Blind: Revenge

GeschichteDrama, Suspense / P18
03.01.2019
20.04.2019
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Mit einer schnellen, harten Bewegung schoss seine Hand abermals in ihre Haare. Er beugte sich über sie, und ganz automatisch biss sie erneut die Zähne zusammen. Doch als seine Zunge jetzt auffordernd und langsam über ihre Unterlippe strich, zwang sie sich, ihm Einlass zu gewähren. Nicht noch einmal diese Schmerzen. Was auch immer diese kranke Scheiße hier sollte, nicht noch einmal diese Schmerzen.
Mit aller Macht versuchte sie, sich auszublenden, ihre Gedanken auf etwas anderes zu konzentrieren, während seine Lippen sich mit Gewalt auf die ihren pressten und seine Zunge ihren Mund vereinnahmte, als sei sie sein Besitz.
Mit beiden Händen umfasste er ihr Gesicht, strich ihr die Haare aus der Stirn und zog sich schließlich ein Stück zurück, um sie ansehen zu können.
»Das war gut. Ich glaube, wir passen zusammen.«
Noch immer registrierte ihr Gehirn seine unbestreitbare Attraktivität, als er sie jetzt angrinste, als habe er sich nur einen etwas gewagten Scherz erlaubt.
Dann veränderte sich sein Gesichtsausdruck, ein Schatten legte sich darüber. Diesen Blick kannte sie, sie kannte ihn von ihrem Vater, und automatisch wappnete Amy sich gegen weitere Schmerzen.
Mit einer Hand öffnete der Mann beinahe nachlässig den Knopf ihrer Jeans, ohne dabei den Blick von ihr zu wenden, und obwohl Amy damit gerechnet hatte, obwohl sie die ganze Zeit darauf gewartet hatte, verursachte der Schock ihr Übelkeit.
»Nicht.«
Dieses einzelne Wort war so schwach wie ihr drogenbetäubter Körper, richtete nichts, gar nichts dagegen aus, dass er jetzt den Reißverschluss ihrer Hose herunterzog und mit seiner warmen Hand zwischen ihre Beine glitt.
»Es wird dir gefallen. Ich werde mir Mühe geben.«
Er senkte den Kopf, langsam, und sein Mund auf ihrem drängte das Stöhnen zurück, das in ihr aufstieg, als seine Finger sich jetzt an ihrem Oberschenkel entlang unter den Bund ihres Slips schoben und in einer einzigen Bewegung in sie eindrangen. Entsetzt spannte sie sich an.
»Schhhhht«, murmelte er gegen ihre Lippen. »Es kann schön werden, sei einfach locker.«
Tiefer schoben sich seine Finger in ihr Innerstes und bereiteten Schmerz. Amy biss sich auf die Unterlippe und schmeckte Blut, diesmal ihr eigenes. »Hören Sie auf«, brachte sie hervor, und tatsächlich ließ der Mann von ihr ab, seine Hände verschwanden von ihrem Körper, doch nur für einige Sekunden.
Er begann, sie zu entkleiden.
»Es wäre natürlich anregender, du könntest das selbst übernehmen«, erklärte er in heiterem Ton, als würde er über ganz alltägliche Dinge reden. »Aber bis du dich wieder bewegen kannst, werden noch Stunden vergehen, und ich schätze, so lang wollen wir beide nicht warten, oder?«
Er hatte ihr die Jacke von den Schultern gestreift und zog als nächstes ihr dünnes Top über ihren Kopf. Kurz hatte sie ihr eigenes Parfum in der Nase, ihre betäubten Arme verhakten sich und sie konnte fühlen, wie er behutsam ihren Ellbogen in die richtige Position schob.
»Vielleicht ist es falsch«, hörte sie ihn sagen, während er die Träger ihres BHs von ihren Schultern schob und seine Hand unter ihren Rücken glitt, um geschickt den Verschluss zu öffnen. Kurz musterte er ihre Brüste, dann zog er ihr die Jeans von den Beinen. Ihre hohen Schuhe waren offenbar schon früher von ihren Füßen gerutscht. »Aber wie könnte es?« Einen Moment lang hielt er inne. »Wie könnte es?«, wandte er sich direkt an sie, als müsse sie ihm die Erlaubnis geben, in seinem Tun fortfahren zu dürfen.
»Tun Sie das …«, flüsterte sie und zwang die Tränen zurück. »Tun Sie das nicht.«
Nachdenklich sah er sie an, dann krallten sich seine Finger in ihren dünnen Slip, und beinahe nachlässig riss er ihr das letzte Stück Stoff vom Körper.
Nackt.
Nackt auf dieser schmutzigen Matratze zu liegen und nichts gegen die Blicke tun zu können, nichts gegen die Hand, mit der er ihre Beine noch weiter auseinanderschob, nichts gegen die Finger, die sich unmittelbar darauf wieder in sie bohrten.
»Sag, dass es dir gefällt.« Er musterte ihr Gesicht, während er unbarmherzig mit harten Bewegungen tiefer in sie eindrang. »Sag, dass du es magst.«
Als sie nichts erwiderte, sondern nur verbissen den Schrei unterdrückte, der aus ihrer Kehle wollte, presste er mit einem Ruck seine Hand so tief zwischen ihre Beine, dass sie ein Wimmern nicht verhindern konnte.
»Sag, dass es dir gefällt.« Seine Stimme war wie Samt. »Sag es, und ich werde vorsichtiger sein.«
»Hören Sie auf, Sie krankes Arschloch!«
Damit, dass er tatsächlich aufhören, dass seine Hand sich zurückziehen würde, hatte sie selbst nicht gerechnet, doch er wich zurück, machte es sich im Schneidersitz neben ihr bequem und musterte sie. Das Kinn auf eine Hand gestützt, die Augenbrauen zusammengezogen, sah er sie an, als sei sie eine Art erstaunliches Insekt.
Amy schloss die Augen. Was sollte das alles hier? Warum passierte das ausgerechnet ihr, woher kannte er ihren Namen? Wer war das, verfickte Scheiße nochmal? Ihr Verstand stürzte sich auf diese Fragen, um den nur Sekunden zurückliegenden Moment verdrängen zu dürfen, diesen grauenvollen Moment, in dem er sie benutzt hatte, wie eine Puppe. Das hier war etwas anderes als ein typischer K.O.-Tropfen-Fick, aber was …
Ein Geräusch ließ sie die Augen wieder öffnen. Der Mann hatte sich aufgerichtet.
»In etwa zwei Stunden kannst du dich wieder bewegen. Deine Kleider lasse ich dir da. Das ist nett von mir, und es liegt bei dir, wie nett ich gelegentlich sein werde. Du kannst dir die nächsten Tage schwer oder weniger schwer machen – aber hier etwas zum Nachdenken: Ich werde dich töten.«
Das Interesse, ein Abglanz schwacher Neugier, das eben noch auf seinem Gesicht gelegen hatte, war verschwunden. Jetzt sah er kalt, distanziert, abweisend aus, und als er endlich aus ihrem Blickfeld verschwand, als ihr angelernter Trotz sie nicht mehr zwang, seinen Blick zu erwidern, schloss sie ein weiteres Mal die Augen.
Seine weichen Sohlen verursachten kaum ein Geräusch, im Gegensatz zur Tür, die hallend ins Schloss fiel . Sekunden später war sie allein, wirklich allein, und in ihrem Hirn begann es zu arbeiten.
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