Abgetaucht

von NoMuggle
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Blaise Zabini Draco Malfoy Harry Potter Hermine Granger Ronald "Ron" Weasley
03.01.2019
05.05.2019
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Hellou!
Wie immer ein genz dickes Dankeschön vorab, für all die leiben Nachrichten und Reviews! Ihr seid wirklich toll :D
Ich bin gespannt, was ihr zum nächsten Kapitel sagt. Jetzt aber erst mal viel Spaß beim Lesen ;)






6. Der Umzug


Es waren einige Wochen vergangen, seit Draco sich mit seinem Vater gestritten hatte, und seitdem hatten die beiden Kein Wort mehr miteinander gesprochen. Dafür hatte er einige intensive Gespräche mit seiner Mutter geführt. Sie hatte ihm versichert, dass sie ihn liebte, auch wenn sie seine „Neigung“ nicht nachvollziehen konnte. Trotzdem war das Verhältnis zu ihnen mehr als nur angespannt. Die meiste Zeit verbrachte er außerhalb des Manors, was angesichts der Tatsache, dass er erst um 18:00 Uhr im „Lily’s“ sein musste, und es inzwischen rapide auf Winter zuging, nicht ganz einfach war.

 Meistens war er zu früh auf der Arbeit und wartete noch vor der Tür. Oder er verabredete sich mit Blaise. So wie an diesem Nachmittag.
„Und? Wie siehts mit deiner Wohnungssuche aus?“ frage der dunkelhaarige Slytherin. „Ganz gut. Ich hab mit letzte Woche eine angeguckt. Das Problem ist, dass sie meisten alle möglichen Unterlagen wollen. Da musste ich jetzt ein bisschen tricksen. Aber ich denke, dass es klappen könnte“ „Nice“ meinte Blaise. „Sag bescheid, wenn du sie hast. Dann komme ich dich besuchen!“ „Ja mach ich“ „Wie seihts eigentlich mit den Männern aus?“ wechselte Blaise das Thema.
„Gar nicht“ meinte Draco kühl. „Wie gar nicht?“ „Naja. Ich treffe mich mit keinem, ich bin an keinem besonders interessiert, und ich weiß auch nicht…. Warte mal.“ Draco wollte gerade klagen, dass er überhaupt nicht wusste, wo er jemanden finden sollte, der an einer, nennen wir es Interaktion, mit ihm interessiert wäre. Aber das stimmte nicht. Es gab so einen Ort. Harry hatte ihn darauf hingewiesen. In dieser Straße, in der sie waren, als Er sie in einen Club mitgenommen hatte, hatte er auf ein Schild gezeigt, und gesagt, das sein ein Schwulenclub.

„Was?“ fragte Blaise nach, als Draco nachdenklich durch sein Zimmer gestarrt hatte. „Es gibt einen Schwulenclub“ „Na dann guck dich da doch mal um“ meinte Blaise aufmunternd. Doch Draco zögerte. „Ich war noch nie in sowas…“ meinte er unsicher. „Es gibt immer ein erstes Mal“ sagte Blaise, und lächelte ihm weiterhin aufmunternd zu.
Draco war seinem besten Freund unfassbar dankbar, dass er dieses Thema so locker nahm. Schließlich hatte er keinen, mit dem er ansonsten darüber reden konnte. Außerdem waren sie beide ziemlich große Quasselstrippen. Wenn sie dann mal dabei waren, sodass sie meistens Stunden auf Blaise‘ Sofa verbrachten.

