Names Are Just Words

von ju-on
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
Light Yagami Matt Mello Shuichi Aizawa Teru Mikami Tota Matsuda
31.12.2018
07.12.2019
25
192898
7
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Vielen Dank an meine Beta BrokenBones

                         _____________________________________________________________


December 9, 2009
7:13 p.m.

Ich wurde von einem merkwürdigen Brummen geweckt, was ich schlaftrunken als das Vibrieren eines Handys erkannte. Benommen öffnete ich meine Augen, rieb darüber und sah mich dann um. Ich setzte mich auf, strich mir die zerwühlten Haare glatt und schnappte mir mein Handy vom Nachttisch. Das war es nicht, aber ich sah, dass es nach neunzehn Uhr war. Ich versuchte herauszufinden, woher das Geräusch kam. Ich schaute zu Matt, der vollkommen weggetreten neben mir lag, rollte dann mit den Augen und kroch auf die andere Seite des Bettes. Das Vibrieren kam aus der Hosentasche von der Jeans, die er über das Fußende geworfen hatte. Ich knurrte gereizt und zog das Handy aus der Tasche. Es war kalt im Zimmer und die Klimaanlage ratterte und bebte konstant.

Das war ein Handy, was ich ihn noch nie benutzen habe sehen und ich schaute auf den Namen des Anrufers. Varla? Ich drückte auf den grünen Knopf und hielt es mir an Ohr. „Hallo?“

„Jace, Baby, wo zum Teufel warst du? Dein Handy war ja ewig angeschaltet! Ich habe dich ununterbrochen angerufen! Du warst auch nicht mehr in deiner Wohnung! Ich habe die Nase voll von deinem-“

Ich legte auf. Wer zur Hölle war das? Eine alte Flamme von Matt? Ich überprüfte die Mailbox, entdeckte zwanzig ungehörte Nachrichten und schaute dann im Posteingang und ach da gab es unzählige Nachrichten von einer großen Liste von Mädchennamen. Wie viele Freundinnen hatte dieses perverse Schwein? Hatte er sie einfach durch sie durchgearbeitet, wie er es mit Getränkedosen und Videospielen tat? Und warum hatte ich dieses Handy bis jetzt noch nie gesehen? Einige Momente später vibrierte es erneut. Mit einer Grimasse schaute ich auf den Namen. Azella.

Ich ging ran und bellte: „Was?“

„Jace? Bist du das? Wo warst du, verdammt nochmal?!“

„Hier ist nicht Jace“, blaffte ich.

„… Und warum gehst du dann an Jace‘ Handy ran? Lass mich mit ihm sprechen!“

„Ruf hier nicht mehr an.“ Ich legte auf und bekam sofort den nächsten Anruf. Ich schaute auf den Namen. Fiona. Schon wieder ein anderes Mädchen?! Unglaublich! Matt schnarchte und rollte sich herum, kratzte sich und breitete sich dann auf der gesamten Matratze aus, als ich wieder an sein Handy ranging. „Was willst du?“

„Warum hast du dich nicht mehr im Club blicken lassen?“, fragte sie heftig, „Ich habe dir einen Plan gegeben, um unsere Treffen einzuhalten!“

„Jace hat es vergessen, also tust du besser das gleiche.“ Ich legte wieder auf.

Ich wollte das Handy gerade abschalten, aber dann kam eine Nachricht von Cocoa. Was zur Hölle? Ich schaute ihn mir an: „Hey Baby, du steckst in GROßEN SCHWIERIGKEITEN!!! Ruf ich später an, ansonsten!!!“ Ich wollte das Handy abschalten, aber stattdessen entschied ich mich ein kleines Experiment zu wagen. Ich stellte es auf laut und legte es auf den Nachttisch neben seinem Kopf, dann legte ich mich wieder neben ihn. Ich musste mich fast auf ihn legen, da er das ganze Bett einnahm. Ich musste nur eine Minute oder zwei warten, bevor es anfing zu klingeln, plärrte einen verzerrten Rock ‘n Roll Klingelton.

Ich tat so als würde ich schlafen, spürte ihn sich regen und dann rollte er sich umständlich unter mir hervor. Er tastete herum, berührte sein Gesicht und die Haare. „Nnn… Scheiße… Huh…?“ Er tastete über den Nachttisch und dann hörte ich ihn murmeln: „Ja?“

Ich konnte den hohen, jammernden Ton der Mädchenstimme meilenweit hören. „Jace! Wo warst du?! Ich habe immer wieder angerufen, aber dein Handy war ausgeschaltet! Hast du meine verdammten Nachrichten nicht bekommen?!“

„Uhh…“ Matt stöhnte und setzte sich auf, rutschte an den Rand des Bettes. „… Ich bin für ‘ne Weile weg.“

„Weg? Wohin? Du antwortest mir jetzt besser, du Arschloch!“

„Ich kann es dir nicht sagen, Babe. Ich habe mal gesagt, dass ich vermutlich nicht lange ein Clubmitglied sein werde…“ Clubmitglied? Er hatte diese Mädchen hinter meinem Rücken getroffen, während ich mich in der Mafia hochgearbeitet hatte? Waren das alles Flittchen, die er gedatet hat, als wir in Los Angeles waren, als er sich bedeckt halten sollte?

„Wann wirst du wieder zurücksein?“

„Vermutlich nie. Hör zu, ich muss…“

„Nie?! Aber was ist mit uns, du Bastard?!“

„Ich habe bessere Dinge zu tun, Babe. Es hat Spaß gemacht solange es gedauert hat.“

„Mit wem denkst du redest du da, du Schwein?!“

„Muss jetzt los. Bis dann.“ Er legte auf und rieb sich das Gesicht. Er wollte sich gerade wieder hinlegen, aber dann klingelte das Handy wieder und er ging schnell ran, murmelte: „Verdammte…“ Er flüsterte in das Mundstück. „Hey.“

„Hi, Sexy“, sagte eine tiefere Frauenstimme, „Du bist eine Weile nicht mehr an dein Handy gegangen. Du machst mich echt wütend.“

„Ja, ich habe mich da in etwas verstrickt, Babe.“

„In was? Eine andere Frau?“

„Nicht ganz…“ Was zur Hölle sollte das denn heißen?

