Hätte ich mal lieber Sasuke gerettet, ...

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Deidara Itachi Uchiha Obito Uchiha OC (Own Character) Sasuke Uchiha
03.01.2019
14.11.2019
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... *heavy breathing* ... es ist nicht Korrektur gelesen. Ihr kennt das ja.




Beunruhigendes Schweigen herrscht an dem Rundtisch, an welchem wir hocken und ich frage mich, worüber jeder einzelne, der Anwesenden, gerade so angestrengt nachdenken mag.

Kurz wechsele ich unsichere Blicke mit Deidara, welcher ebenso irritiert scheint und offenbar genau so wenig eine Ahnung besitzt, was genau hier gerade vor sich geht.

Pein hatte mich, sowie ihn, am nächsten Tag darum gebeten, in Anwesenheit der restlichen Mitglieder, von den Ergebnissen der Mission zu berichten und das hatte ich getan.

Beziehungsweise haben Deidara und ich das getan und dabei kein einziges Detail ausgelassen.

Auch meine Vermutung, wer sich tatsächlich hinter Tobi, verbirgt, habe ich nicht ausgelassen, doch nachdem ich meinen Verdacht kund getan hatte, hatte sich sogleich eisiges Schweigen ausgebreitet.

Denn mit einem Mal schien jeder am Tisch, Kisame, Itachi, Pein und auch Konan, mit seinen Gedanken ganz wo anders zu sein.

Es fällt mir beinah etwas schwer zu atmen, so als hätten sich unsichtbare Ketten um meinen Brustkorb geschnürt, die mir das Aufatmen erschweren, so angespannt fühle ich mich in dieser sonderbaren Situation.

Ohne, dass ich es wirklich merke, rutsche ich ein Stück näher an Deidara, welcher diese nur mit einem misstrauischen Augenaufschlag zu kommentieren weiß.

„Das hast du ausschließlich anhand der dir gegebenen Informationen geschlussfolgert?“ , bricht Itachi nach einer Weile das Schweigen und automatisch zucke ich zusammen, denn sein Gesagtes klingt unwirklich laut, durch die anhaltende Stille hindurch.

Ich schlucke hörbar, nicke dann jedoch.

„Ich, … ich kann nicht zu 100 Prozent sagen, was es damit auf sich hat, … aber, … ich dachte ich teile es euch dennoch mit.“ , murmle ich dann, senke schließlich beschämt den Blick und ärgere mich ein bisschen, dass Deidara nicht endlich auch mal etwas sagt.

Immerhin war das genau so gut seine Mission.

„Es ist vielleicht etwas weit hergeholt.“ , füge ich dann leise hinzu, kann den Blick aller Anwesenden auf mir liegen spüren.

„Ist es nicht.“, brummt Itachi leise, wirft Pein dann einen Blick zu, den ich nicht ganz zu deuten weiß und auch der Leader schüttelt den Kopf.

„Absolut nicht.“, bestätigt er und überrascht schaue ich auf.

Kurz wechseln Deidara und ich jeweils unsichere Blicke, immerhin schien der Künstler bis dahin nicht sonderlich überzeugt von meinem Verdacht.

Eher hatte er sich regelrecht dagegen gesträubt, davon ausgehen zu wollen, ein „Dummschwätzer und Kunstbanause“ wie Tobi es Einer wäre, sollte ein Spross des berühmt-berüchtigten Uchiha-Clans sein.

Mehr noch, dass er selbst, Deidara, das all die Zeit nicht mitbekommen hätte.

Und ich muss zugeben, dass war nicht einmal eines seiner schwächsten Argumente gewesen, immerhin weiß ich, dass Deidara und Tobi nicht wenig Zeit miteinander verbracht haben und entweder muss Tobi tatsächlich ein genialer Schauspieler gewesen sein, oder Deidara hatte sich bereits vollkommen mit dem Gedanken abgefunden, dass Tobi nichts auf dem Kasten hat und das nichts weiteres dahinter steckte.

Obwohl es mir ziemlich naiv scheint, zu glauben, Akastuki beherberge ein Mitglied, dessen einzige Fähigkeit darin besteht, sich von A nach B zu teleportieren.

Doch davon hatte der Künstler nichts hören wollen.

„Ich glaube nicht, dass Tobi mit alle dem etwas zu tun hat, mh.“, mischt sich plötzlich der Blonde selbst ein, worauf ich nur leise schnaube, … oder warum muss er mir jetzt so in den Rücken fallen.

