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Und wenn du mich küsst, dann ist die Welt ein bisschen weniger scheiße

von Minou
GeschichteLiebesgeschichte / P18
OC (Own Character) Till Brummer / Kummer
01.01.2019
01.03.2019
41
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30.01.2019 2.489
 
Till streckte Stina die Hand entgegen. Dankbar griff sie danach und zog sich den letzten Meter hoch auf den Felsvorsprung. Außer Atem stand sie nun da und war fast ein bisschen stolz auf sich, dass sie es so ohne Probleme hier nach oben geschafft hatte. Kurz gab sie Till einen Kuss, dann ließ sie ihre Augen über die Landschaft schweifen.
"Wow... es ist so unfassbar schön hier oben... Wow" Begeistert sah Stina sich um.
"Ja, oder? Ich bin auch gerne hier", antwortete Till sanft, sah sich ebenfalls um.
"Ich... wow..." Sprachlos setzte sie sich auf die Felsen, ließ ihren Blick ins Tal schweifen.
"Du warst aber schon mal draußen klettern, oder? Also so einen Berg hoch, so wie jetzt?" Er setzte sich neben sie, legte sanft den Arm um sie.
"Ja... noch nicht so oft. Vielleicht ein oder zwei Mal Bouldern. In der Lüneburger Heide ist nicht viel mit klettern. Die höchste Erhebung ist der Wilseder Berg. Und der ist nicht mal zweihundert Meter hoch. Da gibt es keine Abhänge oder Steilwände..." Grinsend sah sie ihn an.
"Also vielleicht nicht doch nur ein oder zweimal klettern? Du kleine Lügnerin!" Er grinste ebenfalls breit, küsste sie heftig.
"Ja, vielleicht ein paar Mal mehr. Aber ich bin nicht gut. Darum wollte ich es nicht sagen." Sie strich über seine Wange, dann wandt sie sich wieder dem Ausblick zu.
"Hat aber alles sehr gut geklappt, finde ich. Du warst echt gut." Er fand sie wirklich gut, war etwas stolz auf sie, dass sie zusammen hier so schnell hoch gekommen waren.
"Bei dir fühl ich mich halt sicher", kurz stand sie auf, setzte sich dann zwischen seine Beine, um sich mit dem Rücken an seinen Bauch zu lehnen "weißt du, dass ich nur deinetwegen das erste Mal klettern war?" Sachte ließ er seine Arme um sie wandern.
"Jaja, so ein richtiger Fan..." Leise lachte er, küsste ihre Haare.
"Ist leider wirklich so. Aber dann hat es mir Spaß gemacht. Und... jetzt sitze ich mit dir hier." Sie schloss die Augen, versuchte den Moment so gut sie konnte in ihren Erinnerungen einzuspeichern.
"Es macht auch einfach verdammt viel Spaß und vor allem, wenn man danach so eine Aussicht genießen kann." Sein Blick wanderte über die Berge. Eine Weile waren sie beide still, hingen ihren Gedanken nach.
"Ich will gar nicht woanders hin", flüstere er plötzlich viel zu ehrlich.
"Können wir einfach für immer hier bleiben? Müssen wir morgen wirklich nach Österreich?", fragte sie sofort mit großen Augen.
Wer braucht schon so eine verschissene Show, wenn er das hier haben kann?
"Ich würd auch lieber hierbleiben mit dir." Sein Arme schlossen sich noch mehr um Stina.
"Weißt du, wann wir das letzte Mal so saßen?", fragte sie und kuschelte sich noch ein bisschen fester in seine Arme.
"Nee." Er schüttelte den Kopf, legte ihn danach leicht an ihren.
"Auf dem Kosmonaut, als ich das erste Mal gekifft habe." Sie grinste und obwohl er es nicht sah, wusste er es.
"Oh." Er lachte kurz "stimmt. Erst kiffst du mit mir das erste mal, dann kletterst du mir mir... irgendwie auch das erste mal."
"Wir hatten viel guten Sex... aber das war der beste... für mich jedenfalls." Sie sprach leise, war sich fast sicher, dass er es nicht hatte hören können. Doch Till hatte spätestens ab dem Wort 'Sex' Ohren wie ein Luchs.
