Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Hirnlein, Hirnlein, du musst wandern

GeschichteFamilie, Fantasy / P16 / Gen
Catherine Corrigan Derek Rayne OC (Own Character) Rachel Corrigan
01.01.2019
02.01.2019
11
98.787
1
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
01.01.2019 14.165
 
"Hat sich während meiner Abwesenheit eigentlich etwas im Fall getan?" fragte er Sandalephon, da dieser als Vizebotschafter einsprang, wenn er oder Metatron nicht anwesend waren, wenn er nicht schon im Fall involviert war. "Tja, ... Sariel und ich haben uns mal hinter Dr. Watanabe gehängt. sozusagen als "Kollegen". Er ist Hirnchirurg und Neurologe... hat in Osaka ein eigenes Krankenhaus, ein Forschungsinstitut und einen Lehrstuhl an der Uni. Er ist ein Cousin des Firmenchefs von Hayan... Was die Sache natürlich noch undurchsichtiger macht, wenn man betrachtet, dass Astaroth rausgefunden hat, dass Hayan über sein Billig-Laptop Daten sammelt wie eine Krake... oder schlimmer die NSA. Außerdem ist Thalias Schwester mit einem Flugticket geflogen, dass - angeblich - von Ärzte ohne Grenzen kam, aber nie von dort geordert wurde. Und es war bis Athen die Fluglinie Aegian und danach verliert sich die Spur von Calliope." Der höllische Botschafter seufzte. "Mehr habt ihr noch nicht herausgefunden? Ich wünschte der Fall würde schneller vorangehen. Thalia ist manchmal sehr traurig wegen ihrer Schwester. Sie gibt alles in Ausbildung und Beruf, aber ... Selvi und ich merken dennoch, dass sie manchmal in Gedanken ist und dabei sehr traurig wirkt." "Astaroth, beziehungsweise Kendra Hellgate bricht doch demnächst nach Südamerika auf... warten wir doch die Zeit noch ab. Wird sicher interessant..."
Der Höllenfürst seufzte und trank einen weiteren Schluck seines Pharisäers. "Na gut... aber an sich will ich, dass Thalia sich auf die Ausbildung konzentrieren kann. Wo ist sie eigentlich?" "Sie ist gerade bei Sariel und Catherine. Nächste Woche fängt sie doch im Vatikanischen Kindergarten an und musste da die Formalitäten klären. Luigi und Rodrigo haben sie wohl rumgeführt und sie hat die Nonnen da kennen gelernt und so weiter... und da Catherine überlegt - sie wohnen ja schließlich in Rom - ob Stella eventuell da in den Kindergarten kommen soll, sind die beiden mitgegangen und haben sich alles zusammen mit Thalia angeschaut. Sie hat gelacht und meinte, so "bemuttert" worden sei sie schon seit Jahren nicht mehr, wie von uns allen." erklärte Sandalephon grinsend. Der Höllenfürst schmunzelte. "Na, sie fühlt sich aber wohl bei uns, das ist doch schon mal gut. Aber Stella wird ums Verrecken nicht in den Vatikan-Kindergarten gehen, wenn ich die beste Kita in Europa gegründet habe!"
In diesem Moment kam Christian in die Küche zurück. "Jasper ist nicht da, sagt sein Vater. Er ist heute mit seiner Tante Freya, Onkel Henrik und Fenja aufs Festland gefahren, sie kommen erst mit der letzten Fähre zurück. Sagt sein Vater." berichtete der Junge. "Auch gut. Ich muss jetzt auch mal wieder Freya und Henrik besuchen, da Fenja ja auch mein Patenkind ist, und Freya mich schon letztes Mal als wir uns gesehen habe eingeladen hat." überlegte er laut. " Christian  Dann will ich aber mit Papa! Ich finde Fenja so süß." sagte Luca. "Reitest du dann trotzdem mit uns aus? fragte Sophia. "Klar, komme ich mit." antwortete Christian. "Gehen wir denn jetzt reiten, Papa?" fragte Linnéa ungeduldig. "Nicht alle auf einmal. Ja, wir reiten gleich aus, sobald ich ausgetrunken habe und ja, natürlich kannst du mit." antwortete er seinen Kindern. "Aber vorher muss ich Jan und Samantha holen. Die beiden wollen sicher auch mit, genau wie Ainé!" Luciano und Linnéa sahen sich etwas traurig an, weil sie genau wussten, dass die Zwillinge nicht spontan kommen konnten wegen der Zeitverschiebung, denn das Thema hatten sie ja erst. "Papa, meinst du, Tante Freya und Onkel Henrik lassen mich Fenja auf Luna mitnehmen? Du kannst doch bestimmt zaubern, damit sie einen sicheren Sitz im Sattel hat, oder?" Der Höllenfürst lächelte. "Luca, Fenja ist noch so klein und sie ist ein Mensch. Ich finde es ja niedlich, dass du sie so gern magst, aber lass sie erstmal richtig laufen und reden können..." "Ich muss einfach Großvater... also ihn fragen... weil... Fenja ist meine Freundin, denke ich... so wie... wie Luciano und Christina und Lucas und Linnéa... und ich glaube, Christian und Sophia..." Christian verschluckte sich an seinem Kakao. "Bitte?!" fragte er. Sophia kicherte. "Du magst mich! Sonst würdest du mich nicht immer ärgern!" Christian stellte seine Tasse in die Spülmaschine. "Ich bin schon mal im Stall. Ich nehme an ihr kommt auch gleich." sagte der älteste der Kinder und verließ das Haus.
"Lass das mal bitte Luciano. Die Menschenkinder bleiben vorerst so in ihrer Entwicklung wie es für Menschen üblich ist. Wenn dein Großvater es für richtig hält dann gibt er mir die Erlaubnis nachzuhelfen." erklärte ihm sein Vater. Der Junge nickte etwas traurig und verließ dann ebenfalls das Zimmer. Die anderen Kinder folgten ihrem Bruder. Der Höllenfürst zauberte sich zuerst nach Paris um Samantha und anschließend nach Dublin um Ainé zu holen. Die Ponys der beiden Mädchen wieherten laut vor Freude, als sie mit ihrem Onkel im Stall auftauchten. Kurz darauf waren alle Ponys gesattelt und sie konnten ausreiten. Die Kinder genossen den Ausritt mit ihrem Vater und Onkel. Hin und wieder begegneten sie ein paar Insulanern, die einen Strandspaziergang machten. Ein paar von ihnen, die Lucian Rayne, wie sie ihn nannten mochten, grüßten freundlich. Als es zu dämmern begann kehrten sie zurück. Gut gelaunt setzten sich die Kinder an den bereits gedeckten Brotzeittisch. Sariel, Catherine, mit Stella und Thalia saßen auch am Tisch. Sie wurden von den Kindern freudig begrüßt. "Und hat dir der Kindergarten im Vatikan gefallen?" fragte ihr Chef. "Ja, er ist ganz schön eingerichtet. An den streng katholischen Kram muss ich mich erst gewöhnen, aber es ist bestimmt eine gute Erfahrung." Lucifer nickte. "Mmmh." murmelte er und griff nach seinem Glas.
"Am Wochenende seid ihr allein. Ich bin von Freitag bis Montag mit Alma zum Wellnesurlaub in Bad Zwischenahn." informierte Ilse ihre Familie. Sie wurde von allen überrascht angeschaut. "Keine Sorge, Selvi schafft das schon. Sie hat inzwischen ganz gut Kochen gelernt und im Backen hat sie auch sehr große Fortschritte gemacht. Und ihr werdet ja wohl auch mal ein paar Tage ohne eure Mutti und Oma Ilse auskommen!" sagte die rüstige alte Dame, fröhlich. "Was willst du denn in so einem Kaff? Und dazu noch mit deiner alten Schulfreundin, Mutti? Du weißt, dass du überall hin kannst. Ich kann dir sogar locker mit der Alma zwei Wochen Kurlaub in Bad Kissingen mit allen Schikanen zahlen, Mutti! Und theoretisch wäre es auch kein Problem euch ein, zwei Wochen auf eine kleine Kreuzfahrt oder eine Flussfahrt zu schicken - so eine nette Donaufahrt." fragte der Höllenfürst irritiert. "Du kannst jedes Haus, jede Wohnung - abgesehen von der Hölle - nutzen, das ich mal gekauft habe und das im Familienbesitz ist, also auch dir mit gehört, meine Liebe. Ich habe auch was Schickes in Bad Kissingen. Und das ist ein Nobelkurort... Bad Zwischenahn... ts... Mutti, wirklich..." "Och, ich fand das da immer nett. Ich bin da auch schon mit Willem gewesen, mein Junge und Alma hat da auch eine Ferienwohnung! Und das Wochenende ist da das Street Food Festival. Bin mal gespannt was das ist. Hörte sich gut an. Was soll ich alte, einfach gestrickte Frau in so einem Etepetete-Kurort wie Bad Kissingen?"
Linnéa überlegte, dann grinste sie. "Oma, darf ich mit Alma und dir mitkommen? Ich weiß zwar nicht, was ein "Straßen-Essen-Festival" ist, aber Essen hört sich gut an." fragte sie begeistert. Ilse lachte leise. "Ach, so ne lütte Deern wie du will bestimmt nicht mit zwei so alten Schachteln wie Alma und mir rumhängen. Alma ist auch ein wenig... gebrechlicher als ich, Linnéa und... du würdest dich bestimmt mit uns langweilen." "Und du gehst in den Kindergarten, junge Dame!" sagte ihr Vater streng. "Aber man kann auch Ferien machen, andere Kinder machen auch Ferien." protestierte Linnéa. "Du gehst nächste Woche in den Kindergarten. Punkt! Die Woche drauf darfst du Ferien machen und wir werden Urlaub machen. Familienurlaub so zusagen." antwortete er immer noch streng. "Und wo gehen wir hin?" fragten Sophia und Luca. "Das ist eine Überraschung!" antwortete diesmal ihre Mutter. Die Kinder standen auf und gingen nach oben in ihre Zimmer zum spielen. "Worüber denkst du nach, mein Junge?" fragte Ilse. "Über das neue Semester. Ich muss mir ja noch Gedanken machen, über meine Vorlesungen, beziehungsweise es sind ja zwei Vorlesungen und zwei Seminare. Die Vorbereitung für diesen Christentumskram habe ich ja an Julien Dubois abgegeben. "Die Schlacht an der Milvischen Brücke und ihre Folgen - wahrer Geisteswandel oder konstantinische Machtpolitik und Berechnung?". Aber über die anderen Themen muss ich mir selbst Gedanken machen und ausarbeiten und ich möchte dieses Semester ein paar Exkursionen einbringen, wie zum Limes nach Deutschland und zum Hadrianswall in Schottland, das Kolosseum bietet sich ja auch an und na ja in eines der vatikanischen Museen muss ich dann wohl auch, das hat Rodrigo mir mehr der weniger nahegelegt." überlegte er laut. "Du willst alle deine Studenten in ein anderes Land beamen? Geht das denn, denn wenn du uns mitnimmst, dann nimmst du immer die Hand, oder berührst uns und du kannst unmöglich ..." Er unterbrach sie mit einem kurzen Lachen.
"Mutti, ich bin der mächtigste der Engel ... es ist anspruchsvoller und kostet mich einiges an Energie, aber es ist möglich." Ilse grinste ihn an. "Aber ich finde die Ideen mit den Exkursionen sehr gut. Deinen Studenten wird das gefallen." Er lächelte. "Denke ich auch. Es nimmt zwar mehr Zeit in Anspruch, aber mit Exkursionen wird der Unterricht lebendiger und man lernt besser. Ich habe im neuen Semester eh von Montag bis Donnerstag und das Berufungsverfahren kommt dann wohl auch irgendwann." Etwa eine Stunde später wurden die Kinder gerichtet und zu Bett gebracht.
