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Hirnlein, Hirnlein, du musst wandern

GeschichteFamilie, Fantasy / P16 / Gen
Catherine Corrigan Derek Rayne OC (Own Character) Rachel Corrigan
01.01.2019
02.01.2019
11
98.787
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01.01.2019 9.147
 
Elisabeth lag in den Armen ihres Vaters. Sandalephon hielt ein Fläschchen in der Hand. "Na komm, mein Sonnenschein, das ist gut für dich!" sagte er lockend, doch Elisabeths Blick ging zu Kat, die die Szene grinsend betrachtete. "Onkel Sam, ich glaube, Elisabeth will lieber die Milch von Kat haben..." flüsterte Linnéa verschwörerisch. "Und außerdem hast du da die Bananenmischung reingetan - und Kat mag keine Bananen - also glaub ich, dass auch Elisabeth keine mag..." meinte Lucas-Lucian kritisch. "Zumindest hat Onkel Sariel mal erzählt, dass sich das vererbt - wenn Kat ganz viele Bananen gegessen hätte als sie schwanger war, dann hätte Elisabeth die gemocht... Du solltest es mit Schokolade oder Erdbeere probieren, das mag Kat nämlich und sie hat im Sommer viele Erdbeeren gegessen..." Sandalephon sah überrascht zu seiner Frau. "Du magst echt keine Bananen?" Kat schüttelte den Kopf. "Ich kann diese krummen gelben Dinger nicht ausstehen!" murmelte sie. "Onkel Sam! Du bist mit Kat verheiratet, da weiß man das! Papa weiß von Mama sowas! Er weiß, dass sie Kräutertee am liebsten trinkt - und zwar den, den sie selber mixt, oder Tante Tilly. Und er weiß, dass sie gern Fisch ist - den er nicht mag. Aber weil Mama Fisch mag, mögen wir Kinder den auch, und Mama mag auch Schokolade und... und..." Linnéa überlegte, was ihre Mutter noch gern mochte. "Das... also ehrlich gesagt, ging das mit Kat und mir ja sehr schnell, und dann kam auch Elisabeth jetzt schneller als gedacht... ich..." Sandalephon sah verlegen aus und sah fast verzweifelt aus als er seine Frau musterte. Kat lachte leise. "Ich glaube, ich schreibe dir eine Liste von meinen No-Goes... die da unter anderem wären: Bananen, Rote Beete - außer in Oma Ilses Heringssalat, Sellerie - außer in Suppe als Suppengewürz, wenn ich den dann rauspuhlen darf, Spinat - außer auf Pizza und in wenigen... Gerichten als Dreingabe..., Litschis, ich mag diverse Käsesorten nicht.. gibt ein paar Dinge die ich nicht esse..."
"Scheint, Maurice weiß da besser Bescheid als ich..." flüsterte Sandalephon verlegen. "Schatz, Maurice fragt dauernd an. Er ist ein wunderbarer Koch und ein echt toller Freund. "Kat, magst du dieses, magst du das? Verträgst du jetzt wo du schwanger bist dieses, ich weiß, das darfst du nicht und dies ist auch nicht gut..." - ich glaube, Maurice hat sämtliche Veröffentlichungen zum Thema Schwangerschaft und Essen gelesen - während ich mich nie drum gekümmert habe, sondern einfach gegessen habe worauf ich Hunger hatte..." antwortete Kat lachend. "Und wenn mir etwas nicht schmeckt kann ich es entweder nicht essen oder mit Magie dran rumpfuschen und in etwas verwandeln was ich mag. So einfach ist das." Sie schnippte mit dem Finger und schon färbte sich die Mixtur in dem Fläschchen für ihre Tochter schokoladenbraun und Elisabeth wollte begierig nach dem Fläschchen greifen, das Sandalephon aber sofort wegzog. "Nein, so geht das nicht! Du kannst die Spezialmischungen nicht einfach in heiße Schokolade verwandeln, Lucia!" sagte er erschrocken. Elisabeths Gesicht verzog sich zu einem Weinen. Kat seufzte. "Dann nimm als nächstes eine andere Geschmacksrichtung, nicht Banane - und jetzt gib ihr endlich den Kakao! Es wird sie nicht umbringen!" schnaubte sie, "Oder gib mir unsere Kleine! Ich kann sie auch selber füttern! Mit dem Besten was es gibt!" Sandalephons Blick wurde zärtlich. "An sich... ja... aber nicht vor den Kindern..." flüsterte er. Lucas schnaubte leise. "Meine Mama hat Deren auch schon die Brust gegeben als Christina und ich im Zimmer waren und im Gegensatz zu dir, Onkel Sam, hat Mama mich auch angelegt... so heißt das glaube ich, weil... du hattest ja keine richtige Mama, so wie Linnéa Tante Selvi hat oder ich Mama habe. Und ich habe Kat auch schon im Bikini gesehen. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass ihre Brust viel anders aussieht als Mamas!"
Sandalephon errötete und Kat kicherte. "Na los, gib mir unseren Schatz schon!" sagte sie belustigt und nahm ihrem Mann die kleine Elisabeth aus dem Arm. Einen Augenblick später trank das kleine Mädchen zufrieden die Milch ihrer Mutter. "Du könntest ja mal probieren... Bananen meine ich... dann könnte unsere Tochter..." begann Sandalephon und grinste als Kat ihn angewidert ansah. "Die schmecken zu süß, zu klebrig und haben eine komische Konsistenz, sorry, mein Engel, aber wenn du nicht willst, dass ich dir vor die Füße breche, lass es lieber!" Linnéa kicherte und Lucas-Lucian lachte lauthals.
Zufrieden kuschelte Elisabeth sich satt an ihre Mutter. Kat schnüffelte vorsichtig. "Sandy, Süßer... du wickelst doch gern, oder?" fragte sie ein wenig süffisant. Über das Gesicht ihres Mannes huschte ein Lächeln. "Och, das habe ich inzwischen aber wieder verlernt..." Lucas verschränkte die Arme vor seiner Brust. "Erstens: Man lügt nicht - und meine Schwester lügst du auch nicht an, sonst bin ich böse! und Zweitens: Als letztes hast du Linnéa gewickelt und das ist erst ein Jahr her und so schnell verlernt man das nicht! Und Drittens..." Er wandte sich an Kat: "... wenn Sam dir nicht hilft, Kat, dann helfe ich dir. Onkel Lucifer hat uns Wickeln mit Christinas Babypuppe beigebracht und ich habe damals auch schon bei Linnéa geholfen, wenn Onkel Lucifer sie gewickelt hat!"
"Ist gerade von mir die Rede?" fragte der Höllenfürst an der Tür der Küche. "Papa!" riefen Luciano und Linnéa und Lucas fiel begeistert mit "Onkel Lucifer!" ein. "Papa, Sam flunkert und sagt er könne nicht mehr wickeln!" beschwerte Linnéa sich. "Ah, sagt er das? Na, dann muss ich mich wohl um meine Patentochter kümmern und es eurem Onkel wieder ins Gedächtnis rufen... Notfalls muss ich ihn mit der Babypuppe von Christina oder der von dir üben lassen, Linnéa, Süße." "Darf ich dir helfen, Onkel Lucifer?" fragte Lucas freudig. "Ich möchte Kat helfen." Der Höllenfürst grinste. "Klar, du bist eine kompetente Hilfe, Lucas." meinte er und nahm Elisabeth aus Kats Arm. "Hallo Lucia, Spatz, ich bin dein Onkel Lucifer." sagte er liebevoll und kitzelte die Kleine. Sie kicherte und griff nach seinen schwarzen Haaren, die so anders, so viel dunkler waren als die ihres Vaters. Der Höllenfürst grinste. "Tja, ich fürchte, du wirst ein kleines blondes Rauschegoldengelchen, wie dein Papa. So schöne dunkle Locken wie ich sie habe wirst du nie kriegen..." Fasziniert sah sie ihn an und schien aufmerksam seinen Worten zu lauschen. "So, Sandy, Wickelappell! Zügig, Yallah! Vamos! Avanti!" sagte er dann streng zu Sandalephon und hörte zu seiner Freude Kat leise lachen. Sandalephon grinste. "Aye Aye, Chef..." antwortend erhob er sich und folgte ihm mit Lucas und Linnéa ins Kinderzimmer, wo die Wickelkommode stand und den Anwesenden bewies, dass er das Wickeln noch nicht verlernt hatte.
