Abgetaucht

von NoMuggle
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
03.01.2019
18.01.2019
8
16575
7
Alle
19 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
Hellou :D
Es gibt ein neues Kapitel :D
Ein ganz dickes Dankeschön an euch, für das positive feedback zu meiner Geschichte. Das freut mich echt sehr!
Ich möchte nur noch kurz dazu sagen, dass ich absolut gegen Homophobie bin (was man vielleicht daran merkt, dass ich eine FF mit einem gleichgeschlechtlichen Paar schreibe) Wenn ich irgendwelche, nennen wir sie: unpassenden Worte benutze, dann nur aus einer Figur heraus, und nicht weil das Meine Meinung ist. Wollte das  nur kurz klären. Nicht, dass es jemand falsch versteht :*
Wie immer würde ich mich auch bei diesem Kapitel über ein Review freuen :D
Jetzt aber viel Spaß :)






5. Das Outing


„Warst du eigentlich schon mal in einem Club?“ fragte Harry, und grinste ihn breit an. „In einem was?“ fragte Draco, der noch nie von so etwas gehört hatte.
„Einem Club!“ meinte Harry. „Wir müssen unbedingt in einen Club!“
„Ähmm. OK“ machte Draco, nicht wissend, worauf er sich da überhaupt einließ.
Harry grinste, stellte die Flasche und die Gläser weg, machte die Lichter aus, und schloss die Tür hinter ihnen ab, als sie raus gingen.

„Es gibt ganz verschiedene Arten von Clubs. Sie unterscheiden sich größtenteils durch ihre Musikauswahl. Aber da musst du einfach raus finden, was dir am besten gefällt.“ Er machte eine kurze Pause. „Es gibt aber zum Beispiel auch Szene-Clubs. Komm mit“ er hielt Draco seinen Arm hin, der, vom Alkohol motiviert, danach Griff.

Im nächsten Moment fanden sich die beiden in einer dunklen Gasse wieder.
Harry führte Draco an durch die Gasse zu der Hauptstraße. Während sie liefen, zeigte Harry auf verschiedenen Läden, und erzählte etwas zu ihnen. „Da vorne gibt es den besten Sex on the Beach“ sagte er. „bitte was?“  fragte Draco schockiert. Harry lachte. „Das ist der Name eines Cocktails. Wie dem auch sei. Das da vorne, mit dem Schwarzen Schild, das ist ein Schwulen-Club. Und hier auf unserer Seite, das da, da ist oft Poledance. Wir gehen hier rein“ Und er bugsierte Draco in einen kleinen Laden.

Drinnen war es furchtbar voll und Laut. Harry packte Draco am Arm, damit sie sich nicht verloren, und führte ihn bis zur Bar. Dort bestellte er ihnen zwei Cocktails, die Draco nicht kannte, weil sie sie nicht auf ihrer Karte hatten. Aber es war ihm auch egal, wie das zeug hieß. Es war verdammt lecker.
Sie tranken, und schoben sich dabei in Richtung der Tanzfläche. Die Art von Musik, die hier lief, war Draco völlig fremd. Und offenbar sah man es ihm an, denn Harry lacht, und sagte „Mach dich locker, Malfoy!“ Und so begann Draco langsam, sich zum donnernden Beat zu bewegen. Harry nahm einen weiteren Schluck von seinem Getränk, und grinste Draco an. Der kam sich immer noch ziemlich unbeholfen vor. Aber der Alkohol schob sein Gehirn immer weiter in den Hintergrund.
Er wurde im Laufe der Zeit immer lockerer, und das Tanzen machte ihm plötzlich richtig Spaß. Es war heiß und stickig. Die Luft war völlig verbraucht, und ständig wurde er von jemandem angerempelt. Aber das war ihm inzwischen egal. Irgendwann meldete sich sein Körper dann doch. Er musste Mal.

