Der Orden der Flammen - Feuerwächter (Der Orden der Flammen 2)

von Peganx
GeschichteAbenteuer, Fantasy / P16
28.12.2018
28.01.2019
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Hallo liebe Leser,

ich habe mich entschieden, euch auch an der Entstehung des zweiten Teils der Reihe teilhaben zu lassen.
Wenn ihr den ersten Teil noch nicht kennt und gerne kennen lernen möchtet, dann kontaktiert mich und ich schicke euch ein kostenloses eBook zu. Natürlich im Austausch gegen eine ehrliche Rezension, z.B. auf Lovelybooks oder Amazon.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Liebe Grüße,
Pega

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Murrend und schlaftrunken setzte Areon sich in seinem Bett auf. Sein missmutiger Blick streifte die Tür, welche nicht weit von ihm auf den Hauptgang führte. Als er kurz zum Fenster in der Wand gegenüber sah, stellte er fest, dass die Morgendämmerung noch nicht einmal eingesetzt hatte und trotzdem erklangen laute Stimmen, beinahe direkt vor seinem Zimmer.

Vor etwa einer Woche waren Herim und er endlich auf dem besagten Hügel angelangt, die riesige Eiche war kaum zu übersehen. Dort hatte Jarvan sie bereits erwartet und mit wie üblich guter Laune gen Osten geführt, bis sie schlussendlich das alte Gehöft betreten hatten. Es schien ein einst verlassenes Gutshaus gewesen zu sein – ein großes Haupthaus mit etlichen Nebengebäuden und sogar einer Reithalle, welche nun mit Sicherheit von den Schwertkämpfern genutzt wurde.
Seltsamerweise hatte er bis jetzt Tritos nicht gesehen. Viele andere waren ihm bereits über den Weg gelaufen: Franko beispielsweise, welcher sich bereits am dritten Tag mit Herim messen wollte. Natürlich hatte sein Partner den Herausforderer geschlagen, seiner Meinung nach sogar relativ mühelos.

Der Meister des Ordens aber, welchen er bitten wollte, ihn zu unterrichten, war nicht aufzufinden. Selbst die anderen schienen nicht zu wissen, wo er war. Lediglich Jarvan hatte angedeutet, der ältere Mann sei in den Katakomben unterhalb des Gutshofes, um ein Portal zu erschaffen, das sie irgendwie mit dem kaiserlichen Palast verbinden konnte. So wären sie immer zur Stelle, wenn der Kaiser sie wider Erwarten einberufen würde. Die Aufgabe des Ordens war es schließlich immer noch, die Herrscherfamilie zu beschützen. Dass diese sie nicht in direkter Nähe haben wollte, hatte sich die letzten Generationen über nicht geändert, trotzdem waren sie an den Schwur ihrer Vorväter gebunden und mussten stets bereit sein, dem nachzukommen.

Entnervt schlug Areon die leichte Wolldecke, welche bis eben noch seinen Körper wohlig gewärmt hatte, zur Seite, stand auf und begab sich, lediglich in eine knielange, dünne Stoffhose, welche ihm als Unterwäsche diente, gekleidet, auf den Weg zur Tür. Schon wieder erhoben sich von dort eilige Schritte und Stimmengewirr. Wenn er eines hasste, dann war es, so unsanft geweckt zu werden.
Bevor er aber die Klinke auch nur anrühren konnte, schwang das Holz plötzlich auf und knallte ihm mit ganzer Kraft ins Gesicht. Unter einem unterdrückten, allerdings trotzdem laut zischenden Fluch stolperte er einen Schritt zurück und funkelte denjenigen, der erschrocken im Türrahmen stand, wütend an.