„Er war wohl einfach bloß zur falschen Zeit, am falschen Ort, ja und außerdem,…“, beginnt Deidara schließlich, wird aber sogleich von Pein unterbrochen: „Genshi hat Recht.“

Und es ist mir, als zucke einmal ein heißer Stromstoß durch meinen Körper.

Mit weit aufgerissenen Augen starre ich Pein an, ehe mein irritierter Blick, wie im Zeitraffer, zu Deidara wandert, der bloß da hockt, mit aufstehendem Mund und immer wieder verwirrt blinzelt.

„Wie bitte, …?“ , hauche ich heiser.

Itachi nickt bloß: „Soweit waren wir jedoch auch schon. Doch du hast Recht, ja, hinter Tobis Identität verbirgt sich Obito Uchiha.“

„Aber das wussten wir doch schon.“, kommt es mit einem Mal von Kisame, und nun ist Pein wieder derjenige, der antwortet: „Dennoch ist es beachtlich, dass Genshi das anhand der wenigen Informationen, die ihr zur Verfügung standen, geschlussfolgert hat.“

Noch immer hocke ich da, mein ungläubiger Blick huscht zwischen dem Anführer, dem Haimenschen und Itachi hin und her und ich glaube, … ich habe mich verhört, aber,…

„Wie, ja, … das wusstet ihr, mh?!“ , spricht Deidara mit einem Mal das aus, was mir just in dieser Sekunde durch den Kopf wandert.

Noch immer nicht fähig, dem etwas entgegen zu bringen, schaue ich zu meinem Partner, der mit verbissener Miene todbringende Blicke verteilt.

„Ihr lasst uns darein marschieren, ja, unser Leben riskieren, für eine Information, die ihr bereits hattet, nh?!“ , feuert er, vor allem Itachi, entgegen, als wäre der Uchiha der Einzige, der für diese Situation was könnte.

Wahrscheinlich traut er es sich nicht, dermaßen gegen Pein die Stimme zu erheben, schießt es mir durch den Kopf, ehe mein Blick zurück, zum Anführer wandert, der mich mit kühlem Ausdruck, in den Augen, mustert.

„Tobi kann nicht Obito Uchiha sein, ja! Das ist Schwachsinn, mh!“ , behauptet Deidara, atmet dann einmal heftig ein, ehe er zu mir hinüber schaut, doch ich schüttle nur kaum merklich den Kopf und kurz befürchte ich, er könnte womöglich Itachi, oder Kisame, oder noch schlimmer, mich, versuchen anzugreifen.

Warum auch immer.

Deidara neigt zu Affekthandlungen und das war das Erste was ich über ihn wusste und ist vermutlich auch das Wichtigste, zu wissen, im Umgang mit seiner Person.

„Es stimmt aber.“, stellt Pein schließlich klar und schlagartig beruhigt sich Deidara.

Erneut wird es stil.

„Ihr wusstet das?“ , flüstere ich schüchtern und alle Vier, Konan, Pein, sowie Itachi und Kisame nicken zeitgleich.

Das, … kann nicht sein.

Aber warum, … wieso, … haben sie mich denn dann nach Konoha geschickt?

„Ich verstehe nicht, …“ , beginne ich leise, als mich Deidara plötzlich unterbricht: „Ihr alle wusstet, ja… dass ich die ganze Zeit über mit einem verkorksten Uchiha unterwegs war, mh, … der sich, wahrscheinlich, am Ende, nur über mich lustig gemacht hat, ja!“ , schimpft er los und ich kann mir nicht helfen, aber finde es immer ganz gruselig, wenn er sich so aufregt und sinke auf meinem Sabuton zusammen, obgleich sein Ärger nicht einmal mir gilt.

„Und dann schickt ihr mich nach Konoha, ja, mein Leben auf’s Spiel setzten, wie ich es all die Jahre, yeah, all die Jahre für diese Organisation gemacht habe, mh, … für eine Information, die ihr bereits hattet, ja?! Ihr wusstet alle, dass dieser Bastard eigentlich ein Uchiha ist, ja, alle, ,… nur ich nicht, mh?!“

Mit einem Mal steht Deidara auf den Füßen und erneut, fahre ich in mich zusammen, während der Rest der Mitglieder diesem Spektakel eher weniger beeindruckt beiwohnt.

„Hier geht es nicht um dich, Kleiner, dass ist nh Nummer größer,…“ , versucht Kisame den blonden Teufel zu beruhigen, doch Deidara haut bloß seine Hand auf den Tisch, was diesen kurz erschüttern lässt, selbst von meinem Sitzplatz aus, kann ich die Erschütterungen noch leicht nachfühlen.