Es klingelte. Kat öffnete die Tür und stand Julien und seiner neuen Freundin - Celes Cendrillon - gegenüber. "Wir wollten euch zur Geburt von eurer Tochter gratulieren. Fürst Hagiel war so nett uns zu holen..." sagte Julien und umarmte Kat freundschaftlich. Celes tat es ihm ein wenig verlegen gleich. "Danke, kommt doch rein, Onkel Lucifer und Sandalephon wickeln Elisabeth gerade und Lucas und Linnéa gucken zu. Mögt ihr eine Tasse Tee oder Kaffee? Maurice hat echt leckere Macarons gebacken." "Gerne, einen Kaffee - und Julien nimmt lieber Tee. Er meint immer: Nichts geht über Kräutertee aus dem Boulevard Haussmann." sagte Celes freundlich. In der Küche trafen sie auf die anderen, inzwischen mit dem Wickeln fertig gewordenen. Ein wenig eingeschüchtert begrüßte Julien den Höllenfürsten und Sandalephon und Lucas und Linnéa ebenso zurückhaltend, während ersterer und Celes sich mit Handschlag begrüßten und die junge Frau - als ehemalige Mitarbeiterin der Firmen des Höllenfürsten - auch Sandalephon unbefangen die Hand schüttelte.
"Ach Julien, komm schon, ich dachte, wir hätten Frieden geschlossen. Du bist immerhin Elisabeths einer zukünftiger Patenonkel." Der frischgebackene Doktor der Theologie lächelte ironisch. "Ja, der einzige Sterbliche, wie ich das sehe..." "Na ja... wobei... Kardinal Boch.. also an sich... hm... ich hatte auch an ihn gedacht, immerhin hat er Lucia und mich getraut..." murmelte Sandalephon. "Finde ich gut, die Idee, Schatz." sagte Kat lächelnd und gab ihm einen zärtlichen Kuss. Julien seufzte, dann sah er zu der auf dem Arm ihres zukünftigen, mächtigen Patenonkels aufmerksam umherblickenden Elisabeth. "Das ist sie also, euer kleiner Engel?" fragte er und beugte sich über sie. "Ja, das ist Elisabeth Lucia Arielle Merlina Leontine das sind die Namen die Sandy und Kat sowie ich, Sariel, Metatron und Astaroth  für sie gewählt haben..." sagte der Höllenfürst spöttisch. "Also wähle deinen Vorschlag weise, Julien..." Der junge Mann erbleichte. "Ähm... nein, also Elisabeth ist sehr hübsch...  auch in der Bedeutung: Gott ist vollkommen oder ist Fülle oder auch "mein Gott hat geschworen"... Ich denke, das passt... auch für mich..." Der Besuch war schnell vorbei, da Julien in Gegenwart des Höllenfürsten merklich gehemmt war, trotzdem er die Vorlesungsskripte für ihn schrieb. Die beiden besprachen noch kurz die - es würden vier Seminare in "Geschichte der Antike" werden, da die Anmeldungen sich gehäuft hatten - Themen.
"Und Sie wollen wirklich als Thema wählen: "Die Schlacht an der Milvischen Brücke und ihre Folgen"? Das ist ein... ähm... eher ungewöhnliches Thema für Sie, Dr. Dr. Rayne..." meinte Julien Dubois zögernd. Der Höllenfürst seufzte. "Na ja... Rom ist DIE christliche Stadt des Westens und irgendwas Christliches sollte ich dann schon machen... und da kann ich dann auch über ein paar Irrtümer aufklären... und über Übersetzungsfehler..." "Ah... verstehe... vordergründig christlich und hintergründig Dogmen zer... ähm... widersprechen..." "Sag ruhig zerstören - ja..." meinte der Höllenfürst süffisant. "Vielleicht spielt Sandy ja mit und ich kann was von antiker In-Vitro-Fertilisation und Kaiserschnitt-Geburt erzählen..." und grinste seinen Bruder an. Der schnaubte. "So einen Schwachsinn! Da spiele ich nicht mit, sorry, Großer!" Der Höllenfürst lachte laut auf, brachte Julien und Celes persönlich nach Straßburg zurück und kehrte nach Rom zurück, wo er Zeuge wurde wie Sandalephon gerade mit Lucas und Luciano etwas strenger redete. Die beiden, so erfuhr er, hatten sich geprügelt. "Christina ist aber nicht doof!" meinte der Älteste des Höllenfürsten beleidigt. "Ist sie wohl!" fauchte sein Cousin. "Hört ihr bitte auf euch zu streiten!" sagte Kat ein wenig angespannt. "Papa, kann ich bei Kat und Sam bleiben?" fragte Linnéa dazwischen. "Dann hat Mama mehr Zeit für Allegra." "Darüber reden wir, erstmal möchte ich wissen, was hier in den zehn Minuten die ich weg war los gewesen ist!"
"Alles in Ordnung. Wir haben das geklärt, Lucifer." meinte Sandalephon beschwichtigend und bat seinen Bruder kurz in sein Arbeitszimmer. "Lucifer, ich habe mit Sariel gesprochen. Er hat das Gefühl, dass Selvaggia mit fünf Kindern - alle so dicht aufeinander im Alter - etwas überfordert ist. Natürlich ist Ilse auch immer da, aber ihr habt auch noch Christian bei euch, der viel von deiner Aufmerksamkeit beansprucht. Du teilst das wunderbar auf, aber du hast deine anderen Verantwortlichkeiten: Botschaft, Hölle, dein Firmenimperium. Selvaggia möchte sich gern - über die Mutter- und Hausfrauenrolle hinaus - verwirklichen und als Museumsführerin im Museum in Bremen arbeiten. Gib ihr die Chance. Du weißt, dass sie schon in die Kindergarten-Beiratsarbeit geflüchtet ist um irgendwas "Nützliches" zu tun. Nimm das bitte nicht persönlich, wenn ich dir nahe lege eine Nanny einzustellen." Der Blick des Höllenfürsten wurde verärgert. "Glaubst du, ich sei nicht in der Lage mich um mein Quintett zu kümmern?"
Sandalephon seufzte. "Das habe ich nicht gesagt! Ganz im Gegenteil. Ich habe nur angedeutet, dass es Selvaggia und Ilse zu viel werden könnte, zumal ich vermute, dass bei Allegra noch etwas mehr dranhängt als "nur" das Fünfte eurer Kinder zu sein. Sie könnte sowas wie ADHS entwickeln. Du kennst doch Vater! Ich meine es nur gut. Ich bin selbst am überlegen - und das mit nur einem Kind, das Kat und ich absolut lieben, seit dem ersten Tag als sie sich in Kat entwickelt hat, unsere kleine Lisa... aber... Kat ist mitten im Studium und wir wollten uns wahrscheinlich mit Sariel und Catherine zusammentun. Immerhin sind wir Kollegen - Sariel und ich, Catherine ist ebenfalls als Hebamme an der Gemelli-Klinik und Kat in einem Spezialprogramm, das Sariel und ich entwickelt haben um sie schneller durch das Studium zu kriegen, gemeinsam mit dem Kollegen Rocalli, wodurch sie auch ihre Zeit in der Klinik hat. Wir haben überlegt, eine deiner ehemaligen Berufspraktikantinnen abzuwerben - aus der Kita. Da haben gerade drei ihre Prüfungen zur Kinderpflegerin absolviert."
