Olivia

GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
28.12.2018
24.03.2019
20
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RIP Fizzy Tomlinson ♥
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Olivia

Ich starre auf die E-Mail, die Louis mir gesendet hat. Eine freudige Erregung breitet sich in meinem Magen aus und trotzdem mache ich mir Sorgen, ob es die richtige Entscheidung ist, nach Australien zu fliegen. Wieder fahren meine Augen über die, inzwischen sehr vertrauten, Zeilen.

Hey Livia!
Ich habe alles mit Australien geklärt, wir haben einfach aus drei Gewinnern vier gemacht!
Am 11 April geht’s los! Du triffst die anderen Mädels am Flughafen, versuche ein bisschen wie jemand zu sein, der ein richtiger Fan von uns ist. Lern ein paar Geburtstage oder so…versuch einfach nicht aufzufallen!
Und wie besprochen, kein Wort zu Niall, soll ja ne Überraschung werden!
Anbei die Tickets und den Plan zum ausdrucken ;)
Bis bald!
Tommo


Ein Lächeln schleicht sich auf meine Lippen und ich lese die E-Mail erneut, morgen früh würde es los gehen. 22 Stunden würde der Flug dauern. 22 Stunden, in denen ich nicht auffallen durfte, zwischen drei weiteren One Direction Fans. Ich hatte meinen Koffer gepackt, die Tickets ausgedruckt, Eddie von meiner Reise erzählt (er war absolut begeistert, auch wenn er mir riet, mehr Metal zu hören), doch vor der wichtigsten Aufgabe hatte ich mich erfolgreich gedrückt. Ich musste Infos googlen, Sachen auswendig lernen und die Jungs näher kennen lernen. Ich hatte die ganze Woche überlegt, wie ich der Sache aus dem Weg gehen konnte, wie ich mein Versprechen einhalten konnte und war letztendlich zum Entschluss gekommen, alle anderen zu googeln, nur nicht Niall. Ich musste versuchen, dass gesamte Fandom in drei Stunden in mich einzuatmen…

*****
Ich sitze neben Eddie im Auto, er hat sich bereit erklärt, mich zum Flughafen zu fahren. Auf meinem Schoss liegen meine Notizen. Erneut lese ich meine gekritzelten Zeilen:

Harry
-Geburtstag 01.02.1994 (Jüngster)
-Zweitname Edward
-Lieblingsessen Tacos
Louis
-Geburtstag 24.12.91 (Ältester)
-hat vier Schwestern
-Hobby: Fußball
-liebt Grease
Liam
-Geburtstag 29.08.93
-hat Angst vor Löffeln…


„Was machst du da eigentlich?“, fragt Eddie und sieht mich schräg von der Seite an, schnell falte ich meine Notizen zusammen und stopfe sie in meinen Rucksack.

„Nichts“, murmle ich und beginne nervös mit meinen Haaren zu spielen, „ich bin nur nervös und habe geschaut, ob ich alle Unterlagen dabei habe.“

„Soso“, sagt Eddie, „du hast mir immer noch nicht erklärt, warum du jetzt auf solche Musik stehst.“

„Einfach so“, antworte ich sofort und weiche Eddies Blick aus.

„Kann es sein, dass es etwas mit dem Jungen zu tun hat?“, fragt Eddie. Ich sehe Eddie an, wahrscheinlich sind meine Augen weit aufgerissen und meine Wangen knallrot, denn ich kann sofort sehen, dass mein Gesichtsausdruck Eddie als Antwort genügt. „Du hast mir immer von deinen Beziehungen erzählt Olive. Bei dieser schweigst du, als liege ein riesiges Geheimnis auf deinen Schultern. Er ist in dieser Band, oder? Deshalb bist du so verrückt nach denen.“ Eddie stellt keine Frage, er stellt etwas fest. Ich betrachte meine Schuhe, mein Blick fällt auf das Navigationsgerät, 24 Minuten würden wir noch zum Flughafen brauchen.

„Du darfst niemandem etwas sagen“, sage ich hektisch und sehe Eddie mit flehenden Augen an. Er erwidert meinen Blick, hält ihm stand.

