Never one without the other

von Default
GeschichteDrama, Romanze / P18
30.12.2018
19.05.2019
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Als Angela am nächsten Morgen erwachte lag sie in ihrem Bett. Diese Tatsache ließ sie auch gleich hochschrecken, wobei sie ihren Ellenbogen unbewusst in Gabriels Magen stützte. Der Hochgewachsene riss die Augen auf und gab ein ersticktes Geräusch von sich. Seine Augen lagen verschlafen auf der Blonden, die gerade ihr Gewicht von ihm nahm und ihre Augen erwiderten seinen Blick. „Hast du mich etwa getragen?“, kam es von der Ärztin und er konnte ihre Tonlage nicht so ganz einordnen. Es wirkte weder sauer, noch irgendwie entrüstet oder gar müde. Gabriel grunzte nur müde und schloss dann die Augen wieder, wobei er sich auf die Seite drehte.

Nur noch 5 Minuten länger, dachte er sich und sog die Luft ein, als Angela seine Decke anhob und ihm einen Schlag mit der flachen Hand auf den Hintern gab. Die kühle Luft ärgerte ihn mehr, als die Tatsache dass Angela ihm einen Klapps verpasst hatte. Langsam öffnete er die Augen und drehte sich über die Schulter hinweg zu seinem blonden Engel herum. „Willst du mich etwa herausfordern?“, fragte er leise und mit kratziger Morgenstimme. Er streckte den Arm nach ihr aus und zog sie zu sich, nur um im Anschluss die Decke wieder über sie beide zu schlagen. „Ich will nicht dass du mit dem Bein läufst und mich dann auch noch dabei durch die Gegend trägst.“, murrte sie, aber bei weitem nicht mehr so schlecht gelaunt wie die letzten Tage.

„Och Ange komm schon… Hätte ich mit dir dort liegen bleiben sollen? Ich wollte dich eben nicht wecken und es sind nur noch 3 Tage. Es funktioniert doch alles. Keine Schmerzen. Wirklich nicht.“, murmelte er verschlafen und drehte sich dann gänzlich zu ihr herum. Die Augen hatte er dabei geschlossen. Ihm war gerade wirklich mehr nach schlafen, als eine Unterhaltung zu führen und Angela kraulte mit den Fingern durch die dichten Bartstoppel an seinem Kinn. Gabriel brummte genussvoll auf und reckte ihr sein Kinn entgegen, bevor ihn die Blonde küsste. „Ok, wenn du möchtest dann befreie ich dein Bein heute, aber nur unter der Bedingung, dass du es nicht gleich übertreibst in Ordnung?“, forderte sie im ernsten Ton und der ehemalige Blackwatch Commander öffnete verschlafen ein Auge.

„Versprochen, Doc.“, murmelte er und küsste sie sanft auf die Wange. „Und jetzt schlaf noch ein bisschen… es ist nicht mal hell draußen.“ Sie küsste ihn schnell auf die Wange und sprang dann aus dem Bett, was Gabriel genervt grunzen ließ. „Ich muss nur vorher aufs Klo.“, murmelte sie rasch und war auch schon aus der Tür. Gabriel vergrub seinen Kopf unter Decke und Kissen, hielt die Augen dabei geschlossen und genoss einfach die Wärme des Bettes, während Angela nebenan im Badezimmer Opfer ihrer Morgenübelkeit wurde. Eine Sache die ihr jetzt schon den letzten Nerv kostete und kaum das sie sich erholt hatte, begann sie damit sich die Zähne zu putzen. Wenig später schlüpfte sie zu dem bereits schlafenden Gabriel unter die Decke, kuschelte sich dicht an ihn und versuchte noch ein wenig zu schlafen.Heute Mittag stand ihr der Termin bevor, der ihr letzten Endes die volle Gewissheit geben würde. Nur in diesem Augenblick schien es ihr gleichgültig zu sein, denn er lag hier so friedlich schlafend neben ihr, dass sie sich keine Gedanken darüber machen wollte, was er zu der Hiobsbotschaft sagen würde.