Zuerst versuchte er Harry zu Gestikulieren, dass er auf die Toilette müsse. Aber das klappte nicht. Also rief er ihm entgegen, dass er mal müsse. Doch davon kam nur die Hälfte bei Harry an „Du musst was?“ rief dieser gegen die Musik an. Draco verdrehte die Augen. Dann rief er „Pissen!“ Harry sah ihn erstaunt an. „Gute Idee!“ Und er zog ihn mit sich.
Sie schlängelten sich durch die Massen, bis sie die Toilette erreichten. Eine Reihe von Pissoires hing an der Wand, wohl gemerkt ohne Sichtschutz. In einer der Kabinen hörte er es würgen. Ok. Da würde er also nicht rein gehen. Er stellte sich an eins der Pissoires. Harry stellte sich neben ihn. Draco versuchte krampfhaft, nicht runter zu gucken. „Findest du diese Situation nicht absurd?“ fragte er Harry. Dieser grinste „Ich bin betrunken.“ „Und?“ „Da fallen die Hemmungen“ er zwinkerte Draco zu.
Draco schluckte. Er machte einen Reisverschluss zu und ging sich die Hände waschen. „Hättest du das vor zwei Jahren für möglich gehalten?“  Harry gluckste nur. „Ich mache heute vieles, dass ich vor zwei Jahren für unmöglich oder völlig absurd gehalten habe. Also da ist neben dir stehen und pinkeln nicht so aufregend“ Er grinste wieder.

Die Stunden vergingen, und irgendwann fanden sich die Beiden draußen vor der Tür wieder, um frische Luft zu schnappen. „Wie spät ist es eigentlich?“ fragte Draco.  „Halb fünf“ meinte Harry leicht schwankend. Draco blinzelte. „Scheiße“ Harry lachte bitter auf. „Was denn? Warst du noch nie bis halb fünf weg?“ „Das meine ich nicht.“ „Sondern“ „Ich bin nicht sicher, ob ich so nach Hause apparieren kann. Ohne zu zersplintern. Und das Manor ist nicht an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden. Überraschenderweise…“
„Meine Wohnung ist 20 Minuten zu Fuß von hier weg. Du kannst auch auf meinem Sofa pennen, und morgen nach Hause apparieren“
Draco überlegte kurz.
„Das ist völlig absurd“ sagte er wieder und schüttelte den Kopf.
„So ist das Leben“
Und sie machten sich auf den Weg.

„Wie viel Schulde ich dir eigentlich?“ fragte Draco irgendwann.
Harry zuckte die Achseln. „Keine Ahnung. Der im Club geht auf mich. Als Friedensangebot. Und die bei uns, muss ich genauer ausrechnen.“
„Du lädst mich ein?“ fragte Draco überrascht. „Ja. Hab ich doch grade gesagt.“
„Ähm.. Danke“ „Jo. Passt schon. Wir müssen hier lang“ meinte Harry, und bog um eine Ecke.
Als sie Harrys Wohnung erreichten, färbte sich der Himmel schon rosa, und der nahende Sonnenaufgang war zu erahnen. Die Wohnung, in der Harry wohnte, war nicht besonders groß, aber gemütlich eingerichtet. Er hatte ein Schlafzimmer, ein kleines Wohnzimmer, und ein Bad mit Fenster. Draco sah sich um.
„Du kannst auf dem Sofa schlafen“ sagte Harry, zückte seinen Zauberstab, und verwandelte es in ein kleines, aber sehr einladend aussehendes Bett. „Dann schlaf gut“ meinte Harry, und ging.

Draco überlegte einen Moment, was er jetzt machen sollte. Er endschied sich am Ende dafür, nur in Boxers zu schlafen, damit er seine Kleidung morgen nochmal anziehen konnte, wenn er nach Hause ging.
Also zog er sich aus, legte seine Kleidung neben das Bett, und legte sich hinein. Das Bett schwankte ein bisschen, als er sich auf den Rücken drehte. Na großartig. So betrunken war er das letzte Mal bei Blaise‘ 18. Geburtstag gewesen…

