A very Scamander Christmas

KurzgeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12
Newt Scamander
01.01.2019
01.01.2019
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Eigentlich wollte ich den OS schon zu Weihnachten posten, aber das Übersetzen hat länger gedauert als geplant, weil mich immer wieder die Lust verlassen hat und deswegen ist es jetzt mein kleines Neujahrsgeschenk an euch.
Viel Spaß mit einer kleinen Weihnachtsgeschichte mit den Scamanderbrüdern und einem kleinen Niffler namens Eddie.
*****************
Als Newt am Morgen des 24. Dezembers aufwachte, fühlte es sich ein bisschen an als wäre es noch mitten in der Nacht. Ein schneller Blick auf die Uhr zeigte ihm, dass es allerdings bereits fast neun Uhr war und damit eigentlich eine recht späte Zeit zum Aufstehen für Newt.
Er seufzte als er aufstand und zum Fenster hinüber ging. London begrüßte ihn kalt, nass und neblig und keiner wäre darauf gekommen, dass heute Weihnachten war. Was für eine Schande. Newt erinnerte sich an  de Bilder, die Tina ihm mi ihrem letzten Brief vor zwei Tagen geschickt hatte. New York schien beinahe in Weihnachtslichtern zu ertrinken und es sah dort definitiv schöner und weit weniger grau aus, als hier. London hatte sein typisch graues Erscheinungsbild für die Feiertage dagegen kaum verändert.

Newt trat vom Fenster zurück und als er sich auf den Weg ins Badezimmer machte, spürte er ein leichtes Kitzeln am Bein.
„Pickett, wir haben über diese Sache mit der Privatsphäre geredet, oder?“, fragte Newt und der kleine Bowtruckle schenkte ihm einen nicht sehr freundlichen Blick, bevor er von seinem Bein sprang und davon marschierte.
Newt grinste. Er wusste genau, dass er Pickett spätestens unten, im Keller wieder treffen würde, wenn er die anderen fütterte. Wann immer es zu seinem Vorteil war, verstand Pickett sich nämlich ganz prächtig mit seinen Artgenossen.
Manchmal hatte Newt das Gefühl, Pickett fühlte sich ein bisschen als etwas Besseres, als der Rest der Bowtruckles. Newt schob den Gedanken bei Seite, dass Picketts Verhalten auch ein bisschen an seiner Erziehung lag. Er hatte ihn schon immer am liebsten von allen seinen Kreaturen gemocht, er war kleiner gewesen und schwächer als die anderen und jetzt war es ohnehin zu spät, etwas daran zu ändern.
Als Newt in die Küche kam, um sich eine erste Tasse Kaffee zu machen, war es sehr still in der Wohnung. Offensichtlich gewöhnte man sich schnell an Gesellschaft.
Paris war nun mehr als drei Monate her und auch wenn nichts zur Normalität zurückgekehrt war und die Anzeichen, dass Grindelwald immer mehr Anhänger gewann, sich verdichteten, hatte Newt wieder begonnen, auf die Suche nach seltenen Wesen zu gehen.
Im Unterschied zu früher hatte er London allerdings nie länger als drei Tage am Stück verlassen und wann immer er Zuhause gewesen war, hatte er mindestens einen Besucher gehabt.
Tina war vor vier Wochen nach Amerika zurückgereist. Auch wenn sie sich mittlerweile sicher waren, dass Grindelwald sich irgendwo in den Alpen versteckt hielt und Queenie vermutlich noch immer bei ihm war, hatte Tina zurück nach Amerika gewollt, um, wie sie es ausdrückte „einige Dinge zu regeln“. Newt wusste nicht genau, was sie vorhatte, aber er hatte eine vage Idee. Tina arbeitete noch immer offiziell für das amerikanische Zaubereiministerium und seit bekannt geworden war, dass ihre Schwester zu Grindelwald übergelaufen war, schienen ihr ihre Vorgesetzen nicht mehr wirklich zu vertrauen.
Tina wollte beweisen, dass sie es wert war, eine Aurorin zu sein, auch wenn sie ohnehin mit dem Gedanken spielte, das Ministerium zu verlassen.
Newt verstand sie, aber es war gar nicht so einfach gewesen, sie ziehen zu lassen. Er hatte sich an ihre Gesellschaft gewöhnt und er mochte sie.
Jacob und Theseus sagten gerne, er sei in Tina verliebt, aber Newt bemühte sich, sie zu ignorieren, auch wenn das gar nicht so einfach war. Beide konnten sehr penetrant sein, wenn sie wollten.

