Und wenn du mich küsst, dann ist die Welt ein bisschen weniger scheiße

von Minou
GeschichteRomanze / P18
OC (Own Character) Till Brummer / Kummer
01.01.2019
01.03.2019
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Sie waren schon bis zur Tür der Scheune gekommen, als Till sich plötzlich zu ihr umdrehte.
"Ich geh noch kurz Steffen bescheid sagen", sagte er und zog sie kurz zu sich heran. Ganz dicht stand sie vor ihm, konnte nichts sagen, nur leicht nicken. Er ließ ihre Hand los, streifte sanft mit seinen Fingern über ihre Seite und Stina meinte, ihr Herz müsse stehen bleiben.
"Wartest du hier?", fragte er grinsend, wusste genau, welche Wirkung er auf sie hatte.
"Ja... klar... ich... schreib kurz meinen Freundinnen. Also... natürlich nicht, dass ich bei dir bin...", stammelte sie, holte einmal tief Luft und ergänzte "holst du mich hier wieder ab?"
"Natürlich..."
"Okay... und... und wenn ich weglaufe?" Stina grinste ihn frech an.
"Ich glaube nicht, dass du noch schnell laufen kannst." Till zog seine Augenbraue hoch und schüttelte mit dem Kopf.
"Ach so ist das? Ist das deine Masche? Kleine Mädchen abfüllen, damit sie nicht mehr weglaufen können? Damit du mit ihnen...", fing sie an und biss sich auf die Lippe. Plötzlich verließ sie all ihr Mut.
Als ob du wirklich mit mir Sex haben wollen würdest. Was hab ich mir dabei nur gedacht? Du willst einfach nur nett sein und ich vermute gleich, dass du dich auf mich stürzt. So peinlich. Schnell schaute Stina zu Boden, wollte nicht, dass er sah, wie rot sie wurde.
"DAS musst du wohl rausfinden", antwortete er mit einem Zwinkern, drehte sich um und verschwand aus ihrem Blickfeld. Hastig kramte sie ihr Handy aus der Tasche und öffnete WhatsApp.

WhatsApp Gruppe Festival-Bitches

Stina               02:23
Hab eben jemanden kennen
gelernt. Gehen dahin, wo es
ruhiger ist. Bis morgen.


WhatsApp Chat Magda

Stina               02:24
MAGDAAAAAAAA! Ich hab
gerade mit TILL drei Shots
getrunken und getanzt. ICH
FLIPP AUS! Und... und...
irgendwie... gehen wir jetzt.
Keine Ahnung wohin...
Magda... ich hab Schiss.

Stina starrte auf ihr Handy. Es war mitten in der Nacht, Magda würde es erst am Morgen lesen. Verdammt. Und dabei wollte sie gerade so dringend mit Magda reden! Doch sofort leuchteten in grün die Worte auf, die Stina gerade am meisten lesen wollte. Magda schreibt. Aufgeregt wartete sie auf die Antwort, brauchte irgendeinen Rat ihrer besten Freundin. Oh, Magda würde sich selbst verfluchen und Stina gleich mit, dass sie heute nicht mit hier gewesen war. Warum musste sie auch zuhause sitzen? Wieso musste ihre Oma ausgerechnet an diesem Wochenende achtzig werden? Das war ja wohl vollkommen unnötig! Stina trat ungeduldig von einem Bein auf das andere.
Was zur Hölle schreibst du denn da alles? Beeil dich doch mal!, dachte sie.
"Doch nicht weg gelaufen?", hörte sie plötzlich eine Stimme viel zu nah hinter sich. Schnell machte sie ihr Handy aus und drehte sich wieder zu Till.
"Nee..." Sie setzte dazu an, noch mehr zu sagen, wollte ihm sagen, dass sie vor ihm niemals weglaufen würde, doch verkniff es sich lieber, aus Angst, etwas Dummes zu sagen. Till jedoch merkte sehr genau, dass sie noch etwas zu sagen hatte, sich aber dagegen entschied.
"Na? Vergessen, was du sagen wolltest? Ich muss ja gleich echt aufpassen, dass du nicht zu viel trinkst. Du bist ja jetzt schon vollkommen durch." Ohne eine Antwort abzuwarten, schob er sie aus der Scheune, ging mit ihr zur Straße, wo sie gemeinsam auf das Taxi warteten.
"Till? Du... also... du willst mich doch nicht umbringen oder so?", fragte sie und grinste ihn an.
"Damit das morgen in der Zeitung steht? Nein danke." Er schüttelte grinsend den Kopf.