"Du willst deine Tochter zu einer Angestellten abschieben?" fragte der Höllenfürst ungläubig. "Abschieben, nein. Sie wird uns jederzeit erreichen können, mehr wie ein Familienmitglied sein. Schau, Lucifer, Maurice gehört für Lucia und mich irgendwie zur Familie. Darum will er wohl auch immer noch nicht sein eigenes Restaurant eröffnen, für das wir beide ihm jede Hilfe zugesagt haben. Er wird auch einer von Lisas Patenonkeln, weil wir ihn mögen. Und ich bin sicher, dass innerhalb kürzester Zeit auch die Nanny zur Familie gehören wird - ebenso wie zu Sariels und Catherines, denn Said und Stella müssen sie natürlich auch mögen. Ich sag ja nicht, dass du eine Nanny einstellen musst. Ich lege es dir nur nah. Was meinst du, wieso Linnéa bei uns bleiben will? Sie hat ein sehr feines Gespür, wie du weißt, und sie hat das Gefühl, dass Selvaggia überfordert ist. Das hat sie schon öfter mal geäußert. Und dann ist deine Frau dir gegenüber gereizt und das bringt dich innerlich auf die Palme." Der Höllenfürst seufzte. "Okay, ich denke darüber nach... Danke für deine Sorge. Wie ist es - soll ich Linnéa bei euch lassen oder wird euch das zu viel? Ich hatte das Gefühl, dass Kat etwas... angespannt ist." Sandalephon lächelte. "Lucifer, sie hat gerade ihre erste Geburt hinter sich. Das ist was anderes als plötzlich zwei Babys - ihre Geschwister - da zu haben. Wir haben beide etwas Sorge, dass wir Fehler machen - wie wahrscheinlich alle Eltern. Aber lass Linnéa ruhig hier. Du weißt doch: Maurice freut sich." Er grinste.
Mit Luca, Sophia und Luciano kehrte der Höllenfürst nach Norderney zurück, wo eine sichtlich erschöpft aussehende Selvaggia in der Küche saß. "Ich verstehe das nicht, Allegra hat immer wieder geweint, dann gelacht als ich gekommen bin, ich habe mich gerade hingelegt, schon hat sie gewimmert... unsere anderen vier waren so brav, selbst die Zwillinge, aber Allegra ist... also ich glaube, sie ist die eigentliche Strafe für mein Versagen..." schluchzte sie. "Allegra ist doch keine Strafe, Mädchen!" sagte Ilse tadelnd. "Sie ist nur etwas lebhafter als die Großen!" "Hm... sagt mal, was haltet ihr von einer Nanny? Also einem Kindermädchen? Es gibt in der Kita vielversprechende Kandidatinnen... Dann hättest du auch etwas Ruhe, Schatz. Und auch Mutti hätte ab und an Zeit für sich oder für Christian." "Es wäre so schön, mal wieder ein paar Stunden schlafen zu können..." seufzte Selvaggia erschöpft. In diesem Moment kam Luciano. "Papa, kann Christina zu uns kommen?" fragte er. "Nein, jetzt nicht. dafür musst du bitte Verständnis haben." "Das ist fies, Linnéa durfte bei Sam und Kat bleiben und da ist Lucas! Wieso darf ich nicht Christina hier haben?" "Weil deine Mama gerade deine kleine Schwester bekommen hat und im Gegensatz zu Kat ist deine Mutter keine Seraphim und erholt sich darum nicht so schnell." "Darf ich dann zu Onkel Derek und Tante Rachel?" fragte er. Bevor der Höllenfürst antworten konnte, seufzte Selvaggia. "Geh schon, du schaffst das ja doch alleine!" meinte sie matt. "Danke Mama!" rief Luciano und war verschwunden, bevor sein Vater wusste wie ihm geschah. Er seufzte etwas genervt.
"Also soll ich mich um eine Nanny bemühen, Schatz? Ich merke, wie erschöpft du bist und ich bin ja auch nicht immer da. Wir könnten der jungen Dame die Fähigkeit geben mich zu erreichen - so wie übrigens auch Mutti mich eigentlich in Gedanken erreichen kann..." "Versuchen wir es. Deine Brüder gehen mir nämlich manchmal auf die Nerven. Da fühle ich mich immer so unterlegen." murmelte Selvaggia. Sie sah hoch. "Kannst du dich etwas um Allegra kümmern? Ich bin unendlich müde." Der Höllenfürst lächelte ein wenig besorgt. "Natürlich. Ich bin jetzt da. Notfalls nehme ich sie mit in die Botschaft. Selvaggia murmelte ein "Danke, Lucifer." und ging nach oben ins Schlafzimmer. "Mutti, leg du dich auch etwas hin. Ich kümmere mich um die Kinder und nachher mache ich Christian auch das Essen warm, wenn er aus der Schule kommt." "Musst du nicht, der geht mit zu Jasper. Rike Rass hat angerufen und gefragt, ob das recht wäre. Sie hat Kirschmichel gemacht und den isst Christian sehr gern." "Nun ja, gut. Dann bleiben unsere drei "Daheimgebliebenen" ... ist auch genug zu tun mit dem Trio." Er gab ihr einen liebevollen Kuss auf die Wange, rief die Zwillinge und nahm Allegra auf den Arm. "Wie wäre es, wenn wir nach Paris gehen und ihr ärgert eure Onkel Euangelion und Astaroth ein wenig?" fragte er seine Kinder. "Kann ich nicht lieber zu Tante Freya und Onkel Henrik?" fragte Luca. "Du weißt, die beiden sind normale Menschen und..." "Och bitte, Papa, ich will Fenja besuchen!" Der Höllenfürst seufzte. "Ich rufe Freya an, aber wenn sie nein sagt, dann ist das nein!" Luca nickte.
Der Höllenfürst zückte sein Iphone und rief bei der Familie des Inseltierarztes an. "Ja, Freya, ich bin es Lucifer. Mein Sohn Luca will euch drei besuchen, beziehungsweise Fenja. Ist dir das recht, oder...?" "Oh, gern. Fenja brabbelt immer "Lula?" Ist total niedlich. Und deine Kinder sind so liebe Engel. Ich hoffe, er mag Apfelkuchen, ich habe nämlich vorhin welchen gebacken und wir wollen dann nachher Kaffee trinken. Soll ich ihn mit Fenja abholen?" antwortete die Innenarchitektin begeistert. "Außerdem kann er mir dann auch helfen. Ich muss mir langsam Gedanken machen wie ich das Haus von deinem Bruder Michael und seiner Maria gestalte. Vielleicht hat er Ideen wie die Kinderzimmer sein könnten. Ich möchte die irgendwie total anders machen als bei euch oder Sam und Kat im Haus." Der Höllenfürst musste lächeln. "Häng ein paar Ikonen auf. Das wird Mike freuen und Maria auf die Palme bringen." antwortete er belustigt und hörte seinen Sohn rufen: "Ich kann auch alleine kommen, Tante Freya!" "Das kommt nicht in Frage!" wies sein Vater ihn zurecht, worauf er Freya Rass lachen hörte. "Lucian, bitte. Schick deinen Sohn ruhig los, ich wollte sowieso gerade mit Fenja einen Spaziergang machen und wir kommen ihm entgegen und sammeln ihn ein. Was kann ihm auf der Insel schon passieren, wo auch sein Großvater immer auf ihn aufpasst?" "Na gut... dann nehme ich nur die  Mädchen mit nach Paris, danke Freya." "Ach, dafür nicht. Du bist aber auch herzlich mit den Mädchen zum Kaffeetrinken eingeladen. Rike, Rasmus und deren Kinder kommen mit Christian auch." "Oh ja, Papa, darf ich mit zu Tante Freya?" fragte Sophia. "Schick sie mit. Dann hast du nur noch eure zwei Nesthäkchen. Ich vermute, dein Großer ist bei seiner Cousine - entweder bei der Großen, Kat, oder bei der kleinen Christina."
Der Höllenfürst seufzte. "Bei der Kleinen... und Linnéa bei der Großen... na gut, ich schick dir die Zwillinge entgegen. Nochmal... na ja... danke..." "Dafür doch nicht." erwiderte die sympathische Frau des Tierarztes. "Na gut, dann zieht euch beide vernünftig an, es ist kalt draußen! Ich mache Allegra fertig und dann gehen wir Freya und Fenja gemeinsam entgegen und dann verschwinde ich mit ihr nach Paris." Sophia sah nachdenklich ihren Papa an. "Du könntest Onkel Henrik fragen ob er ihr Patenonkel wird." meinte sie versonnen. "Ja, vielleicht... aber das klären wir später!" Zehn Minuten später brachen sie auf und trafen nach kurzer Zeit schon auf Freya und Fenja, die begeistert kicherte als ihr Patenonkel sie auf den Arm nahm und glücklich "Lufafa!" und "Lula!" rief als sie ihn und Luca sah. "Moin Lucian." sagte Freya freundlich und umarmte ihn kurz freundschaftlich. "Oh ist die süß! So klein und ... einfach goldig. Komm doch mit, du bist immer willkommen, und Kaffee und Apfelkuchen magst du doch bestimmt?" Er lächelte schwach. Freya merkte, dass ihn irgendetwas zu beschäftigte und er schon leicht verärgert zu sein schien. "Das schon, aber ich habe noch zu tun. Ich trinke aber gerne eine Tasse Kaffee, wenn ich meine Zwillinge wieder abhole." Sie nickte und ging mit den Kindern noch ein wenig spazieren, bevor sie nach Hause gingen.