„Wie heißt sie? Kam sie so mir nichts, dir nichts?“

„Nein, nicht wirklich.“ Er atmete aus und stand auf, ging weg. Ich merkte, dass er versuchte mich zu schonen, indem er leise sprach und sich bewegte. „Hör zu, ich musste etwas erledigen. Ich bin den Club leid, also bin ich gegangen.“ Schon wieder was über diesen Club?

„Du hast die Dinge schnell satt.“

„Ja, ich weiß. Ich muss jetzt los.“

„Was auch immer, Arschloch.“

Er legte auf und raufte such durch die Haare, ging aus dem Raum. Das Handy klingelte erneut, während er rausging. Ich hörte, wie er eine Zigarette anzündete, bevor er ranging. Er sprach mit demselben, uninteressierten, entspannten Ton, auch als er all diese Mädchen abservierte.

„Hey… Ne, ich habe mein Apartment verkauft und den Club verlassen… Ja, ich habe einen anderen Job gefunden… Sorry, Babe, aber ich komme nicht mehr zurück… Nein, ich habe keine Zeit… Bye.“

Warum bemühte er sich ranzugehen, wenn er eh nicht vorhatte diese Schlampen je wieder zu sehen? Ich lauschte ihm eine Weile, während er draußen vor der Tür rauchte, bevor er wieder in das Zimmer kam und das Handy endlich ausschaltete. Er setzte sich wieder neben mich auf das Bett und rauchte so leise, wie er konnte.

„Also“, sagte ich mit einem Schnauben und sah, wie er zusammenzuckte, „Ich mag es wie du sie alle ‚Babe‘ nennst, damit du dich nicht an ihre Namen erinnern musst.“

Er blickte über seine Schulter. „Du warst wach, was?“

„Ja. Ich habe die ersten Anrufe von Azella, Fiona und Varla entgegengenommen. Du hast auch eine Nachricht von… Cocoa bekommen.“

„Hey, es tut mir leid… ich muss es ausversehen angeschaltet haben, als ich meine Jeans aufgehoben habe… und sie rufen mich nie an, bevor er nicht Nacht ist… Hatte nicht vor dich aufzuwecken…“ Dachte er wirklich, ich war deswegen so gereizt? Er drückte seine Zigarette aus und legte sich neben mich, schob beide Hände unter das Kissen unter seinem Kopf.

„Wie viele von diesen Mädchen denken wirklich, dass du dich für sie interessierst?“

„Wer weiß? Mädchen sind heutzutage so leicht zu bekommen.“

„Verstehe.“ Ich starrte ihn immer noch böse an, aber natürlich sah er das in der Dunkelheit nicht. „Waren das alleine deine Freundinnen?“

„Freundinnen? Ne, auf keinen Fall.“ Er zuckte die Schultern. „Mit den meisten habe ich nur hin und wieder zwischen den Jobs rumgevögelt. Ich habe versucht es nicht zu ernst werden zu lassen, da sie sonst zu anhänglich werden und abhängen wollen.“

„Du hast jeder von ihnen deine Nummer zu geben?“

„Man, ich habe vergessen, dass ich dieses Handy überhaupt hatte. Ich habe es vor Ewigkeiten in die Tasche der Hose gesteckt, habe es gedacht ich hätte es für was anderes benutzt, aber es ist mir aus dem Sinn gekommen.“ Er seufzte. „“Es war einfach die Nummer zu dem Handy rauszugeben, als ihrem Gejammer zuzuhören, warum ich ihre Nummer nicht wollte. Ich hatte von Anfang an geplant das Handy zu schrotten.

„So ist es einfacher sie alle abzuservieren, was?“

Er schaute zu mir rüber. „Ja, im Grunde…“ Er blinzelte. „Sag mir nicht, dass du damit ein Problem hast. Mädchen waren nie wirklich… deine Lieblingsmenschen.“

Definitiv wahr, aber das war nicht der Punkt. Eigentlich war ich nicht sicher, was mein Punkt war. „Egal. Halt einfach die Klappe. Ich bin deine Stimme leid.“

Er drehte sich um und legte seine Arme um mich. „Hey… Hey, warte, du bist nicht eifersüchtig, oder?“

„Was?“, fragte ich, „Warum sollte ich auf einen Haufen hirnloser Schlampen eifersüchtig sein, die du nicht einmal magst?“ Ich drückte seinen Arm weg.

„Du klingst aber ziemlich verteidigend.“

„Nun, das bildest du dir ein.“

„Hmm… wirklich?“ Er lehnte sich weiter über mich, rieb mit seiner Hand über meine bloße Brust, was dort die Muskeln gegen meinen Willen spannen ließ. „Du meinst es stört dich nicht, dass ich andere Menschen gefickt habe, während du es nicht getan hast?“

Dieses Mal schob ich ihn härter weg. „Versuchst du mich wütend zu machen?!“

„Nein, ich versuche dich dazu zubringen zuzugeben, dass du eifersüchtig bist. Egal ob meine früheren Freundinnen anrufen oder ich Frauen erwähne, wirst du sauer.“ Er packte die Hand, mit der ich ihn weggeschoben hatte und lehnte sich wieder näher zu mir. „Du weißt, dass ich recht habe“, bestand er mit einem schiefen Grinsen.

„Jetzt bildest du dir Dinge ein! Halt einfach endlich die Schnauze!“

„Komm schon, Mello… Gib schon zu, dass du mich nur für dich haben willst.“

Ich kochte einfach über. „Da gibt es nicht zuzugeben! Du bist mein Werkzeug, mein Hund – du bist bereits mein Eigentum! Ich habe keinen Grund eifersüchtig zu sein, selbst wenn ich es wäre, was ich nicht bin!“ Ich holte Luft und drehte mein Gesicht weg, wusste nicht, warum ich diese Dinge genau ins Gesicht gesagt hatte.

