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Hirnlein, Hirnlein, du musst wandern

GeschichteFamilie, Fantasy / P16 / Gen
Catherine Corrigan Derek Rayne OC (Own Character) Rachel Corrigan
01.01.2019
02.01.2019
11
98.787
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01.01.2019 7.266
 
Ilse stand auf und öffnete die Tür, als es klingelte. Freya betrat zusammen mit Luciano das Haus. "Das Haus von Onkel Michael wird echt schön! Im griechischen Stil - Freya hat echt tolle Ideen." berichtete der älteste Sohn des Höllenfürsten. "Hoffentlich gefällt es Onkel Michael dann auch. Oma Ilse ... du könntest Onkel Michael und Tante Maria doch mal einladen, zum Fischessen? Er mag doch Fisch so gerne." schlug Luciano vor. Sein Vater seufzte und trank schnell einen Schluck von seinem Tee-Rum-Grog. "Und Freya, was meint mein Junge mit "griechischem Stil"? Hängst du Ikonen in jede Ecke?" fragte er dann grinsend. Sie sah ihn gespielt verärgert an.
"Ich bin Innenarchitektin, Lucian! Oder ja, Lucifer! Und wie du weißt eine gute! Glaubst du echt ich würde der Maria das antun? Gut, Michael hat zwei, drei Ikonen geschickt, die er gern "untergebracht" hätte und ich neige dazu sie in die ehemalige Räucherkammer auf dem Dachboden zu verbannen... wobei das wohl nicht in seinem Sinne wäre... aber na ja... eine werde ich wohl im Eingangsbereich unterbringen. Er hat eine nicht so scheußliche vom "Heiligen Nikolaus" und eine eigentlich ganz angenehme von der "Mutter Gottes mit dem Kind" geschickt - und eine entsetzlich hässliche von sich... Ich denke, die kriegt er in sein Arbeitszimmer. Vor das Haus werde ich wohl zwei griechische Säulen stellen um so ein kleines Vordach über der Tür zu stützen. Ich bin noch am überlegen, ob dorische oder ionische Säulen. Korinthische finde ich da zu kitschig. Im Eingangsbereich wird alles sonst in weiß gehalten und mit einem Mäandermuster verziert. Ich bin auch noch am überlegen, ob in Erdtönen oder in blau... Im Wohnzimmer werde ich wohl einen Maler beauftragen mit Trompe l'oeil-Malerei was zu machen. Ich denke da an Küste, vielleicht den Hafen oder diese Burg die da steht... so hätte Michael immer seine Wahlheimat - also seine Erste - sozusagen vor Augen. Und vielleicht lasse ich den Maler dann noch Nischen mit Statuen an die Wand malen... Für die Kinderzimmer hatte Luciano eine tolle Idee. Der Maler soll in das eine Zimmer einen Dschungel "zaubern", in das zweite eine Märchen-Prinzessinnen-Feenlandschaft und das dritte Zimmer da wird sozusagen ein Balkon, oder besser eine mediterrane Terrasse "drangemalt"."
"Hört sich interessant an... aber du weißt, dass Mike einfach mit den Dynameis und Vater reden kann und die Zimmer sind ohne Illusionsmalerei... na ja... kindgerecht dekoriert... sogar wechselnd, lebendig. Das hat Hamaliel, Samanthas Pate bei ihr im Zimmer gemacht - mit Samyaza. Im Winter ist es ein Winterwunderland, rundherum schneit es, um Weihnachten siehst du je nachdem, mal die drei Weisen mit Kamelen dem Stern folgen oder Santa Claus mit einem Rentierschlitten durch die Luft schweben, das Nordlicht ist mal zu sehen, ein andermal ein Rudel Wölfe... im Herbst gibt es Impressionen aus dem Indian Summer in Kanada oder auch mal Norderneyer Nordseeküste... je nachdem was sie gern hätte, im Sommer sonnige Hochalmen... und Mike ist der Mitverwalter des Chores der Dynameis..." Freya sah den Höllenfürsten erstaunt an, dann seufzte sie. "Gut, keine Illusionsmalerei... ich..." "Onkel Michael wird das bestimmt wegen Maria nicht wollen." unterbrach Luciano sie. "Höchstens für vielleicht ein Zimmer, Tante Freya! Und in den Räumen unten... also die Räume wo auch mal "normale" Menschen hinkommen, die nicht wissen wer Papa und meine Onkel sind und meine angeheirateten Tanten... da ist das schon besser, wenn sich da nichts bewegt..." Freya wirkte erleichtert. "Ich glaube, mein Sohn hat recht, Freya. Rede einfach mal mit Mike und Maria... zumindest was das Thema betrifft. Der Rest hört sich sehr interessant an. Auch das geplante kleine "Vordach" über der Tür." meinte der Höllenfürst lächelnd.
Freya seufzte. "Mit dir und deinen Brüdern als "Kunden" ist es gar nicht so einfach... Aber ich mach mich mal auf den Weg. Fenja und Henrik warten bestimmt schon auf mich." Sie umarmte den Höllenfürsten, Selvaggia und Ilse, winkte den Kindern und Thalia  und verließ das Haus.
Wie immer am Morgen starrte der Höllenfürst schlechtgelaunt in seine Kaffeetasse und trank hin und wieder einen Schluck. Nach dem Frühstück brachte Selvaggia die Kinder in die Kita. Nachdenklich sah ihr Mann auf ihre Tasche, in der er vor ein paar Tagen, dieses Lehrbuch der Universität Bremen gesehen hatte. "Danke, dass du dich um Allegra kümmerst, während wir alle auf Arbeit sind." sagte er und drückte ihr seine jüngste Tochter in den Arm und griff nach seiner Laptoptasche, in der er neben seinem Notebook auch das Buch der heutigen beiden Stunden hatte.
"Hier ein Pharisäer-to-go. Du siehst heute Morgen so aus, als könntest du ihn brauchen." sagte sie grinsend und hielt ihm eine köstlich duftende Tasse hin. Er griff danach und verschwand mit einem freundlichen Nicken, als Dank. . Er erschien im Vorlesungssaal und sah sich erstaunt dem Unipräsidenten und den Kollegen für Mediavistik und Geschichte der Frühen Neuzeit und Seefahrtsgeschichte gegenüber, die mit einigen ihm unbekannten Studenten anwesend waren und teils mit den ersten früh anwesenden Studenten - unter anderem Elisa - plauderten.