Draco erwachte durch ein Scheppern. Er öffnete die Augen. Sonnenlicht blendete ihn. Er musste sich kurz orientieren. Sein Kopf dröhnte, und einen Moment lang wusste er nicht, wo er war. Doch dann kam die Erinnerung zurück. Er blinzelte ein paar Mal. Dann erkannte er Harry, und sein Mund klappte auf.
 Harry stand nur in Unterhose da, und hatte sich gegen die Arbeitsplatte seiner Küche gelehnt. In der Hand hielt er eine Tasse mit, so wie Draco vermutetet, Kaffee. Er beobachtete Draco offenbar. Und dieser konnte einen kurzen Moment nicht anders, als zurück starren. Wie Draco schon vermutet hatte, war Harrys Oberkörper ziemlich gut trainiert. Seine Unterhose war ziemlich eng, und gab Draco eine vage Vorstellung davon, was sich darunter verbarg. Und auch seine Kehrseite kam ziemlich gut zur Geltung. Einen kurzen Moment starrte er. Auch wenn er krampfhaft versuchte woanders hin zu gucken. Schließlich sah er ihm ins Gesicht. Ihre Blicke kreuzten sich. „Morgen“ meinte Harry schmunzelnd. „Morgen“ murmelte Draco.

„Du trinkst immer noch keinen Kaffee vermute ich. Also willst du nen Tee?“ fragte der Schwarzhaarige. Draco kniff die Augen zusammen. „Woher weißt du, dass ich keinen Kaffee trinke?“
„Hast du ihn Hogwarts nie gemacht. Und hast du diesem Mädel gesagt, die sich von dir flachlegen lassen wollte“ sagte Harry.
„Dass du solche Wörter in den Mund nimmst“ meinte Draco.
Harry grinste. „Dazu sage ich jetzt lieber nichts. Naja. Ich bin noch betrunken. Vielleicht liegt es daran… Ich hab nen Trank gegen den Kater. Falls du einen brachst. Bis heute Abend müssen wir nämlich wieder fit sein“
Draco war von dieser Antwort irgendwie verwirrt. Er wusste zwar nicht ganz warum, aber auf jeden Fall war es so.

Harry und Draco saßen, beide immer noch nur in Unterhosen, am Tisch, und frühstückten. „Sag mal, hast du auch so ein Ding?“ fragte der Blonde irgendwann. „Was für ein Ding?“
„Na so einen Computer. Ich dachte, wenn man damit Sachen suchen kann, kann man dann auch nachlesen… also ich meine, ich will mir eine Wohnung suchen“
Harry lachte. „Ach so. Ja klar. Wenn du willst können wir mal gucken, was es so gibt, und vielleicht einen Besichtigungstermin aus machen.“ Er stand auf, und holte seinen Computer. Dann setzte er sich neben Draco, um ihm alles zu zeigen.

Sie arbeiteten sich durch die verschiedenen Portale, und Draco entdeckte hin und wieder eine Wohnung, die ihm gefiel, und die preislich im Rahmen lag. Am Schluss hatten sie vier Telefonnummern. Harry erklärte ihm, wie ein Telefon funktionierte, und worauf er achten musste, übernahm aber trotzdem das Reden für Draco. Wofür dieser ungemein dankbar war. Auch wenn er sich vorkam, wie ein kleines Kind.

Bei der ersten Nummer ging niemand ran. Dafür aber bei der zweiten. Sie vereinbarten einen Termin, und Draco freute sich, wie ein kleines Kind, dass sich etwas aus dem Süßigkeiten Regal nehmen durfte . Bei der Dritten Telefonnummer stellte sich raus, dass die Wohnung schon vermietet war, und bei der vierten ging eine verwirrte Alte ans Telefon, die nichts von einer Wohnung wusste. „Wir können die erste nochmal probieren“ meinte Harry und wählte. Sie warteten. Tatsächlich ging nach einer kurzen Zeit jemand ans Telefon, und sie vereinbarten einen zweiten Besichtigungstermin.
„Danke“ meinte Draco, als er sich auf den Weg machte. „Wegen der Wohnung, und dass ich hier schlafen konnte“ Harry grinste. „passt schon. Wir sehen uns heute Abend?“
„Bis dann“ Und Draco disapparierte.