„… Dein Hund, was?“ Er begann über die Seite meines Halses, die zu ihm zeigte – die vernarbte -, zu küssen und zu lecken. „Damit kann ich leben…“ Er küsste sich über mein Ohr in meine Haare, atmete heiß durch seinen Mund. „Bin ich ein guter Hund… oder ein böser?“

Ich knurrte ihn an, war verlockt ihn von mir zu stoßen, aber auch ihn weitermachen zu lassen, sehr zu meiner Überraschung. „Solange du dem Befehl deines Herrchen folge leistest, bekommst du keine Prügel. Das ist alles was du wissen musst.“

„Dann befehle was, Herrchen. Ich werde nicht zu festbeißen.“

Ich seufzte und rollte mit den Augen. „Idiot.“

Er kicherte. „Also, wenn ich ein Hund bin… wie wär’s, wenn ich dann anfange mich wie einer zu benehmen?“ Ich wusste was er meinte, noch bevor er mich im Schritt berührte. Der Reißverschluss wurde aufgemacht und seine Hand steckte in meiner Hose, noch bevor ich ein Wort dazu sagen konnte.

„Scheiße…!“ Mein Körper spannte sich sofort von Kopf bis Fuß an und dieser stumpfsinnige Teil von mir erwachte zum Leben und drohte komplette Hingabe.

„Na komm, entspann dich und lass los. Gott, es ist wie Zähne ziehen dich geil zu machen.“ Seine Hand bewegte sich schneller und sein Mund glitt über meinen Nacken und seine Zunge begann über das vernarbte Fleisch zu lecken. Ich krallte meine Finger in die Laken, presste die Zähne zusammen, um meinen schneller werdenden Atem zu unterdrücken. „Nur, weil ich ein Hund bin, bedeutet das nicht, dass du mich zum Betteln bringst, Mello.“ Das Tempo seiner Hand wurde noch schneller, baute den Druck in mir auf, bis sich mein Rücken durchbog und meine Zehen sich anzogen. Mit einem wackligen Stöhnen kam ich in seiner Hand, erschlaffte danach, aber er hatte offenbar gerade erst angefangen.

Er hob mich an den Achseln hoch und beförderte mich auf Hände und Knie und zog mir die Hose so grob runter, dass einige seiner Nägel mit einem leichten Schmerz über meine Hüfte kratzten. Seine Hand, die nass wegen mir war, berührte mein Hinterteil, bis er einen Finger einführte, in mir herumtastete und bald darauf den nächsten einführte.

„Wie ist das?“, wisperte er.

„… Gut“, blaffte ich, kämpfte mit dem seltsamen und doch schauderverursachenden Bewegungen seiner starken Finger.

„Bist du bereit?“

„Hör auf zu fragen.“

„Dann geht’s jetzt los.“ Ich packte gerade noch rechtzeitig das Kissen, um mich zu wappnen, bevor er mir seine Finger entzog und in mich eindrang, mich in dem ironischsten Weg fickte, sicher nur um unmöglich zu sein.

„Halt die Klappe…!“

„Du weißt, wenn du es mir nicht sagst… werde ich es einfach nachholen“, murmelte er kichernd ohne aufzuhören.

„Verdammt, hör auf zu reden!“, knurrte ich barsch zwischen den Zähnen hindurch.

„Soll ich stattdessen anfangen zu bellen?“, kicherte er rau an meinen Hinterkopf, stieß heftig zu, bis er kam und sich seine Flüssigkeit heiß in mir verteilte. Wir brachen zusammen, über und über mit Schweiß bedeckt. Die Klimaanlage kühlte jeden Tropfen beinahe sofort, bedeckte mich mit einer klammen Schicht.

Mit einem entspannten Ausatmen setzte er sich auf und griff sofort nach dem Päckchen Zigaretten. Er steckte sich eine in den Mund und suchte nach einem Feuerzeug, während er sich zurücksetzte und schwang die Beine über die Bettkante.

„Fuck“, grummelte ich, jetzt außer mir vor Wut.

„Was? Bist du nicht gekommen?“, fragte er dümmlich.

„Du hast mir nicht wirklich die Gelegenheit dazu gegeben, du Bastard.“

„Oh, sorry… Ich kann manchmal immer noch nicht glauben, wie dein eng dein Arsch ist. Ich habe mich davontreiben lassen.“

„Ich brauche keine Erklärung!“, brüllte ich und zog mir die Hose ganz aus. Ich packte seine Schultern und schwang mein Bein über ihn, um rittlings auf ihm zu sitzen. Mit dem Handrücken schlug ich das Zigarettenpäckchen weg und dann die in seinem Mund. Mit derselben Hand zwang ich seine Hand auf meine geschwollene Erektion. „Halt die Klappe und kümmere dich drum!“

Mit einem Grinsen schaute er zu mir hoch. „Richtig, Boss… oder soll ich Herrchen sagen?“

„Ich hasse dich!“, blaffte ich und versuchte nicht sichtbar zusammenzuzucken, als er seine Hand um mich schloss.

„Quatsch, du hasst mich nicht…“ Er holte mir einen runter, erhitzte meinen Körper schnell, bevor er wieder in mich eindrang und dieses Mal ritt ich ihn in meinem Tempo. Ihn schien es nicht zu stören und bewegte mich in seinem Schoß gerad so viel, um seine eigene Befriedigung sicherzustellen. Er hatte eine Hand an meinem Penis und die andere umklammerte meine Taille, um mir bei den Bewegungen zu helfen. Er lehnte sich vor, küsste sich hin und wieder fast abwesend über meine Brust und erneuerte meinen Schweiß mit der schieren Hitze seines Atems. Meine Hände wanderten unkontrolliert über seine Arme und den Hals, versuchten sich an etwas festzuhalten und legten sich schließlich an seinen Hinterkopf. Meine Finger gruben sich in seinen Skalp und ich fühlte die Ohrringe sin seinem rechten Ohr mit meinem Daumen. Ich fuhr sie einmal nach.