"Ach ja? Dann sollten wir das nochmal wiederholen", nickte er, fing an, ihren Nacken zu küssen.
"Ich weiß nicht, ob man das wiederholen kann...", seufzte sie und genoss jeden einzelnen Kuss.
"Vermutlich nicht, aber wir können gerne nochmal kiffen." Till freute sich jetzt schon drauf wieder mit ihr zu kiffen.
"Immer gern. Aber es war nicht das Kiffen." Sie schmiegte sich an ihn.
"Nicht?", fragte er.  Sie schüttelte mit dem Kopf.
"Was dann?" Nun wollte er es wissen. Er hatte zwar schon eine Ahnung, aber es aus ihrem Mund zu hören war nochmal was anderes.
"Es war... ... also... du hattest... deine Hand an meinem Hals..." Stina war froh, dass er gerade nicht ihr Gesicht sehen konnte.
Ist es wohl einmal möglich, dass ich nicht knallrot anlaufe?
"Stehst du darauf?" Ihm blieb das Herz kurz stehen. Er wusste selbst nicht, was er davon halten sollte. Wollte sie es? Stand sie darauf? Oder hasste sie es? Ganz sanft nickte sie. Es war ihr mehr als unangenehm, mit ihm darüber zu reden. Darum hatte sie dieses Gespräch nun auch schon einige Male aufgeschoben.
"Dann mach ich das beim nächsten Mal nochmal", beschloss er und küsste ihren Nacken.
"Bist du sicher? Wir... müssen das nicht machen... stehst du denn da drauf?", fragte sie unsicher und schloss die Augen. Sie liebte es, wenn er ihren Nacken küsste. Alles in ihr fühlte sich dann so... warm an.
"Ich hab's vorher noch nie gemacht, aber wenn du es gut findest, dann probieren wir das beim nächsten Mal nochmal." Er hatte das wirklich vorher noch nie gemacht, das auf dem Kosmonaut war im Affekt gewesen und irgendwie hatte es ihm genau so gefallen. Aber auch er hatte sich bisher nicht getraut, es anzusprechen.
"Das war nicht meine Frage..." Sie biss sich auf die Lippe. Warum fiel ihr das nur so schwer, wo sie sonst doch so offen über Sex reden konnte?
"Ich fand's schon... heiß." Er schluckte.
"Das hat vorher noch niemand... bei mir gemacht...", erzählte sie ihm, wollte nicht, dass er dachte, sie würde sich von jedem würgen lassen.
Ich hätte ja selbst auch nicht gedacht, dass ich da drauf stehe... nur mit dir ist alles anders...
"Noch gar kein Kerl?", fragte er leise.
"Nein..." Sie schüttelte erneut den Kopf.
"Obwohl du schon so viele Kerle hattest?", forschte er weiter nach.
"Sooooo viele...", lachte sie herzlich.
Tausende, Millionen!!!
"Na, wenn du so erzählst, dass deine Freunde sich nicht mal wundern, dass du mir wem mitgehst." Till zuckte kurz mit den Schultern. Er war sich selbst nicht so sicher, ob er das Thema gerade ganz so gut fand.
"Aber bei dir klingt es so, als wären es hundert gewesen." Immer noch grinste sie.
"So hört es für mich auch an."
"Wäre das denn schlimm?", fragte sie vorsichtig.
"Nee..." Schnell schüttelt er den Kopf und doch fand er es irgendwie nicht ganz so toll, aber er wollte es nicht zugeben.
"Wir hatten mal gesagt, wir sind ehrlich..." Sie hörte es sofort an seiner Stimme. Er log sie an.
"Bin ich doch." Till wusste selbst nicht, warum er sie gerade anlog.
"Till... ich kenne dich inzwischen gut genug...", versuchte sie es noch einmal.
"Ja, vielleicht ein bisschen..." Er biss sich auf die Lippen.
"Es waren keine hundert..." Sie nahm seine Hand, führte sie an ihre Lippen und küsste ganz sanft seine rauen Finger.
"Aber?", fragte er leise, traute sich auf einmal gar nicht mehr.