Jacob war ebenfalls oft zu Besuch gekommen. Nachdem Queenie gegangen war hatte Dumbledore ihm angeboten, in London zu bleiben. Newt wusste genau, dass Albus dieses Angebot nicht nur aus reiner Nächstenliebe gemacht hatte, aber er hatte das Jacob gegenüber nie erwähnt.
Er war froh gewesen, dass sein Freund öfter zu Besuch gewesen war. Albus hatte die vage Hoffnung, mit Jacob irgendeine Möglichkeit ergab, Queenie wieder zu bekehren und eine Art Doppelagentin aus ihr zu machen. Newt hielt das für recht hoffnungslos, aber es hatte dazu geführt, dass Jacob geblieben war, also hatte er Dumbledore gegenüber seine Zweifel nie erwähnt.
Aber jetzt war Tina in New York und Jacob hatte sie begleitet, um seine Familie über die Feiertage zu besuchen. Bounty war ebenfalls bei ihrer Familie und Newt war es nicht mehr gewöhnt, so lange alleine zu sein.
Nicht, dass er wirklich alleine war. Newt sah hinüber zu dem großen, dunkelroten Kissen, dass auf einem der Küchenstühle lag. Eddie einer der Babyniffler schlief darauf. Sie waren in den letzten Wochen alle ein ganzes Stück gewachsen, aber Eddie war noch immer der kleinste. Newt hatte das dunkle Gefühl, dass aus ihm langsam, aber sicher ein Pickett 2 wurde.

Newt nahm die volle Tasse Kaffee und machte sich auf den Weg hinunter zu seine Tieren. Der Keller war mit einem großen, grünen Weihnachtsbaum dekoriert. Tina hatte ihn mehr oder weniger gezwungen, ihn aufzustellen.
„Wenn du keine Dekoration in deiner Wohnung willst, okay, aber es wäre unfair, deinen Tieren das Gefühl von Weihnachten zu verwehren“, hatte sie erklärt und Newt hatte nachgegeben. Am Ende hatte ihm das Resultat sogar gefallen. Jetzt fühlte es sich wirklich ein bisschen wie Weihnachten an.
Nicht, dass es dieses Jahr viel zu feiern gab. Credence und Queenie waren verloren und Leta tot, aber zumindest machten die Lichter und das Glitzer alles ein bisschen gemütlicher und heimeliger.

Newt hatte gerade begonnen, Heu für die Mondkälber in eine Schubkarre zu laden, das es an der Tür läutete.
Im ersten Moment war Newt gar nicht klar, woher das Geräusch überhaupt kam.
Niemand klingelte hier je an der Tür, weil nie jemand unangemeldet zu Besuch kam und das schon gar nicht auf dem klassischen Weg durch die Tür.
Um die Wohnung und vor allem seine Tierwesen vor den Muggeln und die wiederum vor ihnen zu schützen, hatte Newt ein paar Schutzzauber über das Haus gelegt, die die Muggel eigentlich davon abhielten, dem Grundstück überhaupt großartig Beachtung zu schenken.
Vielleicht hatten ich ein paar Muggelkinder auf das Grundstück geschlichen, überlegte Newt, gerade als es noch einmal läutete.
„Ich bin sofort wieder da“, rief Newt den Mondkälbern über die Schulter zu, die ungeduldig auf ihr Frühstück warteten.
Er stieg die Treppen hinauf und zog seinen Zauberstab aus der Hosentasche. Immerhin konnte es sich bei dem unangemeldeten Gast an der Tür auch um einen von Grindelwalds Männern handeln. Er war sich ziemlich sicher, dass Grindelwald seinen Namen und sein Gesicht kannte und ihn lieber heute statt morgen tot sehen wollte. Fern, sein großer Niffler hatte die Phiole mit der Magie des unbrechbaren Schwurs gestohlen, den Grindelwald und Dumbledore sich einst geschworen hatten und deren Verlust hatte er sicher schon bemerkt.
Es klingelte ein drittes Mal an der Tür und Newt fasste nach dem Türknauf. Mit Schwung zog er die Tür auf und streckte seinen Zauberstab nach vorne.

„Verschone mich, ich komme in Frieden!“
Newt starrte seinen Besucher einen Moment lang an, den Zauberstab immer noch erhoben und als Theseus ihn mit erhobener Augenbraue ansah, steckte er ihn wieder in die Tasche.
„Wieso klingelst du an der Tür? Seit wann kommst du überhaupt durch die Tür, wenn du mich besuchst?“, fragte Newt und ging zur Seite, um seinen Bruder hereinzulassen.
Theseus sah Newt noch immer an, mit einer Mischung aus Belustigung und Irritation.
„Komm schon, ernsthaft? Egal wie ich ankomme, du hast immer etwas zu kritisieren!“
Newt zuckte die Schulter und beobachtete seinen Bruder, als dieser seinen Mantel auszog.
Es schien ihm besser zu gehen. Er war noch immer blasser und dünner als gewöhnlich, aber er sah besser aus, als die Wochen nach Letas Tod.
Auch wenn sie kaum darüber geredet hatten, wusste Newt wie niederschmetternd ihr Tod für seinen Bruder gewesen sein musste. Leta war die Liebe seines Lebens gewesen.

