Und wenn du mich küsst, dann ist die Welt ein bisschen weniger scheiße

von Minou
GeschichteRomanze / P18
OC (Own Character) Till Brummer / Kummer
01.01.2019
01.03.2019
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Immer noch waren draußen vor dem Wohnwagen Stimmen zu hören. Doch das war Stina total egal. Alles Wichtige war hier drin. Hier bei ihr. Und strich zärtlich über ihre nackte Seite. Sie lagen in seinem Bett, immer wieder sah sie auf in seine blaugrauen Augen und konnte immer noch nicht fassen, was hier schon wieder passiert war. Sie konnte sich nichts Schöneres vorstellen, als gerade bei ihm zu sein. Und doch hieß bei ihm sein auch gleichzeitig, ihre beste Freundin zu verletzen.
Ist es das wert? Ist Till es wert, dass es Magda schlecht geht?
"Magda will, dass wir aufhören", sagte sie darum nach einer Weile leise.
"Verständlich... das... ist aber auch einfach richtig scheiße für sie", stellte Till fest.
"Ja... ich... ich fühle mich so schlecht. Und irgendwie... ich sollte aufhören. Sie hat Recht. Vielleicht... sollten wir uns... nicht mehr sehen..." Die Worte schmerzten sie sehr aber... vielleicht musste es so sein.
"Sag sowas nicht." Till strich ihr sanft einige ihrer blonden Locken aus dem Gesicht.
"Aber es ist doch so. Sie... sie hat gesagt, dass du mich nur auf die Gästeliste setzen würdest, damit du was zum Ficken dabei hast. Und irgendwie... hat sie Recht", erklärte Stina. Till antwortete eine Weile nicht. Wieso machten ihn die Worte von Stinas Freundin so wütend? Eigentlich hatte sie doch recht. Es ging nur um Sex. Aber... ihm lag einfach etwas an diesem süßen, kleinen Ding mit der Stupsnase.
"Wir haben hier eine Freundschaft Plus, Apfelstinchen. Das beinhaltet irgendwie auch den Teil Freundschaft. Also... ich lade eine gute Freundin ein, mit mir auf Tour zu kommen. Wir müssen auch nicht immer Sex haben. Du musst dich da nicht zu verpflichtet fühlen, oder so." Till strich über ihre Wange.
"Aber... wir... also... du willst doch hier bestimmt kein Mädchen haben, die sich nur ausheult. Dafür bin ich nicht hier." Sie legte ihre Hand auf seine.
"Du bist hier, weil ich dich sicher nicht auf der Straße sitzen gelassen hätte. Und... weil ich... gerne mit dir Zeit verbringe. Auch wenn du dich ausheulst. Ich höre dir zu...", versicherte er und in Stinas Bauch kribbelte es heftig.
Kann er bitte mal aufhören, so süß zu sein? Ich geb mir hier wirklich alle Mühe, mich nicht zu verlieben, dachte sie und beschloss, seine Aussage auf die Probe zu stellen und ihre Sorgen bei ihm loszuwerden.
"Okay... ich... ich hab Magda echt lieb. Aber... sie hat mich wirklich verletzt", fing Stina an und schluckte den Kloß direkt wieder herunter. Sie war kein Heule-Mädchen, weinte nie.
"Weißt du was? Wir brauchen Gras. Wenn du dich auskotzen willst, brauchen wir Gras", stellte Till fest, drehte sich kurz zu seinem Nachttisch, griff einen Joint und zündete ihn schon an, bevor Stina widersprechen konnte.
"Noch einen?", fragte sie skeptisch.
"Klar! Was hat Magda denn gesagt?", fragte Till und zog den Rauch in seine Lunge ein. Und dann sprudelte alles aus Stina raus. Was Magda ihr vorgeworfen hatte, was sie gefordert hatte. Till hörte ihr zu, sagte nichts und fragte erst als sie fertig war:
"Musst du morgen wieder mit ihr nach Hause?"
"Nein... wir fahren nicht zusammen. Ich fahre mit meinem Freund", erklärte Stina. Sofort hörte Tills Hand auf, sie zu streicheln.
"Freund?", fragte er misstrauisch. Sie griff nach dem Joint, zog einmal und gab ihn dann zurück an Till. Wieder musste sie leicht husten.
"Ähm... hast du da ein Problem mit?" Stina war irritiert.
Wir sind doch nicht zusammen. Und selbst wenn... ich werd ja wohl noch männliche Freunde haben dürfen!
"Naja... es wäre schon nett zu wissen, wenn du mit nem anderen Kerl rumvögelst als mit mir. Außerdem... dachte ich halt, dass du Single bist." Till zog die Augenbrauen zusammen und zog schnell noch einmal am Joint, um zu verbergen, dass er am liebsten auf seiner Lippe herumgekaut hätte.