"Dann bin ich ja beruhigt..." Sie schaute wieder auf ihre Füße. Was zur Hölle sollte sie denn jetzt sagen? Sie war vollkommen allein mit Till Brummer, der sie anscheinend mit zu sich ins Hotel nehmen wollte.
"Würdest du mir sowas echt zutrauen?", hakte er nach. Schnell schüttelte sie mit dem Kopf, traute sich nicht, zu ihm hoch zu sehen.
"Warum bist du denn jetzt so schüchtern?", fragte er. Vorsichtig schaute sie auf, sah sein typisches Till-Grinsen und dachte, sie müsse schmelzen.
"Weil ich das gerade irgendwie nicht glauben kann. Weil du du bist. Und ich nur... ich." Die letzten Worte sagte sie so leise, dass sie sich sicher war, Till könnte sie nicht gehört haben. Doch sie irrte sich.
"Ich bin ja auch nur ich." Er zuckte mit den Schultern, kurz hatte sie Angst, dass er jetzt sauer sei, doch dann spürte sie seine Hand in ihrer. Ein Kribbeln zog durch ihren Arm, ließ ihre ganze Haut wie elektrisiert sein.
Verdammt, wieso fühlte sie das denn nur schon so gut an? Ich dreh gleich durch! Noch bevor sie weiter sinnieren konnte, kam bereits das Taxi. Er ging einen Schritt auf die Tür zu, öffnete sie für Stina. Unschlüssig stand sie vor dem Wagen. Sollte sie wirklich?
"Kommst du?" Seine Frage klang mehr wie eine Aufforderung und Stina blieb nichts anderes über, als zu lächeln. Während der Fahrt gab Till Anweisungen, wo sie langfahren mussten – wusste er doch die Adresse nicht mehr – da das Ferienhaus allerdings in unmittelbarer Umgebung des Festivalgeländes war, waren sie keine fünf Minuten unterwegs. Stina schwieg währenddessen, brauchte all ihre Kraft, um ihren Herzschlag und ihre Atmung auf ein einigermaßen angemessenes Tempo zu bekommen. Als sie ausstiegen bewunderte Stina das niedliche kleine Häuschen. Dass es kein Hotel war, was die Jungs buchen würden, hätte sie sich auch denken können. Schließlich konnten sie hier noch die ganze Nacht feiern, wenn sie das wollten. Till stand neben ihr. Erst jetzt fiel ihr auf, dass sie seit dem Festivalgelände nicht ein Wort mehr zu ihm gesagt hatte.
"Ich wette, du bereust es schon, mit mir hergekommen zu sein... normalerweise bin ich auch nicht so... so... still", rechtfertigte sie sich.
"Bei so 'nem hübschen Mädchen kann man vermutlich nichts bereuen." Till zwinkerte ihr zu. Mit großen Kulleraugen sah Stina ihn an.
Ich krieg hier keinen Satz raus. Ich brauche Wodka. Jetzt.
"Okay... mir wurde Alkohol versprochen. Wenn du solche Sachen sagst, brauch ich mehr Alkohol." Sie konnte einfach nicht fassen, dass er hier wirklich Interesse an ihr zu haben schien. Wieder nahm er ihre Hand, ging mit ihr zur Eingangstür, schloss auf und trat in das gemütliche Wohnzimmer.
"Setz dich. Wir haben nicht so viel mitgebracht. Wodka, Eierlikör und Pfeffi. Lass mich raten, Wodka?" Sie setzte sich auf das Sofa, hörte, wie er in einer Kiste mit Flaschen kramte und dann mit einer Flasche mit durchsichtigem Inhalt zu ihr auf das Sofa kam.
"Oh, gerne..." Sofort griff sie nach der Flasche, öffnete sie und trank einen ordentlichen Schluck.
"Oh, wow...", Till konnte sich ein Lachen nicht verkneifen "doch so aufgeregt? Warum, hm?" Er rutschte ein Stück näher zu ihr, legte seinen Arm um ihre Schultern.
Fuck, wieso riechst du denn so gut?, dachte sie.
"Weil... weil ich nicht weiß... was du vor hast...", flüsterte sie.
"Ich mach nichts, was du nicht willst." Vorsichtig legte er seine Hand auf ihre, die sich fest um die Wodkaflasche gekrallt hatte. Sie musste die Augen schließen, seine Nähe machte irgendwas mit ihr, was sie nicht fassen konnte.  