„Oh nein, das ist unfair mein Freund. Das erste Mal, als du hier warst, bist du quasi eingebrochen als ich nicht einmal Zuhause war und die anderen beiden Male bist du einmal mitten in die Weide der Mondkälber appariert, die ich nur mit einem Beruhigungstrank wieder bändigen konnte und das zweite Mal bist du mitten in er Nacht betrunken aus meinem Wohnzimmerkamin gestolpert und hast Baby Eddie dabei beinahe auf dem Teppich zerquetscht. Tut mir leid, dass ich dich nicht klingelnd an der Haustür erwartet habe.“

Theseus lachte leise. „Das letzte Mal tut mir immer noch leid. Ich habe mich furchtbar benommen.“ Newt zuckte die Schultern und lächelte für einen Moment.
„Wir sind alle hin und wieder mal furchtbar in letzter Zeit“, sagte er und Theseus nickte.
Theseus letzter Besuch war ein paar Wochen nach der Sache in Paris gewesen. Tina war damals beinahe wahnsinnig geworden, bei ihrer Suche nach Queenie und Jacob hatte sich in Schuldgefühlen gebadet und sich gefragt, ob er nicht einen We gegeben hätte, Queenie zu stoppen. Newt war in seinen Keller und zu seinen Tierwesen geflüchtet. Eines Nachts war Theseus aufgetaucht, betrunken und in einem besorgniserregenden Zustand und hatte sich abwechselnd bei Newt für alles entschuldigt, was er je falsch gemacht hatte und ihm vorgeworfen, dass Leta nur wegen ihm gestorben wäre. Es war keine ehr erfreuliche Nacht gewesen und Theseus hatte sich am nächsten Morgen kaum mehr an etwas erinnert als er in Newts Gästezimmer aufgewacht war.
Newt hatte ihm nie gesagt, was er in seinem betrunkenen Zustand alles von sich gegeben hatte, aber Theseus Zustand und seine Worte hatten ihm klar gemacht, wie sehr sein Bruder unter Letas Tod litt.

„Ich verspreche dir, ab jetzt bleibe ich bei der Türklingel“, sagte Theseus und wandte sich dann zu seinem kleinen Bruder um, der immer noch vor der inzwischen geschlossenen Tür stand.
„Tut mir leid, dass ich einfach so ohne Einladung gekommen bin, ich kann wieder gehen, wenn du keine Zeit hast. Ich dachte nur, heute ist Weihnachten und ich wusste, dass Jacob und Tina nicht in London sind…“, er stoppte und Newt musste beinahe lachen.
„Es ist okay Theseus. Jetzt, da du da bist, kannst du mir helfen. Ich habe da ein bisschen was vorzubereiten!“ Er nahm Theseus am Arm. „Komm!“
Als sie an der offenen Küche vorbeikamen, blieb Theseus stehen. „Ist Eddie hier?“, fragte er.
Newt hob eine Augenbraue und biss sich auf die Lippen, um sich vom Lächeln abzuhalten.
„In der Küche auf seinem Kissen, zumindest war er dort als ich hinuntergegangen bin.“
Theseus ging in die Küche und Newt beobachtete die Szene vom Türrahmen aus.
Seit Theseus aus dem Kamin gestolpert war und Eddie dabei beinahe zerquetscht hatte, hatten die beiden eine seltsam Art der Freundschaft entwickelt. Als es Theseus in dieser Nacht so schlecht gegangen war, hatte Eddie neben ihm im Gästezimmer geschlafen und war ihm nicht von der Seite gewichen und die paar Male, die Newt bei Theseus zu Besuch gewesen war, hatte er Eddie jedes Mal mitgenommen. Der kleine Niffler war gut darin sicherzustellen, dass er nicht vergessen wurde.
Der kleine, hellbraune Niffler schlief auf seinem Kissen und Theseus ging hinüber und dann neben Eddie in die Hocke. Als er ihm vorsichtig über den Kopf strich, wachte Eddie auf und blinzelte zu seinem Besucher hinauf.
Newt fand kein besseres Wort als süß für das, was als nächstes passierte. Eddie hüpfte auf seine Hinterpfoten, als er Theseus erkannte und streckte seine kleinen Vorderpfoten aus. Theseus nahm ihn vom Kissen und Eddie quiekte vor lauter Wiedersehensfreunde, sprang auf Theseus Schulter und kuschelte sich in seine Halsbeuge.

„Er hat dich vermisst“, meinte Newt von der Tür her und Theseus drehte sich um. Es war offensichtlich, dass er völlig vergessen hatte, dass Newt noch immer dort stand.
„Du bist größer geworden“, sagte Theseus and Eddie gewandt, der als Antwort an dessen Ohr knabberte.
„Sie sind alle größer geworden, aber Eddie ist immer noch der Kleinste. Manchmal glaube ich, dass er nur hier oben schläft, damit er nicht verpasst, wenn du zu Besch kommst.“
Theseus lächelte und es war das ehrlichste Lächeln, dass Newt seit langem bei seinem Bruder gesehen hatte.
„Er ist süß“, gab Theseus zu und strich Eddie über die Nase.
„Ja, sehr. Ich weiß wirklich nicht, wieso er so einen Narren an dir gefressen hat, wenn man bedenkt, dass du ihn bei eurem ersten Aufeinandertreffe beinahe umgebracht hast. Ich muss aber zugeben, ihr seid sehr niedlich zusammen. Eddie wäre sicher sehr gerne dein Haustier.“
Theseus grinste nur und auf einmal hatte Newt seine Idee. Er behielt sie im Hinterkopf, sagte aber nichts.

