Hätte ich mal lieber Sasuke gerettet, ...

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Deidara Itachi Uchiha Obito Uchiha OC (Own Character) Sasuke Uchiha
03.01.2019
23.11.2019
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„Verstehe,..."

Itachi seufzt leise, nachdem ich meine Erzählung, über die jüngsten Ereignisse beendet habe und ich nicke, schlucke dann schwer, doch kann mich kaum beherrschen, nicht weiter zu weinen.

Inzwischen ist mir bereits ganz kalt und ich zittere, meine bleichen Finger haben sich um den warmen Keramikbecher geschlungen, in welchem sich frisch aufgebrühter Tee befindet, den Itachi mir netterweise gemacht hat.

Ich fühle mich wie betäubt und ein bisschen kommt es mir auch unwirklich vor, was da gerade passiert ist.

Deidara hat mich angegriffen.

Er hat mich einfach angegriffen.

Er wollte mir weh tun, er wollte mich verletzten,...

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr breitet sich ein allgemeines Unbehagen in meinem Innersten aus, welches sich durch jede Vene, in jeden Nerv meines Körpers frisst und mir beinah die Lust zum atmen nimmt.

Tatsächlich kommt es mir vor, als wäre der Sauerstoffgehalt in diesem Zimmer, nein, mehr noch, in dieser Stadt mit einem Mal rapide gesunken.

Meine Kehle kratzt und mein Hals schmerzt vom vielen Weinen und meine Augen brennen und es macht mich wütend und gleichzeitig unbeschreiblich traurig, denn insgeheim hatte ich gehofft, dass Deidara mir zumindest hinterher kommen würde, doch das ist er nicht.

Und inzwischen glaube ich fast, das wird er auch nicht mehr,...

Schweigend sitzen Itachi und ich an dem Tisch, an welchem wir zuvor die Versammlung gehalten hatten, beide jeweils stumm auf die klare Oberfläche unseres Tees starren.

Draußen kann ich es rauschen hören, es regnet ziemlich stark und ab und an ist dumpfes Donnergrollen zu vernehmen.

Es ist kalt.

„Ich wollte ihn nicht sauer machen, ...", beginne ich leise, schlucke dann hörbar und ziehe einmal die Nase hoch, wobei sich leichter Kopfschmerz einzustellen beginnt, „Doch irgendwie schaffe ich es jedes Mal ihm auf die Füße zu treten,"

Itachi scheint eine Weile zu überlegen, blickt mich dabei nicht an, ehe er langsam den Kopf schüttelt.

„Deidara ist von impulsiver Natur. Du machst nicht mehr richtig, oder falsch, als jemand Anderes es tun würde."

Kurz hebe ich den Kopf, blinzle dann ein paar Tränen aus meinen Wimpern, damit ich den Uchiha nicht bloß so verschwommen sehe.

„Du denkst, es liegt nicht an mir?" , flüstere ich leise, einfach, weil ich es auch noch einmal von ihm hören möchte.

Itachi schüttelt den Kopf und wirft mir dann einen vielsagenden Blick zu: „Aber das hast du doch bereits selbst heraus gefunden?"

Ich nicke zögerlich: „Als er all das zu mir gesagt hat, da hatte ich den Eindruck, meine Atome, meine Fähigkeiten und mich rechtfertigen und unter Beweis stellen zu wollen. Er hat in mir genau so eine Verhaltensweise heraufbeschworen, ..."

Ich breche ab, fahre mit den Fingerspitzen dann gedankenverloren über den Rand meines Keramikbechers.

Schon vor einer Weile war mir aufgefallen, wie empfindlich Deidara teilweise, auf gewisse Themen reagiert, vor allem wenn sie ihn selbst, oder aber seine Kunst betreffen.

Und nach einer Weile war mir klar geworden, dass das Ganze weniger etwas mit einem feurigen Gemüt zu tun hatte, sondern vermutlich mit tiefgreifenden Problemen.

Deidara hat Probleme.

Mit sich selbst und das nicht wenig.

Irgendwann war mir klar geworden, dass, wenn immer er jemand anderen beweisen möchte, dass er, oder seine Kunst allen überlegen sind und er etwas Besseres ist, er es nicht nur der Welt zu zeigen versucht, sondern vor allem sich selbst.

