Das unperfekt Perfekte (Zweiter Teil von 'Jules')

GeschichteRomanze, Familie / P16
01.01.2019
22.03.2019
69
201065
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Einen schönen Start ins Wochenende!
Und viel Freude mit dem Kapitel.

J.M.C.




- Freitag, April/22 – 2022, London, Richmond, Thamesgate Close -

„Kommt Mami mir Gute Nacht sagen, wenn sie zuhause ist?“, fragte Nick nochmal.

Martin saß noch auf seinem Bett, neigte den Kopf, strich sanft über die zugedeckte Brust seines Sohnes.
Vor einer Stunde hatte er ihn eigentlich schon ins Bett gebracht, doch seitdem war er schon drei Mal wieder aufgestanden.
Beim ersten Mal hatte er Durst gehabt.
Beim zweiten Mal hatte er Angst vor etwas gehabt, dass im Dunkeln tatsächlich ziemlich gruslig ausgesehen hatte – es hatte sich als Nicholas‘ Sommerjacke herausgestellt, doch im Dunkeln und mit dem wenigen Licht, das durch die leicht geöffneten Rollos leuchtete, hatte sie einen umheimlichen Schatten geworfen.
Beim dritten und bisher letzten Mal, hatte er nochmal eine Umarmung gebraucht – von ihm und von Joe.

Sein Sohn Joe hatte heute schulfrei gehabt, und da auch er selbst nicht hatte arbeiten müssen, hatte er Joe heute Morgen in Potters Bar abgeholt, nachdem er Nicholas im Kindergarten abgeliefert hatte.
Gemeinsam mit Joe, hatte er Nicholas am Mittag wieder vom Kindergarten abgeholt.
Joe würde über das Wochenende bleiben, Gracie war dieses Wochenende nicht dabei, denn ihre beste Freundin hatte morgen Geburtstag und Gracie würde das ganze Wochenende dort verbringen.

Martin lächelte hinunter.
„Natürlich, Theo.“, sagte er mit sanfter väterlicher Stimme. Er streckte die Hand aus, strich durch Theos Haare. „Wir gehen nicht ins Bett ohne dir Gute Nacht zu sagen, Little One.“
Theo lächelte müde hinauf.
„Gut. Wann kommt sie denn?“
„Ich weiß nicht, Sweetheart. Sie hat noch ein bisschen zu tun im Labor. Versuch zu schlafen, Schatz. Du bist doch ganz müde, hmh? Mami kommt noch zu dir später, auf jeden Fall, du kannst also wirklich beruhigt einschlafen.“
Er beugte sich zu ihm hinunter, küsste seine Stirn sanft und liebend.
Theo legte die Arme um Martins Nacken, hielten ihn bei sich.
„Lieb dich, Daddy.“
„Ich liebe dich auch, Little One.“, lächelte Martin und tauschte mit ihm das ungefähr zwölfte Gute Nacht Küsschen auf die Lippen aus.

Langsam lösten sich Theos Arme.
Langsam setzte sich Martin wieder etwas mehr auf.
Vater und Sohn lächelten sich sanft an.
Theo streckte nochmal seinen Arm hinauf, hielt ihm Dino hin.
Und Martin gab Dino ebenfalls den ungefähr zwölften Gute Nacht Kuss heute Abend.

Martin zwinkerte zu Theo hinunter, stand dann auf.
Theo ließ den Arm wieder sinken, strahlte hinauf zu Martin, kuschelte sich mehr ins Bett.
Und Martin beugte sich erneut hinunter, küsste die Schläfe seines Sohnes.
„Gute Nacht, Theo.“
Theo schloss die Augen, lächelte selig.
„Gute Nacht, Papa.“

Erneut richtete sich Martin auf, verließ dieses Mal das Zimmer, lehnte die Tür erneut nur an.

Hinunter lief er in den Eingangsbereich, dann durch die Küche, wieder hinaus in den Garten.
Warm war es in den letzten Tagen gewesen, ausgesprochen warm, dafür dass es erst Ende April war.
Mit kurzer Hose und T-Shirt, sogar barfuß, konnte er den Abend mit Joe draußen verbringen – und nicht nur das, er sah seinen Sohn nun beim beleuchteten Pavillon und beleuchteten Whirlpool, mit den Beinen im Wasser.

