Death Note—Another Story

GeschichteAllgemein / P16
OC (Own Character)
31.12.2018
31.01.2019
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„Wenn ich L wäre, würde ich mich darum kümmern, dass Informationen von Polizisten nichts so einfach zugänglich sind“, lachte Sebastian und schaute mit mir auf die vielen Ordner. „Ja, aber du bist nicht L. Außerdem ist es nicht seine Schuld, wenn sein führender Ermittler den Namen seines Sohnes als Passwort nutzt“, sagte ich und öffnete einen Ordner.
Hatte ich L gerade verteidigt? Was war los mit mir?
Ich hasste L zwar nicht, aber ich hatte Abstand genommen. Also wieso verteidigte ich ihn?
„Wie dem auch sei“, sagte ich und las mir den Ordner durch, „das sieht mir nach Namen aus, Namen von Verbrechern, wenn ich mich nicht irre.“ „Hat Kira die alle getötet?“fragte er entgeistert.
Ich nickte. Es war unglaublich, dass ein Mensch so viele töten konnte.
Ich öffnete den Nachbarordner. Photos kamen mir entgegen.
Verbrecherphotos. „Ich nehme an, die gehören zu den Namen“ seufzte ich und schüttelte den Kopf. Ich hatte so etwas noch nie erlebt. Jack the Ripper war als Massenmörder bekannt und er hatte 5 Frauen auf dem Gewissen.
5! Das war in Vergleich zu Kira geradezu niedlich, denn die Zahlen der Namen zog sich inzwischen ins hundert-, wenn nicht sogar ins tausendfache.
Ein weiterer Ordner, mit Zeiten der Morde kam mir in die Finger. Merkwürdig.
Die ersten Morde wurden am späten Abend, in der Nacht und am frühen Morgen verübt. Es deutete darauf hin, dass Kira ein Schüler oder Student war.
Es würde auch darauf passen, dass er, außer denen die ihm in die Quere kamen, nur Verbrecher tötete. Wahrscheinlich hat er einen kindlichen Gerechtigkeitssinn.
Das in Kombination mit dieser Macht. Ich zitterte.
Keine gute Mischung. Sebastian legte mir eine Decke auf die Beine.
Er hatte mein Zittern bemerkt. Dankbar sah ich ihn an, dann widmete ich wieder den Zeiten.
Ab einem gewissen Punkt jedoch änderten sich die Zeiten, jetzt wurde jede Stunde ein Verbrecher getötet. Auch waren es welche, die im Gefängnis saßen.
Was war passiert? Hatte er die Schule geschwänzt?
Nein, das war nicht die Lösung dafür, es musste einen anderen Weg geben. Plötzlich fiel mir eine Szene aus Wammys wieder ein.
Ein neueres Kind hüpfte in die Luft und tat so als könnte es fliegen. Dabei schrie es: „Guckt mal was ich tun kann!“
War es mit Kira vielleicht genauso? Konnte er den Todeszeitpunkt bestimmen?
Es würde Sinn machen, aber wieso sollte er das tun? Er konnte doch nicht wissen, dass L ihn für einen Studenten hielt, oder?
Ein Lächeln stahl sich auf meine Lippen. Vielleicht konnte er es ja doch.
Ich schloss Kira unter den Ermittlern sporadisch aus, L hätte das schon längst bemerkt. Auch einen außerländlichen Hacker schloß ich aus.
Sebastian hatte es zwar auch geschafft ins System zu kommen, aber er war dafür ein Naturtalent in Informatik. Da Kira nur ein Student war, war zu vermuten, dass er sich im näheren Umfeld eines Ermittlers aufhielt und somit an Informationen gelangte.
Vielleicht ein Kind der Ermittler? Light Yagami zum Beispiel.
Selbst für ihn würde es kein Problem sein, den Computer seines Vaters zu hacken. Ich sah mir sein Online-Profil an.
Er war äußerst schlau, spielte Tennis und ging (noch) in die High School. Ein Photo fand ich zwar nicht, aber den Namen gab es ja nicht überall.
Er hieß übersetzt Mond (Tsuki, gesprochen Light) Nacht (Ya) Gott (Gami). Vielleicht sollte ich ihn mal besuchen.
Ja, dass würde ich tun. Er würde in 4 Tagen schon auf die Universität gehen, ich würde bestimmt noch eine Stelle als Professor kriegen.
In meinem Kopf entwarf ich schon falschen Namen und Profil. Aber bloß nichts überstürzen.