„Braucht ihr noch ein bisschen Zweisamkeit oder kommst du mit mir nach unten und hilfst mir? Tina hat darauf bestanden, dass meine Tiere ein ordentliches Weihnachten haben sollen, wenn schon keiner von uns wirklich feiert. Irgendwie habe ich jetzt eben eine Menge extra Futter und Leckereien die verteilt werden müssen.“
Theseus sah Newt mit Amüsement im Blick an.
„So, so, Tina hat darauf bestanden“, sagte er vielsagend.
„Mir gefiel die Idee, wieso hätte ich sie ablehnen sollen?“ Newt wusste schon, dass es ein Fehler gewesen war, zu versuchen, sich zu verteidigen, da hatte er die Worde noch nicht einmal ganz ausgesprochen.
„Natürlich, die Idee hat dir gefallen, nur deswegen bekommen deine Tiere jetzt Weihnachtsgeschenke“, stichelte Theseus und Newt schloss die Augen als er merkte, wie sein Gesicht heiß wurde.
„Sei still, Theseus“, murmelte er und Theseus lachte hinter ihm auf der Treppe.
„Das ist nicht lustig!“ Theseus lachte weiter. „Ich finde es lustig und gleichzeitig ist sehr süß. Immerhin macht es deine Tiere ja auch glücklich, wenn sie extra Futter bekommen, nur weil du verliebt bist und Tina keinen Wunsch abschlagen kannst.“
„ich bin nicht in Tina verliebt“, widersprach Newt und fragte sich im selben Moment, wieso er es eigentlich immer wieder abstritt, vor allem Theseus gegenüber. Er konnte gegenüber seinem Bruder ohnehin keine Wahrheit verbergen, hatte er noch nie gekonnt und es würde wohl auch in Zukunft unmöglich sein.

„Halt deinen Mund und hilf mir hier“, sagte Newt schließlich, ohne weiter auf das Thema Tina einzugehen und warf Theseus einen Beutel mit Keksen für de Occamys zu. Eine Weile arbeiteten sie still nebeneinander her und Newt stellte fest, dass er die Gesellschaft seines Bruders tatsächlich genoss, etwas, das in den letzten 15 Jahren quasi nie passiert war.

„Hör auf, ihnen so viele Kekse zu geben, sie werden nie mehr ihr normales Futter essen wollen!“
Newt sprang hinüber zu Theseus, der sich vor den Nifflern niedergelassen hatte, denen Newt ein Zuhause ein einem großen, alten Korb mit flauschigen, glitzernden Decken gebaut hatte.
Neben Theseus stand ein kleinerer Korb mit Keksen, der beinahe leer war.
Die jungen Niffler quiekten und streckten ihre kleinen Pfoten nach den Keksen aus.
„Schau sie dir doch an, wie sie sich freuen.“ Theseus beobachtete die kleinen Tierchen fasziniert und Newt konnte nicht anders, er musste angesichts der Begeisterung seines großen Bruders lachen.
„Was?“, fragte Theseus.
Newt seufzte, immer noch ein bisschen lachend. „Ich weiß nicht, ich habe nur noch nie gehört, wie du irgendeines meiner Wesen als süß bezeichnet hast, oder auch nur freiwillig in ihre Nähe gegangen bist. Theseus, bei Merlins Bart, nun gib mir die Kekse, ihnen wird sonst schlecht!“
Newt beugte sich über Theseus hinweg und nahm ihm den Korb aus der Hand.

„Lustig, wie die Zeiten sich ändern, nicht wahr“, fragte Theseus mit leiser Stimme und Newt konnte nicht ausmachen, ob sie traurig oder ein wenig amüsiert klang.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich an Weihnachten in deinem Keller sitzen und Niffler füttern würde. Ich habe nicht einmal geglaubt, dass wir jemals wieder ein Weihnachten gemeinsam feiern würden.“
Theseus stand auf und  vermied Newts Blick, als er den Korb wieder an seinen Platz räumte.
„Lustig, dass es jetzt du bist, der mir nicht in die Augen schaut“, meinte Newt mit einem Haus Belustigung in der Stimme. Theseus drehte sich um und ihre Blicke trafen sich. Newt hatte das irritierende Gefühl in seine eigenen Augen zu schauen. Sie hatten genau dieselbe Augenfarbe, eine Art gräuliches blau.

„Ich vermisse sie, weißt du? Aber Paris hat dich zurück zu mir gebracht. Darum weiß ich wirklich nicht, was ich fühlen soll.“ Theseus sprach die Worte sehr vorsichtig aus, so als würde er genau über das nachdenken müssen, was er sagte.
Newt nickte.
„Ich verstehe dich schon. Ich vermisse sie auch“, sagte er und fasste nach Theseus Handgelenk.
„Los, lass uns nach oben gehen. Ich mache uns Tee“, sagte er und Theseus ließ zu, dass Newt ihn durch den Keller und die Treppen hinauf zog.
Theseus ließ sich in einen der großen Sessel vor dem Kamin im Wohnzimmer fallen. Er sah erschöpft und blass aus und älter als er eigentlich war. Newt fragte sich, ob ein Teil von Theseus guter Verfassung nur gespielt war.