Warum sonst, sollte er damals so heftig auf die Niederlage gegen Itachi reagiert haben, wenn es nicht furchtbare Selbstzweifel in ihm herauf beschworen hätte?

Wieso sonst, sollte er Itachi bis zum heutigen Tag bis auf den Tod nicht leiden können und sich sehnlichst eine Revanche herbei sehnen?

Das ganze ist mehr, als eine unausstehliche Angewohnheit, es ist ein einstudiertes Taschenspielerstück, um seine eigene Unsicherheit zu verbergen, vor allem, einschließlich vor sich selbst.

Und es wird extremer, je mehr er sich in Bredouille sieht.

„Ich verstehe nur nich, ... wieso er immer wieder so auf mich losgeht, ... ich will ihm wirklich nichts Böses." , erkläre ich dann und merke, wir mir bereits wieder die Tränen kommen.

Auch, wenn es mir lächerlich scheint, so würde ich das Käuzchen sogar jetzt noch, zu gerne in den Arm nehmen.

Doch die Vorstellung, dass er mich erneut wegstoßen könnte, lässt in mir bittere Enttäuschung aufsteigen.

„Ich wollte ihm damals auch nichts Böses.", weiß Itachi, wirft mir kurz einen mitfühlenden Blick zu, ehe er leise fortfährt: „Aber das spielt keine Rolle, so lange er sich von dir , oder mir bedroht fühlt."

„Aber weshalb bedroht?!" , möchte ich wissen, denn ich verstehe es nicht.

Alles, was ich möchte, ist eine friedliche Co-Existenz, doch das scheint aus irgendeinem Grund nicht möglich.

Itachi lächelt kurz, ehe er einmal tief einatmet:" Du hast es doch selbst bereits gesagt, dass Deidara ein großes Problem mit sich selbst und seiner eigenen Unsicherheit, hinsichtlich seiner eigenen Person hat."

Ich nicke.

Denn ein Mensch, der sich seiner Schwächen und Stärken bewusst ist, der hätte solch ein Kasperletheater um seine Fähigkeiten gar nicht nötig.

Ich schlucke, als mir klar wird, wie gebrochen jemand im Inneren sein muss, um sein Selbstbewusstsein jeden Tag erneut dermaßen erkämpfen zu müssen.

„Er sieht dich und mich als Konkurrenz, Genshi. Menschen wie Deidara, die bereits sehr viel Negatives von Anderen erfahren haben, die lernen schnell, dass Shinobi behandelt werden, wie Werkzeuge, in dieser Welt. Und auch Deidara wird bereits erfahren haben, wie es sich anfühlt, belogen und betrogen worden zu sein, oder ausgenutzt, mit seinen Fähigkeiten bestimmt. Manche können damit besser fertig werden, als Andere, doch letzten Endes geht jeder damit verschieden um. Deidara zieht seine Kraft aus Bestätigung Anderer, auch wenn er es nie zugeben würde."

„Aber ich bestätige ihn doch, ..." , werfe ich verzweifelt ein, worauf Itachi nur nickt.

„Und dich bestätigen Andere, Pein, indem er dich zu einem Mitglied macht, oder wir, indem wir deine jüngste Mission als gelungen bezeichnen."

„Aber damit machen wir ihn doch nicht schlechter, ..." , murmle ich, senke dann erneut den Blick und eine einzelne Träne, rinnt über meine Nase, tropft von derer Spitze schließlich in meinen Tee.

„Nein, das machst du nicht.", bestätigt Itachi und wehleidig hebe ich den Blick, „Aber er fühlt sich dadurch automatisch weniger gewertschätzt und das führt solchen Reaktionen."

„Deidara, ..." , murmle ich leise, denn was Itachi sagt, das klingt durchaus sinnvoll, doch wie soll mir das in diesem akuten Fall jetzt weiter helfen?

Das zu wissen ist zwar auf der einen Seite schön und gut und mag mir vielleicht helfen Deidaras Ausraster weniger persönlich zu nehmen, dennoch ändert dies nichts an seiner Laune.