„Ihr habt es all die Zeit gewusst, ja?! Wieso hat niemand was gesagt, mh?! Wieso hat keiner von euch was gesagt, ja?!“ möchte Deidara wissen, atmet dabei so heftig, dass ich zwischenzeitlich Angst habe, er könne womöglich beginnen zu hyperventilieren.

„Weil uns befohlen worden ist, Obito Uchihas Identität geheim zu halten.“, kommt es nach einer Weile von Pein und obwohl er sich so ruhig und beherrscht wie immer gibt, komme ich nicht umhin zu bemerken, dass in seinem Blick ein Hauch von Ungeduld zu erkennen ist.

„Und seit wann tanzen wir nach dem seiner Pfeife?!“ , möchte Deidara wissen.

Er zittert am ganzen Körper und ich kann mich nicht erinnern, wann ich ihn zuletzt so aufgebracht erlebt habe.

Zwar bin ich es inzwischen gewohnt, dass Deidara, auch wegen Kleinigkeiten und sei es, sein Zopf sitzt nicht richtig, schnell mal die Fassung verliert, aber dieses Mal ist es anders.

Dieses Mal ist der Wahnsinn in seine Augen zurück gekehrt, der selbe Wahnsinn, der damals in ihnen lag, als er sich kurz danach selbst in die Luft gesprengt hat.

„Deidara,…“, beginne ich zögerlich, doch der Blonde wirbelt nur herum, schaut mich warnend an und ich weiche instinktiv einen halben Meter nach hinten.

„Du hälst dich daraus, ja, halt die Klappe, Genshi!“ , feuert er mir entgegen und ich nicke nur artig und versuche den dicken Kloß, der sich in meiner Kehle gebildet hat, hinunter zu schlucken.

„Weil er der wahre Leader von Akastuki ist. Deswegen.“ , erklärt Pein und mit einem Mal wird Deidara etwas ruhiger, wendet sich von mir ab und zieht dann kritisch die Brauen zusammen.

„Das ist ein Witz, ja…?“, möchte er wissen, ehe es unbestimmt um seine Mundwinkel zuckt, bis er schließlich einmal seltsam verzerrt auflacht.

„Das kann nicht, ja… ich wollt’ mich verarschen, yeah?“ , möchte er wissen, lässt dann, schief grinsend, den Blick über die restlichen Anwesenden schweifen, doch bekommt ein eindeutiges Kopfschütteln zur Antwort.

„Es ist wahr, Deidara.“ , erklärt Konan, worauf Angesprochener jedoch nur belustigt auflacht.

„Ihr wollt mich verarschen, ja, … das ist lustig, … mh, … „, kurz holt er Luft, scheint sich dann wieder etwas gefasst zu haben, „Wisst ihr was, sucht euch für den Scheiß wen Anderes, ja, auf so einen Kack habe ich keinen Bock, ja,…“ , beschließt er schließlich, ehe er sich an Kisame vorbei schiebt und dann, ohne sich ein weiteres Mal umzudrehen, mit wütenden Schritten zur Türe stapft, diese aufzieht und dann schwungvoll hinter sich zu knallt, so, dass es kurz die Wände beben lässt.

„Deidara, …?“, hauche ich unsicher, und bin bereits im Begriff aufzuspringen und ihm hinter her zu rennen, doch Pein gebietet mir mit einer einzigen Handbewegung ruhig zu bleiben.

„Konan, geh und fang Deidara wieder ein. Für so einen Zirkus haben wir jetzt absolut keine Zeit.“, befiehlt er und kommentarlos erhebt sich die hübsche Frau, rauscht dann, um den Tisch herum und aus dem Raum heraus.

Für einen weiteren, angespannten Moment herrscht Schweigen und ich fühle mich seltsam schutzlos, in Mitten der Massenmörder, jetzt, wo Deidara weg ist, bis Pein erneut zu sprechen beginnt.

„Es ist wahr, Genshi. Alles, was du gesagt hast. Tobi ist in Wirklichkeit Obito Uchiha und er ist auch derjenige, der im Hintergrund die Fäden zieht, mir die Organisation aber vorerst anvertraut hat.“

Ich nicke, wechsle dann einen flüchtigen Blick mit Itachi, ehe ich neuen Mut fasse.

„Wieso hast du Deidara und mich dann nach Konoha geschickt?“ , möchte ich wissen, worauf der Anführer nur bestätigend brummt.

„Eine berechtigte Frage. Seit Obitos Untertauchen, mit Sasuke, sind wir uns nicht sicher, ob er der Organisation womöglich nicht den Rücken gekehrt hat und eigene Ziele verfolgt, die sich womöglich mit denen von Sasuke decken und hier kamst du ins Spiel.“ , erklärt Pein und ich nicke.

