Worlds change when eyes meet

GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Kakashi Hatake Naruto Uzumaki OC (Own Character) Sai Sakura Haruno Sasuke Uchiha
02.01.2019
19.11.2019
32
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28.


Nachdem wir uns durch die Menschenmenge gedrängt und die große Einkaufsstraße verlassen hatten, bewegten wir uns zu meiner Verwunderung immer weiter ins Äußere von Konoha. Die Häuserabstände wurden immer breiter und die Straßen immer schmäler. Hie und da sah man einen kleinen gepflegten Hintergarten mit bunten Blumen, angebautem Gemüse und Gartenstühlen, auf welchen manchmal Menschen saßen und friedlich miteinander lachten. Der warme Wind blies mir sanft die kleinen Härchen, welche sich aus meinen Zöpfen gelöst haben, aus dem Nacken und kühlte mein hitziges Gesicht. Generell wurde die Gegend immer grüner und immer ländlicher, je weiter wir uns vom Dorfzentrum entfernten. Bäume standen am Straßenrand und klare Bächlein durchzogen vereinzelt die Landschaft. Die Vögel zwitscherten aufgeweckt im Hintergrund, als wir plötzlich auf eine leere Ebene traten. Umringt von Bäumen und dichtem Gebüsch lag dieser Platz im Außenbezirk von Konoha. Eigentlich war an ihm nichts auffällig oder gar verdächtig – einzig und allein die drei mit Stroh umwickelten Holzfiguren am Rand schienen etwas fehl am Platz und zerstörten irgendwie das idyllische Bild, welches sich vor unseren Augen ausbreitete.

„Und das hier“, Kakashi trat in die Mitte der grasbedeckten Ebene und drehte sich, die Hände lässig in den Hosentaschen, zu mir um „ist der Trainingsplatz!“ Um meine eigene Achse drehend und meine Umgebung interessiert betrachtend, stellte ich mich neben ihm. Ringsum standen dicke Bäume, dessen Äste bis zum Himmel ragten. Das dichte Blätterdach bedeckte den blauen Himmel und legte beinahe den ganzen Platz in Schatten. Konoha’s Trainingsplatz war so anders als der in Kirigakure. Dort war es immer nass und feucht. Man rutschte ziemlich leicht aus und musste auf die vielen Regenlachen aufpassen. Der Nebel hatte einem immer gnadenlos die Sicht geraubt. Die Luft war schwül und drückte sich auf die Atemwege nieder, sodass man nur erschwert Luft holen und atmen konnte. Hier war es klar und hell. Die Wiese tauchte die Szenerie in saftiges Grün und die Bäume beschützten einem vor der prallen Sonne. Doch plötzlich bemerkte, oder vielmehr spürte ich etwas… Man beobachtete uns… „Kakashi,“, flüsterte ich „hörst du das?“ Aus dem Seitenwinkel warf er mir einen Seitenblick zu. „Der Wald ist so still…“, murmelte ich angespannt und sah mich weiter um. Wo sind die Vögel? Wo sind die Käfer? Wo sind all die Tiere plötzlich hin? Sicherheitshalber sendete ich Chakrawellen aus und tastete damit unsere Umgebung nach fremden Chakren ab. Mein Radius wuchs immer weiter und vergrößerte langsam sein Suchfeld. Gespannt hielt ich die Luft an, als ich plötzlich ein fremdes Chakra spürte. Mein Herz setzte einen Schlag aus und ich holte erschrocken Luft. Alarmiert wollte ich Kakashi warnen und setzte zu einem Ausruf an, jedoch wurde er in seinem Ansatz erstickt, denn plötzlich vervielfachten sich die fremden Chakren und stürzten sich auf uns. Fassungslos blieben mir die Worte in der Kehle stecken. Es geschah so plötzlich und schnell, dass ich nicht einmal das Aussehen der Angreifer ausmachen konnte. Lediglich wirre gelbe Farbfetzten tanzten vor meinem Gesichtsfeld und verschwammen im Grün der Bäume. Instinktiv wich ich einen Schritt zurück – ein kalter Windzug strich meinem Gesicht entlang, nur knapp war ich dem Kunai ausgewichen – sofort ging ich in Abwehrstellung und drehte meinen Rücken zu Kakashi, welcher wohl denselben Gedanken gehabt hatte und auch seinen Rücken schnell zu mir gewendet hatte. Einander dem jeweilig Anderen blind den eigenen Rücken anvertrauend, standen wir inmitten der Lichtung und warteten in Abwehrhaltung auf den nächsten Angriff. Seine Wärme drang durch seine Jacke durch und berührte meine Wirbelsäule. Rücken an Rücken beobachteten wir aufmerksam unsere Umgebung. Konzentriert versuchte ich den Standort unserer Angreifer auszumachen, indem ich meine Chakrawellen wieder aussendete. Gekonnt machte ich den Standort eines jeden einzelnes aus und in diesen Moment griffen sie wieder an. Von den Bäumen, aus den Baumkronen, aus den Büschen – Von überall schossen hervor und stürzten sich auf uns. Sofort schaltete sich der eiskalte Ninja in mir ein und meine sinistere Seite lächelte finster beim Gedanken an Blutvergießen. Zudem geling ihnen dieses Mal kein Überraschungsangriff, das heißt, ich konnte sie sehen – ihre Bewegungsabläufe, welche sie tun würden. Mit Todsicherheit wehrte ich zwei Angreifer ab – blechernes Kreischen ertönte hinter mir, Kakashi schien auch Kunai abzuwehren. Ohne Zögern, stach ich in den Hals meines Gegenübers und erwartete voller Vorfreude, dass warmes Blut aus der aufgeschlitzten Kehle auf mein Gesicht spritzen und es mit dickflüssiger, tiefroter Flüssigkeit bedecken würde. Aber, es geschah nichts? Mein Gegenüber stolperte lediglich röchelnd nach hinten und fiel sich um den Hals greifend nach hinten, um schließlich in einer kleinen Rauchwolke aufzugehen und ins Nichts zu verschwinden. Schattendoppelgänger… Genervt wehrte ich den Nächsten ab und rang auch diesen gnadenlos nieder. Wieder besprenkelt nichts meine Haut… 2 waren besiegt, 3 to go! So spurtete ich ohne Halt los, wich einem primitiven Verteidigungs-Schlag aus und tanzte um mein Opfer, um meinen scharfen Kunai in einer geschmeidigen Drehung in seinen Rücken zu rammen. Eiskalt stürmte ich, ohne mich nach dem Erstochenem umzudrehen weiter, einzig und allein das nüchterne Puff! hinter meinem Rücken gab mir Indiz darauf, dass es gestorben und verschwunden ist. Kakashi hatte auch schon einige Angreifer besiegt, gelassen trat er aus dem grauen Rauch, welcher ihn wild umwirbelte und seine Haare umschmeichelte. Aus dem Augenwinkel zielte ich ins Gebüsch und warf ein Kunai zielgenau auf ein „verstecktes“ Chakrabündel, bevor ich mich kräftig vom Boden abstieß und in die Baumkrone tauchte, um den Letzten von ihnen zu holen.