Der Höllenfürst tauchte in seinem Arbeitszimmer im Boulevard wieder auf und legte Allegra, die in seinem Arm eingeschlafen war in das bereits dort vorhandene Kinderbett. Die Wickeltasche und die mit den anderen Sachen, ließ er auf den Tisch fallen. Anschließend ließ er sich in seinen Chefsessel fallen und schloss die Augen. Er saß eine Weile einfach nur da. Dann begann er die Unterlagen durchzusehen, die auf dem Tisch lagen. Erst bearbeitete er den höllischen Kram, den Euangelion ihm hingelegt hatte. Dann widmete  er sich dem Bericht des letzten Falles, als sein Telefon klingelte. Er nutzte  diese Nummer des Boulevard Haussmann für seine Geschäfte. Als er auflegte begann Allegra zu weinen. Er kümmerte sich kurz um sein jüngstes Töchterchen und widmete sich dann wieder dem langen Bericht, als es an der Tür klopfte. "Ja." antwortete er knapp. "Lucifer, Consuela Fernandez ist da, sie würde dich gerne kurz sprechen." Er nickte und Euangelion bat die Personalchefin herein. "Bonjour Consuela, setz dich." Sie gehorchte und begann gleich mit ihrem Bericht. "Es geht um Thalia Kiriaitidou. Sie bat mich um ein Arbeitszeugnis, dass sie sich anderweitig bewerben könne, denn sie ist nach diesem Kindergartenjahr mit ihrer Ausbildung fertig. Und ..." Er nickte. "Das trifft sich gut. Sie ist die Lieblingskraft von Linnéa im Kindergarten und ich habe eine Stelle für  Mademoiselle Kiriaitidou. Ich werde sie morgen Nachmittag zu einem Gespräch bitten. Danke Consuela." Sie drehte sich lächelnd um, als Allegra Töne von sich gab. "Oh, hat Selvaggia ihr Baby bekommen?" fragte sie und trat neben das kleine Mädchen. "Gestern Abend." antwortete der frischgebackene Vater. "Ist die aber süß, ganz die Mama. Geht es Selvaggia gut?" erkundigte sich die Personalchefin. "Soweit ja. Sie erholt sich noch etwas von der Geburt."
Er sah auf die Uhr uns stellte fest, dass es Zeit war bei Freya Rass vorbeizuschauen, da er ihr sozusagen versprochen hatte auf einen Kaffee vorbei zu kommen. "Richte doch Selvaggia bitte auch meine Glückwünsche aus." sagte sie und verabschiedete sich zugleich von ihrem Chef. "Das mache, danke Consuela." antwortete er freundlich.
Er erhob sich, sog seinen schwarzen Wintermantel an, nahm Allegra auf den Arm und zauberte sich nach Norderney vor das Haus von Freya und Henrik Rass. Er klingelte und wurde gleich herzlich von Freya begrüßt, die ihn an den Tisch bat und ihm ungefragt einen Kaffee und ein Stück Apfelkuchen hinstellte. Sie nahm ihm Allegra ab und gab ihr das vorbereitete Fläschchen, dass er in Ruhe seinen Kuchen essen konnte. "Alles in Ordnung? Du siehst müde aus Lucian." Er lächelte schwach. "Danke, ich bin auch etwas müde, da ich momentan die Nächte im Wohnzimmer mit Unterbrechungen schlafe, um Allegra die Flasche zu geben, wenn sie Hunger hat, dass Selvi, die von der Geburt noch etwas mitgenommen ist durchschlafen kann um sich vollständig zu erholen." Sie nickte wissend. Sie unterhielten sich noch eine Weile, während Luca, Sophia und Fenja noch mit einander spielten. Gemeinsam mit den Zwillingen tauchte er bei Sandalephon auf, der gerade mit Linnéa und Lucas spielte. "Hallo Lucifer, du willst dein Töchterchen wieder abholen?" "Genau. War sie denn lieb?" Sein Bruder nickte. "Sehr lieb." "Ich will bei Lucas bleiben." protestierte das kleine Mädchen. "Lucas geht jetzt auch wieder zu seinen Eltern." Der Höllenfürst lächelte seinen Bruder an. "Ich kann ihn gleich mitnehmen, wenn ich Luciano dort abhole." sagte er und übergab ihm seine zukünftige Patentochter, um noch schnell seine älteste Patentochter und seine jüngste Nichte zu besuchen.
Anschließend zauberte er sich mit seinen fünf Kindern und Lucas Lucian in das Legat in San Francisco. Dort wurde er freudig von Christina Luciana begrüßt, die sich sehr freute ihren Lieblingspatenonkel zu sehen. "Onkel Lucifer! du musst unbedingt mal wieder länger bleiben, oder ich will zu dir. Ich will mal wieder ausreiten und  mit dir ..." "Halt, halt Süße. Leider ist es momentan zu kalt zum ausreiten. Ich lasse die Pferde jeden Tag etwas raus, aber ... wir reiten im Frühjahr wieder regelmäßig aus. Aber ich verspreche dir, dass ich euch bald wieder besuchen komme. " sagte er und verschwand mit seinen Kindern nach Norderney.
"Hallo Hexlein." begrüßte er seine Frau und gab ihr einen Kuss. Die Kinder umarmten ihre Mutter zur Begrüßung. Nach dem fütterte Selvaggia Allegra, während ihr Mann die Kinder ins Bett brachte.  Selvaggia war wieder früh ins Bett gegangen, jetzt wo sie nachts wieder schlafen konnte.
Ilse stellte ihrem Sohn einen starken Pharisäer hin und sah ihn nur an. "Was ist Mutti, warum siehst du mich so an?" Sie räusperte sich. "Es beschäftigt dich was Selvi sagte, dass Allegra eine Strafe sei."
Er schloss kurz die Augen und nahm einen großen Schluck seines Pharisäers. "Ich bin mir sicher, Selvi meinte es nicht so. Sie ist nur kaputt wegen der Schwangerschaft und der Geburt. Sie sieht es momentan so, weil es für sie diesmal anstrengender war als die Vorherigen und irgendwie ... na ja ist es ja auch ein Lektion deines Vaters. Aber ich bin mir sicher, Selvi wird Allegra lieben. sie liebt sie jetzt schon, ihr ist das momentan einfach nur zu viel." versuchte sie ihn aufzuheitern. "Danke Mutti, ist nett von dir. Passt du bitte kurz auf? Ich bin schnell draußen." sagte er und ging auf die Strandterrasse. Dort setzte er sich auf die Treppe zum Strand, starrte auf das Meer und zündete sich eine Zigarette an.
Am nächsten Tag war er wie am Tag zuvor etwas müde. Nach seiner Vorlesung holte er Allegra bei Ilse ab und nahm sie wieder mit in den Boulevard. Seine anderen Kinder waren noch in der Kita. Er hatte einen Termin mit Thalia Kiriaitidou. Er hatte heute Vormittag in der Kita angerufen und die junge Frau zu sich bestellt. "Ja." sagte er, als es an der Tür zu seinem Arbeitszimmer klopfte. Thalia trat etwas verlegen ein. Sie war sehr aufgeregt, da sie nicht wusste was der höllische Botschafter und Träger der Kita, in der sie arbeitete von ihr wollte. "Setzen Sie sich bitte Mademoiselle Kiriaitdou." Sie gehorchte und setzte sich ihm gegenüber an den Schreibtisch. Sie hatte zwar keine Angst vor ihm, aber großen Respekt. Sie schätzte ihren Chef sehr. Schon seit dem Vorstellungsgespräch fand sie ihn sehr charmant.