Ein paar Tage später, einem Freitagmittag stand Selvaggia in der Küche und kochte Spaghetti Bolognese, als ihr Mann die Küche betrat. "Was machst du?" fragte er überrascht. "Na das siehst du doch, ich koche! Christian braucht etwas Warmes, wenn er aus der Schule kommt und da Ilse mit ihrer Freundin weg ist. Spaghetti mag er bestimmt. Ist Christian über die Ferien wieder in Irland?" erkundigte sie sich bei ihrem Mann. "Ja , Philipp und Astaroth kommen nachher vorbei und holen ihn ab." Etwa eine viertel Stunde später saßen Selvaggia, ihr Mann und Christian gemeinsam in der Küche und aßen die Spaghetti. "Schmeckt sehr gut, Tante Selvi." Selvaggia lächelte ihren Neffen erfreut an. "Danke, das freut mich." Gegen Abend tauchten Christians Eltern auf, um ihn für die zwei Ferienwochen nach Irland zu holen. Der Junge verabschiedete sich von seinem Onkel und dessen Familie. "Danke Lucifer." sagte Astaroth, als auch er sich nach einer Tasse Kaffee wieder verabschiedete. "Wofür?" fragte ihn sein Bruder und Chef. "Dafür, dass Christian während der Schulzeit bei dir wohnen kann und du ... na ja du übernimmst in der Zeit ja sozusagen die Vaterrolle und auch dir vielen Dank, Selvi." Die schöne Hexe lächelte. "Nichts zu danken. Christian ist so ein lieber Junge." Nachdem seine Eltern mit Christian weg waren, aßen die Kinder noch die Reste des Mittagessens. "Das war sehr lecker, Mama." sagte Luciano, bevor er aufstand. Selvaggia lächelte und war glücklich, dass ihr Essen den Kindern geschmeckt hatte. Etwa eine Stunde später wurden sie von Thalia für das Bett fertig gemacht und von ihrem Vater ins Bett gebracht. Die Kinder hatten darauf bestanden, dass er das übernehmen sollte.
"Wann genau fängst du jetzt in dem vatikanischen Kindergarten an, Thalia?" wollte Selvaggia wissen, als die junge Frau noch mit ihren Arbeitgebern im Wohnzimmer bei einer Tasse Tee, den Selvaggia gemacht hatte zusammen saß. Ihr Chef gönnte sich einen Kaffee mit einem Schuss Whiskey, da Ilse nicht da war, um ihn mit einem Pharisäer zu verwöhnen. "In zwei Wochen, nach den Osterferien." antwortete sie.
"Bevor ich es vergesse, Thalia. Du hast die Woche nach Ostern Kindergartenfrei, auch wenn dieser geöffnet hat. Wir machen mit den Kindern Winterurlaub in meinem Haus in Kanada und wollen dich gerne dabei haben. Linnéa wäre bestimmt sehr enttäuscht, wenn du nicht mitkommen würdest." Thalia lächelte. "Ich komme gerne mit. Danke, dass du mich vom Kindergarten befreit hast."
Das Wochenende verbrachten sie mit Ausreiten, Lucifer hatte auch die Zwillinge von Derek und Rachel geholt, so wie Jan und Samantha. Christian und Ainé bleiben diesmal bei ihren Eltern, da diese ihren Sohn erst gestern abgeholt hatten.
Jasper traute sich das ganze Wochenende nicht her. Am Montagabend kehrte Ilse zurück. "Wie war euer Wochenende ohne mich?" fragte die alte Dame. "Wir sind sehr gut klargekommen. Selvi hat dich mit Essen kochen ganz gut vertreten. Sie hat sehr gut gekocht, war richtig lecker, aber du hast mir gefehlt Mutti. Hattest du denn Spaß in Bad Zwischenahn?" erkundigte er sich. Selvaggia strahlte innerlich. Sie freute sich, dass ihr Mann gerade ihr Essen gelobt hatte, da er das ganze Wochenende nichts dazu gesagt hatte und sie sich nicht sicher war, ob es ihm auch geschmeckt hat. "Ja danke. Ich hatte ein ganz tolles Wochenende, aber jetzt gehe ich ins Bett ich bin doch ziemlich müde. Wir sehen uns dann morgen früh wieder. Schlaft gut." "Du auch, Mutti."
Am nächsten Morgen saßen alle gemeinsam am Frühstückstisch. Die Kinder, die sich sehr freuten, dass Oma Ilse wieder da war, hatten sich erkundigt wie es war und Ilse erzählte voller Freude. Nach dem Frühstück spielten die Kinder mit Thalia. Der Hausherr hatte sich in sein Arbeitszimmer zurückgezogen und begann an seinem Notebook seine Lesungen für das neue Semester vorzubereiten. Das christliche Thema hatte er wieder Julien Dubois übergeben. Er war sich im Klaren darüber, dass er den jungen Mann in Bezug auf die Vorlesungen ganz schön ausnutzte, aber er war sehr froh darüber, dass er sich somit über diese christlichen Geschichtsthemen keine Gedanken zu machen brauchte. Der junge Theologe arbeitete die Skripte immer ganz gut aus. Somit musste er sie nur nochmal durchlesen und die ein oder andere Stelle ändern, um es in seinen Worten lebendiger und interessanter wirken zu lassen.
Als er gerade mit seiner Vorlesung über Befestigungswälle beschäftigt war, bekam er eine E-Mail von Julien. Er rieb sich kurz die Schläfen, öffnete die Datei und speicherte den Inhalt in seinem Uniordner, da es sich um eines seiner christlichen Themen in dem neuen Semester handelte. Anschließend widmete er sich wieder seinem Skript. Als er eine Weile später die Küche betrat, um Ilse um einen Pharisäer zu bitten, verdrehte er genervt die Augen wegen des ganzen Osterdekokrames, den die beiden Frauen auf dem Tisch ausgebreitet hatten. "Mutti machst du mir bitte einen Pharisäer, damit lässt es sich besser denken." sagte er ohne auf die Osterdeko einzugehen.
Am Nachmittag bastelte Thalia mit den Kindern Ostereier zum Aufhängen. Lucifer zog sich wieder in sein Arbeitszimmer zurück. Ihm kam das gerade recht, dass er noch die Skripte für seine vier Kurse, die er in dem neuen Semester hatte vorbereiten musste, so konnte er wenigstens dem Ostergedönse, wie er es so schön nannte etwas aus dem Weg gehen. Er sandte an seine Hiwi eine Mail mit den Unterlagen für die erste Vorlesung und bat sie, die gedruckten und gebundenen Gesamtskripte des letzten Semesters an die Studenten auszuhändigen, die an den Seminaren teilgenommen hatten. Elisa Tardi antwortete ihm umgehend und versprach sich gewissenhaft darum zu kümmern. Er grinste, als er das Postskriptum las: "Meine Mutter hat übrigens ein Vorstellungsgespräch bei einem Medizinprofessor namens Bragi. Ich habe Ihren Schwager nicht nach seinem Nachnamen gefragt... aber... ist er das? Es geht um Unterstützung im Haushalt und etwas "Kind hüten" wie sie sich ausdrückte. Sie haben nicht zufällig was damit zu tun? Zu dem Job gehört wohl auch eine große Dienstwohnung - und die liegt wohl im Haus von Sam und Kat in Rom..." Mit einem leisen Lachen antwortete er ihr via Mail: "Zu Ihrem P.S.: Bragi ist der Nachname meiner Frau gewesen - und ja, es ist auch der Nachname, den mein Bruder Sariel - oder Sandro Ariel - gewählt hat. Ich hatte Ihre Mutter eigentlich Sam und Kat ans Herz gelegt aber Kat nimmt ihre kleine Elisabeth mit in die Vorlesungen und sonst ist sie auch oft bei Sariel und Catherine - Stella ist ja nicht sehr viel älter. Ich hoffe, Ihre Mutter sagt Sariel und Catherine zu. Gruß, Lucian Rayne."
Die Woche verlief ereignislos. Am Osterwochenende saß die Familie gemütlich zusammen. Die Kinder durften am Strand auf Eiersuche gehen.
Am Dienstag nach Ostern brachen sie in Lucian`s Blockhaus in den Bergen von Kanada auf. Ilse und Thalia, die zum ersten Mal hier waren, waren sehr begeistert. "Es ist wunderschön hier." sagte Ilse, als sie an der Terrassentür stand und auf eine tief verschneite Winterlandschaft blickte. "Das ist das schönste Blockhaus was ich je gesehen habe." Die Wände waren aus Holz, die Einrichtung war gemütlich und einladend. Es war sehr schön eingerichtet. Die Möbel, Deko und alles andere passte super zusammen und strahlte einen gewissen Luxus aus, der aber nicht übertrieben war. Die Kinder wollten sofort raus zum Schlittenfahren, Schneemann bauen und spielen. "Erst bringt ihr mal eure Sachen in die Zimmer und dann ziehen wir uns an und können nach draußen gehen, wenn eure Eltern nichts dagegen haben." sagte Thalia bestimmend. Die Kinder gehorchten und brachten ihre Sachen nach oben. Ihre Eltern lächelten zufrieden. "Sicher könnt ihr nach draußen gehen. Lasst euch Zeit, bis zum Mittagessen sind es noch mindestens drei Stunden." sagte er grinsend und sah seine Frau kurz an. Diese grinste zurück. "Ich ziehe mich dann mal in die Küche zurück und koche uns etwas Leckeres, ich habe für heute etwas mitgenommen, dann könnt ihr auch mal wieder eure Zweisamkeit genießen." sagte llse nachdem auch Thalia nach oben gegangen war und verschwand in der Küche.
Der Höllenfürst zog seine Frau in die Arme und küsste sie leidenschaftlich. Er nahm ihre Hand und zog sie mit sich die Treppe nach oben in den ersten Stock. Auf dem Treppenabsatz hielt er kurz an, drückte seine Frau sanft an die Wand und küsste sie abermals leidenschaftlich. In diesem Moment kam Thalia mit den Kindern herunter. Er hielt in der Bewegung inne und ließ seine Hand, die sich gerade unter der Bluse seiner Frau befand auf deren Hüfte ruhen. Thalia lächelte bei dem Anblick. Sie hatte ihren Chef noch nie so leidenschaftlich gesehen. Als sie vorbei waren hob der Höllenfürst seine Frau hoch und trug sie ins Schlafzimmer.
"Endlich haben sie sich wieder lieb!" sagte Linnéa und hüpfte freudig die Treppe hinunter. "Sie hatten sich auch vorher lieb. Deine Eltern haben sich nur heftig gestritten und  ..." "Sie streiten sehr oft!" unterbrach Linnéa ihr Kindermädchen. "So lange sie sich immer wieder versöhnen und ich habe das Gefühl, dass sich deine Eltern wirklich sehr lieben. Mach dir da also nicht so viele Gedanken."
Am nächsten Morgen saßen sie gemeinsam am Frühstückstisch. Sie unterhielten sich gut gelaunt, nur der Hausherr schwieg wie immer und war vor seinem zweiten Kaffee nicht wirklich zu genießen. "Lucian. Ich würde gerne nachher in den Ort, oder Stadt fahren um Lebensmittel für die Woche zu kaufen. Ich weiß du könntest auch zaubern, aber ich möchte gerne was sehen, wenn ich schon mal in Kanada bin. Du hast doch ein Auto hier und es gibt einen Ort, der nicht zu weit weg ist?" fragte Ilse ihren Sohn. Dieser seufzte. "Ja ich habe einen Geländejeep in der Garage stehen und mit dem Auto brauchen wir etwa eine halbe Stunde bis in den nächsten Ort." antwortete er. "Na das geht ja." "Ich bleibe mit Allegra hier und gebe ihr dann das Fläschchen, wenn sie aufwacht." sagte Selvaggia. "Wir bleiben bei Mama!" fügten die Zwillinge hinzu. "Und ich würde auch gern mitkommen, wenn es recht ist." fragte Thalia. Ihr Chef nickte nur.
Etwa eine halbe Stunde später fuhren sie sie in dem schwarzen Geländewagen in den Ort. Der Höllenfürst lenkte den Wagen sicher durch die schneebedeckte Landschaft. In dem kleinen Ort kaufte Ilse in dem Supermarkt alles ein um die ganze Familie eine Woche lang mit Essen zu versorgen. Er kaufte sich noch eine Flasche Whiskey und bat Ilse und Thalia sich auch etwas für die Abende auszusuchen. Anschließend packten sie ihrem Einkauf in den Kofferraum und liefen noch zu einem kleinen Spielzeugladen, in dem sich die Kinder etwas aussuchen durften. Sie hatte auch etwas für die Zwillinge und Allegra mitgebracht. Sie verbrachten die Woche mit Schlittenfahren, Schneemänner bauen und toben im Schnee. Die Kinder genossen den Winterurlaub und brachten manchmal auch ihren Vater dazu mit ihnen Schlitten zu fahren.