„Unser ursprüngliches Ziel war ein absoluter Frieden, der aus einem weiteren Weltkrieg heraus entsteht.“, fährt Pein fort und ich merke, wie es mir kalt den Rücken herunter läuft.

„Ihr wollte einen Weltkrieg herauf beschwören und dadurch Frieden schaffen ,…?“ , murmle ich.

„Höhere Ziele verlangen hohe Opfer.“, weiß Pein, als wäre es eine ausreichende Entschuldigung für einen Massenmord.

„Ob das jetzt immer noch Obitos Ziel ist, ist fraglich, da seit Itachis und Sasukes Kampf keine Kontaktaufnahme mehr zu Stande kam. Akastukis Ziel ist, nach wie vor, Frieden in dieser Welt zu schaffen, auch wenn wir uns dafür womöglich gegen unseren ehemaligen Anführer stellen müssen.“ , erklärt Pein weiter und ich nicke einfach, obwohl ich nicht ganz mitkomme.

Frieden durch einen Krieg?

Das ganze Konzept scheint mir etwas dubios, dadurch wird doch bloß noch mehr Leid und Hass geschürt, wie soll das also bitte funktionieren?

„Noch können wir nicht sagen, was Obitos nächste Vorhaben sein werden und in wie weit Sasuke in diese involviert sein wird. Möglich wäre auch, dass er versucht ihn als Druckmittel zu benutzten, da er von Itachis Überleben weiß.“

„Als Druckmittel?“, wiederhole ich ungläubig, verenge kritisch die Augen zu Schlitzen, ehe mein misstrauischer Blick langsam gen Itachi wandert, welcher jedoch mit den Gedanken ganz woanders scheint.

Weshalb denn ein Druckmittel für Itachi?

„Was sind deine Fähigkeiten, Genshi?“ , möchte Pein plötzlich wissen und ich kann hören, wie Kisame trocken lacht.

„Uiui.“, brummt er belustig und verwirrt schaue ich ihn an, ehe ich mich erneut an den Anführer wende.

„Ich, … ich weiß nicht, ich, …“

„Wieso hat Deidara dich auserwählt, ihn zu begleiten?“ , bohrt Pein weiter nach und ich merke, wie mir die Röte ins Gesicht schießt.

„Weil sie meine und seine Fähigkeiten ergänzen.“ , hauche ich schüchtern und Pein nickt.

„Itachi hat mir soweit alles über dein außergewöhnliches Talent erzählt.“, gibt er dann zu und überrascht schaue ich zu Itachi, welcher nur, leicht lächelnd, in meine Richtung nickt.

„Zudem scheinst du eine überaus gute Auffassungsgabe zu haben und wirst, was strategische und logische Kausalzusammenhänge angeht, der Organisation mit Sicherheit von Nutzen sein können.“

„Ich verstehe nicht ganz, …“ , gebe ich zu, worauf Kisame erneut lacht und selbst Itachi schnaubt belustigt, so, als hätte ich eine völlig unsinnige Frage gestellte, zu einem Sachverhalt, der vollkommen offensichtlich scheint.

„Pein möchte, dass du ein Mitglied von Akatsuki wirst.“, übersetzt Kisame dann schließlich, immer noch grinsend und für einen kurzen Moment meine ich, sie wollten mich vielleicht an der Nase herum führen.

„Ich?“, wiederhole ich deswegen ungläubig und dieses Mal ist es Itachi, der mir mit einem amüsiertem Zwinkern antwortet: „Siehst du hier noch eine Genshi im Raum?“, möchte er wissen, doch diese Euphorie kann ich nicht so ganz teilen.

„Das, das… ich, ich bin keine Kunoichi.“ , platze ich dann heraus, denn was stellen sie sich denn vor?

„Ich kann weder kämpfen, … noch habe ich die Akademie besucht.“ , erkläre ich dann hastig und fahre mir nervös durch die langen, schwarzen Haare, „Ich habe absolut keine Ahnung, wie ich mich als Mitglied von Akastuki zu verhalten habe und ob ich dem gewachsen bin.“

„Deidara hat dich trainiert?“ , möchte Pein schließlich wissen und ich zucke kurz zusammen, nicke dann zaghaft: „Ja, ja das hat er.“

Pein nickt.

„Dann wird er das auch weiterhin tun, so wie ich das mitbekommen habe, bist du ja durchaus in der Lage die Künste zu erlernen, die keine Chakra-Kontrolle erfordern.“

„Ich kann Taijutsu, ja…“ , bestätige ich und plötzlich erhebt sich Pein, was mir einen Heiden Schrecken einjagt.

