Auch Marionetten können fühlen und daran zugrunde gehen

von Black Owl
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18
Astoria Greengrass Draco Malfoy
02.01.2019
18.03.2019
30
64619
53
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Willkommen alte und neue Leser,

ich hoffe, ihr seid gut rübergerutscht ins neue Jahr. Ich wünsche euch auf jeden Fall alles Gute und hoffe wir lesen uns fleißig in dem neuen Jahr wie im alten auch.

Hier eine meiner neuen Storys, die an den Start geht. Wie angekündigt, da eine meiner anderen FFs bald zu Ende geht. Ich hoffe sie gefällt euch. Sie wird ein wenig... anders werden. Ich hoffe, sie wird trotzdem gemocht. Mal schauen.

So viele Ideen in meinen Kopf ;) Heute zum Start gleich zwei Kapitel zum Einstieg.

Liebe Grüße eure Mona









Sie wusste noch, als sie ihre erste Ballettstunde gehabt hatte. Sie war nervös und aufgeregt gewesen, was aber nach den ersten Minuten gleich vorbei war. Denn in ihrer Gruppe waren die Teilnehmer alle etwa in ihrem Alter und genauso unerfahren wie sie es selbst gewesen war. Und obwohl die erste Stunde im Allgemeinen wenig mit richtigem Ballett zu tun gehabt hatte, hatte sie sich furchtbar besonders gefühlt. Als ihre Lehrerin und ihr Vater erkannt hatten, dass sie Talent hatte, wurde sie weiterhin gefördert in der Richtung. Besonders ihrem Vater war das wichtig gewesen. Er war ein großer Bewunderer und Fördere von Kunst und Künstler gewesen. Er hatte sie immer
„meine kleine Primaballerina“ genannt.
Sie hatte sich immer Besonders gefühlt, wenn er sie gelobt, bewundert und bejubelt hatte. Wen sie ihn stolz gemacht hatte. Und sie war seinem Wunsch nachgekommen und nicht nach Hogwarts gegangen, sondern nach Beauxbatons, denn dort konnte sie dem Tanzen ebenfalls nachgehen und es hatte sich gelohnt.

Sie war eine Ballerina. Eine der besten in ihrer Branche. Eine der Besten in der magischen Welt. Sie war ein Star. Sie hatte sich außergewöhnlich gefühlt. Anders, als die anderen, die ihrem tristen Leben nachgingen. Einer normalen eintönigen Arbeit, während sie bei ihren Auftritten die Menschen zum Träumen brachte. Sie wurde bewundert, sie wurde angehimmelt und natürlich auch von einigen gehasst. Das brachte es mit sich, wenn man auf der Bühne stand, das hatte sie früh begriffen. Sie hatte gelernt damit umzugehen und diese Dinge nicht nah an sich ran zulassen. Sie schnaubte innerlich, während sie ihr Spiegelbild betrachtete. Sie hätte es ignorieren sollen, als ein angeblich weiterer Bewunderer begonnen hatte ihr Avancen zu machen. Draco Lucius Malfoy.

Es hatte mit Blumen angefangen. Blumen, die er ihr geschickt hatte oder die nach Aufführungen zu ihr gebracht wurden. Blumen und kleine Briefe seiner Bekundungen und Anerkennung. Sie hatte es ignoriert, bis er zu fast jeder der Aufführungen gekommen war. Immer. Und ihr die Blumen selbst gebracht hatte. Dann hatte er begonnen sie einzuladen und nach der siebten Absage, hatte sie der achten Einladung zum Essen zugestimmt. Sie hatte sich von ihm einfangen lassen. Von seien Komplimenten. Seinem Aussehen. Sie war seinem Charme völlig erlegen, so wie dutzende Frauen vor ihr. Sie war blind gewesen vor Schmeicheleien, nicht Liebe. Denn es war keine Liebe, das war ihr jetzt klar. Zumindest nicht auf seiner Seite.

Ein halbes Jahr später hatte sie voller Freude seinen Antrag angenommen und ihn geheiratet. Übereilt. Was wussten sie schon voneinander? Ein Fehler, was sie bereits in der ersten gemeinsamen Nacht begriffen hatte. Denn Draco Malfoy wollte sie nicht. Repräsentativ als seine Ehefrau, ja. Aber nicht als Frau selbst. Nicht als Mutter seiner Kinder. Er wollte gar keine Kinder. Er brauchte sie als nettes Anhängsel nicht mehr und nicht weniger. Die begehrteste Hexe Englands an seiner Seite. Es war der Ruf ihrer Familie, der nicht beschmutzt worden war durch den Krieg. Das Vermögen. Astorias Berühmtheit durch ihre Arbeit und natürlich ihr Aussehen. Sie war die perfekte Wahl. Doch er wollte nichts von ihr. Was wohl an seiner Affäre lag.