"Was? Natürlich bin ich Single! Fabi ist EIN Freund, nicht MEIN Freund", korrigierte Stina ihn.
"Du hast eben gesagt dein Freund. Deswegen wollte ich es lieber genau wissen." Till begann wieder damit, Stina zu streicheln und hoffte, dass sie nicht bemerkte, wie ihm gerade die Röte ins Gesicht stieg. Es war ihm verdammt peinlich, dass er so blöd nachgefragt hatte.
"Warst du vielleicht gerade ein bisschen eifersüchtig?" Stina grinste und hatte keinesfalls die Absicht, das hier einfach so unkommentiert zu lassen.
"Ich will nur nicht, dass du dich durch die Weltgeschichte vögelst wenn wir was haben. Ich hab ja auch nur mit dir Sex", erklärte er. Stina schluckte heftig.
"Hast... du... nur mit mir... Sex?" Sie war wirklich verwundert, hatte sie doch geglaubt, dass sie nur eine von Vielen war.
"Ja, nur mit dir", bekräftigte er erneut.
"Okay... wow." Sie spürte, wie ihr Herz immer schneller schlug. Sie... sie war vielleicht... doch nicht so... unwichtig wie sie das geglaubt hatte.
"Sonst hätt ich das mit dem Freundschaft Plus nicht vorgeschlagen." Er versuchte so gleichgültig wie möglich zu klingen, doch ließ sie nicht aus den Augen.
"Ich hatte... nach dem Puls noch jemanden. Also... vorm Hurricane. Ich wusste ja nicht, dass wir uns wieder sehen", beichtete sie leise.
"Ja... du hast sowas angedeutet. Habt ihr verhütet?" Till gab sich alle Mühe, doch konnte den genervten Tonfall in seiner Stimme nicht verbergen.
"Ja? Natürlich!"
"Was heißt hier natürlich? Wir haben's beim Puls ja nicht..." Er zuckte mit den Schultern.
"Weil ich dich so unbedingt wollte, dass ich alles in Kauf genommen hätte", erklärte sie leise.
"Wer weiß wie sehr du den anderen wolltest."
"Du bist wirklich eifersüchtig! Gib es zu!" Sie strich über seine unrasierte Wange.
"Nee." Till zog an seinem Joint. Konnte sie jetzt mal damit aufhören? Sie begann damit, sein Kinn zu küssen, seinen Hals.
"Oooh doch...", flüsterte sie. Unbarmherzig steckte er ihr den Joint zwischen die Lippen. Sofort griff sie danach und zog ihn aus ihrem Mund.
"EY!!!", empörte sie sich.
"Was denn?", fragte er unbeeindruckt.
"Erstens, will ich, dass du zugibst, dass du eifersüchtig bist. Und zweitens... ich will dich küssen." Sie schob ihr Unterlippe hervor. Wie unfassbar niedlich sie so aussah!
"Wir sollten lieber den Joint zu Ende rauchen", schlug er vor.
"Till..."
"Apfelstinchen. Nein, Gräfin Apfelstinchen!" Till musste grinsen.
"Lenk nicht ab! Wieso fällt es dir so schwer, zuzugeben, dass du eifersüchtig bist?", fragte sie und begann damit, über seine Seite zu streichen.
"Warum soll ich eifersüchtig sein? Wir sind nicht mal zusammen. Ich finds einfach nur nicht so geil, wenn wir was haben, dass du mit anderen Kerlen rummachen würdest", erklärte er sich wenig überzeugend.
"Das zwischen uns ist nur Sex. Nicht mehr. Und doch bringt mich der Gedanke um, dass andere Mädchen mit dir schlafen könnten. Einfach, weil ich Angst habe, dass du sie lieber magst, dass sie besser im Bett sind."
Nein! Verdammt! Was hab ich da gesagt? Scheiß Gras!
"Keine ist so gut wie du...", stellte Till fest, bevor er noch merken konnte, was er da eigentlich gerade gesagt hatte. Dann ergänzte er: "Du lernst dazu. Es wirst immer besser."
"Wow... das war jetzt fast ein Kompliment." Sie verbiss sich ein Lachen.
"Auch das kann ich", sagte Till grinsend.
"Naja... eher nicht." Stina schüttelte mit dem Kopf.
"Fick dich."
"Ist doch so. Kannst du mir irgendwas Nettes sagen? Ohne ein Aber?", forderte sie leise.
"Du bist unglaublich hübsch", antwortete er direkt. Und obwohl sie ihn darum gebeten hatte, trafen sie seine Worte doch mit voller Wucht.
"Okay... wow... das war unerwartet", stammelte sie und legte sich auf den Rücken.