Er saß still auf dem Stuhl im Esszimmer und Angela bemühte sich gerade damit, den Gips aufzuschneiden. Wie sich herausstellte und Angela bereits mehr als geahnt hatte, war dieses Unterfangen alles andere als einfach. Sie brauchte fast 10 Minuten und dann schließlich seine Ablösung, bis sein lange eingepacktes Bein zum Vorschein kam. Es war deutlich dünner als das rechte und auch blasser… und es roch alles andere als angenehm. Angela rümpfte kurz die Nase und ihre Gesichtsfarbe veränderte sich von dem üblichen blass zu Papierweiß. „Alles in Ordnung?“, fragte er und sah sie verwirrt an. Die Blonde erhob sich einfach und prustete die Luft aus. „Am besten wäschst du dein Bein erst mal…“, kommentierte sie und schritt dann um Theke herum in die Küche hinein. Gabriel bückte sich nach dem aufgeschnittenen Gips und hob ihm vom Boden hoch, als ihm einfiel das Sombra ihm etwas unter den Fuß gekritzelt hatte. Durch das herum laufen war die Farbe bereits deutlich verblasst und kaum noch lesbar. Gabriel kniff die Augen zusammen und musste Lachen. Ein super kitschiges Herz in dem ihre Initialen standen und darunter ein paar Zeichen, von denen nur sie drei wussten, was sie bedeuteten.

Sie hatten sich diese kleine Zeichensprache einmal während einer Mission einfallen lassen und diese später immer wieder aufgegriffen und weiter entwickelt. So waren sie sicher, dass niemand ihre Pläne verstand außer Amelie, Olivia und er selbst. Heirate sie, du dummer Idiot!  Stand dort und daneben hatte sie ihr Zeichen gesetzt. Gabriel erhob sich und schritt noch etwas wackelig auf dem Bein in Richtung Bad los. Das warme Wasser über der verschrumpelten Haut zu spüren tat ihm gut. Er seifte es so oft ein, dass er es nicht mehr zählen konnte und die lange Narbe fühlte sich genauso taub an, wie die zahlreichen anderen, die er durch Schusswunden erlitten hatte. Zwar war der Gestank nun nicht mehr so schlimm wie zuvor, aber eine unterschwellig herbe Note war dennoch vorhanden. Einen Augenblick lang betrachtete er seinen Fuß und musste feststellen, dass dieser im Moment auch ebenso gut einem Hobbit gehören könnte. Wenigstens konnte er sich jetzt wieder etwas freier bewegen. Eine deutliche Verbesserung wie er fand.

Als er zurück in den Wohnbereich trat, hatte Angela ihm sein Frühstück hingestellt und schlüpfte in ihre Jacke. „So Schatz, ich muss los, sonst komme ich zu spät zu meinem Termin. Frühstück hast du ja und… bitte… sei nett zu Jack. Hör ihm zu und tu nichts falsches, okay? Die Regeln von gestern sind immer noch geltend, nur das du Bescheid weist.“, meinte sie, wobei ihre Augen von dem Esszimmertisch zu ihm glitten. Es war ein sehr ernster Blick und Gabriel nickte zuerst. „Alles klar, Cariña. Ich verspreche es dir, dass ich mich benehmen werde, mir anhöre was er zu sagen hat…“ „Und vergiss nicht, mein Tu-nicht-gut… lass ihn leben. Jetzt wo du einer deiner Fesseln los bist, mache ich mir wirklich Gedanken.“, mahnte sie, aber es war ihr durchaus ernst mit ihrem gesagten. „Viel Spaß Engelchen. Wir sehen uns dann später.“, sagte er und bekam von ihr einen kurzen Kuss zum Abschied. Nach Spaß war der Blonden nicht zumute, als sie die Wohnungstür hinter sich schloss und sich auf den Weg zum Arzt machte, doch das konnte Gabriel nicht wissen.

Kaum das Gabriel den letzten Happen herunter geschluckt hatte, klingelte es auch schon an der Tür. Er holte tief Luft bevor er aufstand und seinen ehemaligen besten Freund herein ließ. Es war ein sehr komisches Gefühl ihn wieder zu sehen. Viel verändert hatte er sich in den letzten drei Jahren nicht, nur das eine oder andere Haar seiner kurzen blonden Haarpracht, begann langsam zu ergrauen. „Hi.“, begrüßte Jack ihn, als er auf ihn zutrat. „Hey, komm rein.“, grüßte Gabriel mehr oder weniger begeistert zurück und ließ den Blonden eintreten. Jack zog seine Jacke aus, an der noch immer die Kälte von draußen klebte und hing sie gleich an der Garderobe auf, nur um in Anschluss zum Esszimmertisch zu gehen und sich auf dem Gegenüberliegenden Platz nieder zu lassen, an dem Gabriel bis eben noch gefrühstückt hatte.