In diesem Moment stürmte Andrea Farese in den Raum. "Dr. Rayne! Tante Clarice hat gestern Abend Laurentia abgeholt! Und bei der Gelegenheit hat sie auch mich komisch gemustert und meinen Eltern befohlen ihr alle Daten über mich zu geben, angefangen von den Krankenakten und ähnlichem! Sie hat mich echt ganz komisch gemustert und gemeint, einer ihrer Freunde hätte für mich bessere Verwendung und dann ging sie. Laurentia ist von ihrem Hausarzt, der mitgekommen war, betäubt worden und wurde dann von ihrem Diener zum Auto getragen. Sie müssen uns helfen, Dr. Rayne, bitte!" rief er panisch.
Der Höllenfürst seufzte. "Erstmal können wir nicht viel tun. Ich habe Ihnen gesagt, wir arbeiten in der Botschaft daran! Das zum Ersten und zum Zweiten: Wir werden jetzt erstmal die Vorlesung durchziehen und danach nehme ich Sie mit nach Paris und wir klären das mit meinem Kollegen. Also beruhigen Sie sich und kommen Sie nachher wieder her. Gehen Sie ins Studentencafé hier um die Ecke und trinken einen schönen Tee." Er zückte die Brieftasche und drückte dem verblüfften jungen Mann einen Fünf-Euro-Schein in die Hand. Andrea Farese nickte schwach, murmelte einen Dank und ging.
Der Höllenfürst wandte sich an den Präsidenten und seine Kollegen aus dem Historischen Seminar. "Dr. Gentile, Kollegen, was machen Sie hier?" "Oh, es geht um ihr Berufungsverfahren, Dr. Rayne. Normalerweise würden Sie ja - wie alle anderen Bewerber - eine Probevorlesung halten wo wir anwesend sind und auch die gewählten Studentinnen und Studenten und diejenigen, die Lust haben sich eine Vorlesung anzuhören. Ehrlich gesagt, fanden wir das aber alle recht überflüssig. Wir haben einfach die Vorlesungen dieser und nächster Woche sozusagen "freigegeben". Wir waren uns sicher, dass Sie damit klar kommen." erklärte der Unipräsident. Der Höllenfürst wirkte etwas verblüfft, doch dann meinte er: "Nun, in diesem Fall: Herzlich willkommen, liebe Kollegen, liebe Gaststudenten. Nehmen Sie Platz. Ich werde dann mit Magie dafür sorgen müssen, dass Sie Skripte für die heutige Vorlesung haben und folgen können." Die Gasthörer setzten sich und mit einem Schnippen der Finger vom Höllenfürsten lagen vor jedem mehrere Seiten.
"So, wir hatten bereits die Schlacht an der Milvischen Brücke behandelt. Konstantin war Sieger. Wer kann mir sagen, was folgte?" stieg Lucifer ein. Sofort waren die Studenten bei der Sache. Sogar einer der Gaststudenten meldete sich und mit einem Lächeln nahm der Höllenfürst ihn dran. "Ja, Signore Caprese?" Sprachlos starrte der junge Mann ihn an. "Sie... ähm... kennen meinen Namen, Dr... Rayne?" Ein Heben der Augenbraue und ein freundliches: "Ich dachte, es sei allgemein bekannt, dass ich "bürgerlich" Lucian Belial Rayne heiße aber eigentlich Lucifer Avgerinos - oder Mornigstar... um es mal in Englisch zu sagen... Ich bin der Teufel, der Höllenfürst, der Böse..." "So… -  ähm... war das nicht gemeint... ich... scusi, Dr. Rayne... ich..." "Na, nun atmen Sie einmal durch und dann wollten Sie mir beantworten was nach Konstantins Sieg geschah." Der Student folgte dem Rat und sagte dann: "Konstantin führte das Christentum als Staatsreligion ein!" Der Höllenfürst nickte. "Das ist schon gut gewesen, herzlichen Dank, und ich finde es erfreulich, dass Sie sich - obwohl eher im Naturwissenschaftlichen "zuhause" - getraut haben sich zu melden, aber da war noch mehr... Hören wir mal einige andere Meinungen." Nach und nach kam er dann dazu zu berichten was geschehen war, nahm die Ideen und Vorschläge, auch die bisherigen Kenntnisse der Studenten auf und  schon bald war die Vorlesung vorbei. Die Gaststudenten erhoben sich und klatschten. "Das war eine wirklich tolle Vorlesung - oder vielmehr ein tolles Seminar. Vielen Dank, dass wir dabei sein durften, Dr. Rayne. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Und würde ich nicht mit Leidenschaft Biochemie studieren würde ich mich sofort für Geschichte einschreiben!" sagte der junge Student, der sich getraut hatte etwas zu sagen.
"Na, danke für die Lorbeeren, Signore Caprese. Wegen meiner können Sie gern vorbeikommen, wenn sie möchten und zuhören. Schreiben Sie mir oder meiner Hiwine Signorina Tardi aber vorher eine Mail, damit wir Ihnen vorbereitend die Texte schicken können. Mich stört es nicht und ich denke, meine Studenten auch nicht. In diesem Sinne: Zur nächsten Woche das Kapitel über die Verwaltungsstrukturen der frühen Kirche lesen. Wir sehen uns kommende Woche - oder die nächsten Tage, zumindest zwei Drittel von Ihnen sehe ich noch in der einen oder anderen Vorlesung dieser Woche." Er seufzte kurz als Andrea Farese wieder auftauchte. Er hatte den jungen Mann fast vergessen, da er eigentlich etwas anderes vor hatte. Er griff nach seiner Laptoptasche und legte dem jungen Mann und auch Elisa Tardi eine Hand auf die Schulter um mit beiden kurz darauf wieder im Boulevard Haussmann in Paris aufzutauchen. Seine Hiwine begrüßte fröhlich Euangelion und Astaroth, während Andrea Farese wie betäubt vor den beiden Sekretären stand. "Elisa, Schätzchen, schön, dass du da bist. Ich habe das mit Lucifer geklärt, dass du die nächsten zwei Wochen sowas für mich die Stellung mit Euangelion hältst." begrüßte der dunkelhaarige Seraphim sie und umarmte sie, was Euangelion leicht hüsteln ließ. Astaroth grinste. "Mein Kollege freut sich schon - und du, meine Liebe, pass auf, dass du nicht zehn Kilo zunimmst, während du hier bist. Du weißt doch, wie gut Sylvie und Sheila kochen." Elisa lachte. "Wenn ich nicht wüsste, dass du als Astarte und in dieser Gestalt mit dem Leiter des Legats in Dublin glücklich wärst, würde ich glatt glauben, du flirtest mit mir, Astaroth." Er grinste. "Wirkt es?" Sie schüttelte kichernd den Kopf. "Euangelion ist eher... ähm..." sie errötete als auf dem Gesicht des Engels ein glückliches Lächeln erschien. Sie räusperte sich und meinte keck: "Wie ist es, ich bin am verhungern und könnte eine ganze Kuh verdrücken. Wollen wir schauen was es in der Mensa gibt?"