Martin kam zu ihm auf das Podest, lächelte hinunter zu ihm.
Der seit einem Monat 16-Jährige Joe lächelte hinauf, wackelte mit den Beinen durch den Whirlpool, der ausgeschalten war, zumindest die Sprudelfunktion, doch die Lampen unter Wasser leuchteten.
Martin setzte sich zu ihm auf den Holzboden, steckte die Beine und Füße auch ins Wasser – mit der Schulter stupste er Joes Schulter an, lächelte zu ihm.

„Und, meinst du er schläft jetzt?“, fragte Joe lächelnd.
„Ich glaube ja, er sah sehr müde aus.“, lächelte Martin.
„Er ist echt süß. Es ist toll, nicht nur eine kleine Schwester zu haben, sondern auch einen kleinen Bruder. Und vor allem habe ich ja auch eine große Schwester und einen großen Bruder.“, strahlte er.
Martin lächelte.
„Du bist auch ein sehr toller großer Bruder. Das warst du schon bei Gracie,… auch wenn ihr euch auch ziemlich zanken konntet – aber das ist unter Geschwistern eben so.“, sagte er. „Du bist aber auch mit Nick unglaublich toll.“
„Es macht auch ehrlich gesagt ziemlich viel Spaß,… sich so zu kümmern und aufzupassen.“, lächelte Joe.
Martin stupste wieder seine Seite an.
„Du wirst sicher mal ein hervorragender Vater werden, wenn du mal Kinder haben möchtest.“, sagte Martin stolz.
Joe lächelte auch stolz zu ihm, blickte dann aber plötzlich ziemlich schüchtern.
„Apropos Kinder… “

Martins Augenbrauen hoben sich, die Augen blickten in das plötzlich sehr schüchterne Gesicht.
„Hmh?“
„Ähm,… also… naja… “, druckste Joe herum.
Martin neigte den Kopf.
„Willst du mit mir über etwas sprechen?“, fragte er nach.
„Hmh… “, machte Joe und schaute ins Wasser zu seinen Beinen.
Martin lächelte zu ihm.
„So schwer es vor mir auszusprechen?“
„Irgendwie schon. Ich weiß, dass ich mit dir über alles reden kann, egal was es ist – ob ich was auf dem Herzen habe, ich vor etwas Angst habe, selbst wenn ich mal richtige Scheiße bauen würde, wüsste ich, du würdest mir nach deiner Standpauke zuhören und mir helfen. Aber es ist trotzdem irgendwie komisch. Mit wem hast du damals darüber gesprochen?“
„Ich weiß was du meinst, so ging es mir damals auch. Ich hab mit Oma darüber gesprochen und mit Jamie.“, erzählte Martin. „Hast du eine Freundin, oder willst du einfach nur so mit mir reden?“
„Hab keine Freundin,… aber ich wollte einfach mal so mit dir über… Sex reden.“, sprach er es nun aus. „Damit ich dann nicht so völlig im Nebel stehe, wenn ich mal eine Freundin habe.“
„Das erinnert mich mal wieder daran, dass du einfach immer älter und erwachsener wirst.“, lächelte Martin und stupste ihn wieder mit der Seite an. „Was möchtest du denn wissen?“

Joe hob den Kopf wieder an, blickte zu Martin, er sah noch schüchtern aus.
Mit Amanda hatte er noch nicht gesprochen, er wollte es mit Martin zuerst tun, schließlich schaute er von der selben Seite aus auf das Thema Sex.