Newt ging in die Küche und füllte Wasser in den Wasserkocher. Eddie, der wieder eingeschlafen war, nachdem Theseus und Newt in den Keller gegangen waren, kam herüber und schnüffelte an Newts Jackentasche, wo er gewöhnlich Leckerlies aufbewahrte.
„Oh, du hast also nicht vergessen, dass es mich auch noch gibt?“, fragte Newt mit einem Grinsen und gab Eddie ein Leckerlie, dass dieser genüsslich kaute.
„Geh zu Theseus und leiste ihm ein bisschen Gesellschaft“, sagte er dann und Eddie hüpfte vom Tisch und wuselte in Richtung Wohnzimmer davon.
Newt gab zwei Earl Grey Teebeutel in die Tassen und goss das Wasser auf. Als er ins Wohnzimmer zurück kam war Theseus im Sessel eingeschlafen. Eddie hatte sich in seinem Schoß zusammengerollt und blinzelte kurz als Newt eintrat. Er ging hinüber und stellte die Tasse seines Bruders auf den kleinen Tisch neben dem Sessel, dann schnappte er sich sein Notizbuch und ging hinüber zur Couch, um sich ein paar Notizen zu machen, die Teetasse balancierte er dabei vorsichtig neben sich auf einem Kissen .

Als Theseus aufwachte, brauchte er einen Moment um zu realisieren wo er war. Er saß noch immer im Sessel in Newts Wohnzimmer und irgendetwas Flauschiges lag auf seinem Schoß.
Er hörte einen gemurmelten Zauber, gesprochen von einer sehr bekannten Stimme und wandte den Kopf.
Newt saß auf der Couch ihm schräg gegenüber, der große Niffler lag zusammengerollt zu seinen Füßen und Pickett der Bowtruckle saß auf seiner Schulter.
„Ich hab nur deinen Tee wieder heiß gemacht, du hast eine Weile geschlafen“, informierte Newt ihn mit einem kurzen Lächeln und wandte sich wieder seinen Notizen zu.
Theseus starrte seinen kleinen Bruder einen Moment lang an und nahm dann seine Teetasse. Sie war warm und Theseus nahm einen Schluck. Der Earl Grey Geschmack wärmte seinen Hals und hinterließ ein vertrautes, warmes Gefühl.
Tatsächlich war es im Zimmer relativ kalt und Theseus drehte sich um, um das Feuer zu entzünden. Mit einem Schwung seines Zauberstabs loderten die Flammen im Kamin auf.
Newt sah kurz auf.
„Im Schrank sind Decken wen du eine willst. Ich habe sie nur nie draußen, weil Eddie und Fern dazu tendieren, sie zu zerstören, wenn ich sie liegen lasse“, meinte er und legte seine Notizen beiseite.
„Tut mir leid, ich bin ein schlechter Gastgeber, daran hat sich nicht geändert.“
Theseus lächelte und nahm einen weiteren Schluck Tee.
„Du bist heute kein Gastgeber, wir sind Familie“, sagte er. Newt sah ihn kurz an, nickte dann und griff wieder nach seinen Notizen.
„Ich will nur schnell das Kapitel fertig machen, ich bin in ein paar Minuten fertig. Du kannst dir derweilen überlegen, was wir heute Abend essen, denn ich habe nämlich bisher nichts geplant.“

Theseus lachte und lehnte sich in seinem Stuhl zurück. Newt wandte sich wieder seinen Notizen zu und die Feder flog über das Pergament.
Als Theseus ihn so beobachtete, sah er noch immer den kleinen Jungen, der Newt einmal gewesen war. Newt hatte schon immer ein Faible für Bücher gehabt, besonders solche, in denen es um Natur und Tiere ging. Theseus hatte ihm immer eines zu Weihnachten geschenkt.
Er erinnerte sich an ein Weihnachten, Newt mochte sieben oder acht Jahre gewesen sein, als  er ihm ein riesiges Buch über magische Kreaturen geschenkt hatte, dass der kleine Newt kaum hatte tragen können, aber er war so glücklich gewesen, dass er Theseus vor Freude beinahe zu Tode gequetscht hatte.
Irgendwie hatte Theseus verpasst, wie aus dem schüchternen Hogwartsjungen der junge clevere Mann geworden war, den er in Paris gesehen hatte.
Außerdem war Newt ein außergewöhnlicher Zauberer geworden.
Theseus war so beschäftigt damit gewesen, Newt zu beschützen, dass er die Person, die dieser geworden war, völlig aus den Augen verloren hatten.
„Ich bin stolz auf dich kleiner Bruder.“ Theseus sagte es nicht laut, er bewegte nur die Lippen und Newt war so beschäftigt mit seinen Notizen, dass er es nicht bemerkte.
„Was schreibst du da überhaupt?“, fragte Theseus nach einer Weile und Newt sah auf.
„Ich mache mir Notizen für mein neues Buch. Das erste wurde ja schließlich recht erfolgreiche verlegt, da dachte ich, wieso sollte ich es nicht ein zweites Mal versuchen?“ Theseus lächelte und sagte eine Weile nichts, aber als Newt ihn fragend ansah, griff er nach den Notizen.
„Darf ich?“, fragte er und Newt nickte kurz. „Sag mir, was du davon hältst, aber sei ehrlich, okay?“
Theseus nickte und blätterte durch die Notizen. Sie waren beeindrucken, wie er fand. Newt hatte einen sehr klaren Schreibstil. Klar, aber extrem lebendig. Während Theseus las hatte er das Gefühl, die Tierwesen würden sich vor seinem inneren Auge materialisieren. Es war wie eine magische Reise.
„Wahnsinn, hat dir je einer gesagt, dass du unglaublich gut bist?“, fragte Theseus als er fertig war und Newt sah ihn überrascht an.
„Was?“, fragte er, als hätte er nicht verstanden. Theseus suchte nach Newts Blick und sah ihn fest an. Blau traf blau und es war faszinierend, wie sich ihre Augen glichen, obwohl sie zwei so unterschiedliche Menschen waren.