Euangelion sprang sofort auf und reichte ihr den Arm. "Aber gern, Elisa. Gerade ist Südamerika-Woche - also es gibt Burritos, Taccos und Chili und ähnliches." beeilte er sich zu berichten. "Wow! Ich liebe die Abwechslung hier." meinte die junge Frau, wandte sich an den Höllenfürsten und fragte: "Sie erlauben Dr. Rayne?" Der lächelte. "Natürlich. Was meinst du, wieso ich dich mitgenommen habe." Sie grinste und verließ mit Euangelion das Vorzimmer. "So, wo wir unter uns "Höllenvögeln" sind, Lucifer, warum hast du den da mitgebracht?" fragte Astaroth und maß Andrea Farese abschätzig von oben nach unten. "Wo ist Metatron? Ich denke, das sollte er auch hören - vielleicht auch Sandalephon..." seufzte der Höllenfürst. "Hm... okay..." Im nächsten Moment standen die beiden Seraphim hinter Astaroth. "Na, dann fang an zu berichten, Farese... Du hast Glück, dass in den Fall Menschen involviert sind, die ich mag... und dass Clarice Farese versucht zu betrügen... und ich es verabscheue, wenn Leute die mit mir einen Pakt haben meinen mich über den Tisch ziehen zu können... Da kann ich sehr empfindlich reagieren... ansonsten wäre mir deine Schwester absolut egal, zumal sie meine Patentochter und meine Tochter und meinen Sohn beschimpft hat!" Andrea Farese zuckte zusammen. "Also mich interessiert es ehrlich gesagt wenig. Der hat versucht meine Frau anzupacken!" schnaubte Sandalephon. "Es geht um den Fall, Bruder, nicht um den Menschen... Und es geht darum, dass jemand versucht uns - oder besser Lucifer zu betrügen..." meinte Metatron und legte seinem Zwilling eine Hand auf die Schulter, bevor er sich an Andrea Farese wandte: "Also, dann berichte mal, Mensch..."
Stockend fing der an zu erzählen, wie Clarice Farese seine Schwester Laurentia abgeholt hatte. "... und das alles nur, weil sie nicht mit dem Medizinstudium aufgehört hat. Tante Clarice meinte, das sei Zeitverschwendung und unsere Eltern hätten nicht darauf geachtet, dass Laurentia das von ihr geforderte Programm einhält. Sie wollte, dass meine Schwester täglich ins Fitness-Center geht, eine spezielle Diät einhält und ähnliches. Wir fanden das alle total schwachsinnig, zumal Tante Clarice sich eh nichts aus uns allen gemacht hat."
"Wenn es das ist was wir vermuten, dann kriegt die alte Schachtel also langsam Panik... Was hat sie doch?" fragte Metatron leicht gelangweilt. "Lungenkrebs - und sie hatte schon einen Herzinfarkt. Sie weiß, dass ihre Uhr gegen Ende tickt..." murmelte Astaroth nachdem er im Computer nachgesehen hatte. Panisch sah Andrea Farese die vier Seraphim an. "Was hat sie mit meiner Schwester vor?" wollte er wissen. "Wir vermuten, dass sie ihr Sein, das was sie ausmacht, sozusagen, in Laurentia implantieren lassen will. Von Laurentia wird dann wohl... hm... nicht mehr viel bleiben, außer das Äußerliche... wahrscheinlich nicht einmal das, da sich der schlechte Charakter eines Menschen schnell in seinem Äußeren wiederspiegelt - aber für die meisten Männer wird er attraktiv wirkendend genug sein, "garniert" mit ein paar Millionen auf Konten..." meinte Sandalephon gleichmütig. Andrea Farese schwankte. Astaroth konnte ihn gerade noch festhalten und zu einem Stuhl ziehen, bevor er auf dem Boden zusammenbrach. Seine Schultern zuckten als er die Hände vor sein Gesicht schlug und schluchzte. "Nein! Bitte! Sie müssen ihr helfen! Laurentia und ich mögen ja nicht immer die besten Freunde sein, aber sie ist meine Schwester!" "Wir kümmern uns darum! Also krieg dich ein!" meinte Astaroth. "Sie mögen Laurentia nicht, Sie... Sie..." "Hör zu, Jungchen, deine Schwester hat meine Frau beleidigt und versucht mich anzubaggern. Ganz zu schweigen davon, dass sie an sich jetzt offensichtlich nicht wirklich viel besser ist als diese Clarice!" fügte Sandalephon verächtlich hinzu.
Der Höllenfürst lächelte. "Dem würde ich widersprechen. Clarice ist eine andere Hausnummer. Die hätte versucht Kat zu vergiften oder umbringen zu lassen, wenn du ihr ins Auge gefallen wärst um dich "einzufangen". Gut, zugegeben... Sie kann es sich leisten. Immerhin sind die Fareses der Linie - anders als die Seitenlinie aus der Laurentia und Andrea kommen - seit Jahrhunderten bekennende Satanisten..." murmelte der Höllenfürst. "Okay... wobei natürlich die Frage wäre, ob es nur am mangelnden Einfluss, beziehungsweise Kapital läge, ob Laurentia nicht auch zu drastischen Möglichkeiten greift." warf Metatron in den Raum. "Nein, wie gesagt. die Fareses der Seitenlinie haben schon versucht ihre Kinder ordenlich hochzubringen." widersprach Astaroth nachdenklich. "Und du meintest ja auch, Kleiner, dass sie dich komisch gemustert hat... wie gesund bist du? Ich denke mal, deine Konstitution ist ähnlich gut, wie die deiner Schwester?" Andrea nickte. "Hm... wie meinte sie... ein Freund hätte Verwendung?... Hm..." Er tippte was in den Computer und lächelte dünn. "Morton Delvries... der Pharmakönig... dein Konkurrent auf dem Pharma-Markt, Sandy... oder Hugo Lefevre... der "Weinkönig", der auch gern mal mit Frostschutzmittel und minderwertigem Wein panscht - und Verfahren einsetzt die auch sonst nichts mit Winzerkunst zu tun haben... Das sind ihre zwei guten Freunde..."