Als Draco zu Hause ankam, erwartete ihn ein Donnerwetter. Seine Eltern saßen beim Mittagessen. Draco kam bei ihnen an, ungeduscht, nach Alkohol stinkend, und nachdem er die ganze Nacht verschwunden war. „Morgen“ meinte er. „Morgen?“ schrie sein Vater ihn an. „Es ist 12:30! Wo warst du die ganze Nacht? Und was fällt dir ein, hier so aufzuschlagen?“ Sein Vater musterte ihn kurz „Bist du betrunken?“ Draco sah ihn bitter an. „Nein. Nicht mehr. Mein Gastgeber hat mir einen wunderbaren Trank gegen den Kater gegeben“
„Gastgeber?“ fragte Lucius zornig nach. „Du verbringst deine Nächte also bei fremden Männern?“
„Und wenn es so wäre?“ verteidigte sich Draco. Was ging es seinen Vater überhaupt an, was er wann und mit wem machte? Und Davon mal ganz abgesehen hatte er im Moment nicht vor, seine Nächte mit Frauen zu verbringen. Auch wenn DAS ja gar nicht passiert war. Nicht im Ansatz. Aber trotzdem. Selbst wenn er etwas mit einem Mann hätte…
„Was wäre wenn?“ fragte Lucius ungläubig nach „Willst du mir sagen, dass du dich wie eine Schwuchtel benimmst und dir von anderen Männern den Arsch stopfen lässt?“
Draco starrte seinen Vater an. Er musterte ihn kurz. Draco wusste was er wollte. Er wollte seinen Sohn brechen. Er wollte, dass er sich seinem Willen beugte. Der Vorzeige Reinblüter wurde, den Lucius sich immer gewünscht hatte. Aber das würde nicht passieren. Noch einmal huschten Blaise‘ Worte durch seinen Kopf. „Es dir nur noch nicht eingestanden hast“ Vielleicht brauchte er mit dem Thema noch ein bisschen Zeit. Aber eigentlich war ihm klar, dass es so war. Dass er auf Männer stand.
Draco schluckte.
Dann sagte er ruhig „Dein Verhalten und deine Wortwahl sind mindestens genau so unangemessen, wie mein Auftreten. Und falls es dich interessiert: Ich lasse mir von niemanden den Arsch stopfen. Um es mit deinen Worten zu sagen. Und ob ich mich benehme, wie eine "Schwuchtel"? Naja im Moment eher weniger. Aber vielleicht interessiert dich ja zu hören, dass ich mich nicht nur ab und an benehme, wie eine Schwuchtel, sondern sogar eine bin. Ja genau. Dein Sohn, Draco Lucius Malfoy, steht auf Männer! Na und? Glaubst du, du kannst mich wieder gerade biegen? Wenn ja, dann hast du dich geschnitten. "Schwuchtel" ist übrigens ein politisch inkorrekter Begriff. Ich gehe jetzt duschen. Ach ja. Und morgen Nachmittag gucke ich mir eine Wohnung in London an.“  Er drehte sich um. Im weg gehen hörte er seinen Vater toben, und nach ihm rufen. Aber er drehte sich nicht mehr um.

Oben in seinem Zimmer ging er in das anliegende Band, und gönnte sich eine Dusche. Er wusste, dass er gerade nicht nur seinen Vater, sondern auch seine Mutter enttäuscht hatte. Bei ihm war es Draco egal. Lucius hatte sich nie wie ein Vater um Draco gekümmert. Er hatte sich bei ihm nie wohl und geborgen gefühlt. Deshalb traf es ihn auch nicht so sehr, dass sein Vater ihn nicht akzeptierte. Aber bei seiner Mutter sah das ganz anders aus… Es dauerte noch eine ganze Weile, bis Draco wieder aus der Dusche kam.  Er sah sich im beschlagenen Spiegel an, und ließ den Gestrigen Abend und seine Gespräche mit Potter revue passieren.
In diesem Moment kam ihm ein erschreckender Gedanke. War es möglich, dass, ohne dass er es gemerkt hatte, Potter mit ihm geflirtet hatte?
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