„Ich dachte wir würden uns vertrauen“, murmelt Eddie und seine Stimme ist fest und hart.

„Ich wollte dich nicht verletzen“, murmle ich leise. Ich fühle mich augenblicklich unglaublich schlecht, all die Vorfreude ist verschwunden, ich möchte mich nicht mit Eddie streiten. Nicht so kurz vor meinem Flug nach Australien.

„Du hast mich nicht verletzt“, sagt Eddie, er legt seine Hand auf mein Knie, streichelt mich leicht. Seine Berührungen sind immer federleicht, vorsichtig, wie eine unausgesprochene Frage. „Ich weiß das ich dich nicht vor allem und jedem beschützen kann, aber ich möchte das du weißt, dass deine Geheimnisse bei mir sicher sind. Wenn du über etwas reden willst, bin ich für dich da.“ Ich nicke, unfähig etwas Gescheites zu erwidern.

„Wie hast du es herausgefunden?“, frage ich.

„Du stehst auf einmal auf diese Art von Musik und du fragst mich, ob ich mit jemand berühmten zusammen sein könnte. Eine Googlesuche hat gereicht, es gibt einen blonden Irländer in der Band und dann war es mir irgendwie klar“, sagt Eddie und zuckt mit den Schultern.

„Du darfst es wirklich keinem sagen“, murmle ich leise.

„Warum sollte ich es jemandem erzählen?“, fragt Eddie. „Ich würde meine Schwester nie ins offene Messer laufen lassen. Pass einfach nur auf dich auf und lass dir nicht das Herz brechen.“ Eddie drückt erneut mein Knie, diesmal etwas fester, dann legt er seine Hände zurück ans Lenkrad, konzentriert sich auf den immer mehr werdenden Verkehr.

„Ich will mir das Herz nicht brechen lassen“, flüstere ich.

„Ich glaube das möchte keiner, aber du hast Angst davor“, wieder ist es eine Feststellung, keine Frage. Ich sehe Eddie an, versuche mir eine Antwort zu überlegen, die meine Gefühle ausdrücken kann, aber ich weiß nicht was ich sagen könnte.

„Ich bin verliebt in ihn, Eddie“, sage ich leise, „und große Gefühle haben ihre Tücken.“

„Wenn er dir wehtut, komme ich nach Australien und trete ihm in den Arsch“, sagt Eddie. Ich sehe ihn überrascht an, meine Augen aufgerissen. Er hat ein Grinsen auf dem Gesicht und ich kann nicht anders, als es zu erwidern.

„Ich werde auf das Angebot zurückkommen“, sage ich und grinse ihn an.

„Es wird schon alles gut werden“, sagt Eddie. Er biegt auf die Abfahrt zum Flughafen ein und mein Herzschlag beschleunigt sich augenblicklich. „Es ist ein Abenteuer“, sagt Eddie und ich muss wieder lachen. Eddie hat mir immer erzählt, ich müsste mal ein Abenteuer erleben, aus meiner Komfortzone herauskommen.

„Ich habe dich lieb, Olive“, murmelt er und hält in einer kleinen Parkbucht. Ich öffne die Tür und betrachte den Flughafen.

„Ich habe dich auch lieb“, antworte ich. Ich steige aus und nehme meinen Koffer aus dem Auto, bevor Eddie davonfährt, winke ich noch einmal und er winkt zurück. Ich drehe mich zum Flughafen, betrachte die Eingangstür und lausche meinem viel zu schnellen Herzschlag. Langsam bewege ich mich auf die Tür zu und betrete das Terminal. Drinnen ist es laut und voll mit Menschen, die hektisch von einem zum anderen Ort rennen. Ich versuche mir einen Überblick über die Halle zu machen, ich muss zum Schalter 7c, allerdings kann ich kaum etwas erkennen. Vorsichtig setze ich einen Fuß vor den anderen und mache mich auf den Weg durch die große Eingangshalle.

