Gefangennahme mal anders

DrabbleAllgemein / P16 Slash
29.12.2018
17.02.2019
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„Eri? Sag mal, ist irgendetwas Besonderes an mir? Du drückst mich, als wäre ich von den Toten auferstanden!“ Glorfindels Neugier spiegelte sich in seinen blauen Augen wieder. Erestor sah ihn immer noch weinend an, seine Augen waren weit geöffnet. Und… er zitterte. Warum zittert Erestor denn nun? Habe ich ihm wehgetan? Es war doch nur eine normale Frage! „Glorfindel…du…du…“ Hilfesuchend wandte sich Erestor Elrond zu, der jedoch so tat, als wären die Fläschchen auf dem Tisch das Interessanteste auf der Welt. Erestor schluckte, bevor er seine Augen schloss, nur um dann Glorfindel tief in die Augen zu schauen. „Du warst so lange weg, Glorfindel. Ich…Wir…dachten, du wärest längst tot.“ „Das muss ja wirklich lange gewesen sein.“ Glorfindel hatte seine Worte eigentlich nur aus Spaß gesagt, doch als er nun Erestors Reaktion bemerkte, war er verunsichert. „Was meinst du mit lange, Eri?“ „Fünf Jahre. Du warst fünf Jahre fort.“ Erestors Stimme war nur noch ein Hauchen. Glorfindel wurde von der Wahrheit tief getroffen. „Fünf Jahre? Aber was?“ „Ihr wurdet in einen Hinterhalt gelockt. Der Großteil deiner Männer konnte fliehen, sie kamen noch am selben Tag zurück, an dem ihr losgegangen seid. Aber du warst verschwunden.“ Endlich hatte Elrond seinen Mut wiedergefunden, um aufrichtig Glorfindel von jenem Tag zu erzählen. Erestor fuhr fort: „Sie sagten, dass du verwundet wurdest, sie dich aber nicht erreichen konnten. Die Feinde hätten dich umzingelt und so seien sie vom Schlimmsten ausgegangen. Sie kamen zurück, um Verstärkung anzufordern. Ich habe in dieser Nacht nicht geschlafen. Ich habe in vielen weiteren Nächten nicht geschlafen. Ich hatte Angst, dich tot aufzufinden. Die Krieger haben nach dir gesucht, haben dich aber nie gefunden. Ich konnte nie abschließen. Ich wollte nicht die Hoffnung aufgeben, solange es kein Grab gab, dass ich besuchen konnte. Du warst und bist mein bester – vielleicht auch mein einziger – Freund, Glorfindel.“ Nun, da er den Berater verstand, schloss Glorfindel seine Arme eng um den Körper des Anderen. „Ich danke dir, Eri.“ „Das hattest du bei dir, als wir dich fanden.“ Erestor gab Glorfindel etwas in die Hand. Glorfindel sah es sich an und begann, zu lächeln. „Dann war es doch kein Traum.“, flüsterte der Blonde und erntete verständnislose Blicke.
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