Die Chance das er Kira war lag zwar unter 5 %, aber es war meine einzige Spur, also wieso nicht? Im schlimmsten Fall würde ich für meine Neugier mit dem Leben bezahlen.
Mit einem flauen Gefühl im Magen öffnete ich den nächsten Ordner. Dieses Gefühl bestätigte sich, als ich sah, was auf den Bildern abgebildet war.
Ein rotes Pentagramm an einer Zellenwand, offenbar mit mit Blut gemalt. Ein Gefangener, der unbeweglich in den Badezimmerräumen lag.
Und drei Notizen. Was war das?
Ich las mir den Text durch, den Mr.Yagami hinzugefügt hatte: „Kira kann seine Opfer kontrollieren.“ Mir wurde übel.
Er konnte seine Opfer kontrollieren? Dann waren es also nur Experimente, Spielchen für ihn? Jemand, der so mit den Leben anderer Menschen spielte, konnte nicht bei klarem Verstand sein. Die Notizen waren merkwürdig.
Sie ergaben keinen Sinn. Einzelne Worte und keinen Sinn machende Sätze.
Kira könnte nicht der beste Schüler sein, dachte ich mir. Dann sah ich es.
Wenn man die oberen Buchstaben aneinander reihte, kamen ganze Worte heraus. Diese ergaben Sinn, mehr oder weniger. Offenbar habe ich Kira unterschätzt.
„L do you know?“ kam aus der ersten Notiz. Was sollte L wissen, dass du ein Mörder bist?
„Gods of death“ kam aus der zweiten. Glaubte Kira an Shinigamis oder wollte er sich selbst als einer    darstellen?
„Love Apples“ las ich aus der letzten heraus. Was sollte das?
Er redete über Shinigamis. Todesgötter.
Aber was wollte er damit sagen? Wahrscheinlich L ein Rätsel aufgeben, aber ich konnte mich nicht darauf verlassen, dass es das einzige war, was er damit erreichen wollte. „Sebastian, ich möchte das du mir alle Informationen über Shinigamis besorgst die du finden kannst“, sagte ich während ich mich aus Soichiro Yagamis Computer ausloggte.
Vielen Dank, Mr.Yagami, Sie haben mir sehr geholfen, dachte ich mir. „Shinigamis?“, fragte er ungläubig, „denkst du nicht ein bisschen zu abstrakt?“
Tat ich das? Nein.
Ich sah mir nur alle Möglichkeiten an. „Nein, ich denke es wäre gut, etwas darüber zu wissen“, sagte ich noch und hob den mauzenden Birthday auf meinen Schoß.
„Wie du meinst, ich vertraue dir mal“, murmelte er und setzte sich an den Computer. Sofort sprang Birthday von meinem Schoß, setzte sich vor Sebastian, miaute einmal laut und sprang danach wieder auf meinen Schoß.
Ich musste unweigerlich lachen. Ich hatte Birthday einen Trick beigebracht, bei dem er genau das bei einer Person tun sollte, welche nicht die Wahrheit sagte.
Er war besser als jeder Lügendetektor. Sofort nahm Sebastians Gesicht die Farbe von Himbeeren an. Zufrieden mit sich, schlief Birthday auf meinen Schoß ein. Ich blickte in Raye Penbers Notizbuch.
Er wurde von Kira getötet, daran hegte ich inzwischen keinen Zweifel mehr. Also wieso versuchte Naomi nicht Kira zu fassen?
Es sei denn… Meine Augen weiteten sich.
Naomi sah deprimiert aus, als würde sie gleich Suizid begehen, vielleicht hatte sie das sogar getan. Aber was wäre wenn Kira sie getötet hat?
Konnte Kira nicht nur den Zeitpunkt und die Aktionen vor dem Tod, sondern auch die Art bestimmen? Es war nur eine Theorie, aber eine Theorie, welche Sinn machte.
Gruseligen Sinn. Trotzdem konnte ich mich nicht auf Theorien verlassen, ich brauchte Tatsachen.
Das Telefon klingelte. Sebastian nahm ab.
Informationen über Kira? Wäre schon schön, seit der Übertragung war nichts neues gekommen. Aber das war es nicht. Sebastian sah geschockt aus. „Ja, vielen Dank für den Anruf“, sagte er noch und legte auf. „Was ist passiert?“fragte ich ahnungslos und sah zu ihm hinauf.
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