"Ich habe nicht gezählt", sie zuckte mit den Schultern und ergänzte "weniger als du."
"Jetzt hört sich das an, als ob ich hundert hatte." Glaubte sie das wirklich?
"Ist doch auch so." Sie versuchte alle Bitterkeit in ihrer Stimme zu überspielen. Es hatte ihr nie etwas ausgemacht, dass Till dafür bekannt war, kein Kind von Traurigkeit zu sein... Doch irgendwas hatte sich geändert.
"Nee", antwortete er sofort. Er wusste nicht genau wie viel, aber so viele konnten das doch niemals sein.
"Sondern?", bohrte sie weiter. Er schwieg kurz, überlegte wirklich. Er wollte ihr keinen Scheiß erzählen. Nicht zu viele aber auch nicht zu wenig.
"Vielleicht so die Hälfte? Ein bisschen mehr? Aber bestimmt keine hundert...", nickte er irgendwann nach einer Zeit.
"Dann sind es immer noch mehr als bei mir."
So viele mehr als bei mir...
"Echt jetzt? Verarsch mich nicht." Kein Wort glaubte er ihr.
"Doch, klar! Was denkst du denn? Vielleicht so fünfzehn oder zwanzig. Eher fünfzehn", überschlug sie schnell im Kopf.
"WAS?!" Er riss seine Augen auf, packte sie und drehte sie zu sich.
"Ich war lange in einer Beziehung...", erklärte sie und schaute ihm etwas ängstlich in die Augen.
"Das glaub ich dir nicht." Er schüttelte den Kopf, sah sie immer noch erstaunt an.
"Doch! Ich bin erst seit etwas über einem Jahr Single. Dafür finde ich fünfzehn schon nicht schlecht." Sie presste die Lippen aufeinander, wollte hier nicht als prüde abgestempelt werden.
"Achso, oh..." Wieso hatte er überhaupt gefragt? Er war doch einfach dumm.
"Davor war ich fast vier Jahre in einer Beziehung." Sie schloss die Augen. Wollte ihn nicht ansehen, wenn sie über Stefan sprach.
"Lange Zeit...", sagte er leise, zog sie wieder zwischen seine Beine und legte seine Arme um sie.
"Mmh..." Sie schluckte, redete nicht gern darüber.
"Liebst du ihn noch?" Wieder küsste er ihren Nacken. Er spürte, dass sie es mochte wenn er das tat.
"Nein..."
Fuck, zu lange gezögert.
"Wirklich?", fragte er sofort.
"Nicht wie früher, nein. Aber... er war halt schon so lange Teil meines Lebens..." Sie wollte Till nicht anlügen. Sie vermisste Stefan manchmal so sehr.
"Versteh ich." Till verstand sie wirklich. Auch er dachte ab und an an seine Ex.
"Ich vermisse ihn manchmal. Sehr." Sie seufzte.
"Mhm...", brummte er leise, strich sanft über Stinas Unterarm. Er spürte, sie sie Gänsehaut bekam. Minea hat auch immer Gänsehaut bekommen, wenn er über ihren Unterarm gestrichen hatte. Sie hatte es einfach geliebt, mit Till hier oben zu sitzen. Er hätte Stina so gern davon erzählt. Wie sehr er sie vermisste. Doch Till wollte Stina nicht zu sehr in sein Herz schauen lassen.
"Wenn ich bei dir bin, ist es nicht so schlimm. Da denke ich nie an ihn." Wie konnte sie auch, wenn er so perfekt war...
"Ich denk auch an nichts anderes." Genau das stimmte. Er dachte unfassbar selten an Minea wenn er mit Stina zusammen war.
"Ich merke, wie gut mir das tut. Das alles mit dir." Sie lehnte sich an ihn, wünschte sich so sehr, ihm einfach sagen zu können, was sie fühlte.
"Ich bin auch gern mit die zusammen", flüsterte er und lächelte leicht.
"Wir sollten heiraten...", platzte sie heraus.
"Äh, was???" Panik stieg in ihm auf. Das meinte sie doch gerade nicht ernst?
"Heiraten. Du und ich. Wir brennen durch", erklärte sie sachlich.
