Es findet zusammen, was zusammen gehört.  #currbi

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18 Slash
Herr Currywurst TobinatorLetsPlay
29.12.2018
25.01.2019
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Später, als er in gleichmäßigem Tempo auf der A3 fuhr, konnte er es immer noch nicht fassen, dass er tatsächlich unterwegs war. Zu ihm. Hoffentlich würde Kevin überhaupt mit ihm sprechen. Aber das würde sich zeigen. Wenn er es jetzt nicht versuchte, würde er es nie erfahren.

Je weiter er Richtung Kleve kam, desto windiger wurde es. Der Himmel war grau und wolkenverhangen, noch regnete es aber nicht. Das Navi zeigte ihm, dass er in 7 Minuten sein Ziel erreichen würde. So langsam merkte er, wie er nervös wurde. Er wusste noch gar nicht, wie er Kevin gegenübertreten sollte und versuchte, sich ein paar Worte zurecht zu legen. Als er in die Siedlung einbog, in der Kevin wohnte, hatte er es aufgegeben und beschlossen, es einfach auf sich zukommen zu lassen. Was blieb ihm auch anderes übrig.
Vor dem weißen Reihenhaus mit der Nummer 11 hielt er an. Sein Herz machte wieder Kapriolen und er atmete ein paar Mal tief ein und aus, um sich zu beruhigen. Dann stieg er aus und ging langsam zur Haustür. Der Vorgarten war schön bepflanzt und liebevoll dekoriert. An der Tür hing ein großes Holzherz, das mit einem schnörkeligen 'Willkommen' beschriftet war.

Tobi hob zögernd die Hand und drückte auf den Klingelknopf. Er hörte, wie jemand die Treppe herunterkam und straffte sich. Die Tür wurde geöffnet und Kevins Vater stand vor ihm. Tobias war etwas irritiert, irgendwie hatte er Kevins Eltern aus der ganzen Nummer total ausgeblendet. Nach einem kurzen Moment hatte er sich wieder gefasst und hielt Bernie die Hand hin.
"Guten Tag", sagte er, fühlte Bernies kräftigen Händedruck und vernahm ein überraschtes "Hallo Tobias!".
"Ich...ich wollte zu Kevin, ist er da?", fragte Tobi fast schüchtern und sein Herz sank, als er sah, dass Kevins Vater den Kopf schüttelte. "Du, der ist mit Quincy vor einer halben Stunde raus. Komm doch rein, dann kannst du hier warten. Kevin hat gar nicht gesagt, dass du herkommst."

"Kevin weiß nicht, dass ich hier bin. Sollte eine Überraschung sein", log Tobi und fühlte sich schlecht. Er wollte um nichts in der Welt mit Bernie hier sitzen und sich unterhalten müssen, deshalb fragte er rasch: "Wo geht er denn immer lang? Vielleicht finde ich ihn ja. Nach der Fahrt muss ich mir sowieso mal die Beine vertreten." Er hoffte, dass Bernie keine Fragen stellte und glücklicherweise war dieser arglos und wies mit der Hand die Straße hinunter:"Geh da runter und dann die erste links. Da geht es zum Park, ich glaube, da wollte er hin."
Tobi bedankte sich und drehte sich um.
"Gut, Tobias, dann bis nachher. Du trinkst doch einen Kaffee mit uns?"
Tobi nickte unsicher. "Ja...bestimmt. Bis dann."
Er ging in die angewiesene Richtung. Es fing an zu nieseln und er zog sich die Kapuze seiner Sweatjacke über den Kopf. Hoffentlich fand er Kevin. Es war ihm jetzt sogar ganz recht, dass sie nicht bei Kevin zu Hause miteinander reden mussten. Hier draußen, ohne fremde Ohren, war es vielleicht einfacher.

Der Park kam in Sicht. Es waren kaum noch Leute unterwegs. Die Hände tief in den Taschen vergraben, ging er durch das große Tor und sah sich suchend um. Links befand sich ein großer Spielplatz. Kein Kind spielte in dem nassen Sand, die einzige Bewegung kam von den Schaukeln, die im Wind schwangen.

Tobi wandte sich nach rechts und folgte dem breiten Kiesweg. Große Rosen- und Rhododendronbüsche wechselten sich mit gemütlichen Sitzecken und riesigen Weiden ab. Ein großer See in der Mitte des Parks beherbergte unzählige Enten und ein Schwanenpaar. Spatzen hüpften um die Tische auf der Suche nach Krümeln.

Hinter dem See war eine große Freifläche mit einem Pavillon, wo sicher bei gutem Wetter Konzerte und dergleichen stattfanden. Jetzt war es hier menschenleer. Bis auf einen großen Mann, der mit einem kleinen Hund spielte. Tobi blieb stehen. Das Kribbeln in seiner Magengegend nahm zu. Kevin stand mit dem Rücken zu ihm. Er war komplett in das Spiel mit Quincy vertieft und nahm Tobi erst wahr, als dieser ihn ansprach.

"Curry", sagte Tobi leise und er sah, wie sein Freund zusammenzuckte.
Als Kevin sich nicht rührte, versuchte er es noch einmal. "Curry?" Wieder nichts. Scheiße.
Scheiße, scheiße, scheiße.
"Kevin. Bitte." Seine Stimme war belegt, fast hätte er die Worte nicht herausbekommen.