Voller Verachtung meinte Sandalephon darauf: "Wie prachtvoll... Zwei Stümper die nur mit Betrug durchkommen... Delvries hat zwei der Medikamente von San-MediPharm, meiner Pharmafirma nachbauen lassen und das zudem stümperhaft, weswegen die nicht mal halb so gut wirken und ein Pseudo-Winzer der von Wein so viel versteht wie ein Toastbrot und mit seiner industriellen Produktion einfach Mist auf den Markt wirft und sich brüstet er käme an die großen Weine heran. Vor zwei Jahren wollte er mir glatt Seraphim Vineyards abkaufen um dort billigen Fusel statt des hochwertigen Cabernet Sauvignons und Shiraz herstellen zu lassen den wir dort produzieren." Er warf einen strengen Blick auf Andrea Farese. "In Zukunft wirst du deine Hände von meiner Frau lassen, Farese! Und du wirst deine Schwester unter Kontrolle halten! Ich will nicht, dass sie mich wieder anbaggert!" Der junge Mann nickte. "Ich schwöre! Bei meiner Seele, ich schwöre, Alles was Sie wollen!" flüsterte er. "Nun gut... Dann sollten wir dich mal in Sicherheit bringen, was?" meinte Astaroth und ließ die anderen wissen, dass die Eltern - wie gefordert - alle Unterlagen an Clarice Farese ausgehändigt hatten. In diesem Moment klingelte das Mobiltelefon des jungen Mannes.
Er ging hastig dran. "Si Mama?" sagte er. Eine schneidende kalte Stimme antwortete ihm: "Nein, nicht deine Mama, deine liebe Tante Clarice. Wo bist du, Junge? Ich wollte dich mit deiner Schwester auf eine schöne kleine Reise nehmen." Sie versuchte liebenswürdig zu klingen. Andrea Farese zuckte zusammen. "Ich... ich... Tante... Clarice, ich..." "Nun komm und red nicht rum!" fauchte sie. "In fünf Minuten bist du zu Hause!" Mit einem finsteren Lächeln nahm Astaroth ihm das Telefon aus der Hand. "Er ist im Vorzimmer des himmlischen Botschafters Merlin Tyrone St.Cyr und des höllischen Botschafters Lucian Belial Rayne, Signora Farese. Sie sprechen übrigens gerade mit dem Sekretär des ersteren - Astaroth... Nur interessehalber: für wen von ihren miesen Freunden ist ihr Neffe vorgesehen? Lefevre oder Delvries?" Sofort wurde aufgehängt. "Na wunderbar! Jetzt dürfen wir den Burschen auch noch irgendwo unterbringen!" meinte Sandalephon. "Ich könnte ihn in Alaska..." "Nein, schon gut!" unterbrach Sandalephon Metatron. "Ich bringe ihn nach Seraphim Vineyard. Mame, Babafemi und die anderen werden einen Kerl aus ihm machen... Hoffe ich zumindest." Er packte ihn und war im nächsten Moment in Südafrika, wo Mame in der Küche hantierte.
Freundlich legte Sandalephon ihr eine Hand auf die Schulter. Sie drehte sich um und rief erfreut: "Mister Sam! Sie Schlingel! Wollten Sie mich erschrecken?" Er lächelte. "Nicht doch, Mame. Ich wollte dir einen Gast bringen, der euch hier helfen will, so für ein, zwei Wochen. Er muss in Europa von der Bildfläche verschwinden und ich weiß, dass er bei euch sicher ist." "Aber natürlich, Mister Sam! Sie passen auf uns auf und wenn Sie wollen, dass wir auf den Jungen hier aufpassen, dann tun wir das!" versicherte sie. "Ist Babafemi im Keller?" Sie nickte. "Gut, dann rede ich noch kurz mit ihm und dann verschwinde ich. Danke, Mame." Er wandte sich an Andrea: "Wenn dir einer meiner Angestellten etwas sagt, ist das Gesetz! Hast du das verstanden?" eingeschüchtert nickte Andrea Farese. Sandalephon musterte ihn kurz streng und ging dann aus der Küche um den Kellermeister zu suchen.
"Sie wissen, dass er... er ein Engel ist?" hörte er Andrea Mame fragen. "Ja, natürlich. Mister Sam war schon damals so jung aussehend wie jetzt, als er mich vor vielen Jahren eingestellt hat, er war wie ein Onkel für meine Kinder und wird das auch immer sein und er ist für uns alle hier auf Seraphim Vineyard wie ein Vater. Letztes Jahr hat er uns sogar mit Missis Lucia, seiner Frau, das Leben gerettet. Wir sind hier nicht dumm, Äffchen! Wir wissen genau, warum es nicht "Dale Ponte-Vineyards" heißt, sondern "Seraphim Vineyards"! Und wir wissen, was wir diesem Namen schuldig sind! Guten, ausgezeichneten Wein! Und jetzt kannst du den Brotteig kneten. Die Schüssel steht da abgedeckt in der Ecke!" Sandalephon grinste. "Äffchen... nicht schlecht, Mame..." murmelte er belustigt und betrat den Keller wo er seinen Kellermeister über die Hilfe unterrichtete, die er mitgebracht hatte. Dann kehrte er nach Paris zurück.
Am Dienstagmorgen war Lucifer schon recht früh in die Uni aufgebrochen. Er saß mit seiner Tasse Kaffee, den Ilse ihm noch mitgegeben hatte, bevor er aufgebrochen war, an dem Pult im Vorlesungssaal und öffnete sein Notebook um eine Power Point Präsentation für den heutigen Unterricht präsentieren zu können. Da ihm seine Hiwine ausgespannt worden war, musste er sich zu seinem Missfallen selbst darum kümmern. "Sagt jetzt nicht, dass ihr heute meiner Vorlesung beiwohnt um mich zu beurteilen?" sagte er fast etwas gereizt, als Kat und Sandalephon mit Elisabeth auf dem Arm auftauchten. "Ich war doch schon mal in einer deiner Vorlesungen und du bist echt gut, als Dozent - hast also nichts zu befürchten." Er seufzte und schob seine Gedanken, die ihn etwas ablenkten würden bei Seite um sich auf seine Vorlesung zu konzentrieren. Die Vorlesung erntete, wie schon die gestrige, sehr großen Beifall.