Die Woche darauf am Montag saßen alle schon sehr früh am Frühstückstisch, auch Christian war wieder da, da die Schule auch wieder losging. Nach seinem ersten Kaffee erhob sich Lucifer. "Christian, sag Jasper Bescheid, dass er nach der Schule wieder mit hierherkommt. Er weiß schon warum. Ich muss los. Der Unipräsident hat heute alle Lehrkräfte schon eine Stunde früher in die Uni zitiert. Als er dort ankam traf er auf Sandalephon. "Moin Lucifer. Du siehst aber etwas mitgenommen aus." stellte sein Bruder fest. "Kopfschmerzen. Zu lange nicht in der Hölle gewesen und nur einen Kaffee heute Morgen." murmelte er. Sandalephon verdrehte wissend die Augen, zog aber eine Schachtel mit Tabletten aus seiner Hosentasche. "Vermutlich hast du davon keine mehr..." sagte er und drückte sie dem Höllenfürsten in die Hand. "Danke... du bist wie immer die Rettung für meine Laune." "Glaub ich kaum... ich habe was von "Pflichtgottesdienst" munkeln gehört - zum Semesterstart. Wir haben ja beide sozusagen mitten im letzten Semester begonnen... da ist der Kelch wohl an uns vorüber gegangen... bisher..." murmelte Sandalephon. "Ach komm.… so ein halbes Stündchen Beten in der Aula werden wir wohl überstehen." meinte der Höllenfürst. "Aula? Ne, Petersdom!" murmelte sein Bruder. Der Höllenfürst sah ihn entsetzt an. "Schei...benkleister!" murmelte er. "Ich sollte mit Professor Gentile reden, dass er mir das erspart... Und wenn das jeden Semesterstart so ist - schönen Dank auch!" Sandalephon seufzte. "Der Vatikan hat - inoffiziell - ein Mitspracherecht bei den Besetzungen. Da kommt es nicht gut, wenn ein angehender Professor sich versucht um die Messe zu drücken. Auch wenn unsere Religion ja als evangelisch-lutherisch, beziehungsweise reformiert angegeben ist... Wenigstens brauchen wir dadurch diese Hostie nicht runterwürgen."
"Das ist mir so ziemlich egal. Die wollen mich an der Uni behalten - also werde ich einmal mitmachen - und danach können die mich mal Kreuzweise mit diesem Gottesdienstgedöhns! Rodrigo weiß wie ich im Vatikan reagiere. Schon schlimm genug, dass ich mit dem einen Kurs über Götter der Antike in die Museen gehen werde!" "Wie ihr alle wisst, außer unseren beiden Neuzugängen, findet morgen dieses Jahr morgen Vormittag um halb zehn unser Gottesdienst zum Semesterstart im Petersdom statt. Ich bitte alle Lehrkräfte daran teil zu nehmen." sagte der Unipräsident. "So kann man es natürlich auch ausdrücken." murmelte der Lucifer und rieb sich die immer noch schmerzenden Schläfen und ließ ein Glas Wasser in der Hand erscheinen um eine der Tabletten zu nehmen. Da an der Universität in Rom so ziemlich bekannt war, wer die beiden - Sandalephon und er - waren, war das kein Problem mit dem zaubern, wenn es sein musste.
"Aber dann bestehe ich auch Wiederholung der verpassen Kurse. Denn sonst fehlt den Studenten ja der Kurs. Wie und wann die Kurse angesetzt werden ist egal, darf jeder für sich selbst entscheiden." meldete sich einer der älteren Professoren zu Wort. Sandalephon und Lucifer verdrehten die Augen. "Das ist wieder typisch für den, nur kein Stress, das mal in einer anderen Stunde aufzuholen." sagte Sandalephon. "Nichts dagegen! Dann wird das so gemacht und jeder entscheidet selbst wie und wann er den Kurs nachholt. Und ich möchte Dr. Sam Dale Ponte und Dr. Lucian B. Rayne für ihr spontanes Einspringen im letzten Semester danken und auch, dass uns beide dauerhaft erhalten bleiben. Denn ich habe bisher nur Gutes gehört, die Lehrveranstaltungen, ganz gleich ob Vorlesungen oder Seminare in Medizin und Geschichte macht offensichtlich wieder mehr Spaß. Wie ihr wisst fand Geschichte der Antike in den letzten Jahren wenig Anklang, aber für dieses und auch schon das nächste Semester haben wir in diesem Fach dieses Jahr noch mehr Anmeldungen, deshalb wird Dr. Rayne ab diesem Semester vier Tage die Woche unterrichten. Ich hoffe, es macht Ihnen keine Umstände Dr. Rayne, weil ich Ihnen das jetzt so kurzfristig aufgehalst habe. Der gefallene Engel lächelte noch etwas gequält, weil die Wirkung der Schmerztablette noch nicht eingesetzt hatte. "Kein Problem!" antwortete er. "Sehr schön." sagte der Unipräsident und warf Sandalephon einen besorgten Blick zu, da ihm dies nicht entging. "Dann wünsche ich allen einen schönen Start in das neue Semester."
"Lucian kommt klar. Er ist hart im Nehmen und ich habe ihm wieder neue Tabletten gegeben. Er ist leider viel zu stolz um zu bitten, aber ich habe ein Auge auf ihn. Lucian wird Sie nicht enttäuschen, er bringt fast volle Leistung auch wenn er gesundheitlich angeschlagen ist, das haben sie ja auch schon selbst bemerkt." sagte Sandalephon beim Verlassen des Raumes, weil er bemerkt hatte, dass Dr. Gentile schon wieder sehr beunruhigt war.
"Kommen Sie morgen auch mit in den Petersdom, Dr. Rayne?" fragte eine seiner Studentinnen, plötzlich während der Vorlesung aus Neugier, da sie ja alle wussten wer ihr neuer Dozent war. "Muss ich ja wohl!" antwortete er wenig begeistert. "Sie können ernsthaft den Petersdom betreten? Ich dachte immer dem Teufel, also Ihnen sei der Zutritt in Gotteshäuser verwehrt." fragte ein anderer Student. Der Höllenfürst seufzte. "Das war auch so, bis die Botschaft in Paris gegründet wurde und ich als höllischer Botschafter wieder eng mit dem Himmel zusammenarbeite, sozusagen auch teilweise für meinen Vater - Gott und ... nun ja er hat mir den Zutritt in alle Gotteshäuser wieder gewährt, nur ... im Vatikan fühle ich mich extrem unwohl, der Petersdom hat irgendwas an sich ... Ich weiß aber selbst nicht wirklich warum. Denn Notre Dame zum Beispiel mag ich total gerne, da empfinde ich auch keine so extreme Abneigung. Na ja, da muss ich jetzt durch. Aber jetzt wird was getan, sonst kommen wir heute nicht weit." sagte er und begann mit seiner Vorlesung.
"Mutti, machst du mir heute bitte einen deiner starken Pharisäer?" fragte er die ältere Dame. "Seit wann trinkst du denn jetzt schon zum Frühstück einen Pharisäer?" fragte Selvaggia ihren Mann überrascht. "Weil ich mir heute so eine vermutlich wieder ewig dauernde Messe im Petersdom antun muss. Pflichtmesse zum Semesterstart." murmelte er.
In der ersten Stunde, die nach etwa einer halben Stunde abgebrochen wurde um zur Messe gehen zu können, war er sichtlich nervös und sein Magen meldete sich wieder wie immer, wenn er den Petersdom oder den Markusdom betreten musste. Dies entging auch seinen Studenten nicht. "Ist alles in Ordnung, Dr. Rayne?" fragte einer seiner Studenten. Er gab keine Antwort, sondern lachte nur bitter. Fünfzehn Minuten später stand er mit einer Zigarette in der Hand an dem vatikanischen Obelisken in der Mitte des Petersplatzes gelehnt. Mit der anderen Hand rieb er sich über den Magen und versuchte das aufkommende, beklemmende Gefühl irgendwie zu ertragen. Sandalephon trat neben seinen Bruder. "Lucifer?" Der Höllenfürst sah Sandalephon an. Dieser sah sofort, dass es ihm nicht gut ging. "Komm erst gar nicht auf die Idee - deine Medizin hilft in diesem Fall nicht." Sein Bruder nickte bedauernd. "Na komm schon, Großer!" sagte er, als die Glocken des Petersdoms läuteten. Mit einem Seufzen folgte er seinem Bruder zum Eingang. Als sie sich gerade in eine Bank setzen wollten erstarrte der Höllenfürst. "Ich glaub ich sehe nicht richtig! Sandy sag mir bitte, dass das eine Halluzination auf Grund der Anspannung oder so ist." sagte er, als er Luciano und Luca bei dem Papst an der Seite stehen sah. "Das ist keine Halluzination, ich sehe sie auch."
Sandalephon legte ihm beschwichtigend die Hand auf die Schulter. "Luca mag seinen Paten echt gern und er sieht Rodrigo so selten. Sei nicht böse mit deinen Jungs, und außerdem hast du mit dir selbst zu tun, um die Messe zu überstehen." Der Höllenfürst lächelte bitter. Dann gesellten sich die beiden zu den Kindern und dem Papst. Einige der der Studenten und Lehrkräfte einschließlich des Unipräsidenten Dr. Gentile sahen überrascht wie die beiden vom Papst mit Handschlag begrüßt wurden und locker mit ihm redeten. "Was habt ihr hier zu suchen?" fragte der Höllenfürst seine beiden Jungs streng. "Papa, bitte nicht schimpfen, ich wollte doch so gerne mal wieder zu Onkel Rodrigo und der ist immer so beschäftigt. Wie du auch, aber dich haben wir ja trotzdem, weil wir bei dir wohnen, aber ... " "Schon gut! Ich schimpfe ja gar nicht." unterbrach er seinen Sohn. "So ihr beiden geht dann mal mit eurem Vater und eurem Onkel in die Bank. Wenn ihr dürft, dann könnt ihr gerne nach der Messe noch bleiben, wenn euer Vater es erlaubt. Der Höllenfürst nickte. Gemeinsam mit den Kindern setzten sie sich in eine Bank in der noch Plätze frei waren. Ihnen entgingen nicht die neugierigen Blicke der Studenten und Kollegen. "Danke." flüsterte Lucifer, als er merkte, dass Sandalephon ihm nach etwa einer Stunde, etwas himmlische Energie schenkte um besser durchzuhalten, als dieser merkte wie sein Bruder immer blasser wurde und Mühe hatte die negativen Gefühle und die dadurch auftretenden körperlichen Schmerzen und Beklemmungen zu ertragen.
"Sandy, sei bitte so nett und richte Rodrigo schnell aus ich warte vor dem Petersdom auf ihn. Ich muss endlich hier raus!" sagte er sichtlich gestresst und verließ fast rennend den Petersdom. Als er draußen war zündete er sich wieder eine Zigarette an um seine Nerven wieder in den Griff zu bekommen. "Ich rede mit Rodrigo und sag dir Bescheid, wenn wir bei ihm im Arbeitszimmer sind." hörte er Sandalephon noch. "Waren das ihre Kinder Dr. Rayne?" fragte eine neugierige Studentin. Er nickte. "Die sind aber echt süß. Wann werden Sie eigentlich den Kurs nachholen?" wollte sie noch wissen. "Das besprechen wir nächste Woche in der Vorlesung. Ich möchte keinen Termin ansetzen, wo eventuell die Hälfte gar keine Zeit hat." antwortete er freundlich. "Das ist gut. Einen schönen Tag wünsche ich noch." Er erwiderte es mit einem Nicken. Kurz darauf kam die Mitteilung von Sandalephon dass der Papst und die beiden Kinder im päpstlichen Arbeitszimmer waren - mit ihm. Er erschien im Vorzimmer, grüßte Luigi und ging auf dessen Winken geradewegs ins Büro des Papstes, wo er besorgt gemustert wurde. "Dürfen wir jetzt bleiben, Papa? Bitte!"  bettelte Luca seinen Vater an. Dieser nickte. "Ich hole die beiden dann gegen Abend ab und bringe sie zu euch, Lucifer, dann musst du heute nicht nochmal her." bot Sandalephon an. "Danke Sandy!" sagte er erleichtert. "Melde dich mal bei mir Rodrigo, um mal etwas auszumachen, dass du mal wieder nach Norderney kommst, zum Kaffee. Wenn du mal Zeit hast. Die Kinder würden sich freuen."  "Ich habe schon mit Sandalephon gesprochen. Im Sommer werde ich mit Korporal Lederle und zwei weiteren Leibwächtern aus den Reihen der Schweizer Garde kommen und bei Katherine und ihm, oder besser in ihrem Haus wohnen und die beiden verbringen die vier Wochen dann mit Elisabeth in Rom oder in "Downunder". Mildred und Sean wollen die Kleine auch sehen." "Oh, prima! Kannst du reiten, Onkel Rodrigo?" rief Luca. "Ja, kann ich. Ich bin immerhin auf einer Hazienda aufgewachsen."
