Names Are Just Words

von ju-on
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
Light Yagami Matt Mello Shuichi Aizawa Teru Mikami Tota Matsuda
31.12.2018
14.01.2020
28
225215
8
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Vielen Dank an meine Beta BrokenBones

                               ___________________________________________________

December 12, 2009
1:26 a.m.

Nach ganzen zwei Tagen absolutem Nichtstun – keine Entwicklungen, keine Ideen, keine Hinweise – verließ ich das Apartment, bellte dabei etwas Unbestimmtes zu Matt. Es war nach Mitternacht als ich ging und ich fuhr mit meinem Motorrad ziellos durch die überfüllten Straßen Tokios. Ich war nicht sicher was ich tat oder warum, aber ich schätze ich wollte vergebens versuchen, der erstickenden Monotonie des Falles zu entkommen. Ich denke, ich hatte gehofft meinen Kopf freizubekommen und so begann ich zu rasen. Ich überholte einen Cop, der mich entdeckte und fand mich am anderen Ende der Stadt wieder.

Ich schaute mir meine Umgebung an, holte die Karte, auf der ich meine Pläne aufgeschrieben hatte, aus meiner Jacke und besah sie mir unter dem Licht einer Laterne. Wie es schien war ich in der Nähe des neuen SPK-Hauptquartier; die Adresse hatte ich rot umrahmt. Jedes der Mitglied hatte in einem drei Meilen Radius von diesem Punkt eine Wohnung erworben und auch die hatte ich rot umkreist. Ich hatte hauptsächlich wegen Matt auf die Karte geschrieben, da er kein eidetisches Gedächtnis hatte wie ich oder Near. Er war besser darin Ideen aufzufassen, wenn sie visuell da waren. Ich stellte mir vor, wie er gerade Videospiele spielte. Er konnte sich jedes winzige Detail von jedem Level merken, wo sich die Items befanden, wie er durch die Dungeons und geheime Bonusetappen kam aber er konnte sich keine langen Details in Texten merken, wie Dokumente, Daten oder Adressen.

Ich dachte mir, wenn ich schon hier in der Gegend war, könnte ich auch bei Halle vorbeischauen und ein Update ihrer Informationen bekommen. Es war über einen Tag her, seit sie in Tokio angekommen waren und Near hatte ganz sicher schon was im Kopf. Es würde mich weniger als zehn Minuten kosten zu ihrer Wohnung zu kommen und dann würde dieser Trip vielleicht doch keine komplette Verschwendung meiner Zeit sein.

Ich drehte mich um, drehte den Motor hoch und fuhr die Straße entlang, schoss zwischen den Autos und Bussen vorbei, unterließ es aber wieder das Tempolimit zu überschreiten. Ich konnte mir keinen weiteren dummen Fehler erlauben, aber die Polozisten waren in diesen Zeiten sowieso hoch alarmiert. In meiner Situation würde es schwierig werden, nicht rausgewinkt zu werden, also achtete ich immer darauf, dass mein Helm ein reflektierendes Visier hatte. Schnell fand ich ihre Eigentumswohnung, keine Kosten wurden dafür gescheut, und parkte mein Motorrad auf der anderen Straßenseite. Ich ließ meinen Helm auf dem Sitz zurück, bevor ich mich geduckt in die Schatten in der Nähe des Eingangstores schlich. Ich klappte mein Handy auf und wählte ihre Nummer.

Nach dem vierten Klingen hob sie ab, murmelte schlaftrunken: „Mello?“

Ich legte auf. Alleine der Fakt, dass sie rangegangen war, sagte mir, dass Near diesen Ort nicht überwachen ließ. Gut. Ich verstaute mein Handy, schritt zurück, nahm Anlauf und sprang, kletterte dann über den hohen Gartenzaun. Ich schwang meine Beine rüber und ließ mich fallen, landete in einem kleinen Garten. Ich schaute mich um, aber keiner war da und ich war von den grellen Sicherheitslichtern am Tor weg. Ich wusste welche Nummer ihr Apartment hatte, also schlich ich durch die Flure, bis ich es fand. Ich klopfte an ihrer Tür und wartete, hörte das Türschloss klicken und dann spähte sie durch den Türspalt über der Sicherheitskette. Sie blinzelte, machte dann die Tür zu, entfernte die Kette und öffnet sie wieder, um mich einzulassen. Ich trat durch den Rahmen, meine Hand bereit an meiner Waffe in meiner Jacke, nur für den Fall, dass sie sich schlussendlich dazu entschied, mich zu betrügen.

Sie schloss die Tür hinter mir und drehte sich um, hielt ihren dünnen Morgenmantel nur mäßig fest. Er war aus Seide und tat nicht viel, um ihr schwarzes Nachthemd zu bedecken. Es war tiefausgeschnitten und körperbetont, ging nur bis zur Mitte der Oberschenkel und ihre Kurven füllten es perfekt aus. Ihre Haare waren offen, gebürstet, aber nicht frisiert und sie trug kein Makeup. Ich sah, dass sie immer noch mein goldenes Rosenkranzarmbädchen um ihr Handgelenk trug.

Sie schaute mich von oben bis unten an, blinzelte langsam und schüttelte dann ihren Kopf. „Was machst du hier, Mello? Es fast zwei Uhr…“

„Ich war in diesem Stadtteil und entschied, mich zu erkundigen, welche Informationen du noch hast“, sagte ich zu ihr. Ich zog meine Hand beiläufig aus meiner inneren Jackentasche und stopfte sie stattdessen in die Seitentasche.

„Schläfst du nie?“, fragte sie, ihre verwirrte Stimme wurde etwas sanfter.

„Nicht, wenn es absolut notwendig für mich ist wach zu sein.“

Sie seufzte. „Und du bist den ganzen Weg hierhergefahren, nur um zu fragen, was Near tut?“

„Nicht nur Near“; sagte ich scharf, bereits wieder ungeduldig auf Grund ihrer Anwesenheit, „Ich weiß, ihr habt Kira gefunden und ich weiß auch, dass ihr herausgefunden habt, dass er und sein Stellvertreter miteinander kommunizieren. Ich will alles wissen, was ihr über ihre Schritte herausgefunden habt und was Near als nächstes zu tun gedenkt.“

„… Du hast also Kiyomi Takada gefunden?“ Ich nickte. „Sie ist eine Bekannte von Ls Universität und sie treffen sich regelmäßig. Takada ist eine begeisterte Kira-Verehrerin und arbeitet mit L, um mit dem Stellvertreter zu kommunizieren. Allerdings haben wir noch nicht herausgefunden, wer der dritte Part ist.“

So viel wusste ich schon. „Ihr habt keinen Verdächtigen?“, fragte ich scharf.