Nachdem wir uns eine Weile gegeneinander bewegt hatten, fiel er zurück auf das Bett und glitt mit seiner Hand von meiner Taille zu meinem Arsch. „Matt“, begann ich, aber stieß seine Hüften nur weiter nach oben, ermutigte mich, also machte ich weiter, bis wir beide kamen, klammerten uns mit einem Stöhnen der Erleichterung aneinander. Ich sank auf seine Brust, hielt mich mit den Händen an seinen Schultern aufrecht und versuchte wieder zu Atem zu kommen.

„Sagte ich doch… du hasst mich nicht“, bemerkte er und packte meinen Arsch jetzt mit beiden Händen. Er wagte es sogar ein bisschen zuzudrücken. „Und auch dein enger Arsch tut das nicht“, kommentierte er.

„Hände weg!“, blaffte ich und riss sie an seinen Handgelenken weg. Er kam dem mit einen Schulterzucken nach und ich knurrte, kletterte von ihm runter und stellte mich auf die Füße. Ich taumelte beinahe, blieb aber stehen und hob mein Handy auf, um auf die Uhr zu gucken, es war fast zwanzig Uhr. „Light hat heute Abend vermutlich wieder ein Treffen mit Takada“, dachte ich laut, mein Kopf klärte sich wesentlich. Er schien wirklich ein perfektes Mittel zum Stressabbauen zu sein… was nur fair war, da er die Mehrheit dieses Stresses selbst verursachte. „Wir müssen ein Auge auf die Nachrichten behalten und schauen, was sich entwickelte. Ohne Zweifel findet er einen Weg ihr Befehle zu geben, selbst unter Bewachung… Wenn sie in Kontakt mit Kiras Stellvertreter steht… benutzt er sie als eine Brücke zwischen ihnen. Das wird immer kniffliger.“

Matt stand hinter mir auf und streckte die Arme, ließ sein Schultergelenk knacken. „Spaß“, sagte er.

Ich schüttelte den Kopf. „Ich geh duschen“, sagte ich ihm und begann meine Klamotten zusammenzusuchen.

„Ich werde mit dir duschen. Spart Zeit.“

Ich starrte ihn an. „Nein, wirst du nicht.“

„Warum nicht? Ist nicht schlimmer als mich wie Cowgirl im Bett zu reiten.“

„Halt die Klappe! Ich mag den Gedanken überhaupt nicht, dass du mich nackt siehst, also sind Duschen gestrichen! Warte einfach, bis ich fertig bin!“

„Du bist lahm.“

„Deine Definition von Spaß ist absurd“, sagte ich und verschwand dann im Badezimmer, knallte die Tür zu und verschloss sie, nur um mein Ego zu befriedigen. Ich duschte mich gründlich ab, trocknete mich dann ab und zog mich an. Ich legte mir den Rosenkranz wieder um den Hals, bevor ich meine Haare vor dem Spiegel kämmte und die Zähne putzte, um den rauchigen, muffigen Geschmack loszuwerden. Als ich das Wohnzimmer kam, sah ich, wie er auf seiner GameCube spielte. Er hatte sich eine Jeans übergeworfen und rauchte eine Zigarette. „Ich habe genug Zeit, um zum Teito Hotel zu fahren und z schauen, ob es Änderungen in Lights Treffen mit Takada gibt.“

„Soll ich irgendwas machen?“

„… Wenn ich nur wüsste, über was Light und Takada reden…“

„Ich könnte mich reinschleichen, wenn du willst“, bemerkte er und pausierte sein Spiel, „Oder ich könnte einen Weg finden eine Wanze an ihr anzubringen. Kira weiß nicht wie ich aussehe.“

Ich überlegte. Vielleicht, wenn ich Matt als einen Fan ausgebe und so auf Takada zugehen lasse… Vielleicht konnte er unauffällig auf ein Autogramm bestehen und eine Wanze an ihren Ärmel anbringen… Ich konnte darauf vertrauen, dass er listig damit war und es stimmte, dass er in der Öffentlichkeit sicherer war als ich…

Er beobachtete mich, wartete. Ich schüttelte meinen Kopf.

„Nein, entschied ich, „Nein, das kann ich nicht riskieren. Wenn Light die Wanze an ihr entdeckt… verstärken sie nur ihren Schutz und dann wäre es unmöglich weitere Informationen zu sammeln… Du kannst nicht jeden, der Kira nahesteht, provozieren… Ich bin zu nah dran, um jetzt einen Fehler zu machen… Ein falscher Schritt und du bist tot und dann bin ich der Nächste.“

„Ok, Mello. Was immer du brauchst. Ich kann es über ein paar Hackerseiten versuchen, wenn du willst. Ich kann meine Verbindungen prüfen, schauen, ob irgendjemand was gehört hat…“

„Gut. Tu das, während ich weg bin.“

„Ok.“



+++++



December 9, 2009
8:38 p.m.

Ich wartete mit einem Fernglas in einer Gasse einen Block vom Teito Hotel entfernt. Aizawa war gerade gegangen, wahrscheinlich nachdem er zusammen mit Light die Überwachung aufgebaut hatte. Takada fuhr um Punkt einundzwanzig Uhr mit ihren Bodyguards vor. Sie stieg aus dem Auto und eilte beinahe aufgeregt durch die Tür. Ich beobachtete und wartete eine Stunde verging, ohne, dass sich etwas tat.

Ich entschied mich mit Halle Kontakt aufzunehmen, solange ich ein paar Minuten hatte. Ganz klar hatte Near herausgefunden, dass er wieder nach Japan gehen musste, um seine Ermittlungen zu beenden. Es wäre gut zu wissen, wann und wo er sein Hauptquartier aufstellte. Ich wählte ihre Nummer und wartete und sie hob nach dem zweiten Klingeln ab.

