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Tale of a Huntsman – Die Jagd

von 505
GeschichteKrimi / P18 Slash
Elijah Kamski Gavin Reed Hank Anderson RK800-51-59 Connor RK900
01.01.2019
01.01.2019
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01.01.2019 986
 
Vorwort

Hallo, liebe Leser und willkommen zu meinem neuen Projekt :)

Das hier wird vermutlich etwas länger, also nehmt euch ruhig ein paar Kekse, einen heißen Tee und macht es euch gemütlich. Ich habe tatsächlich schon ein bisschen vorgeschrieben und freue mich sehr, dieses Werk nun endlich auf die Menschheit loslassen zu können. Lasst mich doch ruhig wissen, was ihr davon haltet.

Ansonsten: Viel Spaß beim Lesen und euch ein erfolgreiches 2019!
bis dann oder irgendwann,

505






T a l e     o f     a     H u n t s m a n
Die Jagd
505



PROLOG




Fowler war ein Arschloch. Ein Gottverdammtes, denn er wusste genau, welche Knöpfe er bei Gavin drücken musste, um von ihm zu bekommen, was er verlangte. Was er erwartete.
    „Nur über meine kalte, geschundene Leiche.“ Der Detective lehnte sich provokant nach vorne, ließ den Bürostuhl herausfordernd knarzen, während er die gesamte Abscheu, die ihn überkam, in seinen Blick legte.

Und er war schön dumm. Denn er wusste genau, dass er zusagen würde.
    Sicher, die Rahmenbedingungen waren unerträglich – Gavin kam fast das Frühstück bei dem Gedanken hoch, was er die kommenden Wochen durchstehen würde – doch er hatte keine Wahl. In seiner gesamten Zeit beim Detroit Police Departement hatte man ihm nicht einen einzigen vergleichbaren Job anvertraut. Natürlich roch er die positiven Aspekte noch meilenweit gegen den nach Pisse und Verwesung miefenden Wind. Das hier war seine Chance, im Rangsystem aufzusteigen, zumal der Posten des Lieutenants quasi in derselben Sekunde frei geworden war.
    Ein reines Waagspiel, bei dem schnell klar wurde, dass er mit dem Rücken zur Wand stand.

Das war auch Fowler bewusst.
    Er lachte stumm. Nur mit den Augen, aber derart intensiv, dass der Hohn Gavin den nächsten übertragenen Schlag in die Magengegend verpasste. Dämlicher, sadistischer Wichser. Er hatte schon immer ein Problem mit Gavin gehabt und wusste ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf jede erdenkliche Weise zu demütigen, aber das hier …
    Das war eine neue Dimension der Erniedrigung. So viel er auch einstecken konnte – diese selten dämliche Aktion hatte ihn sogar soweit getrieben, zu überdenken, ob er seinen Job wirklich benötigte. Ob es nicht ratsamer wäre, seine sieben Sachen zu packen und mit dem nächsten Flieger an den weitmöglichst entfernten Ort zu fliehen, an dem er von ihm aus auch als Putze arbeiten würde. Es war ihm gleich. Hauptsache raus aus dieser beschissenen Androidenstadt.

„Zwei Wochen“, war Gavins letztes Angebot. Scharf, eiskalt. Fowler sollte bis in die Knochen sickern, dass er es verdammt noch mal ernst meinte und auf keinen Fall nachgeben würde. Zu mehr wäre er schlichtweg nicht in der Lage, wenn man ihn nicht an seinem eigenen Gürtel erhängt in einer schäbigen Absteige auffinden wollte. Mehr konnte auch er sich selbst nicht zumuten.
    „Vierzehn Tage“, bestätigte Fowler und ließ das mehr nicht unausgesprochen im Raum stehen, „Kann ich mit Ihnen rechnen, Reed?“

Verfluchte Scheiße!
    Er wollte nicht einknicken. Er wollte dem Alten nicht das Zepter in die Hand drücken und sich ihm mal wieder kampflos unterwerfen. Gavin hasste ihn, verabscheute seinen Chef mehr als alles andere auf der Welt. Mehr als seine selten dämliche Entscheidung, Polizist zu werden. Mehr als dieses Drecksloch, das er sein Zuhause nannte. Ja, sogar mehr als sich selbst – obwohl das in jenem Moment fast unmöglich war.