„In Japan alleine gibt es tausende Kira-Unterstützer“, sagte sie, „Es ist eine ziemliche Tortur.“

„Ich kenne Near und ich weiß, dass er herausfinden wird wer es ist. Wirst du es mir sagen, wenn es so weit ist oder wirst du mich anlügen?“

Sie seufzte und ließ ihren Morgenmantel los, der sich sofort öffnete. Sie ging an mir vorbei, den Flur entlang, legte eine Hand an ihre Augen und rieb sie sich kurz. „Du kannst mir einfach nicht vertrauen, oder?“

„… Du hast selbst gesagt, du wärst unschlüssig. Wenn Near dir etwas aufträgt, tust du es und das beinhaltet auch mir Information vorzuenthalten oder zu lügen, damit ich eine falsche Fährte verfolge. Deine Worte alleine könnten mich von meiner ganzen Untersuchung abbringen, wenn ich dir komplett vertrauen würde. Also tu ich das nicht.“

Sie drehte sich wieder zu mir um, schaute mir direkt in die Augen; das Haselnussbraun der ihren verdunkelte sich. „Vertraust du überhaupt jemanden komplett, Mello? Mit einem Vertrauen, mit deinem Leben? Irgendjemand auf der Welt?“

… Tat ich. Aber das würde ich ihr nicht sagen. Ich würde es nicht einmal ihm sagen… noch nicht, zumindest.

„Jetzt, wo L tot ist, nein, tu ich nicht“, antwortete ich.

„Du kannst mir vertrauen, Mello. Near ist dicht dran, sehr dicht, aber ohne dich kommt er nicht hin. Wenn ich dich anlügen würde, würde ich meine eigenen Ermittlungen behindern. Near braucht dich, um weiterzukommen, deswegen lässt er dich alleine und machen, was du willst.“

Ich beobachtete sie einen Moment. „Also hat Near keinen Plan? Ich kann das schwer glauben.“

Sie schaute weg und dann wieder zu mir. „… Near hat es eingerichtet, dass ich eine von Takadas persönlichen Bodyguards werde, damit ich immer ein Auge auf sie haben kann und versuchen kann mehr herauszufinden. Am vierzehnten fange ich den Job an und ich halte dich immer up to date, wie immer.“

„… Ihr persönlicher Bodyguard, hm? Ist das nicht etwas zu auffällig? Die Taskforce wird wissen, dass etwas nicht stimmt und dann wird Kira Takada informieren, dass du eine Spionin bist.“„Ich bin sicher, auch das ist Teil von Nears Plan. Er mag es mit L zu spielen – mit Kira. Er hält ihn hin und lässt ihn oft hängen.“

„Das klingt nach Near. Immer davon überzeugt, dass er der Beste ist.“

„Außerdem scheint diese Takada nicht sehr hell zu sein. Ich bin sicher, ich kann ihr Vertrauen trotz Ls Vorsicht gewinnen.“ Wir standen einige Momente still in ihrem Foyer. „… Möchtest du reinkommen und dich hinsetzten? Vielleicht einen Drink? Ich könnte dir einen machen.“

„Schon gut. Ich sollte gehen.“

„Du musst nicht gehen, Mello“, sagte sie plötzlich leise, „Meine Wohnung ist nicht verwanzt und ich werde auch nicht mehr überwacht. Ich sagte doch, Near hat vor sich dich frei bewegen zu lassen.“

Ich schaute sie an, als sie näher zu mir kam, jetzt war sie nicht mehr viel größer als ich, da sie barfuß war und ich Stiefel trug. „Und was ist mit dir?“, fragte ich argwöhnisch, „Was hast du vor?“

Sie wandte den Blick ab und schaute mich wieder an, strich sich eine Strähne ihres platinblonden Haares hinter ein Ohr, bevor sie ihren Morgenmantel packte und ihn zu ihren Füßen gleiten ließ. „Ich habe vor dich auch frei bewegen zu lassen.“ Sie strich mit ihren Fingern mein Kinn entlang, ließ sie dann weiterwandern, ihre Lippen teilten sich.

Ich schnappte mir ihr Handgelenk, bevor sie das berühren konnte, was sie vorhatte: die grauenvollen Narben in meinem Gesicht. „Ich dachte, wir hätten das hinter uns“, schnappte ich und warf ihr einen bösen Blick zu, nur milde erzürnt. Aus irgendeinem Grund beruhigte sie mich schon wieder, beruhigte meinen Kopf. Der Stress stumpfte mit ihr ab, wurde in den Hintergrund getrieben. Tiefsinnige Gedanken zogen sich zurück, erlaubte anderen Dingen in den Vordergrund zu treten. Etwas Grundlegendes und animalisches kratzte sich den Weg frei, versuchte verzweifelt an die Oberfläche zu kommen, ohne zu wissen wie. Es war zu primitiv für mein überlegenes Gehirn, um es zu begreifen. Jetzt war es schlimmer, als es das je vorher war.

Warum? Warum passierte mir das immer, wenn ich in ihrer Nähe war? Sie ließ das irgendwie passieren und ich mochte das nicht… Ich mochte es nicht, wie ich mich selbst in Frage stellte. „Ich habe dafür keine Zeit“, blaffte ich sie wieder an.

„Du sagtest, du hättest jetzt keine Verwendung für Schlaf und ich habe nichts dagegen, wenn du mich wachhältst.“ Sie hob ihre andere Hand, um meinen Kragen zu packen. Ich ließ ihr Handgelenk los und sie liebkoste meine Schultern unter meiner Jacke. Sie drückte den Stoff weg, sodass das Kleidungsstück von meiner Schulter rutschte. Sie strich meine Oberarme, wo sie die Haut erreichte, hoch und runter, blieb auf der verformten Haut meiner linken Schulter liegen. Ihre Hände waren weich und sie roch gut, aber dafür hatte ich keine Verwendung.