„Vielleicht ist er früher genau so schlecht behandelt worden, wie ich es bin,..." , überlege ich lau und erneut nickt Itachi: „Davon ist auszugehen.", weiß er.

Eine Weile sitzen wir noch da, schweigen und ab und an reden wir, nicht viel, aber es reicht aus, dass ich mich schließlich beruhigen kann und auch der Tee wärmt mich von innen auf, ich merke, wie ich müde werde und wie das ganze Weinen mich erschöpft hat.

Wie lange sitzen wir hier bereits?

Bestimmt mehrere Stunden, denn inzwischen ist es draußen dunkel, es geht mit Sicherheit auf die Nach zu und noch immer schüttet es, wie aus Kübeln.

Unaufhörlich, kreisen meine Gedanken um den blonden Künstler und auch, wenn ich mich in Itachis Gegenwart wirklich ziemlich wohl fühle und ich auch dankbar bin, dass er sich meiner angenommen hat, wächst in mir das Verlangen, zurück zu kehren, zu meinem Partner und ihn, ... ich weiß nicht.

Am liebsten würde ich ihn in den Arm nehmen und einfach alles vergessen.

Doch dann habe ich wieder viel zu große Angst, abgewiesen zu werden, denn ich kann mich kaum erinnern, jemals etwas so schmerzliches gefühlt zu haben.

Jeder genervte, oder wütende Blick von ihm, fühlt sich an wie ein Hieb mit einem eiskalten Kunai und ich kann mir nicht helfen, doch allein bei der Vorstellung, wird mir automatisch etwas flau in der Magengegend.

Doch auch was Itachi gesagt hat, lässt mir einfach keine Ruhe.

Dass Deidara alle Anderen, auch mich, als Konkurrenz sieht und vermutlich bloß Angst hat, er könnte am Ende nicht mithalten und seinen Wert verlieren,...

Eine Angst und ein Gefühl, welches mich bereits mein ganzes Leben begleitet, obwohl es mir albern scheint, ... denn wer bestimmt denn über unseren Wert?

Wer legt generell fest, worin Werte liegen und sind es nicht wenige Allgemeingültigkeiten, als subjektive Empfindungen.

Ich hänge dermaßen meinen eigenen, philosophischen Abhandlungen nach, da merke ich nicht einmal, wie Itachi sich schließlich erhebt.

Erst, als er sich leise räuspert, finde ich zurück ins Diesseits und schaue irritiert zu ihm auf.

Er wirft einen fragenden Blick auf meinen Becher und ich nicke verstehend, beende dann meinen Tee und reiche ihm, mit einer leichten Verbeugung, die Keramiktasse.

„Tut mir leid, wenn ich dir nicht großartig weiterhelfen konnte." , verabschiedet sich der Uchiha schließlich auf dem Flur von mir und sofort schüttle ich den Kopf.

„Nein, Quatsch, du hast mir sogar sehr geholfen!" , unterbreche ich ihn hastig, „Ehrlich, ich glaube ohne dich, hätte ich nicht so klar darüber denken können, deswegen, danke."

Erneut verbeuge ich mich, dies mal etwas tiefer.

„Und auch vielen Dank, für den Tee.", füge ich hinzu, worauf Itachi nur nickt.

„Gerne. Aber jetzt würde ich mich gern etwas zurück ziehen." , entschuldigt er sich und ich merke, wie meine Wangen heiß werden.

„Aber sicher, entschuldige, wenn ich dich aufgehalten haben sollte."

Kurz zuckt es unbestimmt um Itachis Mundwinkel, ehe er leicht lächelnd den Kopf schüttelt: „Hast du nicht, ganz im Gegenteil, ich genieße die zeitweiligen Unterhaltungen mit dir sogar."

Überrascht blicke ich auf.

Ach ja, ... tut er das?

„Nur mein Körper spielt leider nicht immer so mit, wie ich das gerne hätte. Besonders bei dem Wetter macht meine Lunge und auch mein Kreislauf Probleme."

Ich nicke.

„Kann ich irgendetwas für dich tun?" , möchte ich schließlich wissen, denn nachdem er so freundlich zu mir war, scheint es mir das Mindeste.

