Und wenn du mich küsst, dann ist die Welt ein bisschen weniger scheiße

von Minou
GeschichteRomanze / P18
OC (Own Character) Till Brummer / Kummer
01.01.2019
01.03.2019
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"Wehe, du machst mein Sofa nass!", schimpfte Stina Leo an, der nun wie bestellt und nicht angeholt im Wohnzimmer stand und darauf wartete, dass Stina ihm ein Handtuch gab. Sie waren gerade zusammen im Pool gewesen, Stina hatte sich schon ein Handtuch umgewickelt, huschte nun ins Bad, um Leo ebenfalls eins zu holen. Schnell entledigte sie sich ihres nassen Bikinis und hängte ihn zum Trocknen an einen Haken im Badezimmer. Plötzlich klingelte es an der Tür. Stina kam ins Wohnzimmer, warf Leo das Handtuch zu und ging dann eilig in den Flur, um die Tür zu öffnen.
"Till... ich... hi..." Vollkommen überfordert stand Stina da, starrte Till an, konnte nicht glauben, dass er wirklich hier war. Und doch reagierte ihr Körper und fiel ihm einfach nur glücklich in die Arme.
"Hey...", er zog sie fest an sich, küsste sie direkt innig und warum auch immer wurde ihm ganz flau im Magen "ich werd ja direkt passend begrüßt, so nur mit Handtuch." Till grinste sie dreckig an, hätte ihr das Handtuch am liebsten direkt vom Leib gerissen.
"Was machst du denn hier?", fragte sie immer noch total perplex, konnte sich aber dennoch nicht davon abhalten, noch einmal sein frisch rasiertes Kinn zu küssen.
"Dich besuchen. Ich konnt einfach nicht mehr warten...", erklärte er verlegen und strich über ihre Wange.
Das... das kann nicht sein Ernst sein! Er ist hier! Er ist wirklich hier!
"Ich... oh Gott, ich heule gleich!" Stina musste tatsächlich heftig schlucken bei seinem Anblick. Er war extra für sie den ganzen Weg hergekommen. Nur um bei ihr zu sein. Das... hätte sie niemals von ihm erwartet.
"Wollte mir auch mal live und in Farbe angucken, wie du so lebst, kleine Gräfin Apfelstine. Das ist ja riesig hier!" Er schaute sich einmal um, nickte beeindruckt mit dem Kopf.
"Das ist halt das Gut Braberg. Komm rein, ich zeig dir alles." Grinsend griff sie Tills Hand, nahm ihn mit in ihr Wohnzimmer. Ohne Widerstand ließ er sich von ihr mitziehen, doch als er im großen Wohnzimmer ankam, blieb er wie angewurzelt stehen. An der Terrassentür stand ein Typ in Schwimmshorts. Die Haare waren noch nass, anscheinend war er gerade im Wasser gewesen. Er war durchtrainiert, ein Typ Felix, mit fantastischem Körper und einem Grinsen, dass vermutlich jedes Mädchen schwach machen würde.
"Ähm...?", machte Till verwirrt. Sein Herz schlug Hart gegen seine Rippen. War... das ihr Ernst? Vögelte sie hier irgendeinen Typen? Sie hatten eine Abmachung! Der Typ sah auf, schaute Till fragend an.
"Hey", machte er verwundert.
"Wer ist das?", presste Till hervor und schaute Stina wütend an.
"Das ist Leonhard...", fing Stina an und kam kein einziges Wort weiter.
"Willst du mich eigentlich verarschen? Wir hatten eine Abmachung!", zischte er Stina an, dann wandt er sich an Leonhard "sieh du zu, dass du Land gewinnst! Du hast hier nichts verloren. Sie ist mein Mädchen. Und ich teile ganz sicher nicht!"
"Till... ich...", setzte Stina erneut an, doch wurde direkt wieder unterbrochen.