„Hi, Mello“, sagte sie, daher wusste ich, dass sie alleine war, „Es ist schon eine Weile her.“

„Wo bist du?“

„In meinem neuen Apartment in Tokio“, sagte sie, Near hat und das SPK-Hauptquartier nach Japan umsiedeln lassen, um Kira effektiver weiterverfolgen zu können.“

Ich wusste es. „Wann bist du in Japan angekommen?“

„Gerade heute.“

Gut. Er war mir nicht weit voraus. „Gib mir die Adresse“, sagte ich. Sie tat es.

„Willst du wissen, wo mein Apartment ist?“

„… Gut, nur für den Fall.“ Auch die gab sie mir. „Seid ihr schon weitergekommen? Irgendwelche Verdächtigen? Ich weiß einer NPA-Mitglieder ist bereitwillig zu euch gekommen, also muss er etwas preisgegeben haben.“

„Nun… er und den Hauptverdächtigen des wahren Ls beschrieben.“

„Hat er das?“ Schlussfolgerungen von L, dem wahren L?! „Sag mir alles was er erzählt hat, jetzt.“

„Er sagte der wahre L hatte einen Verdächtigen für fünfzig Tage eingesperrt und während er in Gefangenschaft war, ist das Töten weitergegangen. L wurde von der Taskforce in die Ecke gedrängt und hat Soichiro Yagami den Verdächtigen sowie Misa Amane in einem Auto ins Nirgendwo fahren lassen. Er sagte er würde Kira umbringen und dann sich selbst und bedrohte den Verdächtigen mit einer Waffe. Er schoss, doch es waren nur Platzpatronen. L schlussfolgerte, dass Kira Yagami umgebracht hätte, um sich selbst zu schützen. Als er es also nicht tat, war er sauber. Es war ihm dann gestattet bei L zu bleiben und helfen durfte den Fall zu lösen und sie fanden einen weiteren Kira, den sie einsperrten, jemand namens Higuchi, aber er starb kurz nach der Festnahme. Das war alles, was wir rausgefunden haben.“

Natürlich! Jetzt war alles klar! Wen sonst würde Yagami bedrohen Kira zu töten und dann sich selbst, außer wenn sein eigener Sohn Kira war? Light muss sein Death Note an diesen Higuchi weitergegeben haben, um die Erinnerungen zu verlieren und so unschuldig zu wirken. Er muss gewusst haben, dass L ihn in der Nähe behalten würde. Als sie also diesen neuen Kira aufgespürt hatten, muss er das Death Note wieder in seine Finger bekommen und die Erinnerung zurückerlangt haben – dann hatte er Higuchi umgebracht, um sie zu behalten. Es passte alles zusammen mit dem, was ich über das Mordnotizbuch wusste.

Jetzt hatte ich absolute Gewissheit: Light ist Kira und L wusste es auch… er konnte es nur nicht beweisen, aber ich werde das.

„Also weiß Near wer Kira ist?“, fragte ich.

„Er hat einen Verdächtigen.“ Nein, sie deckte das kleine Balg. Er wusste es. Wenn Near ein Gefühl hatte, wusste er es. Wir waren wieder Kopf an Kopf im Rennen. „Ich denke nicht ich kann dir sagen, wer es ist.“

„Egal. Ich finde es selbst heraus.“

„Ich dachte du würdest das sagen… Du bist also auch in Japan, oder?“

„… Wirst du es Near sagen?“

„Nein, werde ich nicht, aber er wird es bald herausfinden.“

„Ich weiß.“ Ich schaute zur Front des Hotels, aber die schwarzen Autos standen immer noch da.

„Bist du heute Abend beschäftigt?“, fragte sie.

„Ich bin immer beschäftigt.“

„Würdest du mit mir Essen gehen? Wir können drinnen bleiben, damit du nicht gesehen wirst.“

„Du gehst zu weit, Halle.“

Ich legte auf und stopfte das Handy sofort in meine Tasche. Ich konnte nicht glauben, dass sie irgendwie immer noch in mich vernarrt war, auch nach allem. Und diese Takada Frau betete Kira offen im nationalen Fernsehen an. Nicht zu erwähnen Amanes blinde Hingabe. Frauen waren verwirrend. Ich verstand nicht, wie Matt sich so von ihnen angezogen fühlen konnte – so hirnlos und geschmacklos wie sie waren. Ich konnte nicht glauben, dass er die Geduld hatte sie zu ertragen, aber ich schätze er war gut darin, Dinge, die ihn nicht interessierten, zu übersehen. Wie sich mit ihnen zu unterhalten. Für ihn waren sie nur laufende Sexpuppen, keine potentiellen Gefährtinnen. Er hatte kein Bedarf für sie außer im Schlafzimmer. Sein größter Fehler war immer seine Unfähigkeit sich zu konzentrieren, selbst jetzt.



+++++



December 9, 2009
9:39 p.m.

Ungefähr eine Stunde später Takada rauskam, war sie nervös und angespannt, was nicht ihrem normalen Benehmen bestand. Dieses Treffen war kürzer als die vorherigen zwei gewesen. Nachdem sie verschwunden war, erschien Light mit einem verzerrten Grinsen, das ich zu gut kannte. Er hatte bei diesem Treffen etwas im Schilde geführt und es auch erreicht, auf die Kosten der Behaglichkeit der Frau. Wenn ich nur wüsste, über was sie da redeten… aber es brachte nichts, über das Unmögliche nachzugrübeln. Ich musste mich auf das konzentrieren, was ich erreichen konnte, besonders jetzt, wo ich wusste, dass Near und ich im Rennen gleichauf waren. Mit nur der kleinsten, neuen Entwicklung, konnte ich nach vorne ziehen.