Vorsichtig tastete er seine Nase ab. Ein dünnes Rinnsal Blut fand sich auf seiner Handfläche wieder, gebrochen war jedoch nichts. Schmerzen tat es trotzdem und er hatte Mühe, Jarvan durch seine mit Tränen gefüllten Augen überhaupt zu erkennen.
„Oh, entschuldige, Areon. Ich dachte, du schläfst noch.“ Murrend warf er einen Blick am Jüngeren vorbei. Etliche Novizen und ausgebildete Mitglieder des Ordens liefen hinter dessen Rücken vorbei, scheinbar aufgeregt. „Glaubst du wirklich, ich könnte bei so einem Krach weiterschlafen?“, entgegnete er und wischte diese Frage sogleich mit einer einfachen Handbewegung weg. Darauf benötigte er keine Antwort, ganz im Gegensatz zu seiner nächsten. „Was ist denn überhaupt passiert?“ Der Blick des jungen Mannes wurde eine Spur finsterer – etwas, das man bei ihm nicht oft sah, also war die Situation wohl ernst.

„Tritos hat uns zu sich gerufen. Wir wissen noch nichts Genaues, aber es scheint wohl, als wäre der Palast angegriffen worden.“ Wie vom Blitz getroffen stand Areon einen Moment einfach nur da, während diese Worte allmählich zu ihm durchdrangen. „Warte einen Moment“, raunte er dem halb Magier, halb Schwertkämpfer zu, unsicher, ob dieser es überhaupt gehört hatte. Eilig zog er sich in sein Zimmer zurück, zog sich seine übliche Kleidung an und packte den Stab, welcher wie gewöhnlich neben seinem Bett griffbereit lag. Dann öffnete er die Tür erneut und deutete dem Jüngeren, dass er bereit war.

Dieser starrte ihn einen Moment lang nur an, nickte aber schlussendlich und wies ihn an, ihm zu folgen. Natürlich – er hielt seine Waffe unverhüllt in der Hand, somit mussten erneut Flammen in seinen Pupillen tanzen. So war es nicht verwunderlich, dass dies Jarvan im ersten Moment irritiert hatte. Aber der junge Mann wäre nicht Mitglied dieses Ordens, würde ihn so etwas aus der Ruhe bringen.

„Guten Morgen, Bruderherz! Hallo, Areon!“, erklang eine Stimme von der Seite und er sah sich fragend um. Jarvans Schwester, welche ihn einmal auf dem alten Anwesen beinahe über den Haufen gerannt hatte, lief geradewegs an ihnen vorbei und winkte fröhlich zu ihnen herüber. Die blonden, aber dunkler als die ihres Bruders anmutenden Haare hatte sie nach hinten zu einem Zopf geflochten. Den hellen, blauen Augen wohnte der gleiche Glanz inne. Ihre Verwandtschaft war wirklich unübersehbar. In stummer Übereinkunft folgten sie der jungen Frau.

„Was ist denn eigentlich genau geschehen?“, fragte Areon, doch Jarvan erwiderte nur ein undeutliches „Ich weiß es nicht“, während sie das Ende des Flures erreichten und anschließend die Treppe hinunter in Richtung der Katakomben hinter sich ließen.
Die breite, aus dunklem Holz gefertigte Flügeltür, welche normalerweise verschlossen war, stand weit offen und mit ihnen betraten noch weitere Mitglieder des Ordens die unterirdischen Gänge. Ihm selbst war nicht wohl dabei, er mochte bereits Friedhöfe nicht sonderlich. Seiner Meinung nach müsste man entsprechend dem Wort FRIEDhof den Toten ihren Ruhe lassen. Normalerweise war er nicht abergläubisch, aber solche Orte bereiteten ihm Unbehagen. Hier, unter der Erdoberfläche und in den schmalen Durchgängen, bildete sich auf seinen Armen sogleich eine Gänsehaut. Auch die feinen Härchen in seinem Nacken stellten sich zitternd auf.

„Ich habe von Herim gehört, du seist ein notorischer Unruhestifter und hättest dich bereits etliche Male mit der Stadtwache angelegt. Und dann macht dir solch ein Ort Angst?“, sprach ihn Jarvan von der Seite an und er schnaubte abwertend – eine Angewohnheit, die scheinbar von seinem Partner auf ihn abgefärbt hatte. „Das waren doch nur Kleinigkeiten, nicht viel mehr als Scherze. Ich habe nie Gräber geplündert oder sonstiges auf einem Friedhof zu suchen gehabt“, erwiderte er daraufhin. Der Jüngere jedoch lachte nur amüsiert.