Als Draco schließlich ging, war es schon so spät, dass er sich direkt auf den Weg zum „Lily’s“ machte. Er öffnete die Tür, Harry war offenbar schon da, und rief „bin da!“ Als er plötzlich aufgebrachte Stimmen hörte.
„Ich habe dir gesagt, dass du mich in Ruhe lassen sollst. Und dass du hier nichts zu suchen hast. Also verschwinde, und bleib weg. Ich hab dir gesagt, dass egal ob ich dir verzeihe oder nicht, die Sache vorbei ist“
Plötzlich kam ein junger Mann dir Treppe hoch, und rauschte hinter der Theke hervor. „Du bist echt ne Lusche, Harry“ Der Typ rauschte an Draco vorbei, und verließ den Laden. Als Harry aus dem Lager hervor kam, sah er ziemlich zerstreut aus.
„Wer..“ setzte Draco zu seiner Frage an. Doch Harry unterbrach ihn „Niemand“ „Ok… Ich… Alles Ok bei dir?“ Harry hatte gerade angefangen Gläser zu sortieren, als ihm eins aus den Fingern glitt. Zerstreut sah er ihn an. Er sah so aus, als wolle er etwas sagen, dich kein Wort kam ihm über die Lippen. „Ok. Ich weiß nicht, ob du einfach nicht drüber reden willst, oder was los ist, aber du siehst ziemlich fertig aus. Es ist Mittwoch. Also bleibt es vermutlich leer. Geh nach Hause und mach dir einen Tee.“ Meinte Draco und sah ihn mitleidig an.
„Nein. Ich bleibe hier“
„Harry. Du bist völlig fertig. Geh nach Hause“
„NEIN!“
„Harry!“
„Sag mir nicht, was ich zu tun oder zu lassen habe!“ brüllte der Schwarzhaarige.
„Du kannst so nicht arbeiten! Du bist völlig zerstreut! Beruhig dich halt erst einmal“
„Ich werde mich sicher nicht beruhigen!“ brüllte Harry. „Ich rege mich in meiner Kneipe auf, so viel ich will“
„Du bist so ein jähzorniger, beschissener Choleriker, dass du nicht merkst, was noch geht, und was nicht!“
„Halt den Mund!“ brüllte Harry. „Halt deinen Verdammten Mund! Du beschissener Besserwisser!“
„Du gehst jetzt und beruhigst dich! Ich arbeite heute alleine!“
„Nichts wirst du tun! Das ist meine Kneipe Und ich mache hier, was ich will!“
„Das wirst du sicher nicht tun“ in einer Millisekunde zückte Draco seinen Zauberstab „Petrifficus Totalus“ Doch Harry wehrte ihn ab. „HAST DU MICH GERADE ANGEGRIFFEN??? DU SCHEIß ARSCHLCOH!“ Doch Draco ließ nicht locker. Er schoss einen ganzkörperklammer-Fluch nach dem anderen auf Harry, bis dieser so zornig und aufgelöst war, dass er nicht mehr richtig ausweichen konnte, und Draco traf.
Harrys Körper schnappte zusammen und er fiel wie in Zeitlupe Richtung Boden. Draco machte drei große Schritte, und fing ihn auf, bevor er hinfiel. Dann brachte er ihn in den kleinen Raum zwischen Lager und Theke, und lehnte ihn an die Wand.

Draco erkannte den Zorn in Harrys Augen, doch er selbst war wieder ruhig.
„So. jetzt hör mir zu. Ich weiß nicht, wer dieser Kerl war, oder warum du dich mit ihm gestritten hast. Ich weiß auch nicht, ob er dir unrecht getan hat, oder du ihm. Aber kein Mensch der Welt ist es Wert, dass du dich dermaßen von ihm aus der Bahn werfen lässt. Ich werde dich jetzt hier stehen lassen, bis du dich beruhigt hast. Ich mache den Laden auf, und gebe dir ein bisschen Zeit dich zu beruhigen. Entweder es geht dir danach besser, oder schlechter. Dann kannst du arbeiten, oder du apparierst nach Hause.“ Mit diesen Worten ging er.    

Draco wusste, dass er Harry mit dieser Aktion eher unrecht tat. Dass er eigentlich eine Grenze überschritten hatte. Er wusste, dass es sehr bevormundend war. Aber diese Bar würde in vier Minuten aufmachen, und Draco hatte keine andere Möglichkeit gesehen, um ihn ruhig zu stellen.  Zumindest nicht im Eifer des Gefechts.