„Dann rufe ich dich dazu auf, Genshi, Akatsuki beizutreten. Du verpflichtest dich mir gegenüber zu Loyalität und meinen Befehlen Folge zu leisten, im Gegenzug, wird dir die Organisation helfen, deine eigenen Ziele zu verwirklichen, sofern es ihr möglich ist, außerdem bieten wir die Schutz, als ein aussätziger Ninja. Nimmst du an?“

Ich schlucke leise, erhebe mich dann ebenfalls, als auch Itachi und Kisame schließlich aufstehen und merke, wie meine Beine sich anfühlen, als beständen sie aus Pudding.

Ich weiß, dass ist keine Frage.

Er hat es nur als solche formuliert.

Ich habe mich dieser Organisation anzuschließen, ob ich will, oder nicht.

Ich stecke bereits zu tief drinnen, als dass ich jetzt noch heraus kommen könnte.

Scheiße, … scheiße, …

Ich.

Unter einem Haufen Schwerverbrecher, wie soll ich mich da denn schon groß behaupten?

„Genshi.“, erinnert mich Pein an seine Anwesenheit und ich nicke schüchtern.

„Jawohl!“, antworte ich gehetzt, verbeuge mich dann kurz, ehe ich nervös den Blick hebe.

„Sehr gut. Konan wird dir deinen Ring und deinen Mantel bringen. Missionen hast du gewissenhaft auszuführen und das ohne sie zu hinterfragen, ansonsten ist es mir egal, was du wie und wann machst, du stehst sonst in keiner weiteren Pflicht.“

Mein Kopf ist wie leer gefegt.

Ich, bei Akatsuki, … den gefürchtesten Ninjas aller Länder und ich, … einer von ihnen.

Einer von den Bösen.

Ich bin einer von den Bösen.

Bei dem Gedanken wird es mir tatsächlich kurz schwindelig und ich muss ein paar Mal blinzeln, dass mich das Gefühl der Schwummrigeit nicht übermannt.

„Du wirst ein Zweierteam mit Deidara bilden, das scheint mir in Anbetracht der Tatsache, dass ihr bereits mit dem Kampfstil des Anderen vertraut seid, am Sinnvollsten. Es kann vorkommen, dass ich dich auf spezielle Missionen mit anderen Mitgliedern zu schicken habe, im Regelfall mische ich die Zweierteams jedoch nur selten untereinander.“ , fährt Pein unbeirrt fort, ehe er misch schließlich eingehend mustert und instinktiv weiche ich seinem Blick aus.

„Der Kleinen müssen wir dann aber noch was Selbstbewusstsein einprügeln.“, lacht Kisame hämisch auf und bei dem Wort „einprügeln“ zucke ich unweigerlich zusammen.

„Kisame,…“ , mahnt Itachi seinen Partner, schenkt mir dann ein aufmunterndes Lächeln.

„Jetzt bist du eine von uns.“, weiß er und ich presse bloß die Lippen aufeinander und erwidere das Lächeln schwach.

Also damit hätte ich in tausend Jahren nicht gerechnet, …

Auf dem Flur draußen, kommt mir Konan entgegen und das erste Mal überhaupt, werde ich von ihr nicht komplett ignoriert, stattdessen schenkt sie mir, im Vorbeigehen, ein flüchtiges Lächeln.

Ich erwidere dieses und mache mich dann auf, zurück zu Deidaras und meinem Zimmer, obwohl Pein mir durchaus gestattet hat, nun auch mein eigenes zu beziehen.

Doch irgendwie möchte ich das nicht so wirklich, …

und außerdem braucht Deidara doch jemanden, der ihn nachts wieder einfängt und zurück ins Körbchen treibt, wenn er wieder, im Halbschlaf, auf Wanderschaft geht.

„Hey,…“, ich klopfe zaghaft, gegen den Griff der Schiebetür, ehe ich Deidaras und mein Zimmer schließlich betrete.

„Hier bin ich wieder.“, kündige ich ich an, als ich den Blonden schließlich, in der Mitte des Raumes, an dem niedrigen Tisch hocken sehe, er scheint mit seinem Lehm beschäftigt.

„Mh.“, kommt es unbestimmt von dem Künstler und ohne aufzuschauen, formt er weiter seine Skulptur.

Ich beiße mir kurz auf die Unterlippe, verbiete mir einen spitzen Kommentar und lasse mich dann gegenüber von ihm, auf einem der Stühle nieder.