Ich schüttelte sie ab, nicht wissend, warum ich dafür so lange gebraucht hatte. „Jetzt ist nicht die Zeit, Halle“, sagte ich fest und trat zurück.

Sie kam mir hinterher, schlang ihre Arme um meinen Nacken, nicht verzweifelt, aber mit Nachdruck. „Warum ist es das nicht? Du bist hier, mitten in der Nacht. Bist du es wirklich nur, weil du mich befragen wolltest?“

„Natürlich“, bellte ich, „Warum sonst sollte ich hier sein?“

Sie ließ ihre Hände über meine Brust gleiten, massierte mich wieder leicht. „Weil du etwas anderes von mir willst. Vielleicht weißt du es noch nicht, vielleicht wusstest du das nie, aber du tust es.“ Sie war auf jeden Fall beharrlich, besonders für die Grausamkeit, mit der ich sie behandelt hatte. War sie so erpicht auf Bestrafung, wie Matt? Wie schaffte ich es, mich mit willigen Opfern zu assoziieren? Waren das die einzigen Menschen, mit denen ich mich in Verbindung bringen konnte? Sie schob meine Jacke nach unten, bis sie sie mir komplett auszog und dann machte sie meine Weste auf, bevor ich sie aufhalten konnte. Ihre Hände fuhren über meine nackte Brust, zeichnete die Narben nach, was mich meine Muskeln anspannen ließ. Sie beobachtete, wie ich meine Zähne zusammenbiss, während sie mich berührte. Sie lehnte sich zu meinem Hals, küsste mich da, als ihre Hände durch meine Haare strichen. „Komm mit ins Schlafzimmer“, sagte sie in mein Ohr.

Ich dachte kaum nach, warum ich ihr folgte, während sie mich an meinem Hals den Flur entlang und durch die erste Tür zur rechten Seite führte. Auf dem Weg warf sie meine Weste achtlos weg und ich besah mir kurz ihre bescheidene, feminine Einrichtung ihres Schlafzimmers, bevor sie mich auf den Mund küsste. Ich erwiderte nicht, natürlich, aber ich schob sie auch nicht von mir. Nach einem Moment löste sie sich von meinen teilnahmslosen Lippen und schaute mir furchtlos in die Augen. Nur wenige Menschen hatten das je in meinem Leben getan.

„Es ist ok, Mello“, sagte sie, immer noch in diesem sanften, heißblütigen Ton, „Ich bringe es dir bei.“

„Was könntest du mir schon beibringen?“, erwiderte ich, mein Gesicht blieb starr, aber etwas in mir drängte mich für eine Freilassung der Spannung. Warum hatte sie diesen Effekt auf mich? Ich hatte Frauen nie Aufmerksamkeit geschenkt und so war ich mit Leichtigkeit den annullierenden Effekten entkommen, die sie auf Männer zu haben schienen. Natürlich hatte ich vorher noch nie eine Frau so nah an mich rangelassen. Alle, die das versucht hatten, wurden weggestoßen oder ernstlich bedroht. Frauen waren den Ärger einfach nicht wert. Hin und wieder hatten es einige der bemalten Mafiahuren versucht, aber sie hatten schnell gelernt mich zu meiden.

„Eine Menge Dinge“, erwiderte sie, „Und du kannst mir auch was beibringen.“

„Was, wenn ich kein Interesse daran hatte, etwas Neues zu lernen? Was, wenn ich alles gelernt habe, was ich wissen muss?“

„Es gibt immer mehr“, beharrte sie.

Ihre Hände wühlten sich immer noch durch meine Haare, als sie sich um meinen Nacken klammerte. Sie schob mich zurück und ich erlaubte es ihr, als sie sich auf das Bett sinken ließ und ich über ihren ausgebreiteten Körper kroch. Ich war auf Händen und Knien über ihr, meine Haare vielen nach unten und mein Rosenkranz schlug gegen sie, das silberne Kruzifix lag in ihrem beachtlichen Dekolleté. Sie roch wirklich sehr gut, besonders im Vergleich zu dem, was ich normalerweise gewohnt war: ein schwerer Geruch nach Rauch, Öl und Metall. Ich ignorierte meine sensorische Erinnerung, bemerkte kaum, dass sie mich wieder küsste. Wieder reagierte ich kaum, aber dieses Mal gab sie nicht nach. Sie glitt mit ihren Händen über meine Brust, rieb in Kreisen darüber. Es war hinlänglich stimulierend und sie fuhr fort, als sich meine Haut dort anspannte. Sie versuchte mich mit ihrer wandernden Zunge zu ermutigen, also erwiderte ich ihre Küsse. Ich ließ meine Zunge in ihrem Mund herumwandern, versuchte nicht daran zu denken, dass ich das, was ich in den letzten Wochen gelernt hatte, anwendete.

Ich hörte ihr leises, zustimmendes Stöhnen, bevor ihre Hände meinen Körper nach unten wanderten, bis sie an meinem Schritt ankam. Sie machte meine Hose auf, zögerte kurz, schaute durch ihre Wimpern zu mir hoch, bevor ihre Finger hineinglitten. Ich fletschte die Zähne, aber sie schaute mich nur weiter an, während sie mich mit ihren weichen, warmen Händen anfasste. Ihr Bein glitt an meinem entlang und sie führte meine behandschuhte Hand an ihren Oberschenkel. Sie hielt sie da, bis ich in ihr Fleisch packte, was sie keuchen und ihren Griff verfestigen ließ. Ich grunzte hinter meinen Zähnen und sie lehnte sich hoch, um meinen Hals zu küssen. Ich starrte auf ihr bleiches, duftendes Haar, was auf dem Laken unter ihr verteilt lag, auf meine Hand, die sich in die Matratze presste…

Ich schien nichts Ungewöhnliches zu spüren, außer dem körperlichen Stimulus. Meine Gedanken waren ruhig, ungezwungen. Meine gewöhnliche Leidenschaft schien mit ihr zu sterben. Warum? Warum war das anders? Sollte ich das nicht bevorzugen? Ich war ein Mann, trotz meines dünnen Körpers und der Form meines Gesichts. Ich wurde schon mehr als einmal für eine Frau gehalten, aber die Täter hatte ich schnell und brutal korrigiert. Ich verteidigte meine Dominanz immer mit feuriger Aggression und einem erstaunlichen Ego. Warum also schien ich nichts in den Armem dieser Frau zu spüren?