"Ohne aber", bemerkte Till fast ein bisschen stolz. Schweigend begann er, ihren nackten Bauch zu streicheln, schaute immer wieder auf ihre Brüste und überlegte, ob er einfach wieder damit beginnen sollte, sie zu küssen. Doch... jetzt gerade brauchte sie nicht den Plus Teil in Freundschaft Plus. Sie brauchte die Freundschaft.
"Meinst du denn, das renkt sich wieder ein mit Magda?", fragte er also stattdessen.
"Ich weiß es nicht. Ich hab sie schon ziemlich verletzt... ich hab sie schließlich auch angelogen beim Hurricane", gab sie zu bedenken.
"Mh... und was ist mit deinen anderen Freunden?", erkundigte er sich.
"Die wissen das alle nicht... hoffentlich. Hoffentlich hat Magda es jetzt nicht schön rumgetratscht. Und allen das Video gezeigt." Schnell presste sie die Lippen zusammen. Sie wusste, dass sie gerade ungerecht war.
"Würdest du ihr das zutrauen?"
"Nein... nein echt nicht. Fritzi... eine andere Freundin von mir, die weiß alles. Von Anfang an." Stina wollte keine Geheimnisse vor Till haben, wollte nicht, dass er Dinge von anderen Menschen erfuhr, die er von ihr hätte erfahren sollen.
"Wie vielen hast du das erzählt?!" Er war kurz verwundert. Hatte sie es tatsächlich an so viele Menschen weitergetratscht? Das hätte er ihr gar nicht zugetraut.
"Nur Magda und Fritzi. Die lebt aber in Südafrika. Also... die kennt auch keine Kraftklub Fans außer mich. Sonst eigentlich fast niemand", erzählte sie.
"Fast?" Till zog eine Augenbraue hoch, war immer noch nicht restlos überzeugt.
"Meine Mama... die weiß auch alles", beichtete Stina.
"Und... was hast du der gesagt? Also... wer ich bin...", erkundigte Till sich unsicher. Sie hatte doch wohl nicht erzählt, dass sie zusammen waren!
"Dass wir vögeln. Was soll ich ihr sagen? Dass du mein Freund bist?" Stina musste lachen.
"Keine Ahnung? Hätt ja sein können." Und obwohl er erleichtert war, dass sie ihn nicht als ihren Freund vorgestellt hatte, nervte es ihn ein bisschen, dass sie das anscheinend so lächerlich fand.
"Nee, meine Mama weiß, dass ich gern Sex hab. Und... dass ich dafür keine Beziehung brauche", erklärte sie noch einmal.
"Wohnst du noch zuhause?", fragte Till.
"Jein."
"Jein? Wohnt ihr auf nem Schloss und die Gräfin hast ihr eigenes Reich?" Till konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. Diese ganze Gräfin-Sache war einfach zu witzig.
"Irgendwie... ja..", seufzte Stina.
"Echt jetzt?!" Ungläubig starrte Till sie an. Sie wollte ihn ja wohl verarschen.
"Also... kein Schloss... es ist so ein Gutshof. Mit... mehreren Gebäuden. Ich... ich wohne nicht im gleichen Gebäude, wie meine Eltern. Wir sind quasi Nachbarn", erklärte sie.
"Wow... also... wow..." Till konnte es kaum fassen. Und plötzlich fühlte er sich ganz klein und unbedeutend. Wieder war es eine ganze Weile still.
"Hmmm... weißt du eigentlich, wie sehr ich mich freue, dass du mich auf's Lumnezia eingeladen hast? Gott, wenn wir uns wiedersehen werde ich dich so hart haben wollen... wir... wir bleiben auch die drei Wochen exklusiv?", erkundigte sie sich unsicher.
"Jaa..." Er verdrehte die Augen. So schwer konnte das ja nun wirklich nicht sein.
"Okay... eine Herausforderung. Aber... das schaffen wir schon. Danach sehen wir uns ja ein paar mal öfter. Juicy und Szene Open Air und dann ist Berlin... ich wollte... eigentlich die ganze Zeit zu Magda. Also... direkt nach dem Juicy mit zu ihr, dann zusammen zum Szene Open Air und dann Berlin. Aber... das wird wohl nix." Sie seufzte leise.
Ich hasse es, mit Magda zu streiten. Sie ist schon so lange meine beste Freundin. Ich fass es nicht, dass ich nicht einfach zu ihr kann.
"Willst du... vielleicht nach dem Juicy Beats mit zu mir? Dann... hätten wir eine Woche. Dann nehmen wir dich mit zum Szene Open Air. Das war doch direkt das Wochenende danach, oder?", fragte er, bevor er länger darüber nachgedacht hatte.