„Was wird das?“, möchte ich lächelnd wissen, deute dann mit dem Kinn auf den undefinierbaren Klumpen und irgendwie habe ich den Eindruck, matscht Deidara gerade vielmehr nur mit möglichst viel Kraft daran herum, als eine wirkliche Form erschaffen zu wollen.

Doch auch dafür bekomme ich bloß einen genervten Blick geschenkt und ich weiß nicht, was es ist, was mich als nächstes reitet, vielleicht ist es, weil ich jetzt selbst offiziell ein Mitglied von Akatsuki bin und mich Deidara somit weniger unterlegen fühle, oder aber, weil mir diese Macke von ihm, seine Launen ständig an Anderen auszulassen, langsam gehörig gegen den Strich geht.

„Ich kann auch nichts dafür, dass sie uns angelogen haben. Mich haben sie genau so dahin geschickt, wie dich.“, erkläre ich und muss mich beherrschen, dabei nicht all zu entnervt zu klingen.

„Tzz,…“, kommt es schnaubend von Deidara, ehe er gefährlich den Blick hebt, „Du bist nur dahin geschickt worden, ja, …weil du mein kleines Anhängsel bist, mh… und es in dem Moment praktisch war, dass sie dein Gesicht nicht kannten, yeah. Für diese Aufgabe hätten sie jeden X-Beliebigen nehmen können, mh!“

Kurz macht es mich sprachlos und ich weiß auch gar nicht, womit ich diesen hasserfüllten Blick verdient habe, der plötzlich in Deidaras Augen liegt.

„Wieso sagst du sowas,…?“ , möchte ich wissen, immerhin kann das nicht stimmen, ansonsten hätten sie mich wohl kaum zu einem weiteren Mitglied auserkoren.

Also, wieso behauptet er so etwas einfach?

„Sei nicht naiv, Genshi, ja! Jemand wie du hat für Akastuki keinen Wert, mh, aber ich, ich stehe seit über vier Jahren bereits unter Peins Befehl, ja! - … und offenbar scheint er das ja nicht wertzuschätzen, ansonsten würde er vielleicht auch mich mal entsprechend aufklären, ja und nicht ahnungslos in die Gefahrenzone stiefeln lassen, yeah!“ , regt sich der Blonde weiter auf, schiebt dann schließlich seinen Lehm zur Seite und wirft mir einen bitterbösen Blick zu.

„Ach darum geht es dir, …“, murmle ich, senke dann den Kopf und spüre, wie sich meine Kehle augenblicklich wieder zu zuschnüren beginnt, „Es geht hier also wieder nur um dich?“

Deidara schnaubt nur belustigt.

„All die Zeit haben sie mich angelogen, ja!“

„Sie hatten keine andere Wahl, es war ihr Befehl, genau so wie es unserer war, nach Konoha zu gehen.“, versuche ich den Blonden zu beruhigen, dich stattdessen lacht Deidara bloß affektiert auf.

„Auf wessen Seite stehst du, ja?!“ , möchte er wissen und ich bin verwirrt.

Gleichzeitig spüre ich, wie die Situation zu kippen droht und das macht mir, immer noch, eine Heidenangst.

Deidara ist unheimlich, wenn er wütend ist, denn dann ist er nicht mehr er selbst.

In dieser vergleichsweise kurzen Zeitspanne, ist er wie ausgewechselt und auch, wenn man sonst verhältnismäßig gut mir ihm sprechen kann, stößt er in diesem Zustand alles von sich und so ziemlich jeder, ist sein Feind und will ihm was Böses.

Auch ich.

Und wieder einmal frage ich mich, was er erlebt haben muss um eine dermaßen radikale, defensive Haltung an zunehmen?

„Auf gar keiner Seite, Deidara, es gibt keine Seiten, ich,…“

„Ich wäre für diese Organisation beinah gestorben, ja! Und das nicht nur einmal, mh, und so dankt man es mir, dass ich täglich mein Leben aufs Spiel setzte, yeah?! Das ich von vorne bis hinten verarscht werde, mh, dass ich mit diesem Tölpel von Uchiha zusammen in ein Team muss, ja, der sich mit seiner gespielt-idiotischen Art zu allem Überdruss noch über meine Kunst lustig macht, ja!“

Hektisch atmet Deidara auf, hat bereits wieder zu zittern begonnen und seine Fingernägel hinterlassen feine Rillen, auf der hölzernen Tischplatte, wenn er mit ihnen über diese kratzt.

„Niemand macht sich über deine Kunst lustig, Deidara, … ganz im Gegenteil, …“ beginne ich verzweifelt, doch erneut fällt der Künstler mir ins Wort.