Ich fuhr zurück zum Apartment, fand ihn auf der Couch mit einem Laptop auf dem Schoß und einem Handtuch um den Hals hängend vor. Er trug neue Jeans, aber kein Shirt und seine Brille lag neben einer geöffneten Sodadose auf dem Kaffeetisch. Er muss sich in seinem Hacken verloren haben, nachdem er geduscht hatte und vergessen den Prozess zu beenden, wie er es so oft tat. Ich zog mir die Jacke aus und ging hinter die Couch und schaute über seine Schulter, was er da tat.

„Was ist los, Boss?“, fragte er weitertippend.

„Hast du was herausgefunden?“ Seine Haare waren noch leicht feucht und er roch angenehm. Eine Zigarette klemmte zwischen seinen Lippen, also würde das nicht mehr lange anhalten.

„Vielleicht“, antwortete er. Er klickte mit dem Cursor herum und machte ein Fenster aus. „Ich habe etwas nachgeforscht und habe einige Fotos von Takada aus dem Kollege gefunden“, erklärte er, „Sie wurden von jeder Seite entfernt, an die die japanische Regierung drankommen konnte, da sie wohl eine Gottheit für die Kira-Verehrer geworden ist. Ihre Fans sind verrückt loyal und keine Beschimpfung gegen sie ist erlaubt. Selbst unhöfliche Blogs sind eingestellt belastet worden. Möge Gott dir helfen, wenn du einen hässlichen Kommentar über sie auf der NHN Webpage schreibst.“ Er klickte auf einen Ordner und zeigte mir ein paar Bilder von Takada, offensichtlich ein paar Jahre jünger, und sie saß essend auf einer Bank in der Universität. Ein anderes zeigte sie mit ihren Schulbüchern laufend und ein weiteres, wie sie mit ihren Freundinnen unter einem Baum sprach.

„Wie soll mir das helfen, Matt?“, fragte ich.

„Sieh dir dass an“, sagte er und klickte auf ein Foto, auf dem sie dicht gedrängt an einen Mann lief. Es war zu unscharf, um genaueres zu erkennen. „Warte.“ Er zoomte auf das Gesicht des Jungen und passte das Bild an und radierte die Pixel aus, bis sich eine vertraute Form abbildete.

„Das ist Light Yagami“, keuchte ich.

„Bingo. Sieht so aus, als hätten er die Takada in der Uni gedatet – auch wenn Boulevardzeitungen schreiben, dass Misa Amane zur selben Zeit jemanden namens Light gedatet hat. Scheint ein Liebesdreieck zu sein.“

„Gott, diese dämlichen Frauen! Sie würden für ihn durch brennende Reifen springen, diese hirnlosen Trottel!“

„Vielleicht hat er es einfach nur drauf“, bemerkte Matt, „Wie ich.“

Ich schnaubte. „Zumindest bestätigt das einige Dinge. Light konnte einfach private Treffen mit ihr arrangieren, obwohl sie eine Prominente ist und das nur, weil er sie früher gedatet hat… Sie standen bereits in Verbindung zueinander, bevor das ganze angefangen hatte…“

„Aber ich dachte du hast gesagt, Light könnte nicht mit seinem Stellvertreter kommunizieren, wieso also hat dieser Kerl sie ausgewählt?“

„Sie war schon eine berühmte Pressesprecherin“, dachte ich laut, „Dieser Stellvertreter muss in einer Position sein, um mit Menschen zu sprechen, die in den Nachrichten arbeiten. Zweifellos ist er ein eifriger Kira-Verehrer ist, aber er muss auch sehr intelligent sein. Er hat sie vermutlich auf Grund ihrer Kira-Verehrung ausgesucht… und er hat damit eine Frau ausgewählt, die bereits mit Kira bekannt war…“

„Kira hat auf jeden Fall unglaubliches Glück auf seiner Seite.“

„Unglücklicherweise ja. Aber ich schließe auf und er verliert seinen Vorteil.“

„Ja.“ Er schloss das Fenster.

„Hast du sonst noch was gefunden?“

„Nicht wirklich. Einige Gerüchte… nichts Festes.“

Ich seufzte. „Ok. Ich muss über meinen nächsten Schritt nachdenken. Es gibt nicht viel, was ich machen kann, ohne Kira über meine Anwesenheit zu informieren. Er darf nicht wissen, dass ich hier bin.“

„Und wenn er das bereits annimmt?“

„Ich bin sicher das tut er, aber er hat keine Beweise. Solange wir und bedeckt halten, sind wir in Sicherheit, bis ich einen Plan habe. Er sucht uns nicht aktiv und sein Fokus liegt sowieso auf Near, da dieses Balg ihn provoziert. Ich sollte genug Freiraumhaben, solange wir nicht auf Grund einer großen Szene auffliegen.“

„Dann sollten wir von nun an keine hektischen Bewegungen mehr machen, was?“

„Das ist richtig.“

„Nun, zumindest du. Kira weiß immer noch nicht, dass ich existiere.“ Er stand auf und rubbelte sich mit dem Handtuch über die Haare, bevor er es über die Couch warf. „Vielleicht ist es eine gute Sache, dass sich niemand an die Nummer Drei erinnert.“ Er strich sich mit den Fingern durch die Haare, versuchte es etwas zu glätten, bemühte sich aber nie, soweit ich wusste, es richtig zu kämmen. Da war er wie L: so viel weniger seines Aussehens bewusst als ich. Er kramte nach einem langärmligen Streifenshirt, dieses war rot und grau. Er setzte sich die Brille über die Augen und stieg anschließend in seine Stiefel. „Ich bin am Verhungern. Ich hole was zu Essen. Was willst du?“ Er zog sich die Handschuhe an und verstaute sein Portmonee in seiner Jeans.