"Haha, wohin brennen wir denn durch?" Till atmete tief durch. Sie meinte es also nicht ernst. Und doch machte sich wieder dieses komische Gefühl in seinem Magen breit. Warum hatte er nur wieder Hunger?
"Las Vegas?", schlug sie vor.
"Wo soll ich denn da klettern gehen?", fragte er neugierig.
"Na, wir heiraten da kurz, dann kommen wir wieder. Dann wirst du Graf."
Das ist ja wohl ein mega Angebot!
"Mh, Graf Till Kummer. Hört sich gut an", nickte er zufrieden und plötzlich fand er es gar nicht zu schlecht. Kurz überlegte er wirklich, ob er es tun sollte. Einfach so.
"Als ob", sie lachte "Till Graf von Braberg."
"Ich... müsste meinen Namen abgeben?" Seine Augen wurden wieder groß und er war froh, dass sie das nicht sehen konnte.
"Um Graf zu werden? Klar", was dachte er denn bitte? "Oder Doppelname, geht auch. Till Kummer Graf von Braberg."
"Hört sich komisch an." Till schüttelte den Kopf.
"Ich finde, das klingt süß." Sie kicherte.
"Süß?! Ich bin aber nicht süß!" Empört drehte er sie wieder zu sich, küsste sie.
"Du bist so süß. Ich heirate nur süße Männer!", stellte sie klar.
"Dann bin ich wohl nicht der Richtige..." Grinsend zuckte er die Schulter. Stina schloss die Augen, presste ihre Lippen aufeinander.
"Leider nicht", flüsterte sie. Sie wusste nicht, ob er es gehört hatte. Aber für eine Weile schwiegen beide. Erneut zog er sie zwischen die Beine, küsste ab und an ihren Nacken.
"Was machen wir heute noch?", fragte er nach einer Weile.
"Was du willst, Graf Kummer?"
"Aufs Sofa und was gucken, Gräfin?", ärgerte er sie zurück.
"Erstmal koch ich noch was für dich. Dann geht es den Rest des Abends aufs Sofa", schlug Stina vor.
"Hört sich gut an. Aber jetzt will ich noch ein bisschen mit dir hier oben sitzen." Till zog sie so nah an sich, wie es nur ging.
"Und was tun?", wollte sie wissen.
"Die Aussicht genießen." Er sprach leise, liebte es gerade hier mit ihr... Ganz langsam drehte sie sich zu ihm, sah ihn an.
"Schönste Aussicht...", flüsterte sie.
"Aber die kannst du ja jeden Tag haben. Diese Aussicht nicht..." Er versuchte sie leicht zurück zu drehen, doch sie war stärker. Sie begann seinen Hals zu küssen, hielt sich an ihm fest.
"Stina... Hier kann jederzeit jemand rauf kommen", brummte er, ließ seine Hand um ihr Becken wandern.
"Na und?", raunte sie in sein Ohr, begann an seinem Hals zu saugen.
"Hör auf, wenn die das sehen. Ich... Gott... das verbreitet sich im Netz wenn die wissen wer ich bin...", stammelte er, konnte seine Finger aber nicht von ihr lassen. Seine Hände strichen sanft über ihren Rücken.
"Als ob..."
Klar, hunderte Fans sitzen hinter der Tanne uns WARTEN nur darauf...
"Doch, bestimmt..."
"Hattest du hier oben schon mal Sex?“
"Ich... hab noch nie jemanden... mit nach hier genommen", log er ein wenig. Natürlich war er mit Minea hier oben gewesen, aber sie hatten hier sicher noch keinen Sex gehabt . So war Minea ganz sicher nicht drauf gewesen.
"Warum nicht?" Kurz hielt Stina inne, sah ihn an.
"Ja doch, meine Ex... also mit der ich zuletzt lange zusammen war... aber das hier ist mir wichtig. Da möchte ich nicht jede mitnehmen. Ich will nicht nach hier kommen und schlechte Erinnerungen haben..." Till zog sie zu sich, küsste sie.
"Soll ich lieber nicht?", fragte sie sanft, strich über seine Wange. Seine Hände packten sie. Er küsste sie hart, wollte es so sehr.
"Doch, bitte."
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