Kakashi POV:

Unglaublich. Die Art und Weise, wie sie sich bewegt – als würde sie den Tod nicht kennen. Als würde sie nichts fürchten…All ihre Bewegungen waren derart geschmeidig und wurden in einer einzigen Bewegung ausgeführt. Egal was sie tat – sei es Abwehr, sei es Angriff – sie tat ohne zweites Nachdenken. Ohne Zögern oder Hadern hat sie auf der Stelle reagiert und die Schattendoppelgänger gnadenlos beseitigt. Ihre Angriffe waren haarscharf, zielsicher und absolut tödlich. Sie ist wahrlich eine gefährliche Kunnoichi auf dem Schlachtfeld. Das ist also die Art von Ninja, die Kirigakure hervorbringt…

Ein dumpfer Schlag, ein erstickter Schrei und dann fiel der lebensmüde Spaßvogel in einem hohen Bogen aus dem Blätterdach – und Honoka gleich hinterher. So schnell, dass meine Augen kaum folgen konnten, saß sie auf ihm und presste ihr Knie auf seine hinterm Rücken verdrehten Hände. Den Unterarm auf seinen Rücken gestützt, hielt sie ihm sofort ein Kunai an den Hals und verharrte einen Moment über ihn, bevor sie zu bemerken schien, wen sie eigentlich so feinsäuberlich auf den Boden gepinnt hat.

„Naruto?!“

Honoka POV:

„Hallo, Momoji-san!“, lachte er unsicher vom Boden „Schön dich wiederzusehen!“

Perplex blickte ich auf ihn herab, wie er fast schon armselig unter mir am Boden lag und sich nicht zu helfen wusste. Ich hatte bereits die schlimmsten Befürchtungen angestellt, wer mich und Kakashi angreifen würde – ich hätte wirklich mit jedem gerechnet, mit ANBU – Einheiten aus Kirigakure, Kabuto oder noch schlimmer: Orochimaru, nur nicht mit Naruto. „Ähm, Momji-san?“, piepste es plötzlich kleinlaut unter meinen Arm „Könntest du mich jetzt vielleicht loslassen? Du hast einen ziemlich festen Griff…“, lachte er nervös und wurde sofort von mir losgelassen. Noch immer etwas verdattert trat ich zurück und steckte meinen Kunai in die Tasche zurück. Sogleich sprang Naruto auf die Beine und strich sich um die Handgelenke. „Wow, du bist echt stark!“, meinte er zuerst nachdenklich und schien den Kampf noch einmal gedanklich durchzugehen. „Echt jetzt, wie du den Überraschungsangriff abgewehrt hast und dann einfach ohne Probleme jeden meiner Doppelgänger erledig hast…“, mit jedem Wort schien sein Enthusiasmus zu wachsen. Dabei schien er vollkommen zu vergessen, dass auch er noch vor ein paar Sekunden von mir an den Boden festgenagelt war. „…sogar den im Gebüsch hast du erwischt!“ Gelassen gesellte sich Kakashi zu uns und steckte seine Hände in seine Hosentaschen. Die Art wie Naruto meinen eiskalten Blutrausch von gerade eben beschrieb, schien vollkommen falsch und beschämte mich. Denn in dem Moment, in welchen er uns angriff, schaltete sich automatisch mein eiskalter Überlebungsinstinkt ein, in welchen ich einfach alles und jeden attackierte, welcher eine Gefahr für mich darstellen könnte. In solchen Situationen nehme ich weder meine eigenen Verletzungen noch wen ich eigentlich angriff war. Es ist als ob sich mein Schmerzempfinden gemeinsam mit einem gewissen Teil meines zentralen Bewusstseins ausgeschalten würde, und der zurückgelassene, erbarmungslose Rest mit all seiner Gewalt meines dunklen Ninja-Verstandes Kontrolle über meinen Körper übernehmen würde. Erst nachdem jede mögliche Gefahrenquelle beseitigt wurde, lichtet sich der schwere Nebel um meinen Verstand und ich komme wieder gewissermaßen zu Sinnen. Von dem her war ich zu tiefst geschockt, beschämt und bestürzt Naruto angefallen zu sein…Wäre ich nicht aufgewacht, hätte er tot sein können… und ich hätte es nicht einmal gemerkt…

„Trainiere mich!“, bei diesen Worten wachte ich aus meiner Gedankenschleife auf und blickte ihn verständnislos aus großen Augen an. Warum sollte Naruto wollen, dass jemand wie mich einen jungen Ninja wie ihn trainierte? War er vollkommen verrückt? Was erwartete er sich davon? Ein magisches-bisher-nur-noch-nicht-entdecktes Geheimrezept zum ultimativen Ninja? So wie er mich gerade ansah: ja! „Bitte, Momoji-san!“ Einen Moment zögerte ich noch, dann gab ich inne. Wenn es ihm so viel bedeutete… „Nagut…“, murmelte ich somit letztendlich und blickte verschwiegen zur Seite. „JA!“, freute man sich neben mir und hakte mit sich selbst ein, bevor man energisch meine Hände nahm und sie wild zu schütteln begann. „DankeDankeDanke, Momoji-san! Sie werden’s nicht bereuen, das versprech ich!“, sprudelte es aus Naruto hervor, während er sich abermals vor mir verbeugte. Unbeholfen entzog ich ihm schließlich meine Hände und trat mit seiner Dankbarkeit, seinen Gefühlsausbrüchen und … eigentlich seiner ganzen Persönlichkeit überfordert einen Schritt zurück. „Ist ja schon gut.“, lächelte ich und verschränkte die Arme vor der Brust „Ich werde dich trainieren, aber erwarte dir nicht zu viel!“ Naruto grinste lediglich und nickte energisch mit seinem Kopf. Ich konnte seine Motivation geradezu bis hier her spüren und seufzte unbeholfen über seinen unbeugsamen Willen stärker zu werden.

„Klasse! Wann fangen wir an?“ Fragend blickte ich kurz zu Kakashi, welcher unserer Konversation bisher ohne Wort gefolgt war. Dieser schenkte mir lediglich einen nichts-aussagenden Blick, der anscheinend seine Gleichgültigkeit und Enthaltsamkeit zum Ausdruck bringen sollte. Somit blickte ich wieder direkt in Narutos Augen und beschloss entschlossen: „Morgen Früh um 7 Uhr“ Bei diesen Worten fiel irgendwie sein strahlendes Lächeln ein Stück, worauf ich hin nur eine Augenbraue hob und er mit einem nervösem „Geht klar!“, doch zusagte. „Super! Ich freu mich! Na, dann bis morgen!“, mit diesen Worten machte er sich auf den Weg zurück nach Konoha. Über seine Positivität und Energie unbeholfen schmunzelnd, sah ich ihm nach, als er plötzlich doch noch einmal stehen blieb, sich umdrehte und die Hände zu einem Trichter geformt zu uns zurückrief: „Achja, und Danke nochmal, Momoji-san, echt jetzt!“. Dann machte er wieder auf dem Absatz kehrt und lief weg. Darauf konnte ich lediglich den Kopf schütteln „Ist er immer so drauf?“ Kakashi schenkte mir einen kurzen Seitenblick, dann blickte auch er ihm hinterher und betrachtete einen Moment seinen schwindenden Schatten im orangenen Sonnenuntergang. „Yepp.“
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