„Doch, das machen sie, ja! Ansonsten würden sie, sie mehr wertschätzen, mh, doch das tun sie nicht, sie sehen auf sie herab, weil sie glauben, etwas Besseres zu sein, ja! Doch ich bin nicht dumm und meine Kunst die eizig Wahre und ihr werdet schon sehen, ja, ihr werdet alle sehen, was ihr davon habt, mh!“ , fährt er mich lautstark an wobei etwas Spucke in meinem Gesicht landet .

„Deidara, … ich denke Pein weiß durchaus zu schätzen, was,…“ , starte ich einen neuen Versuch, doch plötzlich springt Deidara auf, nagelt mich mit seinen zornigen Blicken feste und ich spüre, wie mir die Tränen in die Augen schießen.

Wieso ist er so zu mir?

Wieso muss er seine eigenen Komplexen ständig an mir auslassen, obwohl ich ihm bloß helfen will?

Und wieso will ich ihm helfen?

Wieso bin ich so ein Gutmensch,…?

„Tu nicht so, als ob du einschätzen könntest, was Pein will, oder nicht, ja! Du bist nichtmal ein Ninja, mh!“

„Aber genau so ein Mitglied von Akatsuki, wie du eines bist!“ , halte ich dagegen, stehe dann ebenfalls auf, auch, wenn ich mir nicht ganz sicher bin, ob das denn was bringt.

„Was, …?“

Ich nicke: „Pein hat mich zu einem Mitglied gemacht und zu deiner Partnerin, also tu nicht so, als wärst du der einzige Leidtragende, wir stecken da alle drin!“

„Bei Amaterasu, der Kerl ist echt verzweifelt, ja,…“ , überlegt Deidara laut, beginnt sich nachdenklich an einer Haarsträhne herum zu zuppeln.

„Wie,…?“ , möchte ich wissen, ziehe fragend die Brauen zusammen, obgleich ich mir die Antwort bereits denken kann.

„Na, offenbar scheinen ihm ja die Mitglieder auszugehen, ja, deswegen nimmt er alles, was er kriegen kann, mh.“ , murmelt Deidara nachdenklich und es ist mir, als würden sich kalte, spitze Nadeln, direkt durch meine Brust hindurch, mitten in mein Herz bohren.

Ich stehe einfach nur da, starre Deidara an und kann nicht glauben, was er da gerade sagt und wie hemmungslos er mich runtermacht, ohne sich dabei auch nur ansatzweise schlecht zu fühlen.

„Du brauchst nicht flennen, Genshi, ja, … aber denk doch mal nach.“ , brummt er, mit einem flüchtigen Blick in meine Richtung.

Erschrocken fahre ich mir über die Wangen und tatsächlich sind diese heiß und ganz feucht, einzelne Tränen treten, bei jedem Blinzeln, aus meinen Augen und meine Kehle ist staubtrocken und schmerzt.

Jetzt bin ich so weit gekommen, … habe gelernt meine Fähigkeiten, Fähigkeiten die sonst niemand sonst auf diesem Planeten hat, entsprechend ein zusetzten und zu benutzen und trotzdem hören manche Leute nicht auf, mich runtermachen und nieder bringen zu wollen.

Schlimmer noch, aus den eigenen Reihen, ist es doch der Mann, dem ich gleichzeitig am meisten vertraue.

Sofern man hierbei von Vertrauen sprechen kann.

Wieso, … wieso macht er das, …?

Wieso will er, dass ich mich so fühle…?!

Ich spüre. wie ich wütend werde, das erste Mal in meinem Leben, werde ich wütend, seit jenem Tag, jenem Tag im Bunker und gleichzeitig erschrecke ich mich, ehe mir klar wird, dass ich Deidara theoretisch genau so verrecken lassen könnte, wie die Dorfbewohner.

Wenn ich nur wollte,…

Der Blonde fährt mit seinem Monolog fort, doch ich höre ihm gar nicht richtig zu, wie weißes Rauschen ziehen seine verletzenden und unüberlegten Worte an mir vorbei, während sich in meinem Kopf ein Gedanke manifestiert: Du wirst schon sehen.

Du wirst schon sehe, alle werden sehen, mich all die Zeit dermaßen unterschätzt zu haben, meine Fähigkeiten nicht gewertschätzt, …

Und dann verfliegt mein Zorn mit einem Mal, als mir bewusst wird, dass ich plötzlich genau so klinge, wie Deidara vor wenigen Minuten noch.