Ich dachte darüber nach. „Alles ist gut, aber versuch etwas zu finden, was dem menschlichen Verzehr gerecht wird. Wenn du mit einem armvoll Junkfood wiederkommst, schläfst du im Flur.“

Er blies die Luft durch die Zähne durch. „Japaner haben überhaupt kein Junkfood, Mello. Ihre ganzen Süßigkeiten und Snacks sind aus Rettich und Reis und so was gemacht.“

„Das ist eine falschinformierte Generalisierung, aber trotzdem, bring was mit, das uns zu Gute kommt, klar?“

„Gut… Ich muss aber Tintenfisch ablehnen.“ Er warf sich die Weste über und machte sie bis zu seinem Kinn zu. Er schob sich das orangene Handy in die Tasche, schnappte sich die Autoschlüssel und eine Soda, die er auf dem Weg nach draußen austrank.

Ich setzte mich vor den Computer und durchsuchte das Netz, während ich den lokalen Abendnachrichten lauschte. Kira hier, Kira da, die Kriminalitätsrate sank, mehr Länder verpfänden sich einer Allianz mit Kira… Meine üblichen Internetseiten waren auch immer dasselbe. Es machte keinen Sinn mehr sie zu kontrollieren, schätze ich. Es waren erst fünfzehn Minuten und Matt rief mich an.

„Was ist los?“, fragte ich.

„Ich wollte mir gerade was zum Mitnehmen bestellen und einer Taskforce steht ein paar Leute vor mir in der Reihe“, sagte er.

„Was?! Wo bist du?“

„Draußen im Auto. Ich bin geblieben, bis er gegangen ist. Es war Die und er hat Essen für alle im Hauptquartier mitgenommen und ich habe eine Unterhaltung belauscht, die er am Telefon geführt hat.“

„Was hat er gesagt?“

„Es klag, als hätte er mit Aizawa gesprochen, da sie Expartner sind. Er sagte wie verdächtig die Gespräche von Light und Takada wären, als würden sie eine Sache sagen, aber etwas komplett anderes meinen, aber sie können nicht herausfinden warum. Aizawa und er verdächtigen auf jeden Fall Light, wenn es kein anderer aus der Taskforce tut.“

„Also arbeiten Die und Aizawa zusammen, um Light zu prüfen.“

„Ja und er erwähnte wie frustrierend es für Light sei, so verdächtigt zu sein, gleichzeitig aber auch so unschuldig. Er sagte, dass Light sogar wüsste, dass sie ihn beobachteten und es ihn nicht kümmerte.“

„Kein Wunder, dass dieses Kind L überboten hat…“, dachte ich laut, „Er ist ein Genie darin Menschen in die Ecke zu drängen und seinen eigenen Arsch zu retten. L war vermutlich so nah dran ihn zu entlarven, aber der Druck der Taskforce hat ihm die Hände gebunden. Da alle von ihnen Polozisten sind, konnte L nicht so frei arbeiten, wie er es gewollt hätte – es müssen. Sie hatten ihn wahrscheinlich an den Punkt gezwungen, wo er genau vor der Wahrheit gehangen hatte und nicht in der Lage den letzten Schritt zu machen.“ Ich schnaubte. „Verdammt… Und jetzt haben sie sich dazu entschieden diesen kleinen Bastard wieder zu überprüfen… Wenn sie damals auf L gehört hätten… würde Light Yagami jetzt im Todestrakt sitzen.“

„… Und L wäre immer noch am Leben.“

„Sehr wahrscheinlich.“

„Also ist die Taskforce genauso schuld an Ls Tod wie Light.“

„Ja.“ Ich schnaubte wieder. „Es macht mich echt wütend zu wissen, dass L sie um Hilfe gebeten hatte und sie ihn nicht so arbeiten haben lassen, wie er es wollte. Genauso muss es gewesen sein, mit ihrem Bestehen auf legalen Moralitäten. Selbst jetzt…“

„Ja. Die hat erwähnt, dass er L nie vertraut hat, aber es schien, als hätte er doch richtig gelegen. Er und Aizawa sind sich relativ sicher, dass Light Kira ist, aber genau wie wir haben sie keinen Beweis.“

„Wir alle drei – Near, die Taskforce und du und ich – wir sind alle gehemmt. Ohne Beweise, ohne weltweiter Aufdeckung, wird sein Tod ihn nur zu einem Märtyrer machen.“

„Ja, genau wie L.“

„Ja.“

„Das will ich ganz sicher nicht.“ Einige Momente sagte wir nichts. „Naja, ich komme jetzt zurück. Das Essen wird sonst kalt.“

„Ok, Matt. Bist du sicher, dass Die dich nicht gesehen hat?“

„Er hat mich vielleicht nur flüchtig gesehen, aber ich habe nichts Verdächtiges getan.“

„Der Fakt, dass du ein kaukasischer Rotschopf bist, der mit einem American Muscle Car durch Tokio fährt, ist genug!“

„Er hat mir nicht einmal einen zweiten Blick zugeworfen, ich schwöre. Er war mehr auf seine Unterhaltung am Handy konzentriert.“

„Solange du dir da sicher bist.“

„Keine Panik. Bin bald zurück.“ Er legte auf und kam dann fünfzehn Minuten später durch die Tür geschritten. „Hey“, grüßte er durch die Zigarette zwischen seinen Lippen, „Ich habe Teriyaki Steak mit Reis und Misosuppe.“ Er stellte die große Essenstüte auf die Küchentheke. „Ich habe ach heißen Sake mitgebracht“, informierte er mich mit einem Grinsen.

Ich rollte mit den Augen. „Du trinkst zu viel.“

„Nein, wenn ich die ganze Zeit betrunken wäre, dann würde ich zu viel trinken. Hast du mich je betrunken erlebt?“

„… Nein“, gab ich zu.

„Siehst du?“

„Es vergiftet nur deine Leber und deine Gehirnzellen“, sagte ich fest, „und von denen hast du nicht genug, um sie zu verlieren.“ Er seufzte und blies den Rauch zwischen seinen Lippen aus. Ich ging auf ihn zu, schnappte sie mir aus seinem Mund und drückte sie in der Spüle aus. „Und lass mich gar nicht erst von diesen ekligen Dingern anfangen.“

„Jesus, Mello, egal was ich mache, es ist nie gut genug“, begann er und lehnte sich dann zu mir, presste mich mit dem Arsch gegen die Spüle, „außer es ist im Bett.“ Er beugte sich vor, als wollte er mich küssen.