Gemeinsam verabschiedeten sie sich und dann verschwanden die beiden. Der Höllenfürst hörte Sandalephon leise lachen. "Was ist?" "Ich hoffe, Herr Junkmann hat ein Pferd für Rodrigo - und ich hoffe, wenigstens einer der Gardisten kann reiten... Wird eine ziemliche Überraschung für die Jungs von der Garde, denke ich..." "Notfalls muss ich Pferde anschaffen. Du kannst ja auch mal mit den Kindern ausreiten. Immerhin hast du Linnéa diese drei kleinen Stinker geschenkt." Sandalephon lachte laut auf über den grummeligen Ton in der Antwort seines Bruders. Linnéa liebte ihre drei Schafe, die momentan auf den Deichen grasten und bei der Herde des Deichschäfers mitliefen. "Ich glaube, ich gehe am Wochenende lieber mal mit den Kindern ins Bademuseum... Badekultur, Bademode... ich denke, das gefällt auch Kat."
Er erschien wieder in seinem Haus auf Norderney und bediente sich an der Bar mit einem doppelten Whiskey, den er mit einem Schluck hinunter kippte, bevor er sich auf das Sofa fallen ließ. Ilse die sich gerade im Wohnzimmer befand beobachtete ihn sehr besorgt, da sie noch nie mit den beiden im Petersdom war, hatte sie ihn so noch nie gesehen. Sie stellte fest, dass er sehr blass, fast krank aussah. "Lucian? War es so schlimm für dich im Petersdom?" Er nickte schwach. "Kann ich irgendwas für dich tun?" "Nein Mutti. Lass mich einfach hier liegen und regenerieren, so zu sagen. Medizin hilft in diesem Falle leider nicht." antwortete er flüsternd. "Ich glaube, ich rede mit diesem Dr. Gentile mal ein ernstes Wort! Wenn dieser Besuch im Vatikan dich so fertig macht, da kann er was erleben!" meinte Ilse. Das Telefon klingelte und die alte Dame nahm ab. "Was? Gut, ich denke... ja..." hörte der Höllenfürst sie murmeln. "Was ist denn, Mutti?" "Das war Frau Mahmouri, die Kindergärtnerin von Luciano und Luca. Die beiden sind verschwunden, sagt sie." "Weiß ich, die sind im Vatikan. Kannst du ihr sagen. Ich rede nochmal ein erstes Wort mit den beiden, damit sie sich nächstes Mal abmelden." seufzte der Höllenfürst, hörte noch wie Ilse das Fahrida Mahmouri mitteilte und auflegte. "Sie lässt danken." sagte seine Mutti zu ihm, doch er war schon eingeschlafen. Ilse nahm eine Decke vom Sessel und deckte ihn fürsorglich zu.
Gegen Abend kam Sandalephon mit Luca und Luciano. "Oh Papa, Onkel Rodrigo war mit uns wieder in einem der Museen, das war voll spannend!" rief Luca begeistert. "Ja? Und ihr beide habt vergessen euch bei Fahrida abzumelden, oder?" fragte der Höllenfürst streng. "Ähm... ups..." murmelte Luciano und errötete. "Das nächste Mal meldet ihr euch! Vor allem wenn ihr vom Mittagsschlaf und vor dem Essen verschwindet! Die haben die Kita nach euch abgesucht!" "'tschuldigung Papa..." flüsterte Luciano. Selvaggia räusperte sich. "Das macht ihr bitte nie wieder!" sagte sie streng. "Ja, tut mir leid, Mama, ich habe... ich wollte doch Onkel Rodrigo sehen und da habe ich Luciano überredet..." wisperte Luca. "Dagegen habe ich ja nichts, aber ihr müsst euch in Zukunft abmelden!" "Da stimme ich eurer Mutter zu!" bekräftigte der Höllenfürst. "Machen wir..." versprachen beide. "Onkel Sandalephon, kannst du eigentlich auch reiten?" fragte Luciano. Der lachte. "Ja, das können wir alle, also eure Onkel. Eigentlich kann auch Astaroth reiten - nur mögen es manche lieber als andere..." Er wandte sich an Linnéa: "Übrigens lässt Schäfer Romstede fragen, ob du die Wolle von deinem Trio haben möchtest. Er sagt, die wäre sehr schön und ungewöhnlich weich und irgendwie hätten deine drei Lieblinge eine Abneigung gegen Dreck - anders als die anderen Deichschafe... Er meinte, Ilse könne dir da sicher einen schicken Pulli für den Winter draus stricken." "Oh ja, einen Pulli aus Wolle von Kitty, Saphi und Lulu!" rief die Kleine und sah Ilse erwartungsvoll an. "Kannst du mir da einen Pulli draus machen, Oma?" Die alte Dame lachte und nickte.
"Ich verschwinde dann mal zu meinen Lieben. Übrigens: am Ersten Juli kommt Rodrigo nach Norderney um hier in Ruhe Urlaub zu machen - statt auf Castell Gandolfo, wo die anderen Päpste bisher Urlaub machten." Luca strahlte bei den Worten seines Onkels. Der Rest der Woche verlief recht ruhig. Die Kinder waren in der Kita, die Erwachsenen arbeiten waren oder an der Universität, beziehungsweise im Museum. Ilse sah mit Missfallen zu, wie Selvaggia und Lucifer abends beide vor ihren Notebooks saßen und daran arbeiteten und kaum miteinander redeten. "Müsst ihr immer an diesen Dingern sitzen?" fragte sie Mittwochabend traurig, da sie überlegt hatte, ob die beiden sich wieder gestritten hatten. "Ich habe in den Semesterferien fast nichts für meine Vorlesungen vorbereitet. Und da ich jetzt von Montag bis Donnerstag jeweils Doppelstunden gebe muss ich das jetzt nachholen." murmelte ihr Sohn. "Auch, wenn Elisa Tardi mir eine Menge abnimmt - genauso wie ich Julien Dubois einiges aufdrücke, aber ich muss mich vorbereiten, Mutti!" "Ich habe auch jede Menge zu tun." antwortete Selvaggia knapp ohne von ihrem Notebook hochzusehen. Ilse überzeugte das keineswegs. Als der Höllenfürst ins Bett gehen wollte stolperte er über die Tasche seiner Frau, die umfiel und ein Buch der Hochschule in Bremen herausfiel. Da seine Frau noch im Bad war, hob er es auf und sah es sich genauer an. Er legte es wieder in die Tasche und stellte diese wieder so hin wie sie vorher stand, als er seine Frau im Flur hörte. Nachdem Selvaggia und Lucifer ihre Kinder am nächsten Morgen in die Kita gebracht hatten begab er sich an die Uni und Selvaggia nach Bremen.
Am Montagmorgen überprüfte er zuerst die Anwesenheitsliste und begann wie üblich mit seinem Unterricht. "Willkommen in der diesjährigen Vorlesung zum Thema "Frühchristliche Antike" die da heißt: "Die Schlacht an der Milvischen Brücke und ihre Folgen". Signorina Tardi hat freundlicherweise das Skript an die Druckerei weitergeleitet und dafür gesorgt, dass es gebunden wurde. Die Theologischen Fakten in dem Buch habe ich durch Dr. Julien-Noel Dubois, einen jungen Theologen, den Patensohn des Erzbischofs von Paris, bearbeiten lassen. Sie finden ihn als Co-Autor des Buches erwähnt. Macht sich gut in seinem Lebenslauf..." Der Höllenfürst grinste. In einer Ecke standen mehrere Kartons. Mit einem Schnippen von ihm öffneten die sich und in lila Leder gebundene Bücher schwebten daraus hervor, auf denen mit Golddruck der Titel der Vorlesung "Die Schlacht an der Milvischen Brücke und ihre Folgen" nebst dem Verfasser "Dr. Dr. Lucian Belial Rayne - Εωσφόρος Αυγερινός (Lucifer Morgenstern)" und ganz klein darunter: Dr. Julien-Noel Dubois zu lesen war. "Wer hat das Lila ausgesucht, Signorita Tardi?" fragte der Höllenfürst verblüfft. "Dr. Dubois und ich haben nachgedacht - und violett fanden wir beide recht gut - es stach auch heraus, Dr. Rayne." antwortete seine Hiwine. "Sehr schön. Dann wissen Sie alle also immer gleich, welches Buch sie an Montagen brauchen." meinte er und ließ vor jedem eines der Bücher landen.
"Dieses Buch ist zum besseren Verständnis, zum nochmals Nachlesen, falls Sie etwas versäumt haben und nicht fragen wollen - immerhin bin ich der Teufel... also super böse..." er grinste, einige Studenten, die er bereits aus dem letzten Semester kannte, lachten leise. "Scherz beiseite," fuhr er fort, "jeder von Ihnen ist jetzt im Besitz einer "Limited Edition", einer Ausgabe eines Buches, das so wie es vor Ihnen liegt nur 45-mal hergestellt wurde. 40 mal - je eins für jeden von Ihnen, eins für Signorina Tardi, eines für Dr. Dubois, eins für mich, eins für meine Patentochter Katherine und eins als Belegexemplar für die hiesige Bibliothek." "Ähm... 50 mal, Dr. Rayne. Prof. Dr. Gentile hat um zwei Belegexemplare gebeten und Seine Heiligkeit... also er hat persönlich bei Dr. Dubois anfragen lassen ob er auch bitte eines bekommen könne. Und ich dachte, Sie möchten vielleicht für Ihren... Cousin, Dr. Rayne, den Leiter der Luna-Foundation auch eins haben... Ihr Sekretär Euangelion deutete an, dass er Theologe sei und sein...e Kollegin, Mrs. Callaghan-Roth meinte: "Oh, interessantes Thema, ich will auch ein Exemplar, Elisa. Lucifer erzählt immer so klasse! Und dann lernt Philip noch was, wenn ich ihm das unterschiebe..." und da habe ich - weil ich das Gefühl hatte, Euangelion traut sich nicht so richtig um eins zu bitten... also führ ihn habe ich auch eins drucken lassen." gestand seine Hiwine. Der Höllenfürst lachte leise. "Gut gemacht, Signorina Tardi! Ich danke Ihnen für Ihre Umsicht." "Übrigens: ich habe von den anderen drei... ähm... auch je zehn mehr drucken lassen... nur zur Sicherheit."
Der Höllenfürst nickte lächelnd. "Ich sehe schon, Sie waren eine ausgezeichnete Wahl als Hiwine, Signorina Tardi." Elisa errötete und murmelte einen Dank für das Kompliment. "Die Bücher sind personalisiert. In dem Moment in dem Sie es berühren wird Ihr Name individuell darin erscheinen - und das auf jeder Seite! Damit will ich verhindern, dass Sie Kopien nutzen und die Bücher eventuell meistbietend verkaufen! Ich erwarte, dass diese Bücher in Ihrem Besitz bleiben!" Blättern war hörbar, hier und da ein "Wow! Toll! Irre!" "Außerdem: Ich habe das mit den anderen Dozenten abgeklärt und hoffe, dass Sie alle dann können; am zweiten Samstag im Mai machen wir eine Exkursion zur Milvischen Brücke. Alles weitere erfahren Sie alle über eine Rundmail die Signorina Tardi Ihnen schicken wird." Zustimmung der Studenten erklang. "Gut, nachdem wir das geklärt haben: Wir befinden uns im Jahr 312 und es ist der 28. Oktober. Wir stehen etwa sieben Kilometer von der Milvischen Brücke entfernt, bei Saxa Rubra. Was ist - Ihres Wissens nach - passiert?" stieg der Höllenfürst in das Thema ein und rief einige Studenten auf. "Konstantin soll eine Vision gehabt haben - er soll das Christusmonogram am Himmel gesehen und eine Stimme gehört haben, die "In hoc signo vinces" gesagt haben soll." sagte eine Studentin. "Hm - ja... oder „Eν τούτω νίκα“ (En touto nika)  „In diesem siege" wobei im Griechischen ein "σημάδι (Simádi)" fehlt, das Wort für Zeichen, oder auch "γράμματα" (grámmata) für Buchstaben. Mal abgesehen von der Grammatik - womit wir also beim Zeichen wären, denn Chi (X) und Rho (P) bildet ein Christogramm aus den ersten beiden Buchstaben von Χριστός (Christós), oder bekommt die Bedeutung Christus Rex - also König Christus oder später Pax Christi - Christlicher Friede. Sie werden sehen, dass Dr. Dubois ein Kapitel über christliche Symbolik eingefügt hat, wo Sie auch das ICHTYS erklärt bekommen, genauso wie das Staurogramm. Falls es Sie interessiert, lesen Sie es..."