"Lässt du auch los?", fragte er leise und musste grinsen. Schnell zog sie ihre Hand weg. Till konnte gerade noch nach der Flasche greifen, bevor sich ihr Inhalt über das Sofa ergoss.
"Lass mir auch noch was. Ich muss mir Mut antrinken." Fragend sah er sie an. Wie sie da so unsicher neben ihm saß. Zitterte sie etwa? Wie jung sie aussah... Till hoffte mit aller Kraft, dass sie schon achtzehn war. Sonst... würde das hier schneller enden, als ihm lieb war.
"Wofür?", fragte er unsicher.
"Für das hier, das alles...", antwortete sie leise und schaute ihn von unten an.
"Woher willst du wissen, was wir machen?"
"Ich... oh Gott... ich bin... so dämlich... es tut mir so leid...", Stina wurde verdammt schnell verdammt rot "ich dachte, du willst... und du willst gar nicht..." Schnell versuchte sie ein bisschen Abstand zwischen ihn und sich zu bringen, doch er ließ ihr keine Chance, zog sie direkt wieder zu sich.
"Du bist verdammt süß, wenn du so verunsichert bist", lachte er.
"Hmmm?", sie schaute ihn fragend an. Seine Hand wanderte von ihrer Schulter in ihren Nacken,  begann sie zärtlich zu streicheln.
Soll... soll ich dich küssen? Soll ich warten bis du mich küsst?, fragte sie sich.
"Ich meins genau so, wie ich es gerade gesagt hab", raunte Till ihr zu. Stina zog ihm die Flasche aus der Hand, nahm noch einen kräftigen Schluck.
"Ach... Scheiß drauf", murmelte sie, dann legte sie ihre Lippen auf seine. Wie ein Blitz durchzog es sie. Er schmeckte nach Wodka und Zigaretten, obwohl sie ihn noch nicht hatte rauchen sehen. Viel zu schnell zog er seinen Kopf zurück, schaute sie grinsend an.
"Sag mal... wie alt bist du eigentlich?", fragte er. Schockiert starrte sie ihn an.
"Was? Ich küsse dich und du fragst, wie alt ich bin? Küsse ich so schlecht?"
Das willst du jetzt wissen? JETZT?
"Der Kuss war viel zu kurz um zu beurteilen wie gut du bist", stellte er nüchtern fest "Aber... also... ich will nicht das was passiert, wobei ich mich strafbar mache... sonst muss ich dich wirklich umbringen..." Seine Hand war vom Nacken inzwischen an ihre Schläfe gewandert, strich sanft ein paar ihrer Locken hinter ihr Ohr, die sofort wieder störrisch hervorsprangen.
"Du bist so süß...", Stina lächelte sanft, darum hatte er also gefragt "ich bin dreiundzwanzig, werd bald vierundzwanzig"
"Was? Echt jetzt? Du siehst krass jünger aus." Till war wirklich überrascht und nicht minder beruhigt.
"Ja! Zu alt für dich?", spottete sie.
"Sicher nicht. Aber du hattest... also... du hattest doch schon Sex, oder?", fragte er weiter.
"Was?" Belustigt schaute sie ihn an.
"Na, ich will wissen, ob ich... mit dir machen kann was ich will... also... oh Gott... das klingt so falsch. Natürlich nur, was du auch willst. Und... ich steh da nicht so drauf." Jetzt war Till selbst verunsichert schaute nach unten.
"Worauf... stehst du nicht?" Wollte er ihr gerade sagen, dass er nur auf Jungfrauen stand? Wie creepy war das denn bitte?
"Wenn... wenn... also wenn das Mädchen... noch Jungfrau ist. Da... steh ich nicht so drauf. Ich hab keine Lust auf so einen Softporno. Außerdem will ich genau dieses Gesicht NICHT sehen, was du gerade drauf hast!", erklärte er sich. Stina musste lächeln.
So ist das also! Der gute Herr Kummer will eine Frau, die weiß, wie es läuft. Na, da ist er bei mir an der richtigen Adresse...
"Ich hab ja keine Ahnung, worauf du so stehst... aber glaub mal... ein Softporno wird das mit mir nicht..." Ein dreckiges Grinsen machte sich auf ihrem Gesicht breit.
"Der Alkohol scheint ja schon zu wirken." Till schmunzelte.