Als käme ich zur Besinnung, blinzle ich dem Blonden ein paar mal entgegen und offenbar merkt auch er, dass etwas nicht stimmt, unterbricht seine Rede und hält kurz inne.

„Kannst du bitte damit aufhören, … „, beginne ich leise, kann mir nicht helfen, doch fließe die Tränen unaufhörlich aus meinen Augen und auf meiner Brust liegt eine unangenehme Schwere, die mir die Luft zum Atmen raubt.

„Kannst du bitte aufhören, deine eigenen Unsicherheiten und Komplexe darüber komprimieren zu wollen, mich schlechter zu machen?“ , möchte ich wissen und ich sehe, wie Deidara jegliche Gesichtszüge entgleiten.

Denn mit so etwas hat er nicht gerechnet, denn vermutlich fand es bislang jeder zu anstrengend, sich mit ihm hinreichend auseinander zu setzen und zu verstehen, warum er ist, wie er ist und dass das alles nur eine übergroße, mit Feuerwerkskörpern ausgeschmückte Show ist, die verhindern soll, dass irgendwer bemerkt, wie unsicher und verletzt er in Wahrheit ist.

Genau so, wie er sich hinter seiner Kunst versteckt, verstecke ich mich hinter meinem Schutzwall aus Atomen.

Wir sind beide vom gleichen Schlag.

„Ich weiß nicht, Deidara, was man dir angetan hat, wer dir all die Jahre eingeredet hat, dass du, oder deine Kunst wertlos wären, oder nicht gut genug, aber ich mach das nicht und nur, weil du jetzt jemanden gefunden hast, der von den Fähigkeiten noch nicht so weit ist wie du, heißt das nicht, dass du diesen jemanden genau so herablassend behandeln kannst, wie du behandelt worden bist.“

Ich schlucke, atme dann einmal zitternd ein und noch immer starrt Deidara mich an, unfähig auch dem auch nur irgendetwas entgegen zu bringen.

„Ich wollte dir nie was Böses, Deidara und das will ich immer noch nicht. Aber mich runter zu machen, um dich selber stärker und überlegen zu fühlen, das macht dich schwach.“ , stelle ich fest, blicke dem Blonden dann mutig entgegen, der unter dessen wieder zur Besinnung gefunden zu haben scheint und mich, mit leicht apathischer Miene mustert.

„Verschwinde,… mh.“, murmelt er nach einer Weile leise und beinah hätte ich ihn nicht verstanden.

„Was, …?“

„Ich hab gesagt, du sollst verschwinden, ja!“ , fährt er mich an, langt im nächste Moment nach dem Lehmklumpen auf dem Tisch und pfeffert ihn mir entgegen, während ich, vollkommen überrumpelt. ein par Schritte zurück stolpere.

„KATSU!“

Sofort sammeln sich um mich die Moleküle, ersticken die aufflammende Explosion, bevor sie zu großen Schaden anrichten könnte und völlig schockiert, starre ich Deidara an, der schwer atmend, in meine Richtung schaut.

In seinen Augen liegt der blanke Wahnsinn.

Noch immer klingelt es in meinen Ohren, von der plötzlichen Druckwelle und mir ist ganz heiß und schwindelig, von der übermäßigen Wärmefreisetzung.

Ich zittere am ganzen Körper, unaufhörlich rinnen die Tränen über meine Wangen und ich schniefe einmal auf, zucke zusammen, als Deidara sich einmal, schwer einatmend durch die Haare fährt und schließlich den Blick abwendet.

Im nächsten Moment stolpere ich aus dem Raum, mir ist so schwindelig und ich zittere so stark, vor meinen Augen tanzen bereits weiße Punkte.

Ich reiße die Tür auf, hechte in den dunklen Flur, kann, auf Grund der sich ändernden Lichtverhältnisse, im ersten Moment nicht sehen, ich fühle mich betäubt, blind und so, als könnte ich jeden Augenblick in eine Ohnmacht fallen.

Ein spitzer Schrei entflieht meiner Kehle, als ich plötzlich an den Schultern gepackt werde und ich versuche mich aus dem Griff zu befreien, winde mich weinend aus den Armen, doch wer auch immer das ist, er hält mich feste, nicht so, dass er mir weh tun könnte, gerade so, dass ich nicht entkommen kann.

„Genshi.“ , höre ich Itachis ruhige Stimme direkt neben meinem Ohr und langsam beruhige ich mich.

„Genshi, was ist passiert?“

Ich schüttle nur den Kopf, atme dann einmal hörbar ein, ehe ich beginne, in seinen Armen, hemmungslos zu weinen.
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