Er machte die letzten Vorbereitungen, und schloss dann auf. Es kamen ein paar Gäste, die Draco bediente. In einer kurzen Pause ging er dann aber wieder nach hinten, und kümmerte sich um Harry „Ich weiß, dass das eine ziemlich überstürzte Reaktion, und dir gegenüber nicht fair war. Aber ich bitte dich, mich nicht zu erwürgen, wenn du dich wieder bewegen kannst. Ok?“ mit diesen Worten löste er die Ganzkörperklammer von Harry.
„Du weißt, dass ich dich dafür raus schmeißen könnte?“ sagte Harry.
„Ja“ meinte Draco. „Aber jetzt hast du dich beruhigt. Willst du drüber reden?“
„Vielleicht wann anders“
„warum hat dich das so aus der Bahn geworfen?“
„Da ist was vorgefallen, was mich ziemlich mitgenommen hat, und ich wollte damit abschließen. Und jetzt stand er plötzlich da, und..“ Harry brach ab. „Schon gut“ meinte Draco. „Willst du hier bleiben?“ Harry nickte.

Für einen Mittwoch wurde es an diesem Abend ungewöhnlich voll. Doch Draco ließ Harry einfach die Getränke fertig machen, und kümmerte sich um den Rest. Er brachte die Getränke, kassierte und behielt den Überblick.
Als es schließlich leerer wurde, und die letzten Gäste bezahlten, kam Harry nochmal auf Draco zu.
„Danke“ sagte er.
„Passt schon.“ Meinte Draco.  Harry wischte sich mit der Hand übers Gesicht. Draco wischte den letzten Tisch ab, und machte den Kassensturz. Dabei entging ihm aber nicht, dass Harry auf einen der Hocker geplumpst war, und immer noch ziemlich durch den Wind war. Also ging er zu ihm rüber. „Komm mit. Ich bring dich nach Hause!“ Er packte Harry am Arm, und apparierte mit ihm zu seiner Wohnung.
„Danke“ meinte Harry nochmal, und umarmte Draco plötzlich. Dieser legte etwas verunsichert einen Arm um ihn und flüsterte „immer doch“
Es dauerte eine ganze Weile, bis sich Harry wieder von ihm löste. „Kommst du zurecht?“ fragte Draco ihn ernst. Harry zuckte daraufhin nur mit den Achseln. „Muss ja“
„Los mach die Tür auf“ sagte Draco. Harry sah ihn darauf hin verwirrt an. „Mach auf. Ich koch uns nen Tee, und dann reden wir über was anderes, bis du schläfst“ Harry sah ihn jetzt nur noch verwirrter an. „Aber…“ „Los. Mach“ Er lächelte den Schwarzhaarigen an.
Warum Draco das gerade machte, wusste er auch nicht so genau. Aber immerhin hatte er selbst auch nicht den Drang, alleine in seinem Zimmer zu sitzen. Oder überhaupt ins Manor zu kommen.
Also schloss Harry auf. Sie legten ihre Jacken ab, Draco kochte ihnen Tee, und Harry zog sich etwas gemütliches an. Eine Viertelstunde später fanden sie sich auf Harrys Sofa wieder. „Wie läufts eigentlich mit deiner Wohnungssuche“ wollte Harry wissen. „Gut.“ Meinte Draco. „Ich hab morgen Nachmittag einen Termin. Ich hab mir die Wohnung schon mal angeguckt, und Treffe mich noch mal mit dem Vermieter. Sieht also ganz gut aus“ erkläre er.
Sie redeten noch eine ganze Weile über Dracos Wohnung, und seine Pläne, wie er von da an weiter machen wollte. Harry erzählte von seiner ersten eigenen Wohnung, und warum er nicht im Haus von Sirius wohnte. Von da aus rutschten sie von Thema zu Thema. Sie redeten über ihre Freunde und Familien. Wie viel Kontakt sie noch zu wem hatten, und wie es ihnen damit ging.
Als es schließlich vier Uhr morgens war, saßen sie nur noch nebeneinander und schwiegen. Harry starrte ins Leere, und Draco starrte Harry an. „Willst du schlafen?“ fragte Draco schließlich. Harry nickte. Er ging sich die Zähne putzen, zog sich aus, und legte sich ins Bett. Und Draco legte sich neben ihn. „Danke“ flüsterte Harry noch einmal, bevor er sich einkuschelte , und langsam einschlief. Draco überlegte kurz, was er machen sollte, entschied sich aber am Ende dazu, nach Hause zu gehen.