„Wie war denn dein erstes Mal, und wann? Und warst du nervös?“
„Bei meinem ersten Mal war ich so alt wie du jetzt. Mit meiner ersten richtigen Freundin, Beth McCarthy, hieß sie.“, erzählte er. „Wir waren etwas mehr als zwei Jahre zusammen, aber dann habe ich mich getrennt, weil sie mir zu,… naja,… sie hatte nur noch Augen und Zeit dafür sich immer mehr zu schminken. Sie wurde mir zu oberflächlich. Aber die Zeit davor war schön mit ihr. Unser erstes Mal auch. Und ich war unfassbar nervös. Nicht nur beim ersten Mal.“, lächelte er.
Joe hörte ihm zu, neigte den Kopf.
„Wo hast du sie kennengelernt? Und wie… also wie kam es dann zu eurem ersten Mal?“
„Mein damaliger bester Freund aus der Schule,… Hardy, von ihm hab ich dir schon ein paar Mal erzählt.“, sagte er und sah seinen Sohn nicken. „Er hat sie mir vorgestellt, sie war in seinem Sportverein. Und naja,… dann haben wir uns gut verstanden, hatten ein paar Dates, haben uns verliebt, sind zusammen gekommen, und nach einigen Wochen haben wir dann beim anderen übernachtet, immer wieder. Und dann haben wir uns etwas mehr geküsst, uns mehr und intimer gestreichelt, langsam ausprobiert was der andere mag. Nach einigen Übernachtungen haben wir dann mit dem Erkunden nicht mehr aufgehört, sondern einfach weiter gemacht.“, erzählte er. „Das wichtigste ist, dass man sich Zeit lässt. Und dass man vor allem selbst auch weiß was man mag, sodass man dem Partner oder der Partnerin sagen kann, dass man das gerade mag, oder eben nicht. Das ist nicht nur beim ersten Mal so,… das ist in jeder neuen Beziehung so, auch innerhalb der Beziehung, die man hat – Vorlieben können sich auch ändern. Also muss man auch darüber sprechen, und dazu muss man wissen welche Vorlieben man hat, wo man gerne berührt wird, wie doll und wie lang, und wo man es nicht mag.“, lächelte Martin. „Es ist nicht gleich perfekt, vor allem nicht beim ersten Mal, man braucht Zeit um den Körper zu erkunden und um herauszufinden was der andere gerne hat und was man auch selbst gern hat.“, sprach er weiter. „Und deswegen kann ich zumindest von mir sagen, dass ich in jeder neuen Beziehung am Anfang immer nervös war. Weil es immer irgendwie ein erstes Mal ist. Ich war auch bei Mum unfassbar nervös und bei Jules ebenfalls – weil jeder einfach etwas anderes mag, es anders mag.“

Joe blickte ihn aufmerksam an, freute sich, dass er mit Martin so gut darüber reden konnte, dass Martin mit ihm so aufmerksam und Rat gebend und offen sprach.
Doch am Ende wurden dir Augen immer größer, die Augenbrauen hoben sich; er musste sich sogar schütteln.

„Oh. Gott. Dad! Es ist total komisch, wenn ich daran denke, dass du mit Mum Sex hattest!“
Martin lachte herzhaft.
„Naja, Joseph. Also zweimal hatte ich mit Mum auf jeden Fall Sex.“
„Das ist voll komisch sich das vorzustellen.“, schüttelte Joe sich erneut.
„Du sollst dir ja auch nicht vorstellen, wie deine Eltern Sex haben, beziehungsweise hatten.“, lachte Martin.
Joe musste nun auch lachen, schüttelte sich aber nochmal – komischerweise fand er die Vorstellung mit Jules und seinem Dad überhaupt nicht so komisch, wie die Vorstellung, dass seine Eltern mit einander Sex hatten. Getrennt von einander war das okay, dass seine Mum Sex hatte und sein Dad ebenfalls.
„Bleibt trotzdem komisch, dass ihr das hattet. Das war mir ja schon klar, auch dass ihr das mehr als zweimal hattet, aber nun darüber zu sprechen, ist ganz ganz komisch.“
Martin grinste, stupste ihn wieder an, wurde dann auch von Joe angestupst.