"Ich habe gehört, dass Sie nach diesem Kindergartenjahr eine neue Stelle suchen?" Sie nickte. "Ich weiß, dass Sie sich als Erzieherin in allen Bereichen mit Kindern bewerben können und selbst Leiterin einer Einrichtung werden können. Ich biete Ihnen an, weiterhin für mich zu arbeiten, als mein Kindermädchen, beziehungsweise für meine Kinder. Linnéa redet in den höchsten Tönen von Ihnen. Ich brauche ein Kindermädchen für meine fünf Kinder und ich biete Ihnen ein Appartement auf meinem Grundstück auf Norderney an, wo wir uns meistens aufhalten. Wenn wir in Paris, Rom oder Venedig - wo auch immer auf der Welt sind, würden Sie uns begleiten und hätten natürlich immer ihr eigenes Zimmer oder sogar ein eigenes kleines Appartement. Sie wären bei den Empfängen der Botschaft oder meines Konzerns dabei - wenn die Kinder mitkommen, und das werden sie wohl demnächst. Die Bezahlung, wäre deutlich höher als Sie irgendwo anders wäre, da die Arbeit anders wäre - vielfältiger - als bei normalen Menschen und Sie müssen mit den verschiedenen Begabungen meiner Kinder... umgehen können, wie Lucianos Talent zur Teleportation. Sie würden ein ganz anderes Leben kennenlernen. Ein Leben, wie sie es bisher vermutlich noch nicht kennen, das muss ihnen klar sein, denn erstens werden Sie mehr und mehr zu einer Art... Familienmitglied werden, denn das passiert irgendwie zwangsweise bei unseren... persönlich angestellten Kräften, wie beispielsweise an Euangelion ersichtlich, oder an Maurice, dem Koch von meiner Patentochter Katherine und meinem Bruder Sandalephon...Was sagen Sie, brauchen Sie noch Bedenkzeit?"
Die junge Frau schluckte. "Oh ... ich bin sehr überrascht über Ihr Angebot Monsieur Rayne. Aber es ist sehr verlockend und ich denke ich würde es ganz gerne ... annehmen, denn ich mag Linnéa und Lucas sehr gerne." antwortete sie sichtlich überrascht und etwas scheu, was ihrem Arbeitgeber nicht entging. Er lächelte sie ermutigend an. "Was halten Sie davon, wenn sie mich am Freitag nach Norderney begleiten, wenn ich meine Kinder abhole und sie verbringen das Wochenende bei uns um sich ein Bild zu machen, was Sie erwarten würde?" Sie nickte. "Hört sich sehr gut an. Danke Monsieur Rayne. Das ist sehr nett von Ihnen." Er lächelte sie freundlich an. "Seien Sie am Freitag einfach bereit für ein Probewochenende sozusagen, und wenn es Ihnen zusagt würde ich ihre Dienste eventuell hin und wieder schon vor Ende des Kindergartenjahres benötigen. Schönen Tag noch, Mademoiselle Kiriaitidou." verabschiedete er sich von der jungen Frau.
Als er seine Kinder an diesem Nachmittag aus der Kita holte, war Linnéa sichtlich traurig. "Papa, Thalia geht weg! Sie hat gesagt, sie hat schon einen neuen Platz. Kannst du sie nicht im Kindergarten behalten? Ich mag sie wirklich ganz doll!" Innerlich grinsend antwortete ihr Vater: "Ich kann nicht jede Kindergärtnerin behalten, Linnéa. Und Thalia Kiriaitidou will ihr Examen als Kinderpflegerin machen und irgendwann Erzieherin werden - dann sucht man natürlich eine Stelle wo man - entsprechend bezahlt - auch in seinem Beruf arbeiten kann. Das ist nun mal so, Süße." Sichtlich verstimmt verschwand Linnéa wortlos in ihr Zimmer als sie auf Norderney ankamen. "Nanu, was ist denn mit Linnéa?" fragte Ilse überrascht. Schmunzelnd erzählte der Höllenfürst seiner Mutti von dem Gespräch mit der jungen Praktikantin und danach mit Linnéa. "Na, das wird Freitag ja eine Überraschung für die Lütte... Ich mach dann mal das Gästezimmer für diese Kiki... ähm... Wie heißt die?" "Thalia Kiriaitidou, und du wirst sie mögen, Mutti, ist eine sehr nette, patente junge Frau. Linnéa mag sie sehr gern."
"Morgen." murmelte der höllische Botschafter, als er Linnéa in die Gruppe brachte. Das kleine Mädchen rannte sofort zu Thalia und umarmte sie. "Linnéa hängt sehr an Thalia. Es wird hart für Ihr Töchterchen, wenn sie uns im Juli verlässt." sagte die Erzieherin der Gruppe. "Haben Sie einen Moment Zeit für mich Madame Baydoun?" fragte er charmant. Leyla folgte ihm kurz vor die Gruppentür. Er erzählte ihr von dem Gespräch, das er gestern mit Thalia geführt hatte. "Madame Brissac weiß auch schon Bescheid. Und ich würde mir Thalia gerne morgen Vormittag kurz ausleihen. Könnten Sie sie ab halb zehn für drei bis vier Stunden entbehren?" fragte er lächelnd. "Ja sicher. Das wird Linnéa aber freuen!" Er nickte. "Sie weiß noch nichts von meinen Plänen. Es soll am Freitag eine Überraschung für sie sein." Leyla nickte bestätigend und ging wieder in die Gruppe, während er verschwand und in seinem Vorlesungssaal wieder auftauchte.
Er musste immer wieder gähnen und manchmal einen Zauber einsetzen, um die Müdigkeit zu überwinden.
"Es ist gemein von dir, dass du Thalia wegschickst." murmelte Linnéa am Kaffeetisch. Ihr Vater reagierte nicht sondern nahm einen großen Schluck seines Pharisäers. "Ich will nicht, dass Thalia geht!" redete sie weiter. "Linnéa Rayne! Ich hab dir das erklärt. Und du bist reif genug das zu verstehen! Und jetzt Schluss mit der Quengelei!" befahl er streng. Das kleine Mädchen saß schmollend auf ihrem Stuhl.
Am Donnerstagvormittag um halb neun erschien Thalia Kiriaitidou in der Küche des Boulevards, weil sie dort Stimmen vernahm.  "Bonjour." sagte sie fast etwas leise. "Setzen Sie sich und trinken Sie noch eine Tasse Kaffee mit uns. Metatron - bürgerlich Merlin Tyronne - und Cassandra St. Cyr haben Sie ja  sicher öfter schon gesehen, da er der himmlische Botschafter ist. Er ist einer meiner vielen Brüder." sagte er. "Ich bin Euangelion auch ein himmlischer Bruder Lucifer`s und zugleich höllischer Sekretär." stellte der  "gute Geist" des Vorzimmers sich freundlich vor. Sie setzte sich an den Tisch. Der Höllenfürst stellte eine Tasse Kaffee vor sie und setzte sich lässig mit seiner Tasse in der Hand ihr gegenüber. Sie fand es etwas ungewöhnlich mit ihrem Vorgesetzten bei einer Tasse Kaffee zusammen zu sitzen. "Wenn Sie fertig sind, gehen wir zusammen shoppen. Sie brauchen ein Kleid für Samstag, da ist ein Empfang, zu dem ich Sie gerne mitnehmen möchte." erklärte er ihr und trank von seinem Kaffee.