"Was? Willst du mir jetzt sagen, dass es anders aussieht wie es ist?! Er steht da nur in Shorts und du kommst anscheinend gerade aus der Dusche, oder aus dem Pool oder was weiß ich! Das soll nach was anderem aussehen? Ich dachte, dass ich dir echt vertrauen kann in den drei Wochen wo wir uns nicht sehen und das..." Till redete sich richtig in Rage, aber noch bevor er sich weiter aufregen konnte, war Leonhard zu ihm gekommen, streckte ihm die Hand hin.
"Hi... Leo... der Bruder... ich geh glaub ich besser", stellte er sich vor und zwinkerte Till zu. Vollkommen konsterniert schaute der immer noch von einem zum Anderen.
"Ich... äh... der Bruder? Von Stinchen?", fragte er irritiert.
"Von... Stinchen." Er schaute seine Schwester an, konnte das Grinsen nicht verkneifen. Stinchen also... jaja...
"Oh fuck...", machte Till und begann, auf der Innenseite seiner Wange zu kauen. Das Ganze war ihm mehr als unangenehm.
"Klärt das mal unter euch. Kommt ihr nachher zum Grillen rüber?", fragte Leo seine Schwester grinsend.
"Wir gucken", antwortete Stina so cool wir möglich und hatte alle Mühe, sich ein Lachen zu verkneifen.
Oh, er ist SO eifersüchtig! Das bringt ihn um!
"Cool." Leo nickte.
"Leo? Das bleibt unter uns, oder?", fragte Stina leise.
"Klar... Stinchen..." Leo betonte Tills Spitznamen für seine Schwester besonders und verschwand schnell aus dem Wohnzimmer, um einer fiesen Rache seiner Schwester zu entgehen. Till beobachtete Stinas Bruder, wartete, bis er auch den Garten durch eine kleine Gartenpforte verlassen hatte, dann ging er wortlos selbst in den Garten, zog eine Zigarettenschachtel aus seiner Hosentasche und zündete sich eine Kippe an. Stina wusste, dass er einen Moment für sich brauchte, dass ihm das peinlich war. Schnell huschte sie nach oben in ihr Schlafzimmer, warf sich ein Kleidchen über, checkte im Bad noch schnell, ob sie annehmbar aussah und entschied sich dafür, sich nicht zu schminken. Till hatte sie bisher noch nicht ungeschminkt gesehen. Doch irgendwie hatte sie das Gefühl, dass sie sich bei ihm nicht schminken musste. Trotzdem griff sie nach ihrem Parfüm und sprühte sich etwas davon auf ihre noch leicht feuchten Haare. Dann ging sie wieder zu ihm nach unten. Er zündete sich gerade die zweite Zigarette an, den Filter der ersten hatte er noch in der Hand, wusste nicht, wohin damit.
"Alles gut?", fragte sie sanft und stellte sich dicht vor ihn.
"Mhm", machte Till und zog an seiner Zigarette. Liebevoll legte sie ihm ihre Arme um den Nacken, stellte sich auf seine Zehenspitzen und küsste zärtlich sein Kinn.
"Ich bin so froh, dass du hier bist...", flüsterte sie. Er ließ ihre Nähe zu, machte aber keine Anstalten, sie ebenfalls in den Arm zu nehmen.
"Mhm...", machte er erneut.
"Bist du sauer oder schämst du dich in Grund und Boden?", fragte sie leise, ließ ihn wieder los und stellte sich vor ihn.
"Zweiteres", murmelte er leise.
"Ach Schatzi... Leo ist dir sicher nicht böse. Und ich find es nur ein ganz kleines bisschen witzig." Schnell biss sie sich auf die Lippe, um ihr Grinsen zu unterdrücken.
Es war so witizig!
"Es war unter aller Sau", grummelte er und zog erneut.
"Warum bist du so laut geworden?", fragte sie nur ein ganz kleines bisschen hinterlistig. Gib es doch endlich zu!
"Weil ich halt dachte, dass ihr was habt..." Till musste schlucken. Der Gedanke brachte ihn immer noch um. Die Vorstellung, dass ein anderer Mann Stina anfassen könnte...