"Oh, und wie!" Und schon begann sie wieder damit, ihn zu küssen. Seine Lippen waren rau und irgendwie war das gerade genau das, was Stina wollte. Seine Hand hatte er in ihren Haaren vergraben zog sie sanft zu sich. Er öffnete seine Lippen, ließ vorsichtig seine Zunge in ihren Mund gleiten. Alles kribbelte. Vor ihren geschlossenen Lidern tanzten bunte Farben, alles in ihrem Kopf drehte sich. Es fühlte sich einfach so unglaublich an. Sie schob sich noch ein Stück zu ihm, legte ihre Hand an seine Wange, strich über seinen Dreitagebart. Stina genoss das hier so sehr – hatte sie schon jemals einen Kuss so genossen?
Wenn du so weiter machst, werd ich hier gleich ohnmächtig, es... ist... so... unfassbar. Selbst in ihren Gedanken zitterte sie. Stina löste sich von seinen Lippen, küsste sein Kinn, seinen Hals, wollte alles von ihm schmecken. Das Gefühl ihrer weichen Lippen an seinem Hals war zu viel für ihn. Grob schob er sie von sich, drückte sie auf das Sofa und legte sich halb auf sie. Gierig küsste er die zarte Haut an ihrem Schlüsselbein ließ seine Hände ihren Körper erkunden.
"Woah...", brachte Stina hervor. Till hielt sofort inne.
"Alles... gut? War... ich dir zu grob?", fragte er verunsichert. Sie sah ihn an, schüttelte mit dem Kopf.
"Nein, fuck... nein! Mach weiter... bitte", stöhnte sie atemlos und als seine Hand nun unter ihr Oberteil fuhr und ihre Brüste packte, vergaß sie tatsächlich zu atmen. Er machte das so unfassbar gut, wusste genau, worauf sie stand. Wie konnte er das nur ahnen? Sie liebte es, wie bestimmend er war, dass sie einfach nur genießen konnte, was er da tat. Ihr ganzer Körper bebte. Vor allem, als er nun an dem Knopf ihrer Hose herumnestelte, um sie zu öffnen. Er brauchte ein paar Versuche, war ja auch nicht mehr ganz nüchtern, dann allerdings sprang der Knopf auf und Till schob energisch seine Hand unter den Stoff. Sofort stöhnte sie auf. Ihre Haut war so weich... und... als er seine Hand noch ein bisschen tiefer gleiten ließ... so unglaublich feucht.
"Fuck... du... bist so verdammt..." Weiter kam er nicht, schon hatte sie wieder ihre Lippen auf seine gelegt. Küsste ihn heftig. Er spürte, wie sie immer wieder in den Kuss stöhnte, wie sehr ihr das hier gerade gefiel. Und ihm nicht weniger. Seine Hose drückte schmerzhaft. Er hatte das Gefühl, dass sich sein komplettes Blut zwischen seinen Beinen befand. Und ihre Hand, die inzwischen den Weg in seinen Schritt gefunden hatte und ihn nun fest massierte, machte es irgendwie auch nicht wirklich besser. Er ließ zwei Finger in sie gleiten, spürte, wie bereit sie schon war und es machte ihn so verdammt heiß.
"Gott... Till... bitte... ich will dich", stöhnte sie ungezügelt.
"Lass uns in mein Zimmer gehen", raunte er ihr ins Ohr, dann setzte er sich plötzlich auf, zog sie mit hoch. Er konnte nicht mehr warten, wollte mit ihr schlafen, hastig stand er auf, sie folgte und...
Woah... mir ist... so schwindelig... ich schaffe es niemals bis ins Schlafzimmer. Alles drehte sich in ihrem Kopf, ihr war so verdammt schwindelig. Schnell ließ sie sich zurück auf das Sofa fallen. Sah ihn hilflos an.
"Ich kann nicht, Till", sagte sie leise. Till schloss die Augen. Das war doch jetzt wohl nicht ihr Ernst! Doch... ihm war sehr wohl bewusst, dass sie jederzeit das Recht hatte, ihr Einverständnis zurückzunehmen.
"Das ist okay. Wenn du nicht mehr magst, kann ich das verstehen", sagte er und zwang sich zu einem Lächeln. Vollkommen unverständig sah sie ihn an.
"Nein, Till. NEIN! Verflucht, ich will dich so sehr! Ich will Sex! Jetzt! Ich... ich kann nur keinen Schritt mehr gehen." Sie konnte ein Kichern nicht unterdrücken. Till lachte erleichtert einmal kurz auf. Und... ehe sie sich versah, hatte er sie hochgehoben und trug sie in seinen Armen.
"Wenn es nur das ist, Süße... das kriegen wir hin!" Und schon trug er sie aus dem Wohnzimmer dorthin, wo sie niemals zu träumen gewagt hatte, mal mit Till zu landen.
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