Als sie ihren Rücken durchbog und ihre Vorderseite gegen meinen Körper presste, biss ich meine Zähne nur noch fester zusammen. Sie war so weich und ich konnte die Form ihrer Brüste spüren, noch etwas, was ich nie erlebt hatte.

„Mello“, sagte sie, ihr Atem geisterte über meinen Hals, „Hast du das schon mal gemacht?“ Diesen bestimmten Akt hatte ich noch nicht gemacht, nein, aber das war nicht das erste Mal, dass ich Geschlechtsverkehr hatte. Tatsächlich war es weit vom ersten Mal entfernt.

Dann hörte ich komplett auf, als sie begann sich aus ihrem Nachthemd zu schälen. Was dachte ich mir nur? Ich sollte versteckt bleiben, unaufspürbar. Ich konnte nicht einmal all diese möglichen Desaster begreifen, die auf Grund eines hastigen Sexualverkehrs mit dieser Frau geschehen könnten; einem Mitglied von Nears Taskforce, meiner Konkurrenz, ein Individuum, dem ich nicht einmal vertrauen konnte. Ich hatte erst vor kurzem Matt dafür geschalt, dass er sich in der Öffentlichkeit gezeigt hatte und jetzt tat ich hier dasselbe.

Was war über mich gekommen? Warum hatte ich es mir erlaubt so weit zu gehen? Warum schaltete sich immer mein Hirn aus, wenn mein Körper den Vorrang hatte? Ich konnte den Schmerz im Zaun halten, warum also nicht das? Ich war total unvernünftig, sogar dumm! Und außerdem… ich mochte es nicht, wie ich mich in Zweifel zog, wenn ich mit ihr zusammen war. Ganz und gar nicht.

„Genug“, bellte ich, griff ihre beiden Hände in meine und drückte sie auf das Bett.

„Was ist los, Mello?“, fragte sie.

„Ich muss gehen“, sagte ich düster, stand vom Bett auf und richtete meine Hose. Meine Weste hob ich vom Boden auf und zog sie mir wieder über.

„Warum?“, fragte sie, „Habe ich was falsch gemacht?“

„Wir sind keine Verbündeten“, sagte ich und ging wieder in den Flur. Sie folgte mir, richtete ihr Nachthemd. „Ich weiß nicht, was du dir von mir erhoffst, aber du wirst es nicht bekommen.“ Ich zog meinen Mantel an.

„Du hast etwas gefühlt, ich weiß, dass du es hast“, beharrte sie, auch wenn sie nicht sehr inbrünstig versuchte mich dazubehalten. War das alles nur ein Trick gewesen? Oder vielleicht kannte sie mich inzwischen gut genug, um zu wissen, dass sie mich nicht umstimmen konnte?

„Ich habe keine Zeit für solche Dinge und du auch nicht. Ich habe dafür keine Verwendung. Du solltest dich auf den Job konzentrieren und nicht auf triviale Bemühungen.“

„Für mich ist es nicht trivial.“ Ich stockte, schnaubte dann aber und schüttelte den Kopf. „Wenn das alles vorbei ist, Mello…“, begann sie schwach.

„Wenn das alles vorbei ist, sind wir entweder tot oder ich bin verschwunden. Danach gibt es nichts mehr.“

„Mello…“

„Ich habe es dir gesagt, oder nicht? Such dir einen guten Mann. Ich habe dafür nicht den Verstand. Du verschwendest nur deine Zeit.“

„Und ich sagte dir, Mello… du bist ein guter Mann, auch wenn du es nicht siehst. Ich glaube das und ich habe Vertrauen in dich.“ Ich schaute noch ein letztes Mal in ihre vor Zuneigung glänzenden Augen, bevor ich mich wegdrehte. „Sei vorsichtig…“

Ich schnaubte, trat aus der Tür und kehrte zu meinem Motorrad zurück, ohne mich nochmal umzusehen.



+++++



December 12, 2009
3:32 a.m.

Ich hörte die Geräusche von schlachten und Chaos aus dem Fernseher, sobald ich durch die Tür trat. Er spielte, genau wie ich es vermutet hatte. Ich knallte die Tür in einem plötzlichen Wutanfall laut zu, der in der Mitte begann und sich durch jeden Nerv ausbreitete. Es schien, als könnte ich sie nicht im Zaun halten oder kontrollieren und es würde zu viel Mühe kosten das zu tun. Halle hatte mich fast an einen Punkt gebracht, den ich nicht erreichen wollte, aber ihr duftender, warmer Körper unter mir, hatte mein Feuer entfacht. Sie wollte mich, das hatte sie nie versteckt, und doch, egal wie willig sie war, begrüßte ich ihren Vorstoß nicht.

Vielleicht hätte ich es aber tun sollen. Das wäre der akzeptierte, menschliche Impuls gewesen, oder? Ich war ein Mann auf dem Weg in sein Grab und eine wunderschöne Frau lechzte nach mir. Ich hätte anders reagieren müssen. Aber das habe ich nicht. Ich fühlte mich mehr denn je wie ein Außenseiter der menschlichen Rasse. Mir fehlte ein entschiedenes Stück des menschlichen Puzzles, ein Teil, das die Emotionen klarmachte, ein Stück, das in dieser noch nie da gewesenen Situation sehr hilfreich wäre – ein fehlendes Stück der Menschlichkeit. Es war einfach nicht da. Ich war vermutlich nicht damit geboren worden.

Ich zog die Jacke aus und ging um das Sofa, blockierte seinen Blick auf den Fernseher. Sofort lehnte er sich zur Seite, um an mir vorbeizusehen, sein Mund zuckte vor Konzentration, aber er sagte kein Wort. Ich knurrte und griff dann nach dem Kabel des Kontrollers, riss ihn ihm aus der Hand und ließ ihn auf den Boden krachen.