„Was ich sagen wollte, man ist nicht nur beim ersten Mal nervös. Sondern auch später in anderen Beziehungen. Und selbst jetzt mit Jules bin ich manchmal noch nervös. Weil man doch immer noch erkundet und immer neue Vorlieben findet.“, sagte er lächelnd.
Joe hatte sein Lachen und Grinsen auch gestoppt, neigte den Kopf.
„Wie finde ich denn heraus was ich alles mag? Also,… man kann ja nicht alles… ähm allein… ausprobieren.“
„Das stimmt, das kann man nicht. Aber zumindest ein bisschen kann man damit schon für sich herausfinden, und das hilft schon weiter beim ersten Mal. Und ansonsten merkst du beim Näherkommen all die anderen Dinge, die du magst, oder eben nicht gerne hast. Dann muss man nur etwas sagen, damit es auch der andere weiß. Und im Laufe der Jahre entdeckt man selbst immer mehr, oder Vorlieben ändern sich, vielleicht verschwinden manche ganz, oder durch einen Partner kommen neue Vorlieben hinzu, weil man etwas neues ausprobiert.“, lächelte Martin seinem Sohn zu.
Joe seufzte.
Und Martin sprach weiter.
„Man kann nicht alles vorher wissen, Sweetheart. Das findet man langsam und gemeinsam heraus, man stimmt sich auf einander ab, probiert Neues aus. Man muss auch nicht hetzen, man hat Zeit, und die sollte man sich auch nehmen – denn Sex ist etwas, das man genießen sollte.“
Joe lehnte sich an ihn.
„Ist es viel schöner als allein?“
Martin lächelte.
„Oh, viel viel schöner als allein, wenn man die richtige Person an seiner Seite hat. Deswegen sollte man es dann auch auskosten und genießen, damit man dieses tolle Gefühl viel länger erleben kann. Zu zweit macht Sex wirklich viel mehr Spaß, denn wie du schon gesagt hast, allein kann man nicht alles erleben – und vor allem weiß man allein schon vorher was passiert; zu zweit wird man noch überrascht und kann richtig loslassen.“
Joe nickte lächelnd neben ihm.

Martin legte einen Arm um seinen 16-Jährigen Sohn.
Es war verrückt, dass sie nun schon darüber sprachen. Nicht weil es altersmäßig zu zeitig war, sondern weil er eben plötzlich schon 16 Jahre alt war. Klein Joe war noch so präsent in seinem Kopf, all das erlebte mit ihm – die Geburt, das Krabbeln, Stehen, Laufen, Sprechen, der erste Schultag,… und und und.
Es war verrückt wie erwachsen Joe mittlerweile war – das hier war der nächste große Schritt, dass sie nun über Sex sprachen, dass er irgendwann diesen haben würde mit einer Partnerin oder einem Partner.
Doch es freute ihn, dass sein Sohn mit ihm darüber sprach, dass er es selbst angesprochen hatte, dass er darüber reden wollte. Und gerne teilte er seine Erfahrung und sein Wissen mit ihm, nicht nur heute – wann immer Joe zu ihm kommen würde mit Fragen dieser Art.

„Gibt es denn ein Mädchen oder einen Jungen,… also bist du verliebt?“, fragte Martin.
Joe kaute auf seiner Unterlippe herum, schaute wieder ins Wasser.
„Also an Jungs hab ich kein Interesse, zumindest bisher nie gehabt. Aber… naja… es, also es gibt ein Mädchen.“
„Oooohhh, kenn ich sie, Sweetheart?“, fragte Martin neugierig.
Joe kaute noch auf seiner Unterlippe, wackelte mit den Beinen im Whirlpoolwasser.
Martin sprach weiter, drückte ihn an sich.
„Sorry, Darling. Du musst es nicht sagen. Ich bin einfach nur zu neugierig.“, sagte er und beugte sich zu ihm, drückte ihm einen Kuss in die dunkelblonden kurzen Haare.
Joe musste lächeln, lehnte sich noch etwas mehr in die einarmige Umarmung seines Vaters.
„Ich will es dir eigentlich sagen,… es ist nur irgendwie… ich weiß auch nicht.“, murmelte er.
„Ich habe den Eindruck, dass ich sie sehr gut kenne… “, sagte Martin sanft.
„Hmh,… das stimmt.“
„Aus der Schule, durch Gracie oder vom Theaterspielen?“, fragte Martin.
„Ähm,… niemand davon.“
Martin überlegte.
„Hmh, wen kenne ich denn sonst noch sehr gut?“
Joe biss sich erneut auf die Unterlippe.
„Also… du kennst sie schon immer. Seit fast 17 Jahren.“

Martin dachte nach, überlegte und kramte in seinem Kopf wen er so alles kannte, vor allem so lang kannte.