"Wow, deine Vorlesung war echt spannend Onkel Lucifer!" lobte ihn Kat. "Kann ich meiner Frau nur zustimmen, kein Wunder, dass die Studenten so begeistert von dir sind." fügte Sandalephon hinzu. "Danke." murmelte der Höllenfürst etwas abwesend, während er seine Sachen zusammenpackte und mit einem Schnippen alles in sein Arbeitszimmer gezaubert hatte. "Ihr entschuldigt mich, sicher. Ich habe noch etwas zu erledigen." sagte er und verschwand. Die beiden sahen sich verwundert an. "Was hat er denn? Eigentlich wollte ich Onkel Lucifer noch zum Grillen einladen. Nur wir und er, da seine Kinder ja in der Kita sind und Tante Selvi im Museum." sagte Kat. "Ich habe keine Ahnung, was los ist. Ich habe zwar gespürt, dass ihn etwas beschäftigt, aber er verschließt seine Gedanken vor uns." antwortete ihr Mann. Kat nicke. "Ja leider, so wie immer. Er frisst immer alles in sich hinein." fügte sie traurig hinzu.
Lucifer tauchte unsichtbar in der Abteilung auf, wo seine Frau gerade eine Führung hatte. Er war erfreut zu sehen, wie gut sie ihre Sache machte. Und es schien ihr offensichtlich Spaß zu machen. Was aber immer noch nicht erklärte, warum sie diese Lernbücher der Volkshochschule Bremen mit zur Arbeit nahm. Er verfolgte weiterhin unsichtbar ihre Arbeit und folgte ihr anschließend in einen Unterrichtsraum der Volkshochschule Bremen. Er blieb ein paar Minuten und zauberte sich dann etwas entfernt von seinem Haus auf Norderney an den Strand. Er hatte vorerst erfahren, was er wollte. Er zündete sich eine Zigarette an und dachte nach. Ihm war noch nicht ganz klar, warum seine Frau lernen wollte wie man Sprachen unterrichtete.
Nachdenklich sah er auf die Uhr und grinste. Gerade hatte Sandalephon eine Vorlesung... und da Kat und er seiner beigewohnt hatten, würde er sich jetzt mal eine medizinische Vorlesung gönnen. Er erschien im Vorlesungssaal wo neben Kat noch ein freier Platz war auf den er sich niederließ. Die junge Frau grinste ihren Lieblingspaten an und die kleine Elisabeth, die mit in der Vorlesung saß, kiekste leise und wollte zu ihm. Sandalephon schrieb gerade etwas an die Tafel. Ohne sich umzudrehen sagte er: "Herzlich willkommen in meiner Vorlesung, Lucifer.  Für dieses Jahr ist ja schon alles ganz gut durchgeplant und ein medizinischer Exkurs hätte sich vielleicht bei der Vorlesung über die Schlacht an der Milvischen Brücke angeboten, aber bei den anderen... hm..." Der Höllenfürst lächelte. "Na ja... bei "Matrone, Mätresse, Kurtisane und "mulieris meretricis" - Frauenrollen im alten Rom" würde sich ein Exkurs über Geschlechtskrankheiten anbieten und bei "Architektur der Antike und ihr Zweck - vom Aquädukt über den Limes bis zum Straßenbau, vom Kolosseum bis zu öffentlichen Bädern" vielleicht was über Verletzungen auf dem Bau... aber da ihr drei in meiner Vorlesung vorhin gewesen seid, habe ich gedacht, ich schaue mir mal eine von deinen an..."
Sandalephon drehte sich um. "Das ist durchaus legitim. Für alle die es nicht wissen: Das ist Dr. Dr. Lucian Belial Rayne - oder kurz Lucifer - mein gefallener Bruder und nebenbei der gerade im Berufungsverfahren befindliche Dozent für Geschichte der Antike an der hiesigen Universität. Morgen und übermorgen und nächste Woche sind seine Vorlesungen noch "freigegeben" zwecks Beurteilung. Falls Sie also von jemandem der das alles erlebt hat mal was über Geschichte hören wollen, dann gönnen Sie sich das gerne. Montags hätte ich zwar eine Vorlesung, aber wenn Sie sich vorher entschuldigen und was über die Schlacht an der Milvischen Brücke hören möchten, dann drücke ich ein Auge zu..." Der Höllenfürst schnaubte. "Angesichts dessen, dass unsere Flügelpaare mit Augen übersäht sind, wenn wir wollen ist ein Auge lachhaft, Kleiner!" "Musst du das verraten, Großer?" entgegnete Sandalephon lächelnd und fuhr mit seinem eigentlichen Thema fort.
Am Ende der Vorlesung verabschiedete er die Studenten und kam zu seiner kleinen Familie und dem Höllenfürsten. Elisabeth kicherte und wollte zu ihrem Vater. Liebevoll nahm er sie auf den Arm.
"Na dann kann ich dich ja jetzt doch noch auf einen Kaffee einladen. Meinetwegen auch mit einem Schuss Rum oder Whiskey. Du warst heute Vormittag so schnell weg. Was war denn los, Onkel Lucifer?" fragte Kat neugierig. "Ich musste nur etwas wissen, was ich eigentlich schon seit ein paar Tagen überprüfen wollte. Nichts was von Belang wäre." antwortet er. "Aber es beschäftigt dich ziemlich, Großer." "Mag sein. Aber Kaffee mit einem Schuss Whiskey hört sich gut an. Gehen wir?" antwortete er und verschwand um auf der Strandterrasse seines Bruders wieder aufzutauchen. Er machte es sich in einem der Stühle bequem. Kat legte ihr Töchterchen in die Wiege auf der Terrasse und trat hinter ihren Onkel und begann ihn an den Schultern zu massieren, was dieser sichtlich genoss. Kurz darauf kam Sandalephon mit einem Kaffee, einem Tee und einem Irish Coffee zurück. "Maurice hat Petit Fours gebacken und bringt gleich welche raus..." sagte er. Kat spürte, dass ihren Lieblingsonkel etwas beschäftigte. Sie war sich ziemlich sicher, dass ihm dieses Berufungsverfahren nicht wirklich beschäftigte, da er wusste was er geschichtlich drauf hatte und alle seine Studenten und auch andere seine Vorlesungen sehr gut fanden. Gerade als sie ihn fragen wollte, was ihn beschäftigt, da er seine Gedanken immer vor allen verschloss klingelte es an der Tür. Kurz darauf führte Maurice eine völlig aufgelöste Thalia auf die Strandterrasse.
"Lucian, ich muss aus dem Horrorkindergarten im Vatikan raus. Ich halte den Katholenkram nicht mehr aus und selbst wenn du mich unter dem Jahr jetzt nirgendwo anders unterbringen kannst pausiere ich eben und arbeite nur noch für dich. Ich gehe da morgen nicht wieder hin!" sagte sie mit tränenerstickter Stimme. Lucifer, Sandalephon und Kat waren sehr erschrocken über die geschockt wirkende junge Frau. Ihr Chef stand auf und nahm sie kurz freundschaftlich in den Arm, da er sah, dass sie den Tränen nahe war. "Setz dich erst mal und dann erzähle uns in Ruhe, was passiert ist." sagte er beruhigend. "Maurice bring Thalia bitte einen nicht zu starken Schnaps zur Beruhigung und einen Kaffee mit Schuss, natürlich viel weniger als bei Lucifer, das kannst du schon einschätzen." sagte er zu seinem Angestellten. Dieser nickte und verließ sofort die Terrasse.