Das Seminar war zu Ende. Elisa Tardi räumte ihr neues Laptop in die Tasche, die Astaroth ihr mit dafür besorgt hatte und wartete, bis ihr Dozent soweit war. "Zur Info: Die Skripte für die morgige Vorlesung "Matrone, Mätresse, Kurtisane und "mulieris meretricis" - Frauenrollen im alten Rom" liegen in ihrem hiesigen Büro bereit. Euangelion meinte, zartrosa für den Einband wäre passend, aber Astaroth meinte, da würden die männlichen Studenten das Buch nicht anpacken. Wir haben uns auf Grün geeinigt mit silberner Beschriftung. Die Skripte für "Das Pantheon und andere Gottheiten und ihre Kulte und Mysterien im Römischen Reich - inklusive Kaiserkult" sind in Rot gebunden mit goldener Beschriftung. Ich soll Ihnen von Astaroth mitteilen, dass ähm... sie... es... er... also als Astarte das Kapitel über sich grundlegend überarbeitet hat..." Der Höllenfürst schmunzelte. "Na, ist in Ordnung. Ich denke Euangelion hat seinem Kollegen auf die Finger geschaut..." Elisa Tardi grinste und fuhr fort: "...und für Ihr viertes Seminar: "Architektur der Antike und ihr Zweck - vom Aquädukt über den Limes bis zum Straßenbau, vom Kolosseum bis zu öffentlichen Bädern" haben Euangelion und ich die Farbe von Sandstein gewählt und schwarzen Druck für den Titel. Die Bücher sind bereits an die Botschaft geliefert worden und Astaroth hat versprochen sie hierher zu schicken, wenn sie übermorgen und Donnerstag gebraucht werden. Und er will auch die Zauber, die Sie für nötig halten, darüber sprechen. Und von Professor Dr. Gentile soll ich Ihnen mitteilen, dass die Berufungsvorlesungen - also die Probevorlesungen der anderen Bewerber für die Stelle des Professors für "Geschichte der Antike! laufen, er Ihnen aber das Prozedere erspart, weil die Studenten Sie schon kennen..."
"Ausgezeichnet. Vielen Dank, Elisa. Was ist eigentlich aus dem Vorstellungsgespräch Ihrer Mutter geworden? Sariel - ich meine Sandro Ariel und Catherine haben nichts gesagt." Elisa lächelte. "Sie... also Mama hat den Job. Stella und Said, das sind wohl die Kinder der beiden, mögen meine Mama sehr gern und auch Elisabeth, die Tochter von Dr. Dale Ponte McNeal und seiner Frau Lucia mag Mama. Sie zieht nächste Woche in ihr neues Apartment und da ist sogar Platz für mich, Dr. Rayne!" "Das will ich meinen! Wenn ich mich richtig erinnere sind es einige Zimmer. Zwei Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, ein Arbeitszimmer, eine Bibliothek und ein Musikzimmer... wobei Astaroth da glaube ich die Musikinstrumente hat in Kats und Sandys Wohnung räumen lassen... Er gibt ihr nämlich Unterricht im Harfenspiel..." "Wow... das war früher die Wohnung Ihrer Patentochter?" fragte Elisa erstaunt. Der Höllenfürst lächelte. "Ja, Astaroth hatte sie gekauft - von Kats jetzigem Mann. Allerdings glaube ich, die beiden haben den Kauf wieder rückgängig gemacht nach der Hochzeit. Sariel und Catherine wohnen ja "um die Ecke" - und auch mein Palazzo hier in Rom liegt nah." Er hielt ihr die Tür des Seminarraumes auf. "Soll ich Sie mit nach Paris nehmen? Ich weiß zwar nicht welche "Kulinarische Woche" gerade ist, aber laut der Aussagen der Schüler und Kinder aus der Kita schmeckt es eigentlich immer." "Das ist nett gemeint, aber... ähm... ich kann mir Dank des großzügigen Gehalts das Sie mir zahlen durchaus die hiesige Mensa leisten." "Unsinn! Kommen Sie schon, Elisa, Euangelion freut sich bestimmt!"
Die Studentin errötete. "Der hat sicher zu tun und..." Bevor sie weiterreden konnte, hatte er ihr einen Arm um die Schulter gelegt und erschien im Vorzimmer seines Arbeitszimmers in der Botschaft. "Grüß dich Elisa! Salut Lucifer!" rief Astaroth und Euangelion lächelte sie scheu an und begrüßte seinen Chef leise. "Euangelion - würdest du meine Hiwine mit in die Mensa nehmen?" fragte der Höllenfürst. "Aber... ja... natürlich." Der Engel sprang auf und reichte ihr etwas schüchtern die Hand. "Darf ich bitten?" Elisa grinste. "Klar, gerne!" Sie wandte sich an Astaroth. "Asta, ich lasse mein Laptop hier." "Geht klar, Elisa, stell es da in die Ecke, dort passiert nichts." antwortete der Sekretär des Himmlischen Botschafters ihr lächelnd. Im nächsten Moment verließen Euangelion und Elisa den Raum. Astaroth grinste. "Ich mag deine Hiwine. Sie hat einen erstklassigen Humor und hat - was Informatik betrifft - wirklich Talent... Der Leiter unseres Rechenzentrums hat schon angefragt, ob sie nicht bei ihm anfangen will... und Frederica meinte, wenn sie will und ihren Abschluss entsprechend macht, würde sie sie gern als Geschichtslehrerin haben."
Er griff nach einem Pergament, das sehr kunstvoll aussah. "Und wo wir gerade bei "Frettchen" und damit auch bei "Sambaboy" sind... die beiden laden zur Verlobung ein. Paps hat sein Okay gegeben und gemeint, er freue sich, auch von einem weiteren seiner "gefallenen Jungs" Enkel zu kriegen." Der Höllenfürst lächelte erfreut. "Das sind tolle Neuigkeiten, ich freue mich für die zwei." Astaroth lachte leise. "Ja, sie passen wunderbar zusammen. Samyaza hat dir übrigens die neusten Listen auf den Schreibtisch gelegt und Euangelion hat vorhin die Buchführung der Hölle abgeschlossen und dazugepackt. Eigentlich musst du nur noch unterschreiben - kennst du ja schon. Und ich würde mich echt für Euangelion freuen, wenn Elisa und er... die beiden sind süß miteinander. Ich muss zwar ihre Garderobe noch etwas... aufmotzen... aber das mache ich wohl besser als Astarte..." Der Höllenfürst nickte. "Schick mir die Rechnungen und..." "Unsinn! Ich bin selbst nicht arm, Chef! Und es geht um Euangelions - hoffentlich - zukünftige Freundin. Er hat das mehr als verdient - und Elisa auch! Und ich mag den Kleinen. Ich hätte nie gedacht, dass ich einen so vorbildlichen "Musterengel" mal so ins Herz schließen könnte. Wobei..." ein Grinsen schlich sich auf Astaroths Gesicht, "in deinem Dienst entwickelt er manches Mal eine kleinkriminelle Ader. Ist wirklich faszinierend..."
"Wie geht es eigentlich mit deiner "Kendra Hellgate" weiter?" fragte der Höllenfürst. "Oh, die startet nächste Woche zum Auslandspraktikum... Ich denke, dann erfahren wir auch mehr. Ich hatte ja gesagt, dass mein Profil auf Facebook, etc. und auch darüber meine Untersuchungsakte in der Gemelli-Klinik, all das was ich mit diesem Hayan-Book erstellt habe, die Sariel extra angelegt hat - gescannt und gehackt worden sind. Sandy hat mir ja das Praktikum bei Terre des Hommes besorgt. Wenn es so um Kontakte zu Hilfsorganisationen und allem geht ist er unschlagbar - sorry wenn ich das so sage, Chef - aber sogar für dich oder Sariel." "Ja... ich merke immer wieder, dass er nicht so homophob ist wie ich es eigentlich bin. Er hat von Anfang an mit seinen menschlichen Mitarbeitern interagiert und Mildred und Sean kennt er auch schon viele Jahre, länger als ich Ilse auf jeden Fall..." "Tja... komisch, dass wir das gar nicht so mitgekriegt haben, wie umtriebig unser Sandy all die Jahre war..." murmelte Astaroth. "Ja... wo du es sagst... wobei ich denke, dass er sich bewusst ferngehalten hat - immerhin hat er schon immer recht viel für Kat empfunden... obwohl das eigentlich nicht möglich gewesen sein dürfte..." Nachdenklich nickte Astaroth. "Wenn du dann gehst, Asta... also als Kendra Hellgate, dann halte auf jeden Fall Kontakt zu Metatron und mir! Und lass was von der Forschungsabteilung entwickeln." Astaroth grinste. "Alles schon mit Dale-Ponte Electronics und mit Jophiel erledigt. Selbst falls es denen gelänge mich auszuschalten, ich kriege einen Tag vorher einen Peilsender magisch implantiert damit keine Narbe bleibt und ähnliches - und nach dem Einsatz wird der auch genauso wieder entfernt." Der Höllenfürst nickte beeindruckt. "Ihr habt das ja alles gut geplant, wie es scheint... Na dann... hoffen wir das Beste."
Der höllische Botschafter betrat sein Arbeitszimmer im Boulevard und setzte sich an seinen Schreibtisch. Seufzend warf er einen Blick auf die Unterlagen von Euangelion und dann auf einen Stapel Unterlagen, welche die Botschaft betrafen. Die er auch noch zu bearbeiten hatte. Er musste auch noch kurz seine Vorlesungen vorbereiten und er merkte grad, dass er wieder Kopfschmerzen bekam. Er griff nach dem Stapel mit dem Höllenkram und begab sich in sein höllisches Arbeitszimmer. Anschließend tauchte er wieder im Boulevard auf, griff nach seinem Notebook, ebenso mental nach den Kartons mit den gebundenen Skripten für Mittwoch und Donnerstag sowie den Unterlagen der Botschaft und zauberte sich in sein Arbeitszimmer auf Norderney. Dort legte er alles auf seinem Schreibtisch ab, die Kartons erschienen neben dem Schreibtisch, und lief in die Küche. Er seufzte, als er im Vorbeigehen Christian und Jasper bei den Hausaufgaben sitzen sah. Irgendwie hatte er vergessen, dass er dem älteren Jungen gerade Nachhilfe in allen Fächern gab und dies meist den ganzen Nachmittag in Anspruch nahm. Dann würde er die Unterlagen eben am Abend durchgehen. Er betrat die Küche, wo Ilse ihm sofort einen starken Pharisäer machte. "Gut, dass du da bist, Junge. Jasper braucht Hilfe bei der Mathehausaufgabe und muss noch lernen für die morgige Matheklausur." Er setzte sich seufzend an den Tisch.
"Ich hasse Mathematik! Auch wenn ich es kann, aber es ist echt anstrengend Jasper das verständlich zu machen, man merkt, dass er das Fach auch nicht wirklich mag und mir dröhnt bei diesem Fach irgendwann der Schädel, wen ich mich länger damit befasse." Sie sah ihn fast streng an. "Da musst du jetzt wohl durch du hast versprochen, ihm zu helfen."
Seufzend erhob er sich und betrat das Esszimmer und lümmelte sich mit seinem Pharisäer auf einen Stuhl neben Jasper. Der Junge grüßte Christians Onkel unsicher. Er war sich seit dem Vorfall und der Gardinenpredigt nicht mehr sicher, ob er ihn überhaupt noch mochte. Er war freundlich, aber distanziert, streng aber gut als Lehrer. Jasper hatte in den Lernfächern schon ganz gut aufgeholt. Vor allem in Geschichte, da merkte er, dass ihm das Spaß machte. Aber sonst konnte er ihn nicht einschätzen.