„Hmh,… oh! Ooohhh! Ist es Matilda?“, fragte Martin nun.
Joe nickte.
„Hm,… Matilda.“
Martin löste sich etwas, lehnte sich etwas zur Seite, blickte zu seinem Sohn, lächelte ihn an.
„Ui,… du hast dich in Tilda verliebt?“
„Ja… “, murmelte Joe und blickte nun langsam hinauf zu Martin, und dieses freudige väterliche Lächeln, steckte auch ihn an.
Martin lächelte noch mehr.
„Wann ist das denn passiert?“, fragte er neugierig nach.
„Weiß auch nicht. Ich mochte sie schon immer sehr gern. Sie ist eine meiner besten Freundinnen, wie du weißt. Und naja, irgendwie ist es glaub dieses Jahr passiert. Nachdem Simon dieses Jahr umgezogen ist mit Maureen und Matilda. Nun wohnen sie viel näher und wir haben sehr viel zusammen gemacht und uns sehr oft getroffen – noch öfter als davor. Und naja, sie hat mir sehr viel zugehört, wegen Oma… “, murmelte er. „Und dann kam das Bauchkribbeln und so.“
Martin lächelte noch mehr.
„Zum ersten Mal verliebt, oder hast du mir nur nie etwas gesagt?“, fragte er väterlich neugierig.
Joe musste lächeln.
„Ich hätte es dir erzählt. Es gab schon Mädchen, die ich ganz gut fand, aber verliebt war ich noch nicht,… jetzt aber.“
„Und, ein schönes Gefühl, oder?“, lächelte Martin.
„Hmh, ziemlich schön. Jetzt weiß ich auch warum du immer so verknallt grinst.“, musste er nun schmunzeln.
Martin lachte auf.
„Pass auf, sonst zieh ich dich nun auch damit auf.“ Er zwinkerte ihm zu, drehte sich mehr zu ihm, klopfte auf den Oberschenkel seines Sohnes – lächelte wieder. „Matilda ist ein tolles Mädchen.“
„Das ist sie.“, nickte Joe lächelnd.
„Wenn du sie so gern magst, dann musst du sie mal zu einem Date einladen… “
Joe neigte den Kopf.
„Wie hast du das bei Jules gemacht? Also wie hast du sie um ein Date gebeten?“
„Ich habe sie ganz direkt gefragt. Ich habe sie gefragt, ob ich sie zu einem Date einladen und ausführen darf.“
„Und wie seid ihr euch dann näher gekommen?“
Martin neigte den Kopf, lächelte.
„Hm, naja, wir haben beide mehr Berührungen ausgetauscht, es ausgetestet wie weit wir gehen können, wie viel Berührung okay ist. Das muss man probieren.“, lächelte er. „Beim zweiten Date haben wir ein paar Küsschen auf die Wangen ausgetauscht. Und beim dritten Date, hat sie angefangen mit mir zu kuscheln,… und später haben wir uns geküsst.“
Joe machte große Augen.
„Ich soll Matilda einfach küssen?“, fragte er.
Martin lächelte.
„Eine längere Umarmung wäre auch schon mehr Berührung, oder versuchen ihre Hand beim Gehen zu nehmen,… du könntest auch versuchen sie öfters zu berühren, wenn ihr miteinander redet. Oder ihr tatsächlich beim Begrüßen oder Verabschieden mal ein kleines Küsschen auf die Wange geben.“, gab er ihm ein paar Tipps. „Du bist doch wirklich ein toller junger Mann, Joe. Frage sie doch einfach mal, ob du sie zu einem Date ausführen darfst.“
Joe kaute unsicher und nervös auf seiner Unterlippe.
„Und wohin?“
„Hmh, ich weiß nicht, Sweetheart. Ich würde nicht ins Kino gehen, denn da sitzt ihr nur schweigend nebeneinander. Das Wetter wird besser jetzt,… mach doch ein Picknick mit ihr – sowas mag sie doch ziemlich gern, sie ist doch sehr gern draußen. Ihr könntet mit dem Fahrrad zum Stanborough Park fahren, der ist schön, da gibt es einen kleinen See, und dann habt ihr sogar eine kleine Fahrradtour gemacht.“
„Wow, das ist ne ziemlich gute Idee, Dad.“
Martin zwinkerte.