Sie starrte ihn an. "Aber ich muss doch arbeiten ... im Kindergarten." Er lächelte belustigt. "Das geht klar. Ich bin der Träger, und einer der Botschafter, also ihr aller Chef. Noch Fragen?" Thalia schüttelte den Kopf und griff nach ihrem Kaffee, in den sie bereits Zucker und Milch hineingetan hatte. Anschließend reichte er ihr seine Hand. "Vertrauen Sie mir, Sie bekommen jetzt schon mal einen kleinen Vorgeschmack in ihr zukünftiges Leben, wenn sie sich nach dem Wochenende für diesen Job entscheiden." Etwas zögernd ergriff sie seine Hand. Sie stand bewegungslos in der Tiefgarage vor einem schwarzen, sportlichen Porsche. "Wollen Sie hier Wurzeln schlagen, oder einsteigen?" Sie stieg wortlos ein. "Das war Teleportation. So werden Sie dann öfter reisen, oder durch Portale, die sie auch noch kennenlernen. Wir fahren mit dem Auto um in der Stadt nicht zu sehr aufzufallen. In der Stadt gibt es wenige freie Plätze." Er hielt an und führte sie in ein sehr teures Geschäft. "Das ... das  kann ich mir nicht leisten, ich ..." Er lachte herzhaft. "Ich bezahle: Kleid, passende Schuhe, Schmuck ... daran müssen Sie sich gewöhnen, meine Angestellten sollten in manchen Situationen meinem Lebensstandard entsprechen. Ich gebe nicht unbedingt mit meinem Reichtum an, aber bei Empfängen wird nicht gespart. Das hat damals auch mal Cassandra feststellen dürfen." Er zwinkerte und trat dicht neben sie und flüsterte "Nein!", als sie ein etwas altmodisches Kleid wählen wollte. "Das ist unpassend. Sie sind eine hübsche junge Frau und kein graues Mäuschen, sie sollten sich nicht in unscheinbaren Klamotten verstecken. Probieren Sie das hier." Er hatte ein atemberaubendes, bodenlanges, rotes Abendkleid ausgesucht. "Das passt sehr gut zu Ihren schwarzen Haaren und ihrem Südländischen Teint." flüsterte er lächelnd.
Thalia merkte erstmals, wie charmant ihr Chef sein konnte. " Er lächelte immer noch. "Anprobieren!" Er staunte nicht schlecht als die junge Frau wieder herauskam. "Das ist es!" Thalia stand sprachlos vor dem Spiegel. Sie hatte das erste Mal so ein atemberaubendes Kleid an. In einem Schuhladen kauften sie genau dazu passende rote Highheels. Anschließend liefen sie durch die Stadt. Thalia blieb angewurzelt stehen, als er die Tür zu Cartier öffnete. "Was ist, wollen Sie da Wurzeln schlagen?" Sie starrte ihn an. "Aber das ist ... Cartier ... ich meine ich bin nur erst mal zum Probearbeiten und ..." "Thalia, ich darf Sie doch so nennen, das finde ich irgendwie freundlicher als Mademoiselle Kiriaitidou. Ich bin Lucian. Jetzt kommen Sie und machen sich keine Gedanken um Geld. Ich besitze mehr als ich ausgeben kann und verdiene täglich dazu." Sie folgte ihm in den Juwelier. "Bonjour Monsieur Rayne, womit kann ich ihnen heute dienen." begrüßte ihn Monsieur Mardoune. "Ich brauche sofort passenden Schmuck für die junge Dame, zu diesem Kleid."
Nach einer ausgiebigen Beratung war sie Besitzerin ihres ersten echten Schmucks. "Efcharisto, Kyrios Lucian!" sagte sie verlegen, als sie wieder im Wagen saßen und zurück zum Boulevard Haussmann fuhren.  "Parakalo, nichts zu danken!" antwortete er lächelnd. Er zauberte sie wieder in den Kindergarten vor ihre Gruppe. "Bis morgen." sagte er zwinkernd und verschwand. Er tauchte in dem Gästezimmer auf, das Ilse gestern für Thalia gerichtet hatte und stellte die Tasche mit dem Gekauften auf das Bett um anschließend in der Küche wieder zu erschienen. Er lächelte, als er sah wie liebevoll seine Frau Allegra ansah. Ilse, die das Lächeln bemerkte, sagte unbewusst in seinen Gedanken. "Hab ich es dir nicht gesagt?" Er gab Selvaggia einen zärtlichen Kuss, den sie erwiderte und umarmte dann liebevoll seine Mutti.
"Willst du nichts essen Schätzchen?" fragte Selvaggia ihre Tochter am Frühstückstisch, als diese einfach nur schmollend da saß. Selvaggia war ja auch schon eingeweiht, dass Thalia das Wochenende hier verbringen würde. Das kleine dunkelhaarige Mädchen schüttelte den Kopf. "Was ist denn los?" fragte sie nochmal. "Das wisst ihr doch genau! Papa könnte bestimmt etwas machen, dass Thalia bleiben kann." fauchte sie ihren Vater an, der morgens ohnehin schon schlechte Laune hatte. "Hör endlich auf damit! Ich habe es dir erklärt, als ob ich jede Praktikantin behalten könnte." murmelte er gereizt. Auch wenn er genau wusste, dass Linnéa Nörgelei heute Nachmittag ein Ende haben würde, brachte sie ihn auf die Palme.
Als der Höllenfürst am Nachmittag mit seinen vier Kindern im Eingangsbereich der Kita stand kam Thalia auf sie zu. Er hielt ihr die Hand hin, die sie diesmal sofort ergriff. Linnéa konnte gar nicht so schnell reagieren, wie ihr Vater alle teleportiert hatte. In der Küche des Hauses auf Norderney starrte sie überrascht von Thalia zu ihrem Vater. "Papa?" Dieser lächelte. "Ihr habt doch mitbekommen, dass wir über ein Kindermädchen für euch gesprochen haben. Nun Thalia sucht einen Job, und ich habe ihr einen anzubieten. Sie wird das Wochenende probehalber mit uns allen verbringen, uns kennenlernen und wenn ihr die Arbeit zusagt ... " Linnéa küsste ihren Vater, der mittlerweile in die Hocke gegangen war und umarmte freudig ihren Wochenendgast. "Thalia, meine Frau kennen Sie ja. Das ist Allegra unsere jüngste Tochter." Er trat neben Ilse und nahm sie liebevoll in den Arm. "Und das ist Ilse. Wir sind füreinander wie Mutter und Sohn. Ich nenne sie auch gern mal Mutti." Ilse streckte ihr die Hand entgegen "Hallo, freut mich dich kennen zu lernen. Ich bin überzeugt du wirst dich bei uns wohlfühlen und ... na ja es gibt hin und wieder ...  ein paar kleine Reibereien, oder einen barschen Ton, aber das ist normal in einer so großen Familie und mein Junge zeigt sich auch nicht immer von seiner besten Seite." "Mutti! Mach Thalia keine Angst." "Nein, du wirst dich hier sehr wohlfühlen. Setz dich jetzt gibt es erst mal Kaffee und frischgebackenen Nusszopf." fügte sie sofort beschwichtigend zu.
Christian trat herein und warf seine Schultasche in die Ecke und sagte kein Wort. "Hey! Was soll das denn? Seit wann donnerst du deine Schultasche so in die Ecke und begrüßt unseren Gast nicht?" wandte sich der Hausherr barsch an den Jungen. "Tag. Ich bin Christian. Tut mir leid Onkel Lucifer!" murmelte er und wollte in den ersten Stock, in sein Zimmer gehen. "Halt! Nimm gefälligst deine Schultasche mit!" Grummelnd gehorchte der Junge. Lucifer sah verwundert zu Ilse. "Was ist denn mit dem los? So kenne ich ihn gar nicht.!" Ilse zuckte nur mit den Schultern. "Das ist Christian, mein Neffe. Er geht hier zur Schule und lebt während der Schulzeit hier. Ich habe ihn hier in der Schule angemeldet und bin hier sein Erziehungsberechtigter , da seine Eltern nicht da sind. Normalerweise ist er nicht so." erklärte er kurz. "wären also eventuell auch mal sechs Kinder. Wobei Christian schon recht selbstständig ist und auch oft bei seinem Freund Jasper. In den Ferien ist er dann in Dublin bei seinen Eltern. Thalia nickte.
Er erhob sich. "Ich rede kurz mit Christian, irgendetwas stimmt da nicht." sagte er und verließ die Küche. Er klopfte an Christians Zimmertür. Er öffnete sie einen Spalt. "Christian, darf ich reinkommen?" fragte er ruhig, als sein Neffe nicht antwortete. Dieser nickte. Der Höllenfürst setzte sich neben ihn auf das Bett. "Was ist denn los? So wütend und bedrückt kenne ich dich gar nicht." Christian kullerten ein paar Tränen die Wange hinunter. "Jasper ... er will nicht mehr mein Freund sein."