„Nein.", entgegnet Itachi ruhig, blinzelt mir dabei vertraut zu, „Meist hilft es nur, wenn ich mich etwas ausruhe."

„Verstehe, ... dann will ich dich nicht weiter aufhalten.", beschließe ich und trotzdem begleite ich den Uchiha noch, zurück zu seinem Zimmer, ehe ich mich selbst auf, zu meinem, beziehungsweise Deidaras und meinem mache.

Nachdem Itachi weg ist, fühle ich mich bereits wieder deutlich unwohler und die Anspannung von vorhin, droht mir erneut in die Glieder zu kriechen, je näher ich Deidaras und meinem Zimmer komme.

Als ich schließlich die Schiebetür bei Seite ziehe, zittere ich ziemlich stark und habe tatsächlich Angst, muss ich eingestehen.

Am liebste würde ich jetzt bereits wieder heulen, dabei habe ich Deidara nicht einmal gesehen, geschweige denn, mit ihm gesprochen.

Im Zimmer ist es eiskalt und ich fröstle, sobald ich die Tür hinter mir zu ziehe, wobei mir ein sanfter Windhauch durch die Haare streicht.

Es riecht nach Regen und Stadt und nach Gewitter.

Obwohl es kalt ist, ist die Luft stickig und irgendwie geladen.

Unsicher mache ich ein paar Schritte, in den Raum hinein, das Deckenlicht ist aus, dafür brennt eine Stehlampe in der Ecke, taucht den Raum in einen gemütlichen, warmen Schein.

Erst jetzt fällt mir auf, dass die Tür, die zum kleinen Balkon führt, weit aufsteht, was wohl auch die Kälte erklärt und den Umstand, dass das Rauschen des Regens mir mit einem Mal seltsam laut und präsent schien.

Zögerlich schleiche ich auf die Balkontür zu, luge dann nach draußen und obwohl der vordere Bereich, unter welchem ich stehe, überdacht ist, schlägt mit der kalte Wind, sowie der Regen ins Gesicht und automatisch beginne ich zu frieren.

Was ist das nur für ein ekeliges Wetter?

Mein Blick fällt auf Deidara, der außerhalb der Überdachung, auf der kleinen Bank hockt, die unter dem Fenster steht, mit ausdrucksloser Miene auf die Stadt starrt, oder zumindest auf das, was, in dem starke Schauer, von ihr noch zu erkennen ist.

Ich zucke inständig zusammen, als es plötzlich einen lauten Knall gibt und der Himmel kurz aufleuchtet.

„Deidara, ...", murmle ich, mache dann einen zögerlichen Schritt in seine Richtung, der der Künstler reagiert nicht.

Er hockt nur da, auf der Bank, die Unterarme auf den Oberschenkeln abgestützt und schaut mit leerem Blick in die Ferne, ist bis auf die Knochen durchnässt.

„Deidara, was machst du? Du wirst krank!"

Ich muss tatsächlich beinah rufen, um gegen das starke Rauschen des Regens anzukommen.

Noch immer reagiert der Blonde nicht, dabei muss er doch fürchterlich frieren, wie lange sitzt er bereits hier draußen?

Seine Haare sind klitschnass und aus seine Klamotten haben gänzliches Regenwasser in sich aufgesogen, kleben ihm, wie eine zweite Haut am Körper, doch er scheint es nicht einmal zu merken.

„Deidara!"

Endlich rührt sich der Künstler, dreht, wie im Zeitraffer, den Kopf in meine Richtung und blinzelt dann verwirrt, so, als müsste er sich erst in Erinnerung rufen, wen er da eigentlich vor sich hat.

„Komm her!" , bitte ich verzweifelt und tatsächlich erhebt sich Deidara schweigend, steht auf und tritt dann zu mir, unter die Unterdachung, schaut mich dabei abwartend an, als wäre es vollkommen unverständlich, warum ich ihn aus dem Regen haben wollte.

„Was soll das denn?", möchte ich wissen.

„Warte hier,...", sofort husche ich zurück ins Zimmer und ins anliegende Bad, hole mehrere Handtücher und kehre mit eben jenen zurück, auf den Balkon.