„Hey ihr zwei Süßen.“, hörte man es aus einiger Entfernung.

Joe und Martin drehten ihre Köpfe, blickten in die Richtung aus der die Stimme gekommen war.
Jules lief ihnen entgegen, lief über den Rasen, lächelte hinüber. Sie lief zum hölzernen Podest mit Whirlpool und Pavillon, nahm die zwei Treppenstufen, strahlte hinunter zu Martin und Joe, die sich etwas zu ihr gedreht hatten und hinauf lächelten.

Jules neigte den Kopf.
„Ich weiß nicht warum, aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass ich gerade bei einem Männergespräch störe.“, lächelte sie mit ihrer angenehmen Stimme.
Sie konnte Sohn und Vater entschuldigend nicken sehen.
Hinunter blickte sie in beide Gesichter – sie neigte ihren Kopf, lächelte Martin an, lächelte dann zu Joe, der seinem Vater immer mehr glich; hatte man früher auch noch Amanda in gewisser Weise in ihm erkennen können, konnte man nun wirklich davon sprechen, dass hier der jüngere Zwilling von Martin saß.

Sie beugte sich hinunter zu Martin, nahm sein Gesicht in beide Hände.
„Hey Hase.“
Liebevoll hauchte sie ihm einen Kuss auf die Lippen, begrüßte ihn mit einem liebenden und intimen Kuss. Zwei weitere Küsschen hauchte sie ihm auf die Lippen, kurz und leicht schmatzend.
Sie lächelte ihn an, zwinkerte ihm zu.

Gebückt drehte sie sich zu Joe, nahm auch sein Gesicht in beide Hände.
„Schön, dich zu sehen, Sweetheart.“, lächelte sie liebevoll.
Sie beugte sich noch etwas tiefer, drückte ihm einen mütterlichen jedoch mehr freundschaftlichen Kuss auf die dunkelblonden Haare.
Sie lächelte ihn nach dem Küsschen an.

Erneut richtete sie sich auf, sah Martin und Joe strahlend hinauf lächeln – die blauen Augen funkelten stark.
„Ich geh erstmal Duschen und kurz zu Nicholas, und dann komm ich zu euch, vielleicht seid ihr dann fertig mit eurem Männergespräch.“, lächelte sie und strubbelte beiden kurz über die Haare, bevor sie sich wortlos umdrehte und sie mit ihrem Gespräch wieder allein ließ.

Martin und Joe blickten ihr nach, strahlten beide.

„Sie ist einfach fantastisch.“, sagte Joe. „Ich hab sie wirklich unfassbar gern, Dad.“
„Hmh, sie ist überwältigend.“, strahlte Martin und drehte seinen Kopf wieder zu Joe, lächelte. „Und sie hat dich auch unfassbar lieb, Joe.“

Martin legte den Arm wieder um seinen Sohn, drückte ihn sanft an sich.
„Ich hör dir noch zu, wenn du gern noch reden möchtest. Und egal wann, du kannst mich immer um Rat fragen, oder zu mir kommen, wenn du Fragen hast.“, hauchte er ihm in die Haare, drückte ihn noch immer sanft. Er konnte auch die Arme seines Sohnes um sich spüren, fühlte auch, dass er lächelte. „Ich freu mich sehr für dich,… und ich drück dir die Daumen, dass es mit Matilda klappt.“, hauchte er sanft.
Joe lächelte in der Umarmung, drückte ihn dankbar und liebend an sich.



:-) Bis morgen.
J.M.C.
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