Belladonna DeLacy hieß die Blondine mit den mandelförmigen braunen Augen. Was für ein unheilvoller Name. Eine Frau, die in seinem Alter war. Eine Frau, die bereits verheiratet war. Deren Mann aber offenbar so wenig Interesse an seiner jungen Frau hatte, so wie Draco an Astoria selbst. Das hatte ihr Draco nicht erzählt, nein. Das hatte sie selbst herausgefunden. Das mit der Affäre. Den Namen dieser Frau und dessen Hintergrund. Sie hatte ihn damit drei Monate nach ihrer Eheschließung konfrontiert und er hatte es nicht einmal abgestritten. Im Gegenteil. Er hatte ihr zu verstehen gegeben, dass dies seine Sache war und sie sich fügen sollte. Weil man das von einer Ehefrau in ihren Kreisen erwartete. Sie hätte ihn damals am liebsten nieder geflucht.

Sie griff nach der Wimperntusche und tuschte ihre Wimpern. Ihre blauen Augen sahen dabei ihr Spiegelbild an. Sie lebte in einem goldenen Käfig. Sicher, sie hatte nichts zu vermissen. Er gab reichlich Gold aus, damit sie sich fügte und wohlfühlen sollte. Doch kein Schmuck oder andere diverse Geschenke konnten Gefühle, Zuneigung und Zärtlichkeiten ersetzen. Die Leere, die seitdem Tod ihres Vaters vor drei Monaten zunahm stopfen. Hyperion Greengrass würde sich vermutlich im Grabe umdrehen. Es war gut, dass er hiervon nichts erfahren hatte. So wie keiner etwas wusste, außer die eingeweihten Personen. Draco, diese Frau und Astoria.

Selbst seine Familie schluckte die Ausreden, die er erfand, warum er nach einem Jahr Ehe immer noch keinen Erben vorzuweisen hatte oder zumindest sich die ersten Anzeichen einer Schwangerschaft einstellten.
„Sie hat nur wenige Jahre wo sie den Beruf so ausüben kann wie sie möchte. Ich will ihr diesen Traum nicht zerstören.“, wehrte er meistens seine Eltern ab.
Lachhaft. Sie darzustellen wie die Egoistin die nichts anderes im Kopf hatte, als das Tanzen. Vermutlich würde es dann später irgendwann heißen, dass es zu spät war für Kinder. Das sollte ihr Leben sein? Sie war dreiundzwanzig und hatte das Gefühl vor einer Mauer zu stehen und darauf zu warten exekutiert zu werden. Wo hin war ihre Gleichgültigkeit hin verschwunden? Sie wusste es nicht. Seitdem Tod ihres Vaters hatte sie das Gefühl ihren Halt verloren zu haben. Den einzigen Menschen, dem sie noch vertrauen konnte. Irgendwie. Erzählt hatte sie es ihm nie.

Sie sah auf, als es an ihrer Garderobe klopfte und setzte ein Lächeln auf, als eine Kollegin des Ballettes eintrat mit einem Strauß an Blumen am Arm.
„Deine Verehrer sind zahllos.“, meinte die Rothaarige und legte die Blumen ab.
„Ich danke dir, Eliza.“, warf Astoria ein und Eliza trat hinter sie.
„Du warst heute großartig.“
„Danke. Du aber auch.“
Eliza winkte mit der Hand ab und kramte in ihrem Mantel nach etwas. „Bevor ich es vergesse. Den hat vorhin ein junger Mann für dich abgegeben.“ Sie zog einen Brief aus der Tasche und Astoria seufzte, als sie das goldene eingeprägte Siegel auf dem Umschlag sah. „Was ist? So schlimm?“, hakte Eliza nach und Astoria legte den Brief weg, ohne ihn zu öffnen und griff nach dem Lippenstift.
„Ein junger Künstler. Fotograf glaube ich. Er will mich schon seit einem halben Jahr fotografieren.“
Ein hartnäckiger Kerl und verdammt Aufdringlich.

„Nun er sah ganz gut aus. Aber da rede ich wohl mit der Falschen. Bei so einem Mann wie deinem, würde ich mich auch für keine anderen Männer mehr interessieren“, meinte Eliza schelmisch und Astoria lächelte, bevor sie ihre Lippen schminkte. Alle dachten, dass sie doch die glücklichste Frau überhaupt sein musste. „Dein Mann wartete im Übrigen im Eingangsbereich auf dich.“, ließ ihre Kollegin sie wissen und Astoria wandte verwirrt den Kopf.
„Was?“
Die Rothaarige nickte.
„Ja. Mit seinen Eltern. Ich glaube, ihr geht zusammen Essen. Wusstest du das nicht?“
Nein wusste sie nicht. Aber wann wurde sie schon nach ihrer Meinung gefragt?, dachte sie bitter und öffnete ihre dunklen Haare, die sich sanft lockten.
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