"Was? Das kann ich mir ganz ehrlich nicht wirklich vorstellen." sagte sein Onkel etwas überrascht. "Doch. er hat jetzt eine Freundin. So eine blonde Schönheit aus seiner Klasse und er verbringt lieber Zeit mit ihr und ihrer Clique." Lucifer seufzte und nahm seinen Neffen freundschaftlich in den Arm. "Ach Christian. Vielleicht ist es auch nur vorrübergehend und ... wer weiß. Jasper ist jetzt in dem Alter, in dem man sich verliebt. Aber das heißt noch lange nicht, dass er nicht mehr dein Freund ist." Der Junge nickte. "Ja vielleicht." Der Höllenfürst lächelte schwach. "Und jetzt komm mit, der Nusszopf von Oma Ilse ist echt lecker und ich möchte, dass du auch Thalia Kiriaitidou kennenlernst. Sie wird deine Tante und mich wahrscheinlich zukünftig als Nanny unterstützen... jetzt so mit fünf Kindern und dir... Und so kommst du auf andere Gedanken." Christian folgte seinem Onkel nach unten.
"Hallo Frau Kiriaitidou. Entschuldigung, dass ich mich vorher so schlecht benommen habe." "Ich verstehe das, Christian. Aber nenn mich ruhig Thalia, sonst komme ich mir ein wenig komisch vor, immerhin will ich euch alle dieses Wochenende ja besser kennenlernen um zu schauen, ob ich bleibe." Christian grinste. "Onkel Luci..." er sah zu seinem Onkel der ihm nickend zuzwinkerte, worauf er erleichtert weiterredete: "...fer kann sehr überzeugend sein und Linnéa ist schon die ganze Woche böse mit ihm gewesen, weil er meinte, er könne dich nicht im Kindergarten halten." Thalia lachte leise. Lucifer, der sich wieder mal länger nicht in der Hölle aufgehalten hatte rieb sich die schmerzenden Schläfen und stöhnte leise auf vor Schmerz. "Hast du irgendwo meine Tabletten gesehen Mutti?" fragte er leise. "Die hast du immer in der Manteltasche." spannte sie ihn auf die Folter. Er stöhnte abermals. "Da sind ... sie aber ... nicht!" Ilse warf die Packung mit den Schmerztabletten vor ihn auf den Tisch. "Dann lass deine Sachen nicht immer überall liegen." giftete sie ein wenig mit ihm. "Sehen Sie ... auch ich werde ... noch erzogen. Sowas kommt davon, wenn man mit Mutti unter einem Dach lebt."  sagte er zu Thalia  mit ein wenig warmer Belustigung in der Stimme, die der jungen Frau zeigte, was für ein Familienmensch ihr momentaner und vielleicht zukünftiger Chef war, während er sich eine Tablette herausnahm und diese mit Pharisäer hinunter schluckte, gerade als Ilse ihm ein Glas Wasser dazu hinstellen wollte. "Du bist unmöglich Lucian!" tadelte sie ihn warmherzig, was ihr ein Grinsen eintrug. Ilse übernahm es Thalia ihr Zimmer und das Haus zu zeigen.
Am Abend war es Thalias Aufgabe die Kinder bettfertig zu machen und sie in ihre Betten zu verfrachten. Allerdings weigerten sie sich nach der Geschichte, die Thalia vorgelesen hatte ohne Gutenachtlied ihres Vaters zu schlafen.
Am Abend saßen Lucifer, Selvaggia und Ilse mit Thalia zusammen im Wohnzimmer, um noch ein paar Dinge zu besprechen und um sich besser kennen zu lernen. "Was ist das eigentlich morgen für ein Empfang, Dr. Rayne?" fragte die junge Erzieherin. "Ein Empfang meiner Firma - für Geschäftspartner hauptsächlich. Nichts Großes, nur ein wenig "Wohlfahrtsarbeit", Spenden sammeln für die Kinderkrebshilfe und die SOS-Kinderdörfer, sowie die Pädiatrie, Chirurgie und Gynäkologie der Gemelli-Klinik mehr nicht und du hast heute nur einen kleinen Einblick in unser Leben erhalten. Ich hatte mir gedacht, am Sonntag einen kleinen Familienausflug nach Florida zu machen, um dort Disney World zu besuchen. Wir würden hier um ungefähr 16 Uhr aufbrechen. Bis dahin können wir uns hier einen gemütlichen Tag machen. Allerdings habe ich noch keine Ahnung, was wir mit Morgen anfangen. Hat irgendwer eine Idee?" sagte der Höllenfürst. „Obwohl ... es soll morgen wieder recht angenehm werden. Können Sie reiten, Thalia?" fragte er die junge Griechin. "Ja. Ich bin als Kind mal öfter geritten. Linnéa wird Ihnen morgen ohnehin die Pferde zeigen wollen und dann könnten wir gleich einen kleinen Ausritt machen, allerdings müssen wir Ihnen dann erst ein Pferd besorgen. "Die Kinder werden darauf bestehen, dass die Zwillinge von Derek mitkommen und Samantha?" sagte Selvaggia. "Du weißt, dass ich schon oft mit allen Kinder ausgeritten bin, das ist also kein Problem." Seine Frau nickte.
"Linnéa hör jetzt auf, Thalia vollzuquatschen und iss!" befahl ihr Vater, genervt und schlecht gelaunt, wie immer am Morgen. "Denk dir nichts, vor seinem zweiten Kaffee ist er immer so. Ist halt ein richtiger Morgenmuffel, mein Junge." sagte Ilse lachend zu Thalia. diese lächelte, während ihr Arbeitgeber etwas genervt die Augen verdrehte. "Mutti, sorg bitte dafür, dass Linnéa noch aufisst. Thalia, Sie kommen mit mir." sagte er befehlend, aber dennoch ruhig und freundlich. Sie folgte ihrem Chef in den Stall. "Das sind die Ponys der Kinder, alles Islandponys." Ihr Blick fiel auf eine große Box in der ein großer, schwarzer Hengst vor Freude wieherte. Er führte ihn aus dem Stall, stieg auf und reichte seinem Kindermädchen die Hand. Als sie diese ergriff, zog er sie hoch und schon galoppierte der Hengst los. Vor einem Pferdegestüt hielt er sein Pferd an. Ein etwas älterer Herr trat heraus. "Moin, Dr. Rayne. Wie ich sehe geht es dem Hengst sehr gut und sie haben ihn gezähmt. Ich sehe Sie manchmal über die Insel reiten. Womit kann ich Ihnen helfen?" fragte er freundlich. "Moin, Herr Junkmann. Ich würde gerne für heute ein Pferd für diese junge Dame ausleihen." antwortete er charmant. "Sicher Dr. Rayne. Wenn sie dann mal mitkommen möchten, junge Frau." Thalia folgte Herrn Junkmann in die Stallungen. Der höllische Botschafter sah unterdessen den anderen Pferden zu, die auf der Weide standen und rauchte eine Zigarette.
Nach etwa zehn Minuten kamen Thalia und Herr Junkmann mit einer weißen Stute wieder heraus. "Die beiden haben sich gesucht und gefunden. Genau wie der Hengst damals Sie ausgesucht hat. Das Pferd wäre auch zu verkaufen!! sagte er frech grinsend. "Jetzt leihen wir es erst mal aus. Ich bringe es heute Abend zurück. Ich bezahle dann heute Abend." sagte der Höllenfürst. "Kommen Sie, auf geht`s nach Hause. Die Kinder warten bestimmt schon sehnsüchtig." sagte er und galoppierte los. Wie er voraus gesagt hatte wurden sie schon von den Kindern erwartet. "Moin Sandy, was machst du denn hier?" fragte er erstaunt, dann wandte er sich an Thalia: "Sandalephon - oder Sam Dale-Ponte McNeal kennst du ja auch, er hat ja schon öfter Linnéa abgeholt. Einer meiner Brüder, vermutlich der, der mir mittlerweile am nächsten steht, da er mit meiner ältesten Patentochter verheiratet ist." sagte er grinsend. der Erzengel beider Seiten erwiderte das Grinsen. "Linnéa hat mich gerufen und gesagt, du hast erlaubt, dass die Zwillinge von Derek und Rachel mitdürfen?" Er warf seiner Tochter einen leicht tadelnden Blick zu. "Oh Papa, ich musste doch nach Lulu, Kitty und Saphy schauen und sie knuddeln! Und gucken ob es ihnen gut geht. Und da habe ich mit Onkel Sam geredet und auch gesagt, dass ich Lucas vermisse..." sagte sie und lächelte ihren Vater an. "Ich habe nichts erlaubt. Nur in Erwägung gezogen. Aber wenn Ihre Eltern es erlauben, dann hole sie. Notfalls muss ich halt wieder ein bisschen Zaubern, wegen der Zeitverschiebung." "Ähm, ich dachte, deine Schäfchen sind auf Neuseeland, Linnéa." sagte Thalia erstaunt. Das kleine Mädchen grinste ihre Lieblingskinderpflegerin an. "Nein, die sind im Stall bei Onkel Sams und Kats Haus. Soll ich sie dir zeigen, Thalia? Die sind so süß! Und so lieb!"