"Die Obernonne, die eigentlich Christina heißt und aus Bolsena stammt ... möchte, dass ich so ein Mysterienspiel über diese heilige Christina mit den Kindern einübe und vorführe. Ich ... war geschockt, als ich das gelesen habe und  ... ich kann das nicht machen, Lucian! Ich bin einfach gegangen und ... ich will da nicht mehr hingehen. Man kann doch mit Kindern nicht so etwas Grausames spielen." sagte die junge Frau traurig. "Um Gottes Willen!" entfuhr es Katherine. Thalia griff nach dem Schnapsglas und kippte es mit einem Zug hinunter, verzog jedoch das Gesicht dabei, da sie normalerweise nie Schnaps trank und griff dann du ihrem Irish Coffee, den der Butler sanft gemischt hatte. Thalia sah anschließend zu ihrem Chef, der sichtlich geschockt wirkte und ebenfalls erst mal nach seinem Irish Coffee griff und einen großen Schluck trank. "Bitte was? Du sollst mit den Kindern so einen Mist und Horror spielen?" Sie nickte. "Das darf nicht wahr sein! Du gehst da bestimmt nicht mehr hin! Ich merke schon seit einiger Zeit, das es dir nicht gut geht, seit du da bist und du hast ja schon mal erwähnt, dass dich diese Obernonne auf dem Kieker hat. Du arbeitest jetzt erst mal die nächsten Tage nur für mich, bis ich dich wo anders untergebracht habe. Da finden wir schon etwas und da ich ja auch sehr viel Einfluss habe, dürfte das nicht allzu lange dauern." "Danke Lucian. Es war echt eine harte Erfahrung in dem vatikanischen Kindergarten. Zu Anfang dachte ich ja noch ... das Beten ... was ungelogen fünf mal am Tag war kann ich ja noch ertragen und die kleinen Sticheleien der fanatischen Spinnerin, aber das ging jetzt echt zu weit." sagte sie sichtlich beruhigter. "Das glaub ich sofort! Lucifer und ich haben ja sehr viel gemeinsam unter anderen auch die Abneigung gegen diesen ganzen katholischen Fanatismus, von daher voll verständlich." sagte Sandalephon.
"Du kannst doch mal hier auf Norderney im Kindergarten nachfragen, dann bekommen wir gleich einen kleinen Einblick in den Kindergarten. Ich habe nämlich schon darüber nachgedacht Elisabeth dorthin zu bringen. Und so viel ich weiß ist die Leiterin dort eine Freundin von Freya Rass." sagte Kat. Der Höllenfürst nickte nachdenklich. "Oh das wäre sehr schön! Die Insel ist so schön und ich wohne jetzt eh hier und das wird bestimmt schön." sagte Thalia begeistert und hoffnungsvoll. "Na dann, werde ich mich morgen nach meiner Vorlesung mal erkundigen, beziehungsweise mit dir zusammen dort hingehen und wenn du Lust hast, kannst du ja vorher mit in meine Vorlesung kommen. Da sind grad wegen dieses Berufungsverfahrens ohnehin jede Menge anderer Studenten." schlug er ihr vor. Thalia lächelte. "Ich komme sehr gerne mit Lucian. Danke für alles." Er schüttelte kurz den Kopf. "Nichts zu danken! Nicht dafür!" sagte er. Sandy wärst du so nett und würdest dien Kinder in der Kita abholen. Ich denke ich  reite mit Thalia zu Junkmann und leihe ein Pferd für sie aus und reite anschließend mit ihr aus, das bringt sie auf andere Gedanken." "Mach ich gerne." antwortete Sandalephon und verschwand, da es bereits Zeit war die Kinder abzuholen.
Unterdessen schwang sich der Höllenfürst auf seinen schwarzen Hengst und hielt Thalia seine Hand hin. Sie ergriff sie und er zog sie hinter sich auf sein Pferd. Sie umfasste seine Taille um sich an ihm festzuhalten. Sie liehen dieselbe Stute aus, die Thalia beim ersten Mal hatte. Gemeinsam ritten die beiden den Strand entlang um die Insel. Die junge Frau fühlte sich auf dem Rücken der Stute sichtlich wohl und so frei, nach dem ganzen Stress und Ärger in dem vatikanischen Kindergarten. Sie entspannte sich und bemerkte, wie entspannt ihr Chef auf seinem Hengst war. Nach einer Weile in schnellem Galopp, trabten sie gemütlich nebeneinander her und unterhielten sich. Thalia mochte diese lockeren Momente mit ihrem Chef, da er meist gestresst, genervt oder bedrückt wirkte. "Was hältst du davon, wenn ich Junkmann frage, ob diese Stute zu verkaufen ist? Offensichtlich verstehet ihr beide euch sehr gut und nachdem ich dir ja eh ein Pferd kaufen wollte ..." "Lucian! Du musst mir nicht auch noch ein Pferd kaufen. Du gibst mir so viel ... wer hat schon während der Ausbildung so einen tollen Job und einen so verständnisvollen Chef, der mir auch noch ein eigenes Apartment zur Verfügung stellt und ..." "Thalia! Mach dir doch bitte darüber keine Gedanken. Du weißt genau, dass ich mehr Geld habe als ich ausgeben kann und durch meine Geschäfte und Jobs jede Menge Geld verdiene und das Pferd ist ja auch so eine Art  ... na ja es ist auch für deine Arbeit bei mir gedacht, da du dann auch mit meinen Kindern ausreiten kannst." Sie lächelte. "Danke. Wobei ... deine Kinder und deine Nichten und Neffen werden trotzdem drauf bestehen, dass du mit ausreitest, sie mögen dich nämlich sehr gerne und deine Kinder lieben ihren Vater abgöttisch, das sieht und merkt man." Diesmal war er es der lächelte. "Na komm lass uns zurückreiten und mit Junkmann reden." zwinkerte er der jungen Frau frech zu und galoppierte davon. Thalia folgte ihm.