„Nach vierzehn Tagen breche ich die Zelte ab – ist mir scheißegal, ob wir sie bis dahin gefunden haben oder nicht.“
    Im selben Moment, in dem er seinen Satz beendet hatte, hätte er sich am liebsten auf die Zunge gebissen. Wir – ernsthaft, Gavin? So durfte er gar nicht erst anfangen. Doch außer ihm schien sich niemand an dem feinen Detail zu stören. Fowler setzte ein angedeutetes, selbstgefälliges Lächeln auf und ergriff prompt das Wort.
    „Sehr schön. Dann wird Sie ihr Partner mit den Einzelheiten des Falls vertraut machen. Ihnen steht ein Dienstwagen, sowie ein gewisses Budget des Firmenkontos zur Verfügung.“
    Reflexartig schnaubte Gavin auf, während Fowler nacheinander einen Autoschlüssel, sowie eine Kreditkarte und eine Handfeuerwaffe auf dem Tisch drapierte und sie halbherzig in Gavins Richtung schob. Immerhin gab Fowler ihm die Bemächtigung einer zweiten Pistole – bei einem solchen Einsatz konnte man nicht gut genug vorbereitet sein.
    Er hatte bereits die Hand ausgestreckt, um die Schönheit neben seiner eigenen Dienstwaffe zu verstauen, als eine filigrane Hand über seine Schulter hinweg nach dem schwarzen Metall griff.
    Gavin verlor jegliche Kontrolle über seine Gesichtszüge.
    „Das kann unmöglich ihr beschissener Ernst sein!“, wetterte der Detective völlig überwältigt, als er feststellte, dass genau das Fowlers Absicht gewesen war. Natürlich bekam Gavin keine Zweitwaffe, die er für alle Fälle im Saum seiner Socke verstecken konnte, falls etwas schieflief.

„Gavin, es reicht mir langsam mit Ihrer verdammten Ignoranz!“
    Detective Reed – Reed – Gavin. Der übliche, absteigende Maßstab, an dem man unschwer erkennen konnte, wie viel Respekt der Captain ihm überhaupt noch entgegenbrachte. Lediglich der Gebrauch des Höflichkeits-Sie unterschied ihn nunmehr vom Dreck unter Fowlers Lackschuhen. Während Gavins aufkochende Wut sich zunehmend dem Höhepunkt näherte, nahm Fowlers donnernde Stimme erneut den Raum ein.
    „Reißen Sie sich verdammt noch mal zusammen, oder ich bin gezwungen, einem qualifizierten Detective die Chance zu geben, sich in diesem Fall zu beweisen.“

    Einen Scheiß würde Gavin. Er dachte erst gar nicht daran, sich zu beruhigen. Das schwarze Plastik, das die schmalen Arme der Stuhllehne ummantelte, knackte unter dem Druck seiner Finger. Erwartete Fowler allen Ernstes, dass er zu allem Ja und Amen sagen würde, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken? Dass er sich derart erniedrigen lassen würde?
    Sollte er doch einem seiner Kollegen die Ehre erweisen, diesen Drecksjob anzutreten. Er selbst verlor von Sekunde zu Sekunde zunehmend das Interesse daran. Jedenfalls redete er sich das immer und immer wieder ein.
    Gerade, als er sich mit seinem erfolglosen, tristen Schicksal hinter dem immergleichen Schreibtisch abgefunden hatte und zum Gegenschlag ansetzte, fuhr ihm Fowler über den Mund.


„Dieser Android ist ihr gleichgestellter Partner und genauso werden Sie ihn die nächsten zwei Wochen auch behandeln.“
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