„Kumpel, was ist los mit dir?“, wollte er wissen und beobachtete, wie sein Charakter auf dem Bildschirm zerfleischt wurde und schließlich starb. „Och, verdammt! Jetzt muss ich die Mission von vorne anfangen!“

„Halt die Klappe!“ Ich marschierte auf ihn zu, packte den Shirt Kragen mit beiden Händen und zog ihn vom Sofa hoch. Dann drückte ich ihn mit dem Rücken grob quer auf das Polster wieder runter und er starrte mich durch seine Brille an.

„Was habe ich dieses Mal falsch gemacht?“, fragte er und warf die Hände in die Luft. Ich kroch über ihn, setzte mich rittlings auf seine Hüfte. Ich packte sein Shirt und zog ihn zu mir hoch, kam seinem Gesicht ganz nah.

„Noch nichts“, blaffte ich und hielt ihn da, während ich meine Weste aufmachte und sah, wie seine Augen hinter dem orangefarbenen Fiberglas weit wurden. Als ich sie mir auszog und seine Brille von seinem Kopf zog, starrte er mich immer noch an.

„Whoa, man, was ist der Anlass?“, fragte er.

„Beschwerst du dich?“, wollte ich wissen.

„Nun, uh, nein… aber du hast vorher noch nie damit angefangen… Bist du nur plötzlich in der Stimmung oder was?“

„Was kümmerst du dich um den Grund?!“, brüllte ich. Ich griff nach unten und öffnete seinen schwarzen Grommet Belt. „Halt einfach die Klappe und fang an!“

„Uh, ok… was immer du willst, Boss…“

Er packte mich bei den Armen und zog mein Gesicht zu sich, verwickelte mich sofort in einen tiefen Kuss. Sein Geruch bedeckte meine Nase, stach mit dem stickigen Geruch nach Zigarettenrauch und einem Mix aus Metall, Motoröl und warmer Haut. Er schmeckte, wie er es immer tat und es war vertraut und fast schon beruhigend. Seine Zunge rieb gegen meine, fast schon bestrebt, auch wenn er vorher so faul und desinteressiert erschien. Den ganzen Tag war er lethargisch und hatte die Füße hinterhergeschleift, aber jetzt…

Er drehte uns so, dass ich unter ihm auf der Couch lag, löste sich von meinem Mund, wo uns ein Speichelfaden noch miteinander verband. „Willst du es wirklich gleich hier machen?“, fragte er rau.

„Ist mir egal“, knurrte ich, „Mich interessiert es nicht, was du tust, nur tu etwas.“

„Ohm, wirklich?“ Sein Mundwinkel kräuselte sich nach oben. Sein Mund bedeckte wieder meinen, während seine Hände meinen Gürtel öffneten. Im Kuss zog, ich auf Grund seines ungestümen Verhaltens, die Brauen zusammen, aber ich konnte mich nicht dazu bringen ihn zu stoppen. „Jetzt hast du mich richtig geil gemacht“, sagte er, sein Atem noch wärmer an meinem feuchten Mund, „Ich wollte das schnell machen, aber jetzt will ich spielen…“

„Verdammt, Matt“, knurrte ich, aber ich bemerkte, dass ich mich entschlossen hatte das zu erlauben, selbst bevor ich durch die Tür getreten war. War das ein Experiment? Wollte ich nur sehen, wie anders es war und warum? Und wieder, wie es keine andere Person schaffte, starben all meine Fragen.

Sein Mund vergrub sich an meinem Hals, hinterließ eine feuchte Spur von da nach unten, als er seine Zunge über mich gleiten ließ. Ich drückte meinen Kopf nach hinten in das Polster der Couch, kämpfte damit, meine Gelassenheit zu behalten. Es war so einfach kein Geräusch zu machen, eine Reaktion von mir zu geben, als ich mit Halle zusammen war. Matt machte damit weiter mich zu lecken, pausierte kurz bei jeder Brustwarze, bevor er in der Mitte meines Körpers weiter nach unten fuhr. Er rollte seine Zunge kurz in meinem Nabel, was mein Bauch anspannen ließ. Er schob seine behandschuhten Hände unter mich, hob mich an meiner Hüfte hoch, hielt mich oben, während er meine Hose aufmachte und dann an dem bereitwilligsten Teil meines Körpers entlangleckte. Ich schrie auf, versuchte es aber zu unterdrücken, während er weitermachte, an mir zu saugen und zu lecken, was mich verrückt machte.

„Komm… zum Punkt…!“, schaffte ich herauszupressen.

Er hob seinen Kopf, schaute zwischen meinen Beinen zu mir herauf. „Du sagtest, es interessiert dich nicht, was ich tue“, erinnerte er mich und dann hielt er mich mit einem Arm unter meinem Schenkel hoch, während er auf den Mittelfinger seines Handschuhs biss. Er zog ihn runter und begann damit mich beiden Händen und dem Mund gleichzeitig zu befriedigen. Ich verbiss mir ein kehliges Stöhnen, kämpfte immer noch mit meinem wilden Drang. Ich packte den Rand des Sofas und sein zerzaustes Haar, meine Fäuste ballten sich. Das schien ihn nicht zu stören, da er immer weiter machte, mich auf schwindelerregend Höhen trieb, bis er sich abrupt löste und mich unbefriedigt zurückließ.

„Fuck“, zischte ich. Er setzte mich wieder ab, während er sich die Lippen leckte und zog dann seinen anderen Handschuh aus, gefolgt von seinem Shirt, was er wegwarf. Ich konnte mich nicht bewegen, was aber für ihn kein Problem war, da er mir meine Stiefel auszog und mich aus meiner Hose schälte. Er beobachtete mich. Ich lag verschwitzt auf der dreckigen Couch und seine intensiven Augen musterten mich plötzlich ganz misstrauisch.

„Mir gefällt es, wie du da so liegst“, sagte er, „Macht mich richtig heiß.“

„Halt die Klappe“, erwiderte ich durch meine schwere Atmung.

„… Ich habe nachgedacht“, erwähnte er.

„Wie schockierend“, bemerkte ich bissig.

Er kicherte und er stand vom Sofa auf und kam zu mir, öffnete auf dem Weg den Reißverschluss seiner Jeans. „Ich habe mir gedacht, dass du mir einen blasen solltest“, war es, was er schließlich sagte.