Nachdem Junkmann ihm die Stute verkauft hatte ritten beide zurück nach Hause, brachten ihre Pferde im Stall unter und betraten dann gemeinsam das Haus. "Oh meine Arme!" rief Selvaggia besorgt und umarmte ihr Kindermädchen freundschaftlich. "Sandalephon und Kat haben mir alles erzählt. Ich bin ja auch wirklich sehr katholisch und gehen meinem Mann damit manchmal ziemlich auf die Nerven, aber  ... diese Geschichte ist nun wirklich nicht für Kinder geeignet und wenn du dort gemobbt wirst ..." Lucifer sah seine Frau freudig überrascht an. "Schon gut Selvaggia. Lucian hat mich schon beruhigt, indem er mir eine Stelle hier im Kindergarten auf Norderney verschaffen will." sagte Thalia. "Oh das ist schön! Petra Nagel, die Leiterin dort ist Freyas beste Freundin und wirklich sehr nett und ich nehme mal an gut auf Lucian zu sprechen, da sie von Freya bestimmt nur Gutes von dir gehört hat." sagte Ilse, die letzten Worte mit einem Zwinkern zu ihrem Wahlsohn.
Am nächsten Tag teleportierte er sich zusammen mit Thalia in seinen Vorlesungssaal. Etwas genervt, dass Elisa nicht da war öffnete er seinen Laptop um ein paar Bilder, die er gestern selbst zusammengesucht hatte schon mal herbei zu suchen. Langsam füllte sich der Saal. Neben seinen Studenten mit einigen unbekannten Gesichtern, aber auch einigen, die er aus der gestrigen medizinischen Vorlesung gesehen hatte. Er entdeckte den Unipräsidenten, der erneut in seiner Vorlesung saß. Gerade als er anfangen wollte etwas an die Tafel zu schreiben, verspürte er einen stechenden Schmerz in den Schläfen, was ihn leise aber dennoch hörbar aufstöhnen ließ. Er legte die Kreide ab und griff in seine Jackentasche um eine Tablette zu nehmen. Er schluckte sie mit einem Schluck kaltem Kaffee, der noch auf seinem Pult stand hinunter und verzog dabei leicht das Gesicht. Dann griff er nach der Kreide und schrieb weiter. Wie auch an den Tagen zuvor hielt er eine hervorragende Vorlesung und erntete abermals von einigen Studenten, einschließlich Thalia und Dr. Gentile " Standing Ovations". "Vielen Dank!" sagte er und wirkte dabei leicht arrogant. Was Thalia zum Schmunzeln brachte.
Nach der Vorlesung zauberte er sich und Thalia wieder nach Norderney. Dort servierte llse Thalia einen Kaffee und ihrem Sohn einen Pharisäer. Als sie ausgetrunken hatten liefen die beiden zum Kindergarten, da dieser nicht sehr weit war und Thalia ihn gebeten hatte zu fuß zu gehen. Er merkte, dass sein Kindermädchen sehr aufgeregt war. Er legte ihr beruhigend den Arm um die Schulter. "Wird schon werden. Ich geh mal davon aus, dass dir da nichts dergleichen passiert wie im Vatikan." sagte er grinsend. Als sie im Kindergarten ankamen, wurden sie bereits von der Leiterin erwartet, da Freya schon am Tag zuvor mit ihrer Freundin geredet hatte. "Moin, Herr Rayne. Freut mich Sie auch mal persönlich kennenzulernen. Freya hat schon viel von Ihnen erzählt und ja ich weiß auch, dass Sie der Fürst der Hölle sind und es macht mir nichts aus! Nur falls Sie gefragt hätten." begrüßte ihn die junge Frau locker und grinste. "Und Sie müssen Thalia Kiriaitidou sein?" Thalia nickte und begrüßte Frau Nagel ebenfalls sehr höflich. Sie begaben sich in das Büro um sich etwas zu unterhalten. Thalia erzählte etwas von ihrem bisherigen beruflichen Lebenslauf und auch wie es im vatikanischen Kindergarten ablief. "Ich hätte Sie sehr gerne im Team, könnte Ihnen aber erst ab September eine Stelle als Berufspraktikantin anbieten." sagte sie bedauernd. "Das ist nicht weiter schlimm ich arbeite bis dahin weiterhin als Kindermädchen für Lucian Rayne. Was denkst du Lucian?" fragte sie ihren Chef. "Sicher, wenn es dir nichts ausmacht ein halbes Jahr zu verlieren." Thalia schüttelte erleichtert den Kopf, da sie sich so freute, dass sie aus dem Horrorkindergarten im Vatikan weg war.
"Nun dann, Thalia, freue ich mich darauf, dich im neuen Kindergartenjahr im Team zu haben. Pastor Bente, der ja das eine oder andere hier zu sagen hat - als Pastor im evangelischen Kindergarten - hat schon sein okay gegeben. Ich bin die Petra. Ich würde dir gern die anderen noch vorstellen, nur damit du weißt, mit wem du wahrscheinlich zusammenarbeiten wirst." "Oh, gern. antwortete Thalia und gemeinsam mit ihrem Chef wurde sie von der Leiterin durch die Kita geführt und den anderen Angestellten vorgestellt. Der Höllenfürst nahm Petra Nagel zur Seite. "Ist das ein finanzielles Problem? Wenn Thalia jetzt schon hier ihre Praktikas machen könnte würde ich mich das was kosten lassen - und mit Pastor Bente würde ich das genauso klären können wie mit der Evangelischen Kirche - ich glaube, hier sind die Hannoveraner zuständig, oder? Und genauso mit dem hiesigen Kirchenvorstand... Das wäre nicht das Problem." "Dr. Rayne, es geht nicht um die Bezahlung. Sie wissen schon, dass Praktikanten an sich nicht bezahlt werden, oder?" antwortete Petra Nagel belustigt. "In meiner KiTa im Boulevard werden auch Praktikanten bezahlt. Das ist für mich eine Frage der... Ehre... sozusagen. Ich nutze Angestellte nicht aus und die Berufspraktikanten - männlich wie weiblich - sind und waren meine Angestellten also habe ich sie auch bezahlt! Aber worum geht es sonst, wenn nicht ums Geld?" "Um die Belegung, Dr. Rayne. 3 Kräfte pro Gruppe ist absolutes Maximum... wobei... es gibt ja noch den anderen Kindergarten... ich könnte mal mit der dortigen Leiterin reden... wobei das ein eingetragener Verein ist. Die Leiterin ist Diplom-Sozialpädagogin mit Ergänzung Sonderpädagogik. Der ganze Kindergarten baut auf Frühförderung auf... Da die mit drei Fachkräften auskommen - insgesamt... - vielleicht haben die einen Platz für Thalia... Da könnte es natürlich nicht schaden, wenn sie einen... Gönner hat... der Mitglied im Verein ist und den Verein unterstützt..." Sie grinste.