Nach einigem hin und her finde ich den Schalter. Daneben steht bereits ein junges Mädchen, sie hat blonde Haare und einen freundlichen Gesichtsausdruck.

„Ich bin Cassie, also eigentlich Cassandra“, plappert das Mädchen sofort los, „du bist doch bestimmt auch für One Direction hier.“ Sie hält mir die Hand hin und ich ergreife sie vorsichtig.

„Olivia, Liv und ja, ich bin wegen One Direction da“, lächelnd ergreife ich ihre Hand und schüttele sie kurz.

„Das ist alles so aufregend, oder?“, fragt sie und blickt mich mit weit aufgerissenen Augen an. Sie reißt die Arme nach oben und ich kann den Aufdruck auf ihrem schwarzen Shirt, unter der Jacke, lesen. Love is Love steht in großen, weißen Buchstaben darauf.

„Welcher ist dein Liebling?“, stellt Cassie sofort die nächste Frage, nachdem ich ihre erste nicht schnell genug beantwortet hatte. Ich überlege einen kurzen Augenblick, ich sollte Niall sagen, aber irgendetwas in mir, sagt mir, ich solle das lieber erstmal verschweigen.

„Loui schätze ich“, antworte ich also und zucke mit den Schultern.

„Loui ist toll. Aber ich liebe ja Zayn und Liam, die Beiden sind ein absolutes Traumpaar, ich shippe die Beiden unglaublich stark“, antwortet sie und ich sehe sie mit schiefem Blick an.

„Du shippst sie?“, frage ich. Cassie sieht meinen verwirrten Gesichtsausdruck und beginnt sofort zu lachen.

„Du hast noch nie davon gehört?“, fragt sie und ich schüttele mit dem Kopf. „Das sagt man, wenn man sich wünscht, dass zwei Menschen ein Pärchen sind oder werden. Und ich shippe Liam und Zayn, also Ziam. Das ist der Ship-Name.“

„Du denkst Zayn und Liam sind ein Paar?“, frage ich, diesmal neugieriger. „Willst du keinen der Jungs für dich?“

„Ne, ich brauche keinen“, Cassie macht eine wegwerfende Handbewegung. „Ich stehe auf Frauen“, erklärt sie dann und zuckt mit der Schulter. Das erklärt das Love is Love Shirt, denke ich sofort. Ich muss lächeln. Cassie ist mir augenblicklich sympathisch, ja sie ist verrückt, ja sie ist ein ziemlich verrückter Fan, aber ich mag sie. Nicht weil sie auf Frauen steht oder irgendetwas, ihre offene und ehrliche Art bindet uns beide zusammen.

„Seid ihr auch für One Direction hier?“, fragt ein Mädchen von der Seite. Sie hat lange schwarze Haare und trägt, als bisher Einzige, ein One Direction Fanshirt.

„Ja“, sagt Cassie sofort. Sie zeigt kur auf mich und erklärt dann: „Das ist Liv und ich bin Cassie.“

Auch auf dem Gesicht dieses Mädchens breitet sich ein vorsichtiges Lächeln aus. „Ich bin Amber“, sagt sie und nickt uns Beiden zu.

„Ein Harry Mädchen“, stellt Cassie fest und ich sehe sie von der Seite an. Amber nickt sofort und grinst bis über beide Ohren.

„Ist er nicht unglaublich toll?“, fragt diese und bekommt einen verträumten Gesichtsausdruck. „Ich werde ihn umarmen und küssen“, sagt Amber und lässt einen kleinen Freudenschrei heraus, ich sehe sie einfach nur an, als wäre sie verrückt geworden.

„Wen wirst du küssen?“, fragt ein weiteres Mädchen. Sie muss gerade erst gekommen sein. Ihr Haar ist hellblond und man erkennt sofort, dass es gefärbt ist. Von der Größe überragt sie uns alle, was auch an ihren hohen Schuhen liegen könnte.

„Ich hoffe nicht Niall, denn der gehört mir“, sagt sie und man kann einen leichten aggressiven Unterton in ihrer Stimme erkennen. Das kann ja heiter werden denke ich.
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