Der Höllenfürst schnaubte. "Ich glaube, Thalia kann sich was Besseres vorstellen, als Stinkywinky, Müffel und Skunky zu sehen." meinte er und zwinkerte dem designierten Kindermädchen zu als seine Tochter die Hände in die Seiten stemmte und empört mit dem Fuß auf den Boden stampfte. "So heißen die nicht! Und ich weiß genau, dass du meine Schäfchen magst, auch wenn du ihnen so blöde Namen geben willst! Lulu mag dich zufällig sehr gern! Sie hat vorhin nach dir gefragt!" Sandalephon versteckte sein Grinsen als sein gefallener Bruder ihn irritiert ansah. "Oh ja... Linnéa kann mit Tieren reden... und Lulu hat wirklich nach "dem netten dunkelhaarigen Mann" gefragt, der bei ihrer Geburt dabei war... Und da Sean rothaarig ist und ich blond... Scheint, die kleine Lulu würde sich freuen, dich mal wieder zu sehen." "Na mal sehen..." murmelte der Höllenfürst. Thalia lächelte. "Oh, ja, du hast so viel von deinen Lämmchen erzählt, natürlich möchte ich die drei kennen lernen!" sagte sie. "Morgen! Heute wird es sonst zu spät!" bestimmte der Höllenfürst belustigt, aber streng.
Pünktlich zum Mittagessen waren alle wieder da. Nach dem Essen sollten die Kinder noch ihre Pferde versorgen und dann wurde gemeinsam mit Thalia und Ilse in der Küche gebacken. Nach dem Kaffeetrinken und Kuchenessen, legten sich die Kinder und auch Selvaggia etwas hin. Auch Ilse versuchte eine Stunde zu schlafen. Der Hausherr machte es sich im Wohnzimmer auf dem Sofa gemütlich, falls Allegra wach werden sollte. Aber sie ließ ihrem  Papa auch circa zwei Stunden Schlaf. Thalia nutzte die Zeit ebenfalls zur Entspannung und zum Nachdenken. Es war ungewöhnlich für sie, ihren Chef gerade privat kennenzulernen. Sie wusste zum Beispiel gar nicht, dass er rauchte und morgenmuffelig war. Außerdem hätte sie nie gedacht, dass der Fürst der Hölle so nett sein konnte - ohne Hintergedanken, um seine "Opfer" zu bösen Taten verführen zu wollen um sie in die Hölle zu locken.
Etwas später richteten sie sich alle für den Empfang. Selvaggia lächelte als Thalia ein wenig verlegen zu ihr kam, weil sie es nicht schaffte ihre Haare hochzustecken. Sie half der jungen Frau und nutzte die Zeit sich mit ihr zu unterhalten. "Also Linnéa hat immer so begeistert von Ihnen geredet und jetzt verstehe ich auch warum. Sie haben eine sehr charmante Art auf die Eigenheiten meiner vier Großen einzugehen... Sie kommen damit zurecht, dass Luciano teleportieren kann - und lassen Sie sich nicht täuschen, ich weiß, dass Sie hier auch schon angerufen haben, als er mal wieder verschwunden war - mit Linnéa, Sie haben einen guten Einfluss auf meine jüngere Tochter und die Zwillinge beginnen auch ihre Talente zu entwickeln." Die junge Kinderpflegerin lächelte. "Die Kinder sind ganz reizend, auch Allegra, Ihre Jüngste, Signora Rayne." "Selvaggia, oder Selvi - und... wenn Sie mögen, Thalia, können wir uns auch gern duzen. Ich hoffe wirklich, Sie bleiben. Obwohl Sie - wie Lucifer sagte - ja eigentlich Erzieherin werden wollen... aber... selbst Christian, mein... na ja..." Selvaggia lachte leise, "Neffe, ich glaube, das kann man so sagen, nebst seinem verrückten Haustier, Tiberia, mögen... dich... Und Lucifer... also auf seiner "Gehaltsliste" - um es mal... vorsichtig auszudrücken, stehen genug Persönlichkeiten... Es wird kein Problem sein, auch als Kindermädchen unseres Quintetts - plus Christian und den drei Kindern von Derek und Rachel und ab und an auch Ainé, Christians Schwester, Erzieherin zu werden. Und wenn es ganz "hart" kommt, könnten auch noch Elisabeth, Kats und Sandalephons kleine Tochter, sowie mein Neffe Said-Angelo und meine Nichte Stella... kommen. Nicht zu vergessen Fenja Rass, die kleine Tochter des Tierarztes Henrik und seiner Frau Freya, einer phantastischen Innenarchitektin. Die hat es meinem Jüngsten angetan." Sie lächelte Thalia im Spiegel freundlich zu.
"Ich würde sehr gern bleiben. Wenn ich Erzieherin werden kann, wäre das natürlich phänomenal... ich wollte immer mit Kindern arbeiten..., Selvi... und Erzieherin zu werden war der naheliegendste Weg..." Selvaggia sah Thalia forschend an. "Was wolltest du ursprünglich werden, meine Liebe?" Thalia errötete. "Kinderärztin... Chirurgin, spezialisiert auf Kinderheilkunde... aber..." sie seufzte, lachte leise und zuckte mit den Schultern. "Was aber?" forschte Selvaggia nach. "Nun, Sie... du weißt, ich bin Griechin... und die wirtschaftliche Lage in Griechenland ist nicht die Beste... meine Eltern konnten sich nur das Studium für eine Tochter leisten... und selbst da wurde es eng... und als ich... nun ja... als ich den Job im Kindergarten im Boulevard annahm... du weißt selbst, wer dein Mann ist... Das ist auch meinen Eltern nicht verborgen geblieben... Sie haben mich... rausgeworfen und Calliope als ihre einzige Tochter..." Thalia wischte sich hastig eine Träne aus dem Auge. Selvaggia legte ihr liebevoll eine Hand auf die Schulter. "Wenn ich so frei sein darf: Ihr Verlust ist unser aller Gewinn, Thalia. Deine Familie mag dich verstoßen haben, weil du...  weil sie nicht verstehen, dass du ihm nicht dienst, sondern für ihn arbeitest, was ein immenser Unterschied ist, aber ich mag dich und Lucifers und meine Kinder mögen dich. Wenn du willst, hast du mit uns eine neue Familie." Selvaggia drückte sanft Thalias Schulter.
Nachdenklich fuhr sie fort: "Vielleicht wäre es möglich zu studieren... du weißt, Sam ist Kinderarzt und Professor in Rom... er leitet die Pädiatrie der Gemelli-Klinik... und Kat studiert ebenfalls Medizin und will Kinderärztin werden." Thalia schüttelte entschlossen den Kopf. "Ich liebe meinen Beruf. Ich habe festgestellt, dass ich es mag, Kinder einen Teil ihres Weges begleiten zu können - und du und dein Mann, ihr gebt mir die Gelegenheit eure Kinder über eine sehr viel längere Zeit als die drei, vier Jahre begleiten zu können, die sie im Kindergarten sind. Und wenn ich ehrlich bin, ist Linnéa mit ihrer energischen, manchmal sturen Art mir innerhalb kürzester Zeit ans Herz gewachsen. Sie ist unglaublich mitfühlend und fröhlich..." Thalia musste leise lachen. "Sie ist äußerlich ganz ihr Papa - aber ich glaube sie wird nie so ein Morgenmuffel wie er." Selvaggia fiel in ihr Lachen ein. "Nein, das wird sie bestimmt nie."
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