Ungläubig starrte ich zu ihm hoch, drückte mich auf meine Hände. „Was?“, fragte ich.

„Na klar. So bin ich schon feucht für dich. Es ist eine win-win Situation.“ Sein Grinsen war verdammt selbstgefällig und das mochte ich überhaupt nicht.

„Denkst du wirklich ich würde das tun, du Schwein?“, schnaubte ich.

„Ja, tu ich“, sagte er und hakte seine Daumen in den Bund seiner Boxershorts, zog sie ein bisschen runter, um eine feine Linie roten Haares zu enthüllen. „Jedenfalls, wenn ich weitermachen soll.“

„Du Bastard“, knurrte ich.

„Das wusste ich schon.“

Ich setzte mich auf der Couch auf meine Knie und er streckte sein Becken nach vorne, zog seine Boxer jetzt ganz runter, um seine Erektion zu befreien. Wie konnte er so schamlos sein? Zögernd beugte ich mich vor und eine seine Hände glitt in meine Haare, packte grob meine Strähnen am Hinterkopf und zog mich vorwärts.

„Du kannst ja so tun, als würde er nach Schokolade schmecken“, kicherte er.

Ich schnaubte ihn an und packte dann fest seine Jeanstaschen in beide Fäuste und zog ihn zu mir. Er kicherte leise, als ich ihn in den Mund nahm, entschlossen unter seiner Präsenz nicht zu zerbröckeln oder abzuschlaffen. Ich hatte keine Ahnung warum ich so entschlossen war und ich hatte keine Ahnung, was ich da tat, hatte es noch nie vorher gemacht, schlug mich aber durch, imitierte, was er bei mir gedacht hatte und mochte es nicht sonderlich. Aber je weiter ich machte, desto mehr stöhnte er in Zustimmung, also konnte ich mir denken, dass ich etwas richtig machte. Er presste meinen Kopf erregt gegen sich, all seine Muskeln spannten sich an.

„Mello“, grunzte er und ich entzog mich ihm, bevor er abspritzten konnte, nur um meinen eigenen Sadismus zu befriedigen. Er sackte nach vorne, als wären seine Knochen butterweich und versuchte über mir wieder zu Atem zu kommen. „Scheiße, ich hätte wissen müssen, dass du das tust…“, stöhnte er. Er drückte ein Knie zwischen meine Beine und schob mich dann gegen die Rückenlehne der Couch.

„Hey, pass auf“, begann ich, aber er hob meine Beine auf seine Unterarme. Mit einem Fuß stützte er sich auf dem Boden ab und drang schnell, heftig in mich ein, zwang ein Stöhnen aus mir, trotz meiner Bemühungen. „Gott“, zischte ich leise.

Mit merklich verbesserter Finesse, aber dennoch mit Kraft, stieß er in mich. Wie konnte er so stark und aggressiv hierin sein, wenn er sich nicht einmal bemühte, in einem vernünftigen Tempo zu laufen? Eine Hand entfernte er von meinem Bein und griff über meiner Schulter an die Rückenlehne der Couch, sein Gesicht angespannt vor Anstrengung, Schweißperlen begannen sich auf ihm zu bilden.

Ich beobachtete ihn, während er sich über, in mir, bewegte und fand ihn irgendwie fesselnd. Die Art, wie sein Atem in Stößen über seine feuchten Lippen glitt, die Art, wie seine Stimme wie nie zuvor aufwachte, die Art, wie seine normalerweise kaum sichtbaren Muskeln spielten und sich verkrampften… Es schien so faszinierend, selbst, als ich mich in der Lust darin wälzte. Seine Brust war fest, nicht besonders muskulös, aber ich entdeckte einige rotbraune Sommersprossen auf der feuchten Oberfläche verstreut. Mich hatte das vorher nie gekümmert, aber da waren sie. Wenn ich mir das so recht überlegte, er hatte sie auch spärlich auf seinen Armen und den Schultern verteilt und nur ein paar verblasste auf seinen Wangen und dem Nasenrücken, die waren allerdings normalerweise hinter der Brille versteckt. Als wir Kinder waren, hatte er sehr viel mehr gehabt und ich hatte ihn deswegen oft ausgelacht. Jetzt waren sie verblasst und endlich schien sie zu ihm zu passen.

Er versuchte mich höher zu heben, mich näherzubringen, aber unsere Position war zu schräg, also versuchte ich mich zu korrigieren. Er tat es für mich, indem er mich unter beiden Aren packte und uns auf das Sofa legte. Er pausierte eine, qualvolle Minute, während er sich orientierte und dann weitermachte, dieses Mal über mich gebeugt, mein Rücken flach auf dem Polster und seine Knie pressten sich fest in die Unterseite meiner Schenkel. Seine zerknitterte Jeans rieb mich wund, als er weitermachte, aber das kümmerte mich nicht, also ignorierte ich das. Da ich nichts zum Festkrallen hatte, hielt ich mich nur an dem Polster des Möbelstücks fest, schlang ich meine Arme stattdessen um ihn, packte seine Schultern und versuchte nicht daran zu denken, wie sich meine Beine ganz von alleine um ihn legten.

„Matt“, schaffte ich es, zu keuchen.

„Ja?“, hauchte er zurück.

„Kannst du…“, meine Stimme verlor sich, nicht sicher, ob ich das laut aussprechen wollte. Ich hätte gar nichts sagen sollen, aber diese Sache schien immer Vorrang über meiner üblichen Genauigkeit zu haben.

„Oh, sorry“, murmelte er und seine Hand fand meinen Schaft, streichelte ihn ungeschickt eine Weile, bis er es mit dem Rhythmus seiner Stöße synchronisierte. Er wusste genau, was ich wollte und ich zuckte angenehm zusammen. „Manchmal vergesse ich, dass du auch einen hast“, bemerkte er mit einem atemlosen Kichern.