"Zu... zu dir?" Stina war leicht irritiert.
"Mmmh", machte Till.
"Bereust du die Frage schon wieder?", witzelte sie und hoffte inständig, dass er das nicht tat.
"Nee." Till lächelte. Oh, er hätte sie wirklich so gerne eine Woche bei sich.
"Ich würde sehr gern zu dir kommen. Richtig gern."
"Ob wir jemals meine Wohnung verlassen werden?", fragte Till grinsend.
"Eine Woche? Hmmm... gibt ja Pizzalieferdienst... also... nö..." Sie lachte und gab ihm einen schnellen Kuss.
"Genau so seh ich das auch." Wieder streichelte er ihren Bauch, hatte Mühe, sich zurückzuhalten, seine Hand nicht tiefer wandern zu lassen. Er liebte es so sehr, sie anzufassen, sie zu sehen, wie sie seine Berührungen genoss.
"Oder... doch. Ich würde so gern mal ins Atomino", unterbrach sie seine Gedanken.
"Ist doch nichts Besonderes...", grummelte er leise. Natürlich wollte sie da hin. War ja irgendwie doch nur ein Fangirl.
"Doch... Irgendwie schon", sagte sie. Sie wollte wirklich so gern einmal ins Atomino, war noch nie dort gewesen.
"Warum?", fragte Till genervt.
"Ich hab gehört, da hängt manchmal der Bassist von dieser unmöglichen linken Band rum. Der ist heiß..." Sie sah ihn so unschuldig von unten an, dass es in Tills Unterleib ganz plötzlich ziemlich heftig zog.
"Gelegentlich ja", stimmte er ihr zu und lächelte.
"Dann muss ich da hin, wenn der da ist..."
"Wenn du willst." Till atmete langsam aus. Es gefiel ihm nicht, dass sie ins Atomino wollte, quasi Fangirl-Sightseeing machen wollte. Dafür sollte sie nicht zu ihm kommen. Doch Stina merkte, dass es Till störte.
"Süßer...", sie küsste ihn kurz, bevor sie weiter sprach "wenn du nicht magst, dann nicht. Ich chill mit dir auch die ganze Woche auf dem Sofa. Ich bin für DICH da. Nicht fürs Atomino." Und ganz plötzlich... zog es nicht mehr in Tills Unterleib, sondern in seinem Magen... und... es kribbelte auch so angenehm. Was machte sie nur mit ihm?
"Doch, mir ist das egal", brachte er betont gleichgültig hervor.
"Wir gucken dann einfach, worauf wir Lust haben. Und der Nachteil am Atomino ist, dass ich mich anziehen müsste. Das hab ich bis jetzt eigentlich nicht geplant." Stina zwinkerte ihm frech zu.
"Willst du dem Pizzaboten nackt öffnen?", gab Till zu bedenken.
"Ja? Dann muss ich kein Trinkgeld zahlen! Voll Geld gespart", lachte sie.
"Wag es!", drohte er.
"Wieso?", fragte sie immer noch lachend.
"Nachher will der dich auch noch. Nee, nee. So haben wir nicht gewettet." Grinsend schüttelte Till den Kopf.
"Du hast drei Geschwister. Kannst du nicht teilen?", fragte sie gespielt empört.
"Dich nicht. Nein."
"Musst du auch nicht. Solange das hier zwischen uns läuft, gehöre ich nur dir." Und wieder kribbelte es so in Tills Bauch bei ihren Worten.
"Das ist gut...", flüsterte er und küsste ihre Schulter.
"Ich... bin voll müde...", seufzte sie.
"Dann schlaf doch", stellte er nüchtern fest. Stina verdrehte die Augen. Sehr romantisch. Sie rutschte ein Stück von ihm weg, drehte sich auf die Seite.
"Gute Nacht", wünschte Stina ihm leise.
"Wo willst du hin?", fragte er verwundert.
"Schlafen?" Till packte sie und zog sie zu sich. Ihr Rücken lag ganz fest an seinem Bauch. Sie spürte seine nackte Haut und wagte kaum zu atmen.
"Du bleibst schön hier", flüsterte er in ihr Ohr und küsste sanft ihren Nacken. Stina meinte, ihr Herz müsse zerspringen. Er war so liebevoll und süß und sie so... so... so verdammt verliebt in ihn. Ein Schauer lief über ihren ganzen Körper. Er spürte es, küsste noch einmal ihren Nacken und grinste, als es die gleiche Reaktion erneut hervorrief.
"Gute Nacht", sagte er leise.
"Es ist so schön bei dir." Stina versuchte sich noch ein Stück fester an ihn zu kuscheln.
"Und es ist so schön, dich hier zu haben, Apfelstinchen."
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