The way you walked in

von AnjaAve
KurzgeschichteAllgemein / P12 Slash
HIM
03.01.2019
15.01.2019
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Liebe Leser,

das ist nun schon der Schluss dieser Kurzgeschichte.
Ich würde mich wirklich sehr freuen, am Ende doch noch ein Bisschen Feedback von euch zu bekommen...
Lasst mir doch einfach ein paar eurer Gedanken zu diesem Text da :)

Liebe Grüße,
eure Anja
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Während ‚Jeremiah Peacekeeper‘ habe ich fast die ganze Zeit über meine Augen geschlossen, verliere mich komplett in den Harmonien, die an mein Ohr dringen und sich perfekt um meine Stimme schmiegen.
Als ich anschließend wieder zu mir komme, brauche ich einen Moment, um wieder im Hier und Jetzt anzukommen. Lauter Applaus gespickt mit einigen Jubelrufen ertönt und ich stehe auf, nehme meine normale Bühnenposition wieder ein. Kurz will ich zu Ville schauen, ehe der nächste Song beginnt, doch er steht nicht mehr dort, wo er zuvor noch stand. Verwirrt runzle ich die Stirn, suche den gesamten Bereich direkt vor der Bühne ab, doch ich finde ihn nicht mehr.
„Alles okay?“, fragt Ollie mich stumm und ich reiße mich zusammen, nicke und gemeinsam starten wir den nächsten Song.
Den Rest des Konzerts bin ich nicht mehr so recht bei der Sache. Immer wieder schaue ich, ob er wieder an seinem Platz auftaucht. Ich stolpere auch noch einige Male über die Teppiche, was mir immer wieder ein paar Lacher aus dem Publikum beschert.
Als wir schließlich die Bühne verlassen, bin ich nicht sonderlich gut gelaunt. Stirnrunzelnd schauen mich die anderen an. Normal bin ich immer total aufgekratzt und vor allem glücklich, wenn die Show zu Ende geht, da ich weiß, wie viele Fans wir mit unserem Auftritt glücklich gemacht haben. Außerdem beschert mir das Adrenalin, welches mein Körper im Eifer des Gefechts auf der Bühne ausschüttet, oft eine Art Rausch, der meist noch einige Stunden anhält.
Heute ist davon allerdings nichts zu spüren. Schweigend schließe ich mich meinen Bandkollegen an, die sich auf den Weg zur Garderobe zurück fröhlich unterhalten. Zu allem Überfluss spüre ich nun auch schon die Halsschmerzen kommen. Schnell schiebe ich mir einen weiteren Halsbonbon in den Mund und wickle mir mein Tuch wieder um den Hals.
„Er musste sicher nur weg, um sich auf seinen eigenen Auftritt vorzubereiten“, bevor ich durch die offene Tür in unsere Garderobe eintreten kann, hält mich Ollie zurück. Mein Blick trifft seinen. Er hat mich genau durchschaut. Natürlich. Das ist schließlich Ollie, von dem wir hier reden. Ihm konnte ich noch nie etwas vormachen.
„Sicher“, seufze ich, zwinge mich zu einem Lächeln und gemeinsam sind wir die letzten, die den Raum betreten und er schließt die Tür hinter sich.
„Was sagt ihr, Jungs? Zusammenpacken und dann nix wie ins Hotel, oder? Ich will nur sehr ungern hier duschen…“, meint Jaska und reibt sich mit einem Handtuch den Schweiß etwas aus den Haaren. Es war wirklich sehr warm auf der Bühne, aber das sind wir ja nicht anders gewohnt. Trotzdem. Nach so einer langen Studiopause ist man nicht mehr so gut drauf eingerichtet.
„Ja, ne. Diese Gemeinschaftsduschen hier würde ich auch gerne umgehen“, stimmt Jari ihm sofort zu und ohne weitere Diskussionen fangen alle, bis auf Ollie und mir mit Packen an.
„Du kannst ja noch länger hier bleiben und dir den Gig ansehen, wenn du willst“, meint Ollie, drückt meine Schulter sanft und sucht sich dann ebenfalls ein Handtuch, um sich den gröbsten Schweiß vom Kopf zu entfernen.
Schweigend beobachte ich ihn. Er hat schon Recht. Ich will mir den Auftritt von HIM eigentlich nicht entgehen lassen. Und vielleicht habe ich ja auch nochmal die Möglichkeit, wenigstens kurz mit Ville zu reden. Nur was ich ihm dann sagen will, weiß ich auf jeden Fall nicht.
Ich meine, unser Treffen scheint nicht nur mich ziemlich mitgenommen zu haben. Aber werden wir nach diesem Abend überhaupt nochmal miteinander reden?
„Hey, Mark. Meintest du nicht, du hättest keinen Nagellack dabei?“, ich schaue mich um und entdecke Jaska, der mich fragend anschaut. Bestätigend nicke ich und lasse mich auf einen Stuhl sinken, der an der Wand steht. Es ist einer der wenigen, die nicht mit irgendwelchen Taschen oder Jacken belegt sind.
„Wie wär’s mit dem hier?“, fragt er und steht grinsend vor mir, hält mir ein kleines Glasfläschchen entgegen. Verwirrt nehme ich es ihm aus der Hand. Es handelt sich tatsächlich um schwarzen Nagellack. Aber nicht um meinen. Meine Flasche ist anders geformt.
Da fällt mir das kleine Zettelchen auf, welches an die Unterseite geklebt wurde. Mein Herz beginnt leicht sich zu überschlagen, während ich die Flasche vorsichtig umdrehe. In schöner Schrift steht dort eine Handynummer und ein verschnörkeltes „V“. Ungläubig fahre ich mit dem Finger darüber, ehe ich breit zu grinsen beginne.
„Macht’s gut Jungs. Ich bleibe noch hier… wartet nicht auf mich“, sage ich und schon bin ich aus der Garderobe verschwunden. An der Tür drehe ich mich kurz nochmal um. Alle schauen mich überrascht an, nur Ollie weiß genau, was los ist und lächelt mich wissend an. Ich lächle zurück, dann mache ich mich auf den direkten Weg zurück zur Bühne. Als ich dort ankomme, gehen gerade die Lichter aus, um die richtige Atmosphäre für den Start des Auftritts von HIM zu schaffen.
Ich stelle mich in etwa an die gleiche Stelle, an der er vorhin stand und mein Bauch kribbelt leicht vor Vorfreude, ihn gleich singen zu sehen und zu hören!
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