Lucifer nahm das Mathebuch in die Hand und las sich die Textaufgabe durch, deren Lösung eine Gleichung war und versuchte Jasper die Aufgabe verständlich zu machen. "Man Jasper! Denk doch mal logisch nach! Ich habe keinen Plan, wie ich dir das noch verständlich machen kann." fuhr er den Jungen etwas zu barsch an, was er aber selbst bemerkte, als der Junge erschrocken zusammenzuckte. "Pardon, Jasper. Aber mir dröhnt schon der Schädel und ich bin manchmal ziemlich aggressiv wie du selbst merkst." sagte er entschuldigend für sein Verhalten. Rieb sich die Schläfen und schien sich auf irgendetwas zu konzentrieren, wie Jasper feststellte. Kurz darauf erschien Euangelion. "Hallo Chef, was gibt es?" fragte er freundlich. "Hab ich euch gerade gestört?" Sein Sekretär verneinte dies. "Nein Elisa musste nach dem Mittagessen wieder zurück und ich habe sie nach Rom gebracht. Hast du Kopfschmerzen?" Sein Chef warf ihm mal wieder einen Blick zu den er nicht deuten konnte. Du bist doch gut in Mathe, lies dir das mal durch und versuche Jasper das bitte verständlich zu machen, denn ich bin damit im Moment irgendwie leicht überfordert. Ich kenne zwar die Lösung, weiß aber nicht, wie ich es Jasper noch anders erklären kann. Der Engel las sich die Aufgabe durch und begann dann auf so logische Art zu erklären, dass es schon wieder einfach klang und Jasper die Aufgabe verstand. "Das war richtig gut! In Zukunft darfst du Mathe übernehmen, wenn es um Textaufgaben geht. Jasper muss auch noch viel nachholen, wenn er auf die Schule in Paris möchte."
"Nach Paris? Also..." "Na komm! Du willst Tierarzt werden, wie dein Onkel, Jasper! Und hier auf Norderney hast du nicht die Chance auf ein Abitur. Da bleibt dir nur das Gymnasium in Norden und da musst du dann irgendwann um 5 aufstehen um die Fähre um 6 zu nehmen oder du gehst auf das NIGE - das Internatsgymnasium. Paris ist da wesentlich bequemer: Du gehst gegen halb 9 durch ein Portal und kommst nachmittags ebenso wieder zurück. Du hast da eine wirklich gute Mensa und wenn es Probleme mit Mathe gibt ist Euangelion da oder einer von uns anderen. Da lernst du auch Christians andere Onkel und seine Väter besser kennen! Und wenn ich ehrlich bin: Da habe ich dich auch besser im Auge als wenn du auf dieses Internat gehst und du rutscht nicht nochmal so ab, wie in deiner Strandratten-Zeit!" sagte Lucifer streng. Der Junge sah den Höllenfürsten nur errötend an, sagte aber nichts darauf. "Kannst du bitte noch ein paar Aufgaben mit ihm machen, damit er es morgen in der Klausur kann? Danke!" sagte der Höllenfürst zu Euangelion und lehne sich wieder lässig zurück, schloss die Augen und ließ mit einer Handbewegung den Pharisäer wieder warm und voll werden, da er keine Lust hatte aufzustehen, in die Küche zu gehen und um einen neuen zu bitten und nahm einen großen Schluck.
Er überlegte, ob er eine Tablette nehmen sollte oder warten sollte, ob die noch zu ertragenden Kopfschmerzen auch so verschwinden würden, da sie nicht gekommen waren, weil er zu lange nicht in der Hölle war, denn die waren vorher verschwunden, als er seinen Papierkram in der Hölle erledigt hatte, da er noch rechtzeitig in der Hölle verschwand. Er entschied sich erst mal dafür noch etwas abzuwarten. Christian legte seine Schulhefte mit der Hausaufgabe vor seinen Onkel. "Ich bin fertig Onkel Lucifer." Dieser kontrollierte diese und fand zwei Fehler, die er seinen Neffen bat auszubessern, was dieser auch sogleich machte. "Muss Jasper noch lange lernen?" fragte Christian. "So lange, bis Euangelion sagt, dass er Mathe gut genug verstanden hat um morgen eine gute Note schreiben zu können. Und ... na ja, dann denke ich kannst du noch Zeit mit ihm verbringen. Geschichte und Erdkunde lerne ich morgen mit ihm."  Christian nickte. "Wie lange muss er denn noch so viel büffeln?" Sein Onkel seufzte. "Das liegt an ihm. Komm mit lassen wir die beiden allein." Er folgte seinem Onkel in die Küche. "Onkel Lucifer, kommst du mit mir an den Strand? Heute ist so ein schöner Frühlingstag." Er lächelte seinen Neffen an und zog sich seinem Lieblingsmantel an, während Christian sich anzog. Er wollte nicht nein sagen, auch wenn er eigentlich gar keine Zeit hatte, da er merkte wie gerne Christian Zeit mit ihm allein verbrachte und dies oft nutzte, wenn er nach dem Mittagessen im Haus war und seine Cousinen und Cousins noch in der Kita waren. Gemeinsam spazierten sie am Strand entlang sammelten Muscheln und unterhielten sich, was Christian sichtlich genoss.
Sein Onkel zündete sich gerade eine Zigarette an, als sein Neffe rief: "Da sind Freya und Henrik mit Fenja. Der Höllenfürst sah hoch und lies sein Zippo in der Manteltasche verschwinden. Freya winkte sie her und Fenja gluckste vor Freude ihren Patenonkel zu sehen. "Moin, warte meine Kleine, bis ich fertig geraucht habe, dann nehme ich dich auf den Arm." sagte er als sie die Arme nach ihm ausstreckte. Er ließ sich auf die große Picknickdecke fallen, die er herbeigezaubert hatte und nahm das kleine Mädchen liebevoll in den Arm. Er stöhnte kurz auf. Der Wind begünstigte seine Kopfschmerzen nicht gerade, also beschloss er nun doch eine Tablette zu nehmen. "Schön euch hier zu treffen. Du könntest dich eigentlich mal wieder zum Kaffee sehen lassen. Etwas mehr Ruhe zwischendurch täte dir auch ganz gut, du siehst nämlich angespannt aus und denke nicht wir merken nicht, dass du oft Kopfschmerzen oder Magenprobleme hast, Lucian. Du arbeitest manchmal zu viel." sagte Henrik Rass. Der Höllenfürst lächelte schwach. "Mag sein, aber meine Geschäfte müssen auch gepflegt werden, die Arbeit in der Botschaft, Hölle und jetzt vier Tage die Woche an der Uni. Das Unterrichten macht aber Spaß, hätte ich nie gedacht. Aber mir macht auch Geschichte Spaß und es macht Spaß dies jungen Leuten nahezubringen." antwortete er. "Schön das freut mich. Weißt du was komm doch gleich morgen Nachmittag mal zum Kaffee vorbei und bring Luca mit, Fenja fragt schon immer nach ihm. Und wir haben noch eine kleine Überraschung für dich." lud Freya ihn kurzerhand spontan ein. "Ich komme gerne." antwortet er leise und spielte mit Fenja. Er entspannte sich ein wenig als die Kopfschmerzen etwas nachließen. Christian stand auf und rannte zu Jasper, als dieser auf sie zu kam. Die Jungs spielten gemeinsam am Strand. Jasper hatte ein Softball-Tennis-Set mitgebracht, das man sehr gut am Strand spielen konnte.
Gegen Abend verabschiedeten Sie sich und liefen am Strand entlang wieder nach Hause. Jasper griff nach seiner Schultasche der Höllenfürst legte ihm die Hand auf die Schulter und tauchte mit ihm wieder vor dessen Haus auf, da er zum Abendessen immer zu Hause sein sollte, das war so abgemacht worden. Und auf der Insel brauchte er sich nicht heimlich beamen, da fast die ganze Insel wusste wer er war. Er verabschiedete sich von Jasper und tauchte in der großen Küche wieder auf um sich selbst an den bereits gedeckten Brotzeittisch. Selvaggia hatte die Kinder vom Kindergarten abgeholt. Der Abend verlief ereignislos.
Am Mittwochvormittag waren alle in der Universität, Schule oder Kindergarten und Selvaggia im Museum. Nach dem Mittagessen machte Lucifer mit Jasper Hausaufgaben und lernte dann für Geschichte und Erdkunde mit ihm. Anschließend holte er Luca aus der Kita ab, um mit ihm zusammen die Familie Rass zu besuchen. Fenja krabbelte vergnügt auf Luca zu, als sie an der Tür klingelten. Er wurde von Freya mit einer freundschaftlichen Umarmung begrüßt. Als er das Wohnzimmer betrat saßen auch Jaspers Eltern mit am Tisch. "Was darf ich dir anbieten Lucian, Kaffee oder Whiskey?" fragt Henrik grinsend. "Beides." antwortete er knapp. Die Erwachsenen lachten. "Vielen Dank übrigens, dass du mit Jasper für die Schule in Paris lernst." sagte Rasmus  Rass. Der Höllenfürst grinste. "Hat er das erzählt?" "Ja, das stimmt doch oder ist da ..." "Nein! Das stimmt so." antwortete er knapp. Freya servierte den Kuchen und setzte sich. "Ich hatte Lucian gestern eine kleine Überraschung versprochen. Tja... was soll ich sagen: Ich bin wieder schwanger." sagte Freya freudestrahlend. Rasmus und Frederike Rass gratulierten sofort. Als die beiden fertig waren trat Lucifer zu ihr. Meinen herzlichsten Glückwunsch Freya." Er umarmte sie so, dass seine Hand beim Loslassen unauffällig für die anderen kurz ihren Bauch berührte, was ihm schon reichte um das zu erfahren, was er wollte.
"Ich muss jetzt für die Untersuchungen nur leider immer den langen Weg auf das Festland unternehmen, da wir keinen Frauenarzt mehr auf der Insel haben, denn irgendwer hat ihm wohl das Handwerk gelegt und er wird morgen die Insel verlassen. "Ist auch besser so!" murmelte Lucifer. "Musst du nicht. Ich werde Sariel bitten dich zu untersuchen. Er ist Arzt und seine Frau eine ausgezeichnete Hebamme und notfalls ist auch Sandalephon da. Offiziell ist er ja Kinderarzt, aber... er hat weitaus mehr auf dem Kasten... Wobei: Selvi geht auch immer zu Dr. Rocalli in die Gemelli-Klinik. Es ist auch kein Problem für dich dort einen Termin zu kriegen und über das Portal bei uns im Haus nach Rom zu reisen. Ihr drei könnt dort auch gern mal eine Woche Urlaub machen in meinem Palazzo." Freya nickte. "Danke das ist sehr nett. Und ich werde das Angebot mit dem Arzt - sprich Sariel oder dieser Dr. Rocalli, vielleicht auch Sandalephon, unter diesen Umständen gerne annehmen. Und wir... also egal was es wird - wobei ich mir ja einen Jungen gewünscht habe diesmal... also Henrik und ich hätten dich natürlich gern wieder als Paten... und wenn es ein Junge wird, soll er auf jeden Fall Lucian heißen... Weil Lucifer ja leider nicht geht..." Der Höllenfürst grinste. "Ansichtssache... Derek hat rausgefunden, dass es da einen Bischof gab der Lucifer hieß und der durchaus ein integrer und angesehener fast schon Heiliger war... Sein jüngster Sohn, Deren, wird Deren Lucifer heißen... und vielleicht kriegt er noch zwei, drei Namen von den anderen Paten. Ich glaube, Sandy und Michael könnten da im Gespräch sein, vielleicht Metatron... mal sehen... Wie ich den Papst kenne, könnte er sogar auf die Idee kommen dem Erzbischof von San Francisco zuvor zu kommen und den Kleinen taufen... vielleicht hier auf der Insel, denn im Juli will er seinen Sommerurlaub hier verbringen."