Sein Platz sah tatsächlich aus wie ein Schlachtfeld, aber mit nur einer aktiven Hand und noch dazu seiner linken, war er alles andere als geschickt. Gabriel ließ sich auf den Platz gegenüber des Strike-Comanders sinken und sah ihn dann auffordernd an, ohne dass ihm auch nur ein Wort über die Lippen kam. Die Stimmung im Raum war deutlich angespannt, jedoch nicht auf eine aggressive Art und Weise, sondern eher auf eine unangenehm peinliche. Nichts passierte und Gabriel richtete sich auf seinem Stuhl auf. „Also? Was hast du zu sagen?“, fragte Gabriel schließlich, weil er die Sache hier einfach nur hinter sich bringen wollte. Irgendwie hatte er aber mit mehr Aggression von beiden Seiten gerechnet.

Doch keiner von beiden wirkte so, als würden sie sich gleich an die Gurgel springen. In Gabriels Gedanken drehte sich gerade zunächst alles um das Versprechen was Angela gegeben hatte und so blieb er komplett ruhig auf seinem Stuhl sitzen und wippte wartend mit dem nackten Fuß auf dem Fußboden herum. Jack stützte die Ellbogen auf den Tisch und raufte sich die Haare, bevor er Gabriel ansah und den Kopf schüttelte. „Ich weiß das du das wahrscheinlich gar nicht hören willst, aber… ich will mich bei dir entschuldigen. Das was alles zwischen uns vorgefallen ist, tut mir leid und ich denke, ich habe mittlerweile daraus lernen können.“, begann der Blonde etwas unkoordiniert und Gabriel schwieg zunächst weiter, zog aber skeptisch eine Braue empor.

„Ich war so zerfressen von meinem Ehrgeiz und dem Willen das Richtige zu tun, dass ich vollkommen vergessen habe was das Richtige eigentlich war. Zumindest was unsere Freundschaft damals betraf. Eigentlich wollte ich deinen Posten nie haben, aber als mir diese Option geboten wurde, habe ich sie angenommen, weil ich dachte ich würde es so viel besser machen als du. Aber das habe ich nicht, sonst hätte ich mich dir gegenüber und später auch Angela gegenüber anders verhalten. Ich will mich nicht über dich stellen, es war einfach… ich dachte: wow das ist meine Chance! Und…“, Gabriel schnitt ihm das Wort ab.

„Ich glaube das hätte jeder gedacht…“ Jack sah ihn an, konnte aber nichts aus seinem Gesicht herauslesen. Gabriels Blick war so neutral, das er schon fast gelangweilt wirkte, gleichzeitig jedoch vermittelte er ihm auch, dass er weiter sprechen sollte. „Und dann… kam dieses Hochgefühl das man hat, wenn alle Augen nur auf einen selbst gerichtet zu sein schienen. Ich habe mir überhaupt gar keine Gedanken darüber gemacht, wie es euch allen damit ergehen würde. Immer nur das Beste wollen… und geben… dachte ich und dieser Druck machte mich unfassbar mürbe, sodass ich irgendwann wohl dich als Ventil gesehen habe. Ich wusste wie du handelst, ich wusste das du deine Gründe dafür hattest und trotzdem war es so, als könnte ich dich nur noch kritisieren um am Ende selbst besser da zustehen. Ana und ich haben in den letzten Wochen viel darüber gesprochen und ich habe mich verhalten wie der letzte Idiot. Als wäre ich irgendwo mit 16 Jahren hängen geblieben. Ich wollte dir nichts gönnen, weil ich mich permanent mit dir verglichen habe und als ich sah was sich zwischen Angela und dir schließlich entwickelt hatte… Gott ich war so… wütend darüber, dass du das bekommen hast was ich damals mehr als alles andere gewollt habe.“, Jack vergrub das Gesicht in seinen Händen und schüttelte dabei offenbar über sich selbst den Kopf.