„Du hast mich schon gehört kleiner Bruder“, wiederholte Theseus und legte die Notizen zurück auf den Tisch. „Du bist großartig. Mit deinen Tieren und allem, was du tust und die letzten Monate getan hast.“

Newt wich seinem Blick wie immer aus. Daran hatte sich nichts geändert. Newt war noch nie gut darin gewesen, Komplimente anzunehmen. Schon als Kind hatte er Schwierigkeiten damit gehabt und so hatte Theseus irgendwann aufgehört, ihm überhaupt Komplimente zu machen, auch wenn er sie verdient gehabt hätte.
Theseus hatte immer gewusst, was für ein großartiger Zauberer Newt war. Auch wenn dieser in seine siebten Jahr von Hogwarts geflogen war, hatte er es geschafft ein außergewöhnlicher Zauberer zu werden und das nicht nur, wenn es um magische Tierwesen ging.
Newts Wangen waren nach Theseus Worten ein wenig rot geworden.
„Sag einfach Danke, Newt. Es war ein ernstgemeintes Kompliment, nimm es an.“
Nach einem kurzen Moment der Stille nickte Newt.
„Danke.“

Sie lächelten sich an und Newt wandte sich wieder seinen Notizen zu, während sein Bruder ihn mit leiser Bewunderung beobachtete.
Theseus merkte, wie seine Augenlider wieder schwerer wurden. Er schlief nicht gut, seit Paris und die letzten Tage war es schlimmer geworden.
Vielleicht, weil es die Zeit kurz vor Weihnachten war, die Zeit des Jahres, die man mit seinen Liebsten verbringen sollte. Normalerweise beschäftigte Theseus sich mit seiner Arbeit. Grindelwald, der nach wie vor nach Anhängern suchte und mehr und mehr gewann schaffte mehr als genug Arbeit für das Ministerium und die Auroren, aber die Nächte waren schwierig. Jedes Mal, wenn er schlafen ging und die leere Seite des Bettes sah, erinnerte es ihn daran, dass Leta niemals zurückkommen würde und an die schreckliche Art und Weise, wie sie gestorben war.
Sie war gestorben um Newt und ihn zu retten. Theseus war mehr als dankbar, dass Newt Paris lebend verlassen hatte, aber er war der Auror und er hätte am Ende derjenige sein sollen, der sich Grindelwald stellte und im Kampf starb.

Newts Wohnzimmer verschwamm vor Theseus Augen und wurde neblig und unklar als die Bilder aus Paris wieder vor seinem inneren Auge auftauchten. Tinas Schwester, die mit Grindelwald gegangen war, das Chaos, die blauen Flammen, der Kampf gegen Grindelwald, Paris, das beinahe zerstört worden wäre und Leta, wie sie aufgetaucht war, ihren Zauberstab erhoben und wie sie damit nicht nur Newt sondern auch ihm das Leben gerettet hatte, denn eines war Theseus klar, wäre si nicht gewesen, dann hätten sie wohl beide nicht überlebt.
Sie war es gewesen, die Grindelwald zum Aufgeben gezwungen hatte und sie hatte nicht nur Newt und Theseus gerettet, sondern auch Tina, Jacob und die ganze Stadt.

„Theseus, ist alles okay?“
Eine Hand, die sich um sein Handgelenk schloss brachte Theseus zurück ins Hier und Jetzt.
Newt war vor ihm in die Hocke gegangen und hatte seine beiden Handgelenke fest mit seinen Fingern umschlossen. Er sah seinen großen Bruder mit einem Ausdruck tiefer Sorge an.
„Was?“, fragte Theseus, der einige Schwierigkeiten hatte, die Bilder wieder aus seinem Kopf zu bekommen. New nahm seine Hände nicht fort und löste schließlich nur eine.
„Theseus, Paris ist vorbei. Du bist hier, ich bin hier.“ Es war ein sehr einfacher Satz, aber irgendwie half er. Zumindest verschwanden die Bilder vor seinem inneren Auge.
Theseus bemerkte, dass seine Hände zitterten und eigentlich hätte es ihm peinlich sein müssen, besonders weil es ausgerechnet sein kleiner Bruder war, der diesen Moment der Schwäche miterlebte, aber es gab keinen Raum für Scham.
Stattdessen war da nur Müdigkeit, Traurigkeit und das Gefühl tiefer Erschöpfung.
„Wenn ich dich jetzt frage, wie es dir geht, wirst du mich einmal nicht anlügen? Ich bin nicht blind, weißt du“, sagte Newt, die eine Hand immer noch im Theseus‘ Handgelenk geschlossen, mit sehr klarer, aber sanfter Stimme.
„Ich bin okay“, begann Theseus und hörte seine eigene Stimme zittern.
Newt verdrehte die Augen und stand auf.
„Komm rüber zur Couch, ich muss dich nah bei mir haben, damit ich dich vom weglaufen abhalten kann“, sagte er dann und Theseus tat wie geheißen. Er fühlte sich zu schlecht, um einen Streit mit Newt und damit dessen Geduld zu riskieren.