„Du…!“

Aber seine Hand, die an meinem Penis arbeitete, war zu viel und meine Worte starben schnell. Seine andere Hand drückte noch immer meinen Schenkel, hielt ihn nach oben gedrückt, fast schon gegen meine Brust, um seine Bewegungen einfacher zu machen. Er machte immer weiter, ließ mich die Zeit vergessen und meine Lungen verweigerten ihren Dienst. Wir kamen zusammen, drückten uns mit einer finalen Bewegung aneinander, unsere Stimmen unbeachtet. Er brach auf mir zusammen, hatte seinen Samen in mir verteilt, wie er es offenbar mochte. Ich bemerkte, dass seine Brust feucht von meinem eigenen war. Und ich bemerkte, dass ich immer noch meine Handschuhe anhatte, also zog ich sie runter, meine Hände darunter waren schwitzig. Nach einer Weile hob er sich auf seine Arme, schaute zu mir runter, kämpfte immer noch nach Luft.

„Alles gut?“, fragte er.

Bei der Frage zuckte ich zusammen, aber er schien es nicht zu bemerken. „Ja.“

„Du solltest… großartig sagen“, kommentierte er, „unglaublich, fantastisch – dass ich ein Gott bin.“

„… Ich kann dir sagen, dass das nie passieren wird.“

„Dachte ich mir.“ Er stieg von mir runter, setzte sich auf die Couch. Endlich bemerkte er die feuchten Spuren auf seiner Brust und grinste zu mir.

„Wag es nicht, auch nur ein Wort zu sagen“, warnte ich.

„Ok, ok…“ Er hob sein Shirt vom Boden auf und wischte sich ab, gab es danach an mich weiter. Ich faltete es und wischte mich mit der sauberen Seite ab. Ich saß nackt zu ihm gewandt da, schien wütend zu sein, aber aus irgendeinem lächerlichen Grund war ich erleichtert. Unsere Kleidung war wahllos über das Sofa und den Boden verteilt, aber er hatte nicht so lange warten können, um seine Jeans auszuziehen. So endete es wie gewöhnlich: ich total nackt und er immer noch halb angezogen. Seine Faulheit erstaunte mich manchmal, besonders im Kontrast zu seiner Kraft und Geschick nur wenige Momente zuvor.

War das das Einzige, was ihn motivieren konnte? Er dachte wirklich wie ein normaler Mann, zumindest im Vergleich zu mir. Ich sah diese Stelldichein immer noch als Ablenkung, etwas, was die meisten Männer nie sagen würden, besonders in meinem Alter. Ich wusste, ich war zu reif für meine kurze Lebensspanne, aber Wammys Kinder tendierten dazu – wir wurden so programmiert, sobald wir einen Fuß in diese heiligen, erstickenden Flure setzten. Vor einer Weile hatte er etwas über mich gesagt, dass ich der einzig Antrieb wäre, den er hatte, aber ich kam nicht darauf zu sprechen.

Er rauchte sich durch eine Zigarette und begann eine neue, bevor er den Kontroller wieder vom Boden aufhob und sein Spiel erneut begann, wo er gestorben war. Ich seufzte schroff und sammelte meine Klamotten ein, beobachtete, wie er die Mission fortsetzte, bei er gestorben war. Ich schnaubte durch meine Zähne und stieg wieder in meine Hose, strich mir dann die Haare aus den Augen. Es wurde lang, länger als ich es gewöhnt war, aber so konnte ich mein Gesicht ausreichend verbergen. Ich ging in die Küche und holte eine Schokoladentafel aus dem Kühlschrank, riss sie auf und biss eine Ecke ab. Ich setzte mich im Wohnzimmer auf den Klubsessel und schaute zu, wie er einen weißhaarigen Jungen mit dämonischen Kräften oder so einen Dreck spielte.

„Bist du sauer auf mich oder so?“, fragte er, nachdem er ein Rudel Sensen schwingenden Monster abgeschlachtet hatte.

„Warum sollte ich sauer auf dich sein?“

„Nun, du klingst, als wärst du sauer auf mich.“

„So klinge ich immer, Trottel.“

„… Wo du recht hast.“ Er spielte eine Weile länger. „Ist etwas passiert, während du weg warst?“

Ich biss ein weiteres Stück der Schokolade ab. „… Wie was?“

„Ich weiß nicht… Wie aus dem Nichts hast du dich auf mich gestürzt. Ich schätze, das habe ich einfach nicht erwartet.“

„Du bist mein Hund, erinnerst du dich? Du tust was immer ich will, war das nicht die Vereinbarung, zu der wir gekommen waren?“

„Richtig…“ Er zuckte die Schultern, „Mir macht das nichts aus, aber ich habe mir gedacht, dass vielleicht etwas Frustrierendes passiert ist, während du draußen warst. Ein guter Fick hilft da wirklich, weißt du?“

„Nein, weiß ich nicht. Aber ich nehme an, du tust es.“

„Sag nicht, du bist schon wieder eifersüchtig. Ich habe nicht einmal ein Mädchen angeguckt, seit du und deine Mafia eure Pläne mit Kira gemacht habt, das habe ich dir erzählt.“

„Ich bin nicht – noch war ich jemals – eifersüchtig! Mir war einfach danach, also tat ich es! Halt endlich die Klappe!“

„Ok… Was auch immer, Mello.“ Er spielte eine Weile und ich aß mich durch meine Süßigkeit. „Ich frage mich, ob unsere postkoitalen Unterhaltungen immer so sein werden.“

„Es gibt kein immer“, erinnerte ich ihn, „Kiras Tod läutet das Ende von allem ein. Das, uns, L, die Welt, wie wir sie kennen – alles.“

„… Richtig.“ Seine Daumen tippten und hin und wieder zuckte sein Mund mit der Action auf dem Bildschirm, aber es schien, als hätte er das Interesse an dem Spiel verloren, was sehr seltsam war. Ich aß die gesamte Tafel Schokolade auf, als er seine Mission beendete und er hatte so langsam gespielt, wie ich ihn je gesehen hatte. Etwas stimmte nicht mit ihm, aber ich war nicht in der Stimmung, mich darum zu kümmern.Während die nächste Mission lud wurde es still und ich konnte eine Spannung in der Luft spüren, die über meinem Kopf schwebte. „Also“, sagte er schließlich, zündete sich eine neue Zigarette an, „Wo warst du überhaupt?“

Es gab keinen Grund, warum ich es ihm nicht sagen sollte, aber aus irgendeinem seltsamen Grund wollte ich es nicht, gar nicht. Also log ich ihn stattdessen an. „Nirgendwo bestimmtes. Warum fragst du?“

„Weil ich es wissen will, das ist alles.“

„Ich habe Informationen für den Fall gesammelt.“ Es war nicht komplett eine Lüge.