Dort, wo Deidara steht, hat sich bereits eine Pfütze gebildet und sowie ich beginne, ihm die Handtücher umzulegen, merke ich, wie stark das Käuzchen zittert.

„Du holst dir doch noch den Tod, da draußen.", murmle ich, ziehe ihn dann mit mir, ins Zimmer und kurz jagt mir die wohlige Wärmer einen Schauer über den Rücken.

„Zieh das am besten aus, ich hole dir eben neue Klamotten.", ordne ich an und ohne mir zu antworten, beginnt Deidara sich das klitschnasse Shirt über den Kopf zu ziehen, während ich in einem der Wandschränke wühle, ihm dann mit, zusammengekniffenen Augen, neue Sachen reiche.

„Schon besser.", murmle ich, nachdem ich mich wieder zu ihm drehe und beobachte, wie er sich, just in diesem Moment, einen schwarzen Hoodie über den Kopf stülpt.

Deidara blinzelt mir kurz schweigend zu und erst jetzt wird mir bewusst, dass er all die Zeit, noch nichts gesagt hat.

Wie ein verletzter Welpe, steht er da, in seiner eigenen Wasserlache, von den lange, blonden Strähnen tropft es nach wie vor und er schaut mich, mit einem beinah hilflosen Blick an.

„Hör mal, ..." , beginne ich zögerlich, trete dann etwas näher, um mit dem Handtuch etwas seine lange Haare trocknen zu können.

„Ich kann auch, ... naja, jetzt wo ich ein Mitglied von Akatsuki bin, kann ich auch in ein eigenes Zimmer..."

Ich fürchte mich vor seiner Antwort, denn eigentlich möchte ich nicht, dass er mich wegschickt, aber vielleicht ist es besser so.

Vielleicht tut Deidara mir nicht gut, vielleicht ist er genau das, was ich im Moment nicht gebrauchen kann, außerdem werden wir auf den Missionen noch genug Zeit miteinander verbringen.

Ich spüre, wie mir bereits wieder die Tränen in die Augen treten, mechanisch fahre ich mit dem Tuch, immer und immer wieder durch Deidaras Haare, den Blick starr auf meine Hand gerichtet.

Seine Haare, aber auch er selbst, haben einen beinah süßlichen Eigengeruch,...

Kurz schweigen wir und ich muss mich beherrschen, nicht auf zu schluchzen, obwohl meine Kehle bereits wieder zu schmerzen begonnen hat.

„Ich geh dann, ... vielleicht lieber,..." , überlege ich, ohne den Blick zu heben, doch in dem Moment, in welche im mich umdrehen will, schlingt das Käuzchen seine Arme um mich und zieht mich feste an seine Brust.

Mein Kopf ist wie leer gefegt, als Deidara schließlich, das Gesicht in meiner Halsbeuge vergräbt und ich ihn leise schluchzen hören kann.

Für einen kurzen Moment stehe ich einfach nur steif da, weil ich nicht weiß, wie ich reagieren soll, ehe ich wieder zu mir finde und mir auch das Gespräch mit Itachi erneut in den Sinn kommt.

„Pssh,..." , versuche ich den Blonden zu beruhigen und bin immerhin froh, dass er doch nicht ganz so kalt scheint, wie ich es zwischenzeitlich dachte.

„Pssh, Deidara, es ist okay,..." , flüstere ich sanft, schlinge meine Arme um seinen Hals, während er sich näher an mich schmiegt und heftiger zu weinen beginnt, dabei immer wieder zwischendurch heftig nach Luft schnappte, ehe es ihn erneut schüttelt und er wimmernd in meinen Armen zusammen bricht.

„Es ist gut, alles ist gut,..." , wiederhole ich mein Mantra, streiche dem Blonden dabei beruhigend über den Rücken und durch die feuchten Haare, ehe ich schlussendlich verstumme und ihn einfach weinen lasse.

Vielleicht muss es einfach raus.

Vielleicht muss einfach all der Frust und Zorn und all die Enttäuschung raus, die sich über all die Jahre in ihm angestaut hat.

Vielleicht hat Itachi Recht und Deidaras Worte galten weniger mir, sondern ihm selbst und vielleicht sieht auch er selbst das langsam.