Dracos Termin mit dem Vermieter war unerwartet erfreulich. Dieser schein davon ausgegangen zu sein, dass sie die Sache quasi schon abgemacht hatten, und hatte keine Besichtigungen mehr durchgeführt. Und den Vertrag hatte er auch schon mitgebracht. Sie guckten sich die Wohnung noch einmal gemeinsam an, und auch wenn er nur die Hälfte verstand, unterschrieben sie am Ende des Treffens den Vertrag.

Freudestrahlend erreichte Draco an diesem Abend das „Lily’s“. „Ich hab eine Wohnung!“ reif er begeistert. „Echt?“ meinte Harry, und strahlte ihn an. Draco nickte eifrig.
Und von da an ging plötzlich alles ganz schnell. Er packte zu Hause seine Kleidung ein, nahm einige Bücher mit, und überlegte sich, was er mit seinen Möbeln machen wollte. Am Schluss entschied er sich, mit seinem alten zu Hause abzuschließen, und ganz einfache Möbel zu kaufen, die er dann ein bisschen aufpeppte.
Anfang Dezember bekam er dann seinen Schlüssel, und plötzlich stand er in einer völlig leeren Wohnung da. Also apparierte er nach Hause, zauberte seine Koffer klein, und machte sich mit seinem Gepäck auf den Weg. Er wollte gerade seine Kleidung sortieren, als er merkte, dass er keinen Schrank hatte. Er hatte auch kein Bett, Sofa, keine Handtücher, kein Toilettenpapier, und keinen Teller…
Draco schnaufte, zog sich seine Jacke wieder an, und apparierte zu Blaise.
„Hi“ begrüßte dieser ihn, als er Draco sah. Draco sah ihn erschrocken an. „Was ist denn?“ „Ich habe gerade gemerkt, dass ich zum falschen appariert bin…“ sagte Draco. Blaise runzelte die Stirn. „Warum? Zu wem wolltest du denn?“
„Tja. Das ist eine etwas längere Geschichte. Erzähl ich dir wann anders. Aber du kannst dich im Muggle-London natürlich nicht so gut aus.“
Sie standen sich gegenüber.
„Willst du nächste Woche zu mir kommen? Am Sonntag? Anstoßen auf die Wohnung?“
„Klar!“ meinte Blaise.
Und schon war Draco wieder verschwunden. Er materialisierte sich vor Harrys Tür und klingelte. Es blieb kurz ruhig, und dann öffnete Harry die Tür. „Was machst du denn hier?“ fragte er.
„Ja. Ähm... ich glaube… Ich brauche deine Hilfe“ sagte er.
Harry sah ihn überrascht an. „Wobei?“
„Naja. Also ich hab jetzt Kleidung, und Bücher, und einen Schlüssel. Aber ansonsten ist meine Wohnung ziemlich leer. Und ich dachte vielleicht weißt du, wo man, naja Möbel und sowas herbekommt“ Harry lachte.
„Klar weiß ich das“
Harry erklärte Draco, dass er noch ein bisschen was zu tun hatte, dass sie sich aber einfach in einer Stunde wieder bei ihm treffen konnten. Und genau das taten sie dann. Zuerst apparierten sie zu Gringotts, wo Draco etwas Geld tauschte, und dann auf sein Muggelkonto einzahlte. Danach machten sie sich auf den Weg. Draco kaufte erst einmal die Basis-Dinge. Ein einfaches Bett, einen Schrank, einen Jacken ständer, ein kleines Sofa, zwei Handtücher, zwei Teller, eine Runde besteck, einen Topf und eine Pfanne, und Lebensmittel, um seinen Kühlschrank zu befüllen.

Als er an diesem Abend auf seinem Sofa saß war die Wohnung zwar noch lange nicht so, wie er es sich wünschte, aber es war seine eigene Wohnung! Nur ein Problem hatte er noch. In seinem Kühlschrank waren zwar Tomaten, Toastbrot und Milch, aber er hatte keinen Schimmer, wie er daraus etwas zu essen machen sollte….
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