Die Brüder gingen hinüber zur Couch und Theseus atmete tief durch, bevor er sich zurücklehnte.
„Ich bin kein Kind mehr, das weißt du, oder? Du hast mich in Paris gesehen, wenn wir beide uns duellieren würden, hätte ich eine echte Chance gegen dich und jetzt will ich dir helfen oder zumindest will ich für dich da sein. Also, bei Merlin, lass mich das auch sein.“ Newts Stimme war noch immer sanft und Theseus spürte einen tiefen, süßen Schmerz in seiner Brust als er erst seinen Bruder ansah und dann hinab auf seine zitternden Hände.
„Meistens geht es mir gut. Ich arbeite und ich kann etwas gegen Grindelwald tun und es ist okay. Ich vermisse Leta wahnsinnig, aber irgendwie komme ich damit klar. Es ist nur manchmal. Manchmal ist der Gedanke an einen neuen Krieg so überwältigend und schrecklich, dass ich das Gefühl habe nicht mehr atmen zu können. Ich habe in einem Krieg gekämpft und überlebt, aber das heißt nicht, dass ich das noch einmal erleben will. Das letzte Mal habe ich zumindest niemanden verloren, den ich liebe. Leta und du, ihr wart in Sicherheit, aber jetzt ist Leta tot und Grindelwald will dich tot sehen und ich weiß nicht, wie ich dich beschützen kann und der Schmerz darüber, dass ich Leta verloren habe und dich vielleicht auch noch verliere wird unerträglich…“ Theseus Stimme brach und er spürte Tränen über sein Gesicht laufen. Für einen Moment schämte er sich doch seiner eigenen Schwäche.
Er hatte nicht mehr geweint, seit dem Tag als es passiert war und selbst da hatte er sich schnell wieder unter Kontrolle gehabt.
Dieses Mal fühlte es sich an als hätte er überhaupt keine Kontrolle mehr. Er hatte nie laut ausgesprochen, was er Newt gerade gestanden hatte und es fühlte sich an wie eine große Erleichterung während er gleichzeitig das Gefühl hatte, jemand würde sein Herz zerquetschen.
Durch seine Trauer und den Schmerz erwartete er halb, dass Newt irgendetwas Tröstliches sagen würde, doch er tat es nicht. Er sah Theseus nur an, mit diesem Blick, der ihn endgültig seine Nerven verlieren ließ.
Er vergrub das Gesicht in den Händen und als er hörte wie Newt aufstand, war er sicher, sein Bruder würde den Raum verlassen, weil er seine Schwäche nicht ertragen konnte, doch stattdessen spürte er, wie etwas Weiches und Flauschiges die Haut an seinem Arm berührte.

„Nimm ihn“, sagte Newt mit leiser Stimme und setze Eddie in Theseus Schoß ab.
Dann setzte er sich wieder neben ihn und schlang ihm beide Arme um den Hals.
„Ich habe mir schon Sorgen gemacht, dass das nie passiert. Niemand kann das durchmache, was du durchgemacht hast und dabei nicht irgendwann die Nerven zu verlieren“, meinte Newt dann und Eddie hatte es irgendwie geschafft an Theseus Pullover nach oben zu krabbeln, um ihm mit seiner rauen Zunge über das Gesicht zu schlecken.
Theseus wehrte sich nicht gegen die Umarmung sondern vergrub das Gesicht in Newts Schulter. Er konnte den Herzschlag seines kleinen Bruders spüren, ruhig und regelmäßig und zum ersten Mal seit Paris fühlte Theseus so etwas wie echten Trost.

Im liefen immer noch Tränen über die Wangen, aber es fühlte sich einfacher und leichter an, so als hätte jemand ein riesiges Gewicht von seiner Brust genommen.
Newt sagte nichts, aber das musste er auch nicht. Was er getan hatte, war genau richtig gewesen Er ließ Theseus weinen und machte keine Anstalten, seinen Bruder loszulassen. Theseus konnte spüren, wie Eddie sich auf seinem Schoß bewegte und tastete nach dem flauschigen, jungen Niffler, um ihn zu streicheln.
Wieder war da dieses überwältigende Gefühl von Müdigkeit und seine Augenlider wurden schwerer und schwerer, bis er in einen leichten, unruhigen Schlaf fiel, während Newt ihn noch immer im Arm hielt.
Theseus registrierte vage, wie Newt vorsichtig seine Umarmung löste und eine Decke über ihn breitete, aber er konnte die Anwesenheit seines Bruders noch immer spüren, als ihn ein tieferer Schlaf und die damit einhergehende Dunkelheit umfingen. Keine Albträume und keine Bilder von Leta und Paris verfolgten ihn dieses Mal.