"Und du warst... eifersüchtig?" Diesmal konnte sie das Grinsen nicht mehr verbergen. Till überlegte. Doch er wusste, dass er keine Chance haben würde, sich dort wieder heraus zu reden.
"Hmmm... ja...", machte er darum und hoffte, dass sie nicht darauf herumreiten würde.
"Das ist okay", flüsterte sie leise und gab ihm einen Kuss. Viel zu gut fühlte es sich an, dass Till tatsächlich eifersüchtig war.
"Mhm...", machte er wieder.
"Du weißt, dass ich dir nicht böse bin, oder?" Sie sah ihn von unten an und wieder kribbelte es so unglaublich in seinem Bauch. Er hätte vorhin auf der Autobahn wirklich einen Cheeseburger weniger essen sollen.
"Ja... trotzdem hätte ich vorher fragen können", murmelte er verlegen.
"Hättest du... aber... ganz ehrlich? Ich fand es ganz schön heiß, dass du so eifersüchtig warst", sie lächelte ein bisschen verschämt und Till war sich in diesem Moment sicher, dass sie die schönste Frau der Welt sein musste.
"Was ist daran bitte heiß?", fragte er schroff.
"Sieh zu, dass du Land gewinnst? Das ist mein Mädchen? Ich teile nicht? So. Heiß." Ganz sanft strich sie über seine Brust und er konnte ein Lächeln nicht mehr verbergen.
"Das ist dämlich. Aber... es ist halt so." Er zuckte mit den Schultern, dann zog er sie endlich in seine Arme und küsste sie. Sofort drückte Stina sich an ihn.
"Du hast mir so gefehlt...", seufzte sie leise.
"Deswegen bin ich hier." Wieder küsste er sie, konnte nicht genug von ihr bekommen.
"Wie lange bleibst du?", fragte sie leise.
"Ich wusste nicht wie lang du kannst... Ich hab so viel mit, dass wir von hier direkt in die Schweiz könnten. Also... zumindest nehmen die anderen Sachen von mir mit runter. Und sie hassen mich jetzt schon, sollte ich wirklich bis dann hier bleiben, weil Felix dann mehr schleppen muss", erklärte er schnell und schon wieder küsste sie ihn.
"Dann fliegen wir zusammen in die Schweiz", schlug sie vor und in ihr hüpfte alles.
Wir haben eine ganze Woche. EINE GANZE WOCHE! Ich... ich muss träumen.
"Gerne...", sagte er sanft und strich ihr ein paar Locken aus dem Gesicht.
"Und jetzt... zeig ich dir meine Wohnung. Und vor allem... mein Schlafzimmer", beschloss sie mit ihrem breitesten Grinsen.
"Ich... brauch erstmal nen Aschenbecher. Will die Kippe hier nicht einfach irgendwohin schmeißen", erklärte er.
"Hab ich nicht. Aber ich hab nen Mülleimer drinnen." Stina beschloss, direkt morgen irgendwo einen Aschenbecher zu kaufen. Er sollte sich bei ihr wohlfühlen.
"Darf ich die auf dem Boden ausmachen?", fragte Till unsicher.
"Klar, das ist die Terrasse...", lachte Stina. Was war er denn heute so unsicher?
"Und... scheiße... alles Gute nochmal zum Geburtstag!" Schnell nahm er sie in den Arm küsste sie noch einmal. Was war denn heute mit ihm los? Irgendwie schüchterte ihn das alles tierisch ein. Dieses Gut, wie schön sie war... klar, er war Musiker uns so. Aber... Till machte sich nichts vor. Frauen wie Stina waren ganz weit außerhalb seiner Liga.
"Warum bist du denn so nervös?", fragte sie liebevoll und strich über sein Gesicht.