„Du hattest damals recht als du sagtest ich würde nicht wissen was Führung bedeutet, wenn ich mich so verhalten würde… und ich verlange auch nicht von dir das du mir verzeihst. Es ist mir nur wichtig dass du weißt, warum ich so mies zu dir war. Das ist alles.“, schloss er schließlich seinen Redeschwall ab und sah Gabriel wieder an. Den Kopf hatte er dabei noch immer auf die Hände gestützt. Und Gabriel? Der saß nur da, rieb sich mit der freien Hand über den Gips hinweg, unter dem sein Arm einmal mehr widerlich zu jucken begann. Es nervte ihn und so nahm er das Frühstückmesser in den Mund, lecke es sauber und schob es sich unter den Gips um sich zu kratzen.„Ich denke das passiert den Besten.“, begann Gabriel langsam und nestelte mit dem Messer unter seinem Gips herum. Er sah den Blonden nicht dabei an und war viel mehr damit beschäftigt, dass Messer nicht unrettbar in seinem Gips verschwinden zu lassen.

„Anfangs habe ich mir genau das auch gedacht und irgendwann war mir alles egal. Ich konnte dich ohnehin nicht zufrieden stellen und ich habe versucht meinen Frieden damit zu machen. Irgendwann war es dann tatsächlich soweit, dass ich das Talon-Angebot der UN angenommen habe. Ich habe dich mit Angela reden hören und so wie du mit ihr gesprochen hast… Jack, am liebsten hätte ich dir damals die Scheiße aus deinem Körper raus geprügelt. Ich dachte ohne mich würde sie wieder ihren Frieden haben und ich war fest davon überzeugt dass sich ihre Situation innerhalb von Overwatch mit meinem Verschwinden verbessern würde. Das war damals der einzige Grund, warum ich gegangen bin. Nicht wegen des Geldes, nicht weil ich nicht mehr unter dir arbeiten wollte… Sie war der einzige Grund. Ich wollte das sie wieder glücklich war mit dem was sie tat. Stattdessen habe ich sie mehr damit verletzt als das ich es jemals wieder gut machen könnte und ich habe den Tag an dem die Mission vorbei sein würde immer gefürchtet. Was wäre mir noch geblieben außer ein Haufen Geld? Ich bin nie davon ausgegangen, dass sie mich so bedingungslos zurück nehmen würde. Ganz im Gegenteil. Ich dachte immer dass ich mit meinem Wiederauftauchen für sie endgültig gestorben wäre. Und ich habe immer den Tag gefürchtet an dem sie sich schließlich mit jemanden anderen zu Treffen begann. Diese Sachen haben mich innerlich so sehr zerrissen, dass ich einmal sogar die komplette Mission in Gefahr gebracht habe. Wir werden von den verschiedensten Dingen verleitet… Ich kann nicht sagen ob und wann ich dir jemals verzeihen kann, aber ich nehme deine Entschuldigung an und das nicht aus dem Grund weil du vielleicht glaubst, dass Angela mich darum gebeten hat, sondern weil ich es für mich möchte.“, erklärte er und Gabriel hatte wirklich das Gefühl, dass wenn er jetzt stur bleiben würde er sich mit Jack auf die gleiche Stufe setzen würde. Und das wollte der Dunkelhaarige nun wirklich verhindern.

„Ich denke wir haben uns beide sehr tiefe Wunden zugefügt, die erst einmal verheilen sollten.“, ergänzte er dann noch und Jack nickte schließlich, wirkte aber deutlich erleichtert. „Das erleichtert mich jetzt irgendwie.“, seufzte Jack und Gabriel nickte, denn ihm ging es da nicht anders, auch wenn sein Gegenüber ihm vor ein paar Wochen noch mehr oder weniger absichtlich den Arm gebrochen hatte. In diesem Moment verschwand das Frühstücksmesser unwiderruflich in Gabriels Gips. „Scheiße…“, murmelte er genervt und begann damit seinen Gipsarm nach unten hin auszuschütteln. Jack gluckste bei dem Anblick, doch das Metall in seinem Gips bewegte sich keinen Zentimeter. Angela würde ihn sicher umbringen. Wie oft hatte sie ihm jetzt schon Stricknadeln, Strohhalme oder sogar ihr Holzlineal aus seinem Gips hervor gepult? Was sagte sie dann zu dem Frühstücksmesser?! Es war eine wirklich lästige Sache und Gabe gab schließlich genervt auf und blickte zu Jack hinüber, der sich offenbar angestrengt das Lachen verkniff.