"Hm... einen Versuch ist es wert... wie heißt die Leiterin?" "Waltraud Wiesenkötter... liebevoll Waldi genannt. Im Kinderhaus arbeiten noch eine Bachelorette für Inklusionspädagogik oder so ähnlich und eine mit Frühförderung und Kinderpsychologie oder so... Ich denke, das wird Waltraud Ihnen gern erklären. Ich rufe mal eben an..." Ihr Blick ging zu Thalia, die sich mit einem der zwei männlichen Kinderpfleger unterhielt. "Wie nett... sie versteht sich mit Asmus..." murmelte sie und verschwand in ihr Büro.
Zehn Minuten später kam sie zurück. "Waltraud erwartet Sie um 16 Uhr im Kinderspielhaus... Das ist in einer Stunde etwa..., Ich denke, das schaffen Sie, oder?" sie lachte leise. Der Höllenfürst lächelte. "Natürlich... nur eins, Frau Nagel: Weiß Frau Wiedenkötter wer ich bin?" Die Kita-Leiterin lächelte: "Dr. Rayne, ganz ehrlich: Nachdem sie hier so medienwirksam an sich - mit Papst und Co, mit dieser lustigen jungen Pastorin im Geistlichen-Team und Pastor Bente dazu - geheiratet haben und nachdem hier seit... drei? Jahren immer ein spektakuläres Silvesterfeuerwerk abgebrannt wird von den... ich glaube Archai? oder Dynameis? Auf jeden Fall wohl von den himmlischen Engeln... wer wüsste das hier inzwischen nicht? Ich denke, die meisten wissen auch, dass Herr Hansen-Archai ein Engel ist, genauso wie Dr. Dale-Ponte, den das hiesige Krankenhaus, soweit ich weiß, für die Gynäkologie gewinnen will - er ist wohl Kinderarzt und Gynäkologe und was weiß ich noch alles... na ja... genug Zeit hatte er ja... und laut Freya zieht ja wohl noch ein mächtiger Engel hier auf die Insel... sie hat mir nicht verraten welcher, aber egal, Dr. Rayne, ich würde mal sagen, Waltraud ahnt zumindest wer Sie sind..." Der Höllenfürst lächelte. "Michael... wobei sein Nachname schon verrät, fast zumindest, was er ist: Archangelos..." Die Kindergartenleiterin sah ihn sprachlos an. "De... der Erzengel Michael?" murmelte sie. Der Höllenfürst nickte. "Ja, und zwar mit seiner Verlobten - und bald hoffentlich Ehefrau, der netten jungen Pastorin Dr. Maria Teufel... Prachtvolles Mädel... wirklich... wäre ich nicht so verliebt in meine Frau und hätte ich mich nicht schon vor langer Zeit in sie verliebt, hätte ich ihm die Maria ausgespannt..." meinte er grinsend.
Kurz vor 16:00 Uhr standen sie vor dem Kindergarten Kükennest. Thalia biss sich etwas aufgeregt auf die Lippe, während sie nach dem Klingeln darauf warteten, dass geöffnet wurde. Kurz darauf öffnete eine Frau mittleren Alters. "Guten Tag! Sie müssen Lucian Rayne sein und Thalia ...? Ich bin Waltraud Wiesenkötter." sagte sie und reichte beiden die Hand. "Guten Tag, Thalia Kiriaitidou . Freut mich Frau Wiesenkötter." antwortete Thalia freundlich. Ihr Chef schüttelte der Frau die Hand und nickte höflich.
"Kommen Sie doch bitte mit ins Büro, da können wir uns ungestört unterhalten." Sie folgten der Leiterin des Kindergartens und nahmen an dem kleinen Tisch in der Ecke Platz. "Sie suchen also eine Stelle als Praktikantin?" fragte Frau Wiesenkötter. "Ja, sonst müsste ich dieses Jahr pausieren und dann ab September das Jahr ganz wiederholen." antwortete Thalia. "Petra sagte mir schon, dass sie momentan voll ist und keine weitere Praktikantin aufnehmen kann. Ich biete Ihnen bis Juli gerne eine Ausbildungsstelle an. Ab September könnten Sie dann in den anderen Kindergarten hier wechseln, Petra sagte schon, dass sie da eine neue Praktikantin brauchen kann und Sie dann gern übernehmen würde. Das ist doch für Sie auch von Vorteil, wenn Sie in mehreren Kindergärten sind während ihrer Ausbildung?" Die junge Frau nicke. "Sicher. Vielen Dank, dass ich dieses Kindergartenjahr noch bei Ihnen dieses Jahr beenden darf." Frau Wiesenkötter lächelte freundlich. "Sehr gerne. Ab wann können Sie anfangen?" Sie könnten zum 1. oder besser 2. Mai anfangen. Kommen Sie doch am Freitag nochmal vorbei und wir machen den Arbeitsvertrag." Thalia lächelte. "Ja gerne und vielen Dank nochmal Frau Wiesenkötter." Sie verabschiedeten sich freundlich und verließen den Kindergarten wieder.
Gemeinsam liefen sie zurück und berichteten am bereits gedeckten Kaffeetisch dem Rest der Familie von Thalias neuer Stelle. Anschließend spielte Thalia noch mit den Kindern ihres Chefs und brachte sie dann nach dem Abendessen ins Bett. "Weißt du, morgen frage ich Papa, ob ich nicht hier in den Kindergarten gehen kann, Thalia." meinte Linnéa. Die junge Nanny lachte leise. "Ach, mikró spourgíti, und was würde dann dein Freund Lucas tun? Oder stell dir Leyla vor. Die mag euch beide auch sehr gern. Und erstmal Sheila! Du weißt doch, wie sehr sie und Sylvie sich immer freuen, wenn du dir noch Nachschlag von etwas Leckerem aus der Küche holst. Dann wissen sie, dass es dir schmeckt." Thalia grinste über das "kleiner Spatz". "Aber die kochen auch toll... na ja... vielleicht nicht... aber zum Spielen in das Spielhaus komme ich bestimmt mal." Thalia gab ihr einen Kuss auf die Wange. "Koimáste kalá, Schlaf gut, lígo ángelos, kleiner Engel." sagte sie leise. Linnéa kicherte. "Ein kleiner Engel bin ich wohl nicht, ich bin Papa viel ähnlicher als Mama... oder meinen Onkeln.... Vielleicht besser lígo diávolos. Thalia lachte leise. "Na dann: Schlaf gut, kleiner Teufel..." flüsterte sie und verließ das Zimmer.
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