„Von wo?“ Ich zerknüllte die Folie in meiner Hand, mochte es nicht, wie neugierig er plötzlich war. Er drängte mich kaum, außer er machte Scherze. Und jetzt plötzlich hatte er sich entschlossen neugierig zu sein, wenn ich es nicht wollte. Ich brauchte zu lange um zu antworten, denn er blies eine Rauchwolke aus, während er sagte: „Also warst du wieder bei der SPK Puppe?“

Ich mochte seinen plötzlich argwöhnischen Ton nicht. „Ja, war ich. Ich war im diesem Teil der Stadt, habe ich mich also entschieden zu schauen, was Near plant. Ich habe herausgefunden, dass sie als eine von Takadas Bodyguards arbeiten wird, also werde ich jetzt die Informationen direkt von Kiras Pressesprecherin bekommen und im Rennen die Nase vorne haben.“

„Und warum hast du es mir vorher nicht gesagt?“ Was sollte diese anklagende Haltung? Und warum hatte ich es ihm nicht gleich gesagt? Ich wollte es nicht. Warum? Weil ich fast mit…? Aber das ging ihn nichts an. Es war ein bedeutungsloser Zwischenfall. Also, warum? „Du hast mir nie etwas verschwiegen, wenn es mit dem Fall zu tun hatte“, fuhr er fort, „Also warum jetzt, huh? Du hast gesagt, du wärst nirgendwo bestimmtes, anstatt es einfach zu sagen. Warum die Mühe?“

„Du musst nicht mit diesem unverschämten Ton sprechen. ES war nichts Wichtiges, also lass es sein.“

„… Also hast du sie endlich gefickt, oder nicht?“

Ich ballte die Fäuste auf den Armlehnen des Stuhls. „Was?“, fragte ich.

„Ich wusste es“, sagte er.

„Einen Scheiß weißt du“, knurrte ich.

„Warum sonst solltest du da Mitten in der Nacht hinfahren? Warum schweigst du dich darüber so aus? Solltest du nicht wie ein stolzer Pfau herumlaufen? Hast deine Jungfräulichkeit endlich richtig verloren, was? Und mit einer heißer Braut.“ Je länger er sprach, desto schroffer wurde sein Ton.

„Ich habe sie nicht gefickt!“, blaffte ich, „Und selbst wenn, was hat dich das anzugehen?! Musst du über alles Bescheid wissen, was ich mache?!“

„Du willst alles wissen, was ich mache!“, argumentierte er laut, „Und alles was ich mache, machst du zu deinem! Warum also ist sie eine Ausnahme?!“

„Diese Unterhaltung ist beendet!“, bellte ich, „Halt einfach die Fresse und geh zurück zu deinen Spielen!“

„Weißt du was“, sagte er in dem angreifensten Ton, den ich je von ihm gehört hatte, „Mir ist verdammt nochmal nicht danach.“ Er stand auf und warf seinen Kontroller durch den Raum. Ich hörte ihn auf den Hartholzboden krachen,

während das nächste Level lud. Sein Charakter stand einfach nur vor dem Gegner und wurde abgeschlachtet. Matt nahm die Zigarette aus seinem Mund und warf auch diese auf den Boden, nicht einmal halb aufgeraucht. „Ich geh raus“, knurrte er und kramte in seinem Koffer nach einem frischen Shirt. Er warf es sich über, schob sich das Portmonee in die Tasche und schloss seine Jeans. Er schnappte sich seine Brille und die Handschuhe auf dem Weg nach draußen.

Ich stand auf und ging ihm ohne nachzudenken hinterher. „Wo zur Hölle gehst du hin?! Du kannst jetzt nicht rausgehen! Wir haben verflucht nochmal Arbeit zu erledigen!“ Er holte seine Weste aus dem Schrank und zog sie über. „Matt, hast du mich verstanden?!“, schrie ich, als er seine Brille aufzog und den Türknauf ergriff. „Matt!“ Ich packte grob seinen Arm, aber er schüttelte mich sofort ab und ich war zu geschockt, um zu reagieren.

„Fick dich, Mello“, blaffte er wütend und dann ging er, knallte die Tür so fest zu, dass die Angeln klapperten.

Ich hörte ihn den Flur entlangstampfen und wäre ihm fast aus Impuls nachgerannt aber ich blieb, mit der Hand auf dem Türknopf, stehen. Warum sollte es mich kümmern? Lass ihn gehen! Wenn er so mit mir redete, konnte er rausgehen und von einem verdammten Bus überfahren werden! Aber dennoch war es mein erster Instinkt gewesen, ihm nachzulaufen. Warum? Ich hatte mich nie so fortlaufend in Frage gestellt, wie jetzt. Einige Minuten später hörte ich den Camaro zum Leben erwachen und vom Parkplatz rasen.

Ich schlug gegen die Tür, verstand nicht ganz, warum ich nicht wütender war, weil er so stur mir gegenüber war. Ich stand eine lange Zeit da und war immer noch… geschockt. So hatte er vorher noch nie mit mir gesprochen und er war ganz sicher noch nie so aus der Haut gefahren. Warum war er zum ersten Mal so ausgerastet? Nur, weil ich bei Halle gewesen war? Gab es da einen Auslöser für seine Wut, den ich übersah? War das ein weiteres menschliches Puzzlestück, das ich nicht hatte? Ich hasste es so langsam beim Begreifen zu sein, aber was für eine andere Erklärung gab es?

Ich schüttelte meinen Kopf. Es gab absolut keinen Grund, warum ich mich kümmern sollte, also entschied ich es beiseite zu wischen. Ich verschloss die Tür und ging ins Badezimmer, zog mich aus und stieg in die Dusche. Eine lange Zeit stand ich unter dem heißen Wasser, bevor ich mich wusch. Ich schrubbte den Geruch nach Rauch von meiner Haut und aus den Haaren, bevor ich rausging und mich abtrocknete. Ich entschied mich etwas zu schlafen, solange es still war, also schaltete ich den TV aus und ging ins Bett, stellte mir noch den Handywecker, damit ich mich wieder an die Arbeit machen konnte.
Review schreiben