Als er aufwachte, roch es nach Zimt und Glühwein. Er lag noch immer auf Newts Couch, unter einer weichen Decke. Sein Kopf lehnte an Newts Bein und als er blinzelte, sah er, wie Newt kleine, glitzernde Bälle heraufbeschwor, die Eddie und seine Geschwister durch das Wohnzimmer jagten.
„Ich habe mir schon Sorgen gemacht, dass du in irgendeine Art Koma gefallen bist“, sagte Newt, als er bemerkte, dass Theseus wieder aufgewacht war.
„Ich glaube, ich hab einfach ein bisschen richtig guten Schlaf gebracht“, murmelte der als Antwort.
Er wollte nicht aufstehen, es war zu bequem und warm hier auf dem Sofa. Auch wenn er sich unter normalen Umständen nie erlaubt hätte, sich so gehen zu lassen, blieb er liegen, den Kopf immer noch an Newts Bein gelehnt, immer noch ein bisschen verschlafen. Heute aber war es anders und es schloss für einen Moment wieder die Augen.
„Immer noch müde?“, fragte Newt, während er einen anderen Ball beschwor.
„Nein, nicht müde. Nur ein bisschen erschöpft vielleicht. Es tut mir übrigens leid. Ich wollte nicht dein Weihnachten mit meinem Gejammer ruinieren“, fügte er hinzu, auch wenn es ihm in Wahrheit nicht wirklich leid tat. Er hatte sich seit Paris nicht mehr so gut gefühlt, obwohl Newt eigentlich gar nichts getan hatte, außer da zu sein als Theseus es gebraucht hatte.

„Du hast mein Weihnachten nicht ruiniert. Ich bin froh, dass du hier warst und ich da war als du es offensichtlich gebraucht hast.“
Theseus setze sich nun doch auf, um seinen Bruder ansehen zu können, als er antwortete.
„Danke. Ich weiß einfach nicht, was ich sonst sagen soll. Danke, dass du da warst“, sagte er leise.
Newt lächelte. „Paris hat uns verändert, nicht wahr? Wer hätte gedacht, dass ein solcher Abend jemand stattfinden würde?“
Theseus nickte und sah sich im Raum um.
„Sei nicht zu beeindruckt, ich habe einfach ein paar recht gute Kochzauber von Queene gelernt“, meinte Newt und zwinkerte Theseus zu. Auf dem Tisch standen zwei große Tassen Glühwein und verschiedene Teller mit Pasteten und Keksen.
„Es sieht tatsächlich ein bisschen nach Weihnachten aus hier“, stellte Theseus fest und griff nach einer der Tassen, als einer der Babyniffler sie ihm beinahe aus der Hand schlug, während er einem der glitzernden Bälle nachjagte.
„Tut mir leid, aber ich muss sie ein bisschen beschäftigen, ansonsten treiben sie den Rest der Kellerbewohner in den Wahnsinn“, entschuldigte Newt sich und grinste dann.
„Übrigens, während du geschlafen hast, habe ich ein Geschenk für dich vorbereite. Es ist nämlich schon Weihnachten.“
Newt wies auf die große Uhr über dem Kamin und Theseus stelle fest, dass er recht hatte. Es war kurz nach Mitternacht, was hieß, dass er über fünf Stunden geschlafen hatte.

„Du hast was? Wieso?“, fragte Theseus überrascht. „Du hast heute schon mehr als genug für mich gemacht“, setzte er hinzu und Newt lachte.
„Oh, keine Sorge, ich bin mir sowieso nicht sicher, ob du dich wirklich freuen wirst.“ Er grinste noch immer, als er nach einem der kleinen Fellknäule griff, die durch den Raum jagten und hielt es fest.
„Darf ich vorstellen, dein Weihnachtsgeschenk: Eddie!“
Eddie saß auf Newts offener Hand und sah absolut unschuldig und niedlich aus. Um seinen Bauch war eine kleine, grüne Schleife gebunden.
„Natürlich nur, wenn du ihn möchtest“, setzte Newt schnell hinzu und hielt Eddie davon ab, zu Theseus hinüberzuspringen.

„Warte, er hat noch nicht gesagt, dass er dich behalten will“, mahnte er ihn und Eddie quiekte, während er versuchte, sich freizustrampeln.
Theseus konnte nicht anders, er musste lachen.
„Lass ihn rüberkommen, er mag mich einfach lieber als dich“, sagte er immer noch lachend und Newt ließ den kleinen Niffler los, der sofort zu Theseus hinübersprang und sich auf seine Beine setzte.
„Wenn du ihn nicht willst, dann kann ich…“, setzte Newt an, aber Theseus unterbrach ihn.
„Natürlich will ich ihn behalten. Wie könnte ich nicht?“, fragte er und sah hinunter zu dem kleinen Tierchen.
„Ich habe dich nicht für den Haustier- Typ gehalten.“ Als Newt das sagte, musste Theseus vage lächeln.
„Zeiten können sich ändern, oder?“, fragte er, dann zog er Newt in eine kurze Umarmung und küsste ihn auf den Scheitel, so wie er es immer gemacht hatte, als Newt noch ein kleiner Junge gewesen war.
„Frohe Weihnachten, New und danke für alles.“ Die Brüder sahen einander an und Newt nahm für einen Moment Theseus Hand um sie zu drücken.
„Frohe Weihnachten“, sagte er.
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