Ungläubig sah der Inseltierarzt ihn an. "Der Papst? Hier? Urlaub? Das ist "feindliches protestantisches Ketzerland" hier oben im Norden!" Der Höllenfürst lachte leise. "Tja... aber er hat die Schnauze voll von langweiligem Urlaub in Castel Gandolfo und er kann hier schließlich innerhalb von Minuten im Vatikan sein, wenn ich sein Arbeitszimmer ins Portalsystem einklinke... und er will mal das Meer genießen, sich eine etwas steifere Brise um die Nase wehen lassen und Zeit mit seinem Patensohn, meinem Jüngsten, Luca, verbringen... Luca freut sich schon Zeit mit seinem Patenonkel Rodrigo zu verbringen. Immerhin ist er nach ihm benannt." "Okay?" Henrik Rass klang sichtlich irritiert. "Mit vollem Namen heißt er Luca Ciaran Marco Iulio Rodrigo. Ciaran ist von Samyaza. Marco war eine Wahl von mehreren Patenonkeln, Iulio kommt eigentlich von Julien Dubois, wird aber auch von mehreren akzeptiert - und Rodrigo - na ja... ist schon lustig, wenn es Zeugen gibt wie mein Kleiner zum Papst rennt und "Tio Rodrigo!" ruft und dann mit ihm in Spanisch plaudert und wie sich Rodrigo immer freut ihn zu sehen. Wenn ich ehrlich bin, ihn bitten der Patenonkel von Luca zu werden war eine meiner besten Entscheidungen... eine die ich wohl nie bereuen werde... auch nicht, wenn das irgendwann "offiziell" rauskommt und die Zeitungen sich mit der Meldung: "Sohn des Teufels geht im Vatikan ein und aus" oder "Der Papst - Patenonkel vom Antichristen?" überschlagen." Freya kicherte und ihr Mann täuschte ein Husten vor um nicht laut loszulachen.
"Übrigens... wo wir bei Kindern sind... Lucianos Stella Matina ist trächtig... Ich vermute mal, dass das "Teufelchen" deiner Nichte Christina dafür verantwortlich ist." Der Höllenfürst verschluckte sich fast an seinem Kaffee. "Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?" fragte er. "Doch, aber da Luciano eh der nette, höfliche und behutsame Reiter ist und seine kleine Schimmelstute unglaublich liebevoll behandelt, sehe ich keine Probleme. Wäre es Christinas Pferd... dann würde das anders aussehen. Die ist nämlich ein kleiner Wildfang." Lucifer stellte seine Tasse vor sich auf den Tisch, schloss die Augen, verbarg sein Gesicht in den Händen und seufzte. Er sah Henrik an. "Denk nicht mal dran Lucian! Ich werde diese prächtigen Tiere bestimmt nicht kastrieren!" sagte der Tierarzt. "Und was wenn noch mehr von denen ... trächtig werden.?" "Dann hast du eine Ponyzucht." antwortete der Tierarzt grinsend. "Sehr witzig." antwortet der Höllenfürst leicht gereizt, während die anderen lachen mussten. "Ist doch gar nicht so schlecht, dann hast du schon Ponys für deine zukünftigen Neffen, Nichten und weitere eigene Kinder." sagte Rasmus immer noch grinsend." Lucifer verzog das Gesicht. "Ist ein Argument, aber ich kann jederzeit neue Ponys kaufen, das wäre nicht das Problem - und danke fünf Kinder reichen erst mal.´" antwortete er immer noch gereizt.  "Na, dann kaufe ich es dir für Fenja oder für unseren Jungen ab... ich denke, unsere beiden..." "Fenja kriegt ein Pony von mir, wenn die Zeit reif ist! Sie ist meine Patentochter und die... meine Güte, habt ihr das immer noch nicht geschnallt? Leute, Vater macht gern schon sehr früh "Nägel mit Köpfen", wie es so schön heißt. Fenja und Luca, genauso wie Christina und Luciano, Lucas und Linnéa, Christian und Sophia, Samantha und Jan... - versteht ihr was ich euch sage?"
Freya starrte den Höllenfürsten sprachlos an und diesmal war es Henrik Rass, der sich am Kaffee verschluckte. Sein Blick huschte zu seiner Tochter, die mit dem Sohn ihres Paten spielte, der so geduldig und liebevoll mit ihr umging, wie er es bei seinen Nichten und Neffen noch nie beobachtet hatte. Erst jetzt fiel dem Tierarzt auch auf, dass die beiden Kinder mit Holzbauklötzchen spielten - naturfarben und mit Brandmalerei verziert, so dass sich Dachziegel, Fenster, Türen und ähnliches auf den Steinen zeigten. "Falls du dich gerade fragst woher die Bausteine sind, die hat Luca in Kanada für Fenja ausgesucht und vorhin mitgebracht." meinte der Höllenfürst belustigt. "Und ich glaube nicht, dass ihr Angst habt, dass eure Kleine mit mir als Schwiegervater Probleme haben könnte, oder?" Der Tierarzt schüttelte den Kopf und Freyas Blick ruhte liebevoll auf den Kindern. "Nein, du liebst unsere Kleine ja auch und sie dich, Lucian - und ich finde es so schön wie lieb Luca mit unserem kleinen Schatz umgeht." sagte sie leise. Der Blick des Höllenfürsten folgte ihrem und auch er lächelte.
"Wobei... ich sollte euch vielleicht... nun, man könnte es vorwarnen nennen... Bei Christina und Lucas haben Vater, ihre himmlischen Paten Gabriel und Raphael eingegriffen und auch ich und wir haben alle ihre Entwicklung - geistig und körperlich - beeinflusst. Christina ist kaum fünf und sie kann bereits lesen und schreiben und kommt auch schon diesen Sommer in die Schule. Fenja wird also auch immer etwas weiter sein, etwas jünger als ihre Mitschüler. Wobei... hier ist das irgendwie auf der Integrierten Schule kein Problem, wie man an Christian sieht, der sich hier sehr wohl fühlt... und es wird auch in Paris am Lycée des Seraphin kein Problem sein, denn dort kennen die Schüler die Kindergartenkinder schon. Sie sind an Jan, Ainé, mein älteres Quartett und die Rayne-Zwillinge gewöhnt und daran, dass die zwar jünger aber wesentlich weiter in der Entwicklung sind... genauso Samantha..." erklärte er und gab seiner kleinen Patentochter einen winzigen magischen Schubs. "Ontel Lufifa? Bieln?" fragte sie und strahlte ihn an. "Fenja, Süße, du hast doch Luca zum Spielen." sagte der Höllenfürst lächelnd. Fenja richtete sich auf, tapste auf ihn zu und nahm seine Hand. "Dom, bieln!" sagte sie und zog an seinem Finger. Lachend nahm er sie auf den Schoß. "Da ist aber jemand hartnäckig, was?" sagte er leise und versetzte ihr noch einen kleinen magischen Schubs. "Onkel Lufifer, tomm spiel'n!" verlangte sie energisch und sah ihn schmollend an. "Ich komme gleich und spiele mit euch beiden etwas. Dann bauen wir ein hübsches kleines Haus mit den Bauklötzen, ja, Herzchen?" sagte er und sofort strahlte die kleine Fenja ihn an.
"Du hast ihr gerade... nachgeholfen, oder? Magisch? Darum war... es plötzlich nicht mehr "Ontel" sondern "Onkel" und... Ach du... Sch..." begann Henrik. Der Höllenfürst hatte Fenja belustigt die Ohren zugehalten. "Nur als kleiner Tipp: Du solltest deine Wortwahl überdenken, mein Freund. Kinder lernen sehr schnell und eure Kleine muss nicht gleich ein komplettes Schimpf- und Fäkalwörtervokabular haben, wenn sie in die Kita kommt!"
Lucifer spielte noch mit Fenja und Luca, bis er mit seinem Sohn nach Hause ging. "Schade, darf Fenja mal zu uns zum Spielen kommen? Wir könnten dann am Strand spielen." fragte Luca. "Ja sicher, das lässt sich einrichten." antwortete Freya. Sie kamen pünktlich zum Abendessen nach Hause. Anschließend durften die Kinder noch etwa eine Stunde spielen und wurden dann ins Bett gebracht.
Am nächsten Morgen traf der Höllenfürst seinen Ältesten mit Henrik Rass im Stall an. "Meine Stella Mattina kriegt ein Baby?" hörte er Luciano fragen und musste lächeln. Sein Sohn freute sich hörbar. Er schien gespürt zu haben, dass sein Vater eingetreten war. "Papa! Ich werde... ähm...?" "Henrik hat mir gestern schon gesagt, dass Djöfullin ein ganz wilder war." Luciano grinste. "Aber die beiden haben sich lieb. Genauso wie das Pferd von Lucas und Linnéa... und... irgendwie sorgt Großvater dafür, dass sich auch unsere Pferde mögen... Papa ich freu mich, dann haben Christina und ich ein Babypony! Das darf ich doch behalten, oder Papa?" "Na, an den Schla..." Henrik Rass hustete um ihn zu unterbrechen. "Natürlich! Zumindest bis es groß ist und dann möchte ich es gern für Fenja haben! Dein Papa braucht ihr keins zu kaufen!" sagte er energisch. Der Höllenfürst lächelte. "Fenja kriegt ihr Islandpony von mir, das habe ich gestern schon gesagt!"
Vor dem Stall waren Stimmen zu hören. "Luca in 'tall?" hörten sie Fenja fragen und Freya antwortete: "Nein, aber sein großer Bruder Luciano und der Papa und dein Patenonkel Lucian." "Onkel Lufifer?" Der Höllenfürst lächelte und rief: "Ja, Fenja, Süße, dein Onkel Lucifer ist hier!" Sie tapste in den Stall und lief lachend auf ihn zu. Er fing sie auf und hob sie hoch. Sie drückte ihm einen Kuss auf die Wange und tätschelte sie glücklich. "Onkel Lufifa! Babypony da?" "Nein, das Fohlen ist noch nicht da, Fenja. Aber Lucianos Islandpony wird Mama." Sie wollte runtergelassen werden und der Höllenfürst erfüllte ihr den Wunsch. Vorsichtig setzte er das kleine Mädchen auf den Stallboden und sofort wuselte sie zu den Ponys und streichelte sie, was die etwas erstaunt aber geduldig über sich ergehen ließen.
"Henrik, Freya... wenn ihr ein Haustier - jetzt kein Pony - für Fenja kaufen würdet, was würdet ihr wählen?" fragte der Höllenfürst nachdenklich. "Also Fenja liebt ja Schafe - sie ist total begeistert von Linnéas "Downunder-Trio" Lulu, Kitty und Saphi. Sie guckt unheimlich gern Benjamin Blümchen und ich glaube, sie würde am liebsten Schafe und Elefanten um sich haben." meinte Freya grinsend. "Na, aber kriegen würde sie vielleicht einen Hund oder ein Kaninchen - aber kein Schaf, zumindest nicht im Haus... oder besser einen Wellensittich... aber ich vermute, es geht nicht um Fenja. Welcher Neffe oder welche Nichte soll denn ein Haustier kriegen?" fragte ihr Mann. "Ainé, Christians kleine Schwester. Die ist in Dublin total allein, jetzt wo Christian hier ist - und auch in Paris..." "Verstehe... und wieso darf sie nicht auch hierher?" "Philip würde das nie zulassen..." Freya grinste spitzbübisch. "Schenk Ainé ein Äffchen, das du darauf trainieren lässt alles an Kreuzen und so in den Müll zu werfen." schlug sie vor. Der Höllenfürst musste lachen. "Ich glaube, dann springt Philip im Dreieck." antwortete er. "Und Astaroth würde ihn auf den Boden zurückholen." meinte Henrik schulterzuckend. "Hm... vielleicht habt ihr recht... dann werde ich also mal... hm... ich glaube, das wäre eine interessante Aufgabe für Amaros... also Amaros beauftragen das Äffchen zu trainieren... Danke für die Idee, Freya." Die drei grinsten einander an als der Höllenfürst seinen einen Mitarbeiter rief und ihm den Auftrag erteilte. Amaros kicherte. "Die Idee ist verdammt gut. Ich mach mich sofort ans Werk... ein kleines Kapuzineräffchen ist glaube ich genau das Richtige..." Er zwinkerte verschwörerisch und war verschwunden.
