir dösig entgegen.

„Ah, … haben viele Dinge Atome, mh?“ , möchte er wissen und ich lächle schwach.

„Alles besteht aus Atomen, Deidara, jede Materie.“

„Mh.“

„Auch du.“ , füge ich augenzwinkernd hinzu und kann beobachten wie sich seine Irden ein Stück weiten.

Eigentlich ist er noch ein Kind.

Schmunzelnd über diesen Gedanken, stehe ich auf, lasse mich dann direkt neben dem Kopfteil der Matte sinken.

„Beziehungsweise bestehst du aus aus Organen, diese aus Gewebe, diese aus Zellen, wiederum diese aus Zellorganellen, weiter geht es mit Molekülen und Moleküle kannst du in Atome aufteilen.“

Leise lacht der Blonde, schmiegt sich dann in seine Decke und schließt sanft ausatmend die Augen.

„Und die Atome, mh…?“

Ich schüttle lachend den Kopf.

„Potronen, Neutronen und Elektronen.“

„Und die, … mh?“

Ich schnaufe belustigt.

„Möchtest du einfach nur, dass ich weiter rede?“, amüsiere ich mich, bin dann jedoch überrascht, als er tatsächlich nickt.

„Na schön.“ , gebe ich mich geschlagen, setzte mich dann in eine etwas bequemere Position und blicke auf den zusammen gerollten Blonden.

„Kennst du wenigstens die Legende der Yamauba, wenn du schon meinst, mich mit dem Namen ärgern zu müssen?“, möchte ich wissen, worauf ein leichtes Kopfschütteln kommt.

Ich lache, seufze dann.

„Beeil dich aber mit einschlafen, ich bin echt nicht gut im Geschichten erzählen, du siehst ja, wie das endet.“




(sorry für über 10.000 Wörter... :D)
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