„Ja… lach nur… aber mach dich wenigstens nützlich und hol uns mal ein Bier aus dem Kühlschrank.“, und kaum hatte Gabriel diese Worte gesagt, brach der Blonde nur in schallendes Gelächter aus. „Der Tag wird kommen, an dem sich das Rächen wird…“, mahnte Gabriel und Jack erhob sich um zum Kühlschrank zu gehen, während Gabriel erneut einen versuch startete das Messer wieder hervor zu holen. Er war nur einfach mit seiner linken Hand zu ungeschickt und das stellte er keine zehn Sekunden später erneut unter Beweis. „Gabe? Fang!“, kam es von Jack und sein ehemaliger bester Freund riss nur schockiert die Augen auf, als er die Bierdose über die Küchentheke hinweg ins Esszimmer fliegen sah. Ihm kamen die nächsten Sekunden vor, als würden sie in Zeitlupe laufen.

Die Dose flog auf ihn zu, durchaus fangbar, wäre der Wurf nicht zu kurz gewesen und sein rechter Arm voll funktionsfähig! Doch leider war dem nicht so und trotz des beherzten sich über den Tisch lehnens, schaffte er es nicht die Dose zu fangen, sondern sie lediglich mit den Fingerspitzen zu berühren, bevor diese auf dem Glastisch einschlug. Es schepperte laut! Das Geschirr und Besteck auf dem Tisch machte einen enormen Satz in die Luft. Jack und Gabriel starrten sich an, als hätten sie gerade versehentlich jemanden Umgebracht. Aber Jemand war wohl eher etwas, denn als Gabriel ganz langsam den Blick nach unten zum Glastisch wandern ließ, sah er dass die Einschlagstelle der Dose das Glas ordentlich hatte splittern lassen. Der Riss nahm die halbe Platte ein, doch noch hielt sie. „Du hast mich gerade umgebracht.“, kam es beinahe tonlos von Gabriel und er blickte erneut in Jacks entsetztes Gesicht.

„Wie bitte?“, fragte der Blonde mit ungläubiger Stimme. „Angela wird mich dafür umbringen…“, erläuterte er weiter und richtete sich dann auf. Sehr darauf bedacht kein Gewicht mehr auf den Tisch zu bringen. Jack kam nun aus der Küche und betrachtete sein Werk, während Gabriel beinahe das Herz stehen zu bleiben schien. „Ich musste ihr versprechen, dass ich weder dir, noch der Einrichtung irgendetwas antue und jetzt… das! Sie wird mich vierteilen wenn sie das sieht!“, schnaubte Gabe und musste sich jetzt wirklich zurückhalten nicht ausfallend zu werden, sondern sich einen mehr oder weniger guten Plan einfallen zu lassen. „Ich sage ihr einfach was passiert ist?“, schlug Jack vor und sah ihn dabei an. „Das wird sie dir auch total abkaufen, dass wir beide hier ohne eine handfeste Auseinandersetzung gesessen und geredet haben… vor allem weil sie es ja beinahe gar nicht ohne eine Auseinandersetzung kennt.“, argumentierte Gabriel aufgebracht.

„Ok… dann brauchen wir einen Plan B. Ähm… Glasplatten bekommen wir im Möbelgeschäft und… der Tisch hat was für eine Maße?“, fragte Jack und Gabriel versuchte sich nun auch auf die Problemlösung zu konzentrieren. „Und wenn sie wieder kommt während wir unterwegs sind?“, fragte er und beide sahen sich an. „Tischdecke…“, kam es von ihnen gleichzeitig und irgendwie tat es gut mal wieder an einem Strang zu ziehen. Während Gabriel also zu einem Wohnzimmerschrank eilte um eine Tischdecke heraus zu holen, beseitigte Jack vorsichtig die Überreste von Gabriels Frühstück, ohne das die Glasplatte einen weiteren Schaden bekam. Alles wirkte beinahe wie immer, nur das der Tisch eher selten von einer Tischdecke geziert wurde. Im Ernstfall würde er ihr sagen, dass er sie mit einem leckeren Mittagessen überraschen wollte? Hoffentlich kam sie nicht auf die Idee darunter nach zusehen. Gabe kritzelte ihr mehr oder weniger Leserlich eine Nachricht, dass er einkaufen gegangen war und sie sich auf ein Mittagessen freuen sollte, sobald er wieder da wäre. Beide Männer schienen innerlich ihren Plan zu strukturieren, bevor sie die Wohnung verließen und sich zum Möbelgeschäft aufmachten.
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