Sie passierten etliche dunkle Seitengänge, welche oft Sackgassen darstellten. Einige wenige Fackeln leuchteten ihnen den Weg. Einmal sogar meinte er, rechts von ihm hätte ein Totenkopf auf einem der steinernen Särge gelegen und ihn aus leeren Augenhöhlen angestarrt. Reiß dich zusammen!, ermahnte er sich und konnte trotzdem nicht verhindern, dass ein eisiger Schauer seinen Rücken herablief.
Nicht weit vor ihnen schienen sich die übrigen Ordensmitglieder versammelt zu haben, denn dort breitete der Gang sich zu einem größeren Raum aus. Da der Boden unter ihnen abflachte, sie also noch ein wenig tiefer führte, konnte er über die Köpfe der anderen hinweg für einen Moment Tritos ausmachen. Der Meister stand an der hinteren Wand und neben diesem klaffte ein dunkles, großes Loch, dessen schwarzes Inneres sich langsam zu drehen schien – ein Portal?

Jarvan und er blieben hinter den anderen stehen, auch nach ihnen kamen noch vier weitere Mitglieder hinab und schlossen sich der Gruppe an. Einen Moment standen sie lediglich da, niemand wagte es, ein Wort zu sprechen. Dann endlich erhob der Meister des Ordens selbst seine Stimme: „Gut, nun müssten alle hier sein. Entschuldigt mich, dass ich euch so früh hierher gerufen habe, allerdings gibt es dafür einen Grund, wie ihr euch sicher denken könnt. Der Palast wurde heute Nacht angegriffen. Ceros hat mich kontaktiert und um Unterstützung gebeten.“ Leise raunte Areon dem jungen Mann neben sich zu, wer dieser Ceros sein sollte. Knapp erklärte dieser ihm, dass dies der einzige Magier am kaiserlichen Hofe war, welcher nicht bereits davongejagt worden war. Er diente wohl sogar als Berater. Verstehend nickte er und wandte sich wieder Tritos zu.

„Ich werde, zusammen mit einigen von euch, zu ihm stoßen, um die kaiserliche Familie zu schützen. Herim, Areon, Jarvan, Franko und Celina – ihr werdet mich begleiten. Ihr anderen achtet darauf, dass niemand außer uns durch dieses Portal kommt. Morhan – ich überlassen dir alle weiteren Angelegenheiten hier auf dem Anwesen.“ Wie zur Selbstbestätigung nickte der ältere Mann und augenblicklich tat sich vor Areon eine schmale Gasse auf. Er schluckte, ihm war das alles nicht geheuer. Zusammen mit Jarvan und dessen Schwester trat er bis auf eine Armeslänge an ihren Meister heran. Tritos' Blick blieb kurz an dem Seinen hängen, dann wandte der ehemalige Magier sich ab.

„Wenn wir auf der anderen Seite angekommen sind, müssen wir sehr vorsichtig sein. Im Palast wird Chaos herrschen“, raunte der Anführer des Ordens ihnen leise zu, als Herim ebenfalls zu ihnen herantrat und die sich drehende Schwärze misstrauisch begutachtete. „Ich hoffe, das ist es Wert“, murrte der Krieger missmutig. „Der Kaiser ist tot“, erklang Tritos Stimme erneut, gedämpft und leise, sodass nur sie es hören konnten. Bitte was?
Neben ihm ließ sein Partner die bis dahin vor der Brust verschränkten Arme sinken. Beinahe im gleichen Moment trat ihr Meister in den dunklen Wirbel hinein und verschwand. Herim verzog unwillig das Gesicht und folgte ihm, während unwirsche, halb verschluckte Worte dessen Lippen entwichen. Areons Mundwinkel zuckten amüsiert, denn er hatte ihn genau verstanden:
„Ich hasse Portale.“
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