Bestimmt mehrere Minute verharren wir in dieser Position und am Ende muss ich tatsächlich etwas gegen halten, da Deidara mit seinem Gewicht zu sehr auf mich gesackt ist.

Nach einer Weile werden die Abstände zwischen dem Aufschluchzen größer, bis er schließlich tapfer die Nase hoch zieht und den Kopf hebt, mir einen mitleidserregenden Blick zuwirft, aus verquollenen, roten Augen.

Unbewusst beiße ich mir auf die Unterlippe, streiche ihm dann ein paar verklebte Strähnen hinters Ohr und ich kann es kaum ertragen, ihn so zu sehen.

Ich versuche mich an einem Lächeln, lege dann meine Hände an sein Gesicht und fahre ihm mit den Kuppen der Daumen, unter den Augen entlang, wische die letzten Tränen weg.

Deidara atmet einmal bebend ein, blinzelt ein paar Mal, und ohne groß darüber nachzudenken, drücke ich ihm einen Kuss auf die Wange.

„Hab ich dir weh getan, mh,...?" , möchte er mit heiserer Stimme wissen, doch ich schüttle den Kopf.

„Nein,..." , beruhige ich ihn dann und er wirkt zumindest etwas entspannter, „Hast du nicht, mir geht es gut."

Er nickt, zieht mich dann erneut an sich und legt den Kopf dabei auf meiner Schulter ab.

„Genshi, ...", flüstert er nach einer Weile mit rauer Stimme und ich nicke.

„Was denn?"

„Bleib bei mir, ja... bitte, mh..."

Erneut nicke ich, ziehe das Käuzchen dann mit mir, auf die Schlafmatten, knote sein Stirnband und ebenfalls seinen Zopf auf, ehe ich mit den Fingerspitzen versuche die wirre, feuchte Mähne zu bändigen.

„Versprochen.", bestätige ich, ehe ich das Handtuch um seine Haare lege und beginne diese vorsichtig auszudrücken.

„Ich wollte dir keine Angst machen, ja, ... du kannst da nichts für, mh. Du hast Recht, ja.". wehmütig hebt er den Blick und es bricht mir beinah das Herz, ihn so zu sehen.

„Schon gut.", winke ich ab, fahre ihm mit dem Handrücken sanft über die Wange und komme nicht umhin zu bemerken, wie kalt er ist.

Und irgendwas ist anders, ich kann nicht genau sagen, was es ist, doch kann eine Veränderung im Bereich des Hypothalamus erkennen.

„Frierst du?" , möchte ich wissen, doch bekomme ich keine Antwort.

Deidara sitzt einfach nur da, wirkt wie betäubt und ich frage mich, was sich wohl just in diesem Moment, hinter der hübschen Stirn abspielt.

„Hast du mit Itachi geredet, ... mh?" , fragt er stattdessen und ich nicke, während ich eine Wolldecke aus den Schränken ziehe, im diese um die Schultern lege.

„Ja, aber spielt das eine Rolle?" , frage ich beiläufig, werfe ihm dann einen flehenden Blick zu.

Deidara zuckt nur mit den Schultern und ich kann mir nicht helfen, doch irgendetwas ist anders, an den Prozessen in seinem Körper, doch ich kann mir keinen Reim darauf machen.

„Sollen wir was essen?" , möchte ich schließlich wissen, denn der Blonde macht auf mich einen ziemlich blassen und mitgenommenen Eindruck.

„Dann komm, ...", murmle ich, stehe schließlich auf und warte, bis auch Deidara sich erhoben hat, samt seiner Wolldecke und Handtuch.

„Die offenen Haare stehen dir.", gebe ich leise zu, beim Heraustreten auf den Flur und tatsächlich entlockt das dem Blonden ein schwaches Lächeln.

„Sind sie länger als meine?", möchte ich wissen, worauf er nur mit den Schultern zuckt.

„Ich glaube etwas, ja."

Unglücklich ziehe ich eine Schnute.

Gibt's doch nicht.

Der Kerl hat nicht nur schönere, sondern auch noch Längere Haare als ich.

Unfair.
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