"Bin ich doch gar nicht... Ich hab auch ein Geschenk für dich. Aber das ist ganz unten in der Tasche... ich geb es dir nachher. Versprochen. Jetzt würd ich erstmal gern dein Schlafzimmer sehen." Till grinste. Er wollte nicht darüber nachdenken, wie viel zu gut diese Frau für ihn war. Er wusste, was er konnte und würde es ihr gleich in ihrem Bett beweisen. Alles andere war dann zweitrangig.
"Zeig ich dir, Tilli..." Sie griff seine Hand, zog ihn hinter sich her in das Haus. Sie ließen das Wohnzimmer hinter sich, gingen eine Treppe hoch in den ersten Stock. An einer Wand befanden sich unfassbar viele Konzerttickets. Till hielt an, wollte sehen, was alles dabei war. Er sah Die Ärzte und Die Toten Hosen, er sah Tickets von Casper und Marteria und K.I.Z, da waren diverse Kraftklub Tickets, Feine Sahne Fischfilet, Donots, unzählige Festivaltickets und viele von kleinen Bands, die sie in Hamburg gesehen hatte. Daneben hingen ein paar gerahmte Konzertfotos, einige von Stina mit Künstlern... mit Casper, mit Marteria... und... eins mit Till. Gequält lächelnd stand er auf dem Bild neben ihr, sie mit geröteten Wangen, die Aufregung und die Freude sprühten nur so aus dem Foto. Till konnte es nicht fassen. Wie hatte er damals nur nicht erkennen können, wie besonders sie war?
"Musst du so ein hässliches Bild aufhängen? Das ist total schrecklich", grummelte er.
"Ich war so stolz und hab mich so gefreut", lachte Stina und drückte sich an Till.
"Und ich seh aus, als ob ich keinen Bock hab." Till war es unangenehm. In wie vielen Fanwohnungen wohl solche Bilder von ihm hingen, zu denen er eigentlich keine Lust gehabt hatte?
"Hattest du auch glaub ich nicht. Ich war so dumm und hab die ganze Zeit gekichert", erzählte sie ihm verträumt lächelnd. Wie viel dieses Bild ihr bedeutete... Till nahm sich vor, auf den nächsten Fotos mit Fans freundlicher auszusehen.
"Vermutlich. Aber jetzt kicherst du ja gar nicht mehr so viel." Sanft tippt er ihr auf die von Sommersprossen überzogene Nase.
"Nee... schon besser geworden. Mach ich immer erst wenn du weg bist. Wie mach ich das denn jetzt bei fünf Tagen?", seufzte sie dramatisch, stellte sich kurz auf die Zehenspitzen und küsste ihn.
"Kannst das ja beim Kiffen machen. Da kannst du alles rauslassen. Hast du letztens ja auch schon", bemerkte er trocken.
"Oh... da hab ich noch lange nicht alles rausgelassen." Wieder lachte sie und Till meinte, sie hätte das schönste Lachen der Welt.
"Jetzt hab ich Angst." Skeptisch zog er eine Augenbraue hoch.
"Oh, das solltest du. Und jetzt komm endlich mit ins Schlafzimmer. Ich muss dir unbedingt zeigen, wie bequem mein Bett ist." Wieder griff sie seine Hand, zog sie mit in ihr Schlafzimmer.
"Es soll nicht bequem sein, nur stabil!"
"Oh... das ist es. Mir wurde ja versprochen, dass ich nicht mehr gerade gehen könnte. Wurde noch nicht eingelöst." Sie blieb stehen, zog die Tür hinter ihnen zu und drehte den Schlüssel. Sofort packte Till sie und drückte sie gegen die nächstbeste Wand. Er küsste sie heftig, griff ihre Haare, wollte ihr nah sein. Kurz löste sie sich, um Luft zu holen.
"Fuck...", keuchte sie leise und sah ihn neugierig an.
"Wir hätten uns viel früher sehen müssen", brummte er.
"Ich hab es so nötig... das glaubst du nicht." Sie strich über seine Wange, sah zu, wie er langsam die Augen schloss.
"Und ich erst", flüsterte Till.
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