Ich atmete genervt aus und schob ihn weg. „Und hör damit auf, du schwanzgesteuerter Bastard.“ Ich ging an ihm vorbei und begann das Essen auszupacken. „Ich habe eine Weile nichts mehr gegessen und meinen Körper zu pflegen kommt zuerst.“

Das kalte Leder seiner Handschuhe packten an meine nackte Taille. „Ich könnte deinen Körper zu Genüge pflegen“, sagte er und kicherte dann.

Ich schätze das hatte ich mir selbst zuzuschreiben, sehr zu meinem Missfallen. „Ich bin nicht in der Stimmung für die Scheiße, Matt“, knurrte ich und stieß ihm grob meinen Ellenbogen zwischen die Rippen. Mit einem Grunzen ließ er mich los und ich nahm eine Box mit Steak und Reis und hölzerne Essstäbchen in eine Hand und die Misosuppe und einen Plastiklöffel die andere. Ich setzte mich auf das Sofa und stellte mein Essen auf dem Kaffeetisch ab und er machte es mir gleich nach. Er brachte zwei Schälchen mit und goss uns ein bisschen Sake ein. Ich schaute ihn böse an, aber er hob nur seine Schale, prostete mir mit einem kleinen Grinsen zu und trank. Ich nippte an meinem zwischen den Bissen.

Zusammen aßen wir in Stille und mir viel auf, dass es wohl das erste Mal, dass wir das taten. Ich war geschockt, als mehr und mehr Zeit verstrich und er den Fernseher nicht wieder anschaltete. Ich entschied mich das nicht zu erwähnen und aß in Ruhe weiter, genoss diese seltene Gelegenheit.

„Wie schmeckt es?“, fragte er.

„Gut.“

„Also… Hast du schon über unseren nächsten Schritt nachgedacht?“

„Nein, noch nicht. Near steht am Rand einen großen Schritt zu tun, das weiß ich. Sobald ich weiß, was es ist… plane ich von da aus weiter und dann passe ich das meiner eigenen Strategie an. Ich werde über ihn steigen, um die Ziellinie zu überqueren.“

„Stell sicher, dass du ihm ein bisschen auf dem Kopf herumtrittst“, bemerkte Matt und stopfte sich den Mund weiter voll.

Auf seinen Kommentar hin lächelte ich trocken und fuhr mit dem Essen fort. Etwas von vorhin kam mir plötzlich wieder in den Sinn. Ich war ziemlich abgelenkt worden, aber jetzt in der freien Zeit, war es mir wieder eingefallen. Ich mochte keine offenen Fragen. „Matt.“

„Ja?“, nuschelte er mit vollem Mund.

„Vorhin haben du und ein paar der Mädchen, die angerufen haben, einen Club erwähnt. Was für ein Club?“

Er kaute und schluckte. „Als wir das erste Mal nach Kalifornien gezogen sind, noch bevor du ein Mitglied der Mafia warst, habe ich manchmal in diesem Hackerclub gearbeitet… Ich bin da hin und wieder mal hingegangen, nachdem du beigetreten bist… da du zu der Zeit monatelang nicht mehr nach Hause kamst. Ich war echt gelangweilt.“

„Hackerclub?“

„Ja, es ist… eine Front für Profihacker. Für jeden anderen sieht es wie ein normaler Cyberclub aus, aber für jeden mit genug Geld, wird es zu einem Ort, wo man Informationen unter dem Tisch bekam. Große Leute aus aller Welt kamen. Anwälte, Politiker, Drogenbosse… was auch immer. Du musstest du das Geld geben und ein Hacker findet heraus, was du brauchst, ganz unkompliziert. Dann kann der Kunde damit anfangen, was er will… normalerweise für Erpressung du sowas.“ Er stopfte sich mehr Essen in den Mund. „Ich habe dort eine Menge schnelles Geld gemacht und es gab nie einen Mangel an Mädchen… also bin ich da eine Weile geblieben.“

„Ich dachte ich hatte dir gesagt unentdeckt zu bleiben, während wir in L.A. waren.“

„Das habe ich. Der Club war total anonym und ich habe mir Pseudonym überlegt. Nur diese Flittchen haben mein Gesicht gesehen und normalerweise war es da immer dunkel.“ Er zuckte die Schultern. „Da ging so viel vor sich, dass es schwer war zu sagen, was abging.“ Diese Gauner hätten nicht einmal ihre eigenen Mütter erkannt, wenn sie vor ihn gestanden hätten.“ Er trank einen Schluck. „Keine Sorge, Mello, ich habe sichergestellt, dass alles gut ist, bevor ich eingestiegen bin.“

„Ich hätte es dennoch vorgezogen, wenn du untergetaucht geblieben wärst.“

„Ja, ich weiß, aber für eine Weile wäre ich echt fast verrückt geworden. Es war nur ich, habe in unserem Apartment herumgesessen mit nichts zu hacken und keinem zum Reden. Du hast du alle paar Wochen angerufen und mir nur Updates gegeben. Es wurde zum Sterben langweilig. Ich musste einfach mal raus.“

Ich überlegte während wir aßen. Ich hatte nie darüber nachgedacht, wie lange ich ihn in den letzten zwei Jahren alleine gelassen hatte, in denen ich ein Mitglied der Mafia war. Ich hatte nie gefragt, wie er sich damit fühlte. Ich hatte nur angerufen, um ihm Informationen oder Befehle zu geben. Kein Wunder, dass er rausgegangen ist und eine Arbeit und Gesellschaft gesucht hat. Er war nicht wie ich; er konnte nicht ausschließlich für einen Antrieb leben, für einen Fokus. Er brauchte normalere Dinge, um klarzukommen. Menschlichere Dinge. Den Rest der Nacht sagten wir nichts mehr.
Review schreiben