"Kommt ihr noch mit ins Haus? Eine Tasse Kaffee trinken?" "Taffee 'meckt nich!" sagte Fenja. "Na, dir nicht, uns Erwachsenen schon, Süße. Aber ich glaube, eine heiße Schokolade magst du, oder?" Ihr Strahlen sagte ihm genug und kurz darauf saßen sie mit Ilse in der Küche - versorgt mit Kaffee, Tee und Schokolade. "Musst du heute nicht im Kindergarten sein, Luciano?" fragte Freya. "Eigentlich schon, aber ich war mit Onkel Henrik verabredet, wegen Stella Mattina, Tante Freya. Ich muss doch jetzt ganz vorsichtig mit ihr sein, und sie braucht doch jetzt viel Ruhe und gutes Futter wo sie Mama wird. Und Onkel Henrik ist doch Tierarzt und da wollte ich wissen, worauf ich aufpassen muss." "Bist du heute den ganzen Tag da?" fragte Freya. Luciano nickte. "Würdest du mir gern helfen zu überlegen, wie wir das Haus, beziehungsweise die Kinderzimmer im Haus von deinem Onkel Michael einrichten?" Luciano nickte und sah seinen Vater an. "Darf ich, Papa?" Der Höllenfürst nickte. "Klar, aber sei lieb mit Fenja! Du weißt, sie ist für deinen Bruder das, was Christina für dich ist!" "Sie ist lieb und ich mag Fenja, Papa." Der Höllenfürst nickte. Eine halbe Stunde später ging Familie Rass mit Luciano, beziehungsweise mit Freya und Fenja zum Haus das Michael für sich und Maria auf der Insel gekauft hatte, während Henrik in seine Tierarztpraxis ging.
"Papa, kannst du Thalia nicht auch ein Pferd kaufen, dann kann sie mit uns ausreiten und auch Mama, die kann ja auch reiten? Und können wir jetzt noch ein bisschen reiten?" fragte Linnéa ihren Vater. "Ein Pferd für Mama und Thalia kaufen - ja, heute noch ausreiten - nein. Es ist heute ziemlich stürmisch und wenn ich mir so die schwarzen Wolken ansehe, dauert es nicht mehr lange bis es regnet." antwortete er, während seine Tochter schmollend zu Boden sah. "Du brauchst gar nicht zu schmollen! Dein Vater hat recht! Ich lebe schon mein ganzes Leben auf dieser Insel und das Wetter kann sich hier ganz schnell ändern." versuchte Ilse ihrer Enkelin zu erklären. Der Höllenfürst stand auf, schnippte mit den Fingern und hatte seinen schwarzen Mantel an und ging auf die überdachte Strandterrasse, um zu rauchen. In dem Moment als er seine Zigarette anzündete, begann es in Strömen zu regnen. "Was haltet ihr davon, wenn wir etwas basteln?" fragte Thalia die Kinder. "Ich würde viel lieber in mein Zimmer gehen und lesen. Ich habe mir in der Bücherei ein neues Buch über Aquarien ausgeliehen und das muss ich noch zu Ende lesen." sagte Christian. Aber die kleineren Kinder waren begeistert und bastelten den ganzen restlichen Nachmittag bis in den Abend hinein mit Thalia. Auch Selvaggia und Ilse gesellten sich dazu. Ihr Vater entschuldigte sich ebenfalls. Er meinte, er hätte noch zu arbeiten und zog sich in sein Arbeitszimmer zurück. Kurz darauf hörte man laute Musik von Santiano. "Ja." rief er fast etwas gereizt, als es an der Türe klopfte. llse trat ein. Ein Großteil des Bodens lag voll mit Papieren. "Oh wie sieht es hier denn aus!" sagte sie und reichte ihm einen Pharisäer. Er nahm die Tasse entgegen. "Danke Mutti." flüsterte er und nahm gleich einen Schluck und stellte die Tasse auf seinem Schreibtisch ab.
"Was machst du denn da? Das sieht ja übel aus." Er seufzte und rieb sich die Schläfen. "Papierkram sortieren und abheften. Meine Geschäfte die ich laufen habe - Verträge, Besitzurkunden ... ich habe den Papierkram ziemlich vernachlässigt, seit ich meinen Hauptwohnsitz hier auf Norderney habe." Jetzt seufzte Ilse. "Ach Lucian! Ich bin nach wie vor der Meinung, dass du dir viel zu wenig Ruhe gönnst. Und nimm eine der Schmerztabletten gegen die Kopfschmerzen, bevor sie wieder fast unerträglich werden." sagte sie befehlend. "Ja Mutti." antwortete er gereizt und widmete sich wieder dem Papierchaos. Ilse verließ den Raum und ging wieder zu den anderen um weiter zu basteln.
"Meinst du Papa gefällt so ein Lederarmband?" fragte Linnéa ihr Kindermädchen, die ihnen gezeigt hatte, wie man Lederarmbänder flechten konnte. "Wenn es von dir kommt, dann gefällt es deinem Papa bestimmt. Ihm gefällt alles was ihr bastelt und schenkt. Eltern gefällt immer alles, wenn sie von ihren Kindern etwas Selbstgebasteltes oder Gemaltes geschenkt bekommen." antwortet Thalia und sah dabei lächelnd zu Selvaggia. "Thalia hat recht. Das sind die schönsten Geschenke von den Kindern." antwortete die schöne Hexe. Sofort reichte Sophia ihrer Mutter das rote Armband das sie gemacht hatte. "Oh danke, mein Schätzchen!" sagte sie sehr glücklich und legte es gleich an. "Dann ist meins für Papa. Schwarz ist ja seine Lieblingsfarbe." sagte Linnéa, die für ihr Armband ausschließlich schwarze Lederbänder gewählt hatte, da sie es ohnehin für ihren Vater machen wollte.
Das Telefon des Höllenfürsten klingelte. Überrascht sah er, dass Astaroth ihn anrief. "Hi Chef... ich wollte fragen ob - wenn ich nächste Woche als Kendra Hellgate on Tour gehe - Elisa Euangelion ein wenig unterstützen kann. Ich würde ihr die notwendigen Sachen erklären - wobei sie an sich "nur" Telefondienst hätte. Du weißt ja selbst, dass Engelchen praktisch alles an Büroarbeit im Handumdrehen erledigt." "Elisa ist meine Hiwine!" schnaubte der Höllenfürst. Astaroth lachte. "Ja, das weiß ich - und ich weiß auch, dass du sie magst, genau wie Euangelion. Sonst würde keiner der beiden für dich arbeiten. Also sag schon ja! Du weißt genau, dass wir sie wegen der ganzen Vorlesungen "briefen" können und sie im Endeffekt nichts versäumt. Und deine Sachen kann sie aus Paris auch erledigen. Du weißt schon: Internet... weltweit... hat seine Vorteile..." "Hast du sie gefragt?" wollte Lucifer wissen. "Klar - sie würde gern... aber hat angemerkt, dass sie einen Vertrag mit dir hat und das wäre ja nun Arbeit für Metatron... und du weißt doch: Sie und Euangelion sind ein süßes Pärchen." "Na gut, genehmigt, wenn sie wirklich will. Aber nur mit Zusatzvertrag und Metatron darf die Stunden zahlen die sie für dich im Büro hockt!" Der himmlische Sekretär lachte. "Geht klar, Lucifer. Ich werd's Metatron sagen. Aber das macht er schon - sonst zahle ich Elisa aus eigener Tasche. Ich mach es für meinen Kollegen..." und schon hatte er aufgelegt.
Der Höllenfürst seufzte. Da hatte man endlich mal eine gute Mitarbeiterin "an Land gezogen" und schon wurde sie einem wieder ausgespannt. Mit einem Fingerschnippen erledigte er die restlichen Abhefte-Arbeiten mit Magie und überlegte gleichzeitig, ob er Euangelion nicht lieber zu seinem Privatsekretär machen  und für die Botschaft eventuell um einen der anderen "kleinen" Engelchen bitten sollte. Scriptoriel böte sich da an... immerhin hatte er schon mehr Kontakt mit ihm gehabt als andere der niederen Engel.
Es klopfte erneut. Innerlich aufstöhnend rief er: "Herein!" und im nächsten Moment schaute Linnéa um die Ecke. "Papa, ich hab dir was gebastelt!" rief sie und hielt ihm stolz das Armband hin. "Das ist für mich?" fragte er. Sie nickte. "Das ist sehr schick geworden. Dann mach es mir mal um!" meinte er und hielt seinen Arm hin. Sichtlich erfreut über seine Worte legte sie es ihm an. "Das haben wir mit Thalia gebastelt." erklärte sie stolz. "Und wir haben den Abendbrottisch gedeckt und warten auf dich." "Ich komme ja schon..."  murmelte er und folgte seiner Tochter in die Küche, wo Ilse ihm mit einem Zwinkern ein Glas Tee hinstellte. Erst wollte er entsetzt reagieren, doch dann roch er das aromatische Aroma des Rums, den Ilse immer verwendete. Sie hatte recht gut "aufgefüllt" - und nach einem ersten Test stellte er fest, dass es eher ein mit Tee aromatisierter Rum-Grog war, den sie ihm aufgetischt hatte.
"Schau mal, was ich von Sophia bekommen habe." sagte Selvaggia und zeigte stolz ihr rotes Lederarmband. Ihr Mann lächelte. "Und schau mal, was ich von unserer Linnéa gekriegt habe." meinte er mit einem Zwinkern und zeigte - eigentlich ebenso stolz - seins. Die beiden Mädchen strahlten vor Freude.
"Wie gefällt es dir im vatikanischen Kindergarten, Thalia?" fragte der Höllenfürst. Die Nanny der Raynes grinste etwas gequält. "Ist schon arg katholisch. Beten zu Anfang, beten zum Essen und beten zum Ende und wir sollen die Kinder anhalten zum Beichten zu gehen. Ich ärgere mich immer über die Obernonne da, Schwester Maria Paolo... die erzählt den Kindern Schund wie: "Wenn ihr nicht brav seid, erschlägt euch der Herrgott mit einem Blitz und ihr wandert sofort in die Hölle!" Gestern musste ich zum zuständigen Leiter der Einrichtung, einem Bischof... weil ich die alte Schreckschraube angefahren habe: "So einen Mist kann man Kindern doch nicht erzählen! Und der Pappous, also Großvater von meinen süßen mir anvertrauten fünf Kindern hat genauso was Anderes zu tun wie deren Vater!" Da ist die voll ausgetillt... ich habe da allerdings verlangt, dass Luigi mich begleitet... der war leider verhindert, aber..." Thalia grinste, "Ein gewisser Kardinal Boch und ein Kardinal  Botacci waren zufällig da und als die hörten, dass ich euer Kindermädchen bin sind die mitgekommen und haben diesen Bischof und die Obernonne zur Schnecke gemacht. Mario und Hartwin - sie meinten ich solle sie ruhig so nennen, immerhin gehöre ich ja offensichtlich zur erweiterten Familie Rayne - haben denen erstmal erklärt für wen ich sonst arbeite, wenn ich nicht da im Kindergarten hocke und von Hartwin und auch von Mario habe ich gleich zu hören gekriegt: Wenn es hier so weitergeht, Thalia, in Berlin und Venedig gibt es genug Kindergärten wo wir dich mit Handkuss unterbringen!"
Sie grinste und berichtete weiter: "Gerade als wir fertig waren und dieser Bischof mich anschnauzen wollte ich wäre verdorben und käme in die Hölle und und und, da schlenderte der Papst in Luigis Begleitung rein, ließ sich von allen die Lage erklären und hat dann dieser Maria Paolo einen Einlauf verpasst und gemeint, sie solle mich gefälligst mit Respekt behandeln, denn nicht die würden mir, sondern ich würde dem Vatikan-Kindergarten mit meiner Anwesenheit einen Gefallen tun - und übrigens auch ihm persönlich, da er so nicht habe umständlich suchen müssen, denn "sein Freund Lucifer, der Fürst der Hölle, Vater seines süßen Patensohnes Luca Rodrigo" hätte mehr Möglichkeiten als er geeignetes Fachpersonal zu finden und er wäre mehr als dankbar, dass du es mir ermöglichst - und gestattest im Kindergarten da zu arbeiten. Wenn die nicht aufhören würden mich zu mobben, dann müsste er über ernsthafte personelle Konsequenzen nachdenken. Dann hat er erstmal den Bischof beurlaubt, das Amt des zuständigen Leiters kommissarisch Luigi auf's Auge gedrückt und mich dann zum Tee gebeten. Während des Tees haben wir uns sehr nett unterhalten und als ich ihm erzählt habe, warum ich dieser Maria Paolo fast den Hals umgedreht hätte, da hat er sie zu einem Religionspädagogik-Kurs anmelden lassen wo es speziell um Glaubensvermittlung für kleine Kinder geht." Sie grinste, als sie das verblüffte Gesicht des Höllenfürsten sah.
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast